TRENDS STÄDTE-RANKING



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Transkript:

ZUG RANG 1. Die Stadt am See verteidigt ihren ersten Platz souverän. Denn sie punktet eben nicht nur bei harten Faktoren wie Arbeitsmarkt, Steuern oder Reichtum. Sondern auch bei den stärker gewichteten weicheren Faktoren wie Bildung oder Gesundheit, Sicherheit und. TRENDS STÄDTE-RANKING DIE BESTEN STÄDTE Zum fünften Mal bewertet die BILANZ, in welcher Stadt es sich am besten lebt. Zum ersten Mal gibt das Ranking auch an, wo die Lebensqualität für Familien, für Reiche, für Singles oder für Senioren hoch ist. Auch 2010 hält sich Zug an der Spitze, vor Zürich und Luzern. Le Locle landet wieder auf dem Schlussrang. 64 BILANZ 10 2010 10 2010 BILANZ 65

TRENDS STÄDTE-RANKING RESSORT CATCH RANGLISTE: ZUG SIEGT VOR ZÜRICH UND LUZERN 2010 2010 10 09 Arbeitsmarkt Bildung, Erziehung Dynamik Erholung, Kultur, Gesundheit, Sicherheit, 1 1 Zug ZG 1 4 21 23 2 7 3 7 32 41 2 2 Zürich ZH 11 6 64 18 31 2 32 37 14 3 3 4 Luzern* LU 7 15 110 12 25 5 48 45 4 24 4 8 Opfikon ZH 4 32 3 77 70 11 72 15 5 8 5 9 Baden AG 17 68 18 17 27 6 44 40 26 65 6 10 Dübendorf ZH 6 33 41 79 23 36 29 31 54 2 7 14 Wallisellen ZH 9 41 48 82 24 14 24 16 98 6 8 11 Winterthur ZH 41 44 33 29 56 4 63 43 56 5 9 19 Kloten ZH 33 47 109 38 58 25 50 21 1 1 10 5 Uster ZH 82 9 14 60 37 21 49 32 73 10 11 13 Aarau AG 13 75 122 3 22 9 37 39 61 18 12 7 Baar ZG 3 2 27 88 43 67 9 5 115 49 13 18 Chur GR 15 17 57 16 85 13 59 38 22 87 14 6 Horgen ZH 89 12 66 59 20 52 10 17 45 48 15 25 Bülach ZH 69 18 5 42 17 54 62 35 97 20 16 22 Küsnacht ZH 49 8 74 75 3 46 5 9 63 99 17 24 Bassersdorf ZH 117 34 4 81 8 56 30 14 80 19 18 19 Regensdorf ZH 38 14 40 119 63 79 35 22 27 16 19 43 Bern BE 10 20 130 5 57 10 88 102 20 22 20 11 Cham ZG 52 1 16 84 16 101 31 6 90 82 21 3 Freienbach SZ 8 104 10 132 12 104 2 2 30 79 22 39 Wetzikon ZH 95 27 6 73 13 43 80 28 99 21 23 47 Wädenswil ZH 92 7 44 62 21 53 17 24 86 83 24 30 Frauenfeld TG 31 23 67 45 39 41 67 59 66 51 25 40 Basel BS 19 3 132 26 115 1 79 92 15 7 26 16 Nyon VD 18 53 25 14 65 73 27 101 34 95 27 23 Meilen ZH 70 43 45 97 14 35 1 10 102 90 28 45 St. Gallen SG 21 51 106 35 45 3 110 80 38 25 29 27 Volketswil ZH 93 10 7 93 40 97 36 20 106 13 30 28 Thalwil ZH 103 19 91 107 10 50 4 8 70 57 31 neu Männedorf ZH 100 84 11 69 7 89 16 19 23 104 32 33 Carouge GE 12 54 31 25 116 17 42 121 95 9 33 50 Schlieren ZH 16 35 19 121 86 19 84 36 108 4 34 34 Lugano TI 37 115 55 10 80 38 83 33 13 64 35 53 Sion VS 22 59 29 7 87 47 112 68 36 62 36 16 Rapperswil-Jona SG 66 86 56 56 26 81 33 26 49 59 37 31 Zollikon ZH 55 77 115 78 1 31 7 12 103 60 38 46 Pfäffikon ZH 108 57 35 50 15 63 45 30 105 37 39 21 Genf GE 57 55 111 4 102 20 53 123 10 11 40 59 Solothurn SO 28 95 80 9 47 30 74 91 16 94 41 41 Lausanne VD 72 39 77 22 109 8 93 116 17 14 42 26 Liestal BL 34 66 88 32 67 34 60 94 47 47 43 72 Affoltern am Albis ZH 61 5 36 86 36 108 47 41 77 73 44 44 