Bergnotfälle Schweiz 2015
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- Adam Schneider
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1 Zahlen und Auswertungen Die vorliegenden Zahlen und Grafiken basieren auf den Einsatzdaten der Bergrettungsorganisationen REGA, ARS, der kantonalen Walliser Bergrettungsorganisation KWRO und weiterer Institutionen. Die Zusammenstellungen und Auswertungen dieses Berichtes stützen sich auf Angaben und Mitarbeit folgender Personen und Institutionen: Elisabeth Müller und Andres Bardill, Alpine Rettung Schweiz; Daniel Breitenmoser und Mario Tissi, REGA; Pierre-Alain Magnin, KWRO; Giannina Bianchi und Monique Walter, bfu; Frank Techel, slf, Jürg Gartmann und Marco Salis, Bergrettung Graubünden; Bruno Durrer, Bergrettung Air Glaciers Lauterbrunnen und Gesellschaft für Gebirgsmedizin; Urs Schäfer, Rettungsstation Lauterbrunnen; Paul Broger, Kapo Appenzell I. Rh.; Medienstelle Kapo Freiburg, Corinna Schön, Institut für Rechtsmedizin, Universität Bern. Ein eher schneearmer Winter mit einem ungünstigen Schneedeckenaufbau und damit verbunden heiklen Lawinensituationen, ein schöner Sommer mit hohen Temperaturen und ein aussergewöhnlich mildes und schneearmes Jahresende haben das Bergjahr geprägt. Dies widerspiegelt sich in der Bergnotfallstatistik: Insgesamt mussten in den Schweizer Alpen und im Jura 2750 Berggänger die Bergrettung in Anspruch nehmen, 294 Personen mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Todesfälle ist mit 213 (Vorjahr 162) deutlich höher. Dies vor allem wegen Sturz oder Absturz, Lawinenunfällen sowie Erkrankungen, letztere meist als Folge eines Herz-Kreislauf Problems. Beim Bergsport im engeren Sinne [1] kamen bei 129 Unfällen 142 Personen ums Leben, 48 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Begriff Bergnotfall umfasst alle Vorkommnisse, bei denen Berggänger die Hilfe der Bergrettungsdienste beanspruchen. Dies betrifft auch Erkrankungen und Evakuationen von unverletzten Personen. Bergunfälle als Untermenge der Notfälle sind Ereignisse, die der allgemeinen Definition eines Unfalls entsprechen. [1] Als Bergsteigen im engeren Sinne werden in dieser Statistik vor allem die Ereignisse beim klassischen Bergsport verstanden, zu deren Ausübung kein Transportgerät verwendet wird. Deshalb sind bei den hier ausgewiesenen Zahlen insbesondere die Todesfälle beim Delta- und Gleitschirmfliegen, beim Speed-Flying, beim Base-Jumping und bei der Benutzung von Mountainbikes gesondert erfasst. So sind die Zahlen des klassischen Bergsports auch über mehrere Jahre vergleichbar. Als Blockierung werden alle Notfälle bezeichnet, bei denen Berggänger infolge Erschöpfung, Überforderung, Materialverlust oder anderen Missgeschicken nicht mehr in der Lage sind, ihre Tour aus eigener Kraft weiterzuführen oder abzubrechen. In der Regel sind die Betroffenen unverletzt. Ein ausführlicher Bericht mit Fallbeispielen wird in der Juni Ausgabe der Zeitschrift Die Alpen publiziert. Monbijoustrasse 61 Postfach CH-3000 Bern
2 Seite 2/8 Abbildung 1: Notfälle nach Tätigkeit Gleitschirm / Delta Andere Bergsportarten Mountainbike Klettern (Fels) Variantenabfahrten Skitouren Hochtouren Bergwandern Anzahl Personen Abbildung 2: Notfallsituationen nach Ursachen Nicht definiert/ Anderes Blitzschlag Verirren Blockierung Steinschlag/ Eisschlag Spalteneinbruch Lawinen Erkrankung Sturz/Absturz Anzahl Personen
