Interne Strukturen des DRK
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- Charlotte Hauer
- vor 8 Jahren
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Transkript
1 Interne Strukturen des DRK Der DRK Planungsstab Risiko- und Krisenkommunikation
2 Organigramm Krisenmanagement- Vorschrift Folie 2
3 Organigramm Krisenmanagement- Vorschrift Folie 3
4 Die Krise Die Krise (Alt- und gelehrtes Griechisch κρίσις krísis ursprünglich Meinung, Beurteilung, Entscheidung, später mehr im Sinne von Zuspitzung ) bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation (Wikipedia) Schwierige Lage, Situation, Zeit [die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt] (Duden) Folie 4
5 Die Chinesen benutzen das Selbe Schriftzeichen für Krise wie auch für Gelegenheit/Chance Folie 5
6 Der DRK Planungsstab Der Katastrophenschutzbeauftragte bildet einen Planungsstab zur Vorbereitung der Maßnahmen der Krisenbewältigung Der Planungsstab setzt sich zusammen aus: - Katastrophenschutzbeauftragter (incl Stellvertreter) - Zuständiger hauptamtlicher Mitarbeiter für den Bereich KatS - Leitung der Gemeinschaften - Geschäftsführer oder einen von ihm beauftragte Person - Sonstige Fachkräfte, zb Leiter Rettungsdienst, Folie 6
7 Die Aufgaben des Planungsstabes Der Planungsstab hat die Aufgabe, taktische und strukturelle Planungen anhand von örtlichen Bedrohungsanalysen vorzunehmen Erarbeitet konkrete Einsatzvorschläge und Handlungsoptionen für die Krisenbewältigung Folie 7
8 Abhängigkeit der Infrastruktur Kooperation mit Betreibern anderer Infrastrukturen z B Wasser, Telefon, Lebensmittellogistik, Energie Kooperationspartner innerhalb der Gesundheitsbranche z B Lieferant von medizinischen Artikeln Funktionsbereich in der eigenen Einrichtung z B Verwaltung, Technik Weitere Komponenten z B Gebäude, Helfer, Daten u Unterlagen, Betriebsmittel Folie 8
9 Handlungsbedarf? Ist die Abhängigkeit von der Infrastruktur so groß, dass die Arbeitsabläufe und maßnahmen nicht mehr durchgeführt werden können? Welche Gefahren (Naturereignisse, menschliches oder technisches Versagen) bestehen möglicherweise für die Infrastruktur des DRK? Welche Maßnahmen müssen umgesetzt werden, um auch im Extremfall die Einsatzfähigkeit gewährleisten zu können? Folie 9
10 Mögliche Gefahren Hochwasser, Starkniederschlag Sturm / Tornado Großbrand Hitzewelle / Kältewelle (Schneefall) Epedemie / Pandemie Industrie / Gefahrgutunfälle Ausfall externer Komponenten (Strom, Wasser) anderweitige Beeinträchtigungen Folie 10
11 Risiko- und Krisenmanagement Risikomanagement (Planungsstab) Kontinuierlich ablaufendes, systematisches Verfahren zum zielgerichteten Umgang mit Risiken, das die Analyse und Bewertung von Risiken sowie die Planung und Umsetzung von Maßnahmen, insbesondere zur Risikovermeidung, -minimierung und -akzeptanz, beinhaltet (BBK Glossar, 2011) Krisenmanagement (Einsatzstab) Alle Maßnahmen zur Vermeidung von, Vorbereitung auf, Erkennung und Bewältigung sowie Nachbereitung von Krisen (BBK Glossar, 2011) Folie 11
12 Risiko- und Krisenmanagement Phase 1: Vorplanung in der Einrichtung Phase 2: Risikoanalyse Phase 3: Vorbeugende Maßnahmen und Strategien Phase 4: Krisenmanagement Phase 5: Evaluierung des Risiko- und Krisenmanagement Folie 12
