Moderation V: Transparenz herstellen
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- Steffen Hartmann
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1 Studienseminar Koblenz Berufspraktisches Seminar Pflichtmodul 27 / 990 Moderation V: Transparenz herstellen
2 Modell des Lehr-Lern-Prozesses Lehren Lernumgebung Lernen Aufgabenstellungen Problemstellung entdecken Vorstellungen entwickeln Moderation Lernmaterial bearbeiten Materialien/Methoden materiale Steuerung Lernprodukt diskutieren Lernzugewinn definieren Vernetzen und transferieren Diagnose/Rückmeldung personale Steuerung Studienseminar Koblenz
3 BpS-Module zur Moderation 12 / 973: Moderation I am : Unterrichtsgespräche öffnen 15 / 976: Moderation II am : Lernschritte phasengerecht moderieren 23 / 986: Moderation III am : Schülerbeiträge antizipieren, hören und nutzen 25 / 988 am Moderation IV am : Mit Lernprodukten Diskursivität erzielen 27 / 990: Moderation V am : Transparenz herstellen
4 Modell des Lehr-Lern-Prozesses Lehren Lernumgebung Lernen Aufgabenstellungen Problemstellung entdecken Vorstellungen entwickeln Moderation Lernmaterial bearbeiten Materialien/Methoden materiale Steuerung Lernprodukt diskutieren Lernzugewinn definieren Vernetzen und transferieren Diagnose/Rückmeldung personale Steuerung Studienseminar Koblenz
5 Beispiele zum Stundenbeginn Beispiel 1: Nawi, Klasse 6 Thema: Elektrizität als Energiequelle Die Schülerinnen und Schüler bringen bereits Vorwissen zum Stromkreis aus der Grundschule mit. Sie erwarten, nichts Neues mehr zu lernen. Im Lernkontext ankommen Der Lehrer teilt Kästchen aus mit Materialien, um einen Stromkreis zu bauen: 1 Birne, 2 Stromkabel mit abisolierten Enden, 1 Lampenfassung, 1 Schraubenzieher. Die Schülerinnen und Schüler haben eine Batterie für diese Stunde mitgebracht. Impuls: Macht was draus! Ich helfe euch jetzt nicht, ihr dürft euch aber gegenseitig helfen! Die Schülerinnen und Schüler basteln mit heller Begeisterung. Es klappt nicht in allen Fällen, die Birne zum Leuchten zu bringen. Problemstellung finden und Vorstellungen entwickeln Impuls: Habt Ihr Ideen, warum die Birne nicht leuchtet? Sammelphase (Kettenaufruf)
6 Beispiele zum Stundenbeginn Beispiel 2: Chemie, Klasse 10 Thema: Halogenid-Nachweis in der Analyse von Streusalzproben Die Stunde findet in einer schneereichen Periode im Dezember statt. Im Lernkontext ankommen Die Lehrerin stellt mit den Worten Das habe ich heute morgen wieder gebraucht! eine Tüte Streusalz auf den Tisch und fährt fort: Beim Streusalz stellen sich eine ganze Reihe von Fragen formuliert sie!. Die Schülerinnen und Schüler formulieren Fragen wie Was ist Streusalz? Ist Streusalz für die Umwelt schädlich? Aus welchem Halogenid und welchem Metall besteht Streusalz? Welche Wirkungsweise hat es?. Die Lehrerin sammelt und clustert die Beiträge an der Tafel. Mit Hilfe des Impulses: In welcher Reihenfolge können wir als Chemiker diese Fragen sinnvoll angehen? gelangen die Schüler zu der Erkenntnis, dass sie zunächst die Zusammensetzung des Streusalzes kennen müssen. Problemstellung formulieren und Vorstellungen entwickeln Woraus setzt sich Streusalz zusammen? wird als Problemfrage formuliert. Die Lehrerin fordert auf: Greift auf Euer Vorwissen zurück und entwickelt Hypothesen, wie wir mögliche Bestandteile nachweisen können!
