KÖRPERPFLEGE OHNE KAMPF



Ähnliche Dokumente
KÖRPERPFLEGE OHNE KAMPF KARIN STÖCKER

Was bringt die neue Pflegereform? Gesetzliche Grundlagen zur Pflege von Angehörigen

IHR ERFOLG LIEGT UNS AM HERZEN.

Patientensicherheit aus Patientensicht

Widerstand gegen Entwicklung

Professionelle Deeskalationsstrategien bei psychiatrischen Notfällen (Deeskalationsmanagement für Einrichtungen)

Transparenz und Datenschutz: Gedanken aus Schweizer Sicht

Motivierende Gesprächsführung (Motivational Interviewing)

Konflikte am Arbeitsplatz

Dies fällt oft deshalb schwerer, da der Angehörige ja von früher gewohnt war, dass der Demenzkranke funktioniert. Was also kann oder soll man tun?

Wie kann man Kreativität und Innovation fördern? Psychologische Ansätze zum Ideenmanagement

Gewalt durch Pflegepersonen

Schulungseinheit Nr. 4: Herausforderndes Verhalten bei Demenz

Umgang mit Veränderung das Neue wagen!

Sichere Anleitung Zertifikate / Schlüssel für Kunden der Sparkasse Germersheim-Kandel. Sichere . der

Georg Kohaupt Osnabrück Der Kontakt zu den Eltern im Konflikt um das Kindeswohl. Fotos: Georg Kohaupt

Wertschätzung Mensch Ideen für gesundes Arbeiten

Familiengerechte demokrafieorientierte Führung. Führung in Teilzeit!

Tipps für die praktische Durchführung von Referaten Prof. Dr. Ellen Aschermann

GeFüGe Instrument I07 Mitarbeiterbefragung Arbeitsfähigkeit Stand:

SELBSTBESTIMMT LEBEN MIT DEMENZ Informationen und Hilfestellungen für Betroffene und Angehörige.

Führungstraining. Modul 5. Argumentations- und Verhandlungstechniken. Ändern unter Menü: [Ansicht] [Master] [Folienmaster]

2 Tage Rhetorik- Intensiv-Training. Erlernen Sie die Kunst des Redens und zünden Sie so Ihren Karriere-Turbo!

Ziel- und Qualitätsorientierung. Fortbildung für die Begutachtung in Verbindung mit dem Gesamtplanverfahren nach 58 SGB XII

Wenn Eltern erkranken Belastungen von Kindern und Jugendlichen krebserkrankter Erwachsener

Gerontologische Perspektiven auf das Lebensende - Konturen einer Debatte

Test: Wie sehr wird Ihr Lebensalltag durch den Schmerz bestimmt?

Palliative Care im Clienia Bergheim. Leben bis zuletzt

Nachhaltige Effekte im Coaching

Die Pflege liegt am Boden auch wenn es regnet! Für eine menschenwürdige Pflege

1. Probleme auf eine kreative Weise lösen, 2. Bestehendes optimieren, 3. Planen, Organisieren, Kontrollieren, Koordinieren und dgl. mehr.

ARBEIT INKLUSIVE Unternehmen und Menschen mit Behinderung im Dialog

Haben Sie sich schon für eine Kandidatur bei den kommenden Gemeinderatswahlen entschieden?

Das Verlusttrauma und seine Folgen

Wechselbereitschaft von. Bevölkerungsrepräsentative Umfrage vom 09. Januar PUTZ & PARTNER Unternehmensberatung AG

Gutes Leben was ist das?

Versicherungsservice für Apotheken

Wie funktioniert rechtliche Betreuung?

Was ist Cybermobbing?

Wenn Sie mit Ihrem Latein am Ende sind

Berufsunfähigkeit? Da bin ich finanziell im Trockenen.

