Organisationsentwicklung



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Transkript:

Organisationsentwicklung Modul 1360 Prof. Dr. Erwin Hoffmann Leseprobe

Organisationsentwicklung Prof. Dr. Erwin Hoffmann Modul 1360

Impressum DAM.Deutsche Akademie für Management GmbH Margaretenstraße 38 12203 Berlin mail@akademie.biz www.akademie.biz Tel. 030/40508883-0 Fax. 030/40508883-9 Verfasser: Prof. Dr. Erwin Hoffmann studierte Sozialwissenschaften, Geschichte und Kulturmanagement an der Fern Universität Hagen und promovierte ebenfalls an der FernUniversität Hagen im Bereich Kultursoziologie. Vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2014 arbeitete er als leitender Personal- und Organisationsentwickler in einem großen Beratungsunternehmen. Zudem hatte er seit dem Sommer 2000 verschiedene Lehraufträge zu Managementthemen unter anderem an den Universitäten Karlsruhe und Wuppertal, der Fachhochschule Münster sowie der FernUniversität Hagen inne. Seit August 2014 ist Professor Erwin Hoffmann als Hochschuldozent an der Hochschule Fresenius unter anderem für Personal- und Organisationsentwicklung sowie Unternehmensberatung beschäftigt. 1. Version November 2015 2015 DAM. Deutsche Akademie für Management GmbH, Berlin. Alle Rechte vorbehalten. Der gesamte Inhalt des vorliegenden Studienbriefs (Texte, Bilder, Grafiken, Design usw.) und jede Auswahl davon unterliegt dem Urheberrecht und anderen Gesetzen zum Schutze geistigen Eigentums der DAM. Deutsche Akademie für Management GmbH oder anderer Eigentümer. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Eigentümers unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Zuwiderhandlungen werden zivil- und strafrechtlich verfolgt. Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Text berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz- Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften. Sämtliche verwendete Handelsmarken oder Markenzeichen sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Die DAM. Deutsche Akademie für Management GmbH und ihre Autoren haben höchste Sorgfalt bei der Erstellung des vorliegenden Studienbriefs angewandt. Dennoch übernehmen sie keinerlei Verantwortung oder Haftung für Richtigkeit oder Vollständigkeit, eventuelle Fehler oder Versäumnisse innerhalb des Studienbriefs. Die Inhalte und Materialien werden unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung zur Verfügung gestellt. Insbesondere erfolgt die Anwendung von im Studienbrief dargestellten Erkenntnissen auf Gefahr des Teilnehmenden. Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Studienbrief bei Personenbezeichnungen stets die männliche Form verwendet. Damit werden Frauen wie Männer gleichermaßen angesprochen. Printed in Germany. By MKM www.mkm-media.de 2 Organisationsentwicklung

Inhaltsverzeichnis Symbolverzeichnis 5 Abkürzungsverzeichnis 5 Einleitung 7 1 Grundlagen der Organisationsentwicklung 9 1.1 Organisationen als Untersuchungsgegenstand 9 1.2 Organisationsentwicklung 10 1.3 Wann entwickeln sich Organisationen? 13 1.4 Anpassungsleistungen des Unternehmens 18 1.5 Ziele von Organisationsentwicklungen 19 1.6 Die Umsetzung in Organisationsentwicklungsprojekten 20 1.7 Von der Organisationsentwicklung zum Change Management 21 2 Management von Organisationsentwicklung 24 2.1 Vorgehensweisen und Modelle 24 2.1.1 Organisationsentwicklung in Form von Projekten 24 2.1.2 Strategische Unternehmensentwicklung 26 2.1.3 Das 3-Phasen-Modell von Kurt Lewin 27 2.1.4 Das 8-Stufen-Modell von John P. Kotter 29 2.1.5 Das Modell der Organisationsentwicklung nach dem Nederlands Paedagogisch Institut (NPI) 30 2.1.6 Organisationsentwicklung und Lernen 30 2.1.7 Das Top-down- und Bottom-up-Modell 34 2.1.8 Ablauf einer Organisationsentwicklung 34 2.2 Wie es funktioniert: Die Charta des Managements der Veränderungen 36 2.2.1 Zielorientiertes Management 36 2.2.2 Keine Maßnahme ohne Diagnose 37 2.2.3 Ganzheitliches Denken und Handeln 39 2.2.4 Beteiligung der Betroffenen 40 2.2.5 Hilfe zur Selbsthilfe 42 2.2.6 Prozessorientierte Steuerung 43 2.2.7 Lebendige Kommunikation 44 2.2.8 Sorgfältige Auswahl der Schlüsselpersonen 46 3 Widerstand bei Organisationsentwicklungsprozessen 49 3.1 Change-Prozesse scheitern!? 49 3.2 Wie zeigt sich Widerstand? 51 3.3 Ursachen für Widerstand bei OE-Prozessen 52 3.4 Umgang mit Widerstand und mit Widerständlern 54 4 Ausgewählte Instrumente der Organisationsentwicklung 60 4.1 Spezialfall Innovationsmanagement 60 4.1.1 Quellen der Ideenfindung für Innovationen 62 4.1.2 Kennzeichen innovativer Organisationskulturen 63 Inhaltsverzeichnis 3

