Rhetorik und Argumentationstheorie.
|
|
|
- Rainer Boer
- vor 9 Jahren
- Abrufe
Transkript
1 Rhetorik und Argumentationstheorie 3 [[email protected]]
2 Teil 3 Widerlegungsstrategien I 2
3 Widerlegung von Argumenten Allgemeine Hinweise Ein Argument kann widerlegt werden indem gezeigt wird, dass (1) es ungültig ist oder (2) zumindest eine der Annahmen falsch ist. Anmerkung: Wenn gezeigt werden kann, dass die Schlussfolgerung falsch ist, dann ist nur gezeigt, dass etwas am Argument verkehrt sein muss, aber nicht notwendigerweise was. 3
4 Zurückweisung von Argumenten Allgemeine Hinweise Jedes widerlegte Argument kann zurückgewiesen werden. Argumente, die auf Annahmen beruhen, die keine oder eine unzureichende Rechtfertigung besitzen, können zurückgewiesen werden. Argumente, deren Schlussfolgerung als falsch gezeigt wurde, können zurückgewiesen werden. 4
5 Kritisches Vorgehen Allgemeine Hinweise Als Grundregel sollte man bei der Kritik eines Arguments, dieses immer so stark als möglich auslegen. 5
6 Allgemeine Hinweise Im Weiteren wird vom Inhalt der Annahmen und der Schlussfolgerung abstrahiert und lediglich die Form von Argumenten betrachtet. Wir beschränken uns also auf die Gültigkeit von Argumenten als Ansatzpunkt für Kritik. 6
7 Syllogismen Unter einem Syllogismus versteht man eine Schlussform, die aus zwei Annahmen und einer Schlussfolgerung besteht. 7
8 Syllogismen Annahmen und Schlussfolgerung eines Syllogismus sind entweder allgemein bejahend, allgemein verneinend, partikulär bejahend oder partikulär verneinend. bejahend allgemein A-Urteil Alle S sind P verneinend E-Urteil Kein S ist P partikulär I-Urteil Einige S sind P O-Urteil Einige S sind nicht P 8
9 Das logische Quadrat... gibt die logischen Beziehungen, die zwischen diesen vier Aussagetypen bestehen, wieder. 9
10 Zwei Aussagen sind... kontradiktorisch genau dann, wenn sie weder gleichzeitig wahr noch gleichzeitig falsch sein können. konträr genau dann, wenn sie nicht beide zugleich wahr, wohl aber beide zugleich falsch sein können. subkonträr genau dann, wenn nicht beide zugleich falsch, wohl aber beide zugleich wahr sein können. 10
11 Syllogismen In einem Syllogismus werden stets drei Begriffe, ein Ober-, ein Mittel- und ein Unterbegriff, verwendet. Wir werden den Oberbegriff mit P, den Mittelbegriff mit M und den Unterbegriff mit S bezeichnen. Diese Konvention erlaubt verschiedene syllogistische Schlussformen auf knappe Weise anzuschreiben. 11
12 Syllogismen Alle Quadrate sind Rechtecke. Einige Rhomben sind Quadrate. Einige Rhomben sind Rechtecke. Beispiele MaP SiM SiP Kein Säugetier atmet mit Kiemen. Einige Wassertiere sind Säugetiere. Einige Wassertiere atmen nicht mit Kiemen. MeP SiM SoP 12
13 Syllogismen Die vorgestellte Schreibweise erlaubt die Gültigkeit verschiedener syllogistischer Formen auf systematische Weise zu untersuchen. 13
14 Syllogismen In diesem Zusammenhang werden 4 Figuren unterschieden. 1. Figur 2. Figur 3. Figur 4. Figur M - P P - M M - P P - M S -M S -M M -S M -S S - P S - P S - P S - P 14
15 Syllogismen Da jeder Syllogismus aus 3 Aussagen besteht, wovon jede einem der 4 Aussagetypen (A, E, I, O) angehört, ergeben sich pro Figur 4 * 4 * 4 = 64 mögliche Kombinationen. Aus den damit insgesamt 64 * 4 = 256 möglichen Syllogismen sind lediglich 24 gültig. Diese 24 lassen sich wiederum auf 4 Syllogismen der ersten Figur reduzieren. 15
16 Syllogismen Die gültigen Syllogismen werden oft auch mit Merkwörtern versehen. Die Vokale stehen dabei für den jeweiligen Aussagentyp. Hier vier Beispiele der ersten Figur. Barbara Celarent Darii Ferio MaP MeP MaP MeP SaM SaM SiM SiM SaP SeP SiP SoP 16
