Konzern-Geschäftsbericht

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1 Konzern-Geschäftsbericht 2009 B S H B O S C H U N D S I E M E N S H A U S G E R Ä T E G M B H

2 Internationale Zeichen für Leistung, Qualität und Verantwortung Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren der BSH sind ihre starken Marken und deren Akzeptanz bei den Kunden. Bosch steht weltweit für mehr Lebensqualität durch innovative Technik. Siemens-Hausgeräte verkörpern die Faszination der technologischen Avantgarde und den expressiven Lebensstil des modernen Menschen. Ergänzt werden die Hauptmarken Bosch und Siemens durch die Premiummarken Neff und Gaggenau sowie neun weitere Spezial- und Regionalmarken, die genau auf die Wünsche der verschiedenen Zielgruppen zugeschnitten sind. Sie alle sind der Garant für ein wertvolles Produkt, das nicht nur besten Komfort bietet, sondern auch durch Energieeffizienz und sparsamsten Verbrauch dazu beiträgt, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten.

3 Hauptmarken Spezialmarken Regionalmarken

4 Konzern-Geschäftsbericht 2009 Die BSH ist fit für die Zukunft durch gezielte Investitionen in Wachstumsmärkte, durch die konsequente Pflege ihrer weltweit begehrten Marken und durch eine Produktpolitik, die Maßstäbe setzt in Qualität, Ressourcenschonung und Kundennutzen. Starke Marken, starke Produkte und Technologien, starke Qualität. Starke Zukunftsaussichten.

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6 I N H A L T Vorwort Innovation ist kein Zufall Natürlich geht es nicht ohne den genialen Einfall, aber neue Ideen zu entwickeln ist in erster Linie ein hartes Stück Arbeit. Die BSH schafft systematisch die Vor aus setzung dafür, dass bahnbrechende Innovationen entstehen können. Im Trend der Zeit Die Produkte der BSH erfüllen Wünsche und die sind bekanntlich vielfältig. Und sie folgen gewissen Trends: Die Themen Umwelt und Lifestyle stehen dabei ganz oben. Investitionen in die Zukunft Wer auch morgen noch Erfolg haben will, muss heute investieren. Das macht die BSH. Und als nachhaltigstes Unternehmen Deutschlands macht sie es natürlich nachhaltig. Die Vermessung der Zufriedenheit Abwechslung. Jeden Tag eine neue Herausforderung. Gutes Arbeitsklima. Jeder Mitarbeiter versteht unter einem guten Arbeitsplatz etwas anderes. Die BSH hat in ihrer Mitarbeiterbefragung die Zufriedenheit und Identifikation ihrer Mitarbeiter untersucht Konzern-Kennzahlen Bericht des Aufsichtsrats Geschäftsführung, Aufsichtsrat Lagebericht Geschäftsverlauf Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Wesentliche Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Voraussichtliche Entwicklung Konzernabschluss Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Gesamtergebnisrechnung Konzernbilanz Konzern-Kapitalflussrechnung Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung Anhang zum Konzernabschluss Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung Erläuterung zur Bilanz Erläuterung zu Finanzinstrumenten Erläuterung zur Bilanz Entwicklung des Konzernanlagevermögens Anteilsbesitz der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Mehrjahresübersicht

7 4 Der Erfolg unserer super effizienten Hausgeräte ist der Erfolg einer klaren strategischen Weichenstellung. Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet, Vorsitzender der Geschäftsführung der BSH.

