Axsos Verriegelungsplattensystem

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1 Traumatologie Axsos Verriegelungsplattensystem Operationstechnik Distale anterolaterale Tibia Distale mediale Tibia

2 Einleitung Das AxSOS Verriegelungsplattensystem wurde entwickelt, um perioder intraartikuläre Frakturen des proximalen Humerus, des distalen Femur und der proximalen sowie distalen Tibia zu versorgen. In das Design dieses Systems sind die klinischen Erfahrungen eines internationalen Gremiums renommierter Chirurgen, Daten aus der Literaturauswertung und aus praktischen und biomechanischen Tests eingeflossen. Mit seiner anatomischen Form, der fest vorgegebenen Schraubenausrichtung und seiner hochwertigen Oberflächenbeschaffenheit berücksichtigt das System die Anforderungen der Krankenhausärzte hinsichtlich guter Fixation, hoher Ermüdungsfestigkeit und minimaler Weichteilschädigung. Diese anschauliche Schritt für Schritt Anleitung zeigt die Operationstechnik für die Implantation einer Platte für die distale mediale und distale anterolaterale Tibia auf. distale anterolaterale Tibiaplatte distale mediale Tibiaplatte proximale laterale Tibiaplatte proximale Humerusplatte distale laterale Femurplatte

3 Eigenschaften und Vorteile System Die anterolaterale und die mediale Tibiaplatte ist mit Schraubenlöchern ausgestattet, welche die optimalen Eindrehwinkel vorgeben und somit für verbesserte biomechanische Stabilität sorgen. Sie unterstützen auch bei der Aufrechterhaltung der Reposition. Taillierte Plattenform gleichmäßige Gewichtsübertragung Innovatives Verriegelungsschraubendesign die Schraube wird geführt durch die Platte eingebracht vermindertes Risiko des Gewindefressens und der Materialverschmelzung Instrumente einfache Bedienung, Instrumentarium mit wenigen Komponenten Instrumentarium auf neustem Stand erlaubt MIPO Technik (minimalinvasive Plattenosteosynthese) Konisches abgerundetes Plattenende die Platte lässt sich leichter unter den Muskeln hindurchschieben Anwendungsbereich längere Platten sind zur Versorgung vielfältigster Frakturen geeignet Löcher im Schaftbereich für Standard- oder Verriegelungsschrauben bidirektionale Löcher im Schaftbereich Kompression, neutrale oder abstützende Fixation nehmen 3,5/4,0 mm SPS Standardschrauben auf können mit einem Verriegelungseinsatz für achsenstabile Schrauben versehen werden Anatomisch geformte Kontur kein oder nur geringfügiges Biegen erforderlich verkürzte OP-Dauer K Draht/Reposition/Nahtlöcher primäre/temporäre Platten- und Frakturfixation Kick-Stand Schraube auf das mediolaterale Fragment gerichtet, um eine stabile Dreiecksfixation zu erzielen Monoaxiale Schraubenlöcher (3) ermöglichen eine achsenstabile Platzierung der Schrauben und sorgen somit für ein stabiles Konstrukt Freie Löcher ohne Gewinde zur Einbringung von Schrauben in Freihandtechnik Möglichkeit zur Platzierung von Zugschrauben Monoaxiale Schraubenlöcher (4) ermöglichen eine achsenstabile Platzierung der Schrauben und sorgen somit für ein stabiles Konstrukt Zielblock erleichtert die Platzierung der Bohrhülse 3