17 Andere Schlussformen Für die folgenden Überlegungen seien P und Q beliebige Aussagen. Die Bezeichnungen non-p und non-q stehen für die Verneinungen der Aussagen P und Q. 17
18 Modus Ponens Wenn P, dann Q P Q Nicht zu verwechseln mit der Affirmation des Konsequens. 18
19 Affirmation des Konsequens Wenn P, dann Q Q P Dieser Schluss ist ungültig! 19
20 Induktive Vorgehensweise Wenn es ein Naturgesetz G gibt, dann wird X beobachtet. X wird beobachtet. Es gibt ein Naturgesetz G. Wissenschaftsphilosophie 20
21 Modus Tollens Wenn P, dann Q non-q non-p Nicht zu verwechseln mit der Verneinung des Antezedens. 21
22 Verneinung des Antezedens Wenn P, dann Q non-p non-q Dieser Schluss ist ungültig! 22
23 Kontraposition Wenn P, dann Q Wenn non-q, dann non-p 23
24 Fehlerhafte Kontraposition Wenn P, dann Q Wenn Q, dann P Affirmation des Konsequens Wenn P, dann Q Wenn non-p, dann non-q Verneinung des Antezedens 24
Diagramm-Darstellungen logischer Beziehungen. 1. Die vier logischen Urteilsformen lassen sich durch sog. EULER-Diagramme darstellen A A B
Diagramm-Darstellungen logischer Beziehungen 1. Die vier logischen Urteilsformen lassen sich durch sog. EULER-Diagramme darstellen A B B A Alle A sind alle B Alle A sind B (a-urteil) Einige A sind B /
Argumentationstheorie 9. Sitzung
Terminplan Argumentationstheorie 9. Sitzung Oktober 12.10.04 19.10.04 November 02.11.04 09.11.04 Dezember 07.12.04 14.12.04 Januar 04.01.05 11.01.05 ebruar 01.02.05 Test 3 Prof. Dr. Ansgar Beckermann intersemester
Argumentationstheorie 10. Sitzung
Argumentationstheorie 10. Sitzung sind Schlüsse wie Alle Säugetiere sind Tiere. Alle Hunde sind Säugetiere. Alle Hunde sind Tiere. Prof. Dr. Ansgar Beckermann Wintersemester 2004/5 Alle S sind M Alle S
Formale Logik. PD Dr. Markus Junker Abteilung für Mathematische Logik Universität Freiburg. Wintersemester 16/17 Sitzung vom 21.
Formale Logik PD Dr. Markus Junker Abteilung für Mathematische Logik Universität Freiburg Wintersemester 16/17 Sitzung vom 21. Dezember 2016 Süddeutsche Zeitung, 8. Januar 2010 Prädikate L = lang sein
Die neue Prädikatenlogik P2
Joachim Stiller Die neue Prädikatenlogik P2 Versuch einer Begründung Alle Rechte vorbehalten Die neue Prädikatenlogik P2 In diesem Aufsatz möchte ich einmal versuchen, meine neue Prädikatenlogik P2 zu
Traditionelle Logik. Dr. Uwe Scheffler. Januar [Technische Universität Dresden]
Traditionelle Logik Dr. Uwe cheffler [Technische Universität Dresden] Januar 2011 Wer und Wann Aristoteles, 4. Jh. v.chr. chüler latons Lehrer von Alexander dem Großen Organon Von den Kategorien (Categoriae)
Aristoteles logische Werke: Das Organon ( Werkzeug, erste Silbe betont!)
1 2 Behauptung: Die erste Logik in Europa ist eine Erfindung des griechischen Philosophen Aristoteles (384-323 v. Chr.). Literaturtips: Ernst Tugendhat / Ursula Wolf, Logisch-semantische Propädeutik, Stuttgart
Klausurvorbereitung zum Seminar Formale Logik im Sommersemester 2005
Klausurvorbereitung zum Seminar Formale Logik im Sommersemester 2005 Philipps-Universität Marburg, Fachbereich 03. Dozent: Willem Warnecke. Zusammenfassung Beispiele Merkblatt I und Formelsammlung (jeweils
Argumentationstheorie 8. Sitzung
edeutung logischer usdrücke Die edeutung logischer usdrücke rgumentationstheorie 8. Sitzung Prof. Dr. nsgar eckermann intersemester 2004/5 Logische usdrücke wie und, oder, nicht, alle, kein und etwas bezeichnen
Rhetorik und Argumentationstheorie.