8 V O R W O R T 5 Nachhaltig erfolgreich Wenn wir das Jahr 2009 betrachten, können wir sehr zufrieden sein. Das weltweite Geschäftsklima hat sich seit Mitte 2009 wieder deutlich aufgehellt und die BSH hat die Chancen, die sich damit geboten haben, konsequent genutzt. Natürlich sind die Auswirkungen des weltweiten Konjunkturrückgangs in vielen Ländern nach wie vor spürbar. Unser Konzernumsatz ist dadurch im Vergleich zum Vorjahr auch währungsbereinigt um 1,4 Prozent zurückgegangen. Aber wir können eine Vielzahl von Erfolgen vorweisen, auf die wir stolz sind und die uns zuversichtlich in die Zukunft blicken lassen. So haben wir in vielen Ländern weitere Marktanteile hinzugewonnen. Die Anzahl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist im Wesentlichen konstant ge blieben. Wir freuen uns besonders darüber, dass wir in Deutschland an keinem einzigen Standort Kurzarbeit einführen mussten. Und unser Ergebnis hat sich konzernweit verbessert. Erfolg durch Energieeffizienz Das Jahr 2009 war geprägt durch eine Fülle von Produktinnovationen, die sich überzeugend im Markt durchsetzen konnten. Eine klare Stärke der BSH ist hier der Premiumbereich. Äußerst positiv entwickelte sich dabei das Geschäft mit den Produkten, die sich durch besondere Sparsamkeit und Energieeffizienz auszeichnen. In Europa konnten wir den Absatz dieser supereffizienten Hausgeräte, die uns in vielen Fällen eine Alleinstellung sichern, im Vergleich zum Vorjahr verdrei - fachen. Diese Geräte machen inzwischen einen bedeutenden Anteil an unserem Gesamtabsatz, noch mehr an unserem Gesamtumsatz aus. Energieeffizienz ist ein klarer Trend. Gerade in schwierigen Zeiten ach ten die Verbraucher sehr genau darauf, was sie kaufen. Sie sind bereit, für qualitativ hochwertige und sparsame Geräte mehr aus zu - geben und das nicht nur in Westeuropa, sondern auch in der Türkei, in Amerika, in Osteuropa und China. Wir setzen hier mit unseren Pro dukten immer wieder Maßstäbe für die gesamte Branche. So verbrauchen beispielsweise unsere Geschirrspüler bis zu 43 Prozent und un sere Kühlgeräte sogar bis zu 74 Prozent weniger Energie als vergleichbare Geräte vor 15 Jahren. Diese großartige Leistung wird von den Kunden honoriert und sie findet auch die Anerkennung von Verbänden, Wirtschaft und Politik, wie sich in einer Vielzahl von Preisen und Auszeichnungen für unsere Fabriken und unsere Produkte beispielsweise durch die Verleihung des hochrangigen Innovationspreises für Klima und Umwelt zeigt.

9 6 Die Geschäftsführung der BSH (von links nach rechts): Johannes Närger, Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet, Jean Dufour, Winfried Seitz.

10 V O R W O R T 7 Mit Innovationen der Branche voraus Unser Erfolg ist kein Zufall. Er ist einerseits das Ergebnis einer kontinuierlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Seit Jahren bauen wir den Entwicklungsbereich in unserem Unternehmen systematisch aus und auch im Jahr 2009 haben wir hier weiter investiert. Inzwischen arbeiten in der BSH fast Mitarbeiter an der Entwicklung neuer Produkte. Wir haben den Anspruch, mit unseren Innovationen den weltweiten Hausgerätemarkt als treibende Kraft zu bestimmen. Deshalb wurde in unserem Haus ein umfassender Innovationsprozess implementiert, in den konzernweit alle Funktionsbereiche eingebunden sind und der unsere gesamte Unternehmenskultur prägt. So gelingt es uns, innovative Produkte genau auf die Wünsche der Kunden abzustimmen und sie noch früher auf den Markt zu bringen. Und so werden wir als technologischer Vorreiter dauerhaft unsere führende Stellung und unseren Markteinfluss sichern. Mit unseren starken Marken, denen die Menschen weltweit vertrauen, haben wir dafür die besten Voraussetzungen. Das Prinzip Nachhaltigkeit Der Erfolg der supereffizienten Hausgeräte ist aber auch ein Erfolg einer klaren strategischen Weichenstellung. Seit mehreren Jahren richten wir unser Sortiment gezielt auf diese Höchsteffizienzklassen aus und sehr viel länger schon orientiert sich unser gesamtes unternehmerisches Handeln am Prinzip der Nachhaltigkeit. Das bedeutet konkret, dass wir mit Investitionen langfristig den Wert unseres Unternehmens steigern; dass wir die Prozesse und Rahmenbedingungen so gestalten, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr Potenzial und ihre Arbeitskraft optimal entfalten können; dass wir konzernweit Standards setzen, die eine möglichst umwelt- und ressourcenschonende Produktion gewährleisten. Und eben dass wir uns mit unseren sparsamen und qualitativ hochwertigen Produkten langfristig einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten. Damit sichern wir nicht nur heute und morgen unseren wirtschaftlichen Erfolg. Wir übernehmen gleichzeitig Verantwortung für unsere Gesellschaft und für die Zukunft unseres Planeten. Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet Jean Dufour Johannes Närger Winfried Seitz

11 Innovation ist kein Zufall Natürlich geht es nicht ohne den genialen Einfall, aber neue Ideen zu entwickeln ist in erster Linie ein hartes Stück Arbeit. Die BSH schafft systematisch die Vor - aus setzung dafür, dass bahnbrechende Innovationen entstehen können.