7 Beispiele zum Stundenbeginn Beispiel 3: Katholische Religion, Klasse 11 Thema: Gotteslehre Es geht um eine Sensibilisierung hinsichtlich der Vorstellung von Gott. Im Lernkontext ankommen Die Schülerinnen und Schüler notieren ihre Vorstellung auf einem Zettel. Einige der vorgestellten Zettel werden an der Tafel gesammelt. Die Atmosphäre ist ruhig und es ist zu spüren, dass die Schüler nachdenken. Spontan äußern sich einige Schüler/innen zu den Beiträgen von Mitschülern. Sie schließen weiterführende Gedanken an und es kommen Fragen auf. Problemstellung formulieren und Vorstellungen entwickeln Der Lehrer hat sich schon mehrfach mit Ja, toll; das war sehr gut; auch richtig eingeschaltet. Jetzt packt er zu: Ihr habt jetzt schon Vieles gesagt. Und Ihr wisst ja, dass eine gute Klasse auch selbst Fragen formulieren muss. Deswegen würde ich von Euch gerne noch einmal genau die Frage hören, die jetzt wichtig ist, damit wir gleich den wissenschaftlichen Text lesen können, den ich mitgebracht habe. Bemüht Euch bitte, eine ganz genau passende Frage zu stellen das muss so sein, sonst versteht Ihr gleich nicht, wieso ich das Blatt austeile und das, also, warum ich das mache, soll ja für Schüler auch verständlich sein, nicht nur für den Lehrer. Also: Wie lautet die Frage an dieser Stelle?
8 Erste Ideen für gute Transparenz - z.b. klare Sprache und klare Operatoren nutzen - z.b. phasengerecht moderieren - z.b. das Thema/das Problem deutlich akzentuieren - z.b. die Lernlinie im Horizont der Lerner halten - z.b. die Gelenkstellen inhaltlich gestalten - z.b. die Aufgabenstellungen eindeutig formulieren - z.b. Methoden und Arbeitsschritte ankündigen - z.b. eindeutige Rückmeldungen geben - z.b.
9 Gefahren für gute Transparenz - z.b. unklare Aufgabenstellungen - z.b. überfordernde Materialien - z.b. unpassende oder zu lange Sprechakte - z.b. Unterrichtsstörungen - z.b. fehlende Arbeitsatmosphäre - z.b. zu hohes Unterrichtstempo - z.b. Formalisierung und Ritualisierung - z.b.
10 Prüffragen für gute Transparenz - Was bedeutet hier konkret Transparenz? - Wie stelle ich Transparenz her? - Welche inhaltliche Transparenz schaffe ich? - Warum stelle ich Transparenz her? (Lehrerperspektive: Was will ich bezwecken?) - Wozu stelle ich Transparenz her? (Schülerperspektive: Was soll beim Schüler ankommen und was kommt wirklich an?)
