Versuchsbericht 2015

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1 Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft Versuchsbericht 2015 Bereiche Ackerbau, Futterbau, Spezialkulturen und Tierhaltung Berichte und Beschriebe der aktuellen Versuche am Strickhof

2 2 Strickhof Versuchsbericht 2015

3 Inhaltsverzeichnis Informationen zum Pflanzenbau BROTGETREIDE Hauptversuch Winterweizen WW Sorten- und Intensitätsversuch Winterweizen Winterweizen Leistungsprüfung LP Strohertragsversuch mit Winterweizen und Triticale Versuch stabilisierter Harnstoff bei Winterweizen Strickhof Weizen Junior-Cup Mineraldüngereinsatz mit Bakterien reduzieren Getreidehähnchen-Pflanzenschutzmittel im Test Einsatzzeitpunkt Wachstumsregler Bio-Ackerbau: Dinkel-Sortenversuch FUTTERGETREIDE Sorten- und Intensitätsversuche Wintergerste WG40/ Stickstoff-Düngungsversuch Wintergerste ÖLSAATEN UND KÖRNERLEGUMINOSEN Fungizideinsatz und Ertragsbildungsfaktoren im Winterraps Anbausystem- und Untersaatversuch im Raps Sortenversuch Winterraps 2013/ Rapsglanzkäfer auf Seitentrieben Ertragsrelevanz einer Rapserdflohbehandlung Rapserdflohbeobachtungen Bio-Ackerbau: Öllein Sorten- und Anbautechnikversuch Bio-Ackerbau: Mischkulturen Körnerleguminosen-Getreide MAIS Unkrautregulierung in Streifenfrässaat Mais Bio-Ackerbau: Mais-Bohnenmischkultur Proteinertrag und Unkrautunterdrückung KARTOFFELN Anbautechnik Kartoffeln: Keimhemmer Fazor Anbautechnik Kartoffeln: Pflanzgutkonditionierung ALLGEMEINE VERSUCHE ACKERBAU Bio Modellfruchtfolgen FUTTERBAU Gründungungsversuch PAG-CH Verträglichkeit von Dual Gold für Gründüngungen als Konkurrenz bei Erdmandelgrasbekämpfung AKTUELLE HF VERSUCHE ERTRAGSPARITÄTEN Paritätserträge von Ackerkulturen

4 SPEZIALKULTUREN Obstbau: Fruchtberostung durch Einsatz von BlossomProtect Obstbau: Feuerbrand-Blütenmonitoring Weinbau: Einfluss des Bor-/Molybdän-Blattdüngers Sugar Mover auf die Reife von Blauburgunder- Trauben TIERPRODUKTION Fütterung-Milch-Käse Fütterung von Kälbern in den ersten Lebenswochen

5 Vorwort Versuchsbericht Strickhof 2015 Pflanzenbau Tierhaltung Spezialkulturen Geschätzte Leserinnen und Leser Im vorliegenden Versuchsbericht 2015 finden Sie eine konzentrierte Zusammenfassung der Versuche und Fragestellungen, welchen die Fachpersonen am Strickhof nachgegangen sind. Enthalten sind nebst den traditionellen Pflanzenbauversuchen auch Themen aus der Tierhaltung, sowie aus dem Anbau von Spezialkulturen. In allen Bereichen versuchen die Fachpersonen mit praxisorientierten Versuchsanlagen neue Erkenntnisse auf ihrem Fachgebiet zu erlangen. Dazu nutzen sie intensiv die Möglichkeiten des Ausbildungs- und Versuchsbetriebes am Strickhof, welcher eine Vielzahl an Fragestellungen zulässt. Zudem strebt das Versuchswesen Strickhof eine enge Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen sowie mit praktizierenden Landwirten an. Der im Sommer 2015 organisierte Spatenstich für das Grossprojekt Agrovet Strickhof, ist ein Zeichen für die weitere Intensivierung der Versuchstätigkeit in der Tierhaltung. Bereits sind die ersten Versuche unter der neuen Organisation Agrovet Strickhof durchgeführt und ausgewertet worden notabene noch in den alten Gemäuern in Lindau. Beispielsweise ist der Kälberversuch in Zusammenarbeit zwischen der Veterinärfakultät der Uni Zürich und dem Strickhof durchgeführt worden eine erste Auswertung erscheint als Agrovet-Pionier in diesem Bericht. Wir danken allen beteiligten Partnerorganisationen und Landwirten, welche durch ihre Mithilfe im Bereich der Planung, der Durchführung oder Auswertung die diesjährigen Versuche ermöglicht haben. Unser besonderer Dank geht an die Mitarbeitenden des A&V Betriebs, welche in Zusammenarbeit mit den Versuchsverantwortlichen die zahlreichen Versuche geplant und betreut haben. Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre viel Vergnügen. Das Redaktionsteam Markus Bopp, Katrin Carrel, Martin Bertschi Folgende Organisationen haben uns im vergangenen Versuchsjahr unterstützt: Forschungsanstalt Agroscope ETHZ Forschungsstation Eschikon Agrovet Strickhof Forschungsinstitut für biologischen Landbau Delley Samen und Pflanzen AG Forum Ackerbau Swiss Granum Getreidezüchtung Peter Kunz GZPK Schweizerische Fachstelle für Zuckerrüben SFZ UFA Samen AG IG-Dinkel Biofarm Genossenschaft Vielen Dank! 5

6 Informationen Versuchsverantwortliche 2015 Autoren und Kontakt Fachbereich Mail Bertschi Martin Versuchswesen & Fachbereich Ackerbau Bolt Roger Fachbereich Tierhaltung Bopp Markus Carrel Katrin Versuchswesen & Fachbereich Ackerbau Versuchswesen & Fachbereich Biolandbau Feichtinger Georg Fachstelle Pflanzenschutz Hengartner Werner Fachbereich Futterbau Renfer Hanspeter Leiter A&V Betrieb Rüsch Andreas Versuchswesen & Fachbereich Ackerbau Szalatnay David Fachstelle Obst Thalmann Christoph Fachbereich Tierhaltung Thoss Hagen Fachstelle Obst Vögeli Ronald Feldbau A&V Betrieb Widmer Daniel Versuchswesen & Fachbereich Düngung Wirth Andreas Fachbereich Rebbau Zingg Felix Versuchswesen & Fachbereich Biolandbau 6

7 Standort und Klima Standort Lindau: 550 m.ü.m., Wülflingen 440 m.ü.m. Bodentyp: Braunerden, Bodenart: lehmiger Schluff bis toniger Lehm ph-werte: 6.3 bis 8.0, Mittelwert: ph 7.2 Humusgehalte: 3.5 bis 12 %, Mittelwert: 5 % Klimabedingungen 2015 Klima 2015: Temperaturen Standort Strickhof Lindau ZH Temperatur mittel ºC 30jähriger WM ºC Differenz ºC Temperatur ( Celsius) Monat Grafik 1: Durchschnittstemperaturen der einzelnen Monate und Mittelwert der Anbausaison 2014/15 im Vergleich zum dreissigjährigen Mittelwert Das Anbaujahr 2015 war geprägt vom extrem heissen Sommer. Meteoschweiz bewertet diesen Sommer als den zweitheissesten Sommer seit Beginn der Klimamessung vor 152 Jahren. Besonders die Monate Juni, Juli und August zeigen einen deutlichen Temperaturüberschuss; am Standort Strickhof lag die mittlere Temperatur im Juli sogar 3.7 C über dem langjährigen Durchschnitt. Parallel zu den hohen Sommertemperaturen wurde das Wetter auch von der starken Trockenheit in den Monaten Juli bis und mit Oktober geprägt. Die Niederschlagsmengen der Monate Juli bis Oktober erreichten lediglich 39-62% des dreissigjährigen Mittelwertes. Im Januar, April und Mai 2015 hingegen fiel mehr als doppelt so viel Regen als üblich. Gerste und Raps waren von der Sommertrockenheit kaum betroffen und zeigten gute Erträge. Das trockene Wetter erlaubte eine rasche Getreideernte. Auswuchs im Getreide war in diesem Jahr kaum ein Thema. Die Weizenerträge waren tiefer als im Vorjahr, die Hektorlitergewichte sehr hoch; der Krankheitsdruck im Frühling war in den Getreidekulturen recht hoch. Gelbrost, Septoria und Braunrost waren wichtige Krankheiten. Die Mykotoxingehalte der verschiedenen Getreideproben blieben laut der Branchenorganisation Swiss Granum für alle Getreidearten sehr tief. 7

8 Der Wassermangel im Sommer führte besonders bei Kartoffeln und Mais zu stressbedingten Ertragseinbussen. Einige Kartoffelsorten begannen eine zweite Knollengeneration zu bilden und der TS-Gehalt im Silomais stieg so rasch an, dass mit der Ernte rund drei Wochen früher als üblich begonnen werden musste. Auch im Futterbau wurde eine deutliche Ertragsdepression festgestellt. Klima 2015: Niederschläge Standort Strickhof Lindau ZH Niederschlag 2015 Niederschlag 30j.MW Anteil am langjährigen MW (%) % 210% 204% 220% % Niederschlag pro Monat (mm NS) % 109% 157% 59% 67% 134% 103% 39% 54% 51% 62% 126% 150% 100% 50% 0 0% Monat Grafik 2: Monatliche Niederschläge am Standort Strickhof und Mittelwert der Anbausaison 2014/15 im Vergleich zum dreissigjährigen Mittelwert Bild 1: Die Trockenheit im Anbaujahr 2014/2015 setze verschiedenen Kulturen stark zu. Im Bild ein Vergleich von Proben aus zwei Kartoffelfeldern am selben Standort: links ohne Bewässerung, rechts bewässert. Ertragsunterschied 300 dt/ha (Bild: Andreas Rüsch, Strickhof) 8

9 Versuchskategorien am Strickhof Die vielfältigen Versuche am Strickhof besitzen eine unterschiedlich ausgeprägte Aussagekraft. Einige Versuche stehen in starker Vernetzung mit anderen Institutionen wie z.b. mit den Forschungsanstalten Agroscope oder mit dem Forum Ackerbau. Andere wiederum sind Demonstrations- oder Tastversuche, die ausschliesslich im Rahmen des Schulbetriebs (z.b. der höheren Fachschule) des Strickhofs genutzt werden. Einige Versuche stehen im ersten Versuchsjahr, so dass die Publikation detaillierter Resultate noch nicht sinnvoll ist. Deshalb werden die Versuche in diesem Bericht gemäss ihrer Aussagekraft beurteilt und entsprechend gekennzeichnet. Je nach Aussagekraft werden den Versuchen ein bis drei Stern-Symbole zugeordnet. Die untenstehende Tabelle erklärt die Bedingungen, unter welchen die Symbole zugeteilt werden. Erfüllt... Aussagekraft Demonstrationsversuch Mehrere Standorte und/oder Versuchsjahre Exakt-Versuch in Kleinparzellen, Tierversuche mit genügend Wiederholungen Beispiele für: Demoversuche: Mehrere Standorte : Exaktversuch: Mais-Bohnen-Mischkultur mit drei Verfahren ohne Wiederholungen Untersaatversuch Raps mit 5 Standorten Sortenversuch Weizen mit drei Wiederholungen und 5 Standorten 9

10 Hauptversuch Winterweizen WW40 Forschungsanstalt Agroscope Aussagekraft Sortenprüfung WW 40 am Standort Strickhof Versuchsziel Die Forschungsanstalt Agroscope ACW ist beauftragt mit der Schaffung von auf den Schweizer Markt ausgerichteten und international konkurrenzfähigen Weizensorten. Der Versuch WW40 ist Teil des Projekts Sortenprüfung. Das Ziel des Projekts ist die Identifikation von Sorten die an unseren Boden und unser Klima angepasst sind krankheits-resistent und umweltverträglich sind (Gelb- und Braunrost, Mehltau, Septoria nodorum und Septoria tritici, Ährenfusariosen, Lagerresistenz), den zahlreichen, vom Markt verlangten Qualitätskriterien entsprechen (d.h. Verarbeitungsqualitäten, die den Anforderungen der einheimischen Müllerei- und Bäckereibetriebe genügen), ertragreich und leicht zu produzieren sind. Die Resultate des Versuchs werden letztendlich verwendet für die Sortenaufnahmen in den Nationalen Sortenkatalog und für die Erstellung der von den Branchenorganisationen empfohlenen Sortenlisten. Methodik Der Standort Strickhof ist einer unter mehreren, an welchen der Exaktversuch WW40 (Winterweizen Hauptversuch) zur Sortenprüfung in Kleinparzellen angebaut wird. Dank der Zusammenarbeit zwischen den Partnern Groupe Cultures Romandie, Forum Ackerbau, DSP, Swiss Granum und Agroscope (ART und ACW) war es möglich, interessante und kohärente Resultate zu erhalten. Damit können die Kenntnisse über das agronomische Verhalten und die Qualität jeder Sorte unter ÖLN- und Extenso-Bedingungen vertieft werden. Zusätzlich zu den offiziellen Versuchen von Agroscope unter Extenso- oder BIO-Bedingungen bilden diese Versuche eine wertvolle Versuchsgrundlage, um die Sorten für die Liste der empfohlenen Sorten 1 (ESL) auszuwählen. Um in die ESL von Swiss Granum aufgenommen zu werden, muss eine Winterweizensorte die zweijährigen Versuche im Extenso-Netz von Agroscope (WW40) erfolgreich bestehen. Sie wird danach während zwei Jahren im ÖLN-Netz von Swiss Granum (WW42) getestet. Diese Versuche werden in Zusammenarbeit mit dem Forum Ackerbau und der Groupe Cultures Romandie und durchgeführt. Das Saatgut wird von DSP vorbereitet und geliefert, während Agroscope ART die Aufbereitung des Erntematerials und die ersten Qualitätsmessungen vornimmt. Agroscope ACW beteiligt sich an den Versuchen, gewährleistet die Koordination innerhalb des Netzes und wertet die Ergebnisse aus. Resultate Die detaillierten Resultate der Sortenversuche des WW 40 werden auf der Internetseite der Eidgenössischen Forschungsanstalten Agroscope publiziert 2. Martin Bertschi (Strickhof Pflanzenbau)

11 Strickhof Versuchsbericht 2015 Sorten- und Intensitätsversuch Winterweizen Strickhof, Swiss Granum (WW42/43) Aussagekraft Versuchsfrage und Methodik Wie verhalten sich verschiedene Weizensorten ertragsmässig und qualitativ unter Extenso- und ÖLNBedingungen? Die Versuchsanlage ist als Exaktversuch angelegt und umfasst total 12 Sorten im Extenso und 24 Sorten im intensiven Anbauverfahren. Da es sich bei einigen Sorten um Kandidaten handelt, wird hier nur auf einen Teil der Sorten näher eingegangen. Zudem ist beim neu aufgenommenen Arnold ist die Saatgutverfügbarkeit für die Aussaat 2015 noch nicht gegeben. Resultate und Diskussion Die diesjährigen Weizenerträge fielen im Sortenversuch am Strickhof höher aus als 2013, erreichen aber nicht das Spitzenniveau vom Vorjahr. Erfreulich waren dieses Jahr auch die Qualität mit hohen Proteingehalte und guten Hektolitergewichten. Bei der Klasse Top kommen Molinera, Lorenzo und der Österreicher Arnold sogar im Extenso-Verfahren in den Bonus-Bereich der Proteinbezahlung (bis plus Fr. 1.50). Im ÖLN-Verfahren erreichen zudem Camedo und Claro die hohen Qualitätsansprüche für einen Preiszuschlag. Auch beim Hektolitergewicht setzt Arnold die Latte hoch an und reizt die HLG-Tabelle aus. Die übrigen vier Top-Sorten schaffen es im Extenso in den neutralen und im ÖLN in den leicht positiven Bereich des Bonus-Malus-Systems. Bild 1: Blick auf die Weizen-Kleinparzellen (Mai 2015) Kornerträge der wichtigsten Sorten: In Bezug auf den Ertrag dominierte im Drei-Jahres-Mittel im intensiven Anbau die Sorte Claro die Klasse Top vor Arnold und Camedo während sich im Extenso Camedo dank besserer Blattgesundheit vor Claro drängte. In der Klasse I überzeugten die beiden jungen Sorten 11

12 Chaumont und Hanswin vor Simano. In Klasse zwei standen nur Levis und Magno über die drei Jahre im Versuch. Magno weist einen deutlich höheren Ertrag auf, er taumelt aber aufgrund der Qualitätsanforderungen der Klasse II vor dem Abgrund. Die Klasse III wird nächstes Jahr aufgehoben und es entsteht eine Lücke zum Futterweizen. Hier wurde die Sorte Sailor neu auf die Sortenliste aufgenommen und bringt gegenüber den bestehenden Futterweizensorten vor allem Fortschritte in der Krankheitsresistenz. Grafik 1: Kornerträge und HLG der bekanntesten Sorten aus dem Winterweizenversuch Weitere Empfehlungen unter: Martin Bertschi (Strickhof, Pflanzenbau) 12

13 Winterweizen Leistungsprüfung LP 1-4 Delley Samen und Pflanzen AG Aussagekraft Winterweizen: Leistungsprüfung der DSP am Standort Lindau ZH Versuchsziele Das Sortenscreening Winterweizen wird im Auftrag der Delley Samen und Pflanzen AG am Standort Strickhof angebaut und bonitiert. Es ist Teil des Sortenzüchtungs-Programmes, welches die DSP in Zusammenarbeit mit den Forschungsanstalten Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) und Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) durchführt. Das Projekt hat folgende Ziele: Schaffung von Brotgetreidesorten, die an den Schweizer Markt angepasst und auch auf internationalen Märkten konkurrenzfähig sind Zuchtlinien, die speziell an unsere Umweltbedingungen angepasst sind und sich auch für den Bio- und Extensoanbau eignen (Resistenzen gegen Lager, gegen Auswuchs, gegen Pilzkrankheiten und Anpassung an klimatische Bedingungen der Schweiz) Hoher technologischer Wert, insbesondere hohe Backqualität Hoher wirtschaftlicher Ertrag Methodik Dieser Versuch wird nach dem Extenso-Verfahren in randomisierten Kleinparzellen angebaut. Bereits etablierte Sorten und neue Sorten werden in Kleinparzellen durchmischt angebaut. Dabei dienen die bekannten Sorten und ihre besondere Anfälligkeit als Referenz. Tabelle 1: Sorten mit frühem Krankheitsbefall im extensiven Anbau Sorte mit relativ Krankheit frühem Befall Braunrost Arina, Runal, Forel Gelbrost Papageno Mehltau Levis Septoria nodorum Blatt Lorenzo, Magno Septoria nodorum Ähre Claro, Cambrena Septoria tritici Blatt Runal Fusarium Ähre Lorenzo, Camedo Abbildung 1: DSP-Versuchsparzellen am Strickhof Erhebungen und Bonituren: Zeitpunkt des Ährenschiebens Krankheitsresistenz / Befall diverse Krankheiten Lagerneigung / Standfestigkeit Verschiedene Ertrags- und Qualitätsparameter (nach der Ernte) Die entsprechenden Ergebnisse der Erhebungen werden von den Forschungsanstalten Agroscope ausgewertet und fliessen in die aktuelle Sortenliste für Getreide mit ein. Martin Bertschi und Katrin Carrel (Strickhof, Pflanzenbau) 13

14 Strickhof Versuchsbericht 2015 Strohertragsversuch mit Weizen und Triticale Forum Ackerbau Aussagekraft Methodik Versuchsfrage: Welcher Strohertrag kann im Getreidebau bei unterschiedlicher Anbauintensität geerntet werden? ÖLN und Extenso, Saatmenge im ÖLN-Verfahren ÖLN 350 Kö/m2, im Extenso-Verfahren Verfahren 300 Kö/m2) Bestandesführung analog Brotweizenversuch, Kleinparzellen mit je drei Wiederholungen. Wiederholungen Es werden die drei Weizensorten Arina (langstrohig), Forel und Nara (kurzstrohig) verglichen verglichen mit der Triticale-Sorte Triticale Tarzan. Erhebungen: Strohgewicht dt/ha (je Kleinparzelle wägen, ohne Spreu), Spreu) Bestimmung des TS-Gehalts TS des Strohs ist zwingend notwendig, da nicht alle Sorten zum Erntezeitpunkt gleich abgetrocknet sind. Stroh sollte für die TS-Bestimmung stimmung zerkleinert werden. Halmlänge (messen im stehenden Bestand, bis Mitte Ähre). Bestandesdichte (erheben vor der Ernte) und Kornertrag Resultate und Diskussion Die Resultate werden erst nach drei Versuchsjahren über fünf Standorte abschliessend beurteilt. Nach zwei Versuchsjahren zeichnen sich allerdings bereits klare Tendenzen ab: Mit steigender AnbauinAnbaui tensität steigt auch die Bestandesdichte woraus neben einem höheren Körnerertrag auch ein höherer Strohertrag resultiert. Dies obwohl die Halmlänge durch den Wachstumsregulator im intensiven VerfahVerfa ren (ÖLN) kürzer war als im Verfahren Extenso. Die Sortenbedingte Halmlänge beeinflusst allerdings den Strohertrag stark, rk, wodurch die Sorten Tarzan und Arina in beiden Anbauintensitäten höhere Stroherträge liefern als die kurzstrohigeren Sorten Forel und Nara. Das Korn/Stroh-Verhältnis Korn/Stroh Verhältnis ist also stark von der Sorte- und nur bedingt vom Anbausystem abhängig. 120 Provisorische Resultate Strohversuch korr. Ertrag dt/ha 100 Körnerertrag 14.5% H2O Extenso ÖLN Extenso ÖLN Extenso ÖLN Extenso ÖLN 0 0 Arina Forel Nara Grafik 1: Mittlere Körner- und Stroherträge je Sorte nach zwei Versuchsjahren Martin Bertschi (Strickhof, Forum Ackerbau) Tarzan Strohertrag bei 88% TS Bestandesdichte Halme/m2 Korn/StrohVerhältnis

15 Versuch stabilisierter Harnstoff bei Winterweizen Strickhof HF Agrotechniker Aussagekraft Auswirkungen von stabilisiertem Harnstoff auf Ertrag und Qualität von Winterweizen Versuchsziele In Deutschland ist stabilisierter Harnstoff in Form des Produktes Urea Stabil zugelassen und im Einsatz. Die Wirkung beruht auf der Hemmung des Enzyms Urease, welches Harnstoff in Ammonium umwandelt. Oberflächlich ausgebrachter Harnstoff unterliegt somit weniger einer raschen Umwandlung und soll weniger Ammoniak ausgasen. Ziele des Versuchs waren die Gewinnung von Erfahrungen über das Handling des Düngers, sowie eine Ertrags- und Qualitätserhebung. Methodik Kleinparzellenversuch mit sechs Verfahren und drei Wiederholungen, über zwei Versuchsjahre am Standort in Lindau. Die Verfahren mit Urea Stabil (US) wurden einem herkömmlichen Harnstoff (HS) und Ammonsalpeter (AS)-Verfahren, sowie einer 0-Parzelle (KO) gegenüber gestellt. Gesamthaft ist ein N- Niveau von 100 kg N/ha gedüngt worden, aufgeteilt in eine oder zwei Gaben. Gesät wurde die Sorte Rainer (Kl. 2) mit 350 Körner/m 2. Resultate und Diskussion In beiden Versuchsjahren sind keine relevanten Ertragsunterschiede der einzelnen Düngungsverfahren zu verzeichnen. Die Erträge schwanken bei den gedüngten Parzellen um rund 5% um den Mittelwert 2013 von 78 kg/a und 2014 von 82 kg/a (Abb. 1.). Einzig die Kontrolle mit 0 kg Stickstoff verzeichnet deutlich tiefere Erträge von minus 20 kg/a.. Auch kein Unterschied sichtbar ist bei der Aufteilung der Dünger in eine oder zwei Gaben. Das gleiche Bild zeichnet sich auch bei den Qualitätskriterien Hektolitergewicht und Rohproteingehalt ab. Das HLG lag im Jahr 2013 im Durchschnitt bei 79 kg, im Jahr 2014 bei 77 kg. Die Rohproteingehalte bewegten sich in beiden Jahren auf tiefem Niveau und erreichten zwischen 10 und 12%. Dies ist hauptsächlich auf die tiefe N-Versorgung und die Sorte Rainer zurück zu führen Versuch stabilisierter Harnstoff, Erträge Jahre , Strickhof Lindau kg/a AS+HS AS+US HS KO US US+US Düngungsverfahren Grafik 1: Versuch stabilisierter Harnstoff, Erträge der Jahre 2013 und