Rhetorik und Argumentationstheorie 2 [[email protected]] Teil 2 Was ist ein Beweis? 2 Wichtige Grundlagen Tautologie nennt man eine zusammengesetzte Aussage, die wahr ist, unabhängig vom
Dallmann, H. & Elster, K.H. (1991). Einführung in die höhere Mathematik, Band I. Jena: Fischer. (Kapitel 1, pp )
Logik Literatur: Dallmann, H. & Elster, K.H. (1991). Einführung in die höhere Mathematik, Band I. Jena: Fischer. (Kapitel 1, pp. 17-30) Quine, W.V.O. (1964 / 1995). Grundzüge der Logik. Frankfurt a.m.:
2 Der Beweis. Themen: Satz und Beweis Indirekter Beweis Kritik des indirekten Beweises
2 Der Beweis Themen: Satz und Beweis Indirekter Beweis Kritik des indirekten Beweises Satz und Beweis Ein mathematischer Satz besteht aus einer Voraussetzung und einer Behauptung. Satz und Beweis Ein mathematischer
Wissenschaftliches Arbeiten
Teil 7: Argumentieren und Begründen 1 Grundregel: Spezifisch argumentieren Wissenschaftliches Arbeiten Nie mehr zeigen, als nötig oder gefragt ist. Sonst wird das Argument angreifbar und umständlich. Schwammige
Vorlesung Einführung in die Logik Prädikatenlogik. Philipp Etti (Institut für Logik+Wissenschaftstheorie)
Vorlesung Einführung in die Logik Prädikatenlogik Philipp Etti (Institut für Logik+Wissenschaftstheorie) www.etti.de.gg Aussagenlogik versus Prädikatenlogik AL: * Aussagenlogik Prädikatenlogik * Aussage
Zur Semantik der Junktorenlogik
Zur Semantik der Junktorenlogik Elementare Logik I Michael Matzer Inhaltsverzeichnis 1 Präliminarien 2 2 Tautologien, Kontradiktionen und kontingente Sätze von J 2 2.1 Tautologien von J................................
Mathem.Grundlagen der Computerlinguistik I, WS 2004/05, H. Leiß 1
Mathem.Grundlagen der Computerlinguistik I, WS 2004/05, H. Leiß 1 1 Vorbemerkungen Mathematische Begriffe und Argumentationsweisen sind in vielen Fällen nötig, wo man über abstrakte Objekte sprechen und
Junktoren der Aussagenlogik zur Verknüpfung zweier Aussagen A, B
Junktoren der Aussagenlogik zur Verknüpfung zweier Aussagen A, B Name Zeichen Bedeutung Wahrheitstafel Bemerkung mit zugehöriger Dualzahl ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------
ERRATA. Übungsblatt 4a: Aufgabe 3 : Definition der Teilbarkeit (Skript S.62)
Logik und Beweise ERRATA Übungsblatt 4a: Aufgabe 3 : Definition der Teilbarkeit (Skript S.62) Aufgabe 5 : Beweise folgende Aussage: 25 ist keine Primzahl Tipp: Beweis durch Widerspruch Logik und Beweise
Klassische Aussagenlogik
Eine Einführung in die Logik Schon seit Jahrhunderten beschäftigen sich Menschen mit Logik. Die alten Griechen und nach ihnen mittelalterliche Gelehrte versuchten, Listen mit Regeln zu entwickeln, welche
Mengenoperationen, Abbildungen
TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN Zentrum Mathematik Prof. Dr. Friedrich Roesler Ralf Franken, PhD Max Lein Z6 Rechengesetze für Mengenoperationen Lineare Algebra 1 WS 2006/07 en Blatt 3 06.11.2006 Mengenoperationen,
ÜBUNG ZUM GRUNDKURS LOGIK SS 2016 GÜNTHER EDER
ÜBUNG ZUM GRUNDKURS LOGIK SS 2016 GÜNTHER EDER WOZU PRÄDIKATENLOGIK (PL)? Aussagenlogik (AL) betrachtet Sätze / Argumente immer nur bezüglich ihrer aussagenlogischen Struktur. Ein Satz wie (1) Jaime mag
Sudoku. Warum 6? Warum 6?