4 Relative Indikationen und Kontraindikationen Relative Indikationen Die Indikationen für dieses System zur internen Fixation umfassen metaphysäre extra- und intraartikuläre Frakturen der distalen Tibia. Relative Kontraindikationen Bei der Wahl des am besten geeigneten Implantats und Behandlungsansatzes muss auf die Ausbildung, die Routine und das professionelle Urteilsvermögen des Operateurs vertraut werden. Die folgenden relativ oder absolut vorliegenden Kontraindikationen müssen vom behandelnden Chirurgen sorgfältig abgewägt werden: jede floride oder vermutete latente Infektion, jede ausgeprägte lokale Entzündung an oder in der Nähe der Operationsstelle Durchblutungsstörungen, durch die eine ausreichende Blutzufuhr zur Fraktur- oder Operationsstelle nicht gewährleistet wäre durch Krankheit, Infektion oder eine frühere Implantation minderwertig gewordene Knochensubstanz, die dem osteosynthetischen Material keine ausreichende Abstützung und/ oder Fixierung bietet nachgewiesene oder vermutete Materialüberempfindlichkeit Adipositas: ein übergewichtiger oder adipöser Patient kann das Implantat derart belasten, dass die Fixierung des Implantats oder das Implantat selbst versagt Patienten mit ungenügender Gewebsabdeckung der Operationsstelle Fälle, in denen das Implantat mit anatomischen Strukturen oder physiologischen Funktionen in Konflikt geraten würde jede Geistesstörung oder neuromuskuläre Erkrankung, die in der postoperativen Phase das Risiko eines Fixierungsverlusts oder anderer Komplikationen unannehmbar erhöhen könnten andere medizinische oder chirurgische Krankheitsbilder, die den potenziellen Nutzen der Operation ausschließen würden Detaillierte Informationen sind der Gebrauchsanleitung, die jedem Implantat beiliegt, zu entnehmen. Eine komplette Liste der potenziellen unerwünschten Wirkungen ist ebenfalls in der Packungsbeilage enthalten. Der Chirurg sollte alle möglichen Risiken und auch die begrenzte Lebensdauer des Implantats mit dem Patienten besprechen. Achtung: Knochenschrauben sind nicht zur Befestigung oder Fixierung an dorsalen Elementen der Hals-, Brust- oder Lendenwirbelsäule (Pedikel, Pediculus arcus) vorgesehen. 4

5 Operationstechnik Allgemeine Richtlinien Lagerung des Patienten: Chirurgischer Zugang lateral: Chirurgischer Zugang medial: Instrument/Schraubensatz: Rückenlage zwischen lateraler Tibia und Fibula distal schräg 1 cm proximal vom medialen Malleolus 4,0 mm Reposition Die anatomische Reposition der Fraktur kann entweder durch Sichtkontrolle mit Hilfe von perkutanen Klammern erfolgen, oder alternativ kann ein überbrückender externer Fixateur angebracht werden, um die indirekte Reposition zu unterstützen. Die Frakturreposition der Gelenkfläche ist direkt oder mit dem Bildwandler zu kontrollieren. Zur temporären Sicherung der Reposition können Sie falls erforderlich auch K-Drähte einsetzen. In der Regel unterstützen parallel zur Gelenkachse eingebrachte K-Drähte nicht nur die Reposition, sondern sie helfen auch bei der Darstellung und der Erkennung des Gelenks. Es ist dabei darauf zu achten, dass die K Drähte die erforderlichen Platten- und Schraubenpositionen nicht behindern. Biegen In den meisten Fällen wird die vorgeformte Platte passen, ohne noch gebogen werden zu müssen. Sollte das Biegen der Platte jedoch erforderlich sein (üblicherweise an der Verbindung zwischen metaphysärem und Schaftbereich), verwenden Sie dazu bitte die Biegeeisen (Kat.-Nr ). Das Biegen der Platte im Bereich der metaphysären Verriegelungslöcher würde den korrekten Eindrehwinkel der Schrauben in die Platte beeinträchtigen und ist deshalb nicht zulässig. Beschränken Sie sich beim Konturieren der Platte in der Schaftregion auf die Bereiche zwischen den Löchern. Durch das Konturieren ist es nicht mehr möglich, die unmittelbar neben der Biegestelle gelegenen Löcher mit Verriegelungselementen auszustatten. Falls vor der Anbringung der Platte unabhängige Zugschrauben eingebracht wurden, ist zu beachten, dass diese weder die vorgesehene Plattenposition noch den Verriegelungsschraubenverlauf behindern. Falls größere Knochenschäden vorliegen, sollten diese mit Transplantaten oder Knochenersatzmaterial gefüllt werden. Hinweis Bei Anwendung der submuskulären Technik beachten Sie bitte den entsprechenden Abschnitt weiter hinten in dieser Operationsanleitung.