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13 10 Ideen für morgen und übermorgen Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, Dr. Carsten Stelzer, BSH-Produktbereichsleiter Spülen, Dr. Werner Schnapp auf, Haupt - geschäftsführer des BDI, und Prof. Dr. Klaus Töpfer bei der Verleihung des Innovationspreises Klima und Umwelt an die BSH. Zeolith der siedende Stein, so nannte der schwedische Mineraloge Baron Axel Fredrick von Cronstedt vor mehr als 250 Jahren ein helles Mineral, das beim Erhitzen brausendes Wasser abgibt. Vor einigen Jahren geriet Zeolith auch in den Fokus der Entwickler aus der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH. Zeolith ist in der Lage, 25 Prozent seines Trockengewichtes an Wasser aufzunehmen und beim Erwärmen wieder abzugeben, ein Effekt so dachte man sich, der für ein Unternehmen, das unter anderem Geräte zum Geschirrspülen herstellt, durchaus interessant ist. Noch war aber nicht klar, wo man es einmal einsetzen könnte. Es brauchte mehrere Jahre Tüftelei, Laborversuche, Entwicklungsarbeit, in deren Folge rund 20 Patente angemeldet wurden, dann war die branchenweite Innovation perfekt: Geschirrspüler mit Zeolith -Trocknungssystem. Die neuen Geräte wurden auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt und der Erfolg war bahnbrechend. Inzwischen hat die Stiftung Warentest mit Langzeittests bestätigt, dass die Zeolith -Technik ihre Leistungsfähigkeit auch nach Spülgängen behält. Die Weltneuheit wurde in der Kategorie Produktund Dienstleistungsinnovationen für den Klimaschutz mit dem erstmals verliehenen Innovationspreis für Klima und Umwelt ausgezeichnet, der dem BSH-Team am 11. Februar 2010 persönlich von Umweltminister Dr. Norbert Röttgen überreicht wurde. Das Mineral sieht eher unscheinbar aus, trotzdem ist es die Basis für eine bahnbrechende Produktinnovation BSH-Produktmanager Ralf Lohmann (links) und Michael Rosenbauer, Entwicklungschef im Produktbereich Geschirrspüler.

14 I N N O V A T I O N S M A N A G E M E N T 11 Ein Riesenschritt nach vorne Die Entscheidung zum Bau der Geschirrspüler mit Zeolith -Trocknungssystem fiel im Rahmen des Innovationsmanagements der BSH etwa drei Jahre vor der Markteinführung. Nach Abwägung aller Pros und Contras stand man vor der Frage, ob man es wirklich wagen sollte, ein Gestein, das wenige Jahre vorher lediglich in der chemischen Industrie für die Herstellung von Katalysatoren, als Wasserenthärter, Badezusatz oder Filter für Aquarien zum Einsatz kam, in den Massenmarkt zu bringen. Zunächst war zu beweisen, dass das Ganze nicht nur in zehn mal zehn Meter großen Containern funktioniert, sondern eben auch in einem kleinen Kästchen innerhalb des Geschirrspülers. Und das auch noch bei entsprechender Langlebigkeit des Produkts. Wir haben hier einen Riesenschritt nach vorne gemacht, kein anderer Hersteller hat ein Gerät, das so innovativ, so umwelt- und ressourcenschonend ist, erläutert mit einem gewissen Stolz Ralf Lohmann, bei der BSH der zuständige Leiter Produktmanagement im Bereich Geschirrspülen. Heute wissen wir, dass wir recht hatten, nicht zuletzt wegen der guten Testberichte und Auszeichnungen. Und der Zeolith-Geschirrspüler ist nicht das einzige spektakuläre Ergebnis der BSH-Forschung. Der Wärmepumpentrockner mit selbstreinigendem Kondensator etwa auch diese Technik besitzt das Unternehmen exklusiv ist im Bezug auf Energieeffizienz weltweit einzigartig. Wir müssen heute die Voraussetzung dafür schaffen, dass wir auch morgen noch mit Innova - tionen führend sind. Winfried Seitz, Mitglied der Geschäftsführung und oberster Innovations - manager der BSH. Der Trocknungskreislauf: Die feuchte Luft wird durch das Zeolith getrocknet und aufgeheizt, strömt dann wieder am Geschirr vorbei und nimmt die nächste Ladung Feuchtigkeit auf. Die richtigen Produkte zur richtigen Zeit Die Umsetzung innovativer Technologien ist für ein Unternehmen wie die BSH ein zentraler Bestandteil einer erfolgreichen Produktstrategie. Winfried Seitz, als Mitglied der Geschäftsführung unter anderem zuständig für die Entwicklung, sagt dazu: Unser Anspruch ist, der Branche als Innovationsführer vorauszugehen. Das ist bereits in unserem Unternehmensleitbild festgeschrieben. Um diesem Anspruch jeden Tag aufs Neue gerecht zu werden, haben wir in unserem Unternehmen den Innovationsprozess weiter optimiert. Ein konzernweites Projekt wurde dazu im März 2009 gestartet. Im Vordergrund steht dabei, weltweit einheitliche Standards zu schaffen, insbesondere für die Themen Strategie, Prozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten. So will die BSH noch schneller die richtigen Produkte mit den richtigen Features zur richtigen Zeit in die richtigen Märkte bringen. Das Zeolith -Trocknungssystem verringert den Energieverbrauch eines Geschirrspülers um 20 Prozent und verkürzt den Trocknungsvorgang deutlich.

15 12 I D E E N F Ü R M O R G E N U N D Ü B E R M O R G E N Wie das genau funktioniert, erklärt Bettina Ried, Leiterin des Konzernprojekts Innovationsmanagement: Wir müssen heute schon die Weichen richtig stellen, wenn wir in zehn Jahren die wirklich relevanten Produkte im Portfolio haben wollen. Um das zu erreichen, konzentrieren wir uns auf die bedeutenden Trends, die unsere Gesellschaft und damit die Zukunft der Märkte bestimmen. Dazu wurde im Unternehmen ein strategisches Trendmanagement eingerichtet, das die wichtigsten Trends herausarbeitet und ihre Auswirkungen auf die Weiße-Ware- Branche analysiert. Aus diesen Trends wiederum leiten die Innovationsmanager der BSH verschiedene Suchfelder ab, die sogenannten Hunting Fields, innerhalb derer auch wieder in einem systematischen Prozess Ideen generiert, bewertet und weiterverfolgt werden. Nehmen Sie etwa den Megatrend Umweltbewusstsein. Daraus haben wir das Hunting Field Ressourceneffizienz abgeleitet, welches in Form von Energie- und Wasserverbrauch bereits heute und noch in den nächsten Jahren Potenzial für innovative Lösungen bietet, so die Projektleiter. Andreas Iffländer, Bettina Ried und Bastian Untner (von links nach rechts) sind die Verantwortlichen für das Konzernprojekt Innovationsmanagement. Internationale Entwicklungszentren Für Bernd Scheßl, Entwicklungsleiter im Produktbereich Kälte, ergeben sich weitere Huntingfields aus den Megatrends Individualisierung und Ökologie. Das Top Hunting Field in meinem Bereich ist neben begeisterndem Design und einer am Kundennutzen orientierten Food- Preservation-Technologie natürlich die Energieeffizienz. Insbesondere auf diesem Feld wollen wir klarer Technologieführer sein! Der Produktbereich Kälte setzt dabei weltweit auf drei Entwicklungszentren im württembergischen Giengen, in Çerkezköy bei Istanbul sowie im chinesischen Nanjing, das in Zukunft stark wachsen wird. In diesen Zentren entstehen aus den Ideen dann konkrete Produkte, wie z. B. die besonders energiesparenden Kühlschränke mit Vakuumisolierung. Scouts für neue Technologien Als Ergänzung zum Trend- und Ideenmanagement hat die BSH in den verschiedenen Produktbereichen sogenannte Technologiescouts etabliert. Das sind Menschen, erklärt uns Thomas Garbe, Leiter