4.2 Analyse- und Beteiligungsformen 65 4.2.1 Befragungen 65 4.2.2 Durchführung von moderierten Workshops 68 4.2.3 Großgruppenverfahren (am Beispiel Open Space ) 69 4.3 Neuere Instrumente der Steuerung von Change Projekten 71 5 Hilfe von außen: Einsatz von Unternehmensberatern 76 5.1 Die Beratungsbranche 76 5.2 Der sinnvolle Einsatz von Unternehmensberatern 77 5.3 Tipps für die Auswahl von Unternehmensberatern 78 6 Zusammenfassung und Ausblick 82 Antworten zu den Kontrollfragen 83 Literaturverzeichnis 86 Stichwortverzeichnis 88 4 Organisationsentwicklung

Symbolverzeichnis Beispiel Definition Kontrollfrage Merksatz Studienziele Übungsaufgabe Zusammenfassung Abkürzungsverzeichnis BDU BetrVG BVW CRM F&E IT KVP Mbwa NPI OE PWC TQM Bundesverband Deutscher Unternehmensberater Betriebsverfassungsgesetz betriebliches Vorschlagwesen Customer Relationship Management Forschung und Entwicklung Informationstechnologie kontinuierlicher Verbesserungsprozess Management by walk around Nederlands Paedagogisch Institut Organisationsentwicklung PricewaterhouseCoopers Total Quality Management Symbol- und Abkürzungsverzeichnis 5

Einleitung Noch nie in ihrer Geschichte standen Menschen vor der Notwendigkeit, große soziale Systeme innerhalb möglichst kurzer Zeit so umzubauen, dass sie noch leistungsfähiger und erfolgreicher werden. (Winfried Berner 2010, S. 4) Zu Beginn des dritten Jahrtausends sehen sich Organisationen zunehmend mit komplexen, dynamischen Veränderungen konfrontiert. Auf der einen Seite erfordern die Globalisierung der Märkte, steigender Wettbewerbsdruck und neue Technologien schnelles und flexibles Handeln. Auf der anderen Seite üben gesellschaftliche Veränderungen, wie der Wunsch nach Selbstbestimmung, Partizipation und Persönlichkeitsentfaltung, einen starken Einfluss auf Unternehmen als komplexe, vernetzte Systeme aus. Aufgrund des rasanten Wandels in den Kontexten stehen Organisationen selbst unter permanenten Veränderungsdruck. Veränderungen im Umfeld von Unternehmen und entsprechende Wirkungen auf interne Strukturen und Prozesse hat es schon immer gegeben. Doch nicht nur die Häufigkeit und Anzahl von Veränderungen ist gestiegen, sondern auch ihre Bedeutung. Einzelne Veränderungen können eine so große Bedeutung erhalten, dass von ihrem Erfolg die Zukunft des Unternehmens abhängt. Misserfolge beim Veränderungsmanagement können die Existenz jeder Organisation und somit die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter gefährden (Stricker und Bongartz 2006, S. 3 f.). Das vorliegende Modul gibt eine Einführung in das Thema Organisationsentwicklung (OE). Die Organisationsentwicklung ist kein einheitlicher Ansatz, sondern eher eine Bezeichnung für viele unterschiedliche Methoden und Techniken. Die Veränderung der Organisationsstruktur und die dazu nötigen Lernprozesse der Mitarbeiter (Personalentwicklung) stehen dabei im Vordergrund. Ansatzpunkte der OE sind somit die Organisations- und Kommunikationsstrukturen sowie das Verhalten der Mitarbeiter (Einstellungen und Fähigkeiten). Umfassend betrachtet geht es bei der Organisationsentwicklung also um Struktur, Mensch, Aufgaben und Technologie. Das Thema Veränderungsmanagement steht mittlerweile bei Verantwortlichen im Personalbereich sehr weit oben auf der Prioritätenliste immerhin auf Platz 2. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Kienbaum, für die 500 Personalchefs aus mehr als 15 Ländern befragt worden sind. Grund für das große Interesse: In vielen Unternehmen geht es heute schon lange nicht mehr nur ums Wirtschaften und Expandieren. In Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung müssen Unternehmen sich stetig weiterentwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben (Kienbaum 2015, S. 16 f.). Damit Veränderungen erfolgreich von statten gehen, ist es wichtig, den Wandel professionell und effektiv zu managen. Dies ver- Einleitung 7 s