Wettingen AG 125 100 39 54 42 48 28 27 75 35 45 32 Le Grand-Saconnex GE 43 40 23 99 81 85 52 124 2 27 46 62 Adliswil ZH 87 11 127 115 18 37 41 23 100 28 47 63 Muri bei Bern BE 14 25 100 120 4 76 14 69 109 58 48 35 Zofingen ZH 42 91 63 46 28 87 65 47 50 72 49 14 Küssnacht SZ 29 130 46 114 11 132 12 3 6 108 50 37 Olten SO 24 110 128 6 68 15 114 71 33 23 Verkehr Reichtum Steuerbelastung Tourismus Zentralität 10 09 Arbeitsmarkt Bildung, Erziehung Dynamik Erholung, Kultur, Gesundheit, Sicherheit, 51 70 Freiburg FR 80 64 84 13 44 18 123 90 39 38 52 57 Binningen BL 111 58 90 110 19 42 11 56 87 34 53 80 Dietikon ZH 91 24 50 80 91 33 87 44 107 12 54 37 Horw LU 58 82 53 124 9 84 21 25 46 118 55 29 Stäfa ZH 75 103 20 113 6 96 15 11 78 110 56 52 Schaffhausen SH 32 99 120 15 48 22 101 62 53 75 57 55 Wil SG 77 90 60 48 35 66 76 50 72 56 58 51 Davos GR 56 93 85 11 60 91 46 52 3 135 59 75 Ittigen BE 2 28 116 130 78 51 57 82 44 46 60 58 Neuenburg NE 59 37 119 1 97 16 116 132 31 36 61 68 Rheinfelden AG 86 101 26 70 53 61 58 53 43 98 62 47 Richterswil ZH 130 42 17 126 5 106 20 18 101 89 63 42 Einsiedeln SZ 60 134 13 51 59 127 51 1 24 134 64 78 Münchenstein BL 25 16 123 118 75 23 43 84 120 30 65 56 Vevey VD 110 31 30 34 129 29 90 119 19 68 66 54 Brig-Glis VS 20 128 52 28 54 88 98 67 12 129 67 88 Pratteln BL 65 36 108 67 123 28 77 95 37 44 68 60 Kriens LU 101 98 83 64 46 55 78 49 57 50 69 67 Meyrin GE 48 56 79 49 124 82 70 126 7 40 70 36 Muttenz BL 30 111 121 102 93 27 23 78 62 43 71 neu Weinfelden TG 35 81 54 21 61 120 86 73 52 113 72 64 Riehen BS 97 50 133 122 66 12 18 76 92 32 73 76 Köniz BE 45 61 75 133 29 24 71 103 94 70 74 72 Allschwil BL 67 65 62 117 52 44 25 83 118 80 75 84 Vernier GE 124 26 58 127 134 32 66 135 11 17 76 68 Illnau-Effretikon ZH 131 48 105 134 34 62 55 29 104 33 77 90 Kreuzlingen TG 76 45 38 61 51 116 118 60 60 116 78 94 Thun BE 39 63 82 40 95 94 97 114 41 78 79 66 Oberwil BL 133 38 72 111 41 78 26 61 121 63 80 79 Biel BE 71 70 117 39 110 26 133 97 40 42 81 74 Burgdorf BE 36 49 70 44 73 83 120 111 76 85 82 70 Montreux VD 99 72 37 57 117 72 75 107 9 107 83 86 Pully VD 104 105 104 53 32 71 8 105 127 54 84 84 Rüti ZH 84 92 61 104 33 109 68 42 79 92 85 96 Chêne-Bougeries GE 112 46 99 72 77 74 6 122 132 26 86 89 Villars-sur-Glâne FR 51 109 2 101 30 110 69 75 116 103 87 49 Schwyz SZ 26 132 113 76 55 121 56 4 69 122 88 99 Herisau AR 54 67 96 52 84 58 132 63 88 81 89 60 Reinach BL 27 117 126 129 50 57 22 79 83 88 90 64 Morges VD 63 124 65 47 119 80 82 115 28 61 91 86 Ecublens VD 5 97 34 103 118 75 89 100 129 39 92 76 Gland VD 74 83 8 55 72 105 54 106 130 102 93 neu Mendrisio TI 23 133 93 20 100 125 99 34 42 125 94 98 Locarno TI 83 125 49 2 126 111 113 66 8 111 95 82 Martigny VS 85 129 28 24 122 100 92 74 21 120 96 93 Münsingen BE 47 114 103 90 38 65 61 98 111 71 97 91 Lancy GE 102 69 78 92 121 45 19 125 133 15 98 101 Lyss BE 64 78 24 63 113 95 106 109 85 67 99 neu Aesch BL 68 89 94 109 