. / Sudoku Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile, in jeder Spalte und in jedem x Kästchen alle Zahlen von bis stehen.. / Warum?. / Warum?. / Geschichte der Logik Syllogismen (I) Beginn
Formale Logik. 4. Sitzung. Die Logik der Sprache AL. Die Logik der Sprache AL. Die Logik der Sprache AL
ormale Logik 4. Sitzung Prof. Dr. Ansgar Beckermann Sommersemester 2005 Erinnerung Ein Satz ist genau dann logisch wahr, wenn er unabhängig davon, was die in ihm vorkommenden deskriptiven Zeichen bedeuten
Logik und Beweise. Logik und Beweise. Vorsemesterkurs SoSe März 2017
Logik und Beweise Logik und Beweise Vorsemesterkurs SoSe17 Ronja Düffel 22. März 2017 Logik und Beweise > Motivation Wozu Beweise in der Informatik? Quelle:http://www.capcomespace.net Logik und Beweise
Logik und Beweise. Logik und Beweise. Vorsemesterkurs SoSe März 2016
Logik und Beweise Logik und Beweise Vorsemesterkurs SoSe16 Ronja Düffel 21. März 2016 Logik und Beweise Wozu Beweise in der Informatik?... um Aussagen wie 1 Das Programm erfüllt die gewünschte Aufgabe.
Logik und Beweise. Logik und Beweise. Vorsemesterkurs SoSe März 2015
Logik und Beweise Logik und Beweise Vorsemesterkurs SoSe15 Ronja Düffel 23. März 2015 Logik und Beweise > Motivation Wozu Beweise in der Informatik? Quelle:http://www.capcomespace.net Logik und Beweise
Rhetorik und Argumentationstheorie.
Rhetorik und Argumentationstheorie 4 [[email protected]] Teil 4 Widerlegungsstrategien II 2 Paradoxie Unter einer Paradoxie versteht man ein (scheinbar) gültiges Argument mit (scheinbar)
10 Der statistische Test
10 Der statistische Test 10.1 Was soll ein statistischer Test? 10.2 Nullhypothese und Alternativen 10.3 Fehler 1. und 2. Art 10.4 Parametrische und nichtparametrische Tests 10.1 Was soll ein statistischer
Logik und Missbrauch der Logik in der Alltagssprache
Logik und Missbrauch der Logik in der Alltagssprache Wie gewinnt man in Diskussionen? Carmen Kölbl SS 2004 Seminar: " Logik auf Abwegen: Irrglaube, Lüge, Täuschung" Übersicht logische Grundlagen Inferenzregeln
Tilman Bauer. 4. September 2007
Universität Münster 4. September 2007 und Sätze nlogik von Organisatorisches Meine Koordinaten: Sprechstunden: Di 13:30-14:30 Do 9:00-10:00 [email protected] Zimmer 504, Einsteinstr. 62 (Hochhaus)
Seminar Übergänge. Einstieg: Kartenaufgabe. Gliederung
Einstieg: Kartenaufgabe Gegeben sind vier Karten. Jede Karte hat auf der einen Seite einen Buchstaben und auf der anderen Seite eine Zahl. Seminar Übergänge Thema: Logische Probleme Thomas Hellwig, Thomas
Diskrete Mathematik. Sebastian Iwanowski FH Wedel. Kapitel 3: Beweisverfahren
FH Wedel Prof. Dr. Sebastian Iwanowski DM3 Folie 1 Referenzen zum Nacharbeiten: Diskrete Mathematik Sebastian Iwanowski FH Wedel Kapitel 3: Beweisverfahren Meinel 3, 6, 7 Lang 4.1 (nur bis S. 43), 2.2
Rhetorik und Argumentationstheorie. [[email protected]]
Rhetorik und Argumentationstheorie 1 [[email protected]] Ablauf der Veranstaltung Termine 1-6 Erarbeitung diverser Grundbegriffe Termine 7-12 Besprechung von philosophischen Aufsätzen Termin
Hinweis: Aus Definition 1 und 2 folgt, dass die Zahl 0 zu den geraden Zahlen zählt.
Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten. Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten besagt, dass für jeden (wahrheitsfähigen) Satz gilt: Entweder der Satz oder seine Negation ist wahr. Wenn m. a. W. gezeigt werden
Lineare Algebra I. Anhang. A Relationen. Heinz H. GONSKA, Maria D. RUSU, Michael WOZNICZKA. Wintersemester 2009/10
Fakultät für Mathematik Fachgebiet Mathematische Informatik Anhang Lineare Algebra I Heinz H. GONSKA, Maria D. RUSU, Michael WOZNICZKA Wintersemester 2009/10 A Relationen Definition A.1. Seien X, Y beliebige
Wissenschaftstheorie und Ethik
Wissenschaftstheorie und Ethik Kritischer Rationalismus (KR) Doz. Dr. Georg Quaas: Wissenschaftstheorie und Ethik, SoSe 2012 1 3.4 Kritik des Psychologismus in der Erkenntnistheorie Gegenstand: Erkenntnis
Beweistechniken. Vorkurs Informatik - SoSe April 2013
Vorkurs Informatik SoSe13 09. April 2013 Wozu Beweise in der Informatik?... um Aussagen wie 1 Das Programm erfüllt die gewünschte Aufgabe. 2 Das Programm führt zu keiner Endlosschleife. 3 Zur Lösung dieser
Beweise. 1. Betrachte folgenden Satz: Ein achsensymmetrisches Viereck mit einem 90 -Winkel ist ein Rechteck.
Beweise 1. Betrachte folgenden Satz: Ein achsensymmetrisches Viereck mit einem 90 -Winkel ist ein Rechteck. (a) Gib Satz und Kehrsatz in der Wenn-dann-Form an! (b) Ist die Voraussetzung des Satzes notwendig,
Logische Grundlagen des Mathematikunterrichts
Logische Grundlagen des Mathematikunterrichts Referat zum Hauptseminar Mathematik und Unterricht 10.11.2010 Robert Blenk Holger Götzky Einleitende Fragen Was muss man beweisen? Woraus besteht ein Beweis?
Stoische Logik. Grundzug: Die stoische Logik ist eine Logik der Modifikation und Verbindung von ganzen Aussagen - eine Aussagenlogik.
1 2 Stoische Logik Die Stoa Stoa = Säulenhalle frühe Stoa: z.b. Chrysipp, Zenon von Kition, Cleanthes (Athen) spätes 4. und 3. Jhdt. v. Chr. späte Stoa: z.b. Epiktet, Seneca, Marc Aurel (Rom) 1. und 2.
Vorkurs Beweisführung
Vorkurs Beweisführung Fachschaft Mathematik und Informatik 30.08.2013 Agenda 1 Einleitung 2 Direkter Beweis 3 Widerspruchsbeweis 4 Vollständige Induktion 5 Aussagen widerlegen 6 Gleichheit von Mengen 7
Lösungen der Übungsaufgaben I
Mathematik für die ersten Semester (2. Auflage): Lösungen der Übungsaufgaben I C. Zerbe, E. Ossner, W. Mückenheim 1.1 Beweisen Sie, dass die folgenden Aussagen stets wahr sind, also zur Ableitung wahrer
Ein und derselbe Satz kann in Bezug auf unterschiedliche Situationen s 1. und s 2 unterschiedliche Wahrheitswerte haben.
2 Aussagenlogik () 2.3 Semantik von [ Gamut 4-58, Partee 7-4 ] Ein und derselbe Satz kann in Bezug auf unterschiedliche Situationen s und s 2 unterschiedliche Wahrheitswerte haben. Beispiel: Es regnet.
Einführung in die Logik
Joachim Stiller Einführung in die Logik Ein Lehrbuch Alle Rechte vorbehalten Einführung in die Logik: Einleitung Was heißt "Logik"? In der Neuzeit hatte ich die Auffassung durchgesetzt, Logik sei die Kunst
1.1 Motivation. Theorie der Informatik. Theorie der Informatik. 1.1 Motivation. 1.2 Syntax. 1.3 Semantik. 1.4 Formeleigenschaften. 1.
