Input zum Workshop II Sozialraum
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- Claudia Armbruster
- vor 9 Jahren
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1 Fachtagung des DV in Berlin vom bis Nachhaltige Entwicklung bei den Hilfen zur Erziehung? Input zum Workshop II Sozialraum Landkreis Osnabrück Fachdienst Jugend (Jugendamt) Am Schölerberg Osnabrück Rainer Dieckmann (Fachdienstleiter) Ines Kolmorgen (Abteilungsleiterin Erziehungs- und Beratungshilfen)
2 Der Landkreis Osnabrück - liegt im Südwesten Niedersachsens - ist mit km² der zweitgrößte Landkreis in Niedersachsen und in etwa so groß wie das Saarland (Nord-Ost-Ausdehnung 75 km, West-Ost-Ausdehnung 41 km) - besteht aus 34 Gemeinden, darunter acht Städte und vier Samtgemeinden in Größen zwischen und Einwohnern - hat insgesamt über Einwohner - ist im Jahre 1972 aus den vier Altkreisen Melle, Bersenbrück, Wittlage und Osnabrück entstanden 2
3 Ausgangslage im Landkreis OS 2003: Extreme Kostenentwicklung in der Jugendhilfe von 1991 bis 2003: Verdreifachung des Zuschussbedarfes (ohne Kita) innerhalb von 12 Jahren um 23,5 Mio. Euro linearer Anstieg der Fallzahlen kontinuierlicher Kostenanstieg pro Fall immer mehr Mittel zur Befriedigung individueller Rechtsansprüche erforderlich immer weniger Mittel für Prophylaxe und Grundversorgung zur Verfügung 3
4 Ausgangslage 2003 als Anlass für politische Beschlüsse 2004: Auftrag an die Verwaltung zur Entwicklung des Osnabrücker Modells der Jugendhilfe (OsMoJug) Ziel: Kosteneinsparung i.h.v Euro (bezogen auf Haushaltsansatz 2004) 4
5 Leitgedanken des OsMoJug 2004: Vom Individualanspruch zur Grundversorgung Von der Einzelfallhilfe zum Gruppenangebot Früh investieren statt spät reparieren Lebensorte von Kindern stärken 5
6 Schule Grundversorgung Zielgruppenangebote für Gefährdete HzE Information OsMoJug 2004 Hort Familienbildung Tagesgruppen Heime Pflegekinder Jugendpflege Sozialpäd. Horte Ambulante Hilfen Nachmittagsbetreuung Kindergarten Familienpatenschaften Krippe 6
7 Aktionsebene 1: Grundversorgung - Beispiele: Stärkung der Elternarbeit in Kitas und Schulen (z.b. Qualifizierung von Fachkräften für Elterntrainings) Netzwerkarbeit im Bezirk Aktionsebene 2: Zielgruppenangebote - Beispiele: Einrichtung von Lern- und Freizeitgruppen Einrichtung von Sozialpädagogischen Horten Familienpatenschaften Aktionsebene 3: HzE - Beispiele: Einführung von Fallpauschalen bei ambul. HzE Qualifizierte Tagespflege Kapazitätserhöhung Profifamilienbetreuung 7
8 Weiterentwicklung OsMoJug ab 2008: Im Dezember 2008 politische Beschlüsse: - Umstrukturierung der Jugendhilfe im LKOS - Einführung der Sozialraumorientierung (SRO) zum Das 2008 beschlossene Konzept beinhaltete: 1) Fachlichen Arbeitsansatz der SRO 2) Neuregelung der Finanzierungsbeziehungen zwischen dem LK OS und den freien Träger der Jugendhilfe: Anstatt Einzelfallabrechnungen sollte Vergabe von sog. Sozialbudgets an vorher auszuwählende Sozialraumträger erfolgen. 8
9 Gegen die Umsetzung der Neuregelung der Finanzierung (Sozialraumbudgets) haben mehrere freie Träger geklagt (Eingriff in Art. 12 GG) Zunächst einstweilige gerichtliche Untersagung an LK OS bezgl. geplantem Finanzierungssystem (Sozialraumverträge, sog. Grundteamfinanzierung). Der Fachansatz der SRO wurde trotzdem umgesetzt, die beschlossene Neuregelung der Finanzierung bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung ausgesetzt. Letztlich erfolgte Bestätigung der einstweiligen gerichtlichen Entscheidung in der Hauptsache. 9
10 Sozialräumlicher Fachansatz: Veränderungen mit Umsetzungsbeginn am : - veränderter Organisationsaufbau (Integration der Abteilung JGH in SRT`s) - Neue räumliche Zuständigkeiten - Bildung neuer Teams - Einrichtung neuer Außenstellen / Dezentralisierung - veränderter Fachansatz 10
11 Dezentralisierung: Die neue Aufteilung in 8 Sozialräume : (Stand vor dem : 4 Regionalgruppen, Standorte in Bersenbrück, Melle u. Kreishaus) 1. Quakenbrück (Artland) und Fürstenau 2. Bersenbrück und Neuenkirchen 3. Bramsche 4. Belm/ Bissendorf/ Wallenhorst 5. Bohmte/ Bad Essen/ Ostercappeln 6. GM-Hütte/ Hagen/ Hasbergen 7. Melle 8. Bad Iburg / Bad Laer/ Bad Rothenfelde/ Dissen/ Hilter/ Glandorf 11