6 Operationstechnik Allgemeine Richtlinien Feststellung der korrekten Schraubenlänge Wie in den nachstehenden Abbildungen gezeigt, gibt es vier verschiedene Möglichkeiten, um die richtige Schraubenlänge zu ermitteln. Messoptionen Längenmessung am K Draht Skalenablesung konventionelle Direktablesung Längenmessung am Bohrer

7 Operative Technique Schritt 1 Präoperative Planung Bei der Auswahl eines Implantats der erforderlichen Größe kann Ihnen die Röntgenschablone (Kat.-Nr für lateral oder für medial) oder die Plattenschablone (Kat.-Nr für lateral oder für medial) in Verbindung mit dem Bildwandler helfen (Abb. 1). Wenn die Plattenschablone mehr als 90 mm vom Knochen entfernt ist, wie es z. B. bei adipösen Patienten der Fall sein kann, tritt ein Vergrößerungsfaktor von % auf, der bei der Auswahl berücksichtigt werden muss. Vergewissern Sie sich intraoperativ von der korrekten Implantatauswahl. Wenn Sie Verriegelungsschrauben in den Plattenschaft einbringen möchten, müssen Sie die entsprechenden Verriegelungselemente präoperativ in die Platte einsetzen. gewählte Loch im Schaftbereich der Platte eingesetzt (Abb. 2). Vergewissern Sie sich vom korrekten Sitz des Verriegelungselements und ziehen Sie dann das Montageinstrument ab (Abb. 2a). Bringen Sie die Verriegelungselemente nicht mit der Bohrhülse ein. Falls Sie einen temporären Plattenfixateur zur vorläufigen proximalen Plattenfixation verwenden möchten, beachten Sie bitte, dass das für den temporären Plattenfixateur vorgesehene Loch nicht mit einem Verriegelungselement bestückt werden darf (siehe Schritt 5). Abb. 1 Ein 4,0 mm Verriegelungselement (Kat.-Nr ) wird auf das zugehörige Montageinstrument (Kat.-Nr ) gesteckt und damit in das Abb. 2 Abb. 2a Schritt 2 Montage von Zielblock und Zielblockhalterung Schrauben Sie den passenden Zielblock (Kat.-Nr oder für lateral bzw oder für medial) mit dem T15 Schraubendreher (Kat.-Nr ) auf die Platte. Wenn gewünscht, können Sie jetzt die Zielblockhalterung (Kat.-Nr ) auf den Zielblock montieren, um die Positionierung der Platte und das Hindurchschieben einer längeren Platte unter dem Muskel zu erleichtern (Abb. 3). Abb. 3

8 Operationstechnik Schritt 3 Anbringung der Platte Nachdem Sie einen Hautschnitt gemacht und die anatomische Reposition erzielt haben, bewegen Sie und legen Sie die Platte so an, dass sie in optimaler Position bezogen auf das Gelenk liegt (ca. 5 mm anterior zur Gelenkfläche liegt). Dadurch ist gewährleistet, dass die äußerst distal gelegenen Verriegelungsschrauben direkt die Gelenkfläche unterstützen (Abb. 4a und 4b). Abb. 4a mediale Ansicht Abb. 4b laterale Ansicht Schritt 4 Primäre Plattenfixation distal Die Plattenlöcher für K-Drähte ermöglichen eine temporäre Plattenfixation in der Metaphyse und im Schaftbereich. Mit Hilfe der K Draht Hülse (Kat.-Nr ) in Verbindung mit der Bohrhülse (Kat.-Nr ) kann nun ein 2,0 x 230 mm K Draht in eines der distalen Verriegelungsschraubenlöcher eingebracht werden (Abb. 5). Mit diesem Schritt zeigen Sie die Schraubenposition in Bezug auf die Gelenkfläche an und stellen sicher, dass die Schraube nicht intraartikulär zu liegen kommt. Bringen Sie den K Draht unter Bildwandlerkontrolle in die optimale Position, und richten Sie auch die Platte korrekt aus. An dieser Stelle sollten Sie sich auch von der korrekten proximalen Plattenposition überzeugen. Der Plattenschaft soll entlang der lateralen bzw. medialen Oberfläche des Tibiaschafts ausgerichtet sein (Abb. 6). Sichern Sie diese Plattenposition, indem Sie einen K Draht in das oberhalb des Kick-Stand Schraubenlochs gelegene Loch einbringen. Wenn sich die distale und axiale Ausrichtung der Platte nicht präzise erzielen lässt, sollten Sie die K-Drähte wieder entfernen, die Platte dann erst ausrichten, bevor Sie die obigen Schritte wiederholen und sich schließlich sowohl der distale K Draht als auch die Platte in der korrekten Position befinden. Abb. 5 Entfernen Sie die Bohrhülse und die K Draht Hülse noch nicht, denn dadurch würde die Platte ihre Lage verändern. Ziehen Sie die Zielblockhalterung ab, indem Sie den Metallknopf am Ende der Halterung drücken. Zusätzliche K-Drähte können in die distal der Verriegelungslöcher gelegenen K Draht Löcher eingebracht werden, um die Platte noch besser am Knochen zu sichern und geschwächte Bereiche der Gelenkfläche abzustützen. Abb. 7 Abb. 6 Bohren Sie mit einem 2,5 mm Bohrer (Kat.-Nr mm oder Kat.- Nr mm) mit Hilfe der Doppelbohrlehre (Kat.-Nr ) ein Loch der gewünschten Tiefe zentral in dem Schaftloch, welches der proximalsten Frakturlinie oberhalb am nächsten gelegen ist. Die Längenmessung erfolgt mit dem Längenmesser für Standardschrauben (Kat.-Nr ). Dann wird eine entsprechende selbstschneidende 3,5 mm Kortikalisschraube oder eine 4,0 mm Spongiosaschraube mit dem Schraubendreher (Kat.-Nr ) eingedreht (Abb. 7). Wenn Sie eine Spongiosaschraube verwenden, müssen Sie die Ihnen zugewandte Kortikalis mit dem Gewindeschneider (Kat.-Nr ) in Verbindung mit dem Birnengriff (Kat. Nr ) vorbereiten. Nun können Sie alle K-Drähte aus dem Schaft entfernen.

9 Operationstechnik Schritt 5 Primäre Plattenfixation proximal (optional) Jetzt können Sie das proximale Plattenende sichern. Hierzu stehen Ihnen die vier nachfolgenden Methoden zur Auswahl: durch einen K Draht im entsprechenden Loch im proximalen Plattenschaft durch eine im Standardverfahren eingebrachte 3,5 mm Kortikalisoder 4,0 mm Spongiosaschraube durch eine 4,0 mm Verriegelungsschraube in Verbindung mit einem Verriegelungselement (siehe Schritt 7 Schaftverriegelung) durch den temporären Plattenfixateur (Kat.-Nr ) Letzterer sorgt nicht nur für temporäre Fixation, sondern er drückt die Platte auch an den Knochen heran. Außerdem ist er mit einer selbstbohrenden, selbstschneidenden Spitze ausgestattet und dringt schnell in die Kortikalis ein. Abb. 8 Um eine Nekrose durch Wärmeentwicklung beim Bohren zu verhindern, empfehlen wir, den Plattenfixateur manuell einzudrehen. Wenn der Plattenfixateur die Gegenkortikalis durchdrungen hat, wird die mit einem Gewinde versehene äußere Hülse im Uhrzeigersinn so lange gedreht, bis die Platte Kontakt zum Knochen hat (Abb. 8). Der Kerndurchmesser dieses Instruments beträgt 2,4 mm und ermöglicht, dass anschließend eine 3,5 mm Kortikalisschraube durch das gleiche Schaftloch eingebracht werden kann. Hinweis: In dem mit dem Plattenfixateur besetzten Loch dürfen Sie kein Verriegelungselement mit Verriegelungsschraube verwenden. Schritt 6 Metaphysäre Verriegelung Verriegelungsschrauben haben nicht die gleiche Wirkung wie Zugschrauben. Wenn Sie eine interfragmentäre Kompression erzielen möchten, müssen Sie dazu zunächst eine 4,0 mm Standard Spongiosaschraube oder eine 3,5 mm Standard Kortikalisschraube in eines der gewindelosen metaphysären Plattenlöcher einbringen (Abb. 9), bevor Sie jegliche Verriegelungsschrauben platzieren. Ermitteln Sie die Schraubenlänge mit dem Längenmesser für Standardschrauben (Kat.-Nr ) und bereiten Sie die Ihnen zugewandte Kortikalis mit dem Gewindeschneider (Kat.-Nr ) vor, sofern Sie eine Spongiosaschraube verwenden möchten. Bei der Positionierung dieser Schraube müssen Sie auch berücksichtigen, dass sie nicht den Schraubenverlauf der Verriegelungsschrauben behindert (Abb. 10). Abb. 9 Abb. 10 9