Von der Unterweisung zur Gesundheitskompetenz betriebliche Ansatzpunkte

Essen als Event? Essen als Event! Strukturierte Beobachtungen mit Dementia Care Mapping DCM

Auslotung der Gefühle & Wünsche von Eltern und SchülerInnen zum Schuljahr 2011/2012

Das Bett als Lebensraum demenzerkrankter Menschen

Palliative Care bei demenzkranken Menschen

Fachtagung Wittlich Sucht und Elternschaft Brigitte Münzel, Fortbildung Supervision Coaching

Manifest für ein neues Arbeiten

PART Professional Assault Response Training

Führungsstile Überblick. Ihr Führungsstil bestimmt Ihren Erfolg

Changemanagement in Organisationen. Dipl. Päd. Kurt Aldorf

Selbstreflexion für Lehrpersonen Ich als Führungspersönlichkeit

Überblick über die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung im Rahmen des Projekts Fundament Gesundheit

Um Ihre Ziele durchzusetzen! Um Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen! Um in Begegnungen mit anderen Ihre Selbstachtung zu wahren!

Pflegeleistungen 2015

Zur Teilnahme am Webinar bitten wir Sie, sich auf der Lernplattform der Firma edudip zu registrieren.

Online-Marketing mit Herz und Seele

Grundlagen des modernen Beschaffungmanagements

Gesund führen - den passenden Ton treffen

Die Wirtschaftskrise aus Sicht der Kinder

Träger : Kath. Kirchengemeinde St. Laurentius Bretten

Die große Wertestudie 2011

Regelheft. für unser. Miteinander. Medardus-Schule

Fachanforderungen für die Abiturprüfung im Fach Elektrotechnik

Checkliste. zur Gesprächsvorbereitung Mitarbeitergespräch. Aktivität / Frage Handlungsbedarf erledigt

Institut für Professionelles Deeskalationsmanagement

Regelwerk und Sanktionskatalog in der Wohngruppenarbeit Sozialberatung Ludwigsburg e.v. Referenten: Stefan Fuchs & David Heine

Moderne Behandlung des Grauen Stars

Not-Halt oder Not-Aus? 27/03/2014. Dipl.-Ing. (FH) Ralf Mauksch

Das Rücktrittsrecht I

WARENWIRT- SCHAFT UND ERP BERATUNG Mehr Sicherheit für Ihre Entscheidung

Vodafone Vorteil Professional. Channelmarketing SME

Change Management. Veränderungsprozesse initiieren und gestalten

Ethische Fallbesprechung - Protokollbogen

KEINE SEXUELLEN ÜBERGRIFFE IM OL-SPORT. Merkblatt Kinder und Jugendliche oder AthletInnen

IndustrieNetzwerk 09. Oktober 2007

Vereinbarungen zwischen Eltern und Jugendlichen

Herzlich Willkommen beim Webinar: Was verkaufen wir eigentlich?

Willkommen zum Kurzaufenthalt

Niederlassung Coesfeld

telefonkonferenz.de für Endanwender

Anhang E: Checkliste Projektauswahlkriterien der Lokalen Aktionsgruppe Landkreis Freyung-Grafenau e. V.

Erlebnispädagogische Klassenfahrt. Schwerpunkt Erlebnis- und Umweltpädagogik. Schullandheimaufenthalt

CreativeNetworkConsulting Dr. Peter Barth Celle. Ganzheitlicher Workflow Schritte zur Erfüllung zukünftiger Anforderungen

Der Kontowecker: Einrichtung

Methodische Vorbemerkungen

Elternbefragung der Kindertagesstätte...

FAQ Austauschprogramm des Excel-Hochspannungsnetzteils Teilenummer SP355026

GA Seite 1 (04/2012) 154. Änderungen

Gründungszuschuss (GZ) von der Agentur für Arbeit nach 93 SGB III und 94 SGB III

Diplomlehrgang Sozial- und berufspädagogische/r TrainerIn. Teil 1: Sucht

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance:

LVR - Integrationsamt. Herzlich. Willkommen! Folie 1

Nüchtern betrachtet führt jegliche Wissenschaft lediglich zum vorläufig letzten Irrtum. (Kafka)

Epilepsie im Kindergarten. Dr. Oliver Schneider

Die Wünsche und Erfahrungen, Sorgen und Ängste der Eltern begleiten den Schuleintritt. Die Kinder sind nicht ohne ihre Eltern zu haben.