11 Beispiele zum Stundenbeginn Beispiel 1: Nawi, Klasse 6 Thema: Elektrizität als Energiequelle Die Schülerinnen und Schüler bringen bereits Vorwissen zum Stromkreis aus der Grundschule mit. Sie erwarten, nichts Neues mehr zu lernen. Im Lernkontext ankommen Der Lehrer teilt Kästchen aus mit Materialien, um einen Stromkreis zu bauen: 1 Birne, 2 Stromkabel mit abisolierten Enden, 1 Lampenfassung, 1 Schraubenzieher. Die Schülerinnen und Schüler haben eine Batterie für diese Stunde mitgebracht. Impuls: Macht was draus! Ich helfe euch jetzt nicht, ihr dürft euch aber gegenseitig helfen! Die Schülerinnen und Schüler basteln mit heller Begeisterung. Es klappt nicht in allen Fällen, die Birne zum Leuchten zu bringen. Problemstellung finden und Vorstellungen entwickeln Impuls: Habt Ihr Ideen, warum die Birne nicht leuchtet? Sammelphase (Kettenaufruf)
12 Beispiele zum Stundenbeginn Beispiel 2: Chemie, Klasse 10 Thema: Halogenid-Nachweis in der Analyse von Streusalzproben Die Stunde findet in einer schneereichen Periode im Dezember statt. Im Lernkontext ankommen Die Lehrerin stellt mit den Worten Das habe ich heute morgen wieder gebraucht! eine Tüte Streusalz auf den Tisch und fährt fort: Beim Streusalz stellen sich eine ganze Reihe von Fragen formuliert sie!. Die Schülerinnen und Schüler formulieren Fragen wie Was ist Streusalz? Ist Streusalz für die Umwelt schädlich? Aus welchem Halogenid und welchem Metall besteht Streusalz? Welche Wirkungsweise hat es?. Die Lehrerin sammelt und clustert die Beiträge an der Tafel. Mit Hilfe des Impulses: In welcher Reihenfolge können wir als Chemiker diese Fragen sinnvoll angehen? gelangen die Schüler zu der Erkenntnis, dass sie zunächst die Zusammensetzung des Streusalzes kennen müssen. Problemstellung finden und Vorstellungen entwickeln Woraus setzt sich Streusalz zusammen? wird als Problemfrage formuliert. Die Lehrerin fordert auf: Greift auf Euer Vorwissen zurück und entwickelt Hypothesen, wie wir mögliche Bestandteile nachweisen können!
13 Beispiele zum Stundenbeginn Beispiel 3: Religion, Klasse 11 Thema: Gotteslehre Es geht um eine Sensibilisierung hinsichtlich der Vorstellung von Gott. Im Lernkontext ankommen Die Schülerinnen und Schüler notieren ihre Vorstellung auf einem Zettel. Einige der vorgestellten Zettel werden an der Tafel gesammelt. Die Atmosphäre ist ruhig und es ist zu spüren, dass die Schüler nachdenken. Spontan äußern sich einige Schüler/innen zu den Beiträgen von Mitschülern. Sie schließen weiterführende Gedanken an und es kommen Fragen auf. Problemstellung finden und Vorstellungen entwickeln Der Lehrer hat sich schon mehrfach mit Ja, toll; das war sehr gut; auch richtig eingeschaltet. Jetzt packt er zu: Ihr habt jetzt schon Vieles gesagt. Und Ihr wisst ja, dass eine gute Klasse auch selbst Fragen formulieren muss. Deswegen würde ich von Euch gerne noch einmal genau die Frage hören, die jetzt wichtig ist, damit wir gleich den wissenschaftlichen Text lesen können, den ich mitgebracht habe. Bemüht Euch bitte, eine ganz genau passende Frage zu stellen das muss so sein, sonst versteht Ihr gleich nicht, wieso ich das Blatt austeile und das, also, warum ich das mache, soll ja für Schüler auch verständlich sein, nicht nur für den Lehrer. Also: Wie lautet die Frage an dieser Stelle?