10 Operationstechnik Die Fixation des metaphysären Plattenabschnitts kann mit Hilfe des bereits in eines der distalen Verriegelungslöcher eingebrachten K-Drahts begonnen werden, wie in Schritt 4 beschrieben. Die Schraubenlänge kann mittels der mit K Draht bezeichneten Seite der Bohrer-/K Draht Messlehre (Kat.-Nr ) bestimmt werden (siehe Richtlinien zur Verriegelungsschrauben Längenermittlung auf Seite 6). Entfernen Sie nun den K Draht und die K Draht Hülse, nicht aber die Bohrhülse. Verwenden Sie einen 3,1 mm Bohrer (Kat.-Nr ) zur Bohrung eines zentralen Lochs für die Verriegelungsschraube (Abb. 11). Überprüfen Sie mit dem Bildwandler die korrekte Bohrertiefe und ermitteln Sie dann die Schraubenlänge. Entfernen Sie nun die Bohrhülse und bringen Sie eine 4,0 mm Verriegelungsschraube der korrekten Länge mit dem T15 Schraubendreher (Kat.-Nr ) und dem Schraubenhalter (Kat.-Nr ) ein (Abb. 12). Die Verriegelungsschrauben sollten zunächst per Hand eingedreht werden, um eine korrekte Ausrichtung sicherzustellen. Wenn das Schraubengewinde nicht sofort sauber in das Plattengewinde greift, drehen Sie die Schraube zurück und setzen sie erneut und richtig ein. Das endgültige Festziehen der Verriegelungsschrauben sollte immer manuell mit Hilfe des Drehmomentbegrenzers (Kat.-Nr ) in Verbindung mit dem T15 Schraubendreher (Kat.-Nr ) und dem T-Griff (Kat.-Nr ) erfolgen. Damit wird einerseits das Überdrehen der Schrauben verhindert und andererseits sichergestellt, dass sie mit einem Drehmoment von 4,0 Nm angezogen werden. Das Instrument klickt, wenn ein Drehmoment von 4,0 Nm erreicht ist (Abb. 13). Wenn Sie die Verriegelungsschrauben mit einem Antriebsgerät einbringen, benutzen Sie dieses unbedingt auf niedriger Stufe, um einen Schaden an der Schrauben-/Plattenverbindung zu verhindern. Das endgültige Anziehen der Schrauben nehmen Sie bitte wie oben beschrieben manuell vor. Die übrigen distalen Verriegelungsschrauben werden in gleicher Weise mit oder ohne Verwendung eines K-Drahts eingebracht. Benutzen Sie grundsätzlich die Bohrhülse (Kat.-Nr ), um den Knochen für Verriegelungsschrauben aufzubohren. Um eine maximale Stabilität zu gewährleisten, empfehlen wir, alle Verriegelungslöcher mit Verriegelungsschrauben entsprechender Längen zu besetzen. Abb. 11 Abb. 12 Abb