Theorie der Informatik 19. Februar 2014 1. Aussagenlogik I Theorie der Informatik 1. Aussagenlogik I Malte Helmert Gabriele Röger Universität Basel 19. Februar 2014 1.1 Motivation 1.2 Syntax 1.3 Semantik
Vorkurs Mathematik. Arbeitsblatt 2
Prof. Dr. H. Brenner Osnabrück WS 2009/2010 Vorkurs Mathematik Arbeitsblatt 2 Aufgabe 2.1. Es seien A, B und C drei Mengen. Man beweise die folgenden Identitäten. (1) A =, (2) A = A, (3) A B = B A, (4)
Zur Syllogistik. Gemäß den vier generellen Schemata (Figuren)
Zur Syllogistik Die auf ARISTOTELES zurückgehende Syllogistik ist das Kernstück der Schlusslehre. In den drei Urteilen eines Syllogismus (2 Prämissen, Konklusion) werden Begriffe (Klassen) als Variablen
Vorbereitungskurs Mathematik zum Sommersemester 2015 Aussagen, Logik und Beweistechniken
Vorbereitungskurs Mathematik zum Sommersemester 2015 Aussagen, Logik und Beweistechniken Susanna Pohl Vorkurs Mathematik TU Dortmund 09.03.2015 Aussagen, Logik und Beweistechniken Aussagen und Logik Motivation
Einführung in die Wissenschaftsphilosophie
Einführung in die Wissenschaftsphilosophie Prof. Dr. Martin Kusch 1 Einführung in die Wissenschaftsphilosophie: 2. Vorlesung: Induktion 2 (1) Logik,
Diese Unterteilung ist nicht exklusiv, Fachgrenzen (gerade auch im Zuge der interdisziplinären Vernetzung) durchlässig!
Allgemeine Begriffsbestimmung von Wissenschaft Wissenschaft ist der Oberbegriff für alle diejenigen Disziplinen menschlicher Forschung, deren Ziel es ist, Tatsachen über Bereiche der Natur sowie der geistigen,
typische Beweismuster Allgemeine Hilfe Beweistechniken WS2014/ Januar 2015 R. Düffel Beweistechniken
Beweistechniken Ronja Düffel WS2014/15 13. Januar 2015 Warum ist Beweisen so schwierig? unsere natürliche Sprache ist oft mehrdeutig wir sind in unserem Alltag von logischen Fehlschlüssen umgeben Logik
Aussagenlogik. Aussagen und Aussagenverknüpfungen
Aussagenlogik Aussagen und Aussagenverknüpfungen Aussagen sind Sätze, von denen sich sinnvollerweise sagen läßt, sie seien wahr oder falsch. Jede Aussage besitzt also einen von zwei möglichen Wahrheitswerten,
Der mathematische Beweis
Der mathematische Beweis Im Studium wird man wesentlich häufiger als in der Schule Beweise führen müssen. Deshalb empfiehlt es sich, verschiedene Beweisverfahren intensiv zu trainieren. Beweisstruktur
2. die megarisch-stoische Logik
2. die megarisch-stoische Logik 2.1 das Schicksal der stoischen Logik Von den herausragenden megarisch-stoischen Logikern ist ein einziger Stoiker, nämlich Chrysippos, während 2 oder 3 Megariker sind:
Beweistechniken. Beweistechniken. Vorsemesterkurs Informatik Theoretischer Teil Wintersemester 2013/ Oktober Vorsemesterkurs WS 2013/1
Beweistechniken Beweistechniken Vorsemesterkurs Informatik Theoretischer Teil Wintersemester 2013/14 7. Oktober 2013 Beweistechniken > Motivation Wozu Beweise in der Informatik?... um Aussagen wie 1 Das
Einführung in die mathematische Logik
Prof. Dr. H. Brenner, Dr. L. Katthän Osnabrück SS 2014 Einführung in die mathematische Logik Arbeitsblatt 7 Übungsaufgaben Aufgabe 7.1. Es sei S das erststufige Symbolalphabet, das aus den Variablen x,y,z,
Erinnerung 1. Erinnerung 2
Erinnerung 1 Ein Argument ist eine Folge von Aussagesätzen, mit der der Anspruch verbunden ist, dass ein Teil dieser Sätze (die Prämissen) einen Satz der Folge (die Konklusion) in dem Sinne stützen, dass
Formale Methoden II. Gerhard Jäger. SS 2005 Universität Bielefeld. Teil 3, 12. Mai Formale Methoden II p.1/23
Formale Methoden II SS 2005 Universität Bielefeld Teil 3, 12. Mai 2005 Gerhard Jäger Formale Methoden II p.1/23 Logische Folgerung Definition 6 (Folgerung) Eine Formel ϕ folgt logisch aus einer Menge von
Diskrete Strukturen WS 2018/19. Gerhard Hiß RWTH Aachen
Diskrete Strukturen WS 2018/19 Gerhard Hiß RWTH Aachen Erster Teil: Grundlagen Kapitel 1, Mathematische Grundbegriffe 1.1 Aussagen Begriff (Aussage) Sprachlicher Ausdruck, welcher entweder wahr oder falsch
Logik Vorlesung 2: Semantik der Aussagenlogik