deutlicht auch eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) aus dem Jahr 2013. Demnach erreichten 83 Prozent der untersuchten deutschen Konzerne mit systematischem Veränderungsmanagement die meisten Veränderungsziele. Ohne ein professionelles Management gelang das nur 39 Prozent der Konzerne (PWC 2013, o. S.). Die Herausforderung für Führungskräfte in diesen Prozessen wird auch durch die Kienbaum-Studie deutlich, denn die Verbesserung von Führungs- und Managementkompetenzen liegt auf Platz 1 der von den befragten Personalchefs benannten Herausforderungen (Kienbaum 2015, S. 16). Deshalb wird dem Management von Veränderungsprozessen auch eine entsprechende Priorität in diesem Modul eingeräumt. Nach der Lektüre dieses Studienbriefes sollen Sie Studienziele: wissen, was Organisationsentwicklung ist und wie sie sich als Disziplin entwickelt hat; Instrumente des Veränderungsmanagements und zum Umgang mit Widerstand in Organisationen kennengelernt haben; Vorgehensweisen, Instrumente und Modelle der Organisationsentwicklung beschreiben können; wissen, wie man bei Veränderungsprozessen professionell mit Unternehmensberatern zusammenarbeitet. Literaturempfehlungen Für ein vertieftes Studium seien vor allem die folgenden Bücher empfohlen: Berner, W. (2010): Change! Stuttgart: Schäffer-Poeschel. Doppler, K.; Christoph, L. (2008): Change Management. Den Unternehmenswandel gestalten, Frankfurt/M.: Campus. Höfler, M. et al. (2014): Abenteuer Change Management, Frankfurt a.m.: Frankfurter Allgemeine Buch. Kraus, G.; Becker-Kolle, C.; Fischer, T. (2006): Handbuch Change- Management, Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor. Preußig, J. (2015): Agiles Projektmanagement, Freiburg: Haufe. Siebenbrock, H. (2008): Grundlagen der Organisationsgestaltung und -entwicklung, Altenberge: Niederle Media. 8 Organisationsentwicklung

1 Grundlagen der Organisationsentwicklung In diesem Kapitel lernen Sie,... Studienziele: was Organisation und Organisationsentwicklung bedeuten; welche Ursachen und Gründe Organisationsentwicklungsprozesse haben; welche Ziele Organisationsentwicklungsprozessen zugrunde liegen können; welche Arten von Veränderungsprozessen es gibt. 1.1 Organisationen als Untersuchungsgegenstand Der Begriff der Organisation ist schon lange selbstverständlicher Bestandteil der Umgangssprache und wird kaum noch reflektiert. Allerdings ist der Begriff mehrdeutiger geworden und wird wie viele andere oft nur noch im Redekontext klar. Für die umgangssprachliche Verständigung reicht dies aus, nicht aber für wissenschaftliche Zwecke. Hierfür bedürfen die Begriffe der Organisation und der Organisationsentwicklung einer genaueren Fassung. Organisation Auch in der Organisationstheorie wird der Begriff der Organisation in mindestens zwei Bedeutungen verwendet. Einerseits werden ganze Systeme (wie Unternehmen, Kirchen, Gewerkschaften, Schulen, Behörden, Verbände und Vereine) als Organisationen bezeichnet. Andererseits steht ein bestimmtes Merkmal von Systemen im Vordergrund, wenn von Organisation gesprochen wird; so wird zum Beispiel gesagt, dass ein Unternehmen zentralistisch organisiert ist oder sich in einer Umorganisation befindet. Im ersten Fall spricht man vom institutionellen, im zweiten Fall vom instrumentellen Organisationsbegriff (Schreyögg 2008, S. 4 f.) Merksatz: Mit dem Begriff Organisation werden sowohl ganze Systeme bezeichnet als auch ein bestimmtes Merkmal von Systemen. Beim institutionellen Organisationsbegriff liegt der Fokus auf dem gesamten System. Hier werden die Einrichtungen und Institutionen betrachtet. Wichtig ist die Abgrenzung im Sinne des Grades der Organisiertheit : Wann kann schon von Organisation gesprochen werden und wann noch nicht? 1 Grundlagen der Organisationsentwicklung 9