16 I N N O V A T I O N S M A N A G E M E N T 13 Zentralbereich Technik Innovations- und Technologiemanagement, die systematisch andere Branchen oder Forschungseinrichtungen beobachten und dort nach Technologien suchen, die sich irgendwann einmal auch für BSH-Produkte einsetzen lassen. Das können Hochtechnologien zum Beispiel aus der Flugzeugindustrie sein, neue Werkstoffe oder eben altbekannte Minerale wie Zeolith. Die Tech nologiescouts, so Garbe, benötigten für ihre Arbeit viel Kreativität und ein großes Gespür für das Mögliche: Hier kommt es auch auf das Bauchgefühl an. Man kann das nicht ausschließlich über Prozesse und Regeln steuern. Zusätzliche Intelligenz im Netz Bei Ihren Analysen der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung fanden die Innovationsmanager der BSH ein weiteres Thema: das intelligente Stromnetz der Zukunft, auch Smart Grid genannt. Die intelligente Vernetzung und Steuerung, angefangen bei der Stromerzeugung und Verteilung über die Speicherung elektrischer Energie bis zum Verbrauch wird in der Zukunft immer wichtiger, erläutert Dr. Claudia Häpp, die das Projekt Smart Grid in der BSH leitet. Das könnte für die BSH bedeuten, dass die Hausgeräte der Zukunft mit zusätzlicher Intelligenz und Features ausgestattet werden, so dass sie beispielsweise bevorzugt dann arbeiten oder Energie speichern, wenn der Strom reichlich verfügbar und billig ist oder nur aus regenerativer Erzeugung stammt. Claudia Häpp: Unsere Produkte sind ohnehin schon äußerst energieeffizient. Aber vielleicht ergeben sich zusätzliche Kundenvorteile durch Geräte, die auf ein Smart Grid abgestimmt sind. Früher waren Kühlschränke Energiefresser. Da sind wir heute schon einen Riesenschritt weiter. Bernd Scheßl (Mitte), Entwicklungschef im Produktbereich Kälte, mit Entwicklern aus seinem Team. Die intelligenten Stromnetze mögen zwar im Moment noch zumindest im europäischen Raum in erster Linie ein Thema für die großen Versorger sein. Wissenschaftliche Studien gehen aber davon aus, dass man mehrere Kraftwerke abschalten könnte, wenn die Hausgeräte entsprechend smart in das Geschehen integriert werden. Wenn Hausgeräte dazu einen echten Beitrag leisten können, so Häpp, dann sind wir mit unseren Innovationen auf jeden Fall ganz vorne mit dabei! Die Innovationsmanager Dr. Claudia Häpp und Thomas Garbe verfolgen aufmerksam, welche tech - no logischen oder gesellschaftlichen Entwicklungen für die Weiße-Ware-Branche relevant sind.

17 Im Trend der Zeit Die Produkte der BSH erfüllen Wünsche und die sind bekanntlich vielfältig. Und sie folgen gewissen Trends: Die Themen Umwelt und Lifestyle stehen dabei ganz oben.

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19 16 Bessere Produkte für ein besseres Leben Mit dem Plus-Energie- Haus beginnt eine neue Zeit des energiesparenden Bauens, denn es erzeugt mehr Energie als es verbraucht auch dank der supereffizienten Hausgeräte der Marke Bosch. Robert Bosch war nicht nur ein genialer Erfinder, er war auch Visionär. Aber das hätte er sich niemals träumen lassen: Ein Haus, das mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Kann das möglich sein? Schwer zu glauben, aber es ist tatsächlich so: Das von der TU Darmstadt entwickelte und von der Bundesregierung geförderte Plus-Energie-Haus hat dank neuester Technologien eine positive Energiebilanz. Was den Firmengründer wohl besonders freuen würde: Möglich gemacht haben das auch die innovativen, energiesparenden Hausgeräte der Marke Bosch, mit denen das Projekthaus ausgestattet ist. Steigende Strompreise, Klimawandel und eine bedrohte Umwelt wir werden in den nächsten Jahrzehnten unseren Energieverbrauch deutlich einschränken müssen. Dieser Gedanke setzt sich mehr und mehr durch. Man übertreibt also nicht, wenn man Nachhaltigkeit den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen als Megatrend bezeichnet, als eine besonders tiefgreifende gesellschaftliche Entwicklung. Gut, wenn man das als Unternehmen frühzeitig erkennt und entsprechend handelt. So wie die BSH. Das Unsichtbare sichtbar machen Nachhaltigkeit ist seit langem fester Bestandteil der Philosophie von Bosch, sagt Michael Bohn, der das internationale Marketing leitet. Und zwar nicht aus Marketinggründen. Sondern aus Überzeugung. Die BSH meint es mit der Energieeffizienz also ernst. Gerade erst hat Bosch weltweit das Label Green Technology inside eingeführt. Dahinter stehen keine plakativen Behauptungen, sondern klare und verständliche Informationen: Wie viel Energie spart das damit ausgezeichnete Gerät? Wie viel ist das im Vergleich mit anderen Geräten? Nur Modelle, die außergewöhnlich viel Strom oder Wasser sparen, werden mit dem Label ausgezeichnet. Wir haben den sparsamsten Wir haben konsequent auf den Megatrend Grüne Technologie gesetzt. Das passt zu den Werten der Marke Bosch und wird in der gesamten BSH glaubhaft und authentisch gelebt. Marketing - leiter Michael Bohn.