71 68 40 77 117 74 100 102 Spreitenbach AG 81 62 32 108 108 59 95 46 123 100 101 (95) Bellinzona TI; 102 (83) Gossau SG; 103 (81) Versoix GE; 104 (100) Buchs SG; 105 (106) Bulle FR; 106 (92) Ebikon LU; 107 (97) Arth SZ; 108 (121) Renens VD;109 (127) Prilly VD; 110 (110) Sierre VS; 111 (105) Langenthal BE; 112 (120) Ostermundigen BE; 113 (111) Yverdon-les-Bains VD; 114 (115) Monthey VS; 115 (104) La Tour-de-Peilz VD; 116 (114) Thônex GE; 117 (107) Emmen LU; 118 (117) Worb BE; 119 (121) Birsfelden BL; 120 (119) La Chaux-de-Fonds NE; 121 (124) Delémont JU; 122 (113) Altstätten SG; 123 (108) Uzwil SG; 124 (126) Onex GE; 125 (128) Amriswil TG; 126 (125) Grenchen SO; 127 (115) Wohlen AG; 128 neu Neuhausen am Rheinfall SH; 129 (111) Oftringen AG; 130 (102) Spiez BE; 131 (109) Arbon TG; 132 (123) Steffisburg BE; 133 neu Val-de-Travers NE; 134 (129) Le Locle NE Besserer als Vorjahr Unveränderter gegenüber Vorjahr Schlechterer als Vorjahr *Die Stadt Luzern wurde noch ohne die mit ihr fusionierte Gemeinde Littau bewertet. Quelle: Wüest & Partner Verkehr Reichtum Steuerbelastung Tourismus Zentralität Zürich RANG 2. Die grösste Schweizer Stadt bleibt Gesamtzweiter. Zwar tritt Zürich den Spitzenplatz bei der Zentralität an die Flughafengemeinde Kloten ab. Aber sie holt beim Verkehr, bei der Bildung oder bei Erholung, Kultur und Punkte. DAS STÄDTE-RANKING WURDE NEU JUSTIERT: JETZT FALLEN KRITERIEN WIE BILDUNG ODER GESUNDHEIT STÄRKER INS GEWICHT. GROSSE STÄDTE STEIGEN AUF. SUSANNE MÜHLEMANN TEXT / CHRISTIAN AEBERSOLD UND SANDRO FIECHTER FOTOS Der Stadtpräsident der Siegerstadt Zug, Dolfi Müller, hat für seinen Amtskollegen in Le Locle «grösste Bewunderung». So erklärt er: «Was die mit den wenigen Ressourcen und Mitteln herausholen, da kann ich nur sagen, Chapeau.» Denis de la Reussille, Gemeindepräsident der jurassischen Kleinstadt, nimmt es sportlich: «Wo es einen Ersten gibt, muss es auch einen Letzten geben.» Aus dem hin tersten im BILANZ-Städte-Ranking macht man mittlerweile Kult. Stadtrat Cédric Dupraz etwa wirbt auf seiner Blog-Site für T-Shirts: «An die Ideologen der BILANZ: Le Locle va bien, Le Locle est fort, Le Locle vous emmerde» (Le Locle geht es gut, Le Locle ist stark, Le Locle geht Ihnen auf den Wecker.) Die offiziellen städtischen T-Shirts kontern auf subtilere Weise: «Le Locle Lebensqualität!» Stadtpräsident de la Reussille meint, es sei ganz einfach eine Frage, was für eine Gesellschaft man wolle: «In unserer Gegend gibt es keine Immobilienspekulation, ist das nun gut oder schlecht? Wir finden es gut.» In Le Locle seien die Steuern «höher als in Freienbach, dafür sind die Mieten so viel tiefer, dass am Ende mehr bleibt, dass sich auch Familien oder Arbeiter noch eine Wohnung leisten können», so de la Reussille. NEU GEWICHTET. Der Vorwurf, dass die wirtschaftlichen Kriterien im Städte-Ranking zu stark gewichtet sind, ist jedoch nicht mehr zulässig. Dieses Jahr hat die BILANZ den