13 Die Risikoanalyse Die Risikoanalyse ist ein Teilaspekt des Risikomanagements und wird definiert als: Systematisches Verfahren zur Bestimmung des Risikos (BBK, 2011) Möglichst viele Fachbereiche beteiligen! Kontext herstellen Risiken identifizieren Risiken analysieren Risiken bewerten Risiken behandeln R I S K O M A N A G E M E N T Folie 13
14 Die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Folie 14
15 Die Risikoanalyse Gesetzlicher Auftrag: Der Bund erstellt gemäß 18 (1) Zivilschutzund Katastrophenhilfegesetz (ZSKG) im Zusammenwirken mit den Ländern eine bundesweite Risikoanalyse für den Zivilschutz Das Bundesministerium des Innern unterrichtet den Deutschen Bundestag über die Ergebnisse der Risikoanalyse nach Satz 1 ab 2010 jährlich Folie 15
16 Die Risikoanalyse als Grundlage für alle Planungen und Maßnahmen im Bevölkerungsschutz auf alle administrativen Ebenen Die aussagekräftigsten Ergebnisse werden auf Landkreis- /Kommunalebene erziehlt Folie 16
17 Ziel der Risikoanalyse Die Verbesserung des Schutzniveaus und Vorbereitung aller Akteure sowie der Bevölkerung auf Katastrophenfälle Folie 17
18 6 Verschiedene fachliche Sichtweisen auf ein potenziell eintretendes Ereignis KatS/Ordnungsamt Umweltamt Trinkwasserversorger Bauamt Stromversorger Ereignis Verkehrsbetriebe Hilfsorganisationen Polizei Verkehrsamt ( ) ergeben ein Gesamtbild der denkbaren Auswirkungen auf die Sicherheit der Bevölkerung und ermöglichen ein koordiniertes Vorgehen im Fall des Ereigniseintritts Folie 18-18
19 Die Risikoanalyse The difference between the right word and the almost right word is the difference between lightning and a lightning bug (Mark Twain) Der Unterschied zwischen Aufgewecktheit und Scharfsinn ist derselbe wie zwischen dem Glühwürmchen und dem Blitz Folie 19
20 Die Risikoanalyse Folie 20
21 Die Risikoanalyse Ablauf Risikoanalyse: Erstellung Szenario für Bezugsgebiet Bestimmung Eintrittswahrscheinlichkeit Bestimmung Schadensausmaß Visualisierung Risiko Folie 21
22 Die Risikoanalyse Für das Bezugsgebiet kann ermittelt werden, mit welchem Schadensausmaß bei Einritt einer bestimmten Gefahr zu rechnen ist Vergleichende Gegenüberstellung verschiedener Risiken durch unterschiedliche Gefahren in einer Risiko-Matrix Ziel ist die Verbesserung des Schutzniveaus und Vorbereitung aller Akteure sowie der Bevölkerung auf Katastrophenfälle Folie 22
23 Die Risikoanalyse Risiko Matrix Folie 23
24 Die Risikoanalyse Für welche Gefahren soll das Risiko ermittelt werden? Das Szenario muss das Ereignis klar und detailliert beschreiben (Art, räumliche Ausdehnung, Intensität, Zeitpunkt, Dauer, ) Man muss unterscheiden zwischen messbar (zb Hochwasser- Pegelstand; Erdbeben-Richterskala, etc)und nicht messbar (zb Panik, Fluchtverhalten, etc) Grundlage bietet hierzu der Kennzifferkatalog Begründung der Auswahl der Parameter ist zu dokumentieren Kernstück ist die Ermittlung der Schadenswerte für die einzelnen Schadensparameter Folie 24
25 Szenariostruktur 1 Definition der Gefahr/Ereignisart 2 Beschreibung des Ereignisses Auftretensort/Räumliche Ausdehnung Zeitpunkt Auslösende Ereignisse Intensität, Dauer und Verlauf Vorhersagbarkeit/Vorwarnung/Kommunikation Behördliche Maßnahmen 3 Auswirkungen auf kritische Infrastruktur/Versorgung 4 Betroffene Schutzgüter 5 Referenzereignisse 6 Literatur/weiterführende Informationen Folie 25
26 Die Risikoanalyse Parameter und Leitfragen zur Beschreibung des Szenarios Quelle: BBK, Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Folie 26