16 Schlussfolgerungen/Empfehlungen: Die Anwendung des Düngers Urea Stabil ist einfach möglich und vergleichbar mit dem Einsatz eines geläufigen Harnstoff-Düngers Bei einem Stickstoff-Niveau von 100 kg N/ha ist sowohl bei der N-Form wie auch bei der Aufteilung der N-Gaben kein Unterschied bei Ertrag und Qualität von Winterweizen zu erkennen. Mit dem stabilisierten Harnstoff sind gleiche Erträge möglich, einen Zusatznutzen konnten die beiden Versuchsjahre nicht belegen In beiden Jahren resultierte die Düngung von 100 kg N/ha in einem Mehrertrag gegenüber der 0- Parzelle von rund 20 kg/a. Die tiefen Rohproteingehalte sind auf die Düngung wie auch auf die Sortenwahl zurück zu führen (negativer Zusammenhang zwischen Ertrag und Gehalt) Einen möglichen Einfluss der stabilisierten Dünger bei höherem Düngungsniveau ist nicht ausgeschlossen und müsste in weiteren Versuchen getestet werden Markus Bopp (Strickhof Pflanzenbau), Flavio Ferrari, Nicola Derungs, Patrick Hofstetter (Absolventen HF Agrotechniker) Abbildung 1: Kleinparzellenbestand Anfang Mai 16

17 Die elfte Austragung des Weizen Junior-Cup s Strickhof Aussagekraft Ausgangslage und Ziele des Wettbewerbs Neben einer guten Sortenwahl und Saatstärke, sowie der optimalen Pflege mit den geeigneten Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln geht es im Weizen Junior-Cup auch darum die Kosten im Griff zu haben. Was am Schluss zählt, ist nicht der höchste Kornertrag, sondern der kostenbereinigte Gelderlös (Deckungsbeitrag). Fünfzehn Teams aus diversen Kantonen konnten sich in zwei Anbauverfahren, einer Extenso- und einer Intensiv-Variante mit den Konkurrenten messen. Resultate Die wirtschaftlichste Anbaustrategie im Extenso hat das Team Big Harvest gefunden. Mit der Wechselweizensorte Fiorina (Klasse Top) und einer Saatdichte von 300 Körner/m 2 konnten die angehenden Betriebsleiter aus dem Kanton Thurgau einen Ertrag von 64 dt/ha ernten. Auch im 2014 wählte das Team mit der besten Extenso-Strategie Fiorina mit 300 Körnern pro m 2. Zusammen mit der Extensoprämie von 400 Franken, einem Qualitätszuschlag von 54 Franken und der IP- Suisse Labelprämie von knapp 290 Franken, konnten Sie einen Erlös von sfr erzielen. Nach Abzug der Produktionskosten von 1732 Franken erreichten sie mit Franken den höchsten Deckungsbeitrag dieses Anbauverfahrens. Die erfolgreichste ÖLN-Strategie des Berner Teams Inforama 3i war intensiv und doch relativ kostengünstig. Sie erreichten mit der Sorte Chaumont und einer Düngung von total 180kg N einen guten Ertrag. Die Stickstoffmenge wurde in drei Gaben Ammonsalpeter aufgeteilt. Die Unkrautregulierung erfolgte mit Artist + CCC was den Windhalm gut, aber die Klebern nicht erfasste. Es wurde erst Ende Ährenschieben ohne weitere Wachstumsregulierung und ohne Massnahmen gegen die Getreidehähnchen das Fungizid Gladio mit guter Wirkung gegen die vorhandenen Blatt- und Ährenkrankheiten ausgebracht. Der Deckungsbeitrag kam schliesslich auf 1885 Franken zu stehen. Abbildung 1: Die Junior-Cup Sieger 3. Rang: Fredi Peter (Pflanzenschmutzli), 1. Rang: Marco Widmer Stefan Spöhl, Jonas Knus (Big Harvest), 3. Rang: Hendrik Nünning, Christan Didicke, Max Zöllner (Grenzgänger), umrahmt von den Organisatoren Martin Bertschi und Katrin Carrel vom Strickhof 17

18 Weitere Infos zum letztjährigen und aktuellen Weizen Junior-Cup sind unter zu finden. Martin Bertschi und Katrin Carrel (Strickhof Pflanzenbau) 18

19 Mineraldüngereinsatz mit Bakterien reduzieren Welche Wirkung haben Azotovit und Phosphatovit? Aussagekraft Einfluss von Bakterienpräparaten auf die Nährstoffversorgung Versuchsziele Durch den Einsatz der beiden Bakterienpräparate Azotovit und Phosphatovit solle der Düngereinsatz reduziert werden können. Luftstickstoff soll durch Azotovit gebunden und anschliessend den Pflanzen zur Verfügung gestellt werden. Analog zur Symbiose zwischen den Knöllchenbakterien und Leguminosen. Phosphatovit soll allgemein im Boden vorhandene Nährstoffe besser Pflanzenverfügbar machen. Um die Wirkung der Präparate zu testen, wurde ein Versuch mit Winterweizen angelegt. Die Fragestellung dazu lautet: Haben die Bakterienpräparate Azotovit und Phosphatovit einen positiven Einfluss auf den Ertrag und die Qualität des Erntegutes? Methodik Die Versuchsanlage besteht aus 18 Kleinparzellen mit den beiden Sorten Cambrena (Klasse Biskuit) und Titlis (Klasse Top). Die Düngung wurde in drei Verfahren unterteilt. Somit entstanden 6 Verfahren zu je drei Wiederholungen. Auf eine Blockbildung wurde verzichtet. Details bezüglich Applikationszeitpunkt und Düngemittel sind aus Tabelle 1 zu entnehmen. Tab. 1: Überblick über die Düngerverfahren Düngung 1 Düngung 2 Düngung 3 DC 23 55kg N/ha: Mg Ammonsalpeter - DC 31 Kontrollparzelle: Keine Azotovit & Phosphatovit Azotovit & Phosphatovit Düngung, keine Bakterien 55kg N/ha: Ammonsalpeter - DC 37 30kg N/ha: Ammonsalpeter - 0 kg N 140 kg N 0 kg N Der Pflanzenschutz wurde betriebsüblich nach ÖLN durchgeführt und war für alle Verfahren gleich. Der Feldversuch wurde im 2013 und 2014 auf den Strickhofparzellen durchgeführt. Die Vorkulturen waren Raps (2013) und Silomais (2014). Resultate Die Felderträge, wie auch die Proteingehalte, unterscheiden sich zwischen den einzelnen Verfahren deutliche. Besonders der Einfluss der Sorte wird ersichtlich. Die Erträge von Cambrena sind höher als bei Titlis. Beim Proteinwert ist es gerade umgekehrt. Dies entspricht den Sorten und deren Einteilung gemäss der Sortenliste. Auch bei den Düngungsverfahren konnte ein Effekt festgestellt werden. Im Verfahren 2 (mineralische Düngung & Bakterien) wurden bei beiden Sorten die höchsten Erträge und Proteingehalte erzielt. Werden die Verfahren 1 (keine Mineraldüngung, keine Bakterien) und 3 (Bakterieneinsatz) miteinander verglichen, kann festgestellt werden, dass die Proteinwerte beinahe identisch sind. Auch die Erträge variieren nur gering zwischen den beiden Verfahren, innerhalb derselben Sorte und dem gleichem Jahr. Beim Vergleich der Verfahren wird auch ersichtlich, wie gross der Einfluss des Jahres und damit der Witterung ist. Im Jahr 2014 war das Ertragsniveau allgemein höher als im Jahr So sind auch die Er- 19

20 tragsunterschiede im Jahr 2014 innerhalb derselben Sorte wesentlich geringer als im Bei Cambrena blieben die Proteingehalte in beiden Jahren in etwa gleich, während der Ertrag jedoch höher war. Bei Titlis waren die Proteingehalte im 2014 leicht geringer als im Vorjahr. Dafür waren jedoch die Erträge höher. Beim Düngungsverfahren 2 scheint das Jahr nur wenig Einfluss gehabt zu haben. Die Erträge wie auch Proteinwerte waren in beiden Jahren sehr nahe beieinander Ertrag [dt/ha] Proteingehalt [%] Ertrag 2013 [dt/ha] Ertrag 2014 [dt/ha] Protein 2013 Protein C1 C2 C3 T1 T2 T3 0 Abb. 1: Resultate aus den Anbaujahren 2013/2014 Legende zu Abb. 1 C1 Cambrena; ohne Mineraldüngung, ohne Bakterienpräparat C2 Cambrena; mit Mineraldüngung, mit Bakterienpräparat C3 Cambrena ohne Mineraldüngung, mit Bakterienpräparat T1 Titlis; ohne Mineraldüngung, ohne Bakterienpräparat T2 Titlis; mit Mineraldüngung, mit Bakterienpräparat T3 Titlis; ohne Mineraldüngung, mit Bakterienpräparat Schlussfolgerungen/Empfehlungen: Der Einsatz der Bakterienpräparate brachte nicht den gewünschten Erfolg. Es konnte kein Unterschied zwischen dem Verfahren 1 und 3 festgestellt werden. Folglich dürfte der Effekt bei Verfahren 2 auf den Einsatz des Mineraldüngers zurückzuführen sein. Für die Zukunft müsst der Frage nachgegangen werden, ob die Bakterien einen Effekt herbeigeführt werden kann, wenn die Düngermenge reduziert wird und die Bakterienkulturen beigemischt werden. Daniel Widmer (Strickhof, Pflanzenbau) 20

21 Getreidehähnchen - Pflanzenschutzmittel im Test Strickhof Wirkung von Insektiziden auf Getreidehähnchen Versuchsziele Aussagekraft Das Getreidehähnchen kann vor Allem beim Ährenschieben (DC51-59) in Massen auftreten und zu erheblichem Ertragsverlust führen. Dies hauptsächlich, weil der Frass grossen Blattflächenverlust der F1 und F2 Blätter zur Folge hat, welche an der Kornfüllung massgeblich beteiligt sind. Im Jahr 2015 kamen vermehrt Beschwerden an die Fachstelle Pflanzenschutz, dass das herkömmliche Mittel Audienz nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielt und das stärkere, weniger umweltschonende Biscaya benutzt werden will, das aber nur unter Sonderbewilligung herausgegeben wird. Methodik Im Rahmen des für den Weizen Juniorcup angelegten Versuchsfeldes wurden mehrere Randparzellen mit verschiedenen Varianten von Spritzmitteln, Dosierungen und Zusatzmitteln getestet 1: Negativ-Kontrolle 4: Audienz 0.1 l/ha 2: Audienz 0.1 l/ha Wasser: 150l/ha Netzmittel 0.8l7ha 5: Biscaya 0.2l/ha Wasser: 400l/ha Wasser 250l/ha 3: Audienz 0.1 l/ha 6: Reldan 1l/ha Netzmittel 0.8l7ha Wasser 250l/ha Wasser: 150l/ha 7: Biscaya 0.3l/h 4: Audienz 0.1 l/ha Wasser 250l/ha Wasser: 150l/ha Von der Fachstelle Pflanzenschutz wird beim Einsatz von Audienz die Zugabe von Netzmitteln empfohlen, da die Wirkung durch Frass bedeutend höher ist als über Kontakt und die an der Pflanze haftende Giftmenge so erhöht werden kann. Dies wird unter zwei unterschiedlichen Dosierungen getestet. Auch von einer höheren Menge Wasser pro Hektar wird erwartet, dass sie die Wirkung positiv beeinflusst, weil mehr Fläche erreicht wird. Entsprechend wird die Wirkung von Audienz (0.1l/ha) einmal ohne und zweimal mit Netzmittel 0.8l/ha unter zwei verschiedenen Wassermengen (400l und 150l) pro Hektar untersucht. Die Wirkung wird verglichen mit jener von Biscaya in zwei Konzentrationen (0.2l/ha und 0.3l/ha) und mit Reldan (1l/ha) (Chlorpyrifos-methyl). Insgesamt ergab dies 7 Parzellen an 1.5x5.5m, mit einer Negativkontrolle. Bonitiert wurde in den mittleren Reihen, da die Unterschiede gegen den Rand hin enorm gross wurden. Dabei gab es 5 Stichproben pro Parzelle, wo jeweils 10 Pflanzen in der Reihe untersucht wurden. Das Augenmerk lag auf der Getreidehähnchen-Ppopulation, Blattfächenverlust durch Frass Ährendichte und TKG. Resultate und Diskussion Der Unterschied zwischen den Spritzmitteln war nicht deutlich, allerdings erreichten alle einen klaren Effekt im Vergleich zur ungespritzten Parzelle. Auf der Negativkontrolle waren 10x mehr Tiere zu finden, das heisst, der Wirkungsgrad lag zwischen 90% - 98% bei allen Verfahren. Am besten war der Wirkungsgrad mit Biscaya sowie bei Audienz mit Netzmittel und einer hohen Wassermenge. Auch die Kontrollparzelle hatte einen fast 50%igen Verlust 21

22 der aber entweder auf den leichten Wind und die mögliche Abdrift zu erklären ist oder durch die Hitzetage zum Zeitpunkt des Spritzens, was den Larven generell zu schaffen machen schien. Der Blattfrass wies ähnliche Muster auf. Auch da war der Frass mehr als doppelt so gross bei der am stärksten befallenen Zelle. Der Frass war grösser auf den F1 Blättern als auf den F2 Blättern und reagierte auch stärker auf das Spritzen In jeder Demoparzelle waren zusätzlich einzelne Pflanzen markiert, auf denen der Blattfrass individuell fotographisch festgehalten wurde. Es war offensichtlich, dass der Frass wesentlich schneller voran ging als in den gespritzten Parzellen (siehe Dokument Zeitraffer). Grafik 1 & 2 : Blattflächenverlust unter dem Frassdruck der verbleibenden Getreidehähnchen F1 Verlust % Überlebende % Es gab eine klare Tendenz zwischen dem Blattflächenverlust durch Frass und der Anzahl überlebenden Tiere (Fig.2). Der Ertrag sank auf Grund des Blattflächenverlustes (Fig.3). Der Zusammenhang zwischen der Anzahl Tiere und dem Ertrag war nicht deutlich ersichtlich, allerdings hatte die Negativkontrolle doch den kleinsten Ertrag. Berechnungen mit dem TKG ergaben keine sinnvollen Resultate und Berechnungen mit dem Blattflächenverlust erst, wenn ausschliesslich mit den F1 Blättern gerechnet wurde. Dies lässt vermuten, dass das F1 Blatt tatsächlich einer der wichtigsten Ertragsbildungsfaktoren ist. Grafik 3 & 4: Ertrag in Abhängigkeit von verbleibenden Getreidehähnchen und Blattflächenverlust Verfahren Anteil Überlebende % Fahnenblatt % Flächenverlust Getreidehähnchen % tot Ertrag dt/ha F1 % Verlust Ertrag dt/ha Schlussfolgerungen/Empfehlungen: Die getesteten Insektizide Audienz, Biscaya und Reldan wirken alle zufriedenstellend mit keinen bedeutenden Unterschieden. Es lässt vermuten, dass Audienz weiterhin, falls richtig eingesetzt, ausreichend und gut wirkt. Des Weiteren bestätigt dieser Versuch, dass Getreidehähnchen starken Blattflächenverlust hervorrufen, dessen Verlust aber gestoppt werden kann, beim Verwenden der Insektizide. Blattflächenverlust des F1 Blattes hat eine Ertragseinbusse zur Folge, wie auch eine hohe Anzahl Tiere einen negativen Einfluss auf den Ertrag hat. Lolita Ammann (Strickhof, Pflanzenbau) 22

23 Einsatzzeitpunkt des Wachstumsreglers CCC in Winterweizen Demoversuch in Lindau, Strickhof Aussagekraft Einfluss des Einsatzzeitpunktes von CCC auf Bestockung und Standfestigkeit von Weizen Versuchsziele Die Wirkung von Wachstumsreglern besonders im frühen Stadium der Bestockung ist schwierig abzuschätzen. Während eine Applikation kurz vor dem Schossen primär auf die Halmverkürzung abzielt, wird einer frühen Behandlung eine positive Wirkung auf die Bestockung attestiert. In diesem Versuch wurde der Wachstumsregulator Cycocel Extra (CCC) auf einer Teilfläche im Stadium DC 25 sowie die gesamte Parzelle im DC 30 appliziert und später die Effekte auf Bestandesdichte, Entwicklungsstadium, Internodienlänge und Standfestigkeit untersucht. Methodik Zur Beurteilung der Bestockung wurden zu Schossbeginn an jeweils zehn zufällig gewählten Stellen der Parzelle auf einem Meter die Anzahl Halme pro Pflanze ausgezählt. Für das Entwicklungsstadium und die Internodienlänge wurden zufällig 40 Halme pro Verfahren herausgeschnitten und ausserhalb des Feldes aufgeschnitten und ausgemessen. Im Stadium des Ährenschiebens wurden nochmals je 30 zufällig gewählte Pflanzen bonitiert und deren Wuchshöhe gemessen. Resultate und Diskussion Sowohl die Bestockung, als auch das Entwicklungsstadium unterschieden sich zum Zeitpunkt der ersten Bonitur im DC29 nicht zwischen dem im DC25 mit CCC behandelten und bis dahin unbehandelten Weizen. Allerdings hatte der Wachstumsregler einen starken Einfluss auf die Internodienlänge des ersten Knotens. Die früh behandelten Pflanzen wiesen zu Schossbeginn doppelt so lange Internodien (Ø 4cm) gegenüber den behandelten Pflanzen (Ø 2cm) auf. Bei der Bonitur zum Zeitpunkt des Ährenschiebens gab es weiterhin keinen Unterschied auf die Bestandesdichte und die Pflanzen der früh behandelten teilfläche waren im Mittel 3cm kürzer. Es gab als kaum Unterschied in den Halmlängen zwischen den beiden Verfahren. Lager trat nirgends auf, womit die Wirkung auf die Standfestigkeit nicht unter Beweis gestellt wurde. Schlussfolgerungen und Empfehlungen Bild 1: Tautropfen an frisch aufgelaufenen Weizenpflänzchen (Herbst 2014) Cycocel Extra wirkte vergleichbar bei einem Einsatz im Entwicklungsstadien DC25 und DC30. Aufgrund der Streuung innerhalb der Verfahren kann keine gesicherte Aussage über die Auswirkung auf die Bestockung gemacht werden. Die frühe Behandlung mit Cycocel Extra im DC 25 hatte keinen wesentlichen Einfluss auf den Weizenbestand. Der erhoffte Effekt auf die Bestockung der Pflanzen konnte nicht aufgezeigt werden. Die zusätzliche Verkürzungsleistung der frühen Behandlung von insgesamt 2-3cm auf die gesamte Halmlänge ist erwartungsgemäss gering ausgefallen und vermutlich nicht relevant. Da die gesamte Parzelle im DC 30 (nach-)behandelt wurde und eine ausreichende Verkürzung und Standfestigkeit erreichte, kann diesbezüglich die Einzelwirkung der frühen Behandlung nicht abschliessend beurteilt werden. Lolita Ammann und Martin Bertschi (Strickhof, Pflanzenbau) 23

24 Bio-Ackerbau: Dinkel - Sortenversuch Forum Ackerbau, IG-Dinkel Aussagekraft Überprüfung der Konkurrenzfähigkeit von 2 Landsorten im Vergleich zu den beiden altbewährten Dinkelsorten Ostro und Oberkulmer Versuchsziele In den letzen beiden Anbaujahren wurde am Strickhof in Zusammenarbeit mit dem Forum Ackerbau und IG Dinkel ein Praxisversuch angelegt, um die Konkurrenzfähigkeit von 2 Landsorten, N4E (Tellenbacher) und N5C (Werthensteiner), im Vergleich zu den beiden altbewährten Urdinkelsorten Ostro und Oberkulmer zu prüfen. Dinkel / Korn (Triticum aestivum spp. spelta) war bis vor hundert Jahren das wichtigste Brotgetreide der Schweiz. Mit der verstärkten Züchtungsarbeit beim Weizen geriet der Dinkel in den Hintergrund. Dinkel wird nun in der Schweiz wieder mehr und mehr von engagierten Landwirten angebaut. Der unverwechselbare Geschmack, die wertvollen Inhaltsstoffe, sowie die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten haben dem Korn zum vermehrten Anbau verholfen. Dinkel hat verglichen zum Weizen geringere Ansprüche an den Standort. So eignet sich der Anbau von Dinkel auch in höheren, raueren Lagen bis zirka 1400 m. ü. M. Bezüglich des Wasserhaushalts sind die Ansprüche vom Dinkel jedoch höher als beim Weizen. Daher sind für den Anbau genügend tiefgründige Böden ohne Staunässe und Verdichtungen zu wählen. Methodik Der Dinkel-Sortenversuch ist erstmals im Jahre 2013/14 am Strickhof, parallel zu den weiteren zwei Versuchs-Standorten (Rütti, BE und Wallierhof, SO) angelegt worden. Ausgewählt für den Versuch wurden die Sorten Ostro, Oberkulmer und die beiden Landsorten Tellenbacher und Werthensteiner. Der Anbau wird am Strickhof, dadurch dass die Anlage in der Bio-Modellfruchtfolge Platz gefunden hat, nach den Richtlinien des Biologischen Landbaus vollzogen. An den Standorten Rütti und Wallierhof wird die Kultur nach Extenso-/IP-Suisse-Vorschriften angebaut. Tabelle 1: Anbaudaten 2015 Versuchsstandort Strickhof Sorten Ostro, Oberkulmer, Tellenbacher, Werthensteiner Fläche 3.6 Aren pro Sorte 6m Streifen auf 60m Länge Saat 13. Oktober 2014 Saatmenge: 170 kg/ha bei allen Sorte Düngung 23 m 3 Biogasgülle am 17. März (DC22-23) 23 m 3 Biogasgülle am 24. April (DC30-31) Alle Sorten erhielten gleich viel (total 70 kg N / ha) Pflanzenschutz 2 x Striegeln im Herbst am 17. und 30. Oktober 2 x Striegeln im Frühling am 16. und 24. März Walzen am 22. April kurz vor 1-Knotenstadium (DC 31) zur Verbesserung der Standfestigkeit Erntetermin 20. Juli 2015 Resultate und Diskussion Die Ertragserwartungen von Dinkel liegen bei ursprünglichen Dinkelsorten im Biolanbau bei dt/ha. Im intensiven ÖLN-Anbau können Erträge bis zu 70 dt/ha erreicht werden. 24

25 Abbildung: Für die Ertrags- und Qualitätserhebung wurden die inneren 3m aus dem 6m Streifen geerntet um Randeffekte auszuschliessen Die Ernteergebnisse des 2-jährigen Sortenversuches am Standort Strickhof sind durchschnittlich ausgefallen. Das Versuchsjahr 2015 zeigt leicht tiefere Erträge im Vergleich zu 2014, für alle Sorten ausser für die Prüfsorte Werthensteiner. Über die 2 Versuchsjahre überzeugt Tellenbacher durch seinen konstanten und hohen Ertrag. Ostro scheint grössere Ertragsschwankungen über die Jahre zu haben als die Vergleichssorten, jedoch mit einem ansprechenden Ertragspotenzial. Oberkulmer bewegt sich im Mittelfeld, während Werthensteiner nicht zu überzeugen vermag. Aus diesen 2 Versuchsjahren lässt sich erahnen, dass die Konkurrenzfähigkeit von Tellenbacher im Vergleich zu den altbewährten Dinkelsorten Ostro und Oberkulmer durchaus vorhanden ist. Die Resultate sind jedoch nicht abschliessend zu bewerten, da es sich lediglich um einen 2- jährigen Versuch handelt. Grafik 1: Erträge des Sortenversuchs am Standort Strickhof Felix Zingg (Strickhof, Biolandbau) 25

