Bericht Auslandsaufenthalt Wirtschaftsingenieurswesen 5. Semester: September 2011 - Januar 2012 Daniel Bühler Kontakt: d.buehler@ritter-sport.de - 1 -
Vorbereitung Zur Vorbereitung auf die kulturellen Unterschiede habe ich persönlich keine Maßnahmen ergriffen, weil ich bereits nach dem Abitur neun Monate im Ausland verbracht habe. Meiner Meinung nach ist es wichtig nicht unvorbereitet ins Auslandssemester zu gehen. Es ist nicht schwer sich vorzubereiten, entweder über ein Seminar, oder aber auch über Gespräche mit Bekannten die bereits im Ausland waren. Mehr Vorbereitung erforderte die Auswahl der zu belegenden Module und das Erstellen des Learning Agreements für meinen Studiengangsleiters, da zu dem Zeitpunkt der Vorlesungsplan fürs kommende Jahr noch nicht erstellt war. Angenehm an der Wahl ist, das man als Occasional student, anders als ERASMUS Studenten, die Wahl zwischen allen angebotenen Vorlesungen/Fächern. Ich selber habe es sehr genossen so frei meine Vorlesungen zu wählen, im Learning Agreement waren für jedes Modul mehrere mögliche Wahlmodule aufgeführt, so war es möglich immer das interessanteste Modul zu wählen. Studium Die Anforderungen an das eigene Englisch waren hoch, aber machbar. Nach den ersten Wochen hatte man sich an das Englischniveau gewohnt und konnte Texten und Vorlesungen gut folgen. Die meisten Vorlesungen waren interessant, weil durch die Wahlmöglichkeiten im Learning Agreement immer das interessanteste Modul gewählt werden konnte. Da ich Wirtschaftsingenieurswesen studiere hätte ich Module an der Engineering und and der Business School belegen können, allerdings habe ich mich dafür entschieden nur Module aus der Business School (=Wirtschaftsfakultät) zu belegen. Mit circa 15 Wochenstunden an Vorlesungen war das Arbeitspensum sehr angenehm. Allerdings wurde erwartet, dass man Zuhause nacharbeitet und es wurden Literaturstellen empfohlen die auf jeden Fall gelesen werden sollten, allerdings bin ich mir sicher das nicht alle Studenten wirklich nacharbeiten. Die meisten Fächer wurden über Hausarbeiten geprüft und waren machbar, im Gegensatz zu anderen Auslandsuniversitäten fand ich das Niveau durchaus gehoben und es war schwer sehr gute Noten zu bekommen. - 2 -
Aufenthalt In Cardiff gibt es eine sehr gute Students Union (= Studentenwerk), es werden über 250 Societies und Clubs für alle Sportarten und Interessen angeboten. Zum Beispiel Societies für Bier, Fashion, Harry Potter, Surfen, Fechten, Umweltschutz, Snow Sports, Rugby, Fussball, Breakdance, Kreatives Schreiben, ERASMUS oder Tea Partys) Diese Societies sind eine sehr gute Möglichkeit um Leute kennen zu lernen und bieten eine tolle Möglichkeit für Freizeitaktivitäten aller Art. Beispielsweise in der Breakdance Society die Grundzüge von Breakdance zu lernen oder der Skitrip der SnowSports Society vor Weihnachten nach Frankreich. Außerdem ist Cardiff eine tolle Stadt zum Feiern, weil einfach alles zu Fuß erreichbar ist und man deshalb auch spät in der Nacht nach Hause laufen kann. Es gibt einige Clubs und auch einige weitere coole Pubs, deren Besuch sich lohnt. Die Clubs und Pubs sind normalerweise auch sehr gut besucht und man kann eigentlich jeden Tag weggehen, wenn man das möchte. Die Student Union hat auch eine eigene Wohnungsvermittlungsgesellschaft, die Studenten keine Gebühren berechnet, dort werden auch vor Beginn des Semesters auch speziell Wohnungen für ERASMUS Studenten und andere Studenten vermittelt, allerdings muss man sich rechtzeitig dort melden. (google: Letting Agency Cardiff Students Union) Es gibt außerdem auch die Möglichkeit in einem der Studentenwohnheime der Universität unterzukommen. Allerdings wohnen dort fast nur Erstsemester im Studentenwohnheim, was bedeutet es ist ziemlich laut und es gibt viele Partys, was aber nur solange cool ist, wie man keine Hausarbeiten schreiben und nicht schlafen will. Oft ist man in den Studentenwohnheimen aber nur 2. Wahl für einen Platz, weil