Logik Vorlesung 2: Semantik der Aussagenlogik Andreas Maletti 24. Oktober 2014 Überblick Inhalt 1 Motivation und mathematische Grundlagen 2 Aussagenlogik Syntax und Semantik Äquivalenz und Normalformen
Die Anfänge der Logik
Die Anfänge der Logik Die Entwicklung des logischen Denkens vor Aristoteles Holger Arnold Universität Potsdam, Institut für Informatik [email protected] Grundfragen Was ist Logik? Logik untersucht
Einführung in die mathematische Logik
Prof. Dr. H. Brenner Osnabrück SS 2014 Einführung in die mathematische Logik Vorlesung 3 Tautologien In der letzten Vorlesung haben wir erklärt, wie man ausgehend von einer Wahrheitsbelegung λ der Aussagevariablen
Vorkurs Mathematik. JProf. Dr. Pia Pinger / Dr. Andreas Pondorfer. September/Oktober Lennéstraße 43, 1. OG
Vorkurs Mathematik JProf. Dr. Pia Pinger / Dr. Andreas Pondorfer Lennéstraße 43, 1. OG [email protected] September/Oktober 2017 JProf. Dr. Pia Pinger / Dr. Andreas Pondorfer Vorkurs Mathematik September/Oktober
Quantoren, Skopus, Negation
Quantoren, Skopus, Negation (31a) Einige Säugetiere leben im Wasser. (31b)? Säugetiere leben im Wasser. (31b')? Alle Säugetiere leben im Wasser. 1. Existenzaussagen x es gibt ein oder mehrere x, auf die
Deduktion in der Aussagenlogik. Semantische Folgerungsbeziehung. Zusammenhang zwischen semantischer und syntaktischer Folgerung
Deduktion in der Aussagenlogik Menge von Ausdrücken der Aussagenlogik beschreibt einen bestimmten Sachverhalt, eine "Theorie" des Anwendungsbereiches Was folgt logisch aus dieser Theorie? Deduktion: aus
b liegt zwischen a und c.
2 DIE ANORDNUNGSAXIOME 5 (2.4) a, b, c R : (a < b 0 < c) ac < bc Monotoniegesetz der Multiplikation Bezeichnungen a > b : b < a (> wird gelesen: größer als ) a b : a < b oder a = b a b : a > b oder a =
Theorie der Informatik
Theorie der Informatik 1. Aussagenlogik I Malte Helmert Gabriele Röger Universität Basel 19. Februar 2014 Motivation Aufgabe von letzter Vorlesungsstunde Worin besteht das Geheimnis Ihres langen Lebens?
Deduktion in der Aussagenlogik
Deduktion in der Aussagenlogik Menge von Ausdrücken der Aussagenlogik beschreibt einen bestimmten Sachverhalt, eine "Theorie" des Anwendungsbereiches. Was folgt logisch aus dieser Theorie? Deduktion: aus
DIE LOGIK ODER DIE KUNST DES DENKENS
ANTOINE ARNAULD DIE LOGIK ODER DIE KUNST DES DENKENS 1972 WISSENSCHAFTLICHE BUCHGESELLSCHAFT DARMSTADT INHALT Hinweis 1 Erste Abhandlung, in welcher der Plan dieser neuen Logik aufgezeigt wird 2 Zweite
Die Scholastiker, Euler und Carroll
1 Die Scholastiker, Euler und Carroll 1. Worum es geht Die Logik ist eigentlich eine philosophische Disziplin. Sie befasst sich mit den Gesetzen der «Vernunft»; sie versucht zu erklären, was dem menschlichen
Analysis I für Studierende der Ingenieurwissenschaften
Analysis I für Studierende der Ingenieurwissenschaften Prof. Dr. Armin Iske Department Mathematik, Universität Hamburg Technische Universität Hamburg-Harburg Wintersemester 2006/2007 Analysis I TUHH, Winter
mathe plus Aussagenlogik Seite 1
mathe plus Aussagenlogik Seite 1 1 Aussagenlogik 1.1 Grundbegriffe Def 1 Aussage Eine Aussage ist ein beschriebener Sachverhalt, dem eindeutig einer der Wahrheitswerte entweder wahr oder falsch zugeordnet
Vorlesung. Logik und Beweise
Vorlesung Logik und Beweise Der folgende Abschnitt dient nur zur Wiederholung des Stoffes der ersten Vorlesung und sollte nur genannt bzw. teilweise schon vor der Vorlesung angeschrieben werden. Wiederholung
IV Beweise in der Mathematik
Propädeutikum 018 0. September 018 Mathematische Texte enthalten verschiedene Bezeichnungen der Sinneinheiten. Bezeichnungen in mathematischen Texten Axiome elementare Grundaussagen; werden nicht bewiesen
Vorlesung. Beweise und Logisches Schließen
Vorlesung Beweise und Logisches Schließen Der folgende Abschnitt dient nur zur Wiederholung des Stoffes der ersten Vorlesung und sollten nur genannt bzw. Teilweise schon vor der Vorlesung angeschrieben
Wie "bastelt" man sich einen Kalkül?
