Meine Geschichte (Hans Reber)
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- Ina Stieber
- vor 6 Jahren
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Transkript
1 Meine Geschichte (Hans Reber) 1990, das war ein Jahr, da war ich schon in der 25. Schwangerschaftswoche da. Ich wollt unbedingt die Welt schon seh n, dann war die Gehirnblutung mein Verderb, deshalb die Behinderung, sie ist nicht so schön, ist das nicht alles zu herb? Mein Bruder Paul kam 6 Wochen zu früh, das war 1987 und er machte nicht so viel Müh. Es war als Frühchen schon ein hartes Stück, denn ich und meine Eltern machten viel mit. Doch da bin ich ja ein Stier und meine Eltern halfen mir. Die ersten 2 Jahre war ich oft krank, bis man endlich draufkam, dass ein Inhaliergerät gut sein kann. Von da an war ich nicht mehr so oft in der Klinik und ich konnte mich zu Hause besser entwickeln, was wohl auch war sehr sinnig. Auch wenn ich blind und schwerst körperlich behindert bin, so bin ich doch ein sehr glücklich Kind. Ich habe auch ein Ventil, das bringt mir wirklich viel, denn ohne könnte ich es nicht schaffen, in diesem Leben etwas zu machen. In den Kindergarten kam ich mit drei, da aß ich am liebsten Brei.
2 Die Erzieherinnen und Therapeuten waren sehr um mich bemüht, das Beste aus mir rauszuholen, das machte mich doch manchmal ziemlich müd. Ein schlimmer Abschnitt in meinem bisherigen Leben war, dass ich 1994 war im Krankenhaus ein halbes Jahr. Im Urlaub fing das Malheur an, ich musste operiert werden am Ventil dann. In Bremerhaven bauten die dort wahrscheinlich Scheiß Und ich lag dann deshalb in Karlsruhe, meine Eltern drehten sich im Kreis. Schwer krank lag ich da, meinen Eltern stockte der Atem gar. Mein Papa war dann dauernd krank Und meiner Mama oft die Knie wegsank. Danach brauchte ich noch ein Jahr eine Nasensonde zum Trinken, Mama musste mir immer die linke Hand anbinden. Meine rechte Hand musste nun mehr tun als vorher, doch das war ja gar nicht so schwer. Wir denken nicht gerne an diese Zeit zurück, denn im Dezember 1994 ging s mir wieder gut, zum Glück. Ich bin halt im Zeichen des Stier s geborn, da haben Krankheiten bei mir nichts verlorn. Mein großer Bruder Paul, der auch darunter litt, denn Mama und Papa waren damals nicht besonders fit. Die Oma kümmerte sich zwar sehr um ihn, doch der Start ins 1. Schuljahr beeinflusste es viel. Ich entwickelte mich natürlich trotzdem weiter und je weiter die Zeit vorangeht, sind wir alle um so heiter. Was ich für wichtig halte zu sagen ist, dass ich alles verstehe und mit meiner Mimik zeige, auch wenn ich nicht will mich drehe.
3 Ich lache sehr gern und weine wenig, Mama macht es mir vor und tröstet jeden seelig. Meine Oma Ursula lieben Paul und ich sehr, denn an ihrem Busen kann man so schön schmusen. Der Abschied vom Kindergarten 1996 fiel mir schwer, Mama die weinte vielleicht sehr. In die Schule wollt ich gar nicht gehen, die neuen Menschen gar nicht sehen, ich wurde sogar mit Fieber krank, welches zu Hause dann wieder sank. Da hieß es am Anfang stundenweise in die Schule zu gehen, damit ich mich langsam an die Lehrer gewöhn. Ich hab s dann endlich geschafft, das hat allen Lehrern und meinen Eltern Freude gebracht. Jetzt gehe ich gerne in die Schule hin, denn da kann ich was lernen und es hat seinen Sinn. Füttern, Wickeln und Tragen, das muss sein, ich kann es halt nicht allein, aber deswegen muss keiner weinen. Mama und Papa werden auch ab und zu melancholisch, doch zum Glück sagen sie, ist es nicht so chronisch. Wir fahren jedes Jahr an die Nordsee weit, da bleiben wir drei Wochen, wir sind alle fit und haben große Freud. Die Badewanne im Ferienhaus, die muss sein, ich bin halt schon groß und nicht mehr so klein. Doch Mama und Papa die kümmerten sich drum, machte es auch viel Müh, denn ohne, da kommen wir nicht drum rum, denn Baden mit Papa macht Paul und mir Spaß, hihi.
4 Die Eifersucht auf mich ist für Paul oft eine Plag, doch seine Ergotherapie hilft ihm sehr, die Mama hilft ihm auch dabei jeden Tag, er hat schon manchmal ein dickes Fell wie ein Bär. Letztes Jahr, es war 1996 Da kauften meine Eltern ein großes Auto für mich. Der Platz im Mazda war zu eng, meine Beine wuchsen in die Läng. Jetzt haben wir alle Vier ganz viel Platz, da fährt man bequem und es macht auch Spaß. Auf Papas Brust, da schlaf ich so gern, das lieben wir beide sehr, dann bleibt uns die Mama fern. Fastnachtsumzüge, die mag ich auch, mit Pauken und Trompeten geht der Umzug die Straßen rauf. Wir stehen dabei, Mama, Paul und ich, wir drei Und grüßen alle kräftig mit Ahoi und Helai! Papa liebt die Fastnacht nicht so arg, da gehen wir halt ohne ihn hin, das macht uns keine Plag. Spazieren im Wald, das lieb ich sehr, das Rauschen der Bäume, es hört sich fast an wie das Meer. Das Vogelgezwitscher gehört auch noch dazu, da muss ich immer lachen, höre genau hin. Dann hörst es auch Du! Musik, die höre ich gern, zum Schlafen oder Hampeln, ob Rolf Zuckowski oder Gospel und tu auch gerne Strampeln. Ich könnte noch unendlich aufzählen was ich gerne mag, doch würde es ja kein Ende nehmen, was ich hätte noch alles zu sag.
5 Das Blindsein ist für mich gar nicht so schlimm, ich bin s ja gewöhnt, denn Mama und Papa sagen mir ja alles ans Ohr hin. Dass ich körperbehindert bin ist schon eine Belastung schwer, doch sehen wir alle positiv hin, immer mehr, dass ich einglückliches und zufriedenes Kind bin. Ich liebe meine Eltern, sie tun für mich viel, ich möchte sie nicht missen, da ich ohne sie in einen Abgrund fiel. Ihr seht, man kann viel machen aus seinem Leben, wichtig sind Eltern, die Liebe geben. Der Zusammenhalt, der muss einfach sein, sonst wäre man ja ganz allein. Ich kann auch viele Dinge tun, die andere oft nicht verstehen können, was sagt Ihr nun? Ich kann Fühlen, Hören, Riechen, bemerke die besonderen Atmosphären in den verschiedenen Gebieten, kenne meine Leute gut und dies Alles macht doch Mut. Ich schließe nun meine Geschichte hier ab, wir schreiben das Jahr 1998 und ich werde dieses Jahr acht! Ein Bericht von Eva Reber
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