11 Operationstechnik Schritt 7 Schaftfixation Die Löcher im Schaftbereich der Platte sind so konstruiert, dass sie entweder 3,5 mm Standard Kortikalisschrauben oder 4,0 mm Verriegelungsschrauben zusammen mit den entsprechenden Verriegelungselementen aufnehmen können. Falls Sie den Schaft mit einer Kombination aus beiden Schraubentypen fixieren möchten, müssen Sie zuerst die Standard Kortikalisschrauben und dann erst die Verriegelungsschrauben einbringen. verriegeltes Loch 70 axiale Anwinkelung 14 Schrägwinkel Option 1 Standardschrauben 3,5 mm Standard Kortikalisschrauben können je nach Wunsch in neutraler, Kompressions- oder abstützender Position mit der jeweiligen Bohrhülse in Standardtechnik eingebracht werden. Diese Schrauben erfüllen auch die Funktion von Zugschrauben. abstützend neutral Kompression Bohrhülsenhalter Option 2 Verriegelungsschrauben Es können auch 4,0 mm Verriegelungsschrauben in die Schaftlöcher eingebracht werden, sofern diese zuvor mit Verriegelungselementen ausgestattet wurden (siehe Schritt 1). Die Bohrhülse (Kat.-Nr ) wird auf das Verriegelungselement geschraubt, um eine erste Fixierung des Verriegelungselements in der Platte zu erzielen. Zudem erleichtert sie das Einsetzen der Verriegelungsschraube. Mit dem 3,1 mm Bohrer (Kat.-Nr ) werden beide Kortikales durchbohrt (Abb. 15). Winkeln Sie den Bohrer nicht an und üben Sie keine übermäßige Kraft auf ihn aus, weil dadurch das Verriegelungselement verschoben werden könnte. Stellen Sie dann die korrekte Schraubenlänge fest. Eine Verriegelungsschraube der richtigen Größe wird dann mit dem Schraubendreher T15 (Kat.- Nr ) und dem zugehörigen Schraubenhalter (Kat.-Nr ) in Verbindung mit dem Drehmomentbegrenzer (Kat.-Nr ) und dem T-Griff (Kat.-Nr ) eingedreht. Das Verriegelungselement erreicht seine maximale Stabilität, sobald der Schraubenkopf fest darauf sitzt und mit 4,0 Nm angezogen ist. Wiederholen Sie diesen Vorgang für alle Verriegelungslöcher, die Sie zur Schaftfixation gewählt haben. Alle provisorischen Plattenfixationshilfen (K-Drähte, temporärer Plattenfixateur, etc.) können nun entfernt werden. Abb

12 Operationstechnik Entfernung des Verriegelungselements Sollte aus irgendeinem Grund die Entfernung eines Verriegelungselements erforderlich werden, können Sie dieses folgendermaßen tun: Drehen Sie die Mittelachse (A) des Demontageinstruments (Kat.-Nr ) in das Verriegelungselement, das Sie entfernen möchten, bis zum Anschlag ein (Abb. 16). Abb. 16 B A Dann drehen Sie die äußere Manschette (B) im Uhrzeigersinn, bis das Instrument das Verriegelungselement aus der Platte zieht (Abb. 16a). Das entfernte Verriegelungselement darf nicht mehr verwendet und muss entsorgt werden. Abb. 16a Schritt 8 Einbringung der Kick-Stand Schraube Die schräge Kick-Stand Verriegelungsschraube sorgt für eine starke Dreiecksfixation der sich gegenüber liegenden Fragmente. Wir empfehlen, diese Schraube unter Bildwandlerkontrolle einzubringen, um das Eindringen in das Gelenk und das Zusammentreffen mit den distalen Schrauben zu verhindern (Abb. 17), siehe Richtlinien zur Schraubeneinbringung in Schritt 6. Dann entfernen Sie den Zielblock. Abb