27 Beispiel: Stromausfall durch Wintersturm PARAMETER LEITFRAGEN LEITFRAGEN Gefahr Welches Ereignis wird betrachtet? Wintersturm Welche Geschehnisse führen zum Ereignis? Beschädigung/Zerstörung der Zuleitung(en) Auftretensort Wo passiert das Ereignis? Schwerpunkt: Deutsche Nordseeküste Wie verläuft das Ereignis? Räumliche Ausdehnung Intensität Zeitpunkt Dauer Welches Gebiet ist durch das Ereignis betroffen? Der gesamte Kreis Wie stark ist das Ereignis? Vollständiger Stromausfall im gesamten Kreis Wann passiert das Ereignis? (Jahreszeit/ggf Tageszeit) Das Ereignis findet im Spätwinter/Frühjahr statt Wie lange dauern das Ereignis und/oder seine direkten Auswirkungen an? Stromausfall über X Tage Nein War das Ereignis erwartet? Nein Konnte sich die Bevölkerung auf das Ereignis einstellen? Nein Konnten sich die Behörden auf das Ereignis einstellen? Wer/was ist von dem Ereignis unmittelbar/mittelbar betroffen? (Menschen, Umwelt, Objekte usw) Menschen, Tiere, Infrastrukturen, Versorgung Welche vergleichbaren Ereignisse gab es bereits? Münsterland 2005 Folie 27
28 Die Risikoanalyse Kennziffernkatalog Folie 28
29 Die Risikoanalyse Festlegung der Eintrittswahrscheinlichkeit des festgelegten Szenarios Vorhandene wissenschaftliche/statistische Erkenntnisse berücksichtigen Erkenntnisdefizite durch begründete Annahmen/Experteneinschätzungen kompensieren Einbindung von Fachbehörden/Forschungseinrichtungen Quelle: BBK, Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Folie 29
30 Die Risikoanalyse Klassifizierung Beispielhafte Klassifizierung der Eintrittswahrscheinlichkeit Quelle: BBK, Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Liegen keine statistischen Daten vor, ist eine qualitative Zuordnung über die Klassifizierung (sehr wahrscheinlich, wahrscheinlich, ) möglich Die Herleitung der Klassifizierung ist zu dokumentieren Folie 30
31 Die Risikoanalyse Beschreibung des Bezugsgebietes Die Risikoanalyse bezieht sich immer auf die geschlossene Einheit eines bestimmten räumlichen Bezugsgebietes Für das ausgewählte Bezugsgebiet wird ermittelt, mit welchen Schadensausmaß bei Eintritt einer bestimmten Gefahr zu rechnen ist Strukturierte Beschreibung des Bezugsgebietes MENSCH UMWELT WIRTSCHAFT VERSORGUNG IMMATERIELL Folie 31
32 Die Risikoanalyse Bezugsgebiet Soweit möglich durch entsprechendes Kartenmaterial ergänzen! Quelle: BBK, Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Folie 32
33 Die Risikoanalyse Ablauf einer Risikoanalyse: Erstellung Szenario Bestimmung Eintrittswahrscheinlichkeit Bestimmung Schadensausmaß Folie 33
34 Die Risikoanalyse AG-Auftrag Teil I Folie 34
35 Ergebnisse AG-Auftrag Teil I: Schutzgutbereich Schadensparameter Schadensparameter Detail erwarteter Schaden auf Grund Ereignis (Szenario Stromausfall) Hilfebedürftige Hilfebedürftige Unterbringung: mittelfristig (2-7 Tage) Verpflegung: zentral in Notunterkünften AG 1: AG 2: AG 3: AG 1: AG 2: AG 3: Mensch AG 1: Hilfebedürftige Hilfebedürftige Verpflegung: dezentral zu hause Medizinische / Pflegerische Betreuung: zentral in Notunterkünften AG 2: AG 3: AG 1: AG 2: AG 3: Folie 35
36 Die Risikoanalyse Vorlage zur Klassifizierung beispielhaft für den Bereich MENSCH Wie übertrage ich nun die ermittelten zahlen in eine Klassifizierung zur weiteren Verarbeitung um? Folie 36
37 Ergebnisse der Abschätzung der Schadensausmaße Beispielhaftes Ergebnis Folie 37