3 Seite 3/8 Abbildung 3: Notfälle nach medizinischem Index Tod mit oder ohne Wiederbelebung Wiederherstellen vitaler Funktionen Akute Lebensgefahr Potentielle Lebensgefahr Hospitalisation nötig Ambulante ärztl. Behandlung Keine ärztl. Behandlung notwendig Unverletzt / Gesund Anzahl Personen Abbildung 4: Gerettete oder geborgene Personen nach Rettungsorganisation (Anzahl Personen / Prozent) ARS; 798; 29% REGA; 72; 39% KWRO; 729; 27% Andere; 5; <1% Erläuterungen: Diese Grafik zeigt alle geretteten oder geborgenen Personen bei Bergnotfällen gemäss den Definitionen der schweiz. Bergnotfallstatistik AGL/SAC; 137; 5% AGL; 9; < 1% Aufschlüsselung der Organisationen: REGA: Daten ohne ARS Beteiligung ARS: Alpine Rettung Schweiz (inkl.rega Beteiligung) KWRO: Walliser Bergrettungsorganisationen AGL: Air Glaciers Lauterbrunnen
4 Anzahl Personen Anzahl Personen Seite 4/8 Abbildung 5: Notfälle: zeitlicher Verlauf Abbildung 6: Tödliche Bergunfälle: zeitlicher Verlauf
5 Seite 5/8 Abbildung 7: Tödliche Bergunfälle: Aufteilung nach Regionen (Anzahl Personen / Prozent) Walliser Alpen; 41; 29% Berner Alpen; 19; 13% Zentralschweiz (inkl. Glarner Alpen); 16; 11% Bündner Alpen (ohne Misox); 30; 21% Jura / voralpine Hügelzonen; 3; 2% Waadtländer- und Freiburger Alpen; 9; 6% Ostschweiz (Alpstein - Churfirsten); 12; 9% Tessiner Alpen (inkl. Misox); 12; 9% Abbildung 8: Tödliche Bergunfälle: Aufteilung nach Kantonsgebiet (Anzahl Personen / Prozent) VS; 41; 29% GR; 29; 20% BE; 19; 13% UR; 3; 2% FL; 1; 1% BL; 1; 1% SZ; 8; 6% TI; 12; 8% Auslandabdachung Grenzberge; 3; 2% VD; 4; 3% FR; 4; 3% SG; ; 7% GL; 2; 1% AI / AR; 3; 2% OW / NW; 2; 1%
6 Seite 6/8 Abbildung 9: Nationalität der ausländischen Opfer (Anzahl Personen / Prozent) Frankreich; 11; 18% Italien; 11; 18% Deutschland; 18; 30% England; 4; 7% Österreich; 3; 5% Slowakei; 1; 2% Portugal; 1; 2% Israel; 1; 2% Spanien; 1; 2% USA; 1; 2% Kanada; 1; 2% Niederlande; 2; 3% Belgien; 2; 3% Japan; 2; 3% Polen; 1; 1%
7 Seite 7/8 Tödliche Bergunfälle: Zahlen Identität Anzahl Opfer Männer Frauen Schweizer Ausländer SAC-Mitglieder Altersstufen: bis Jahre bis 20 Jahre bis 30 Jahre bis 40 Jahre bis 50 Jahre bis 60 Jahre bis 70 Jahre über 70 Jahre unbekannt Tödliche Bergunfälle: Zahlen Tätigkeit Bergwandern Hochtouren Klettern Skitouren Variantenabfahrten Anderes (*) Organisierte Touren Private Touren Alleingänger (*) Schneeschuhläufer = 5, Jäger = 4, Strahler = 3, Pilzsucher = 1, Eisklettern = 1 Person Tödliche Bergunfälle: Zahlen Gelände Weg / Pfad (*) Gras / Geröll Felsen Schnee / Firn / Eis Gletscher Anderes Gelände (**) Hochalpen Voralpen Jura / voralpine Hügelzone (*) Wanderweg = 3, Bergweg = 24, alpine Route = 2, nicht markierter Pfad = 4 (**) Wald = 2
8 Seite 8/8 Tödliche Bergunfälle: Zahlen Ursachen Sturz Spalteneinbruch Wechtenabbruch Steinschlag Eisschlag Blitzschlag Lawine Blockierung / Erschöpfung / Verirren Andere Ursache (*) (*) Tiereinwirkung = 1, Erdrücken = 1, Materialversagen = 1 Tödliche Bergunfälle: langjährige Reihen Hochtouren Klettern Skitouren Bergwandern Anderes Gesamt Mittelwert
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