Wie "bastelt" man sich einen Kalkül? Ein Kalkül ist ein rein formales, deduktives System, das seinen eigenen deterministischen Regeln folgt und im übrigen keine weitere Bedeutung hat. Um einen Kalkül zu
17 Grundbegriffe der Logik der Sprache PL
17 Grundbegriffe der Logik der Sprache PL Erinnerung Definition 11.1 Ein Satz A der Sprache AL ist genau dann logisch wahr, wenn sich allein aus der Bedeutung der in ihm vorkommenden logischen Ausdrücke
Sicheres Wissen und Können zu Vierecken und Vielecken 1
Sicheres Wissen und Können zu Vierecken und Vielecken 1 Die Schüler können Figuren als Viereck, Fünfeck, Sechseck usw. bezeichnen und können solche Figuren skizzieren (ohne Angabe von Maßen). Die Schüler
Diskrete Strukturen. Vorlesung 3: Naive Mengenlehre. 30. Oktober 2018
Diskrete Strukturen Vorlesung 3: Naive Mengenlehre 30. Oktober 2018 2 Organisation Prüfung: vorauss. am Freitag, den 22. Februar 2019 von 10 11 Uhr im AudiMax, HS 3, HS 9 Abmeldungen noch bis zum 12. Januar
1. [Aufgabe] Welche der folgenden Aussagen sind gültige Einwände gegen das Sprichwort Alles verstehen heisst alles verzeihen?
Lineare Algebra D-MATH, HS 2014 Prof. Richard Pink Lösung 1 1. [Aufgabe] Welche der folgenden Aussagen sind gültige Einwände gegen das Sprichwort Alles verstehen heisst alles verzeihen? a Niemand versteht
Inhaltsverzeichnis. Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 1 Beweistechniken 1.1 Prädikatenlogik..................................... 1. Direkter Beweis.................................... 3 1.3 Indirekter Beweis....................................
13 Auswahlaxiom und Zornsches Lemma
13 Auswahlaxiom und Zornsches Lemma Handout zur Funktionalanalysis I von H. Glöckner, 25.11.2008 Wichtige Teile der modernen Mathematik beruhen auf dem sogenannten Auswahlaxiom der Mengenlehre. Dieses
DIREKTER BEWEIS. Bei der direkten Beweismethode wird versucht, die Aussage direkt mit einem Beweis zu untermauern. n = 2k
DIREKTER BEEIS Bei der direkten Beweismethode wird versucht, die Aussage direkt mit einem Beweis zu untermauern. Augabe: Zeige: Das Quadrat einer geraden Zahl ist gerade. anders ormuliert: Ist n eine gerade
Einführung Grundbegriffe
Einführung Grundbegriffe 1.1 Der Modellbegriff Broy: Informatik 1, Springer 1998 (2) Die Modellbildung der Informatik zielt auf die Darstellung der unter dem Gesichtspunkt einer gegebenen Aufgabenstellung
Logik/Beweistechniken
Mathematikvorkurs bei Marcos Soriano Logik/Beweistechniken erstellt von: Daniel Edler -II- Inhaltsverzeichnis 1 Logik/Beweistechniken 1 1.1 Allgemeine Vorgehensweise......................... 1 2 Konjunktion/Disjunktion
1 Einführung in die Prädikatenlogik
1 Einführung in die Prädikatenlogik Die Aussagenlogik behandelt elementare Aussagen als Einheiten, die nicht weiter analysiert werden. Die Prädikatenlogik dagegen analysiert die elementaren Aussagen und
