Business Model Canvas



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Transkript:

Business Model Canvas IHK Ostwestfalen zu Bielefeld Zweigstelle Paderborn + Höxter Inhalte: Business Model Canvas Beispiel zum Modell Abgrenzung Businessplan Dr. Claudia Auinger Referatsleiterin Wirtschaftsförderung SIGMA Ihr Weg in die Selbstständigkeit Paderborn 17. November 2015

Business-Model-Canvas Einführung (1) Grundlegende Idee Kurze und prägnante Darstellung eines Geschäftsmodells Werkzeug zum Beschreiben, Analysieren und Entwerfen von Geschäftsmodellen Anforderung an das Instrumentarium Sparsamer Umgang mit Ressourcen Guter Überblick über das Geschäftsmodell Blick über den Tellerrand Definition Geschäftsmodell Ein Geschäftsmodell beschreibt das Grundprinzip, nach dem eine Organisation Werte schafft, vermittelt und erfasst! 2

Business-Model-Canvas Einführung (2) Bereiche des Business-Model-Canvas Wer? Wer ist der Kunde? Was? Was genau ist das Nutzenversprechen/ das Produkt/ die Dienstleistung? Wie? Was wird gebraucht, um das Vorhaben zu realisieren? Kosten/Erträge Welche Einnahmen stehen welche Kosten gegenüber? Wie? Was? Wer? Kosten / Erträge 3

Bausteine des Business-Model-Canvas Werte Kundenbeziehung Kernaktivitäten Kundensegmente Partnerschaften Kanäle Kosten Kernressourcen Einnahmequellen 4

Bausteine im Detail - Kundensegmente Kunden als Herz jeden Geschäftsmodells!! Kundenpräferenzen entscheiden über den Erfolg eines Geschäftsmodells Möglichkeit der Segmentierung von Kundengruppen Gruppe von Menschen/Organisation mit gleichen Bedürfnissen, Aufgaben, Problemen oder Wünschen Eigenschaften der einzelnen Kundengruppe Soziodemographische Faktoren (Alter, Geschlecht, Einkommen) Psychographische Faktoren (Einstellungen, Präferenzen, Persönlichkeitsmerkmale und Lifestyle) Bewusste Entscheidung für Kundengruppen Identifikation der wichtigsten Kundengruppen 5

Bausteine im Detail - Wertangebote Fragestellungen Welcher Nutzen wird dem Kunden geboten? Welche Kundenbedürfnisse werden befriedigt? Welches Produkt- bzw. Leistungspaket wird welcher Kundengruppe angeboten? Eigenschaften des Wertangebotes Neu, leistungsstark, angepasst an Kundenwünsche, Arbeitserleichterung, Design, Marke/Status, Preis, kostengünstig, risikoarm, verfügbar 6

Bausteine im Detail - Kanäle Kommunikations-, Distributionsund Verkaufskanäle sind Kundenberührungspunkte! Funktionen von Kanälen Aufmerksamkeit der Kunden auf Produkte/Dienstleistungen lenken Hilfsmittel für den Kunden bei der Bewertung des Wertangebots eines Unternehmens Schaffung von Kaufmöglichkeiten für Kunden Unterbreitung von Wertangeboten an den Kunden Kundenbetreuung nach dem Kauf 7

Bausteine im Detail - Kanäle Fragestellungen Über welche Kanäle wollen die Kunden erreicht werden? Wie werden sie aktuell erreicht? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel der Kanäle? Welche Kanäle funktionieren am besten? Welche sind am kosteneffizientesten? Wie können sie mit typischen Kundenaktivitäten in Berührung gebracht werden? 8

Bausteine im Detail - Kundenbeziehungen Fragestellungen Welche Art von Beziehung erwarten die verschiedenen Kundengruppen? Welche Kundenbeziehungen wurden bereits geknüpft? Welche Kosten verursachen die Kundenbeziehungen? Wie passen sie zum Geschäftsmodell? Kategorien von Kundenbeziehungen Persönliche Unterstützung Individuelle persönliche Unterstützung Selbstbedienung Automatisierte Dienstleistungen Communities Mitbeteiligung 9

Bausteine im Detail - Einnahmequellen Fragestellungen Für welchen Nutzen sind Kunden bereit, Geld auszugeben? Wofür geben sie es derzeit aus? Wie bezahlen sie derzeit? Wie würden sie gern zahlen? Wie hoch ist der Anteil jeder Einnahmequelle am Gesamtumsatz? Einnahmequellen Verkauf, Nutzungsgebühr, Abo s, Verleih/Vermietung/Verpachtung, Lizenzen, Vermittlungsgebühr Feste Preise vs. Variable Preise 10