13 Operationstechnik Submuskuläre Platteneinbringung Die Einbringung längerer Platten ist auch minimal-invasiv möglich. Sie können den Gewebeanheber (Kat. Nr ) verwenden, um dem Implantat eine leichtere Passage zu ermöglichen (Abb. 18). Die Plattenspitze ist abgerundet und verjüngend geformt, damit sie sich einfach unter den Weichteilen hindurch schieben lässt (Abb. 19). Verwenden Sie die Platten-/Lochschablone, um die Löcher im Plattenschaft zu finden. Bringen Sie die Schablone (Kat.-Nr für lateral bzw. Kat.-Nr für medial) richtig herum an, indem Sie sie über die Zielblockhalterung führen, bis sie in einer der Rillen in angemessenem Abstand zur Haut einrastet. Der Schlitz bzw. die Lochmarkierungen auf der Schablone dienen der Auffindung der entsprechenden Löcher in der Platte. Mit einer kleinen Stichinzision durch den Schlitz können Sie das gewählte Loch für die Schraubenplatzierung lokalisieren (Abb. 20). Dann können Sie die Schablone entweder aus dem Weg drehen oder ganz entfernen. Verwenden Sie entweder die Standard perkutane Bohrhülse (Kat.-Nr ) oder die neutrale perkutane Bohrhülse (Kat.-Nr ) in Verbindung mit dem Bohrhülsenhalter (Kat.-Nr ) zur Unterstützung des Bohrvorgangs für Standardschrauben mit dem 2,5 mm Bohrer (Kat.-Nr ). Abb. 18 Abb. 19 Abb. 20 Mit Hilfe des Gewebespreizers (Kat Nr ) kann die Haut zu einem kleinen Fenster geöffnet werden (Abb. 21 und 22), durch das entweder eine Standardschraube oder eine Verriegelungsschraube (vorausgesetzt, das Plattenloch ist mit einem Verriegelungselement besetzt) eingebracht werden können. Zur Einbringung einer Verriegelungsschraube verwenden Sie die Bohrhülse mit Gewinde (Kat.-Nr ) zusammen mit dem 3,1 mm Bohrer (Kat.-Nr ), um ein zentrales Loch zu bohren. Abb. 21 Abb

14 Operationstechnik Die endgültigen Platten- und Schraubenpositionen sind in den Abbildungen 23 bis 28 gezeigt. Abb. 23 Abb. 24 Abb. 25 Abb. 26 Abb. 27 Abb

15 Bestellinformation Implantate Distale anterolaterale Tibia Verriegelungsschrauben Ø 4,0 mm Standardschrauben Ø 3,5 und 4,0 mm Edelstahl Platten- Schaft- Verriegelungs- Kat.-Nr. länge löcher löcher links rechts mm Distale mediale Tibia Verriegelungsschrauben Ø 4,0 mm Standardschrauben Ø 3,5 und 4,0 mm Edelstahl Platten- Schaft- Verriegelungs- Kat.-Nr. länge löcher löcher links rechts mm ,0 mm Verriegelungselement Edelstahl Kat.-Nr. System mm ,0 Hinweis: Zur Bestellung steriler Implantate hängen Sie ein S hinten an die Katalognummer. 15

16 Bestellinformation Implantate 4,0 mm Verriegelungsschraube, selbstschneidend, T15 Kopf Edelstahl Kat.-Nr. Länge mm ,0 mm Spongiosaschraube, Teilgewinde 2,5 mm Sechskant Kopf Edelstahl Kat.-Nr. Länge mm ,5 mm Kortikalisschraube, selbstschneidend 2,5 mm Sechskant Kopf 4,0 mm Spongiosaschraube, Vollgewinde 2,5 mm Sechskant Kopf Edelstahl Kat.-Nr. Länge mm Edelstahl Kat.-Nr. Länge mm Hinweis: Zur Bestellung steriler Implantate hängen Sie ein S hinten an die Katalognummer. 16