Vergleich aller Ortschaften mit mindestens 10 000 Einwohnern mit zusätzlichem Datenmaterial und neuen Kriterien wie «Bildung und Erziehung» oder «Gesundheit, Sicherheit und» ergänzt. Damit stützt sich das Städte- Ranking 2010 breiter ab, Faktoren wie Steuerbelastung oder Baudynamik werden ausgeglichen durch Kritierien, welche die allgemeine Lebensqualität erfassen. Entworfen und erhoben haben das neue Ranking Experten von Wüest & Partner, einer der schweizweit grössten Beraterfirmen für Immobilien- und Standortfragen. Die neue Methodik hat zu Verschiebungen geführt. «Der Erholungswert einer Stadt wird in der neuen Methodik so bemessen, dass das Rating die Lebensrealitäten noch besser abbildet», so 66 BILANZ 10 2010 10 2010 BILANZ 67

TRENDS STÄDTE-RANKING Genf RANG 39. Zwar ist die Rhonestadt in der Gesamtrangliste von Platz 21 auf Platz 39 zurückgefallen. Dies, weil sie bei sieben der zehn Faktoren schlechter abschneidet als im Vorjahr. Dafür siegt Genf bei der erstmals errechneten Liste für die Zielgruppe der Singles vor Zürich. Affoltern am Albis RANG 43. Einen Riesensprung nach vorn macht die Zürcher Kleinstadt Affoltern am Albis. Sie schiebt sich von 72 auf 43. Man lebt ländlich, wohnt attraktiv und ist doch rasch in Zürich, Zug oder Luzern. Isabelle Wrase, die für die Auswertung von Wüest & Partner mitzeichnet. «Die Grossstädte etwa haben definitiv gewonnen, weil die Steuerbelastung nicht mehr so stark zählt», sagt Wrase. Luzern, Bern, Basel, St. Gallen oder Winterthur sind aufgestiegen. Aber auch kleinere Ortschaften wie Affoltern am Albis oder Kloten haben sich verbessert. Die Flughafengemeinde punktet neben Zentralität auch mit einer neuen Ausgehkultur der ansässigen Piloten oder Flight Attendants, meint Isabelle Wrase. Gemeinden in steuergünstigen Kantonen haben tendenziell eher verloren. Freienbach SZ etwa ist vom dritten im vergangenen Jahr auf Platz 21 zurückgefallen. Die Steueroase schneidet bei neuen Faktoren wie Bildung und Erziehung oder Erholung, Kultur und schlecht ab. Betrachtet man speziell die Kriterien, die eine Stadt für Vermögende attraktiv machen, liegt Freienbach immer noch auf 2 hinter Zug. Stadtpräsident Dolfi Müller freut sich «doppelt» über den erneuten ersten Gesamtrang. «Das Portemonnaie allein» mache es schliesslich nicht aus, «auch weiche Faktoren zählen», sagt er: «Mich irritiert es, wenn Zug auf die Steueroase reduziert wird, jetzt haben wir den schlagenden Beweis, dass wir für mehr stehen.» Dass Zug beim Kriterium Steuerbelastung dieses Mal von 3 auf 7 zurückgefallen ist, wundert Stapi Müller nicht: «Die Konkurrenz schläft nicht, an dem Parameter kann man einfach drehen, und viele tun es.» Weiterhin auf 1 liegt seine Stadt beim Arbeitsmarkt, bezüglich Kaufkraft hat sich Zug von Platz 5 auf Platz 3 verbessert, aber auch bei den neuen Kriterien Bildung und Erziehung (4) oder Gesundheit, Sicherheit und (2) liegt die Stadt auf Spitzenrängen. GESUNDER