26 Sortenversuch Wintergerste WG 40/42 Swiss Granum Aussagekraft Versuchsziel und Methodik Vor der Aufnahme auf die empfehlende Sortenliste von Swiss Granum muss eine Gerstensorte ein erfolgreiches Jahr im Vorversuch WG30 erfolgreich abschliessen und kann dann in den Hauptversuch WG40 (Extenso) und seit 2015 gleichzeitig auch im WG42 (ÖLN) aufgenommen werden. Durch die parallele Prüfung im WG40 und WG42 kann der Prüfprozess beschleunigt werden und die Gerstensorten können früher auf den Markt kommen. Der frühere WG43 (Extenso) entfällt dadurch. Das Forum Ackerbau beteiligt sich weiterhin zwei Standorten an der Sortenprüfung. Die Standorte im Kanton Zürich wurden am Reckenholz mit Agroscope zusammengelegt und so wird am Strickhof nur noch ein Demoblock des WG40/42 zu Unterrichts- und Beratungszwecken angebaut. Durch den Wegfall des WG43, den Zusammenschluss des WG40 und WG42, sowie durch die Änderungen bei den Standorten können dieses Jahr keine zuverlässigen mehrjährigen Resultate präsentiert werden. Es handelt sich um acht Kleinparzellen-Exaktversuche mit jeweils drei Wiederholungen % 13% 12% 11% 10% 9% 8% Ertrag ÖLN Ertrag Ext Protein ÖLN Protein Ext Grafik 1: Erträge in dt/ha und Proteingehalte in % in den Sortenversuchen 2015 Resultate und Diskussion Im ÖLN (intensiv) wurde im Mittelwert 88.4 dt/ha bei einem Hektolitergewicht von 68.7kg und einem Proteingehalt von 11.2% geerntet. Dies gegenüber einem Extenso-Ertrag von 81.6 dt/ha mit einem Hektolitergewicht von 67.7kg und einem Proteingehalt von 10.4%. Das Ertragsniveau an den verschiedenen Versuchsstandorten war allerdings sehr gross. Während in Delley und an der Liebegg der Durchschnittsertrag im intensiven Verfahren bei über 100dt/ha lag, wurden in Grangeneuve und am Reckenholz lediglich Erträge um 70dt/ha geerntet. Bei den mit * bezeichneten Sorten handelt es sich um zweizeilige Sorten. Martin Bertschi (Datenquelle: Swiss Granum) 26

27 N-Düngungsversuch Wintergerste Forum Ackerbau Aussagekraft Versuchsfrage Wie reagieren die verschiedenen Gerstentypen auf unterschiedliche N- Düngungsstrategien? Standorte Anbaudaten Liebegg AG, Inforama BE, Wallierhof SO, Strickhof ZH Versuchsanlage: Kleinparzellenversuch mit drei Wiederholungen Sorten und Saatdichte: California 240 Kö/m 2, KWS Tonic 240 Kö/m 2, Hobbit 150 Kö/m 2, Wootan 150 Kö/m 2 Pflanzenschutz: Fungizid und Verkürzer zu Beginn und Ende Schossen Düngungsverfahren Verf. N-Düngungsstrategie kg N/ha 1 Kontrolle Gaben AS = Bestockung 40N, Schossen 60N, Ährenschieben 40N Gaben HS = Bestockung 40N, Schossen 100N (Harnstoff) Herbstdüngung = Herbst 40N, Bestockung 40N, Schossen 60N Reduzierte Startgabe = Bestockung 20N, Schossen 80N, Ährenschieben 40N 140 Kurzbeschrieb der Ausgangslage Mit dem Anbau von Hybrid-Gerstensorten stellen sich einige Fragen zur spezifischen Bestandesführung. In einem dreijährigen Vorversuch wurden im Forum Ackerbau Saatzeitpunkt, Saatdichte und verschiedene Düngungsstrategien untersucht. Es hat sich gezeigt, dass sich mit Hybridsorten bei entsprechender Bestandesführung mit den besten Liniensorten vergleichbare Erträge erzielen lassen. Um die teureren Saatgutkosten aufzufangen, sollte und kann dank der guten Bestockungsleistung im Herbst eine reduzierte Saatstärke gewählt werden. Ein verspäteter Saatzeitpunkt ging in den Forum-Versuchen zu Lasten des Ertrages und kann deshalb nicht empfohlen werden. Abb.1: Deutliche Verfahrensunterschiede (Frühjahr 2015) Abb.2: Vielversprechende Versuchsanlage (Herbst 2015) 27

28 Strickhof Versuchsbericht 2015 Provisorische Ergebnisse nach dem ersten Versuchsjahr Das Verfahren mit der ungedüngten Kontrolle erreichte über alle Standorte einen erstaunlich hohen Ertrag von 61 dt/ha. Dennoch viel die Kontrolle gegenüber den gedüngten Verfahren um 30 dt/ha ab. Die Ertragsunterschiede zwischen den verschiedenen Düngungsstrategien waren sehr klein. Grössere Unterschiede gab es zwischen den Sorten. Die zweizeilige Liniensorte California erreichte im Durchschnitt der vier gedüngten Verfahren 91 dt/ha, die Hybridsorte Hobbit 103 dt/ha und die sechszeilige Liniensorte KWS Tonic 108 dt/ha. Die Hybridsorte Wootan wurde für das Versuchsjahr 2016 ergänzt. Schlüssige Aussagen zum Abschneiden der einzelnen Sorten unter den verschiedenen Düngungsverfahren können erst nach weiteren Versuchsjahren gemacht werden. Abb. 3: Gerstenernte im Kleinparzellenversuch Martin Bertschi (Strickhof, Pflanzenbau) 28

29 Fungizideinsatz und Ertragsbildungsfaktoren im Winterraps Forum Ackerbau Versuchsziele Aussagekraft Im Rahmen des Forums Ackerbau wurden an den Standorten Salenstein TG (Arenenberg), Suhr AG (Liebegg), Riedholz SO (Wallierhof), Lindau ZH (Strickhof) in einem dreijährigen Versuch verschiedene Fungizidbehandlung verglichen. Es sollen die Ertragseffekte und schliesslich die Wirtschaftlichkeit verschiedener Fungizidbehandlungen untersucht werden. Methodik Der Versuch wurde als Streifenversuch mit jeweils drei Wiederholungen auf Praxisschlägen angelegt. Es wurden untenstehende fünf Verfahren miteinander Verglichen (von keiner bis drei Behandlungen). Auf die Variante Herbstbehandlung plus Blütenbehandlung wurde verzichtet, da dieses Verfahren in Sortenversuchen bereits langjährig getestet wurde. Unter Einbezug der Produzentenpreise 2015 (Fr. 73.-/dt) wurden im Forum Ackerbau basierend auf dem Deckungsbeitragskatalog die notwendigen Mehrerträg der Fungizidverfahren gegenüber der Kontrolle berechnet. Verfahren Fungizideinsatz Nötiger Mehrertrag 1_Kontrolle Kein Fungizid Referenz 2_Herbst Herbstbehandlung gegen Phoma (1 l/ha Horizont) +1.3 dt/ha 3_Blüte 4_Frühling+Blüte 5_Herbst+Frühling+Blüte Resultate Blütenbehandlung gegen Sklerotinia (0.7 l/ha Proline) Frühlingsbehandlung Phoma (1 l/ha Horizont), Vollblütenbehandlung Sklerotinia (0.7 l/ha Proline) Herbstbehandlung Phoma (1 l/ha Horizont), Frühlingsbehandlung Phoma (0.5 l/ha Cantus), Blütenbehandlung Sklerotinia (0.7 l/ha Proline) +1.7 dt/ha +3.3 dt/ha +4.5 dt/ha Im Mittel aller Standorte und Jahre wurden in allen Fungizid-Varianten gegenüber der unbehandelten Kontrolle Mehrerträge von 2.1 und 2.8 dt/ha erzielt. Mit diesen Mehrerträgen lassen sich die Kosten für eine einmalige Fungizidbehandlung decken. In den Verfahren mit zwei oder drei Fungizid-Applikationen konnte der notwendige Mehrertrag dagegen nicht erreicht werden. Vergleicht man die drei Versuchsjahre so fällt auf, dass die grösste Differenz zur Kontrolle im Jahr 2013 lediglich 2.2 dt/ha betrug, 2014 lag der grösste Unterschied bei 3.0 dt/ha und 2015 sogar bei 4.6 dt/ha. Verfahren Mehrertrag dt/ha 2013 Mehrertrag dt/ha 2014 Mehrertrag dt/ha _Herbst _Blüte _Frühling+Blüte _Herbst+Frühling+Blüte Tab.: Erzielte Mehrerträge gegenüber der Kontrolle über alle vier Standorte pro Jahr 29

30 Die grün hinterlegten Felder in der Tabelle bedeuten, dass sich ein Verfahren wirtschaftlich von der Kontrolle abheben konnte. Die gelben Felder markieren Fälle in denen die Wirtschaftlichkeit im Falle einer Kombination des Fungizides mit einer notwendigen Insektizid-Behandlung wirtschaftlich wäre. Bei einer separaten Auswertung der einzelnen Versuchsstandorte wird ersichtlich, dass die Wirtschaftlichkeit eines oder mehrerer Fungizid-Einsätze neben dem Jahr auch stark vom Standort abhängig ist. So lohnte sich am Standort Lindau (ZH) die Anwendung eines oder mehrerer Fungizide nur in einem Drittel der Fälle. In Suhr (AG) hingegen zahlten sich die Fungizideinsätze in zwei Dritteln der Fälle aus. Über alle Standorte und Jahre waren vor allem die Einfachbehandlungen erfolgsversprechend. So wurden in 15 von 24 Fällen die zur Deckung der zusätzlichen Kosten notwendigen Mehrerträge erreicht. Die Anwendung von zwei Fungiziden war nur in einem Drittel der Fälle interessant. Dies gilt auch für die hier nicht untersuchte Kombination einer Herbst- plus Blütenbehandlung, welche im Forum Ackerbau auch über viele Jahre verglichen wurde. Am wenigsten wirtschaftlich waren Dreifachbehandlungen, welche nur in einem von 12 Fällen kostendeckend waren. Diskussion Die aktuellen Sorten weisen gute Resistenzeigenschaften gegen Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule) und Sklerotinia (Rapskrebs) auf. Ausserdem war in der Schweiz der Befallsdruck von Sklerotinia dank unseren Fruchtfolgen und in Folge der schlechten Infektionsbedingungen in den letzen Jahren gering. Ein Mehrertrag durch den Einsatz von Fungiziden wird im Raps häufig nicht in erster Linie wegen der Reduktion der Pilz-Infektionen sondern dank positiver Nebenwirkungen erzielt. So verhindert eine Phoma-Behandlung im Herbst das Längenwachstum in üppigen Beständen und verbessert die Winterhärte der Pflanzen, während die Frühlingsbehandlung die Standfestigkeit verbessert und die Blüte synchronisiert. Eine Blütenbehandlung wirkt auch gegen andere Pilze wie Botrytis oder Alternaria und verbessert die Platzfestigkeit der Schoten, was vor allem bei späten Ernteterminen Vorteile bringen kann. Durch eine Blütenbehandlung kann es wegen der Durchfahrt in hohem Raps allerdings auch zu Verlusten von bis zu 10% kommen, wie ausländische Untersuchungen zeigen. Phoma-Behandlung Herbst vs. Frühjahr Eine gute Herbstentwicklung (min Blätter) ist wichtig zur Ausschöpfung des Ertragspotentials. Frühe Saaten, hohe Bestandesdichte, sowie ein hohes Stickstoffangebot begünstigen allerdings, dass bereits im Herbst bei entsprechender Witterung eine Streckung des Vegetationskegels einsetzt und dadurch die Winterhärte vermindert wird. Mit dem Einsatz wachstumsregulierender Fungizide kann dieses Längenwachstum verzögert werden. Zum idealen Einsatzzeitpunkt gegen Phoma lässt sich allerdings oftmals nur bedingt abgeschätzten, ob eine Wachstumsregulierung überhaupt nötig wird. Bei Spätsaaten oder schlecht entwickelten Pflanzen sollte tendenziell nicht auf eine wachstumsregulierende Wirkung gesetzt werden. Wurde auf eine Herbstbehandlung verzichtet, so stellt sich allenfalls die Frage nach einer Frühjahrsbehandlung. In der Regel sind Frühlingsinfektionen für die Ausprägung der Wurzelhals- und Stängelfäule allerdings weniger kritisch als Herbstinfektionen. Die Mittel mit einer wachstumsregulierenden Wirkung beschränken jedoch die Pflanzenlänge und können so die Standfestigkeit zur Ernte verbessern. Ausserdem wird der Haupttrieb zu Gunsten der Seitentriebe etwas gebremst, das eine synchronere und kürzere Blüte und damit ein gleichmässigeres Abreifen zur Folge haben kann. Blütenbehandlung Blütenbehandlungen haben im Forum-Versuch in mehr als der Hälfte der Fälle als Einzelbehandlung einen wirtschaftlichen Mehrertrag bewirkt. Aus Imagegründen sollte die Behandlungen zu diesem Zeitpunkt allerdings kritisch abgewogen werden. Eine allfällige Behandlung muss zwingend ausserhalb des Bienenfluges erfolgen. Man sollte sich auch bewusst sein, dass das Argument der Schoten-Platzfestigkeit im ÖLN-Gedanken nur in Kombination mit der Vorbeugung der Krankheiten (Sklerotinia, Botrytis, Alternaria) hinhalten darf. Allenfalls sind Produkte mit Einsatzzeitpunkt im Knospenstadium vorzuziehen. Sonja Basler (Forum Ackerbau, Liebegg) Martin Bertschi (Forum Ackerbau, Strickhof) 30

31 Anbausystem- und Untersaatversuch Raps Strickhof, Forum Ackerbau Aussagekraft Anbausystem- und Untersaatversuch Raps Versuchsfrage: Ist der Anbau von Raps mit Untersaat wirtschaftlich? Beeinflusst die Art der Bodenbearbeitung vor der Saat das Gelingen einer Untersaat im Raps? Versuchsanlage und Anbaudaten Der Untersaatversuch Raps wird über das Forum Ackerbau koordiniert. Folgende Versuchsstandorte beteiligen sich am Projekt: Lindau ZH (Strickhof), Gränichen AG (Liebegg), Salenstein TG (Arenenberg), Schaffhausen SH (Charlottenfels), Zollikofen BE (Rütti) Die Versuchsanlage besteht aus vier Streifen mit den folgenden Verfahren: Raps mit und ohne Untersaat nach Bodenbearbeitung mit dem Pflug, Raps mit und ohne Untersaat nach pflugloser Bodenbearbeitung. Sorte und Saatstärke können von den Versuchsstandorten bestimmt werden. Im Untersaat-Verfahren wird auf einen Herbizideinsatz verzichtet. Über alle Verfahren werden betriebsüblich ein bis zwei Fungizide plus Insektizide bei Überschreitung der Bekämpfungsschwellen eingesetzt. Die Düngung erfolgt individuell nach Standort. Politische Ausgangslage Die Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes ist ein Ziel der Schweizer Agrarpolitik. Mit einem Beitrag von 400.-/ha wurde in der AP14/16 ein Anreiz geschaffen, Alternativen für die chemische Unkrautbekämpfung zu suchen. Eine solche Alternative könnte der Raps mit Untersaat darstellen. Der Beitrag wird allerdings nur in Kombination mit einem pfluglosen Anbausystem ausbezahlt. Anbauempfehlung Das Ziel des Anbaus von Raps mit Untersaat ist, dass die Untersaatmischung im Herbst den Boden rasch bedeckt, im Winter abfrieren und so im Frühling für den Raps keine Konkurrenz mehr darstellt. Die Untersaatmischung wird gleichzeitig mit dem Raps gesät. Das Saatgut kann miteinander vermischt werden und so in einem Durchgang ausgesät werden. Um das Risiko der Entmischung zu senken, wird die Saat von einigen Landwirten auch getrennt durchgeführt. Bei separater Saat sollte zuerst die Untersaatmischung ausgesät werden, damit die Rapsaussaat nicht gestört wird und die Saattiefe nicht verändert wird. Raps ist empfindlich auf unausgeglichene Saattiefenablage. Raps mit Untersaat sollten rund eine Woche früher gesät werden, da die Entwicklung vom Raps durch die Konkurrenz von der Untersaat leicht gebremst wird. (Quelle: Andrea Enggist, Forum Ackerbau). Erste Eindrücke nach einem Versuchsjahr Die meisten Versuchsstandorte hatten grössere Probleme mit Verunkrautung resp. Ausfallgetreide insbesondere im pfluglosen Verfahren mit Untersaat. Die Auswirkungen auf den Ertrag waren stark standortabhängig. Ein wichtiger Faktor für das Gelingen von Raps mit Untersaat ist der Unkrautdruck am jeweiligen Standort. Eine Unkrautkur vor der Rapssaat könnte die Bedingungen für die Untersaat verbessern. Des Weiteren ist es eine Herausforderung den idealen Konkurrenzdruck der Untersaat gegenüber dem Unkraut zu erreichen, ohne dass der Raps im Herbst in der Entwicklung zu stark zurückgebunden wird. Konkrete Ergebnisse zu Ertrag und Wirtschaftlichkeit folgen nach weiteren Versuchsjahren. 31

32 Abbildung 1: Rapssorte Hybrirock mit (links) und ohne Untersaat (rechts) im Herbst 2014 am Standort Lindau Andrea Enggist, Forum Ackerbau (Liebegg) Martin Bertschi, Forum Ackerbau (Strickhof) 32

33 Sortenversuch Raps Forum Ackerbau, Strickhof Aussagekraft Versuchsziele Vergleich der Erträge von verschiedenen Winterrapssorten mit jeweils 1-2 Fungiziden. Der Versuch wird koordiniert mit dem Forum Ackerbau an verschiedenen Standorten gleich angebaut. Methodik Der Versuch wird unter Praxisbedingungen in breiten Streifen angebaut. Vier Referenzstreifen über die ganze Feldbreite erhöhen die Aussagekraft der Versuches. Die Saat des Streifenversuches in Winterberg ZH erfolgte am 4. September 2014 mit 40 keimfähigen Körnern/m2. Bereits bei der Herbstentwicklung gab es gewisse Sortenunterscheide zu beobachten: Während die beiden HOLL Sorten V280OL und V316OL sowie die Halbzwerghybride PR45D03 aber auch Bonanza einen vergleichsweise langsamen Start hinlegten, entwickelten sich Avatar, Visby, Hybrirock und Attletick gut und bedeckten den Boden schneller. Der Winter war dann allerdings erneut keine grosse Herausforderung weder für unter- noch für überentwickelte Pflanzen, da es - wenn einmal kalt - eine genügende Schneedecke hatte. In der Grafik werden die mittleren Erträge von vier Rapsstandorten (AG, BE, SH, ZH) des Forums Ackerbau, denjenigen des Standortes Strickhof (Lindau und Winterberg) gegenübergestellt. Die Sorten und die Anbautechnik wurden vorgängig koordiniert und zentral ausgewertet, damit die Resultate besser vergleichbar sind. Es wurde ein Vorauflaufherbizid und ein Fungizid mit wachstumsregulierender Wirkung im Herbst eingesetzt. Die Bekämpfungsschwelle für Erdflöhe wurde am Strickhof nicht überschritten. Im Frühjahr wurden 160 kg N/ha in zwei Gaben ausgebracht und die Glanzkäfer mit einer Behandlung im DC55/57 bekämpft. Abbildung 1: Die weissblühende Sorte Witt war erstmals als Kandidat im Versuch, ist aber noch nicht auf der empfehlenden Sortenliste. 33

34 Resultate und Diskussion Attletick schaffte es aufgrund seines sehr hohen Ertragspotentials neu auf die Sortenliste. Sie überzeugt auch mit einer guten Phoma-Resistenz, ist allerdings etwas später zur Blüte und Ernte. Avatar konnte trotz guten Erträgen in Vorversuchen und in der Praxis in den Streifenversuchen, insbesondere am Standort Strickhof nicht mit den Besten mithalten. Die Sorte ist aber sehr winterhart, sehr standfest und ist dank ihrer frühen Blüte oftmals weniger von den Glanzkäfern geplagt. Bonanza hat neben seinem hohen Ertragspotential und auch eine sehr gute Ertragsstabilität, was sich auch in unseren Streifenversuchen widerspiegelt. Es ist die spätreifste Sorte auf der Liste für eine Ernte meist nach dem Weizen. Hybrirock scheint es am Strickhof besonders gut zu gefallen, was er mit sehr erfreulichen Erträgen belohnt. Die Ertragsstabilität über die Jahre und Standorte ist sonst eigentlich nicht seine Stärke. Er sollte aufgrund seiner Neigung zur Stängelbildung im Herbst nicht zu früh gesät werden. SY Carlo hat ähnliche Eigenschaften wie Hybrirock. Auch seine Erträge sind eher grösseren Schwankungen unterworfen. Er ist etwas früher in der Blüte und hat einen etwas höheren Ölgehalt. Visby ist mittlerweile die älteste Sorte auf der Liste und kämpft noch tapfer gegen die steigenden Erträge und verbesserten Kankheitsresistenzen der Konkurrenten. Dank guter Konstanz, guter Frostresistenz und Standfestigkeit rechtfertigt sich Visby aber nach wie vor insbesondere für mässige Rapsböden. Grafik 1: Rapserträge in den Sorten-Streifenversuchen am Strickhof und im Forum Ackerbau Beim HOLL-Raps gibt es neben dem bewährten V280OL mit V316OL nun zwei sehr leistungsfähige Sorten, welche sich nicht mehr vor den klassischen Sorten zu verstecken brauchen. V316OL ist nochmals eine Verbesserung in Bezug auf die Phoma-Resistenz, die Standfestigkeit, den Ölgehalt und nicht zuletzt auf den Ertrag. Martin Bertschi (Strickhof, Pflanzenbau) 34

35 Rapsglanzkäfer auf Seitentrieben Strickhof Aussagekraft Frassdruck auf Rapsseitentriebe nach Beginn der Blüte am Haupttrieb Versuchsziele Der Rapsglanzkäfer frisst sich von hinten in Rapsknospen um an den Pollen zu gelangen. Durch Frass beschädigte Knospen fallen ab, was zu erheblichen Ertragseinbussen führen kann. Im späteren Stadium wird die Gefahr durch den Rapsglanzkäfer als geringer eingeschätzt, einerseits weil die Knospen weniger klein und empfindlich sind, andererseits, weil angenommen wird, dass ab Beginn Blüte offene Blüten bevorzugt angeflogen werden. Wie gross der Druck zu diesem Zeitpunkt auf weniger weit entwickelte Seitentriebe ist, wurde in diesem Versuch erhoben. Methodik An 40 Pflanzen verteilt über eine Feldhälfte, die im Rahmen eines Schadschwellenversuchs nicht gegen Rapsglanzkäfer behandelt worden war, wurde die Anzahl Käfer pro Pflanze zum Zeitpunkt des Stadiums DC 62 am 20. April 2015 auf dem blühenden Haupttrieb erhoben, wie auch auf allen noch nicht blühenden Seitentrieben. Abbildung 1: Beginn Blüte (DC61-22) beim Raps Auszählen der Rapsglanzkäfer auf Haupt und Nebentrieben auf einer unbehandelten Feldhälfte Resultate und Diskussion Rapsglanzkäfer wurden vermehrt auf den noch geschlossenen Seitentrieben gefunden, was darauf hinweist, dass der Einfluss von Rapsglanzkäfern auch im teilweise blühenden Raps nicht unterschätzt werden darf. In Anbetracht der grossen Zahl von Seitentrieben ist der Druck auf dem einzelnen Seitentrieb mit 0.69 Käfer wesentlich kleiner als am Haupttrieb mit Ob sich mehr Käfer pro Trieb am Haupttrieb aufhalten als pro Seitentrieb kann nicht sicher gesagt werden. Vielleicht ist es, weil es schon offene, bevorzugte Blüten hat, vielleicht aber auch nur, weil es oben ist. Allerdings ist der Druck auf die Seitentriebe einer Pflanze über die ganze Pflanze gesehen doppelt so gross wie am Haupttrieb. Dies bedeutet, dass an den Seitentrieben zu diesem Zeitpunkt noch viele Schoten geschädigt werden. In ihnen liegt auch das Kompensationspotential allfälliger Schäden am Haupttrieb. Bei kühlem Wetter nach Blühbeginn dauert es bis zu drei Wochen, bis die Seitenknospen sich geöffnet haben und durch Frass nicht mehr beschädigt werden. 35