P.f.O. Beratungsgesellschaft mbh Teamentwicklung Ziele und Nutzen

Transkript:

KÖRPERPFLEGE OHNE KAMPF VORTRAG ALTENPFLEGEKONGRESS 26.03.2014

Den Kampf verstehen 2 Verhaltensänderungen bei Demenz Gedächtnis Sprache, Wortfindungsstörungen Planungs- und Urteilsvermögen Erkennen von Gegenständen Verstehen von Anfragen und Aufforderungen Vollziehen von Handlungen

Den Kampf verstehen 3 Verhaltenssymptome als Möglichkeit psychische und physiche Zustände zu kommunizieren Angst Schmerz Scham Kummer (Langeweile, Einsamkeit, Kränkung, Verletzung) Unerkannte und unbefriedigte Bedürfnisse Schutz der Intim- und Privatsphäre

Mögliche Verhaltensweisen 4 Widerstand leisten (Abwenden, Weggehen) Weinen, Rufen, Schreien, Brüllen (vokale Agitation) Fluchen, Drohen, Schimpfen (verbale Agitation) Schlagen, Beissen, Festhalten, Stossen, Kneifen, Zwicken (physiche Agitation)

Häufigkeit 5 Physische Aktion Schlagen, Stoßen Kneifen, Zwicken Wegschieben, wegschubsen Verbale Aktion Feindselige Äußerungen Beschimpfungen Fluchen oder Obszönitäten

Kampf ja oder nein? 6 Schlüsselmoment ist die Aufforderung sich zu baden zu waschen oder zu duschen (Kann bereits als Übergriff und/oder Bedrohung erlebt werden) Stichwort Machtgefälle

Auslöser für abwehrendes Verhalten 7 Verletzen der persönlichen Grenzen Gefühlter Kontrollverlust Keine Wahlmöglichkeit Missachtung eigener Bedürfnisse Enttäuschung, Trauer, Ärger über mangelnde Autonomie und Selbstversorgerfähigkeiten

Auslöser für abwehrendes Verhalten 8 Schmerzerwartung, Schmerzempfinden Mangelnde adäquate Kommunikationsfähigkeit Mangelnde Fähigkeit, die Absichten der Betreuungsperson als hilfreich zu erkennen Desinteressierte, gereizte Pflegeperson Überwiegend funktionales unpersönliches Verhalten der Pflegeperson

Bedeutung des Kampfes 9 (Angst vor) Kontrollverlust versus Wasch- oder Badeabsicht Verhaltenssymptome am häufigsten, wenn die Person versucht die Kontrolle zu behalten oder wieder zu erlangen Stichwort Autonomie

Bedeutung der Umgebung 10 Ungewohnte Raumtemperatur Spritzendes oder laufendes Wasser Plötzliche Temperaturunterschiede deslaufenden Wassers Laute oder ungewohnte Geräusche Badevorrichtung oder Transportgerät ist unbekannt

Bedeutung der Umgebung 11 Pflegephilosophie Vorschriften und Verfahrensweisen Personalausstattung Tagesstruktur Gerätschaften und Materialien

Richtlinien personenorientierte KP 12 Person im Mittelpunkt, nicht die Aufgabe Flexibel sein Überzeugen und überreden, nicht drängen und zwingen Vorbereitungen treffen Innehalten Rat und Hilfe holen

Allgemeine Strategien 13 Persönliche Bedürfnisse befriedigen Auf Körpersprache achten Zwischenmenschliche Beziehung verändern Die Umgebung anpassen Die organisatorischen Voraussetzungen verändern Den Vorgang abbrechen

Individualisierter personenorientierter Ansatz bei KP 14 Wissen über Bewohner Lösungen ausprobier en Verhaltenb eobachten Verhalten verstehen Auslöser, Ursachen finden

Einzelne Schritte 15 Realistische Ziele festlegen zur Verbesserung des Wohlbfindens der Bewohner Den Grad der Unabhängigkeit ermitteln Den richtigen Grad der Kommunikation ermitteln Kreative individuelle Lösungen finden Lösungen ausprobieren Pflegeplan modifizieren

16 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit