Computer-Supported Cooperative Learning (CSCL) mit BSCW



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Transkript:

Computer-Supported Cooperative Learning (CSCL) mit BSCW Prof. Dr. Josef Fink FH Frankfurt am Main Nibelungenplatz 1 60318 Frankfurt am Main E-Mail: jfink@fb2.fh-frankfurt.de Telefon: 0170/4447515

Agenda 2 Einführung in CSCW und CSCL Begriff Awareness CSCL in der Wirtschaftsinformatik BSCW an der FH Frankfurt Einsatzbeispiele Literatur

Begriff CSCW 3 Computer Supported = Computer-gestützt Cooperative = gemeinsam Work = Arbeit CSCW ist ein Forschungsbereich, der sich mit dem Verstehen sozialer Interaktion (z.b. Gruppenarbeit) sowie der Gestaltung, Implementierung und Evaluierung von technischen Systemen zur Unterstützung sozialer Interaktion beschäftigt Quelle: Kindsmüller, 2007

Synonyme Begriffe zu CSCW 4 Bisweilen synonyme Begriffe in Literatur und Praxis: Workgroup Computing Collaborative Computing Interpersonal Computing Computer Conferencing Computer Mediated Comunication Computer Supported Groups Computer Assisted Communication Collaborative Working Environments etc. (inkl. viel Unsinn) Quelle: nach Borghoff/Schlichter, 2000

CSCW als Forschungsgebiet 5 Unter CSCW wird ein interdisziplinäres Forschungsgebiet aus Informatik, Soziologie, Psychologie, Arbeits- und Organisationswissenschaften, Anthropologie, Ethnographie, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaften, u.a. verstanden, das sich mit Gruppenarbeit und die Gruppenarbeit unterstützender Informationsund Kommunikationstechnologie befasst. Quelle: Hasenkamp/Syring, 1994

Und heute Web 2.0 6 Web 2.0... The Machine is Us/ing Us Michael Wesch, Cultural Anthropology, Kansas State University http://www.youtube.com/watch?v=6gmp4nk0eoe

Begriff Groupware 7 Definition: Als Groupware oder Kollaborationssoftware (englisch Collaboration Software) bezeichnet man Hard- und Software zur Unterstützung von Kooperationen über zeitliche und räumliche Distanzen hinweg. Eigenschaften: Technische Systeme zur Unterstützung der sozialen Interaktion (z.b. Gruppenarbeit) Ermöglichung einer räumlich oder zeitlich verteilten Interaktion Quelle: Schubert, 2007

Formen der Interaktion von Individuen 8 Groupware sollte unterstützen die Koexistenz (Awareness): Präsenz und Erreichbarkeit Kommunikation: Austausch von Ideen, Meinungen und Informationen und Koordination, i.e, (Geschäfts-) Prozesse Konsensfindung: Diskussionsforen, Abstimmungen, Bewertungen Kooperation: Gemeinsame Haltung und Bearbeitung von Artefakten/ Dokumenten in Organisationen, Teams und Communities Quelle: Gross/Koch, 2007

Definitionen CSCL 9 Computer-Supported Cooperative Learning umfasst die Unterstützung von Awareness, Kommunikation, Koordination, Konsensfindung und Kooperation in Lehr- und Lernszenarien Computer-Supported Cooperative Learning ist eine betreute Lehr- und Lernform, die auf synchroner und asynchroner Interaktion zwischen einer Gruppe von Lernenden basiert (Hinze, 2004)

CSCL-Faktoren 10 Quelle: Hinze, 2004

Vorteile CSCL (Auszug) 11 Intensivere Auseinandersetzung und höhere Motivation Erwerb bzw. Förderung von Schlüsselkompetenzen: Engagement [20%] Sachkompetenz (Qualität und Originalität der Ergebnisse, wissenschaftliche Arbeitsweise, Grund- und Spezial- kenntnisse, Wahl und Beherrschung der Werkzeuge, Umgang mit Hard- und Software) [20%] Planungskompetenz: Teamabsprache, Zielfestlegung, Aufteilung der Arbeit, Einteilung der Zeit, Materialauswahl [15%] Handlungskompetenz: Organisationsfähigkeit, Koordinationsfähigkeit, wissenschaftlich-systematisches Vorgehen, Zielstrebigkeit, Hilfe suchen / Hilfe annehmen, Effektivität der Arbeitstechniken, Projektdokumentation inkl. Protokolle [20%] Sozialkompetenz: Integration im Team, Kommunikationsfähigkeit, Selbständigkeit, Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Konfliktbewältigung, Selbstkritikfähigkeit / Reflexionsfähigkeit [15%] Präsentationskompetenz [10 %] Individualisierter Lernweg, es gibt beim CSCL selten vorgegebene Standardwege Praxisnähe

Nachteile CSCL 12 Weniger soziale Präsenz und nonverbale Signale Fehlende Gruppenkoordination: die räumliche/ zeitliche Trennung zeitigen Koordinationsanforderungen Fehlende Abstimmung über gemeinsamen Wissenshintergrund: Lernende im CSCL müssen sich eine Vorstellungen vom Wissen und den Kenntnissen und Fähigkeiten anderer Teammitglieder verschaffen Überangebot an Information: Leicht werden große Informationsmengen erzeugt, die nur schwer zu handhaben sind Fehlende Nachrichtenverbundenheit Unterstützung durch CSCL-Systeme und spezielle Pädagogik notwendig Quelle: in Anlehnung an Hinze, 2004

Agenda 13 Einführung in CSCW und CSCL Begriff Awareness CSCL in der Wirtschaftsinformatik BSCW an der FH Frankfurt Einsatzbeispiele Literatur

Begriff Awareness 14 an understanding of the activities of others, which provides a context for your own activities [Dourish/Bellotti, CSCW 92] Deutsche Synonyme: Gruppenwahrnehmung, Transparenzunterstützung, Gruppenbewusstsein, Gruppengewahrsein, Gruppenrückkoppelung Awareness, also Informationen über Gruppenmitglieder und den aktuellen Stand der Arbeit, sind eine sine qua non für verteiltes/asychrones Arbeiten Awareness kann passiv oder aktiv bereitgestellt werden

Awareness bez. Objekten/Ereignissen Quelle: Appelt, 2005 15

Awareness bez. Objekten/Ereignissen 16 Quelle: BSCW, 2007

Awareness bez. Objekten/Ereignissen 17 Quelle: BSCW, 2007

18 Awareness bez. Nutzern Quelle: BSCW, 2007

19 Agenda Einführung in CSCW und CSCL Begriff Awareness CSCL in der Wirtschaftsinformatik BSCW an der FH Frankfurt Einsatzbeispiele Literatur

20 CSCL in der Wirtschaftsinformatik (WI) Bachelor-Studiengänge WI an der FH Frankfurt am Main: Fachbereiche 2 (organisatorisch) und 3 Lehrveranstaltungen verteilt über den Campus Sehr dichtes und anspruchsvolles 6. Semester Neue Studiengänge Wirtschaftsinformatik international (ein Auslandssemester) und transnational (Frankfurt, Boston, Kemi) im Akkreditierungsprozeß Nebenbedingungen, u.a.: Viele Studenten arbeiten parallel zum Studium Hohe Lehrbeauftragtenquote Master-Studiengang Wirtschaftsinformatik FB 2 gemeinsam mit der FH Giessen-Friedberg, zus.: Selbständiges wiss. Arbeiten, weniger Präsenz Seminaristische Veranstaltungen, Klein- und Projektgruppen Ad-hoc Treffen (oftmals virtuell), Blockveranstaltungen Unterstützung bez. Koexistenz (Awareness), Kommunikation, Koordination, Konsensfindung und Kooperation durch CSCL ist dringend erforderlich!

21 Agenda Einführung in CSCW und CSCL Begriff Awareness CSCL in der Wirtschaftsinformatik BSCW an der FH Frankfurt Einsatzbeispiele Literatur

22 BSCW BSCW Basic Support for Cooperative Work Web-basierte Groupware Focus: Dokumentenmanagement in Arbeitsgruppen Konzept: shared workspaces BSCW ist Plattform für die Kooperation in verteilten Arbeitsgruppen Generisches Werkzeug, es gibt spezielle CSCL-Versionen BSCW ermöglicht Projektarbeit unabhängig von Zeit und Raum Networking und Wissensaustausch Zentrales Dokumentenmanagemnet Gruppenmanagement und Awareness Quelle: Appelt, 2007

23 BSCW-Verbreitung weltweit Weit mehr als 1 Million Nutzer weltweit Mehr als 600 Server in Lehre und Forschung Mehr als 400 kommerzielle Server-Lizenzen (Deutschland: 55%, Europa: 35%, RoW: 10%) Öffentlicher BSCW-Server bei Fraunhofer FIT: http://bscw.fit.fraunhofer.de/ Januar 2008: über 150.000 registrierte Nutzer ~ 300.000 Anfragen / ~ 3 GB Datenaustausch täglich

24 BSCW-Startseite an der FH Frankfurt a.m.

25 BSCW-Nutzung an der FH Frankfurt a.m. Initiative des Fachbereichs 2 Ca. 1600 registrierte Nutzer davon ca. 100 Dozenten mit FH-Mailadresse Traffic / Zugriffe (beispielhaft April 2008) ca. 210 Besuche/Tag ca. 5100 ausgelieferte Seiten/Tag ca. 880 MB Traffic/ Tag Inhalte 68.000 Dateien/Dokumente Belegen ca. 100 GB ( ca. 1,5 MB/Datei), in Spitzen bis zu 0,5 TB Wenige Nutzer, intensive Nutzung!

26 BSCW an der FH Frankfurt a.m. Server Hardware DualCore Intel Xeon CPUs @3.6 GHz, 4 GB DDR2 RAM, netto 1,2 TB HDD (Raid 5) Betriebssystem Linux x86_64 2.6.22-gentoo-r9 Backup Inkrementelles, tägliches Backup an das SAN der Uni Frankfurt am Main (3 Inkremente) Warm Standby (redundant) In Vorbereitung Anbindung an SMS-Gateway von IDM (Beta)

27 BSCW-Nutzung an der FH Frankfurt a.m.

28 BSCW-Nutzung an der FH Frankfurt a.m.

29 Agenda Einführung in CSCW und CSCL Begriff Awareness CSCL in der Wirtschaftsinformatik BSCW an der FH Frankfurt Einsatzbeispiele Literatur

30 Agenda Einführung in CSCW und CSCL Begriff Awareness CSCL in der Wirtschaftsinformatik BSCW an der FH Frankfurt Einsatzbeispiele Literatur

31 Literatur (Auszug) Gross, T.; Koch, M. (2007): Computer-Supported Cooperative Work, in: Michael Herczeg (Hrsg.), Interaktive Medien, S., München: Oldenbourg, 2007. Schwabe, G.; Streitz, N.; Unland, R. (2000): CSCW Kompendium: Lehr- und Handbuch für computerunterstütztes kooperatives Arbeiten, Heidelberg: Springer, 2000. Johansen, R. (1991): Teams for Tomorrow, in: IEEE (Hrsg.), Proc. IEEE Hawaii Intl. Conf. on System Sciences, S. 520 534, Los Alamitos: IEEE Computer Society Press, 1991. Weitere Literatur-Referenzen finden Sie im BSCWArbeitsbereich