36 Rapsglanzkäfer pro Pflanze auf Haupt- und Seitentrieben Pro Haupttrieb Summe Seitentriebe Pro Seitentrieb Grafik 1: Anzahl Rapsglanzkäfer / Pflanze auf Haupt- und Seitentrieben zum Stadium DC 62 auf 40 Pflanzen im Feld Schlussfolgerungen Aus Kompensations- und Schadschwellenversuchen kann abgeleitet werden, dass in vielen Jahren eine Behandlung nach dem Einflug der Rapsglanzkäfer genügen sollte. Wenn bei sehr hohem Druck vor Abschluss des Zufluges behandelt wird, ist eine zweite Behandlung dann kurz vor Beginn der Blüte nötig, da sonst eben zu viele Käfer die Knospen an den Seitentrieben beschädigen. Bei noch immer nicht sicher abgeschlossenem Zuflug hat diese Behandlung mit einem Mittel zu erfolgen, das möglichst lange Dauerwirkung hat. Georg Feichtinger und Lolita Ammann (Strickhof, Pflanzenschutz) 36

37 Ertragsrelevanz einer Rapserdflohbehandlung 2015 Strickhof Aussagekraft Versuchsfrage: Wie wirkt sich eine Erdflohbehandlung im Herbst auf den Bestandeszustand im Frühjahr und den Ertrag aus? Im Herbst 2014 wurde ein Rapsbestand bei Erreichen der Schadschwelle von 80% der Pflanzen mit Frassstellen im 6 Blattstadium gegen Erdflöhe behandelt wobei zwei Spritzenbreiten nicht behandelt wurden. Trotz starken Unterschieden bei Bestandesbonituren im Frühjahr kompensierte der Raps den Schaden und erreichte auch in der Kontrolle beinahe den gleichen Ertrag. Methodik Bild 1: Luftaufnahme des Versuchsfeldes am 20. April 2015, links des roten Balkens keine Erdflohbehandlung im Herbst, rechts vom roten Balken Erdflohbehandlung im Herbst, Bonituren innerhalb der gelben Rahmen, Quelle Fredi Peter Im Versuchsfeld wurden trotz Erreichen der Schadschwelle (80% der Pflanzen mit Frass) zwei Spritzenbreiten (30 m) am 18. September 2014 nicht mit Fastac Perlen (70g/ha) gespritzt. Die Düngung von 138 N erfolgte im Frühjahr in drei Gaben mit Bor-Ammonsalpeter plus Schwelfel. Am 14. April 2015 wurde der behandelte und der unbehandelte Feldteil bonitiert. Es wurden an fünf zufällig gewählten Stellen auf einem Quadratmeter die Anzahl intakter und geschädigter oder kleiner Pflanzen ausgezählt. Zudem wurde die durchschnittliche Anzahl Larven pro Pflanze an 30 Pflanzen ermittelt. Am 13. April 2015 wurden bei 3 Käfern pro Pflanze (Bekämpfungsschwelle) die Rapsglanzkäfer mit Pyrinex (in Kombination mit 3l Micorbor und 1l Caramba) bekämpft. Zur Ernte wurde fotografisch festgehalten, wie die durch die Erdflohlarven stark beeinträchtigten Pflanzen den Schaden haben kompensieren können. In den zwei Verfahren wurden lange Bahnen separat heraus gedroschen und in Big Bags gewogen. Resultate und Diskussion Bild 2: Durch Erdflohlarven stark geschädigte Rapspflanze am 13. April 2015, Herz und Vegetationskegel sind zerstört. Kompensationstriebe aus der Stängelbasis Die Bestandesbonitur am 14. April zeigte, dass es im behandelten Feldteil vorwiegend gut entwickelte und nur wenige kleine Pflanzen gab. Im unbehandelten Feldteil war die Bestandesdichte markant kleiner und ein grosser Teil der Pflanzen war so stark geschädigt, dass zu dem Zeitpunkt nicht klar war, ob diese Pflanzen sich überhaupt erholen werden. In der folgendentabelle dargestellt sind die Pflanzen pro Quadratmeter bei der Frühjahresbonitur: Grafik 1: Boniturergebnisse mit Anzahl grosser und kleiner Pflanzen pro Quadratmeter im gegen Erdfloh behandelten Feldteil und grossen und beschädigten Pflanzen pro Quadratmeter im unbehandelten Feldteil 37

38 Die durchschnittliche Anzahl Larven pro Pflanze betrug im behandelten Teil 0.35 und im unbehandelten Teil 3.6. Intakte und geschädigte Pflanzen wiesen dabei erstaunlicherweise gleich viele Larven auf. Die intakten Pflanzen wuchsen den Larven richtiggehend davon. Bei den geschädigten Pflanzenwaren die Larven bis ins Herz vorgedrungen und hatten dieses und den Vegetationskegel weitgehend zerstört. Grafik 2: Ertrag in dt / ha, orange = Erdfloh behandelt, grün = nicht behandelt, keine Wiederholung Bild 3: Durch Erdfloh geschädigte Pflanze mit Kompensationstrieben aus der Stängelbasis Die Pflanzen trieben aber aus der Stängelbasis mit neuen Trieben aus. Die Erdflohlarven und eventuell auch Frass der Erdflöhe selber im Herbst haben zum Verlust von rund 11 Pflanzen pro Quadratmeter geführt. Zur Zeit der Ernte zeigte sich, dass die geschädigten Pflanzen zur Kompensation 5-6 starke Triebe aus der Stängelbasis ausgetrieben und ausgebildet hatten, die sogar fast gleichzeitig mit den intakten Pflanzen abreiften. Sicher hat der feuchte Frühling geholfen, dass die Energie für die Bildung dieser ungewöhnlichen Seitentriebe vorhanden war, sowie die Hitzeperiode sorgte dafür, dass die Abreife recht gleichmässig erfolgte. Frühere Versuche am Strickhof zeigen, dass mit 20 gut entwickelten Pflanzen mit mehr Seitentrieben der gleiche Ertrag wie mit 30 Pflanzen pro Quadratmeter und weniger Seitentrieben erreicht werden kann. Da im unbehandelten Feldteil immerhin noch über 17 intakte Pflanzen pro Quadratmeter vorhanden waren und die beschädigten Pflanzen mit den ungewöhnlichen Seitentrieben aus der Stängelbasis sicher auch noch einen Beitrag geleistet haben, ist nur ein minimer Ertragsunterschied von 2.6 dt / ha entstanden. Es kann nur spekuliert werden, ob diese Kompensation ebenso gut funktioniert hätte, wenn der Winter kalt, das Frühjahr trockner und die Zeit der Abreife feuchter sowie das Ertragsniveau viel höher gewesen wäre. Dieser Versuch zeigt in diesem Fall aber, dass auch bei Erreichen der Schadschwelle noch keine erhebliche Ertragseinbusse entstehen muss. Ohne Wiederholungen kann nicht gesagt werden, ob dieser Unterschied signifikant ist. Wäre dies der Fall, dann hätte sich eine Behandlung knapp gelohnt, da diese etwa 100 Franken / ha kostet und der Mehrertrag von 2.6 dt etwa 200 Franken einbringt. Schlussfolgerungen Bekämpfungsschwellen werden dann beachtet, wenn sie nachvollziehbar und verlässlich sind. Dies scheint bei der Bekämpfungsschwelle für Erdflöhe nicht gegeben, obwohl der mögliche Schaden aufgrund vieler Kompensationsmöglichkeiten wohl auch überschätzt wird, wenn diese Resultate herangezogen werden. Die Entscheidung für eine Behandlung hängt so mehr von der Risikobereitschaft des Bewirtschafters oder des Beraters als von einem quantifzierbaren Zusammenhang (Anzahl Schädlinge oder Symptome zu Ertragsverlust) ab. Es ist zu erwähnen, dass seit dem Wegfallen der Insektizidbeizung kein wirklich harter Winter gefolgt ist, der die befallenen Pflanzen vollständig vernichtet hätte. Georg Feichtinger (Strickhof Pflanzenschutz) 38

39 Rapserdflohbeobachtungen 2015 Strickhof Aussagekraft Versuchsfrage Kann bei guten Eiablagebedingungen im Winter ein Bestand auch bei schwachen Fallenfängen im Herbst stark durch Larven betroffen sein? Wie wirkt sich ein bestimmter Larvendruck aus? Für zwei Felder, in denen mit Gelbschalen im Herbst Erdflöhe in drei Wochen gefangen worden waren, wurden im März 2015 nach Vegetationsbeginn die Larven pro Pflanze gezählt und der Bestand optisch beurteilt. Methodik Feld Ost hat weniger wüchsige Bedingungen (schattig, etwas verdichtet, Fruchtfolge). Das Feld West zeigt sich wüchsiger (tiefgründiger, mittelschwer). Die Felder wiesen im Herbst den gleichen Erdflohbefall auf. Alle anderen Bedingungen waren aber unterschiedlich. Auch im Jahr 2015 erfolgte auf dem Feld West eine Behandlung gegen Rapsglanzkäfer; nicht jedoch für dem Feld Ost. An fünf Stellen in den zwei Feldern wurden 5 Pflanzen in Folge ausgerissen. Es wurde jeder einzelne Blattstiel abgerissen und auf Larven untersucht. Der noch unbefallene Vegetationskegel und das Feld wurden fotografisch dokumentiert. Resultate und Diskussion Trotz tiefen Fangzahlen (20 Käfer / Falle in drei Wochen) im Herbst, wurden erstaunlich hohe Zahlen an Erdflohlarven pro Pflanze ausgezählt. Auf dem Feld Ost wurden 8.5 Larven auf dem Feld West 6.6 Larven pro Pflanze gezählt. Die Erdflohweibchen können bei warmen und feuchten Bedingungen über den ganzen Winter Eier ablegen. November und Dezember waren warm und feucht. Grafik1: Anzahl Erdflohlarven pro Pflanze ausgezählt am an 25 Pflanzen (5x5 Pflanzen in Folge), An beiden Standorten wurde im Herbst nur 20 Erdflöhe in 3 Wochen gefangen, die schweizer Schadschwelle von 50% Pflanzen mit Frassstellen waren aber an beiden Standorten schon im Zweiblattstadium erreicht Die optische Beurteilung der Bestände von Feld Ost und West vielen aber trotz ähnlich hohem Larvenbefall völlig unterschiedlich aus. Beim Feld Ost hatte noch kaum ein Wachstum stattgefunden und die Larven haben den Raps teilweise bis fast ins Herz hinein geschädigt. Der ganze Bestand präsentierte sich deshalb sehr schwach. Auf dem Feld West hatte schon starkes Wachstum eingesetzt. Die Larven befan- 39

40 den sich hauptsächlich in den Blattstielen der äusseren, alten Blätter, da der Vegetationskegel schon leicht in die Höhe gewachsen war. Das Wachstum wurde so durch den Larvenbefall auch nicht weiter eingeschränkt. Abb. 1: im Vordergrund durchschnittliche Pflanze am von Feld Ost nach Entfernen aller durch Rapserdflohlarven befallenen Blätter, Die Blätter des Herzes sind stark gekräuselt, im Hintergrund schwacher Bestand auf Feld Ost Folgende Erträge wurden erzielt: Feld Ost: 22 kg / a Abb. 2: im Vordergrund durchschnittliche Pflanze am von Feld West nach Entfernen aller durch Rapserdflohlarven befallenen Blätter, Herzblätter gut entwickelt und nicht gekräuselt, im Hintergrund gut entwickelter Bestand auf Feld West Feld West: 39 kg / a Über den Einfluss des Erdflohbefalls auf den Ertrag kann aus diesen Beobachtungen keine Aussage abgeleitet werden. Spannend ist, dass trotz tiefen Fallenfängen im Herbst nach guten Eiablagebedingungen im Herbst und Winter (mindestens bis Ende Dezember) so hoher Larvenbefall aufgetreten ist. Es scheint, dass ein schwacher Bestand im Frühjahr durch den Befall noch stärker gebremst wird als ein starker Bestand, da die Blätter des schnell nach oben wachsende, unbefallenen Herzes nicht gekräuselt sind. Bei den Pflanzen des schwachen Bestandes waren die Herzblätter stark gekräuselt, was auf einen starken Einfluss der Larven auf diese hinweist. Schlussfolgerungen/Empfehlungen: Die Bekämpfungsschwellen im Herbst sind als Risikobewertung zu sehen. Der eigentliche Einfluss des Befalls hängt von zu vielen späteren Bedingungen im Herbst und Winter ab. Dies gilt insbesondere für die Anzahl Käfer, die während dreier Wochen in einer Falle gefangen werden. Werden mehr als 100 Käfer in drei Wochen gefangen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es auch viele Larven haben wird. Je höher der Larvenbefall ist desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem starken Frost gravierende, durch die Rapspflanze nicht kompensierbare Schäden entstehen. Bei optimalen Bedingungen für die Erdflöhe im Herbst und Winter (feucht, warm bei Eiablage) können auch bei Fallenfängen weit unter 100 Käfern in drei Wochen hohe Larvenzahlen erreicht werden. Seit dem Wegfallen der Insektizidbeizung hat noch kein harter Winter gezeigt, welche Auswirkungen ein Befall haben könnte. Umgekehrt bedeutet es aber auch, dass einige Faktoren zusammenkommen müssen, bis es zu einer ertragsrelevanten Schädigung kommt. Georg Feichtinger (Strickhof. Pflanzenschutz) 40

41 Bio-Ackerbau: Öllein Sorten und Anbautechnik Biofarm, Strickhof Bio-Öllein: Sortenvergleich und Anbaustrategien Versuchsziele Aussagekraft Leinöl gilt als eines der wertvollsten Pflanzenöle für die menschliche Ernährung: Zwei Teelöffel kaltgepresstes Leinöl decken den täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren. Die Nachfrage nach Bio-Leinöl in der Schweiz ist gross. Biofarm organisiert den Anbau und die Vermarktung von Bio-Lein und hat diesen Sorten- und Anbautechnikversuch initiiert. Lein ist eine extensive Kultur, welche die Fruchtfolge bereichert und mit 290 SFr. pro Dezitonne einen sehr interessanten Produzentenpreis einbringt. Dazu kommt der Ölsaatenbeitrag von 700 SFr. pro Hektare. Bio-Lein gilt als eher risikoreiche Kultur, da die Erträge je nach Anbaujahr und Unkrautsituation stark schwanken können. Der am Strickhof durchgeführte Versuch sollte dazu beitragen, eine optimale Sortenwahl und Anbautechnik zu finden. Einige Leinsorten eignen sich durch ihre Winterhärte für die Ansaat im Herbst; ein Vergleich mit der Sommerleinsorte Comtess sollte zeigen, ob die Winterleinsorten Everest und Cristalin flexibel einsetzbar wären und bei einer Saat im Frühling ertragsmässig mit Comtess mithalten könnten. Nachdem Lein in den letzten Jahren von den Produzenten vorwiegend im Frühling gesät worden ist, sollte der Versuch auch zeigen, ob eine Herbstsaat eine gute Strategie für Standorte mit erhöhtem Unkrautdruck ist. Die im Herbst auflaufenden Unkräuter gelten generell als harmlosere Konkurrenz zu den feinen Leinpflanzen, welche durch ihre langsame Jugendentwicklung während langer Zeit Licht auf den Boden lassen. Dadurch kommt in der Regel eine kräftige Begleitflora auf. Im letzten Anbaujahr wurde zusätzlich die Reihensaat mit der Breitsaat verglichen. In den Reihensaaten kann das Unkraut zusätzlich zu den Striegeldurchgängen mit der Gänsefusshacke bekämpft werden. Breitsaaten haben den Vorteil, dass sie mit einer relativ einfachen Mechanisierung angesät und gepflegt werden können. Methodik Tabelle 1: Anbautechnik Bioleinversuch Vorkultur Dinkel Winterweizen (Brotweizen) Winterweizen (Brotweizen) Düngung keine 32 t/ha Stapelmist (Milchvieh) im Herbst vor Frühlingssaaten 38 t/ha Mistkompost (Laufstall Munimast) im Herbst Herbstsaat 3. Okt Sept Sept Frühlingssaat 8. Mai April April 2015 Ernte Herbstsaaten 13. Aug Aug Aug Ernte Frühlingssaaten 20. Aug Aug Unkrautbekämpfung Wintersaaten Unkrautbekämpfung Sommersaaten 1 x Hacke (Frühling) 1 x Striegel (Herbst) 2x Hacke (Frühling) 1x Striegel (Frühling) 1 x Striegel 1 x Hacke 2 x Striegel (Herbst; Breit- und Reihensaat) 1 x Striegel (Frühling; Breit- und Reihensaat) 1 x Hacke (nur Reihen) 1 x Striegel (nur Breitsaat) 2 x Striegel 1 x Striegel 2x Hacke (nur Reihen) Aufgabe Breitsaaten 41

42 In einem Streifenversuch wurden die Sorten Everest, Cristalin und Comtess miteinander verglichen. Die winterharten Sorten Everest und Cristalin wurden im Herbst und im Frühling ausgesät. Comtess wurde nur als Sommersaat angelegt. Die Reihensaat wurde mit der mechanischen Sämaschine von Amazone vom Typ D9 mit einem nachlaufenden Exaktstriegel in einem Reihenabstand von ca. 25 cm durchgeführt, indem jede zweite Säschar geschlossen wurde. Die Breitsaaten, die im 2015 als Vergleich angelegt wurden, wurden mit einer Krummenacher Säwalze gemacht. Das Unkraut wurde mit einem Treffler- Präzisionsstriegel und in den Reihensaaten zusätzlich mit einem Reihenhackgerät vom Typ Chopstar von Einböck mit Gänsefuss-Hackscharen bekämpft. Resultate und Diskussion Bio-Öllein: Sorten und Saatzeitpunkt Strickhof Zielertrag = 15 kg/are Ertrag bei 6% Feuchte (Kilogramm pro Are) WiEverest WiCristalin SoEverest SoCristalin SoComtesse jähriger MW Grafik 1: Erträge der Reihensaaten während den drei Versuchsjahren Am Standort Strickhof haben sich die Herbstsaaten grundsätzlich besser bewährt als die Frühlingssaaten. Im Durchschnitt der drei Jahre wurde der Zielertrag von 15 kg/are knapp erreicht. Die Sorte Everest erwies sich dabei als ertragsstabiler. Die Unkrautflora bestand vorwiegend aus Taubnesseln, Vogelmiere, Ehrenpreis, Hirtentäschel und Acker-Hellerkraut. Die Frühlingssaaten konnten sich gegen die verschiedenen hochwachsenden Unkräuter wie Pfirsichknöterich, Windenknöterich, Ackerhohlzahn, weissen und vielsamigen Gänsefuss sowie Franzosenkraut nicht behaupten. Wo die Leinbestände bis zur Blüte den Bestand schliessen konnten, wurden befriedigende Erträge erreicht. Dies war am Standort Lindau ZH nur bei den Herbstsaaten der Fall. Die im Frühling 2015 gesäten Breitsaat-Varianten liefen sehr schlecht auf und mussten aufgegeben werden. Im Frühjahr 2014 und 2015 wurden zahlreiche Erdflöhe beobachtet. Sollte es sich um spezifische Lein-Erdfloharten handeln (z.b. Longitarsus parvulus, Aphtona euphorbia), besteht zu diesem Thema weiterer Forschungsbedarf. Schlussfolgerungen und Empfehlungen Für Betriebe mit starkem Unkrautdruck stellen Herbstsaaten eine wichtige Alternative zu Frühlingssaaten dar. Die Unkrautflora im Herbst ist weniger konkurrenzstark als die Frühlingskeimer in den Sommersaaten. Die Sommerleinsorte Comtess hat sich in allen Versuchsjahren als ertragsstärker erwiesen als im Frühling gesäte Verfahren mit Everest und Cristalin. Katrin Carrel und Felix Zingg (Strickhof, Biolandbau) 42

43 Bio-Ackerbau: Mischkulturen Körnerleguminosen-Getreide Strickhof Aussagekraft Thema des Versuchs Die Nachfrage nach Eiweissträgern für Biofutter ist hoch und wird grösstenteils durch Importe gedeckt. In der Schweiz ist der Anbau von Soja aufgrund klimatischer Bedingungen nicht ganz einfach. Einheimische Körnerleguminosen wie Eiweisserbsen, welche am nächsten an das geeignete Aminosäuremuster von Soja kommen, wären eine geeignete Alternative, in Reinkultur angebaut jedoch anfällig auf Lagerung. Aus diesem Grund laufen seit Jahren Versuche, Körnerleguminosen in Mischkultur mit Getreide anzubauen. Der relativ hohe Richtpreis, der Zuschlag von Bio-Suisse und der Extenso- und Einzelkulturbeitrag machen den Körnerleguminosenanbau in Mischkultur wirtschaftlich sehr interessant. Nun stellt sich die Frage welche Kombinationen eignen sich, welches Mischungsverhältnis ist zu wählen und welcher Saattermin ist optimal. Die beiden Mischungen Eiweisserbsen mit Gerste und Ackerbohnen mit Hafer haben sich bislang durchgesetzt, aufgrund agronomischer und verarbeitungstechnischer Eigenschaften. Versuchsaufbau WEE Isard 100%, Gerste Cassia 20% WEE Isard 80%, Gerste Cassia 40% WEE James 80%, Gerste Cassia 40% WAB Hiverna 100% WAB Hiverna 80%, Hafer Wiland 40% Schlussfolgerung/Empfehlungen In einem Streifenversuch wurden im Anbaujahr 2014/2015 die zwei bewährten Mischungen Eiweisserbsen mit Gerste und Ackerbohnen mit Hafer als Herbstsaat in verschiedenen Mischungsverhältnissen zu Demozwecken ausgesät. Gesät wurde am 10. Oktober 2014 mit der Getreidesämaschine und geerntet Anfang Juli (Eiweisserbsen) respektive Anfang August (Ackerbohnen). Für die Unkrautregulierung wurde 2-mal im Herbst und einmal im Frühling gestriegelt. Auf eine Düngung wurde verzichtet. Entscheidend für die Wahl der Mischpartner ist das gleiche Abreifverhalten und die Trennbarkeit in der Mühle. Mischkulturen mit Körnerleguminosen und Getreide bringen entscheidende Vorteile mit sich: Durch die Stützfunktion des Getreides wird die Ernte der Körnerleguminose erleichtert und Verluste reduziert Das Getreide deckt den Boden rascher und dichter ab als die Körnerleguminose (bessere Unkrautunterdrückung) Mischkulturen mit Körnerleguminosen brauchen keine Stickstoffdüngung (optimal für viehschwache und viehlose Betriebe) Mischkulturen haben ein geringeres Anbaurisiko und geringere Ertragsschwankungen Das Erbsen-Gersten-Gemenge überzeugte durch seine Standfestigkeit und einen sehr hohen Ertrag von 70dt/ha. Die Bohnen haben flächendeckend gelagert, erreichten aber trotzdem einen ansprechenden Gesamtertrag von rund 40dt/ha. Die Reinsaat deckte den Boden etwas später ab. Herbstsaaten haben den Vorteil, dass die Blütenbildung vor der Sommertrockenheit erfolgt und somit das volle Ertragspotential ausgeschöpft werden kann. In höheren Lagen über 600 m.ü.m ist jedoch eine Frühlingsaat aufgrund Auswinterungsschäden vorzuziehen. Hafer-Ackerbohnen-Mischungen sind bei den Abnehmern weniger beliebt, da sie in der Fütterung weniger flexibel einsetzbar sind, werden jedoch nach Absprache mit den Sammelstellen entgegengenommen. Felix Zingg, Strickhof Biolandbau Abb. 1: Plan des Streifenversuches mit herbstgesäten Körnerleguminosen in Mischkultur 43

44 Unkrautregulierung in Streifenfrässaat Mais 2015 Streifenversuch in Lindau, Strickhof Ertragseinfluss verschiedener Herbizid-Strategien in Streifenfrässaat Mais Versuchsziele Aussagekraft Die Streifenfrässaat ermöglicht durch die nur teilweise Bearbeitung einen mehrheitlichen Erhalt des Bodengefüges. Die damit verbundenen Vorteile sind Erosionsschutz und langfristig bessere Bodenfruchtbarkeit. Allerdings ist die Maispflanze besonders im Frühstadium bis ca. 8-Blatt empfindlich auf Konkurrenz. Der Wiesenstreifen, aber auch das Unkraut im Saatstreifen kann auf verschiedene Weise reguliert werden. Dabei variieren Arbeitsaufwand und Ertragswirkung erheblich. Methodik Fünf verschiedene Unkrautregulierungsstrategien wurden in der Streifenfrässaat Mais in Bezug auf die Auswirkung auf den TS-Ertrag und den Kolbenanteil getestet (ohne Wiederholungen). V1: Glyphosat plus Nachauflauf flächig (Hektor Max + Adengo + Gondor) V2: Glyphosat plus Bandbehandlung bei der Saat (Successor T) V3: Nur Bandbehandlung bei der Saat (Successor T) plus mulchen des Wiesenstreifens V4: Bandbehandlung zur Saat (Successor T) plus flächig im Nachauflauf (Hektormax & Gondor) V5: Flächenbehandlung nur im Nachauflauf (Hektor Max + Adengo + Gondor) Am 13. Mai wurde die Sorte LG mit einer Saatstärke von 9.2 Kö/m 2 gesät. Ende Juni wurden erstmals Bestandeshöhe und Stängeldicke erhoben. Vor der Ernte erfasste man die Höhe, die Bestandesdichte, den Kolbenertrag, den TS-Gehalt der Kolben sowie bei der Ernte der Gesamtertrag und TS-Gehalt pro Verfahren. Bestandesdichte und Kolbenertrag wurde jeweils vier Mal zehn Laufmetern pro Verfahren untersucht, die übrigen Erhebungen wurden auf jeweils fünf Mal zwei Meter durchgeführt. Resultate und Diskussion Die Erhebungsparameter Stängeldicke, Bestandeshöhe, sowie Bestandesdichte zeigten alle einen deutlichen Zusammenhang zum Ertrag. Die Unterschiede waren nicht nur klar ersichtlich in den Resultaten, sondern auch visuell auf dem Feld. Verfahren 1 (Glyphosat & Nachauflauf flächig) und Verfahren 2 (Glyphosat & Bandbehandlung) hatten gesunde, hohe Pflanzen welche am grünsten und gesündesten schienen. In Verfahren 3 (nur Bandbehandlung) waren die Pflanzen augenscheinlich geschwächt, gelb und kümmerlich. Verfahren 4 (Bandbehandlung & Nachauflauf flächig) schien vergleichbar mit den ersten beiden, wo hingegen Verfahren 5 (Nachauflauf flächig) deutlich abfiel, wenn auch nicht so stark wie verfahren 3. Diese Beobachtung zog sich durch die gesamten Resultate. Vor Allem die Auswirkungen des Verfahrens mit nur Bandbehandlung (V3) waren sehr ausgeprägt. Die Höhe unterschied sich zu den wüchsigsten Verfahren (1 und 2 mit durchschnittlich 2.35m) um über einen halben Meter. Auch die Kolben waren um mehr als 10% leichter als in den anderen Verfahren und sogar die Bestandesdichte war trotz gleicher Saatstärke geringer. Dies schlug sich im Ertrag nieder. Mit gut 100 dt TS /ha war dieser um fast die Hälfte keiner als in Verfahren 1 und 2. Diese verzeichneten mit jeweils 184 dt TS/ha und 179 dt TS/ha die höchsten Gesamtpflanzenerträge. Der Kolbenertrag war am grössten in Verfahren 2 (111 dt TS/ha). Dabei schwanken die Ertragsanteile der Kolben um 56-64% über alle Verfahren. Ähnlich gut im Kolbenertrag schnitt das Verfahren 4 mit Bandbehandlung und Nachauflauf ab. Allerdings war die Wuchshöhe wesentlich geringer. Womit es mit einem Gesamtertrag von 149 dt TS/ha im mittle- 44

45 Strickhof Versuchsbericht 2015 ren Bereich liegt. Verfahren 5 war das zweitschwächste. wächste. Die Kolbenerträge waren mittelmässig und die Wuchshöhe am zweitniedrigsten, was letztendlich letzt in einem Gesamtertrag von 143 dt TS/ha resultierte. ach der Ernte waren klare Unterschiede des Bodenbewuchses sichtbar. In Verfahren 3 blieb ein dicker Nach Grasteppich zwischen den Stoppelreihen und in Verfahren 2 fanden sich verschiedene Spätkeimer (Nachtschatten, Chenopodium-Arten Arten und Knöteriche). In den Verfahren 1 und 4 hingegen war kaum bewuchs, während in Verfahren 5 wiederum doch ein gewisser Grasbewuchs durchdrückte. durchdrückte Ertrag in dt TS/ha Silomaisertrag und Kolbenanteil % 68% 66% 64% 62% 61.1% 60% 58% 56% 54% 52% 50% 48% 46% 44% 42% 40% 64.5% 61.8% 59.6% 56.3% V1 V2 V3 V4 Gesamtertrag dt TS/ha Kolben dt TS/ha V5 Grafi 1: Gesamtertrag, Kolbenertrag und relativer Kolbenanteil Schlussfolgerungen gen und Empfehlungen Was dieser Versuch eindrücklich zeigt ist, wie bedeutend die Konkurrenz um Wasser insbesondere nach einer Grasnutzung ist. Speziell in diesem Sommer war dieser Effekt stark ausgeprägt, da mit den hohen Temperaturen und der langanhaltenden Trockenheit die Konkurrenz um Wasser verschärft wurde. In Bezug auf die Wasserknappheit ist die etablierte Wiese im unbearbeiteten Streifen eine sehr viel stärstä kere Konkurrenz für die Maispflanze als die im Saatstreifen keimendenden Unkräuter. Trotz einer gewisgewi sen Konkurrenz um Licht, Platz und Nährstoffe führte die Verunkrautung in keinem Verfahren zu einer mit der Wiese vergleichbaren Ertragseinbusse. Je früher also die Konkurrenz des des etablierten Grases ausau geschaltet wurde, desto besser schnitt das Verfahren ab. Wie die Verfahren 1 und 2 zeigen hat sich der Einsatz von Glyphosat klar gelohnt. gelohnt Wenn man die beiden Verfahren miteinander Vergleicht fällt auf, dass mit der Bandbehandlung ein gegenüber der NachaufNachau laufbehandlung ebenbürtiges erzielt werden konnte. konnte Besonders in einem trockenen Jahr ist das Verfahren nur mit einer Bandbehandlung (V3) nicht empfehempfe lenswert, man muss mit einer Ertragseinbusse von bis 50% rechnen. Nur Flächenbehandlung Flächenbehan im Nachauflauf lauf ist weit weniger verheerend, die Einbusse belief sich auf rund 20%. In Kombination mit BandbeBandb handlung wird die Ertragseinbusse allerdings kaum geringer. geringer Eine Optimierung wäre denkbar indem bei Verzicht auf Glyphosat die Nachauflaufbehandlung Nachauflaufbehandlung erfolgt sobald die Maispflanzen aufgelaufen sind. Vorausgesetzt man ist für die Bandbehandlung ausgerüstet, scheint das Verfahren 2 mit Glyphosat im Vorauflauf und einer abschliessenden Bandbehandlung ein sehr vielversprechendes Verfahren zu sein, welches elches mit der klassischen, flächigen Nachauflaufbehandlung in allen Belangen mithalten kann. Lolita Ammann und Martin Bertschi (Strickhof, Pflanzenbau) 45

46 Biomais-Bohnen: Proteinertrag und Unkrautunterdrückung Strickhof, Fam. Keller Wald ZH Mais und Bohnen in Mischkultur für eine proteinreichere Silage Versuchsziele Aussagekraft Die Idee, Mais und Bohnen in Mischkultur anzubauen stammt ursprünglich aus Südamerika, wo diese Kombination vor allem der menschlichen Ernährung dient. Seit 2011 wird am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau in Deutschland im Bereich der Mischkulturen von Biomais zur Silageherstellung geforscht. Ein wichtiges Ziel dieser Versuche ist die Verbesserung der betriebseigenen Proteinversorgung auf Landwirtschaftsbetrieben als Ersatz für importierte Soja. Auch am HAFL wurden in den letzten Jahren Versuche mit verschiedenen Mais-Bohnenkombinationen angelegt. In Zusammenarbeit mit der Familie Keller aus Wald ZH wurde während zwei Jahren ein Streifenversuch mit verschiedenen Mais-Bohnenmischkulturen an den beiden Standorten Lindau ZH (550 m.ü.m.) und Wald ZH (630 m.ü.m) angelegt. Eine reine Maisvariante wurde mit drei verschiedenen Mais-Bohnen- Kombinationen verglichen. Dabei wurden verschiedene Bohnenarten als Mischungspartner gestestet. Neben den Erträgen wurden die Unkrautunterdrückung, die Silierfähigkeit und die Proteingehalte untersucht. Methodik In allen Versuchen wurde zunächst der Mais (Sorten Fabregas und Gottardo ) zum betriebsüblichen Termin (zweite resp. dritte Maiwoche) mit 11 Körnern pro Quadratmeter und mit einem Reihenabstand von 75 cm gesät. Am Standort Lindau konnte vor der Saat eine Unkrautkur gemacht werden. Standortbedingt wurde auf dem Betrieb in Wald ZH keine Unkrautkur durchgeführt, sondern zwei Tage nach Wiesenumbruch gesät. Bis zur Bohnensaat im 6-8 Blattstadium des Maises wurde das Unkraut in mehreren Arbeitsgängen bekämpft: Nach der Maissaat wurde blind gestriegelt, drei bis vier Wochen später wurde ein Mal, am Standort Wald auch noch ein zweites Mal gehackt. Zwischen dem 11. und 25. Juni wurden anschliessend drei verschiedene Bohnenarten mit der Einzelkornsämaschine 15 cm neben die Maisreihen gesät: Stangenbohnen der Sorte Weinländerin und Feuerbohnen der Sorte Preisgewinner kamen in beiden Jahren zum Einsatz, bei den Ackerbohnen wurden 2014 die Sorte Fuego (nur am Standort Wald) und im Jahr 2015 die Sorte Bioro an beiden Standorten gesät. Wegen einem Engpass bei der Saatgutlieferung testete Familie Keller 2015 die Stangenbohnensorte Carla. Die Feuer- und Stangenbohnen wurden mit 7-9 Körnern pro Quadratmeter, die Ackerbohnen mit einer Saatdichte von 15 resp. 19 Körnern pro Quadratmeter gesät. Die Düngung wurde betriebsüblich gehandhabt. Am Standort Wald wurden vor der Saat 25 Tonnen Mist gestreut und später mit Hühnermist angereicherte Gülle in zwei Gaben (25 und 45 Kubikmeter; 1:1 und 1:2 verdünnt) mit dem Schleppschlauch ausgebracht. Insgesamt wurden so rund 135 kg N eingesetzt. Am Standort Strickhof wurde die Düngermenge etwas reduziert, da mit einem Stickstoffeintrag durch die Bohnen gerechnet wurde. Es wurden vor der Saat 44 Tonnen Laufstallmist gestreut und anfangs Juni 31 Kubikmeter Biogasgülle (1:1 verdünnt) ausgebracht. Insgesamt wurden so ca. 91 kg Stickstoff eingesetzt. In der Vorkultur Kunstwiese wurden noch 25 Kubikmeter Gülle zu Vegetationsbeginn im März gegeben. Die Unkrautsituation wurde an zwei Terminen bonitiert: Die erste Beobachtung wurde im 6-9 Blatt-Stadium des Maises gemacht und die zweite drei Wochen vor der Ernte. Dabei wurden einerseits die Zahl der Mais- und Bohnenpflanzen auf zwei Laufmetern an drei resp. vier Stellen notiert. Zusätzlich wurde die Bodenbedeckung durch Unkraut, Mais und Bohnen in Prozent geschätzt. 46

47 Bilder 1-3: Bodenbedeckung durch Unkraut Ende September 2014 am Standort Strickhof Lindau ZH. Die untersten Bohnenblätter unterdrückten das Unkraut zwischen den Reihen sehr deutlich. Im sehr trockenen Sommer 2015 war die Unkrautunterdrückung weniger erfolgreich. 100% Mais ohne Bohnen Mais und Stangenbohnen Mais und Feuerbohnen Am Standort Lindau wurde der Ertrag drei Wochen vor der Ernte geschätzt, indem für jede Variante auf vier Mal zehn Meter Pflanzenproben geschnitten, gehäckselt und gewogen wurden. Von jedem Verfahren wurden zwei Proben zur TS-Bestimmung genommen. Im ersten Versuchsjahr wurde für jede Variante der beiden Standorte zwei Silageproben in 5-Liter-Weckgläsern angesetzt; im Jahr 2015 wurden nur am Standort Lindau Silageproben entnommen, weil sich die Bohnen am Standort Wald ZH nur ungenügend entwickeln konnten. Nach rund zwölf Wochen wurde ihre Qualität beurteilt und Proben an ein Labor zur Gehaltsanalyse geschickt. Resultate und Diskussion Biomais-Bohnen Mischkultur: Unkrautentwicklung Standorte Lindau ZH und Wald ZH ( ) Termin 1 (Mais im 6-7-Blattstadium) Termin 2 (3-4 Wochen vor Ernte) 120 Bodenbedeckung zwischen den Reiehn durch Unkraut in % Strickhof ZH Strickhof ZH 2015 Wald ZH 2014 Wald ZH Strickhof ZH Strickhof ZH Wald ZH Wald ZH Strickhof ZH Strickhof ZH Wald ZH Wald ZH 2015 Strickhof ZH Strickhof ZH 2015 Wald ZH 2014 Wald ZH 2015 Mais 100% Mais/Stangenbohnen Mais/Feuerbohnen Mais/Ackerbohnen Grafik 1: Unkrautentwicklung im Vergleich der geprüften Anbauvarianten während der beiden Versuchsjahre 2014 und 2015 an den beiden Standorten Lindau ZH (550 m.ü.m.) und Wald ZH (630 m.ü.m). 47

48 Das Unkrautunterdrückungspotenzial der Mais-Bohnenmischkultur am Standort Strickhof wurde im Anbaujahr 2014 deutlich sichtbar. Den grössten Unterschied zum reinen Maisverfahren zeigte dabei die Variante mit Stangenbohnen; auch die Feuerbohnen unterdrückten mit ihrer untersten Blattetage das Unkraut recht gut. Die Ackerbohnen am Standort Lindau wurde erst während einer Anbausaison bewertet. Im Vergleich der beiden Standorte zeigte sich deutlich der Vorteil der Tallage. Am Strickhof Lindau blieb nach der Grasernte genügend Zeit für eine Unkrautkur vor der Saat, so dass der Mais einen optimalen Start hatte. Die Unkrautsituation am Standort Wald ZH war deutlich schwieriger. Hier vermochten die Bohnen im Jahr 2015 das Unkraut nicht weiter zu unterdrücken; die vorherrschenden Unkrautarten waren hier weisser Gänsefuss, pfirsichblättriger Knöterich und Hirsearten. Im Anbaujahr 2014 überzeugte am voralpinen Standort Wald die Variante mit Feuerbohnen am meisten: Die Bodenbedeckung durch Unkraut lag vor der Ernte bei rund 30%. Erträge und Proteingehalt Neben der Unkrautsituation wurden am Standort Strickhof auch die TS-Erträge geschätzt. Der grösste Unterschied zeigte sich zwischen den beiden Anbaujahren (siehe Tabelle). TS Ertrag 2014 TS Ertrag 2015 dt/ha dt/ha 100% Mais SM-Stangenbohnen SM-Feuerbohnen SM-Ackerbohnen 152 Durch die extrem trockene Witterung im Sommer 2015 reifte der Silomais sehr schnell ab und die Bohnen erreichten bis zur Ernte kaum das Stadium der Schotenbildung. Die beiden Jahre sind deshalb schwierig zu vergleichen. Für das Anbaujahr 2014 konnten die Proteingehalte in der Silage bereits ermittelt werden, für 2015 sind die Werte noch ausstehend. In der Variante mit Stangenbohnen konnten im Anbaujahr 2014 rund 218 Kilogramm mehr Rohprotein pro Hektare geerntet werden als in der reinen Maisvariante. Dies entspricht einer Anbaufläche von rund 40 Aren Bio-Eiweisserbsen. 250 Biomais-Bohnenmischkultur: TS-Ertrag und Proteingehalte 2014 Standorte Strickhof und Wald ZH 100 TS-Erträge in dt/ha Rohproteingehalte in Gramm pro kg TS 10 0 Standort Strickhof Standort Wald Standort Strickhof Standort Wald Standort Strickhof Standort Wald Kontrolle 100% Mais Silomais-Feuerbohnen Silomais-Stangenbohnen Grafik 2: TS-Ertrag und Proteingehalte im Versuchsjahr 2014 am Standort Strickhof. In der Variante mit Stangenbohnen wurden bei einem leicht tieferen TS-Ertrag 218 Kilogramm mehr Rohprotein pro Hektare geerntet; dies entspricht einem um 15% höheren RP-Gehalt im Vergleich zur reinen Maisvariante. 0 48

49 Schlussfolgerungen/Empfehlungen: Der Anbau von Silomais und Bohnen in Mischkultur zeigt ein interessantes Potenzial besonders bei der Kombination von Silomais mit Stangenbohnen und Feuerbohnen. Besonders für Betriebe mit einer einfachen Fruchtfolge, welche sonst keine Körnerleguminosen anbauen, können Bohnen den betriebseigenen Proteinanteil in der Futterproduktion erhöhen. Ausserdem unterdrücken Stangen- und Feuerbohnen aufkeimendes Unkraut durch ihre bodennahen Blätter. Für ein gutes Gelingen ist dabei eine Unkrautkur vor der Maissaat ein entscheidender Faktor; für Betriebe in höheren Lagen ist dies nicht immer möglich. Familie Keller möchte in den kommenden Jahren eine Fingerhacke einsetzen, um das Unkraut in den Reihen besser zu erfassen und so die Unkrautkonkurrenz erfolgreicher zu unterdrücken. Für gesicherte Aussagen müssen noch mehr Erfahrungen gesammelt werden. Auch der Beitrag der Bohnen zur Stickstoff-Versorgung des Maises sollte weiter untersucht werden. Bild 4: Versuchsstreifen mit Mais und Ackerbohnen in Mischkultur anfangs Juli 2015 am Standort Lindau Bild 5: Wir danken This und Flurin Keller für die engagierte Zusammenarbeit Katrin Carrel und Felix Zingg (Strickhof, Biolandbau) 49

50 Anbautechnik Kartoffeln: Keimhemmer Fazor Strickhof, Forum Ackerbau Anbautechnikversuch Fazor in Kartoffeln, 2014 bis 2016 Versuchsziele Aussagekraft Seit dem Anbaujahr 2013 ist der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid im Schweizer Kartoffelbau als keimhemmendes Pflanzenschutzmittel erlaubt. Das Produkt wird während dem Wachstum der Kartoffelkultur mit der Feldspritze auf intaktes Kraut ausgebracht. Der Wirkstoff wird mit dem Saftstrom in die Knolle verlagert und hemmt dort die Zellteilung. Einsatzbedingungen für eine optimale Wirkung von Maleinsäurehydrazid sind folgende: Applikation auf wüchsige, nicht gestresste Bestände. Mindestens 300l/ha Wasser Applikation Frühmorgens oder Abends (Luftfeuchte >50%) Mindestmass der Knollen (betreffend mindestens 80% des Knollennestes) Kleinfallende Ware (Speiseware)> 25mm Rundmass Grossfallende Ware (Industrie) > 35mm Rundmass Solo-Anwendung (keine Mischung mit Fungiziden oder anderem), nicht in Trockenphasen oder Temperaturen >25 Grad anwenden (auch bei voraussichtlich folgenden Hitzetagen >30 Grad) mindestens 24 h kein Niederschlag oder Beregnung Aus Sicht des Kartoffel-Lagerhalters bietet das Produkt eine Möglichkeit zur Keimhemmung am Lager für keimfreudige Sorten. Da der Wirkstoff sukzessive abgebaut wird in der Knolle beschränkt sich eine verlässliche keimhemmende Wirkung erfahrungsgemäss auf eine Lagerung bis Januar/Februar im Folgejahr. Für den Kartoffelproduzenten verspricht der Wirkstoff zwei nützliche Nebenwirkungen. Erstens: Durch Verhinderung der Zellteilung sollen Keimwachstum, Wachstumsrisse, Zwiewuchs, Kettenbildung u.w. Symptome von Hitze- bzw. Trockenheitsstress verhindert oder minimiert werden können. Zweitens: Die auf dem Feld verbleibenden Kartoffeln (Ausfallkartoffeln) sollen durch verhinderte oder verminderte Keimfähigkeit in Folgekulturen nicht mehr durchwachsen. Aus den Resultaten dieses Versuches sollen Antworten zu folgenden Fragen vorliegen: Wie effektiv ist die keimhemmende Wirkung des Wirkstoffes Maleinsäure-hydrazid (Produkt Fazor ) bei Kartoffeln? Können durch physiologischen Stress bedingte Wachstumsstörungen verhindert werden? Kann Kartoffeldurchwuchs in der Folgekultur verhindert werden? Hat Fazor einen Einfluss auf den Knollenertrag? Methodik Kartoffeln reagieren sortenabhängig mehr oder weniger empfindlich auf Unregelmässigkeiten im Knollenwachstum, nachfolgend durch Stress bezeichnet. Stress für die Kartoffelpflanze kann durch anhaltende Temperaturen im Kartoffeldamm >25 Grad C, stärkere Schwankungen zwischen trocken und feuchten Bodenbedingungen oder aber auch Wachstumsschübe nach Hagelschlag hervorgerufen werden. Eine der empfindlichsten Sorten im Schweizerischen Anbau ist Agria (Abbildung 1). 50

51 Abbildung 1: Durchwuchs aufgrund Wechsel Trockenheit - Feuchte, Sorte Agria Abbildung 2: Wiederaustrieb nach künstlichem Hagel, Agria, Humlikon 2014 Im Versuch wurden zwei von vier Versuchsvarianten (2+3) im vollen Krautwachstum (Juni) mittels Motorsense künstlich verhagelt um einen Wiederaustrieb des Krautes und somit Stresssymptome an den Knollen zu provozieren (Abbildung 2). Einer dieser beiden Versuchsvarianten (2) wurde vorgängig (8-10 Tage zuvor) mit 5kg/ha Fazor behandelt. Verglichen wurden diese beiden Versuchsvarianten mit einer betriebsüblichen Bewirtschaftung ohne Einsatz von Fazor (0 = Kontrolle) sowie mit Einsatz von Fazor, jedoch ohne künstliche Verhagelung (3). Die Behandlung mit Fazor richtete sich nach den Einsatzbedingungen des Herstellers. Über beide Versuchsjahre und alle Standorte waren diese Bedingungen im Laufe des Monats Juni gegeben. Der Versuch wurde jeweils in einem Praxisschlag angelegt mittels Kleinparzellen von 3 x 10 Metern, ohne Wiederholung. Beerntet und beprobt wurden jeweils die mittleren 2 von 4 Kartoffeldämmen. Der selbe Versuch wird auch an zwei weiteren Standorten im Rahmen des Forums Ackerbau durchgeführt. Erhoben wurden Knollenzahl/Staude, Ertrag <42.5mm Quadratmass, Ertrag 42.5mm 95mm Quadratmass, Ertrag >95mm Quadratmass, Ertrag missförmige Knollen, Backfarbe und Stärkegehalt je Verfahren, Anzahl Keime <42.5mm Quadratmass, Keimgewicht in g <42.5mm Quadratmass, Anzahl Keime mm Quadratmass, Keimgewicht in g mm Quadratmass. Resultate 2014 und 2015, Diskussion Die bisherigen Resultate sind von Standort zu Standort sehr unterschiedlich aufgrund der Wachstumsbedingungen, dem Anwendungszeitpunkt von Fazor und dem Zeitpunkt der künstlichen Verhagelung. 51

52 Folgende Beobachtungen und Messungen können festgehalten werden: Krautverlust durch Hagel im vollen Wachstum des Kartoffelbestandes reduziert die Assimilationsfläche. Dadurch resultierte i.d.r. ein Minderertrag, ein tieferer Stärkegehalt der Knollen (ca. 1%), ein höherer Anteil kleinfallender Knollen sowie schlechtere Backfarben. In drei von sechs Fällen (unbewässerte Standorte) resultierte aus dem Verfahren 3 ein deutlicher höherer Ertragsverlust wegen missförmigen Knollen, bedingt durch Stress. In denselben Versuchen konnte dieser Ertragsverlust durch missförmige Knollen im Verfahren 2 deutlich reduziert werden. In zwei von 6 Fällen (unbewässerte Standorte) war die Backfarbe von Verfahren 2 besser als von Verfahren 3. Je später im Verlaufe des Knollenwachstums verhagelt wurde, desto weniger negativen Einfluss hatte der Hagel (entspricht Wissensgrundlage der CH Hagel). Punkto Qualität konnte zwischen Verfahren 1 und 0 kein Unterschied festgestellt werden. Punkto Ertrag besteht eine nicht gesicherte Tendenz zu einem leichten Minderertrag durch den Einsatz von Fazor, ev. bedingt durch frühen Einsatzzeitpunkt. Die keimhemmende Wirkung von Fazor ist offensichtlich (Abbildungen 3 und 4). Anzahl Keime je Knolle sowie Keimvolumen konnte mit Einsatz von Fazor gesenkt werden. Ohne Einsatz Fazor Mit Einsatz Fazor Abbildung 3: Knollen ohne und mit Einsatz von Fazor, Agria Ernte 2014 Schlussfolgerungen/Empfehlungen Die bisherigen Resultate bestätigen den keimhemmenden Effekt von Fazor. Eine qualitätssichernde Wirkung bezüglich Missförmigkeiten und Backfarben kann bei optimalem Einsatzzeitpunkt erzielt werden. Andreas Rüsch (Strickhof, Pflanzenbau) 52

53 Anbautechnik Kartoffeln: Pflanzgutkonditionierung Strickhof, Forum Ackerbau Anbautechnikversuch Pflanzgutkonditionierung 2014 und 2015 Versuchsziele Aussagekraft Es ist bekannt, dass der Zustand des Pflanzgutes den Ertrag entscheidend beeinflusst. So kann beispielsweise ein ausgeprägter Befall mit Silberschorf wegen Austrocknung der Knolle zu reduzierter Triebkraft führen. So nimmt beispielsweise mit zunehmendem Kaliber des Pflanzgutes die Anzahl der Keime bzw. Triebe zu. Schätzungsweise ein zusätzlicher Keim je 10mm Quadratmass. Je mehr Keime bzw. Triebe je Pflanzknolle vorhanden sind, desto höher ist das Knollenansatz-Potential im Feld. Über die Wahl von Pflanzgut in Klein- oder Normalsortierung sowie Pflanzdistanz in der Reihe kann die Anzahl Triebe je Quadratmeter beeinflusst werden. Die Temperatur am Pflanzgutlager kann die Anzahl Triebe je Knollen ebenfalls beeinflussen. Je länger und kühler die Pflanzkartoffeln gelagert werden, desto mehr Triebe je Knollen treiben aus (multiple Keimung). Demgegenüber steht die Dominanz eines Haupttriebes bei warmer Lagerung des Pflanzgutes (apikale Dominanz. Zu guter Letzt entscheidet das physiologische Alter der Pflanzknollen über die Wüchsigkeit eines Bestandes. Je mehr höheren Temperaturen eine Pflanzknolle im Feld beim Pflanzgutproduzenten bis hin zur Pflanzung im Folgejahr ausgesetzt war, desto älter ist sie physiologisch und um so rascher wird sie die folgende Knollengeneration ansetzen. Mit dem Vorkeimen oder Wärmestoss eines Pflanzgutpostens nutzt man diesen Grundsatz für raschere Ertrags- und Qualitätszunahme im Feld. Bei physiologisch überalterten Pflanzknollen die vor der Pflanzung abgekeimt werden müssen, kann sich ein hohes physiologisches Alter bei empfindlichen Sorten nachteilig auswirken. Ziel dieses Versuches ist weiterer Erkenntnisgewinn über die Auswirkung unterschiedlich behandelter Pflanzgutposten und Pflanzgutposten mit unterschiedlichen Vorgeschichten auf Ertrag und Qualität, bei empfindlichen und unempfindlichen Sorten. Methodik Im Versuch 2014 wurde der Versuch mit Pflanzgutposten der Sorten Alexandra (Kleinsortierung, sehr hoch empfindlich auf Abkeimen), Ditta (Normalsortierung, sehr hoch empfindlich auf Abkeimen), Erika (Normalsortierung, mittel-gering empfindlich auf Abkeimen) und Jelly (Normalsortierung, gering empfindlich auf Abkeimen) angelegt. Das Pflanzgut aller Sorten wurde in 3 Versuchsvarianten aufgeteilt. In Variante 1 ( Vorkeimen ) wurde optimal vorgekeimt. In Variante 2 ( Umleeren ) wurde analog Variante 1 vorgekeimt und kurz vor der Pflanzung umgeschüttet, so dass ein Teil der Keime abbrach. In Variante 3 ( Abkeimen ) wurde analog Variante 1 vorgekeimt und kurz vor der Pflanzung alle Keime entfernt (abgekeimt). Im Versuch 2015 wurde der Versuch mit Pflanzgutposten der Sorten Agria Sorten Alexandra (Normalsortierung, sehr hoch empfindlich auf Abkeimen), Agria (Normalsortierung, mittel empfindlich auf Abkeimen) und Lady Claire (Normalsortierung, gering empfindlich auf Abkeimen) angelegt. Das Pflanzgut aller Sorten wurde in zwei unterschiedliche Varianten gelagert. Bei Variante warm wurde das Pflanzgut von Ende November bis Anfang März bei ca. 9 0 C Temperatur und ca. 75% relativer Luftfeuchte gelagert. Bei Variante kühl wurde das Pflanzgut von Ende November bis Anfang März bei 4 0 C Temperatur und 95% relativer Luftfeuchte gelagert. Analog dem Versuch 2014 wurde das Pflanzgut beider Varianten jeweils nach Untervarianten Vorkeimen, Umleeren und Abkeimen vorbereitet. 53

54 Der Versuch wurde ohne Wiederholungen angelegt, in Form von Kleinparzellen à 3 x 10 Metern. Der Versuch 2014 wurde nicht bewässert, der Versuch 2015 wurde bewässert mit 200l/m 2 Beregnungswasser. Resultate 2014 und 2015, Diskussion Beobachtungen im Feld Im Jahr 2014 zeigte Sorte Alexandra die deutlichsten Unterschiede im Feld. Der Feldaufgang des Verfahrens Umleeren war deutlich, derjenige des Verfahrens Abkeimen extrem verzögert zu Verfahren Vorkeimen (siehe Abbildung 4). Bei Sorte Ditta waren die Unterschiede deutlich weniger, bei den Sorten Erika und Jelly praktisch kaum ersichtlich. Im Jahr 2015 zeigte Sorte Alexandra noch deutlichere Unterschiede im Feld. Nebst verzögertem Feldaufgang der Unterverfahren Umleeren und Abkeimen waren die Fehlstellen im Verfahren warm massiv. Der Pflanzgutposten von Alexandra 2015 war zum Zeitpunkt der Pflanzung noch praktisch ohne Keime. Deshalb konnte bezüglich Keimabbruch versuchstechnisch kein grosser Unterschied provoziert werden. Abbildung 1: Versuch Pflanzgutkonditionierung Analog der Beobachtungen im Feld reagierte die Sorte Alexandra 2014 aufgrund der zahlreichen Fehlstellen sowie verminderter Knollenzahl je Staude mit massiver Ertragseinbusse auf ein Abkeimen (Grafik 1). Das Umleeren hingegen stimulierte offenbar die Pflanzknollen zu mehr Trieben und somit leichtem Mehrertrag oder zumindest keinem Minderertrag. Ditta reagierte viel weniger empfindlich aber trotzdem mit Ertragseinbusse durch ein Abkeimen. 54

55 Alex. Vorkeimen Alex. Umleeren Alex. Abkeimen Ditta Vorkeimen Ditta Umleeren 89 Ditta Abkeimen 5 0 NS dt/ha <30mm + >60mm g / Knolle NS Knollen/Staude Grafik 1: Ertrag, Knollenzahl und Durchschnittsgewichte Knollen Normalsortierung (NS) Sorten Alexandra (Alex.) und Ditta, Versuch 2014 Die physiologisch unempfindlichen Sorten Jelly und Erika reagierten 2014 auf Keimbeschädigung bzw. entfernung mit mehr Knollen/Staude sowie letztendlich Mehrertrag (Grafik 2) Jelly Vorkeimen Jelly UmleerenJelly Abkeimen Erika Vorkeimen Erika Umleeren Erika Abkeimen 2 0 NS dt/ha <30mm + >60mm g / Knolle Knollen/Staude Grafik 2: Ertrag, Knollenzahl und Durchschnittsgewichte Knollen Normalsortierung (NS) Sorten Erika und Jelly, Versuch 2014 Im Versuch 2015 reagierte Alexandra äusserst empfindlich auf die suboptimalen Bedingungen des Warm- zu einem hohen lagers (Grafik 3). Der Einfluss der grossen Fehlstellen im Feld über alle Verfahrens führte Anteil an übergrossen Knollen >60mm. Durch die sehr tiefe Anzahl an Keimen / Pflanknolle (<1/Knolle im Durchschnitt) konnte kein bedeutender ertraglicher Unterschied zwischen den Verfahren Abkeimen und Vorkeimen festgestellt werden. 55

56 Abkeimen / warm Vorkeimen / warm Abkeimen / kühl Vorkeimen / kühl NS dt/ha >60mm + <30 mm dt/ha g / Knolle > 30 mm Knollen/Staude Grafik 3: Ertrag, Knollenzahl und Durchschnittsgewichte Knollen Normalsortierung (NS) Sorte Alexandra, Verund Abkeimen (Gra- such 2015 Bei Lady Claire 2015 resultierte kein effektiver Unterschied zwischen Vorkeimen fik 4). Dies bestätigt die geringe Empfindlichkeit der Sorte. Die Unterschiede zwischen warm und kühl sind jedoch beträchtlich. Da das Kraut der Sorte Lady Claire empfindlich auf Hitzephasen reagiert, stopp- Die durch wärmere te die Sorte Lady Claire im Versuch 2015 ab Juli das Wachstum trotz Bewässerung. Lagerung physiologisch ältere Bestand des Verfahrens warm setzte früher Knollenn an und konnte somit bis zur Hitzephase im Juli mehr Ertrag zulegen. Da das Kraut nicht mehr weiter gewachsen ist nach Juli konnte das Verfahren kühl den Wachstumsrückstand nicht mehr kompensieren Abkeimen / warm Vorkeimen / warm Abkeimen / kühl Vorkeimen / kühl NS dt/ha <42.5mm dt/ha g / Knolle >42.5mm Knollen/Staude Grafik 4: Ertrag, Knollenzahl und Durchschnittsgewichte Knollen Normalsortierung (NS) Sorte Lady Claire, Versuch

57 Bei Agria 2015 resultierte kein effektiver Unterschied zwischen Vorkeimen und Abkeimen (Grafik 5). Dies mittlere Empfindlichkeit dieser Sorte auf das Abkeimen konnte also hier nicht festgestellt werden. Die Unterschiede zwischen warm und kühl sind jedoch ersichtlich. Durch die kühle Lagerung konnte die Anzahl Triebe resp. Knollen / Staude erhöht werden was in Mehrertrag umgesetzt werden konnte Abkeimen / warm Vorkeimen / warm Abkeimen / kühl Vorkeimen / kühl NS dt/ha <42.5mm dt/ha g / Knolle >42.5mm Knollen/Staude Folgende Beobachtungen und Messungen können festgehalten werden: Grafik 5: Ertrag, Knollenzahl und Durchschnittsgewichte Knollen Normalsortierung (NS) Sorte Agria, Versuch 2015 Schlussfolgerungen/Empfehlungen Die bekannten Auswirkungen einer unterschiedlichen Lagerung und Vorbereitung des Pflanzgutes konnte in den Versuchen 2014 und 2015 mehrheitlich bestätigt werden. Eine gezielte, sortenspezifische Lagebezahlt. rung und Vorbereitung des Pflanzgutes macht sich ertraglich sowie auch qualitativ Andreas Rüsch (Strickhof, Pflanzenbau) 57

58 Bio Modellfruchtfolge Strickhof Aussagekraft Modellfruchtfolge Biolandbau Die Bio Modellfruchtfolge am Strickhof in Lindau dient vor allem zu Demonstrationszwecken. Auf engem Raum werden seit rund 30 Jahren zwei typische Bio-Fruchtfolgen geführt. Die längere Fruchtfolge B entspricht einer Fruchtfolge im Talgebiet, die kürzere Fruchtfolge A entspricht einer Furchtfolge in der Übergangszone. Im 2016 werden auf den Parzellen A1 (Nützlingsblühstreifen), A4 (Mais- Bohnenmischkultur), B5 (Quinoa) und B7 (Öllein) Versuche, in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Biobrache und der Forschung, durchgeführt. Der Raps musste auch dieses Jahr aufgrund starken Schädlingsbefalls (Rapserdfloh und Phoma) untergeackert werden und wurde kurzfristig durch Hirse ersetzt. In Zukunft wird Raps nicht mehr in diese Fruchtfolge eingeplant und anstelle der Öllein als vielversprechende Ölsaat angebaut Zudem wird die Sonnenblume im 2016 wieder durch Mais ersetzt. 58

59 Abbildung 2: Aufgrund der einmaligen Trockenheit in diesem Sommer hat Ronni Vögeli die Gunst der Stunde ausgenützt und einige Bio-Parzellen welche immer wieder Probleme mit Staunässe zeigen Ende September mit einem Tiefengrubber gelockert (Bilder: Felix Zingg) Die Strickhof Bio-Fruchtfolgeflächen haben eine lange Tradition Bereits 1986 wurde am Strickhof eine modellartige Biofruchtfolge in Form von Kleinparzellen auf einer Fläche von 2 ha angelegt, eine Pioniertat wenn man die damalige geringe Verbreitung des Biolandbaus im Kanton Zürich bedenkt. Weder Bund noch Kanton unterstützten den biologischen Landbau mit Beiträgen und Direktzahlungen. Auf den Kleinparzellen am Strickhof konnten wertvolle Anbauerfahrungen gesammelt und im Rahmen von Unterricht, Kursen und Flurbegehungen verbreitet werden. Manch ein Betriebsleiter der seinen Betrieb in den Boom-Jahren der 90er Jahren auf biologischen Landbau umgestellt hat, hat sich sein Ackerbauwissen am Strickhof angeeignet. Um auf den Flächen des Strickhofs auch grossflächige, praxisgerechte Erkenntnisse im Anbau von Bio- Ackerkulturen zu gewinnen, wurde 1993 zusätzlich auf insgesamt 20 ha Ackerfläche ein Vergleichsversuch der Anbausysteme Bio und IP (heute ÖLN) angelegt. Seit Beginn dieses Versuchs werden stets dieselben 10 ha nach den Vorschriften des biologischen Landbaus bzw. nach den Grundsätzen der integrierten Produktion bewirtschaftet. Für die Bioflächen in diesem Versuch bedeutet dies konkret, dass seit mehr als 20 Jahren auf denselben Flächen keine chemisch-synthetischen Herbizide, Insektizide und Fungizide und keine mineralische Handelsdünger eingesetzt wurden, auf den Kleinparzellen (Bio- Modellfruchtfolge) sogar seit über 30 Jahren. Die damaligen zentralen Ziele der Demonstrationsanlage sind auch heute noch aktuell. Sie dient der Anschauung für den Unterricht, für Kurse und Tagungen und der Untersuchung von aktuellen Fragestellungen und Neuheiten im Biobereich. Die Lernenden können zudem üben und selbständig praktische Arbeiten verrichten. Auch für Versuchsfragen in Diplom-und Semesterarbeiten der höheren Fachschule werden die Biofruchtfolgeflächen genutzt. Von den ursprünglichen Zielen ist einzig das Aufzeigen der generellen Machbarkeit des biologischen Landbaus aufgrund der aktuellen Verbreitung des Biolandbaus in den Hintergrund gerückt. Die erzeugten Produkte auf den insgesamt 12 ha Bioflächen werden konventionell vermarktet und abgesetzt. Dies ist nötig, weil der rund 70 ha grosse Ausbildungs- und Versuchsbetrieb am Standort Lindau die Vorgabe der Gesamtbetrieblichkeit nach Vorschriften der Schweizerischen Bio-Verordnung nicht einhalten kann. Die Strickhof-Bioflächen bieten nicht zuletzt dank des grossen Einsatzes des Ausbildungsund Versuchsbetriebes und der Fachstelle Biolandbau immer noch eine exzellente Plattform für Grossveranstaltungen mit Praxisversuchen und Demonstrationsanlagen. In diesem Jahr wurde ergänzend zu kleineren Veranstaltungen auch eine Flurbegehung mit über 50 Besuchern organisiert. Felix Zingg, Strickhof Biolandbau 59

60 Gründüngungsversuch «Couverts végétaux» Plattform Ackerbau - Grandes cultures Schweiz (PAG-CH) Aussagekraft Einfluss der Umweltbedingungen auf die verschiedenen Zwischenkulturen (Gründüngungen) Versuchsziele Mit diesen Versuchen sollen die Beziehungen zwischen der Entwicklung verschiedener Gründüngungen und den Anbau- und Klimabedingungen des betreffenden Standortes untersucht werden. Das übergeordnete Ziel war es dabei, geeignete Pflanzenarten für eine Bodenbedeckung vorzuschlagen, die auf die Bedingungen des Betriebes, Bodens und des Klimas abgestimmt sind. Methodik Die Versuche betrafen Gründüngungen an elf Standorten entlang der Achse Genf-Zürich. 4 Jahre am Standort Strickhof in Lindau. Die Bodenbedeckung wurde je nach Standort zwischen dem 1. Juli und dem 31. August angesät, dies in den meisten Fällen nach Getreide. Die Kulturen wurden in Streifen ohne Wiederholungen gesät. Die Erhebungen in den Zwischenkulturen beinhalteten eine Bonitierung der Bodenbedeckung nach 10, 20, 30 und 40 Tagen nach der Saat. Dabei wurde der Anteil offener Boden, der Anteil der Unkräuter und der angesäten Kultur beurteilt. Die Bonitierung wurde am 1. März im folgenden Jahr wiederholt. Dazwischen wurden nach dem ersten Frost die Zwischenkultur und das Unkraut geerntet, um die Sprossmasse (dt Frischmasse (FM)) und die Trockensubstanz (TS) festzustellen. Resultate und Diskussion Das Verhalten der Zwischenkulturen war je nach Standort und Jahr sehr unterschiedlich. Auch am Standort in Lindau variierten die Ergebnisse von Jahr zu Jahr sehr stark. Sareptasenf hat den Boden jeweils am schnellsten bedeckt. In durchschnittlich 22 Tagen war jeweils die Hälfte der Fläche mit Sareptasenf bedeckt. Andere Gründüngungen brauchten zwischen 25 und 27 Tagen. Die langsamsten Arten waren unter anderen Futterwicke, Alexandrinerklee, Saatplatterbse und Sandhafer. Die Sonnenblume und Phacelia produzieren die höchste oberirdische Biomasse (> 285 dt FM/ha). Festgestellt wurde eine positive Korrelation (r = 0.47) zwischen dem Bodenbedeckungsgrad (30 Tage) und der frischen Sprossmasse beim ersten Frost. Unter den geprüften Arten bedecken die Rückstände der Futtererbse (82 %) am Ende des Winters den Boden am besten. Auch die Futterwicke (61 %) deckt den Boden zu diesem Zeitpunkt gut ab, ebenso wie die Mischungen. Schlussfolgerungen/Empfehlungen: Keine Reinsaat weist bei allen untersuchten Merkmalen, wie Unkrautunterdrückung, und Biomasse im Herbst, sowie Rückstände im Winter bessere Ergebnisse auf, wie Artenmischungen. Diese können verschiedene Defizite von Reinsaaten bei sich ändernden Umweltbedingungen kompensieren. Dabei konnte auch festgestellt werden, welche Arten sich am besten ergänzen. Eine Mischung mit Phacelia, Sareptasenf und Rauhafer sollte die verschiedenen Vorteile von einer schnellen Bodenbedeckung, der grossen Biomasse der oberirdischen Pflanzenteile (Sprossmasse) im Herbst der hohen Bodenbedeckung durch Phacelia Ende Winter aufzeigen. Durch die Kombination von Arten können weitere Vorteile bezüglich dem Boden, wie Stickstofffixierung, Erschliessung von verschiedenen Wurzelhorizonten und Vegetationsetagen genutzt werden. Mit einer Gründüngung wird auch die Verfügbarkeit der Nährstoffe für die nachfolgende Kultur beeinflusst. Rauhafer zeigt z.b. ein günstiges Kohlenstoff-Stickstoffverhältnis (C:N) und sorgt zugleich für eine gute Bodenbedeckung bis Ende Winter, was im Hinblick auf die Unkrautunterdrückung interessant ist. Da neben den untersuchten Parametern eine Vielzahl weiterer Faktoren die Leistungen der Gründüngungen beeinflussen, sind die gemachten Schlussfolgerungen zu relativieren. 60

61 Grafik 1: Anzahl Tage einer Mischung/Art um eine 50%ige Bodenbedeckung (T 50% ) zu erreichen. Die kursiven Zahlen geben die Anzahl der Kombinationen Standort x Jahr an, für die Daten zur Verfügung sind. Die Balken entsprechen dem Standardfehler des Durchschnitts. Grafik 2: Bodenbedeckungsgrad der Rückstände der einzelnen Arten und Mischungen am Ende des Winters (1. März). Die kursiven Zahlen geben die Anzahl der Kombinationen Standort x Jahr an, für die Daten zur Verfügung sind. Die Balken entsprechen dem Standardfehler des Durchschnitts. Zusammenfassung In einem Netzwerk von Versuchsparzellen wurde das Verhalten von Gründüngungen in On-farm- Versuchen bei verschiedenen Umweltbedingungen untersucht. Einige Arten haben den Boden im Herbst schnell bedeckt (z.b. Sareptasenf). Andere Arten produzierten mit ihrer Sprossmasse grosse Mengen an Biomasse (z.b. Sonnenblumen). Weniger leistungsfähige Arten stellten Ende Winter eine gute Bodenbedeckung sicher. Mit einer multifaktoriellen Analyse wurden die Beziehungen zwischen den Leistungen der verschiedenen Gründüngungen und den Umweltbedingungen untersucht. Keine Art bringt alle erwünschten Eigenschaften. Mischungen verschiedener Arten sind jedoch vielversprechend. Team couverts végétaux ; Plattform Ackerbau - Grandes cultures Schweiz (PAG-CH) und Werner Hengartner (Strickhof Pflanzenbau) 61

