Statische Magnetfelder



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Transkript:

Statische Magnetfelder Messung, Wirkung, Bewertung Dr. Heinrich Eder Bay. Landesamt für 1

2

Erdmagnetisches Feld 30 60 µt 3

Wirkungen von magnetischen Gleichfeldern < 1 mt: Störfestigkeit von Herzschrittmachern, Festplatten, Magnetkarten > 1 mt: Desorientierung von Brieftauben > 100 mt: Änderung des EKG > 1 Tesla: Orientierungskräfte auf Sehzellen, Sichelzellen, Erythrozyten, DNA (in vitro) 1 Tesla bei 100 km/h: 50 Volt (Herzkammerflimmern?) > 4 Tesla: Lernstörungen bei Affen, Desorientierung > 6 Tesla: Änderung der Aktivität von Enzymen, Schwindelgefühl, Perfusionsstörungen < 2 Tesla : keine nachteiligen gesundheitlichen Effekte (in vivo) Alle Störungen sind bei vorübergehender Einwirkung reversibel! 4

Veränderung im EKG (> 300 mt) 5

Können statische Magnetfelder zu Reizleitungsstörungen führen? E ind = B. v drift F = B. q. v drift (Lorenzkraft) Na+ E drift Nervenfaser E ind / E drift = 10-7 pro Tesla Können statische Magnetfelder Stromreize auslösen? Fließgeschwindigkeit Blut (Aorta) 0,5 m/s 200 mt verursachen eine endogene Feldstärke von 84 mv/m Daraus folgt eine Stromdichte in der Aorta von 44 ma/m² Reizschwelle des peripheren Nervensystems (PNS) > 100 ma/m² keine Reizeffekt! 6

Körpereigene (endogene) Ströme Gehirn ~ 1 ma/m² Herz ~ 10 ma/m² Reizschwelle > 100 ma/m² Herzkammerflimmern; > 1000 ma/m² 7

50 Hz 8

Referenzwerte, Basisgrenzwerte ICNIRP, EU Allgemeinbevölkerung 40 mt Arbeitsplatz 200 mt Körperstromdichte 8 ma/m² 40 ma/m² BGV B11 Arbeitsplatz Expositionsbereich 2 / Exp. Bereich 1 21 mt / 212 mt (Kopf, Rumpf 2 T, Extremitäten 5 T) Spitzenwerte (<2h/Tag) für Kopf, Rumpf 4 T, Extremitäten 10 T Implantat-Sicherheit (Herzschrittmacher, Defis, Insulinpunpen) 0,5 mt (1 mt) Ferromagnetische Implantate + Gegenstände: 3 mt Bekanntmachung einer Empfehlung der Strahlenschutzkommission vom 12. 2. 2007, Bundesanzeiger vom 12. 4. 2003 Nr. 72a: Schwangere keine Aufenthalt im Magnetraum! 9

Feldstärken Kryomagnet 10

Warn- und Verbotszeichen 11

Studien (Auswahl) : Kanal et. al. (1993) Keine Hinweise auf teratogene Effekte (1421 Schwangerschaften MR- Streufeld) Sicherheitsaspekte bei der Anwendung magnetischer Resonanzverfahren in der med. Diagnostik G. Brix et. al, Z. Med. Phys. 10(2000)5-14 Mur et al (1987) Keine Erhöhung der Krebsmortalität gegenüber Bevölkerungsdurchschnitt bei Aluminiumarbeitern Barregärd et. a.l. (1985) Keine Zunahme Krebsinzidenz bei Chlor- Elektrolyse (4 29 mt) Budinger et al (1984) Keine signifikanten Änderungen hinsichtlich 19 Krankheitsbildern bei 792 Beschäftigten / 792 unexp. Kontrollen (Flussdichten 0,5 mt 2T) Rockette et al (1983) Erhöhte Leukämie bei Aluminiumarbeitern (jedoch: zahlreiche andere Faktoren wie Fluoride, Schwefeldioxid, Stäube) Marsh et al (1982) Keine gesundheitlichen Effekte bei 320 Beschäftigten/ 186 Kontrollen (7,6 mt mittl. Arbeitsplatzexposition bei Elektrolyse). Leichte Blutbildveränderung innerhalb Streubreite. 12

Grenzwertausschöpfung durch elektromagnetische Immissionen Ionisierende Strahlung UV-Strahlung : 1 200 % Natürliche ionis. Strahlung, Radon: 10 20% Röntgen (Bevölkerungsmittel): 10% Röntgen CT: 50-100 % Nichtionisierende Strahlung/Felder Natürliches Magnetfeld: 0,1% Berufl. Magnetfeld: 1 5 % Mobilfunksender: < 1% Fernsehen, Rundfunk: 2% Mobiltelefon: 20 50% DECT: 0,5-5% Energiesparlampen: 1 10% 13