Natur Mensch Gesellschaft

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1 Ausbildung Kindergarten/Unterstufe KU Natur Mensch Gesellschaft Fachkonzept für Lehrerinnen- und Lehrerbildung weitersehen.

2 Natur Mensch Gesellschaft (NMG) «Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt? Weltoffenheit und das in der Primarschule von Kandersteg.» Adolf Ogi, ehemaliger Bundesrat (NZZexecutive 10./ , Nr. 23) Ein spannendes und anspruchsvolles Fach Wem gehört der Garten? Was, wenn es keine Uhren gäbe? Warum feiern nicht alle Kinder Weihnachten? Gehören Wölfe in unsere Wälder? Warum streiten wir? Warum kleiden sich Menschen? Produzieren, konsumieren und dann wegwerfen? Die Besonderheit aber auch das Faszinierende des Fachs «Natur Mensch Gesellschaft» (bzw. der zwei Fächer «Mensch und Umwelt» und «Ethik und Religionen») liegt in der Vielfalt seiner Fragestellungen und inhaltlichen Aspekte: So fliessen u. a. historische, geografische, soziale, ethische, religiöse, biologische, physikalische, technische und wirt schaftliche Wissensbestände in die Beantwortung obenstehender Fragen ein. Durch diese Vielfalt wird «Natur Mensch Gesellschaft» zu einem ausserordentlich spannenden und abwechslungsreichen Fach. 2

3 Welterschliessung als Aufgabe Die Beschäftigung mit Themen des Fachs «Natur Mensch Gesellschaft» verfolgt die anspruchsvolle Aufgabe, Schülerinnen und Schüler im Erschliessen und Verstehen ihrer natürlichen, kulturellen, sozialen, religiösen und technischen Umwelt sachgerecht und bildungsrelevant zu unterstützen und zu fördern. Im Unterricht «Natur Mensch Gesellschaft» sollen Schülerinnen und Schüler (vgl. GDSU, 2013) 3 Interesse an der Umwelt entwickeln und bewahren, 3 Phänomene und Zusammenhänge der Lebenswelt wahrnehmen und verstehen, 3 anknüpfend an vorschulische Lernvoraussetzungen und Erfahrungen belastbare Grundlagen für weiterführendes Lernen aufbauen, 3 selbstständig, methodisch und reflektiert zu neuen Erkenntnissen gelangen, 3 in der Auseinandersetzung mit sich selbst, den anderen und den Sachen ihre Persönlichkeit weiter entwickeln, 3 Verschiedenheit und Vielfalt wahrnehmen und verstehen, 3 über bedeutsame ethische und philosophische Fragen nachdenken und sich austauschen. Eine doppelte Ausrichtung Der Unterricht in «Natur Mensch Gesellschaft» besitzt dabei eine doppelte Ausrichtung: Einerseits muss er an die Lernvoraussetzungen, Kompetenzen, Fragen, Interessen und Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler anknüpfen und andererseits anschlussfähig sein an das in Fachwissenschaften erarbeitete inhaltliche und methodische Wissen. Dies erfolgt im konkreten Unterricht auf der Grundlage eines Lernverständnisses, das Lernen als einen aktiven Prozess der Entwicklung und Differenzierung des Vorverständnisses der Schülerinnen und Schüler in Richtung belastbares Wissen und Können versteht. Lehrerinnen und Lehrer begleiten und unterstützen dabei den individuellen Kompetenzaufbau der Lernenden durch formative Rückmeldungen und durch Gestalten von Lernarrangements, die verstehendes, forschendes, problem- und handlungsorientiertes Lernen ermöglichen. Auf diese Weise unterstützt das Fach «Natur Mensch Gesellschaft» Schülerinnen und Schüler, sich in ihrer Umwelt zu orientieren, sie mit zu gestalten und verantwortungsvoll zu handeln. 3

4 Kompetenzen und Kompetenzaufbau Guter Unterricht im Fach «Natur Mensch Gesellschaft» als Ziel Um dem Bildungsanspruch und der doppelten Ausrichtung des Fachs gerecht zu werden, müssen Lehrende im Fachbereich NMG im Laufe ihres Studiums an der PH Luzern spezifische Kompetenzen erwerben. So müssen die Studierenden am Ende ihrer Ausbildung in der Lage sein, 3 einen inhaltlich und methodisch anspruchsvollen und bildungsrelevanten Unterricht für vier- bis achtjährige Kinder in «Natur Mensch Gesellschaft» vorzubereiten, durchzuführen und zu analysieren, 3 von den Erfahrungen, den Fragen und der Lebenswelt der Kinder als Grundlage für weiterführendes Lernen auszugehen, 3 das Bildungspotenzial der fachlichen Perspektiven von «Natur Mensch Gesellschaft» fachdidaktisch im Unterricht umsetzen zu können, 3 altersadäquate Fragestellungen zu formulieren und die dazugehörigen Wissensbestände für die sowohl perspektivenbezogene als auch mehrperspektivische Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit sich und ihrer Umwelt anzubieten, 3 altersadäquate perspektivenbezogene und perspektivenübergreifende Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen des Fachbereichs einzuführen und aufzubauen, 3 vielfältige anregende Lernräume und Lernsituationen für die thematische Auseinandersetzung zu kennen und nutzen zu können, 3 Strategien zur Lernunterstützung fachlich adäquat einzusetzen. Kompetenzaufbau in drei NMG-Modulen Modul 1 In den drei Teilmodulen von Modul 1 «Grundlagen Natur Mensch Gesellschaft» geht es darum, a) zentrale Annahmen, Grundbegriffe sowie spezifische Denk- und Arbeitsweisen zweier fachlicher Perspektiven des Fachbereichs (Ethik/Religionen und eine weitere) zu erarbeiten und deren Bildungspotenzial für den NMG- Unterricht festzustellen und b) relevante Wissensbestände fachlicher Perspektiven mittels einer übergeordneten Fragestellung zu einem komplexen und bildungsrelevanten Unterrichtsthema zu ermitteln und sinnvoll vernetzen zu können. 4

5 Modul 2 Im Modul «Mehrperspektivische Fragestellungen Natur Mensch Gesellschaft» steht die Planung, Durchführung und Evaluation von Unterricht im Fach NMG im Zentrum. Studierende lernen eine längere Unterrichtseinheit schülerinnenund schülerorientiert zu planen. Es werden grundlegende didaktische Prinzipien des Fachbereichs sowie fachbereichsspezifische inhaltliche und methodische Planungsaspekte vermittelt. Die einzelnen Teilmodule befassen sich exempla - risch mit perspektivenbezogenen und mehrperspektivischen Themen und dem entsprechenden Kompetenzaufbau. Dabei werden beispielhaft kompetenzorientierte, differenzierende und lernfördernde Lernsituationen konzipiert, konstruiert und evaluiert. Modul 3 «Philosophieren mit Kindern und Interreligiöses Lernen» zeigt im ersten Teilmodul didaktische Prinzipien und Methoden zum Philosophieren mit Kindern auf, fragt nach menschlichen Grunderfahrungen und der Gestaltung des Zusammenlebens. Im zweiten Teilmodul steht die Begegnung mit Religionen und verschiedenen Weltsichten im Zentrum. Literatur: GDSU, Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (Hrsg.). (2013). Perspektivrahmen Sachunterricht. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. 5

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7 Übersicht Haupt- und Teilmodule NMG Ausbildungsinhalte «Natur Mensch Gesellschaft» im Studiengang Kindergarten/Unterstufe Semester 2. Semester Semester 4. Semester Semester 6. Semester Hauptmodul 1: Grundlagen «Natur Mensch Gesellschaft» Teilmodul 1: Fachliche Perspektiven NMG 3 Grundverständnis; zentrale Annahmen; Themenbereiche; spezifische Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen; Bildungspotenzial einer fachlichen Perspektive Teilmodul 2: Grundlagen Ethik und Religionen 3 Grundverständnis, zentrale Annahmen und didaktische Prinzipien des Fachs Ethik und Religionen; Basiswissen zu Weltreligionen; philosophische und ethische Grundbegriffe Teilmodul 3: Mehrperspektivität 3 Bildungsanspruch von «Natur Mensch Gesellschaft»; NMG als Fach zwischen Lebenswelt der Kinder und Fachkulturen; mehrperspektivische Unterrichtsthemen und Sachanalysen Hauptmodul 2: Mehrperspektivische Fragestellungen «Natur Mensch Gesellschaft» Teilmodul 1: Unterrichtsplanung zu Räume/Zeiten/Gesellschaften 3 Kompetenzaufbau im Bereich Räume/Zeiten/Gesellschaften; bedeutsame Lernziele und Inhalte; Grobplanung einer Unterrichtseinheit; didaktische Prinzipien und Methoden Teilmodul 2: Phänomene der unbelebten Natur 3 Kompetenzaufbau im naturwissenschaftlichen Bereich; naturwissenschaftliche Konzepte der Kinder; Entwicklung von Lernumgebungen Hauptmodul 3: Philosophieren mit Kindern und Interreligiöses Lernen Teilmodul 1: Nach menschlichen Grunderfahrungen fragen und Zusammenleben gestalten 3 Philosophische und ethische Fragen in der Lebenswelt der Kinder; didaktische Prinzipien und Methoden zum Philosophieren mit Kindern Hauptmodul 2: Mehrperspektivische Fragestellungen «Natur Mensch Gesellschaft» Teilmodul 3: Phänomene der belebten Natur 3 Kompetenzaufbau im Bereich Tiere, Pflanzen, Lebensräume; Didaktik und Methodik der Naturbegegnung Hauptmodul 3: Philosophieren mit Kindern und Interreligiöses Lernen Teilmodul 2: Religionen und verschiedenen Weltsichten begegnen 3 Didaktik und Methodik des Interreligiösen Lernens; Fragestellungen, Themenfelder und Fallbeispiele Hauptmodul 2: Mehrperspektivische Fragestellungen «Natur Mensch Gesellschaft» Teilmodul 4: Gesundheit 3 Themen und Methoden im Bereich Gesundheit und Körper; Gesundheitsförderung in der Schule Bachelorabschluss «Natur Mensch Gesellschaft» 2 CP 2 CP 2 CP 2 CP 7

8 08.13/100_0046_hab_ Papier: 100 % Altpapier, C0 ² -neutral Natur Mensch Gesellschaft Claudia Röösli Stübi Fachkoordinatorin NMG [email protected] T +41 (0) PH Luzern Pädagogische Hochschule Luzern Pfistergasse 20 Postfach Luzern 7 T +41 (0) F +41 (0) [email protected]

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