MIX. SP-Politiker Müller hebt das Atmosphärische hervor: «Wir schaffen es hier, Internationales und Lokales unter einen Hut zu bringen, bei uns haben moderne Hochhäuser ihren Platz genauso wie der traditionelle Stierenmarkt.» Trotz reichen Zuzügern sei Zugs Sozialstruktur im Vergleich zu anderen Orten gesund geblieben, klassische Villenviertel etwa gebe es nicht. Und manch einer mit dickem Portemonnaie freue sich gerade über die Normalität, dass er noch «Mensch sein kann», so Müller, und auch einmal nur als «netter Nachbar im Quartierverein» wahrgenommen werde. WER WO AM BESTEN LEBT Familien Bildung, Erziehung Erholung, Kultur, Gesundheit, Sicherheit, 1 Zug ZG 4 23 2 2 Luzern* LU 15 12 25 3 Zürich ZH 6 18 31 4 Bülach ZH 18 42 17 5 Bern BE 20 5 57 6 Küsnacht ZH 8 75 3 7 Wädenswil ZH 7 62 21 8 Horgen ZH 12 59 20 9 Aarau AG 75 3 22 10 Cham ZG 1 84 16 Singles *Die Stadt Luzern wurde noch ohne die mit ihr fusionierte Gemeinde Littau bewertet. Quelle: Wüest & Partner Dynamik Erholung, Kultur, Verkehr Zentralität 1 Genf GE 14 13 21 9 9 2 Zürich ZH 8 10 43 5 5 3 Winterthur ZH 38 5 33 4 4 4 Zug ZG 6 3 12 39 39 5 St. Gallen SG 19 30 20 19 19 6 Luzern* LU 9 44 5 25 25 7 Basel BS 15 43 41 7 7 8 Lausanne VD 26 8 50 15 15 9 Bern BE 7 36 11 31 31 10 Schlieren ZH 13 7 83 8 8 Rentner Erholung, Kultur, Gesundheit, Sicherheit, Tourismus 1 Lugano TI 2 10 9 2 Locarno TI 6 15 15 3 Solothurn SO 3 14 26 4 Olten SO 10 11 38 5 Bern BE 33 25 8 6 Davos GR 7 57 6 7 Mendrisio TI 8 13 51 8 Einsiedeln SZ 32 7 34 9 Bellinzona TI 12 12 49 10 St. Gallen SG 19 42 18 Quelle: Wüest & Partner Vermögende Gesundheit, Sicherheit, Reichtum Arbeitsmarkt Steuerbelastung 1 Zug ZG 2 3 7 2 Freienbach SZ 12 2 2 3 Küsnacht ZH 3 5 9 4 Zollikon ZH 1 7 12 5 Thalwil TH 10 4 8 6 Meilen ZH 14 1 10 7 Küssnacht SZ 11 12 3 8 Stäfa ZH 6 15 11 9 Männedorf ZH 7 16 19 10 Richterswil ZH 5 20 18 68 BILANZ 10 2010 10 2010 BILANZ 69

Lugano RANG 34. Die Tessiner Metropole behauptet exakt ihren Platz in der Gesamtrangliste. Aber für Senioren ist Lugano top: Mit guten Werten bei Erholung und, Gesundheit und Sicherheit sowie Tourismus siegt die Stadt in der liste für diese Zielgruppe. NEU FASST DAS RANKING INS AUGE, WO BESTIMMTE GRUPPEN AM BESTEN BEDIENT SIND: FAMILIEN UND REICHE IN ZUG, SINGLES IN GENF, SENIOREN IN LUGANO. Vor kurzem habe das Volk ein Projekt für hundert städtische und Genossenschaftswohnungen gutgeheissen. Trotz Widerstand der SVP stimmten im März 2010 über sechzig Prozent der Stimmbürger der Sanierung des alternativen Kulturund Jugendzentrums Galvanik zu, der «Roten Fabrik» von Zug. Dass in seiner Stadt nächtens nicht gerade der Bär tanze und Zug im Vergleich zu Zürich einem verschlafenen Provinznest gleiche, hält Müller für ein «leicht hochnäsiges Klischee». Der Stapi nennt die Choller-Halle, das Landis-&-Gyr-Areal, die neue Kunsteisbahn, die Suche nach einem prominenteren Standort für das Kunsthaus: «Natürlich sind wir