20 P R O D U K T E 17 Geschirrspüler der Welt, wir haben den sparsamsten Wäschetrockner der Welt, und solche einzigartigen Leistungen wollen wir sichtbar machen und in das Bewusstsein der Käufer rücken. Der Erfolg spricht für sich: 2009 konnte die BSH den Absatz von supereffizienten Hausgeräten in Europa verdreifachen; der Anteil am Gesamtabsatz in Europa liegt damit bei 15 Prozent. Wie sehr die BSH mit diesen inno vativen Geräten am Puls der Zeit liegt, zeigt aber auch die Tatsache, dass sie nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sind, sondern mit einer Reihe hochkarätiger Auszeichnungen versehen wurden wie z. B. dem Innovationspreis für Klima und Umwelt in Deutschland oder dem renommierten Which-Award in England. Besonders stolz ist man bei der BSH auch darüber, dass das amerikanische Energie-Ministerium die Robert Bosch GmbH für ihren herausragenden Beitrag zur Reduzierung von Treibgasemissionen durch energieeffiziente Hausgeräte wiederum zum Energy Star-Partner des Jahres ernannt hat eine Ehre, die nichtamerikanischen Firmen äußerst selten zuteil wird. Ausdruck der Persönlichkeit Bewusster Umgang mit Energie und ressourcenschonende Technologien kommen also an. Vernünftig zu handeln muss keine lästige Pflicht sein, sondern kann auch Spaß machen. Nachhaltigkeit ist inzwischen ein Lifestylethema, da ist Michael Bohn sicher. Auch das ist ein Megatrend, den die BSH verfolgt. Doch was genau muss man sich unter Lifestyle eigentlich vorstellen? Und was hat das mit Hausgeräten zu tun? Lifestyle, erklärt Dr. Peter Götz, Leiter des Produktbereichs Herde, heißt für mich, meine Persönlichkeit, meine Individualität zum Ausdruck zu bringen, und er denkt dabei an die individuell geplante Einbauküche, die ganz auf den persönlichen Lebensstil zugeschnitten ist. Der eine braucht vielleicht nur eine Mikrowelle und einen Dampfgarer, aber die Geräte in einem avantgardistischen Design, der andere sucht eine Küche, wie sie die Profis haben, um am Wochenende im Freundes- oder Familienkreis groß zu kochen. Bereits das erste Einbaugerät, das in Europa auf den Markt kam, trug den Namen einer BSH-Marke: Gaggenau. Seitdem haben wir das Einbaugeschäft in unserem Haus perfektioniert. Dr. Peter Götz, Leiter des Produktbereichs Herde.

21 18 B E S S E R E P R O D U K T E F Ü R E I N B E S S E R E S L E B E N Lifestyle, erklärt Klaus Karl, Marketingleiter der Sparte Consumer Products, ist die Freiheit, seine Emotionen zu zeigen und zu leben. Die Zeiten, in denen technische Geräte einzig und allein einen praktischen Nutzen erfüllen sollten, sind längst vorbei. Heute müssen Hausgeräte auch eine Geschichte erzählen, sie sollen etwas über ihren Besitzer aussagen. Beim Thema Lifestyle denken Klaus Karl und Christine Kleppe vor allem an Kaffeegenuss und an den Vollautomaten EQ.7 der Marke Siemens, der jeden Kaffeewunsch sekundenschnell erfüllt. Deshalb müssen Produkte nicht nur den Verstand des Kunden überzeugen, sondern auch seine Gefühle ansprechen. Christine Kleppe, Launchmanagerin der EQ.7, verdeutlicht dies am Beispiel Kaffee: Man kauft nicht einfach eine Espressomaschine, man kauft ein Er lebnis. Einzigartiges Aroma, perfekte Crema, das Ganze zubereitet von einem Espresso-Vollautomaten im exklusiven Design: Die EQ.7 von Siemens ist sicherlich das Erlebnisgerät Nummer eins. Mit über 500 Teilen ist der Espresso-Vollautomat das komplexeste Gerät der BSH. Durch ein einzigartiges Heizsystem, dem senso flow system, wird die optimale Brühtemperatur während des gesamten Zeitraums gesteuert. So kann sich das Espresso-Aroma voll entfalten. Technik und Lifestyle darauf kommt es Klaus Karl besonders an: Wir reduzieren Lifestyle nicht auf eine schicke Oberfläche, unser Ziel ist es, innovative Produkte und unsere starken Marken mit einem Lebensstil zu verknüpfen. Die technische Perfektion ist bei der BSH immer die Ausgangsbasis ein entsprechendes Marketing unterstützt das Lifestyleprodukt auf dem Weg zu seinem Erfolg. Dass dieses Konzept funktioniert, beweist das Feedback der Kunden: Innerhalb von wenigen Monaten hat die EQ.7 im vergleichbaren Premiumsegment der Espresso- Vollautomaten einen Marktanteil von 20 Prozent erreicht.

22 P R O D U K T E 19 Technische Komplexität ganz einfach Der Erfolg der EQ.7 mag auch daran liegen, dass es die Maschine einem leicht macht, perfekten Kaffeegenuss zu erleben. Durch einen einzigen Tastendruck wird Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato zubereitet, die Reinigung erfolgt automatisch. Keine komplizierte Bedienung verwirrt den Kaffeefreund. Das ist wichtig. Die bahnbrechendste Innovation ist für den Kunden nur dann wertvoll, wenn er auch in der Lage ist, sie zu nutzen, sagt Heinz Bergmeier, Leiter Usability im Produktbereich Herde. Oft genug weiß der Kunde aber gar nicht, was sein Elektrogerät alles kann. Heinz Bergmeier kennt sich damit aus, denn er ist bei den Herden für die Entwicklung von Konzepten zuständig, die einfachste Bedienbarkeit sicherstellen, und zwar ganz nach den individuellen Anforderungen der Kunden. Wir haben uns beispielsweise mit der Touch-Control- Bedienung beschäftigt, über die mit einer einfachen Berührung auf dem Kochfeld die Hitze gesteuert wird, sagt Bergmeier. Das ist das Non plus ultra. Es gibt aber auch Menschen, denen hier etwas fehlt, nämlich das Gefühl, nach etwas zu greifen. Daraufhin wurde die sogenannte disccontrol-bedienung entwickelt: Ein Knopf, wie man ihn von früher kennt. Der Unterschied: Der Drehknebel basiert auf einer elektronischen Steuerung genau wie die Touch-Bedienung. So haben wir modernste Elektronik mit dem haptischen Erlebnis verbunden, sagt Heinz Bergmeier. Dem Benutzer gibt das spürbare Rasten des Drehknopfes Sicherheit, die Bedienung fällt leichter. Zum Thema Lifestyle gehört eben auch, dass sich die unzähligen technischen Möglichkeiten den vielfältigen Wünschen der Menschen anpassen. Will ich in meinem Kombibackofen duftenden Reis zubereiten, der mich an den letzten Thailandurlaub erinnert? Oder will ich einfach nur schnell eine Tiefkühlpizza warm machen, wenn ich abends spät nach Hause komme? Mit den Hausgeräten der BSH geht alles. Das hätte sicher auch Robert Bosch gefallen. Die neue disccontrol -Bedienung von Siemens vereint die Benutzerfreundlichkeit eines Drehknopfes mit der technischen Präzision einer Touch-Control-Bedienung und sie ist ganz einfach schön. Hans Rogenhofer und Heinz Bergmeier entwickeln Bedienkonzepte, die sicherstellen, dass jeder die Features, die moderne Hausgeräte heute bieten, problemlos nach seinen individuellen Wünschen nutzen kann.

23 Investitionen in die Zukunft Wer auch morgen noch Erfolg haben will, muss heute investieren. Das macht die BSH. Und als nachhaltigstes Unternehmen Deutschlands macht sie es natürlich nachhaltig.

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25 22 Nachhaltig Werte schaffen Ergonomie verlangt sorgfältige Planung. Bei der BSH wird vor Anlauf der neuen Fertigungslinie der gesamte Ablauf simuliert, um Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Die Fertigungshalle der BSH Fabrik im badischen Bretten sieht eigentlich ganz normal aus. An den einzelnen Arbeitsplätzen der Montagelinie werden die Werkzeuge sortiert und Bauteile weitergegeben. Jeder Mitarbeiter steht an seinem Platz, offenkundig wird gerade ein neuer Arbeitstag vorbereitet. Dass es sich hier aber nicht um einen geregelten Produktionsbetrieb handelt, fällt spätestens in dem Moment auf, als einer der Monteure aus der Platte seines Arbeitstisches mit einem Messer ein größeres Stück herausschneidet. Er positioniert seinen Werkzeugkasten direkt unter das entstandene Loch in einem Regal und greift mehrmals nach seinen Werkzeugen. So geht das viel besser, ich komme viel schneller an mein Werkzeug, das beschleunigt und vereinfacht meine Arbeit, erklärt er. Auf den zweiten Blick sieht man, dass sämtliche Arbeitsplätze hier aus Pappe im Maßstab eins-zu-eins nachgebaut worden sind. Diese Methode, auch bekannt als Cardboard-Engineering, wird bei der BSH eingesetzt, bevor neue Produktionsanlagen gebaut werden. Es werden mittels Kartonagenschachteln Arbeitsplätze modelliert, Abläufe simuliert und Prozesse analysiert, erläutert Dr. Clemens Schaller, Leiter Zentrale Technik Produktion. Das mag in dem Hightech-Umfeld, in dem wir uns sonst bewegen, vielleicht etwas eigenartig erscheinen. Aber gerade in seiner Einfachheit ist das Verfahren genial. Und es stellt sicher, dass jeder Euro, den wir in eine neue Fertigungslinie investieren, sinnvoll eingesetzt ist. China der Wachstumsmarkt schlechthin Nachhaltige Investitionen, die kontinuierlich den Wert des Unternehmens steigern, gehören zum Kern der BSH-Unternehmensstrategie, und diese Strategie hat sich über Jahre hinweg als außerordentlich erfolgreich erwiesen. Dr. Kurt-Ludwig Gutberlet, Vorsitzender der BSH-Geschäftsführung hatte deshalb auch für 2009 ganz klar den Kurs vorgegeben: Gerade in diesen wirtschaftlich turbulenten Zeiten, so der CEO zu Jahresbeginn, ist es entscheidend, dass wir nicht von unseren Zielen und Werten abrücken. Wir werden auch weiterhin in strategische Projekte investieren und auf diese Weise unsere Zukunft gestalten. Lean Invest ist einfach cleverer und deshalb Standard bei allen Neuinvestitionen, die bei der BSH getätigt werden. Dr. Clemens Schaller, Leiter Zentrale Technik Produktion.

26 I N V E S T I T I O N E N 23 Investitionen in die Zukunft des Unternehmens, so lautet also die Devise, und der Erschließung neuer Märkte kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die BSH hat dazu im vergangenen Jahr insbesondere ihr Engagement in Fernost gezielt ausgebaut. China ist der Wachstumsmarkt schlechthin, erläutert Matthias Ginthum, der den Produktbereich Wäschepflege leitet. Es ist ein innovativer Markt, ein extrem schneller Markt, auf dem sich nur die Besten durchsetzen. Wir müssen hier extrem schnell agieren. Konkret heißt das, konsequent in neue Produkte und Fertigungsanlagen zu investieren. Mit der neuen Fabrik in Nanjing ist der BSH dann auch ein großer Wurf gelungen. Bernhard Drexler, dem zuständigen Projektleiter für die Expansion Wäschepflege in China, sind Stolz und Begeisterung förmlich anzusehen: Innerhalb von zwei Jahren haben wir es geschafft, eine neue Fabrik vom Anlauf in die Kategorie von Einheiten zu bringen und da bei lagen wir die ganze Zeit erheblich über dem, was wir uns ursprünglich vorgenommen hatten. Das ist einfach ein sensationelles Tempo, auf das man sich hier einstellen muss. Produziert werden in dem Werk der neue Frontlader für den chinesischen Markt, die Slimline- Waschmaschine für China und den Export nach Europa und ein neuartiger Waschtrockner, den es ab April 2010 auch in Europa geben wird. Der Bedarf ist riesig. Matthias Ginthum, Produktbereichsleiter Waschen (links), und Projektmanager Bernhard Drexler setzen stark auf den Wachstumsmarkt China. Der Erfolg gibt ihnen recht. Verantwortlich für das gesamte Chinageschäft ist Roland Gerke. Er ist bereits seit vielen Jahren im Land und zieht jetzt nüchtern Bilanz: Unser Engagement hat sich gelohnt, die Geräte werden gekauft, obwohl es sich um Premium-Produkte handelt. Und der Bedarf ist riesig in einem Land, wo die Städte rasant wachsen, junge Familien ihre Haushalte einrichten. Und da es sich bei den meisten Wohnungen um Eigentum handelt, legen die Besitzer Wert auf Top-Ausstattung. Hier herrscht Markenbewusstsein, ein Interesse an Innovationen, an intelligenten Systemen und die Menschen sind bereit, für Qualität auch Geld auszugeben.

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