Bausteine im Detail - Kernressourcen Fragestellungen Welche Kernressourcen werden benötigt für das Wert-Versprechen? die Vertriebs- und Kommunikationskanäle? die Kunden-Beziehungen? die Einnahmequellen? Ressourcen-Arten Produktionsmittel Wissen Personal Finanzen 11

Bausteine im Detail - Kernaktivitäten Fragestellungen Welche Kernaktivitäten werden benötigt um das Wertangebot zu erstellen? um das Wertangebot zu bewerben? um Kunden-Beziehung zu pflegen? um Einnahmen zu erzielen? 12

Bausteine im Detail Partnerschaften Fragestellungen Wer sind wichtige Partner? Wer sind wichtige Lieferanten? Welche Kernressourcen kommen von Partnern? Welche Kernaktivitäten kommen von Partnern? Vorteile von Partnerschaften Optimierung, Einsparung von Aufwand und Kosten Minimierung von Risiko und Unsicherheit Zugang zu Ressourcen und Leistungen 13

Bausteine im Detail - Kostenstruktur Fragestellungen Welches sind die wichtigsten Kosten im Geschäftsmodell? Welche Kernressourcen sind am teuersten? Welche Kernaktivitäten sind am teuersten? Geschäftsmodell Kostenorientiert vs. Nutzenorientiert Kostenarten Fixkosten, variable Kosten Mengen- und Verbundvorteile 14

Umgang mit dem Modell Regeln Nicht direkt auf die Business- Model-Canvas schreiben! Post-it s für die Beschriftung nutzen! Konzentration auf das Wesentliche ( kein Blabla )! In einem beliebigen Baustein der Canvas starten! Zu viele Details vermeiden! Keine Aufzählungszeichen benutzen! In jedem Block auf Präzision achten! 15

Beispiel Geschäftsidee - MyOma.de Geschäftsidee MyOma.de StartUp, gegründet 2011 in Fürth Geschäftsidee: Verkauf von Handgestricktem über das Internet Ziel: Beschäftigungsmöglichkeiten für Omas schaffen! Bereitstellung von Strickwaren nach Kundenwünschen Bestellvorgang: Kunde bestellt via Internet Weiterleitung des Auftrags an die betroffene Oma Oma bestätigt den Auftrag mit handgeschriebener Karte und Foto Auslieferung innerhalb von zwei Wochen nach Auftragserteilung Zusätzliches Sortiment: DIY-Pakete für Handarbeitende! Vertrieb über das Internet und soziale Medien Hohe Medienresonanz auf die Idee 16

Business-Model-Canvas für MyOma.de Kernaktivitäten Wertangebote Schlüsselpartnerschaften Kundenbeziehungen Kundensegmente Zeitungen Strickwaren Persönlich Junge Familien Fernsehen Kernressourcen Oma s Kanäle Selbstbed. Handarbeitsbegeisterte Internetverkauf Frauenzeitschrift Kostenstruktur Einnahmequellen 17

Business Model Canvas versus Business Plan Business Model Canvas Strategietool Geeignet, um kreative Idee kurz und prägnant zu Papier zu bringen Bietet Möglichkeiten, viele unterschiedliche Varianten einer Geschäftsidee zu denken Entwicklung einer marktorientierten, praxisnahen Idee (Fokus Kundenorientierung!) Visualisierung hilft, die Idee mit Freunden, Bekannten und potenziellen Kunden zu diskutieren Business Plan Planungstool zur Realisierung bzw. Umsetzung einer Idee Betrachtung des Geschäftsmodells in detaillierter Art und Weise (z.b. auch Mitbewerber) Geeignet, um Geschäftsidee auf Tragfähigkeit und Rentabilität zu prüfen Möglichkeit für außenstehende Dritte, einen detaillierten Überblick über die Geschäftsidee zu bekommen Unterstützung bei Banken- und Fördermittelgesprächen 18

Kostenlose Beratungen durch: STARTERCENTER NRW Kreis Paderborn Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld Zweigstelle Paderborn + Höxter Dr. Claudia Auinger und Susanne Wunderlich Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld Rainer Dörr Wirtschaftsförderungsgesellschaft Paderborn Maria Reimer und Heike Süß 19

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 20