nicht Züri West, aber es hat sich viel verändert.» ZÜRICH KRISENFEST. Das urbanste Zentrum der Schweiz, Zürich, liegt unverändert auf 2 des Rankings, punktet vor allem bei der Verkehrsanbindung und der Erreichbarkeit, liegt aber auch bei Bildung und Erziehung weit vorne auf 6. «Zürichs guter 2. illustriert die Krisenresistenz der Stadt. Unsere weiterhin hohen Investitionen in die Infrastruktur und in die Gesellschaft machen sich bezahlt», meint Stadtpräsidentin Corine Mauch. Um die Attraktivität zu pflegen, gelte es auch künftig, in eine «nachhaltige Stadtentwicklung, in die kulturelle Vielfalt, in zukunftsträchtige Bildung und die Umsetzung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft zu investieren». Ein grosser Sieger der neuen Bewertung ist Affoltern am Albis. Dank dem ländlichen Charakter und der neuen Anbindung an die A4 und die Westumfahrung macht die Kleinstadt 29 Ränge gut «JETZT ZEIGT SICH: ZUG STEHT FÜR MEHR ALS NUR STEUEROASE.» Stadtpräsident Dolfi Müller, Zug und landet auf Platz 43. «Wir haben noch eine gesunde ländliche Struktur, gerade in den Schulen», meint Gemeindepräsident Robert Marty. Die Gemeinde hat schon im Vorfeld vom Anschluss an die A4 profitiert. Während Affoltern am Albis in den letzten Jahren nur wenig gewachsen ist, steigt der Druck auf Immobilienpreise und Wohnungsmieten rapid an. Mit der S-Bahn und direkten Busverbindungen nach Zürich vereint der Ort ländliche Anmutung und gleichzeitig schnelle An- TRENDS STÄDTE-RANKING «WIR WOLLEN WEG VOM IMAGE DER PENDLER- GEMEINDE.» Gemeindepräsident Robert Marty, Affoltern am Albis schlüsse an die grossen Städte, neben Zürich auch Zug oder Luzern. Ähnlich wie für Rapperswil oder Uster liegen mehrere grosse Zentren innerhalb von 50 Kilometern Reichweite. «In 30 Minuten ist man am Hauptbahnhof Zürich, in 15 Minuten in Zug, in 20 Minuten mit dem Bus in Sihlcity», sagt Gemeindepräsident Marty. Neben der Attraktivität als Wohngemeinde will sich der Bezirkshauptort aber vermehrt als Arbeitsplatzgemeinde etablieren. Eines der deklarierten Ziele von

Le Locle RANG 134. Die Stadt im Jura nimmt ihren letzten Platz locker. Sie kokettiert gar mit der Schlusslaterne: Die offiziellen T-Shirts der Stadt werben jedenfalls mit dem Aufdruck: «Le Locle Lebensqualität!» Die Neuenburger betonen: Klar sind die Steuern hoch. Dafür die Mieten tief. STEUERGÜNSTIGE GEMEINDEN HABEN EHER VERLOREN: DIE STEUERBELASTUNG ZÄHLT NICHT MEHR SO VIEL. DAGEGEN WIEGT DER ERHOLUNGSWERT MEHR. TOP UND FLOP Top 10 Gesamt Familien Singles Vermögende Rentner 1 Zug Zug Genf Zug Lugano 2 Zürich Luzern* Zürich Freienbach Locarno 3 Luzern* Zürich Winterthur Küsnacht ZH Solothurn 4 Opfikon Bülach Zug Zollikon Olten 5 Baden Bern St. Gallen Thalwil Bern 6 Dübendorf Küsnacht ZH Luzern* Meilen Davos 7 Wallisellen Wädenswil Basel Küssnacht SZ Mendrisio 8 Winterthur Horgen Lausanne Stäfa Einsiedeln 9 Kloten Aarau Bern Männedorf Bellinzona 10 Uster Cham