zuerst Studenten berücksichtigt werden die ein komplettes Jahr bleiben. Darum landen viele Austauschstudenten zuerst auf der Warteliste und es kann ihnen kein Platz garantiert werden. Ich habe darum in der ersten Woche in einem Hostel übernachtet und dann bin ich von der Warteliste aus noch berücksichtigt werden. Ich selber habe in einem sogenannten Student House gewohnt, diese Häuser sind ein Teil der Studentenwohnheime, allerdings sind es normale Häuser in Studentenviertel Cathays. Die Anzahl der Bewohner ist unterschiedlich, ich selber habe mit sieben weiteren Jungen in einem Haus gewohnt. Insgesamt habe ich den Aufenthalt in Cardiff auf jeden Fall genossen, aber in meinem Student House kam es recht bald zu großen Spannungen, was im Endeffekt dazu geführt hat, dass das Zusammenleben oft unangenehm war. Die Wahl der Wohnung ist sehr wichtig, da es der einzige Rückzugsort ist den man während des Auslandsaufenthalts hat, deshalb ist hier eine vorsichtige Wahl sehr angebracht. Des Weiteren sollte man von Anfang an versuchen Konflikte schnell zu lösen, andernfalls wird es zwangsläufig problematisch in der Wohngemeinschaft. - 3 -
Tipps Wohnungssuche: Hier ist es am Besten sich von der Beratungsstelle der Student Union beraten zu lassen, diese raten nicht nur zur eigenen Vermittlungsgesellschaft, sondern zeigen auch andere Möglichkeiten auf und haben viel Erfahrung. Learning Agreement: Mehrere Auslandsmodule für jedes der DHBW Module wählen, um dann vor Ort die angenehmsten Fächer zu wählen. Bei der Umrechnung darauf achten das es in Cardiff nur sehr wenige Noten gibt die besser sind als 70 oder 75 % darum sollte die Umrechnung nicht von 100 % als 1,0 ausgehen. Offene Fragen: Bei offenen Fragen sollten sich Studenten an Rosemary Smith von der Cardiff Business School (= Wirtschaftsfakultät) wenden. Sie ist eine absolut kompetente Ansprechpartnerin und gibt sich wirklich Mühe allen Studenten weiterzuhelfen, allerdings ist Sie deshalb auch zeitlich extrem eingespannt und man sollte dies berücksichtigen. Soziale Kontakte finden: Zum Einen gibt es die Mitbewohner um die man sich wirklich bemühen sollte, auch wenn das nicht immer einfach ist, weil man so dicht aufeinander wohnt. Zum Anderen kann man über Societies tatsächlich viele Bekanntschaften schließen, besonders bietet sich die ERASMUS Society an, in der fast alle europäischen Auslandstudenten sind. Ansonsten kann man in jeder Society soziale Kontakte knüpfen, auch hier gilt, dass man einfach ausprobieren. Außerdem gibt es auch eine Messe zu Beginn des Semesters bei der die verschiedenen Societies sich vorstellen, dort kann man sehr gut in die Societies hereinschnuppern. Students Union: Eine sehr nützliche Institution, die wirklich viele gute Angebote hat. Speziell zu Beginn des Semesters kann man sich hier alle notwendigen Informationen und Tipps holen. Persönliche Wertung Mir persönlich hat das Auslandssemester sehr viel Spaß, aber auch eine persönliche Weiterentwicklung gebracht. Zum Einen hat sich mein Business English signifikant verbessert, und auch vom akademischen Blickwinkel ist der Aufenthalt an der sehr wissenschaftlich orientierten Cardiff Business School zu empfehlen. Die, im Vergleich zur DHBW, vollkommen unterschiedliche Lehrmethodik war für mich persönlich eine echte Bereicherung und ein willkommener Ausflug ins wirklich selbstverantwortliche Lernen. - 4 -
Auch im Hinblick auf die Freizeitaktivitäten hatte ich durch die zahllosen Angebote die Möglichkeit wirklich viele neue Dinge auszuprobieren, die mich sehr bereichert haben. Außerdem war es auch interessant Menschen aus allen möglichen Nationen kennen zu lernen und für die Zeit des Auslandsaufenthalts auf sich allein gestellt zu sein. Ingesamt gesagt kann ich nur jedem Studenten empfehlen ein Auslandssemester zu machen, weil es eine tolle Gelegenheit ist, wichtige und herausfordernde Erfahrungen zu sammeln, aber trotzdem Spaß macht und interessant ist. - 5 -