62 Verträglichkeit von Dual Gold für Gründüngungen als Konkurrenz bei der Erdmandelgrasbekämpfung Aussagekraft Hintergrund Das Erdmandelgras hat sich in den letzten Jahren im Kanton Zürich weiter ausgebreitet. Bei starken Befallsstellen im Feld oder einer Verteilung über das ganze Feld muss mit Bodenbearbeitung, Konkurrenz und Herbiziden über die ganze Fruchtfolge der Befall reduziert werden. Agroscope empfiehlt beispielsweise nach der Ernte des Getreides den Boden mehrmals mit einer Egge oder Fräse zu bearbeiten und dann eine Gründüngung anzusäen. Eine weitere Variante wäre Dual Gold auf die Stoppeln zu applizieren, einzuarbeiten und nachfolgend eine Gründüngung als Konkurrenz einzusäen. Versuchsziele Es soll getestet werden, welche Gründüngungen eine Vorsaatbehandlung und Einarbeitung von Dual Gold vertragen. Methodik Für den Profiabend Ackerbau wurde am 16. April 2015 mit der Gartenfräse ein Saatbeet hergerichtet. Mit der Rückenspritze wurde 2l Dual Gold pro Hektare ausgebracht und mit der Gartenfräse 10 cm eingearbeitet. Am 17. April wurden die folgenden Gründüngungen auf einer Fläche von 1.2m x 8m angesät und angewalzt: Buchweizen, Sonnenblumen, Guizotia, Sareptasenf, UFA 106, Ufa Alpha Als Kontrolle wurde auf dem untersten Meter kein Dual Gold appliziert. Nach 6 Wochen wurde das Wachstum fotographisch dokumentiert und optisch beurteilt. Resultate und Diskussion Grafik: Gründüngungen, Vorsaat 2l/ha Dual Gold eingearbeitet, vor dem roten Strich Kontrolle, hinten behandelte Fläche Der Buchweizen lief gut auf, zeigt aber auch schwache Wachstumshemmung. Er würde dies sicher gut überleben, deckt aber allgemein schlecht, was keine gut e Konkurrenz für Erdmandelgras schafft. Bei den 62

63 Sonnenblumen war kein Unterschied zwischen Kontrolle und behandelter Fläche auszumachen. Dies verwundert auch nicht, da Dual Gold für die Anwendung in den Sonnenblumen bewilligt ist. Die Guizotia ist auch ein Korbblütler und lief sehr regelmässig auf. Trotzdem war eine gewisse Wachstumshemmung auszumachen. Dies führt aber höchstens zu einer kleinen Wachstumsverzögerung. Sareptasenf lief sehr gut auf und zeigte durch Dual Gold nur eine schwache Hemmung. Sareptasenf und Guizotia decken den Boden auch gut ab und schaffen so eine starke Konkurrenz. In Deutschland ist im Raps Frontier bewilligt, das ganz ähnlich wie Dual Gold wirkt und auch in Versuchen von Agroscope eine gewisse Wirkung gezeigt hat. Die Gräser der 106er Mischung liefen im Dual Gold behandelten Teil schon gar nicht auf. Bei der UFA Alpha war auch in der Kontrolle weder Phazelia noch Alexandrinerklee recht aufgelaufen, da es wahrscheinlich noch zu kalt für diese war. Fazit Im nächsten Jahr sollen Guizotia und Sareptasenf in Zusammenarbeit mit Landwirten auf die Verträglichkeit einer Vorsaat Dual Gold-Behandlung getestet werden. Auch zu überlegen ist, ob ein Vorsaatverfahren mit Einarbeitung von Frontier im Raps getestet werden soll. Der Saatzeitpunkt Ende August würde sich gut für eine Bekämpfung von Erdmandelgras eignen, da dann viele Mandeln noch keimen. Georg Feichtinger und Lolita Ammann (Strickhof, Pflanzenschutz) 63

64 Aktuelle HF Versuche HF Strickhof Die untenstehende Tabelle listet die momentan laufenden Versuche am Strickhof auf, welche zurzeit noch von HF-Schülern betreut und ausgewertet werden. Die Resultate dieser Versuche werden im März 2016 auf der Strickhof-Homepage aufgeschaltet: Tabelle 1: Übersicht über die aktuell laufenden HF Versuche Versuche Höhere Fachschule Agrotechniker 2015 Betreuung Bemerkungen Wirtschaftlichkeit einer mehrphasigen Jagerfütterung Einfluss verschiedener Tränkeregime (ad libitum-tränke mit und ohne Milchpulver und restriktiv) auf den Tageszuwachs, die Gesundheit und das Saugverhalten von Tränkekälbern Lukas Schulthess Christoph Thalmann Strickhof Schweinestall und Betrieb Walser Zusammenarbeit mit ETH Zürich Auswirkungen der Hofdüngerapplikation (Breitverteiler, Schleppschlauch usw.) auf die Futterqualität im Futterbau Werner Hengartner Einfluss einer Flüssigdüngung von Stickstoff mittels Feldspritze auf den Kulturverlauf sowie den Proteingehalt von Winterweizen Markus Bopp Kleinparzellen, 1. Jahr Einfluss verschiedener Saatstärken bei Zwei- und Mehrzeiliger Gerste auf Bestandesentwicklung und Ertragsparameter Martin Bertschi Lindau, Kleinparzellen Einfluss verschiedener S-Düngungsstrategien auf die Qualität und Ertrag von Winterweizen Daniel Widmer Lindau, Kleinparzellen Calcium Applikation bei Pinot Noir als mechanischer Schutz vor Botrytis Cinerea? Michele Bono Wülflingen, Weinberg Nährstoffaustrag bei Substratkulturen: Ermittlung von Nährstoffwerten unter den Substratgefässen als Grundlage der SAIO- Richtlinien Milchleistungserhebung bei der Mutterkuhherde in Wülflingen Hagen Thoss Roger Bolt Beerenanlage Lindau, Praxisbetriebe Mutterkuhstall Wülflingen 64

65 Paritätserträge von Ackerkulturen Forum Ackerbau Aussagekraft Wie viel Ertrag muss eine Kultur bringen, um 70 dt/ha nach ÖLN produzierten Weizen der Klasse 1 finanziell zu egalisieren? Als Berechnungsbasis dienen die Deckungsbeiträge inklusive den Beiträgen des Bundes nach AP Für Getreide wurden die Ernterichtpreise 2015 und die aktuellen Zuschläge des IPS- Labels 2015 verwendet. Bei Ölsaaten wurde mit den Durchschnittspreisen der Ernte 2015 gemäss swiss granum gerechnet. Die Kosten wurden dem Agridea-DB-Katalog 2014 entnommen. Kann Körnermais trocken gedroschen werden, liegt der effektive Paritätsertrag bei dieser Kultur wohl tiefer als berechnet. Beim Weizen Klasse TOP wurde gegenüber den Vorjahre ein leichter Anstieg des nötigen Paritätsertrages berechnet und beim Weizen Klasse II ein leichter Rückgang. Dies, weil der Richtpreis von TOP-Weizen von 2012 bis 2014 um Fr. 1.- reduziert wurde und weil die Preisdifferenz zwischen der Klasse I und II kleiner wurde. Beim Futtergetreide braucht es mehr Ertrag, weil die Produktionskosten im Verhältnis weniger gesunken sind als beim Brotgetreide. Die Paritätserträge bei Raps und Sonnenblumen sind um 4 bis 8 dt/ha gestiegen, weil der Einzelkulturbeitrag von Fr. auf Fr. reduziert wurde und auch der Ölsaatenpreis gesunken ist. Die Eiweisserbsen erfuhren zwar keine Reduktion des Einzelkulturbeitrages, aber auch dort konnten die Produktionskosten weniger gesenkt werden als beim Brotgetreide. Grafik 1: Berechnete Paritätserträge in dt/ha je Ackerkultur 2015 (Autorin: Barbara Graf, Forum Ackerbau) WW Kl. I ÖLN WW Kl. I IPS WW Kl. TopQ IPS BIO-Weizen Futterweizen 1) FW Selbstverw. 2) Urdinkel IPS Gerste ÖLN Gerste Ext. Triticale ÖLN Triticale Ext. Körnermais Raps ÖLN 3) Raps Ext. 3) Sonnenblumen 3) Sonnenblumen Ext. Soja 3) Eiweisserbsen Eiweisserbsen Ext. Ertrag in kg/a ) Annahme: gleiche Kosten wie Weizen Klasse 1 ÖLN und Fr. 0.75/dt tiefere Annahmegebühren 2) Wie 1), aber ein um Fr. 3.- höherer Richtpreis für Rabatt bei der Anrechnung als eigenes Futter 3) Preise gemäss Angaben swiss granum im August Im ÖLN wurde jeweils eine Insektizidbehandlung à Fr (Insektizid und Überfahrt) einberechnet, im Raps waren es zwei Insektizidbehandlungen Auskünfte: Martin Bertschi und Andreas Rüsch, Strickhof Pflanzenbau 65

66 Fruchtberostung durch Einsatz von BlossomProtect? Strickhof Versuchsziele Aussagekraft Feuerbrand stellt ein grosses Problem im Erwerbsobstbau dar und kann für Betriebe zu existenzbedrohenden Situationen führen. Neben dem seit 2008 im Rahmen einer Allgemeinverfügung des BLW zugelassenen Antibiotikums Streptomycin stehen im Obstanbau mehrere Wirkstoffe mit einer regulären Zulassung zur Verfügung. Diese sogenannten Alternativen Mittel haben jedoch einen im Vergleich zu Streptomycin deutlich geringeren Wirkungsgrad. Das Produkt BlossomProtect (Wirkstoff Aureobasidium pullulans) zählt zu den wirkungsvollsten alternativen Mitteln. In der Schweiz und dem angrenzenden Ausland wird der Einsatz von BlossomProtect gegen Feuerbrand von verschiedenen Stellen nur mit Zurückhaltung empfohlen, teilweise gänzlich abgelehnt. Begründet wird dies mit Versuchsresultaten die zeigen, dass bei gewissen Sorten (z.b. Golden Delicious) nach mehrmaligem Einsatz von BlossomProtect eine verstärkte Berostung der Fruchthaut auftreten kann. Der Versuchsaufbau bisher publizierter Versuche entspricht jedoch nicht immer den Anwendungsempfehlungen von maximal zwei Anwendungen bei berostungsempfindlichen Sorten. Zusätzlich wurde für den Versuch in der Regel Golden Delicious Klon B gewählt und nicht der weniger zu Berostung neigende und in der Schweiz verbreitete Golden Reinders. In den kommenden Jahren soll auf dem A&V Obstbaubetrieb in Lindau der Einfluss von BlossomProtect auf die Fruchtberostung bei Golden Delicious Reinders überprüft werden. Methodik Der Versuch fand in der Obstanlage auf dem A&V Betrieb am Strickhof in Lindau statt. Ausgewählt wurde ein Sortenblock mit 5 Reihen der Sorte Golden Delicious (Typ Reinders) mit Pflanzjahr Insgesamt wurden 6 Varianten ohne Wiederholungen geprüft. Die Behandlung wurde mit BlossomProtect (12kg/ha) und einer Wassermenge von 600l/ha. Zwei Kontrollen, eine am südlichen und eine am nördlichen Ende des Versuches dienten dazu, allfällige Abweichungen aufgrund der Hangneigung auszuschliessen. Bei den ersten drei Varianten handelt es sich um einfache Behandlungen bei 30%, 50% oder 70% offenen Blüten. Bei weiteren Varianten wurde zweimal behandelt, bei 30% und 50% offenen Blüten respektive bei 50% und 70% offenen Blüten. Eine dreifache Behandlung bei 30%, 50% und 70% offenen Blüten, lag bewusst über der Anwendungsempfehlung des Herstellers für Golden Delicious (maximal zwei Behandlungen bei berostungsempfindlichen Sorten). Um Randeffekte auszuschliessen, wurden in jeder Variante die mittleren drei Bäume der mittleren Reihe vollständig geerntet. Die Früchte wurden anschliessend visuell wie folgt in sechs Berostungskategorien (BK) eingeteilt. Berostungskategorie 0 0% der Fruchthaut zeigt Berostung Berostungskategorie 1 1%-5% der Fruchthaut zeigt Berostung Berostungskategorie 2 6%-10% der Fruchthaut zeigt Berostung Berostungskategorie 3: 11%-20% der Fruchthaut zeigt Berostung Berostungskategorie 4 21%-50% der Fruchtoberfläche zeigt Berostung Berostungskategorie 5 50%-100% der Fruchthaut zeigt Berostung 66

67 Resultate und Diskussion Wie Grafik 1 zeigt, konnten fast alle Früchte in allen Verfahren den Berostungskategorien 0 und 1 zugeordnet werden. Eine einmalige Behandlung bei 30% offenen Blüten förderte die Fruchtberostung im Ver- gleich zu den beiden Kontrollvarianten nicht. Behandlungen bei 50% offenen Blüten und eine zweimalige Behandlung bei 30%+50% offenen Blüten führten zwar zu einer leichten Zunahme an Früchten der Berostungskategorie 1, diese hätte für die Vermarktbarkeit der Äpfel jedoch keinen Einfluss gehabt. Jede Variante mit einer Applikation bei 70% offenen Blüten führte bei einzelnen Früchten zu einer Berostung von über 5%. Die Resultate des Versuchsjahres s 2015 zeigen, dass bei einer zunehmenden Anzahl Behandlungen der Anteil an unberosteten Früchte der Berostungskategorie 0 sinkt. Späte Behandlungen zum Ende der Blüte (70% offene Blüten) führten zu einer stärkeren Berostung der Früchte, als Behandlungen zum Beginn der Blüte (30% offene Blüten). Grafik 1: Einfluss von Behandlungenn mit BlossomProtect (Aureobasidium pullulans) während der Blüte auf die Fruchtberostung bei Golden Delicious Reinders, Strick- Um zuverlässige Angaben zum Einfluss von BlossomProtect auf die Fruchtberostung zu bekommen sind hof Lindau 2015 Schlussfolgerungen/Empfehlungen mehrere Versuchsjahre notwendig. Aus diesem Grund wird der Versuch in den kommenden Jahren wiederholt. Die Resultate von 2015 zeigen, dass bei Einhaltung der Anwendungsempfehlungen des Herstellers (berostungsempfindliche Sorten wie Golden Delicious maximal zweimalig behandeln) keine marktrelevante Mehrberostung der Früchte zu erwarten ist. Da eine späte Behandlung mit BlossomProtect zum Ende der Blüte im Versuch 2015 einen stärkeren Einfluss auf die Fruchtberostung hatte, sollten Behandlungen mit BlossomProtect nach Möglichkeit eher zum Beginn der Blüte bis zur Vollblüte erfolgen konnte man feststellen, dass s keine der geprüften Varianten bei mehr als 5% aller Äpfel eine Deklassierung zu Mostobst wegen Fruchtberostungen zur Folge hatte. Bei hohen Feuerbrand- Infektionsbedingungen dürfte der wirtschaftliche Schaden durch berostete Früchte also sogar bei drei Behandlungen mit BlossomProtect weit unter jenem Schaden liegen, welcher durch Feuerbrandinfektio- nen mit anschliessender Sanierungsarbeit in den Anlagen zu erwarten wäre. David Szalatnay, Fiona Cimei (Strickhof Fachstelle Obst) 67

68 Feuerbrand-Blütenmonitoring Strickhof, Agroscope Aussagekraft Versuchsziele Zur Einschätzung der Feuerbrandinfektionsgefahr stützt sich die Forschung und Beratung unter anderem auf die Feuerbrandprognose Maryblyt ( Seit 2011 werden in der Schweiz während der Kernobstblüte zusätzlich an vier bis sechs Tagen Blütenproben gesammelt und auf Feuerbrandbakterien (Erwinia amylovora) untersucht. Die Resultate liefern Hinweise, ob Sortenblöcke in einer Anlage durch Feuerbrandbakterien bedroht sind. Um ein umfassendes Bild zu Feuerbrandbakterien in Kernobstblüten zu gewinnen, lancierte die Strickhof Fachstelle Obst in Zusammenarbeit mit Agroscope im Jahr 2013 ein tägliches Feuerbrand-Blütenmonitoring. Die Daten liefern erstmals ein mehrjähriges Bild zum Auftreten von Feuerbrandbakterien in einer Niederstammanlage. Methodik Während der gesamten Blühdauer sind in der Versuchsanlage je nach Blühstand der einzelnen Sorten täglich zwischen ein und vier Sortenblöcke beprobt worden. Eine Blütenprobe, bestehend aus 100 offenen Blüten, wurde vorzugsweise von 100 verschiedenen Bäumen einer Apfel- oder Birnensorte ausgewählt (Idared, Boskoop, Topaz, Gala, Golden Delicious, Williams, 2013 auch Diwa). Die Blüten wurden direkt in eine beschriftete Tüte gepflückt und in einer Kühlbox mit Coolpack in das Bakteriologielabor von Agroscope in Wädenswil gebracht. Dort wurden die Proben aufbereitet und bei 20 C gelagert bis zur anschliessenden real-time PCR-Analyse durch die Firma Bio-Protect GmbH in Konstanz. Mit der real-time PCR-Methode wird durch Vervielfältigung eines vorhandenen DNA-Abschnitts die Anzahl der lebenden und bereits abgestorbenen Feuerbrandbakterien auf 100 Blüten (1 Probe) ermittelt. Die Beurteilung der Infektionsgefahr wurde auf die Daten des Da die Blütenproben jeweils am Morgen zwischen acht und zehn Uhr gesammelt wurden und die Bakterienlast hauptsächlich vom Vortag stammt, wurden die gefundenen Bakterienwerte in der Auswertung jeweils den Daten gemäss Infektionsprognose (Maryblyt) des Vortags zugeordnet. Resultate und Diskussion 2013 Eine Infektionsquelle in unmittelbarer Nähe der Kernobstanlage Im Kanton Zürich werden in Hochrisikoregionen bei Mostbirnbäumen Feuerbrand-Winterkontrollen durchgeführt, weil Altbefall im Winter oft besser sichtbar ist als im Sommer. Im Januar 2013 wurde an einem Mostbirnbaum in unmittelbarer Nähe der Obstanlage ein Ast mit deutlichen Feuerbrandsymptomen entdeckt (Abb. 1). Da der Befall auf eine Seite der Krone begrenzt war und der Ast mehrere Meter ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden konnte, wurde ein Sanierungsversuch unternommen und der Ast bis zum Stamm entfernt. Abb. 1: Feuerbrand-Altbefall an einem Birnenhochstamm im Januar 2013 in unmittelbarer Umgebung der Anlage. Leider war die Sanierung nicht erfolgreich. Stark befallene Neutriebe im Frühjahr 2014 führten schliesslich zur Rodung. Das tägliche Blütenmonitoring 2013 zeigte den Einfluss des befallenen Baums auf den Bakteriendruck in der weniger als 100 m entfernten Anlage. Das Maximum waren Bakterien pro Blüte am 3. Mai bei der Sorte Topaz, obwohl zu dieser Zeit die Infektionsbedingungen gemäss Mayblyt wegen kühlen Lufttemperaturen sanken (Abb. 2). Wegen des berechneten EIP von maximal 51 wurde in der Anlage auf den Einsatz von Pflanzen- 68

69 schutzmitteln gegen Feuerbrand verzichtet und es wurde trotz hoher Erregerzahlen regerzahlen auf den Blüten kein Feuerbrandbefall festgestellt. Bei höheren Temperaturen während der Blütezeit hätte eine derart hohe Bakterienzahl erfahrungsgemäss zu schwersten Feuerbrandbefällen und Rodungen geführt Grafik 1: Anzahl Bakterien pro Blüte vom bis (linke, logarithmische Skala), die Linie repräsentiert das Erregerinfektionspotenzial enzial EIP gemäss Maryblyt (rechte Skala). Resultate und Diskussion 2014 Einfluss der Strahlung auf die Bakterienvermehrung? In den ersten zwei Wochen der Blütezeit lag das maximale EIP bei 17. Erst ab dem 21. April folgte ein Anstieg des EIP auf 57, was gemäss Maryblyt eine mittlere Infektionsgefahr bedeutet (Abb. 3). Unter der Annahme, dass bei EIP-Werten unter 70 auch in Regionen mit hohem Feuerbranddruck kaum mit Feuergegen Feuerbrandinfektionen bandbefall gerechnet werden muss, wurden keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Wie sich herausstellte, war diese Annahme falsch. Grafik 2: Massiver Anstieg an Bakterien gegen Ende der Blüte 2014 (linke, logarithmische Skala), die Linie repräsentiert das Erregerinfektionspotenzial EIP gemäss Maryblyt (rechte Skala). Ab Mitte Mai tauchten im gesamten Bezirk Horgen teils schwere Feuerbrandbefälle auf. Kaum eine Nieweit über 100 Hochstammbäume (vor allem Gelb- derstammanlage blieb verschont. Zusätzlich waren möstler) so schwer befallen, dass eine Rodung nötig wurde. In der Monitoringanlage wurde am 18. Mai der erste Feuerbrandbefall entdeckt. Bei Topaz war in den folgenden Wochen im Schnitt an jedem Baum Feuerbrandbefall zu finden, bei anderen Apfelsorten lag der Befall zum Glück tiefer. Bei Williams tauchten zahlreiche Befälle durch Infektionen an Nachzüglerblüten auf. Obwohl der Unterschied zwischen der Infektionsprognose und den schweren Infektionen im Feld bis heute nicht abschliessend erklärbar ist, gab es 2014 dank des Blütenmonitorings einige interessante Beobachtungen. 69

70 Wenn keine Feuerbrandherde in oder nahe der Anlage zu einem Bakterieneintrag (wie 2013) führen, stimmt der Verlauf des EIP normalerweise mit der Anzahl der effektiv gefundenen Bakterien in den Blübei Topaz durchschnittlich über Feuerbrandbak- ten überein. So zeigt Maryblyt am 24. April, als terien pro Blüte nachgewiesen wurden, auch den maximalen EIP-Wert an. Im Gegensatz dazu scheinen das EIP und die gefundenen Bakterien in den Blüten im Zeitraum vom 12. bis 17. April nicht parallel zu verlaufen (Abb. 3). In diesem Zeitraum bestand am Versuchsstandort eine Bisenlage. Am 15. und 16. April konnten trotz Lufttemperaturen von maximal 12.3 C die Blütenproben im T-Shirt gesammelt werden. Im Schatten war es hingegen empfindlich kalt. Dieser Unterschied zwischen kalter Lufttemperatur und wartemperaturabhängige Feuerbrandprognose mer «gefühlter» Temperatur könnte einen Einfluss auf die haben. Während die Lufttemperatur ab dem 12. April zu sinken begann, stieg gleichzeitig die Globalstrahlung an sonnigen Tagen deutlich an (Abb. 5). Grafik 3: Die maximale Temperatur sinkt ab dem 12. April, während die Global- Obstbau-Wädenswil) strahlung stark ansteigt. (Wetterstation Die täglichen Strahlungswerte von etwa 6000 Wh/m2 führen, gemäss einer Studie von Agroscope zur Entwicklungsprognose des Apfelwicklers, zu einer Differenz zwischen der Lufttemperatur und der Tempeund besonnten Blüten am Strick- ratur am Holz von rund 5 C (Graf 2001). Messungen von beschatteten hof in Wülflingen zeigen mit Temperaturunterschieden bis zu 6 C ein ähnliches Bild. Es ist also denkbar, dass hohe Strahlungswerte in der Blüte höhere Temperaturen erzeugen und zu einer rascheren Bakterienvermehrung führen, als dies die Feuerbrandinfektionsprognose Maryblyt auf Grund der Lufttemperatur berechnet. Resultate und Diskussion 2015 Totaleinnetzung, Sanierung und Pflanzenschutzstrategie führen zum Erfolg Der Betriebsleiter der Niederstammanlage entschied sich 2015 für eine Nachrüstung der Hagelnetzabdeckung mit Seitennetzen. Diese Massnahme sollte den Zuflug von Insekten wie Honigbienen verhindern, die als wichtigste Überträger von Feuerbrandbakterien gelten. Die Bestäubung in der total eingenetzten Kernobstanlage wurde durch Hummelvölker sichergestellt. Wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Totaleinnetzung ist die vorgängige Sanierung und regelmässige Feuerbrandkontrolle innerhalb der Anlabei durch Rückriss sanierten Birnbäumen eine Nachkontrolle auf ge. Deshalb wurde im Winter 2014/2015 Canker durchgeführt. Bei zehn Bäumen wurden Canker gefunden. Um den Ausgangsdruck in der total eingenetzten Parzelle möglichst zu reduzieren, wurden diese Bäume umgehend gerodet. Zusätzlich wurde 2015 eine gezielte Pflanzenschutzstrategie gegen Feuerbrandinfektionen gewählt, um eine starke Vermehrung der Bakterien innerhalb der Anlage möglichst früh zu unterbinden. Am 21. April wurde die Sorte Williams mit Myco-Sin behandelt, am 24. April folgte bei Williams und den früh blühen- den Idared eine weitere Behandlung mit LMA. Danach sank die Infektionsgefahr für neu geöffnete Blüten, weshalb die nächste Behandlung mit BlossomProtect bei allen Sorten erst beim Anstieg der Infektisagten in der Folge einen Temperaturanstieg voraus, onsgefahr am 4. Mai erfolgte. Die Wetterprognosen gleichbedeutend mit einer weiteren Erhöhung der Blüteninfektionsgefahr, weshalb am 7. Mai eine zuausgebracht wurde (Wirkungsvergleich). Für die letzte sätzliche Behandlung mit Streptomycin oder LMA Behandlung am 11. Mai wurde nochmals BlossomProtect verwendet. Abbildung 6 zeigt eindrücklich, dass 70

71 ein konsequentes Feuerbrandmanagement die Anzahl Bakterien auf den Blüten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich reduzierte. Grafik 4: Ergebnisse der real-time PCR-Analyse als Zellzahl/Blüte. Positive Proben, die aufgrund ihrer r geringen Zellzahlen nicht quantifiziert werden konnten, wurden künstlich auf die Nachweisgrenze von 100 Zellen pro Blüte angehoben. Trotz der höchsten berechneten Blüteninfektionsgefahr während der drei Versuchsjahre wurde 2015 nur an zehn Bäumen minimaler Blütenbefall festgestellt. Somit war die Sanierung mit geringem Aufwand verbunden. Das Zusammenspiel von rechtzeitiger, gründlicher Sanierung und angepasstem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bewirkte eine deutliche Reduktion der Bakteriendichte in den Blüten. Eine Totaleinnetzung ist sicher nicht für jede Anlage notwendig, kann in Hochrisikoregionen mit hohem Umgebungsdruck jedoch einen massiven Bakterieneintrag durch Insekten deutlich reduzieren. Schlussfolgerungen/Empfehlungen In den Versuchsjahren konnten in den Kernobstblüten der untersuchten Obstanlage immer Feuerbrandbakterien nachgewiesen en werden. Mit verschiedenen Massnahmen kann der Bakteriendruck jedoch deutlich reduziert werden, was die Feuerbrandbefälle in der Anlage deutlich verringern kann. Wichtige Bausteine im Feuerbrandmanagement sind: 1. Korrekte Sanierung von befallenen Bäumen mit robusten Sorten und leichtem Befall. Rodung von hochanfälligen befallenenn Bäumen (z.b. Gelbmöstlerbirnbäume) 2. Hygienisches Arbeiten während der Blüte. Desinfektion von Händen und Werkzeugen beim Wechsel der Parzelle. Kein Querlaufen durch die Baumreihen. 3. Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Feuerbrand bei steigender Infektionsgefahr. 4. Totaleinnetzung von Parzellen in Regionen mit hohem Umgebungsdruck. Dank Die Studie wurde ermöglicht durch die Zusammenarbeit mit dem Obstbaubetrieb Bütler in Wädenswil und Unterstützung durch die Sammlerinnen von Blütenproben Franziska Szalatnay-Scheibler und Astrid Bütler. Einen Beitrag an die Kosten für Probeuntersuchungen leisteten die Firma bio-protect GmbH Kostanz (D), das FiBL und die Fachstellen der Kantone TG, SG und AG. David Szalatnay, Valerio Volpe, Fiona Cimei, Strickhof Fachstelle Obst / Bea Schoch, Agroscope Quelle: Graf Benno et al.: Improving the prediction of adult codling moth (Cydia pomonella L.) emergence in a natural environment, IOBC, Bulletin Vol. 24 (5), 2001, pp

72 Einfluss des Bor/Molybdän-Blattdüngers Sugar Mover auf die Reife von Blauburger-Trauben Strickhof Rebbaukommissariat Versuchsziele Aussagekraft Es soll anhand eines Einzelparzellenversuchs der Einfluss des Blattdüngers Sugar Mover (Stoller) auf die Reife von Blauburgundertrauben aufgezeigt werden. Durch die Applikation des Blattdüngers wird eine einheitlichere und frühere Reife der Trauben erhofft. Während normalerweise die Spitze und die Schultern der Traube in der Reife um ein paar Oechsle hinterherhinken, soll dieses Produkt die Zuckerverlagerung in die generativen Organe der Pflanze verbessern. Somit soll eine gleichmässigere Reife der Traube sowie ein höherer Zuckergehalt des Traubensafts erzielt werden. Der Sugar Mover beinhaltet die Spurenelemente Bor und Molybdän in einer speziellen Formulierung. Diese Elemente spielen eine wichtige Rolle in enzymatischen Prozessen für die Stickstoffaufnahme und Zucker-Allokation in der Pflanze. Methodik Die Blauburgunder-Versuchsparzelle in Winterthur Wülflingen wurde in vier Blöcke unterteilt. Jeder Block bestand aus drei Reihen. Drei Blöcke wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Blattdünger behandelt, der vierte diente zur Kontrolle. In zwei Verfahren wurde eine einmalige Applikation an zwei verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt (27. August oder 11. September). In einem drittenverfahren wurde zu beiden genannten Zeitpunkten der Blattdünger appliziert. Dieser Block erhielt also die doppelten Menge Sugar Mover. Sonstige Pflanzenschutzund Kulturmassnahmen wurden in allen Verfahren einheitlich durchgeführt Abb.1: Die Versuchsparzelle Wülflingen Die Blauburgunder-Versuchsparzelle in Winterthur Wülflingen wurde in vier Blöcke unterteilt. Jeder Block bestand aus drei Reihen. Drei Blöcke wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Blattdünger behandelt, der vierte diente zur Kontrolle. In zwei Verfahren wurde eine einmalige Applikation an zwei verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt (27. August oder 11. September). In einem drittenverfahren wurde zu beiden genannten Zeitpunkten der Blattdünger appliziert. Dieser Block erhielt also die doppelten Menge Sugar Mover. Sonstige Pflanzenschutz- und Kulturmassnahmen wurden in allen Verfahren einheitlich durchgeführt. Die Wirkung des Düngers wurde überprüft indem eine Hundert-Beeren-Probe aus der mittleren Reihe des Blocks entnommen wurden. Aus diesen wurde dann Most gewonnen und davon Oechslegrade und Säuregehalt gemessen. Bei der Ernte am 20. Oktober wurde von jedem Verfahren eine Stichprobe für eine umfangreichere Analyse durch die Agroscope entnommen. Es wurden Reifeparameter wie der Fructose- und Glucosegehalt, der Formol-Index (Stickstoffgehalt) und die Mineralstoffzusammensetzung gemessen. 72

73 Resultate und Diskussion Der Einsatz des Blattdüngers vermochte die Oechslegrade des Mosts geringfügig zu erhöhen. Der Unter- betrug der schied zwischen den drei behandelten Verfahren schien relativ klein zu sein. Durchschnittlich Unterschied zwischen den Verfahren und der Kontrolle 3 Oechsle. Die durch die Agroscope durchgeführte Analyse zeigt einen leicht erhöhten Zuckergehalt der behandelten Trauben. Vor allem der Fructosegehalt war durchschnittlich um 3-5% erhöht. Tendenziell hatten die be- handelten Trauben geringere Säuregehalte. Der Unterschied war mit maximal 0.6 g/l aber recht gering. Ein vergleichbarer Reifegrad von Schulter- und restlichen Beeren wurde nur beim späten Einsatzzeit- Traube leicht tiefer punkt erreicht, wobei der Durchschnitt der Oechslegrade von Schulter und Rest der als bei den anderen Verfahren lag. Bei zweimaliger Gabe hingegen erhöhte sich die Differenz im Zucker- gehalt deutlich. Es wurde also genau das Gegenteil der erwünschten Wirkung erreicht. % Formol - Index: Differenz zur Kontrolle Kontrolle Früh Früh + Spät Spät Grafik 1 und 2: Resultate aus dem ersten Versuchsjahr: Oechslegrad und Formolindex Die Formol-Titration gibt einen Hinweis, wie viel Stickstoff den Hefen für die Gärung zur Verfügung steht. Bei zu geringem Formolwert kann es zu einem Fermentationsstop oder zur Produktion von uner- von Ammonium- wünschten Stoffen kommen. Meist wird dem Most zusätzlicher Stickstoff in Form Salzen zugeführt, um ideale Bedingungen für die Hefe zu gewährleisten. Alle behandelten Verfahren wiesen einen erhöhten Stickstoff-Gehalt im Most auf. Ein Formol-Index von 10 wird als das Minimum für einee alkoholische Gärung angesehen. Dieser Wert wurde bei den Verfahren Früh + Spät sowie Spät überschritten und bei früher Applikation nur knapp nicht erreicht. Das Ver- der Kontrolle auf. fahren mit zweimaliger Applikation wies einen um 34% erhöhten Index gegenüber Auch in diesem Fall scheint der Behandlungszeitpunkt einen bedeutenden Einfluss auf das Resultat zu haben. Schlussfolgerungen/Empfehlungen aus dem ersten Versuchsjahr Der Einsatz des Sugar Movers hatte in unserem Tastversuch eine leichte Erhöhung der Oechslegrade und eine Verringerung der Säure im Most zur Folge. Somit hat es in dieser Hinsicht tatsächlich die verspro- eine höhere Zucker- chene Wirkung. Der gewünschte Effekt, gleichmässiger Reife Beeren und gleichzeitigg einlagerung zu bewirken wurde aber nur bei Applikation beim weichwerden der Beeren erreicht. Das Produkt bewirkte zudem eine Veränderung des Mineralstoffprofils und eine Erhöhung des verfügbaren Stickstoffs im Most. Diese beiden Punkte sind für einen reibungslos ablaufenden Gärvorgang wichtig, was sich schlussendlich auf die Weinqualität auswirkt. Die Wirkung des Sugar Movers ist vor allem vom Anwendungszeitpunkt abhängig. Der Zeitpunkt und die Anzahl der Applikationen für einee optimale Wirkung müssen deshalb noch ergründet werden. Die Erhöder Reifeperiode einen hung des Zuckergehalts könnte vor allem in Jahren mit schlechter Witterung in kleinen aber möglicherweise entscheidenden Vorteil bedeuten. 73

74 Resultate aus dem ersten Jahr Die Resultate vom letzten Jahr zeigen einen Unterschied von rund 3 Oe zwischen den behandelten Reihen und der Kontrolle. Dies ist vor allem in Jahren schlechter Witterung während der Reifeperiode interessant, da dies den behandelten Trauben einen Vorteil bringen könnte. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Verfahren war allerdings kaum messbar. Weiter verbesserte sich der Fructosegehalt im Most in den behandelten Parzellen um bis zu 5%. Die Glucosegehalte zeigten kaum Unterschiede. Die Säuregehalte in den mit Sugar Mover behandelten Parzellen lagen tiefer als die Kontrolle. Zu den Mineralstoffen können keine eindeutigen Aussagen getroffen werden, allerdings erhöhten sich die Werte für den sofort verfügbaren Stickstoff. Dies ist insofern interessant, da so in der Weinbereitung auf eine weitere Zugabe von Stickstoffverbindungen während der Gärung verzichtet werden kann. Abb. 2: Die mit Blauburgunder bepflanzte Parzelle in der Nähe des Strickhofes oberhalb der Trotte Wülflingen Versuchsaufbau im zweiten Versuchsjahr Mit Hilfe dieses Versuches soll festgestellt werden, ob der Blattdünger Sugar Mover einen Einfluss auf die Reife der Blauburgundertrauben hat. In diesem Versuch geht es darum, die Wirkung des Sugar Movers nochmals zu bestätigen. Dazu wird die Blauburgunder Versuchszelle beim Strickhof Wülflingen wie im Jahr 2014 in vier Blöcke à 3 Reihen unterteilt. Dabei gibt es drei Verfahren: Verfahren A, bei dem eine Applikation bei Farbumschlag (BBCH 83) erfolgt, Variante B, bei der die Applikation beim Weichwerden der Beeren (BBCH 85) erfolgt, Variante C, in der Variante A und B kombiniert werden, sowie Variante D, Kontrolle, in der kein Sugar Mover angewendet und der Blauburgunder wie praxisüblich behandelt wird. Der Sugar Mover wird mit einer Aufwandmenge von 3l/ha und einer Wassermenge von 600l/ha über die gesamte Laubwand appliziert. Jegliche Pflanzenschutz und Kulturmassnahmen wurden in aller Verfahren einheitlich und praxisüblich durchgeführt. In einer Variante E, werden in den übrig bleibenden Randreihen ausserdem 5l/ha appliziert (um 66% erhöhte Dosis), um herauszufinden, ob sich so die Wirkung des Sugar Movers verstärken lässt. 74

75 Aufgrund äusserer Umstände musste 2015 auf die erste Applikation verzichtet werden. Damit entfielen Verfahren A: Farbumschlag und Verfahren C: 2 Behandlungen / Farbumschlag und Weichwerden der Beeren. In der Folge wurde Verfahren B, D und E durchgeführt entfallen entfallen Abb. 3: Versuchsanordnung Bonitierung / Resultate Die Wirkung von Sugar Mover wird überprüft, indem jeweils 100 Beeren aus der mittleren Reihe eines jeden Blocks entnommen werden. Aus diesen wird dann der Saft gewonnen, welcher auf Oechslegrade, sowie Säuregehalt untersucht werden. Auf eine Unterscheidung nach Schulter und übriger Traube musste verzichtet werden. 75

76 Sugar Mover in Blauburgunder 2015 Einsatz Sugar Mover am 17. Augsut 2015, Ernte 5. Oktober 2015, Werte der 100 Beerenprobe, Analyse Agroscope (je 2 Messungen) Tabelle 1: Übersicht über die Verfahren und Resultate im zweiten Versuchsjahr Verfahren Mostgewicht; Oe ph Säureges, g/l Formol- Index Glucose, g/l Fructose, g/l B Applikation beim Weichwerden der Beeren E Applikation beim Weichwerden der Beeren, erhöhte Dosis Kontrolle konnte bei den geprüften Verfahren mit Sugar Mover kein Einfluss auf das Mostgewicht festgestellt werden. Dies könnte im Zusammenhang stehen mit den exzellenten Witterungsbedingungen, die für die zweithöchsten Mostgewichte beim Blauburgunder seit Beginn der Aufzeichnungen sorgten. Wie 2014 scheint ein Zusammenhang zu bestehen zwischen dem Einsatz von Sugar Mover und dem Formolindex. Autoren: 2014: Valerio Volpe (Strickhof, Spezialkulturen), Andreas Wirth (Strickhof Rebbaukommisariat), Michele Bono (Strickhof, Weinbau) 2015: Fiona Cimei (Strickhof, Spezialkulturen), Andreas Wirth (Strickhof Rebbaukommisariat), Michele Bono (Strickhof, Weinbau) 76

77 di er,käs nf e F tgehaltin tin d s h ermilch ilch die Ausbeutungde sbeutungde ungde Kä eser er r öhen, ei ine nenmehre nmehre e r lös s f a rl ndw rt und d d e arst t n le e ü i Strickhof Versuchsbericht 2015 e L ag e r da u e r ver Fütterung Milch - Käse HF Einfluss extrudierter Leinsaat auf die Käsequalität Versuchsziele Aussagekraft Der Gehalt der Milch ist für die Herstellung eines Qualitätskäses ein wichtiger Faktor. Über die Fütterung kann der Milchgehalt beeinflusst werden und somit auch die Käsequalität. Komponenten wie Leinsaat mit ihrem hohen Gehalt an Omega3 Fettsäure sind dazu sehr geeignet. In diesem Versuch soll aufgezeigt ver be s werden, ob die Fütterung von extrudierter Leinsaat sern, den Fettgehalt in der Milch verbessern, die Ausbeutung des Käses erhöhen, einen Mehrerlös für Landwirt und Käser darstellen, die Lagerdauer verkürzen kann? Methodik An drei Kühen der Rassen Red Holstein, Holstein und Brown Swiss, die sich im Laktationsstadium der Produktionsphase befanden, wurde extrudierte Leinsaat Tradilin 70 IT3 (Trinova) verfüttert. Während drei Monaten wurde der Versuchsgruppe 900g Tradilin pro Tier und Tag im on the Top Verfahren verabreicht. Eine Gruppe mit den gleichen Rassen wurde als Basis verwendet. Die Futterration bestand aus einer TMR aus Mais, Grassilage, Heu und Eiweissergänzung. Jeweils 50lt Milch der Versuchs- und Kontrollgruppe wurde nach 3 Wochen und 12 Wochen nach Versuchsstart in der Strickhof eigenen Käserei, unter der Anleitung von Ernst Friedli (Milchwirtschaftliche Beratung Plantahof-Strickhof) verkäst. Die Lagerung der Käse erfolgte in der Tilsiterkäserei in Seelmatten. Der Fett- und Eiweissgehalt der Milchen wurde analysiert. Die Gewichte vor dem Salzbad und bei der Reife erhoben. Die Käseausbeute, Gewicht des Käses geteilt durch die verkäste Milchmenge, wurde vor dem Salzbad und bei der Reife berechnet. Die Leichtung lässt sich dann aus der Differenz der beiden Ausbeuten berechnen. Die Wirtschaftlichkeit des Tradilineinsatzes wurde unter der Annahme eines Käsepreises von Fr. 8.oo /kg berechnet. Resultate und Diskussion Bei der ersten Käseherstellung wurden nur minime Differenzen zu Gunsten der Tradilingruppe beobachtet. Die Resultate der zweiten Käseherstellung sind in der Tabelle 1 zusammengestellt. Die Fütterungsgruppe weist eine um 24% höhere Ausbeute ab Presse und gar 25% höhere Ausbeute nach 42 Tage Reifedauer auf. Die Leichtung der Käse liegt bei beiden Gruppen der Norm entsprechendem Bereich von unter 1%. Tabelle 1: Versuchsresultate der Käseherstellung Basisgruppe Fütterungsgruppe Fettgehalt (%/kg) 3.08% / kg 3.77% / 2.262kg Eiweissgehalt (%/kg) 3.34% 3.52% Gewicht vor Salzbad 5.16 kg 6.41 kg 1 Gewicht bei Reife 4.67 kg 5.84 kg 1 Ausbeute bei Reife 7.78% 9.74% Ausbeute ab Presse 8.60% 10.68% Leichtung 0.82% 0.94% 1 Aufgrund des höheren Fettgehaltes wurde das Gewicht um 0.414kg korrigiert (Differenz der Fettmenge Basisgruppe-Fütterungsgruppe) 77

78 Die Unterschiede des Käses nach 42 Tage Reifedauer ist auch visuell sehr auffällig, wie es die Abbildung 1 zeigt. Zudem war der Käse der Fütterungsgruppe nach diesen 42 Tagen Reifedauer bereits verkaufsfähig, wohingegen der Käse aus der Basisgruppe noch etwas unreif war. Abbildung 1: Käse der Fütterungsgruppe links und Käse der Basisgruppe rechts Der Erlös des Käses geht aus der Tabelle 2 hervor. Durch die höhere Ausbeute von 1.17kg nach 42 Tage Reifedauer, liegt der Bruttomehrerlös um Fr auch höher. Wie erwähnt ist die kürzere Lagerdauer des Käses aus der Fütterungsgruppe nicht mit einberechnet worden, da keine Informationen für eine fundierte Kalkulation vorhanden waren. Tabelle 2: Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit Gruppe Gewicht bei Reife in kg Käsepreis pro kg Erlös Käse Differenz BG & FG Fütterungsgruppe 5.84 kg Fr Fr Basisgruppe 4.67 kg Fr Fr Fr Das Tradilin kostet pro Tag und Kuh Fr Auf drei Kühe ergibt dies einen Betrag von Fr pro 60 Liter Milch. Die Differenz von Fr Bruttomehrerlös minus die Kosten für das Tradilin von Fr ergeben den Nettomehrerlös von Fr pro 60 Liter Milch. Dies ergibt einen theoretischen Mehrerlös von 9 Rp pro Liter Milch. Schlussfolgerungen/Empfehlungen: Der Einsatz von extrudierter Leinsaat zur Verbesserung der Milchqualität für die Käseherstellung kann aufgrund den durchgeführten Erhebungen empfohlen werden, sofern der Käser den Mehrerlös dem Milchproduzenten auch adäquat weitergibt. Durana Caduff & Sabrina Barth (HF 13-15) Roger Bolt (Strickhof) 78

79 Fütterung von Kälbern in den ersten Lebenswochen Agrovet Strickhof Aussagekraft Einfluss der Fütterung von Kälbern in den ersten Lebenswochen auf Wachstum, Tiergesundheit und metabolische Regulationsmechanismen Versuchsziele Mit der Studie soll gezeigt werden, dass durch eine höhere, artgerechte Fütterungsintensität von Kälbern in den ersten Lebenswochen, das Wachstum, die Tiergesundheit, und metabolische Leitparameter positiv beeinflusst werden. Letztere untersucht Prof. Martin Kaske von der Vetsuisse-Fakultät der Uni Zürich und wird daher nicht näher in diesem Bericht erläutert. Methodik 47 Kälber der Rasse Holstein und Redholstein wurden im Alter von 2-3 Tagen von verschiedenen, zufällig ausgewählten Betrieben aus dem Kanton ZH, zusammengeführt und am Strickhof in Einzeliglus eingestallt. Aus Platzgründen wurden die Kälber zu 3 verschiedenen Zeitpunkte zusammengeführt: Einstallungen des 1. Durchgangs: 30. Januar bis 6. Februar Einstallungen des 2. Durchgangs: April Einstallungen des 3. Durchgangs: 17. Juni bis 6. Juli Die Kälber wurden pro Durchgang zufällig in 3 verschiedene Gruppen, je nach Fütterungsart, eingeteilt: Kontrollgruppe: Restriktive Fütterung, 2 x 3 Liter Vollmilch Versuchsgruppe 1: ad libitum-fütterung mit angesäuerter Vollmilch Versuchsgruppe 2: ad libitum-fütterung mit angesäuerter Vollmilch und Milchpulver (100 g pro Liter Vollmilch, Multi-Lac von Multiforsa) Zusätzlich erhielten alle Kälber ad libitum Wasser, Flocken (Melior 2116) und Dürrfutter. Während 42 Tagen wurden die Kälber wie oben beschrieben getränkt und anschliessend in die Gruppenhaltung umgestallt. Folgende Daten wurden erfasst: Gewicht beim Einstallen Wöchentliche Gewichtserfassung in den ersten 6 Wochen Tiergesundheit beim Tränken mit Hilfe eines etablierten Score-System Metabolische Leitparameter (IGF1, Insulin und Glukose) im Blut bei Versuchsbeginn und bei der Umstallung Milch- bzw. Festfutteraufnahme Resultate Das Ziel ist es, die Resultate im Journal of dairy science zu veröffentlichen. Aus diesem Grund kann vorerst nur sehr allgemein darauf eingegangen werden. Die Kälber welche ad libitum gefüttert wurden, mit und ohne Pulver, zeigten einen deutlich höheren Verzehr und dementsprechend auch höhere Tageszunahmen. Betreffend Gesundheit konnten keine deutlichen Unterschiede festgestellt werden. Detaillierte Resultate folgen. Christoph Thalmann (Strickhof, Milchproduktion) 79

80 80 Strickhof Versuchsbericht 2015

81 81

82 Kontakt: Fachstellen und Dienstleistungen Strickhof, Postfach Eschikon 21 CH-8315 Lindau Telefon +41 (0) Telefax +41 (0) Mail: 82

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