Das Deutschlandstipendium ERASMUS-Jahrestagung des DAAD Bonn, 1. Juli 2011 Kathleen Ordnung, LL.M.
Große Herausforderungen Globalisierung Demografische Entwicklung Steigender Fachkräftebedarf insbesondere mehr Bedarf an Akademikern: beschleunigter technologischer Wandel Rückgang des Potentials an Erwerbstätigen bis 2025 um ca. 5 Mio., bis 2050 Halbierung des Erwerbspersonenpotenzials Investitionen in Qualität und Quantität Förderung in der Spitze und in der Breite
Strukturwandel erforderlich durchschnittlich 30 Prozent Privatfinanzierung der Hochschulen in den OECD-Staaten nur 15 Prozent private Mittel in Deutschland Vernetzung vieler deutschen Hochschulen mit ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld ausbaufähig
Bisheriges Modell der Studienfinanzierung (Kombinationen sind möglich): etwa 87% der Studierenden erhalten die notwendigen Mittel von ihren Eltern etwa 65% der Studierenden haben ein eigenes Einkommen etwa 29% erhalten eine Förderung nach dem BAföG etwa 3% erhalten ein Stipendium (davon 1% ein vom Bund gefördertes Begabtenstipendium) möglich ist auch eine Finanzierung über Kredite (5%) Quelle: 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, 2009
Lösungsansatz: Einführung einer öffentlich-privaten Partnerschaft für die Stipendienfinanzierung Hochschulen werben private Mittel ein private Mittelgeber tragen jeweils die Hälfte eines Stipendiums bei die andere Hälfte wird aus öffentlichen Mitteln aufgebracht
Talent hat viele Gesichter wer wird gefördert? Für die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten sind entscheidend: Leistung und Begabung der bisherige persönliche Werdegang gesellschaftliches Engagement und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen sowie besondere soziale, familiäre oder persönliche Umstände
Talent hat viele Gesichter wer wird gefördert? Die Förderung ist unabhängig von: Alter der Studierenden Art des Studiengangs Art der Hochschule Einkommen der Studierenden (zusätzlich zu BAföG) Nationalität der Studierenden (auch incoming Studierende)
Ziele des Deutschlandstipendiums Die Zahl der Stipendienempfänger soll sich langfristig auf 10% der Gesamtstudierenden erhöhen. Verstärkung der Studierneigung, die dem drohenden Fachkräftemangel begegnet Gesamtgesellschaftliche Verantwortung für die Ausbildung talentierter Studierender Das Deutschlandstipendium legt den Grundstein für eine neue Stipendienkultur in Deutschland.
Vorteile des Deutschlandstipendiums Für Unternehmen lernen die Hochschulen des Umfelds kennen und stärken die Region haben Kontakt zu leistungsfähigen und begabten jungen Menschen steigern ihre Attraktivität für Nachwuchskräfte Für Hochschulen professionalisieren ihr Fundraising (mit Unterstützung des Bundes) und werden so auch international wettbewerbsfähiger stärken ihre regionale Vernetzung und schärfen ihr Profil profilieren sich im Wettbewerb um (exzellente) Studierende
Als Förderer Schwerpunkte setzen Zwei Drittel der Stipendien können mit einer Zweckbindung für einen Studiengang oder eine Fachrichtung versehen werden. Das heißt umgekehrt, je ein Drittel der Stipendien sollte von den Förderern zweckungebunden zur Verfügung gestellt werden Erfahrungen des NRW-Stipendiums zeigen, dass sich eine gute Verteilung auf alle Fächergruppen ergibt: sog. MINT-Fächer über 50% rd. 22% Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften rd. 13% Sprach- und Kulturwissenschaften rd. 6,5% Humanmedizin
Meilensteine der Förderung Programmstart: Sommersemester 2011, viele Hochschulen steigen zum Wintersemester 2011/2012 ein 2011: bis zu 0,45% der Studierenden an jeder Hochschule können gefördert werden (ca. 10.000 Studierende) Künftige Entwicklungsschritte (jährliche Höchstförderquoten) legt BMBF mit Zustimmung des BMF fest Mittelfristig sollen 8% aller Studierenden gefördert werden, d.h. etwa 160.000 Studierende
Unterstützung durch den Bund Einführung des Deutschlandstipendiums durch Länder und Hochschulen Pauschale: 7 % der maximal einzuwerbenden privaten Mittel für die Mittelakquise sowie für Aufbau und Pflege von Fundraisingstrukturen erfolgsunabhängig, aber Bemühungen müssen nachweisbar sein 126 Euro pro Stipendium pro Kalenderjahr (Ausnahme 2011) Beispiel: Hochschule mit 20.000 Studierenden - 1% entspricht 25.200 Euro; 8% entspricht 201.600 Euro
Unterstützung durch den Bund BMBF unterstützt die Akteure außerdem durch Öffentlichkeitsarbeit, z.b. Portal www.deutschlandstipendium.de Medienkampagne und Auftaktveranstaltung Informationsmaterialien Finanzierung von Schulungsveranstaltungen für Hochschulmitarbeiter zur Mittelakquise Software
Ausschluss der Doppelförderung (1) keine parallele begabungs- und leistungsabhängige Förderung Ausnahme: Förderung unterschreitet je bewilligtem Semester einen Monatsdurchschnitt von 30 Euro unerheblich, ob von staatlicher (z.b. Begabtenförderungswerke, DAAD) oder privater Einrichtung gewährt; inländisch und ausländisch Folge: Studierende/r muss sich für ein Stipendium entscheiden Mobilitätszuschuss im Rahmen des ERASMUS-Programms ist keine begabungs- und leistungsabhängig gewährte materielle Förderung im Sinne des Stipendienprogramm-Gesetzes (StipG)
Ausschluss der Doppelförderung (2) Im BAföG: ähnlich lautende Regelung ( begabungs- und leistungsabhängig ), die jedoch weiter ausgelegt wird, d.h. beispielsweise der Mobilitätszuschuss im Rahmen des ERASMUS-Programms ist erfasst und bleibt bis zu 300 Euro monatlich anrechnungsfrei Grund: Sinn und Zweck von StipG und BAföG unterscheiden sich Konkret: Studierende können BAföG, Deutschlandstipendium und Mobilitätszuschuss parallel erhalten. Der Betrag, der 300 Euro im Monatsdurchschnitt übersteigt, wird auf das BAföG als Einkommen angerechnet, d.h. es verbleibt eine vorteilhafte Minderung des Dahrlehenanteils.
Haben Sie Fragen? Kathleen Ordnung, LL.M. Bundesministerium für Bildung und Forschung Referat 122: Übergreifende Fragen der Nachwuchsförderung, Begabtenförderung Hannoversche Straße 28-30 10115 Berlin Tel.: 030 18 57 5305 E-Mail: kathleen.ordnung@bmbf.bund.de