38 Ergebnisse der Abschätzung der Schadensausmaße Beispielhaftes Ergebnis Folie 38
39 Die Risikoanalyse AG-Auftrag Teil II Folie 39
40 Ergebnisse AG-Auftrag Teil II Schutzgutbereich Schadensparameter Hilfebedürftige Unterbringung: mittelfristig (2-7 Tage) Hilfebedürftige Verpflegung zentral (in Notunterkünften) betroffene Personen (Ergebnisse Teil I) AG 1: AG 2: AG 3: AG 1: AG 2: AG 3: AG 1: AG 2: AG 3: AG 1: AG 2: AG 3: benötigte Ressourcen (Einheiten, Personal, Material) Mensch Hilfebedürftige Verpflegung dezentral (zu hause) AG 1: AG 2: AG 3: AG 1: AG 2: AG 3: Hilfebedürftige medizinische/pflegerische Betreuung zentral (in Notunterkünften) AG 1: AG 2: AG 3: AG 1: AG 2: AG 3: Folie 40
41 Ergebnisse AG-Auftrag Teil II Schutzgutbereich Mensch Folie 41
42 Die Risikoanalyse Bestimmung des Schadensausmaßes, bei Eintritt der festgelegten Gefahr Auswahl der Schadensparameter Festlegung von Schwellenwerten Ermittlung der Schadenswerte Folie 42
43 Die Risikoanalyse Beispielhafte Schadensparameter Quelle: BBK, Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Folie 43
44 Die Risikoanalyse Schwellenwerte Festlegung der Schwellenwerte zur Klassifizierung des Schadensausmaßes für jeden Schadensparameter Bezugnahme auf bestehende Verordnungen, wissenschaftliche Erkenntnisse, etc Um die Belastbarkeit der Ergebnisse/Akzeptanz der Aussagen zu erhöhen, sollte die Festlegung unter Beteiligung möglichst vieler Disziplinen/Ämter/Experten erfolgen Folie 44
45 Die Risikoanalyse Vorlage zur Klassifizierung für den Bereich MENSCH Der Verlust von Menschenleben ist grundsätzlich tragisch Die Klassifizierung dient lediglich der Ermittlung eines Schadens- und später Risikowertes Sie stellt kein Werturteil dar! Folie 45
46 Die Risikoanalyse Ermittlung der Schadenswerte Die Ermittlung des Gesamtschadenswertes erfolgt durch eine Rechenoperation Zunächst werden die Schadenswerte addiert und danach durch ihre Anzahl geteilt In unserem Beispiel 37/20=1,9 Folie 46
47 Die Risikoanalyse Visualisierung Als Punkt, mittels der Größen Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bestimmte Risiko in die Risiko-Matrix eintragen Quelle: BBK, Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Folie 47
48 Die Risikoanalyse Ermittlung und Visualisierung des Risikos Visualisierung des ermittelten Risikos durch ein Kreuz (oder einen Punkt) in der Matrix (beispielhaft für die Eintrittswahrscheinlichkeit 4 und das Schadensausmaß 1,9) Quelle: BBK, Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Folie 48
49 Die Risikoanalyse Ermittlung und Visualisierung des Risikos Szenario 5 Szenario 6 Vergleichbare Darstellung unterschiedlicher Risiken in der Matrix Szenario 4 Szenario 7 Szenario 8 Szenario 2 Szenario 3 Szenario 1 Quelle: BBK, Methode für die Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz Folie 49
50 Die Risikoanalyse Abschluss Ziel der Risikoanalyse ist eine vergleichende Gegenüberstellung unterschiedlicher Risiken Die Risikoanalyse ist eine kontinuierliche Aufgabe Die Herangehensweise und Durchführung ist genau zu dokumentieren Die Ergebnisse sind kontinuierlich zu überprüfen und zu aktualisieren Das Ergebnis kann als Grundlage für Entscheidungen im Risikomanagement, der Notfallplanung und des Krisenmanagements dienen Folie 50
51 Die Risikoanalyse Szenarienvergleich beispielhaft Folie 51
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