12 Aufgaben der Sozialraumteams: Pflichtaufgaben (vor und nach Projektbeginn am ): - allg. Erziehungsberatung - Hilfen zur Erziehung gem. 27 ff. SGB VIII ambulante Hilfen: z. B. SPFH, EzB teilstationäre Hilfen: z. B. Tagesgruppe stationäre Hilfen: z. B. Heimunterbringung - Trennungs- und Scheidungsberatung - Mitwirkung im familiengerichtlichen Verfahren - Jugendhilfe im Strafverfahren (JGH) - Sozialstundenvermittlung - staatliches Wächteramt ( 8a SGB VIII, 1666 BGB) - etc. 12
13 Kurzübersicht zum Inhalt des Fachansatzes der Sozialraumorientierung: Anwendbarkeit nur bei sozialer Dienstleistung! (Also nicht bei Fällen der Kindeswohlgefährdung staatl. Eingriffshandeln/Wächteramt, 8a SGB VIII / 1666 BGB) Voraussetzung für Hilfegewährung nach Fachansatz ist: Freiwilligkeit & Wille (nicht Wunsch!) der Betroffenen zur Veränderung ist ein entscheidendes Kriterium Inhaltliche Schwerpunkte: - Aktivierung/Nutzung der Ressourcen der Betroffenen, ihres Umfeldes und des Sozialraumes (Fördern und Fordern) - individuelle Hilfen statt Schubladen - früh dran sein - niedrigschwellige/passgenaue Hilfen - präventive (Gruppen-)angebote im SR (FuA-Budget) - offensive Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit 13
14 Verwendungsbeispiele für FuA-Budgets durch die SR-Teams: - Soziale Kompetenztrainings für Kinder und Jugendliche - Elternkurse/Elternabende mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten - Gruppen für Kinder mit Trennungs- und Scheidungserfahrung - spezielle Gruppenangebote bei besonderen Problemlagen (z.b. in Kooperation mit Schulen) - etc. 14
15 Beispiele für niederschwellige/passgenaue Hilfen: - Fahrtkostenübernahmen zur Vermeidung intensiverer Hilfen - Wohnungsentmüllung in Kooperation mit Partnern - vorübergehende Unterbringung im Bildungshaus 15
16 Grundversorgung Information 2004 bis heute Schulsozialarbeit Schule Ganztag Frühe Hilfen Familienzentren - offene Elterncafès - Familiensprechstunden FuA- Angebote Sozialpäd. Horte Zielgruppenangebote für Gefährdete Tagesgruppen HzE Heime Ambulante Hilfen Pflegekinder Familienbildung Familienpatenschaften - etc. Rechtsanspruch Kindergarten Krippe Tagespflege Übergangsmanagement /Jugendberufshilfe Familienservicebüros Nachmittagsbetreuung Familienhebammen PAULA Hort TripleP Jugendpflege 16
17 Entwicklung der Sozialraumbudgets*: SR 1 SG Artland, SG Fürstenau SR 2 SG Bersenbrück, SG Neuenkirchen SR 3 Stadt Bramsche SR 4 Belm, Bissendorf, Wallenhorst SR 5 Bohmte, Ostercappeln, Bad Essen SR 6 Georgsmarienhütte, Hagen a.t.w., Hasbergen SR 7 Stadt Melle SR 8 Bad Iburg, Dissen, Glandorf, Hilter, Bad Rothenfelde, Bad Laer Ergebnis 2010 Ergebnis 2011 Ergebnis 2012 Ergebnis 2013 Ergebnis 2014 Ergebnis 2015 Plan 2015 Prognose 2016 Abweichung Plan/Prognose absolut in % ,70% ,89% ,43% ,70% ,33% ,38% ,01% ,92% UMA Ohne Zuordnung ** ,90% Summe gesamt ,85% * Die dargestellten Budgets sind grundsätzlich Aufwandsbudgets negative Abweichungen vom Planwert stellen damit eine Ergebnisverbesserung dar. Bei den Positionen UMA und ohne Zuordnung sind Erstattungen mit eingerechnet; hier wird also der Zuschussbedarf dargestellt. Stand:
18 Entwicklung der Sozialraumbudgets grafische Darstellung : Information Stand
19 Positive Auswirkungen der Umsteuerung: - Bürgerorientierung - Qualität/Passgenauigkeit der Hilfen - Vernetzung der sozialen Akteure vor Ort; hohe Motivation zur Weiterentwicklung der SRO bei allen Beteiligten - leichter Fallzahlenrückgang ION* (gegenläufig zu Bundes- und Landestrend) - näher dran sein, frühzeitige Intervention - Dynamik Fallzahlenanstieg und massiven Kostenanstieg entgegengewirkt * ohne Berücksichtigung der Personengruppe UMA 2015/
20 Unsere und Ihre Erfahrungen zu - Stolpersteinen - Faktoren für das Gelingen - Zukunftszielen?!? des sozialräumlichen Arbeitens in der Jugendhilfe Wie wird die Nachhaltigkeit der SRO in Bezug auf HzE beurteilt? Austausch im Plenum 20
21 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 21
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