Schlieren Richterswil St. Gallen Flop 10 Gesamt Familien Singles Vermögende Rentner 125 Amriswil Morges Oberwil BL Vernier Versoix 126 Grenchen Reinach BL Steffisburg Vevey Adliswil 127 Wohlen Spiez Altstätten Biel Schlieren 128 Neuhausen a. R. Emmen Neuhausen a. R. Renens Birsfelden 129 Oftringen Muttenz Rüti ZH Neuenburg Illnau-Effretikon 130 Spiez Le Locle Le Locle Delémont Volketswil 131 Arbon Steffisburg La Tour-de-Peilz Yverdon-les-Bains Chêne-Bougeries 132 Steffisburg Renens Worb La Chaux-de-Fonds Lancy 133 Val-de-Travers Ecublens Amriswil Le Locle Onex 134 Le Locle Oftringen Val-de-Travers Val-de-Travers Thônex *Die Stadt Luzern wurde noch ohne die mit ihr fusionierte Gemeinde Littau bewertet. Quelle: Wüest & Partner FDP-Mann Marty ist es, Arbeitsplätze in den Ort zu holen und weg vom Pendlergemeinde-Charakter zu kommen. 2010 hat Wüest & Partner neu auch analysiert,welche Städte für einzelne Zielgruppen speziell attraktiv sind: für Familien, Singles, Vermögende oder Rentner (siehe Seiten 68/69). Für diese Auswertung wurden jeweils die Kriterien geprüft und stärker gewichtet, die für die entsprechende Gruppe besonders wichtig sind. Für Familien etwa das Kleinkinderange- bot, Bildung und Erziehung, Erholung, Kultur sowie oder Gesundheit, Sicherheit und. Bei Singles wurden die Zentralität und die Dynamik der Städte stärker gewichtet, ebenso das Kultur-, - oder Gastroangebot, bei Senioren die Erholungsgebiete sowie Kultur- und angebot, bei Vermögenden der attraktive Wohnraum. Auch bei den Zielgruppen liegt Zug gleich in zwei Kategorien auf 1: für Familien wie für Vermögende. TRENDS STÄDTE-RANKING METHODIK So wird gewertet Das Städte-Ranking wurde als Lebensqualitäts-Ranking von Wüest & Partner erstellt und im Vergleich zu den letzten Jahren mit zusätzlichen Daten ergänzt. Bewertet wurden alle Schweizer Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern anhand von 107 statischen oder dynamischen Faktoren. Gemessen wurden folgende Kategorien: Arbeitsmarkt; Bildung und Erziehung; Dynamik; Erholung, Kultur, ; Gesundheit, Sicherheit, ; Verkehr; Reichtum; Steuerbelastung; Tourismus; Zentralität. Die Neuerungen: Beim Arbeitsmarkt wurde die Branchenattraktivität berücksichtigt; in die Kategorie Dynamik gingen auch die Kosten der Baubewilligungen für Neu- und Umbauten ein; bei der Kategorie Reichtum gilt als ein neuer Faktor die Ungleichheit der Einkommen. Beim Verkehr fand nicht nur der öffentliche Verkehr Berücksich tigung, sondern auch der motorisierte Individualverkehr, und bei der Zentralität wird zudem die Erreichbarkeit von internationalen und nationalen Flughäfen einberechnet. Stark erweitert wurden die beiden Kategorien Erholung, Kultur und sowie Gesundheit, Sicherheit und, und die Kategorie Bildung und Erziehung wurde neu eingeführt. Der Gesamtrang einer Stadt ergibt sich aus dem Durchschnitt aller Kategorien. Details zu den einzelnen Faktoren finden sich auf www.bilanz.ch.

