Formelsammlung Chemie



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Transkript:

1 Formelsammlung Chemie Joachim Jakob, Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg chemie-lernprogramme.de/daten/programme/js/formelsammlung/ Inhaltsverzeichnis 1 Avogadro Konstante N A 2 2 Molare Masse M 2 3 Molares Volumen V m 2 4 Stoffmengenkonzentration c 2 5 Mittlere Reaktionsgeschwindigkeit v 3 6 Massenwirkungsgesetz (MW G) 3 7 Gibbs-Helmholtz-Gleichung 3 8 Ionenprodukt des Wassers K W 4 9 Säurekonstante K S und pk S-Wert 4 10 Basenkonstante K B und pk B-Wert 4 11 ph-wert 4 12 poh-wert 5 13 ph-wert für starke Säuren 5 14 ph-wert für schwache Säuren 5 15 ph-wert für starke Basen 5 16 ph-wert für schwache Basen 5 17 Henderson-Hasselbalch-Gleichung 6 18 Nernstsche Gleichung 6

2 1 Avogadro Konstante N A Die Avogadro-Konstante N A ist der Quotient aus der Teilchenzahl N der Teilchen X und der Stoffmenge n der Teilchen X. Ihre Einheit ist mol 1. Sie gibt an, wie viele Teilchen in der Stoffmenge von einem MOL Teilchen enthalten sind. Sie ist unabhängig von der Art der Teilchen. N A = N(X) N A = 6, 022 10 23 1 mol = N(X) N A 2 Molare Masse M Die Molare Masse M der Teilchen X ist der Quotient aus der Masse m der Teilchen X und der Stoffmenge n der Teilchen X. Ihre Einheit ist g/mol. M(X) = m(x) = m(x) M(X) 3 Molares Volumen V m Das Molare Volumen V m eines (idealen) Gases ist der Quotient aus dem Volumen V der Gasteilchen X und der Stoffmenge n der Gasteilchen X. Seine Einheit ist l/mol. V m = V (X) V m = 22, 41 l mol = V (X) V m 4 Stoffmengenkonzentration c Die Stoffmengenkonzentration c ist der Quotient aus der Stoffmenge n der gelösten Teilchen X und dem Volumen der Lösung V Lösung. Ihre Einheit ist mol/l. c(x) = V Lösung = c(x) V Lösung

3 5 Mittlere Reaktionsgeschwindigkeit v Die Mittlere Reaktionsgeschwindigkeit v ist der Quotient aus der Konzentrationsänderung der Produkte c(p rod) und der Zeitänderung t. Sie beschreibt sowohl die Bildungsgeschwindigkeit der Produkte als auch die Zerfallsgeschwindigkeit der Edukte (mit umgekehrtem Vorzeichen). Ed P rod c(p rod) v = + t = c(ed) t 6 Massenwirkungsgesetz (MW G) Die Gleichgewichtskonstante K C für Reaktionen in Lösungen ist der Quotient aus dem Produkt der Konzentration c der Produkte und dem der Edukte. Die Gleichgewichtskonstante K P für Gasreaktionen wird entsprechend aus den Partialdrücken p der Produkte und Edukte ermittelt. Feststoffe werden in beiden Fällen gleich 1 (ohne Einheit) gesetzt. Die Koeffizienten gehen als Exponenten ein. a A + b B c C + d D K C = c(c)c c(d) d c(a) a c(b) b = k hin k rück K P = p(c)c p(d) d p(a) a p(b) b 7 Gibbs-Helmholtz-Gleichung Die Änderung der freien Enthalpie G ist die Differenz aus der Enthalpieänderung H und dem Produkt aus der absoluten Temperatur T (in der Einheit Kelvin K) und der Entropieänderung S. G = H T S

4 8 Ionenprodukt des Wassers K W Das Ionenprodukt des Wassers K W ist das Produkt der Konzentrationen der Oxoniumionen und der Hydroxidionen in der Einheit mol 2 /l 2. Der pk W -Wert ist der negative dekadische Logarithmus des Ionenprodukts K W. K W = c(h 3O + ) c(oh ) = 10 14 mol 2 /l 2 pk W = lg{k W } = 14 K W = K S K B pk W = pk S + pk B 9 Säurekonstante K S und pk S-Wert Je größer die Säurekonstante K S, desto stärker ist die Säure. Der pk S- Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Säurekonstante K S in der Einheit mol l 1. Je kleiner die Säurekonstante pk S, desto stärker ist die Säure. H 2O + HA H 3O + + A K S = c(h3o+ ) c(a ) c(ha) pk S = lg{k S} 10 Basenkonstante K B und pk B-Wert Je größer die Basenkonstante K B, desto stärker ist die Base. Der pk B- Wert ist der negative dekadische Logarithmus der Basenkonstante K B in der Einheit mol l 1. Je kleiner die Basenkonstante pk B, desto stärker ist die Base. B + H 2O BH + + OH K S = c(bh+ ) c(oh ) c(b) pk B = lg{k B} 11 ph-wert Der ph-wert ist der negative dekadische Logarithmus des Zahlenwerts der Oxoniumionenkonzentration. Je kleiner der ph-wert, desto saurer ist die Lösung. ph = lg{c(h 3O + )}

5 12 poh-wert Der poh-wert ist der negative dekadische Logarithmus des Zahlenwerts der Hydroxidionenkonzentration. Je niedriger der poh-wert, desto alkalischer ist die Lösung. poh = lg{c(oh )} pk W = ph + poh = 14 13 ph-wert für starke Säuren Die Näherungsformel für starke Säuren ergibt sich aufgrund der vollständigen Dissoziation wie folgt aus der Ausgangskonzentration dieser Säure c 0(HA) : c(h 3O + ) = c 0(HA) ph = lg{c 0(HA)} 14 ph-wert für schwache Säuren Die Näherungsformel für schwache Säuren ergibt sich wie folgt aus der Ausgangskonzentration dieser Säure c 0(HA) : ph = 1 (pks lg{c0(ha)}) 2 15 ph-wert für starke Basen Die Näherungsformel für starke Basen ergibt sich aufgrund der vollständigen Dissoziation wie folgt aus der Ausgangskonzentration dieser Base c 0(B) : c(oh ) = c 0(B) c(h 3O + ) = pk W poh ph = 14 ( lg{c 0(B)}) 16 ph-wert für schwache Basen Die Näherungsformel für schwache Basen ergibt sich wie folgt aus der Ausgangskonzentration dieser Base c 0(B) : c(h 3O + ) = pk W poh ( ) 1 ph = 14 (pkb lg{c0(b)}) 2

6 17 Henderson-Hasselbalch-Gleichung Der ph-wert für Pufferlösungen einer schwachen Säure HA und ihrer korrespondierenden Base A ergibt sich wie folgt aus den Ausgangskonzentrationen c 0: { } c0(a) ph = pk S + lg c 0(HA) { } c0(ha) ph = pk S lg c 0(A) 18 Nernstsche Gleichung Das Redoxpotenzial Normalpotenzial E für ein korrespondierendes Redoxpaar (Halbzelle/galvanisches Element: Redm/Oxm) lautet bei 25 C ausgehend vom Normalpotenzial E 0 : Ox. : a Redm b Oxm n+ + n e E = E 0 + 0, 059V n { } c(oxm) a lg c(redm) b