17 Bestellinformation 4,0 mm Instrumente Kat.-Nr. Beschreibung 4,0 mm Verriegelungsinstrumente Bohrer Ø 3,1 mm x 204 mm Gewindeschneider Ø 4,0 mm x 140 mm Schraubendreher T15, Länge 200 mm Schraubendreher T15, Länge 115 mm Schraubenhalter K Draht Hülse Bohrhülse Längenmesser für Verriegelungsschrauben zur Direktablesung Drehmomentbegrenzer T15/4,0 mm Montageinstrument für Verriegelungselement T-Griff, klein, mit AO Anschluss K Draht Ø 2,0 mm x 230 mm Demontageinstrument für Verriegelungselement Zielblockhalterung Bohrer-/K Draht Messlehre temporärer Plattenfixateur Ersatzschaft für temporären Plattenfixateur Gewebespreizer Trokar (für Gewebespreizer) Gewebeanheber Biegeeisen (2 x) 17

18 Bestellinformation 4,0 mm Instrumente Kat.-Nr. Beschreibung 4,0 mm Verriegelungsinstrumente Zielblock, distale anterolaterale Tibia, links Zielblock, distale anterolaterale Tibia, rechts Zielblock, distale mediale Tibia, links Zielblock, distale mediale Tibia, rechts Ersatzfeststellschraube für den Tibia Zielblock Platten-/Lochschablone distale anterolaterale Tibia Platten-/Lochschablone distale mediale Tibia SPS Standard Instrumente Bohrer Ø 2,5 mm x 125 mm, AO Anschluss Bohrer Ø 2,5 mm x 230 mm, AO Anschluss Bohrer Ø 3,5 mm x 180 mm, AO Anschluss Gewindeschneider Ø 3,5 mm x 180 mm, AO Anschluss Gewindeschneider Ø 4,0 mm x 180 mm, AO Anschluss Doppelbohrlehre Ø 2,5/Ø 3,5 mm Bohrhülsenhalter Bohrhülse Ø 2,5 mm neutral Bohrhülse Ø 2,5 mm Kompression Bohrhülse Ø 2,5 mm abstützend perkutane Bohrhülse Ø 2,5 mm perkutane Bohrhülse Ø 2,5 mm neutral Längenmesser mm für Ø 3,5/4,0 mm Schrauben, Titan Schraubendreher Sechskant 2,5 mm für Standardschrauben, L 200 mm massiver Schraubendreher Sechskant 2,5 mm für Standardschrauben, L 115 mm Schraubenhalter für Schraubendreher, Ø 3,5/4,0 mm Schrauben Birnengriff, klein, AO Anschluss Schraubenhaltepinzette K Draht Ø 2,0 mm x 150 mm Andere Instrumente Drehmomenttester mit Adaptern Röntgenschablone, distale anterolaterale Tibia Röntgenschablone, distale mediale Tibia Instrumentenboxen und Trays Metallcontainer Instrumente Deckel Instrumente Instrumententray 1 (oben) Instrumententray 2 (Mitte) Instrumententray 3 (unten) Schraubengestell Metallcontainer Schraubengestell Metalldeckel Schraubengestell Metallcontainer Implantate Implantat-Tray, distale anterolaterale Tibia Implantat-Tray, distale mediale Tibia Deckel für Metallcontainer, distale anterolaterale Tibia Deckel für Metallcontainer, distale mediale Tibia Aufbewahrungsbox für Verriegelungselemente 4,0 mm 18

19 Notizen 19

20 Endoprothetik Traumatologie Spine Micro Implants Orthobiologics Instruments Schmerztherapie Navigation Endoskopie i-suite OP Imaging Betten Notfallausrüstung Deutschland: Stryker GmbH & Co. KG Dr.-Homer-Stryker-Platz Duisburg t: f: Stryker Corporation Alle Rechte vorbehalten. Das Stryker Logo ist ein eingetragenes Warenzeichen. Stryker behält sich das Recht vor, alle oder einen Teil seiner Produkte zu modifizieren, um höchstmögliche Qualität zu gewährleisten. Gedruckt in Deutschland. Österreich: Stryker GmbH Millennium Tower Handelskai Wien t: f: Schweiz: Stryker Osteonics SA Swiss Sales & Distribution Ch. des Aulx Plan-les-Ouates/Geneva t: f: TR-AxSOS-dist.Tib.-OT-001 Stand Juni 2006

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