TRENDS STÄDTE-RANKING IMMOBILIEN «Die Preise bleiben auf hohem Niveau stabil» Experte Urs Hausmann zum Zusammenhang zwischen Lebensqualität und Immobilienpreisen. Und zur Richtung, in die sich der Markt bewegt. BILANZ: Herr Hausmann, wie stark korrelieren die Immobilienpreise mit der Lebensqualität? URS HAUSMANN: Wohnqualität und Bewertung durch den Immobilienmarkt hängen positiv zusammen. Man kann natürlich die Frage nach dem Huhn und dem Ei stellen, also danach, was zuerst da war. Weisse Flecken mit toller Lebensqualität und tiefen Preisen gibt es nicht. Gemeinden wie etwa Affoltern am Albis sind im Ranking 2010 weit aufgestiegen, sie erlebten auch einen enormen Preisschub. Durch die Autobahnanbindung zogen die Immobilienpreise im Knonauer Amt deutlich an, bereits im Vorfeld der Eröffnung der Strasse. Solches beobachtet man oft, etwa im Fricktal, das mit der neuen Verkehrsanbindung zum Boommarkt wurde. In der Region Biel dagegen gab es keinen vergleichbaren Effekt. Die Verkehrsinfrastruktur beeinflusst die Attraktivität, aber ob der Immobilienmarkt positiv reagiert und wie stark, ist schwer abzuschätzen. Brig etwa erlebte trotz der Eröffnung des Lötschbergtunnels keinen Boom. 2009 erwartete die Branche einen Einbruch, doch er blieb aus. Wieso? Das stimmt, es gab keine generelle schweizweite Korrektur. Die Preise sind nach wie vor auf hohem Niveau stabil. Im ersten Quartal 2010 sind die Preise für Wohneigentum sogar etwas gestiegen. Bei teuren Objekten ab zwei Millionen Franken haben wir zwar eine Korrektur erlebt, so in den Räumen Zürich, Genf oder Innerschweiz. Aber auch da waren die Preise nur moderat rückläufig, von Crash kann keine Rede sein. Trotz der Krise? Ja, weil die Zinsen im historischen Vergleich immer noch sehr tief sind. Die geringe Inflation führt ausserdem dazu, dass die Realeinkommen auch in der Krise stiegen. Dazu kommt, dass Immobilien als Sicherheit gelten. So sind die Preise trotz hoher Bautätigkeit stabil geblieben oder leicht gestiegen. Ihre generelle Prognose für 2010? Für Mietwohnungen werden die Preise ganz leicht rückläufig sein, bei Eigentumswohnungen etwa stabil mit einem Plus von 1,1 Prozent, bei Einfamilienhäusern, von denen in den letzten Jahren eher wenig gebaut wurden, leicht höher um 1,5 Prozent. Also stabile Preise ausser es gibt einen exogenen Schock. Urs Hausmann, Partner und Verwaltungsratspräsident bei Wüest & Partner, leitet das Projekt Städte-Ranking. Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand warnt vor einer Immobilienblase und mahnt die Banken zu mehr Umsicht bei Kreditvergaben. Die Verunsicherung im Markt ist relativ hoch, ein Crash wird immer wieder thematisiert. Solche Warnungen haben vor allem psychologische Wirkung. Doch die Voraussetzungen für einen Crash wie in den USA oder in Spanien sind in der Schweiz schlicht nicht gegeben. Mit Ausnahme der Zürcher Goldküste oder der Genfersee-Region sind die Preise inflationsbereinigt seit zehn Jahren praktisch stabil. Sollte es Korrekturen geben, dann im teuren Segment und lokal begrenzt. «WO ES EINEN ERSTEN GIBT, MUSS ES AUCH EINEN LETZTEN GEBEN.» Gemeindepräsident Denis de la Reussille, Le Locle Für Singles landet Genf auf dem ersten Platz, das urbane Zürich auf 2. Die Limmatstadt ist auch für Familien attraktiv, liegt in dieser Kategorie auf 3. Stadtpräsidentin Corine Mauch freut sich: «Unser Engagement für soziale Nachhaltigkeit trägt Früchte. Entgegen der landläufigen Meinung ziehen Familien gerne zurück in die Stadt. Wir haben seit 2004 einen Geburtenüberschuss, und die Zahl der Schulkinder steigt.» Diese Familienfreundlichkeit trage stark dazu bei, dass «gerade internationale Unternehmen keine Mühe haben, kompetente Mitarbeitende für Arbeitsstellen hier in Zürich zu rekrutieren». Luzern schafft es in zwei Kategorien in die Top Ten, nämlich für Familien und Singles, genauso wie Bern für Familien und Rentner oder Küsnacht ZH für Familien und Reiche. Die attraktivsten Orte für Rentner sind wenig überraschend Lugano und Locarno, das Miami der Schweiz. Le Locle schneidet auch in den Zielgruppen-Rankings schlecht ab. Die Gemeinde liegt bei den Kriterien für Familien, Singles und Reiche in den Flop Ten aller Schweizer Städte; auch Steffisburg, Renens VD und Val-de-Travers erscheinen doppelt auf der Flop-Liste. 74 BILANZ 10 2010