14 Transparenz im LLM: Zentrale Übergänge Lehren Lernumgebung Lernen Aufgabenstellungen Problemstellung entdecken Vorstellungen entwickeln Moderation Lernmaterial bearbeiten Materialien/Methoden materiale Steuerung Lernprodukt diskutieren Lernzugewinn definieren Vernetzen und transferieren Diagnose/Rückmeldung personale Steuerung Studienseminar Koblenz
15 Arbeitsaufträge Einzelarbeit zu Beginn: - Erinnerung an reale Gelenkstellen - Fixierung der realen Gelenkstellen ( Materialerstellung) Gruppenarbeit anschließend: - Erörterung der realen Gelenkstellen - Optimierung der realen Gelenkstellen unter dem Aspekt der Transparenz
16 Transparenz in der Moderation authentisch, komplex herausfordernd bedeutsam kontextorientiert lernproduktorientiert gestuft mit Strategien Aufgabenstellungen Lernumgebung Problemstellung entdecken Vorstellungen entwickeln Transparenz umfasst: Inhalte Verfahren / Methoden Zielsetzungen Anforderungen Beziehungen Rolle des Lehrers Moderation Informationen auswerten Materialien/Methoden lernergerecht stärkend, ermutigend inputorientiert klärend, aufbauend methodenbegleitet sprachsensibel medienbegleitet metareflexiv lernproduktorientiert selbstkorrigierend steuerungsmächtig lernfördernd Lernprodukt diskutieren Lernzugewinn definieren Vernetzen und transferieren Diagnose/Rückmeldung stärkend, ermutigend klärend, aufbauend sprachsensibel metareflexiv selbstkorrigierend lernfördernd Studienseminar Koblenz
17 Transparenz bei zentralen Übergängen authentisch, komplex herausfordernd bedeutsam kontextorientiert lernproduktorientiert gestuft mit Strategien Aufgabenstellungen Materialien/Methoden lernergerecht stärkend, ermutigend inputorientiert klärend, aufbauend methodenbegleitet sprachsensibel medienbegleitet metareflexiv lernproduktorientiert selbstkorrigierend steuerungsmächtig lernfördernd Lernumgebung Problemstellung entdecken Vorstellungen entwickeln Transparenz Informationen auswerten Transparenz Lernprodukt diskutieren Transparenz Lernzugewinn definieren Vernetzen und transferieren Transparenz muss hergestellte werden: grundsätzlich in und zwischen allen Phasen besonders rund um das Lernprodukt Moderation Diagnose/Rückmeldung stärkend, ermutigend klärend, aufbauend sprachsensibel metareflexiv selbstkorrigierend lernfördernd Studienseminar Koblenz
18 Transparenz als Grundanforderung Aufgaben Hausaufgaben Aufgabenstellungen Materialien/Methoden Auswahl stärkend, der ermutigend Medien und klärend, Materialien aufbauend Tafelbilder sprachsensibel und Tafelanschriebe metareflexiv selbstkorrigierend lernfördernd Lernumgebung Problemstellung entdecken Transparenz Vorstellungen entwickeln Transparenz Informationen auswerten Transparenz Lernprodukt diskutieren Transparenz Lernzugewinn definieren Transparenz Vernetzen und transferieren Transparenz umfasst: Inhalte Verfahren / Methoden Zielsetzungen Anforderungen Beziehungen Rolle des Lehrers Moderation Diagnose/Rückmeldung Lernhilfen (z. B. Hilfekärtchen) Plateaubildungen Zwischensicherungen Studienseminar Koblenz
19 Weitere Mittel der Transparenz Aufgaben Hausaufgaben Aufgabenstellungen Lernumgebung Problemstellung entdecken Vorstellungen entwickeln Transparenz umfasst: Inhalte Verfahren / Methoden Zielsetzungen Anforderungen Beziehungen Rolle des Lehrers Moderation Informationen auswerten Materialien/Methoden Auswahl stärkend, der ermutigend Medien und klärend, Materialien aufbauend Tafelbilder sprachsensibel und Tafelanschriebe metareflexiv selbstkorrigierend lernfördernd Lernprodukt diskutieren Lernzugewinn definieren Vernetzen und transferieren Diagnose/Rückmeldung verbale Rückmeldung Lernhilfen (z. B. Hilfekärtchen ) Plateaubildungen Zwischensicherungen Studienseminar Koblenz
20 Ursachen verhinderter Transparenz z.b. unklare Aufgabenstellungen z.b. überfordernde Materialien z.b. unpassende oder zu lange Sprechakte z.b. Unterrichtsstörungen z.b. fehlende Arbeitsatmosphäre z.b. zu hohes Unterrichtstempo im Verhältnis zum Tempo der Lerner z.b.
21 Mögliche Gefahren Das Bemühen um Transparenz kann auch Gefahren bergen: - Formalisierung - Konditionierung - Ritualisierung - Überfrachtung -
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