Sonderheft T1403 5,00 9,80 SFr RICHTIG GUT LEBEN www.oekotest.de I D 6311 I Spezial Gesund und Fit 2014 Heuschnupfen & Allergien Berichte & Beratung Warum der Körper verrücktspielt S. 6 Heuschnupfen was tun? S. 26 Wenn das Essen krank macht S. 70 Allergisch auf Haus und Wohnung S. 136 Die TESTs TEST Allergiemittel S. 56 TEST Papiertaschentücher S. 64 TEST Laktosefreie Lebensmittel S. 86 TEST Basispflege für Neurodermitiker S. 102
Jeden Tag ein bisschen weniger gereizt. ProBalance Beruhigung und neue Balance Sensible, allergiegefährdete Haut braucht nicht nur intensive Pflege, sondern auch besonderen Schutz. Natürliche Rezepturen mit Ceramiden, Panthenol und Aloe Vera schützen die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen und beugen Überreaktionen der Haut vor. 100% ohne Parfüm, Farbstoffe, Parabene, Paraffine, Silikone, PEG, Tierextrakte www.dadosens.com * CSE - zertifiziert. Der Nachhaltigkeits-Standard für ökologisch orientierte Unternehmen. Pflegt medizinisch. Wirkt natürlich. Besuchen Sie DADO SENS auf facebook
Editorial Liebe Leserinnen, liebe Leser, Ihr Sohn ist medizinisch austherapiert, teilte mir die Kinderund Jugendärztin mit. Denn obwohl mein Fünfzehnjähriger zwei langjährige Hyposensibilisierungen durchgehalten hat, leidet er weiterhin unter den typischen Symptomen einer Pollen allergie: die Nase läuft, die Augen tränen und in der Schule kann er sich oft nicht konzentrieren, weil der Kopf brummt. Dennoch: Die aufwendige Spritzenkur ist derzeit die einzige Möglichkeit, eine Allergie ursächlich zu behandeln. Dabei warnen die Experten aber vor überzogenen Erwartungen. Oft verschwinden die Symptome eben nicht gänzlich, aber sie bessern sich. Oder die Hyposensibilisierung hat verhindert, dass der gefürchtete Etagenwechsel stattfindet und ein allergisches Asthma entsteht. Regine Cejka Stellv. Chefredakteurin Trotzdem wird die Hypo nur von wenigen Allergikern in Anspruch genommen oder nach den ersten Sitzungen abgebrochen. Stattdessen behandeln die Geplagten ihre Beschwerden mit freiverkäuflichen Allergiemitteln. Das ist sicherlich nicht verkehrt wenn die Medikamente moderne Wirkstoffe enthalten und frei von problematischen Hilfsstoffen sind. Was aber leider nicht immer der Fall ist, wie unser Test Allergiemittel ab Seite 56 zeigt. Wir leben mittlerweile übrigens in einer Wohnung mit Garten. Und obwohl mein Sohn auf Gräser ziemlich verschnupft reagiert, fühlt er sich meistens wohl. Dazu trägt auch bei, dass er konsequent all die Maßnahmen einhält, die wir ab Seite 26 empfehlen. Ihre PS: Das monatlich erscheinende ÖKO-TEST-Magazin untersucht alles, was zum Leben wichtig ist: Lebensmittel und Shampoos, Babynahrung und Wandfarben, Autoreifen und Versicherungen, Medikamente und Hundefutter. Mit einem Abo verpassen Sie keinen unserer Tests. Die Bestellmöglichkeit fi nden Sie im Internet unter www.oekotest.de ÖKO-TEST Spezial Heuschnupfen und Allergien 2014 3
Inhalt Schniefen, Kratzen, Keuchen S. 6 Nahrungsmittelallergien S. 70 Allergisch auf Tiere Diagnose Heuschnupfen S. 26 Neurodermitis S. 92 Kontaktallergien Schniefen, Kratzen, Keuchen S. 6 Wenn der Körper verrückt spielt S. 12 Diagnostische Verfahren S. 14 Allergietypen S. 16 Den Ursachen auf der Spur S. 19 Interview: Glückspiel für die Patienten S. 22 Allergien bei Erwachsenen S. 24 Neue Forschungsansätze Diagnose Heuschnupfen S. 26 Die ollen Pollen S. 29 Gut schlafen trotz Pollenallergie S. 32 Pollenfl ugvorhersage S. 34 Die wichtigsten Pollenträger S. 38 Ambrosia S. 42 Heuschnupfen richtig behandeln S. 44 Allergiemittel im Überblick S. 46 Alternative Therapien S. 50 Etagenwechsel S. 53 Leben mit Asthma S. 54 Medizinisch austherapiert S. 56 TEST Allergiemittel S. 64 TEST Papiertaschentücher Nahrungsmittelallergien S. 70 Mit Vorsicht zu genießen S. 75 Pseudoallergien S. 76 Zöliakie S. 80 Laktoseintoleranz S. 84 Fruktoseintoleranz S. 86 TEST Laktosefreie Lebensmittel Neurodermitis S. 92 Hilfe gegen das große Jucken S. 99 Leben mit Neurodermitis S. 102 TEST Basispfl ege für Neurodermitiker Allergisch auf Tiere S. 106 Der Feind im Bett S. 109 Gut schlafen trotz Hausstaubmilben S. 113 Allergien auf Tierhaare S. 115 Bienen, Wespen und Co. Titelfoto: Kimsonal/Fotolia 4 ÖKO-TEST Spezial Heuschnupfen und Allergien 2014
S. 106 Arzneimittelunverträglichkeiten S. 132 Anzeige Anzeige reines Wasser, kein Plastikgeschmack Kohlensäure individuell dosierbar spart bis zu 50% Getränkekosten S. 116 Allergisch auf Haus und Wohnung S. 136 Wassersprudler Crystal mit edler Glaskaraffe Kontaktallergien S. 116 Wenn die Haut Blasen wirft S. 120 Wenn der Beruf krank macht S. 122 Die wichtigsten Kontaktallergene S. 130 Ein Betroff ener erzählt Arzneimittelunverträglichkeiten S. 132 Unerwünschte Nebenwirkung Allergisch auf Haus und Wohnung S. 136 Der Feind im Zimmer S. 141 Sick-Building-Syndrom S. 144 Schimmel Standards S. 3 Editorial S. 143 Impressum S. 146 Kurz & Gut Öko-TEST Jahrbuch Essen,Trinken und Genießen 2005 ÖKO-TEST Spezial Heuschnupfen und Allergien 2014 5
Schniefen, Kratzen, Keuchen 6 ÖKO-TEST Spezial Heuschnupfen und Allergien 2014
Wenn der Körper verrückt spielt Allergien sind auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen reagieren mit heftigen Beschwerden auf Haselpollen, Hausstaubmilben oder Hühnereier. Ihr Immunsystem ist falsch programmiert. Es fühlt sich bedroht und schlägt zurück. Doch es gibt gar keinen Angreifer. Die körpereigene Polizeitruppe hat nicht gelernt, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Foto: daniel.schoenen/photocase.com Sie werden die Epidemie des 21. Jahrhunderts genannt: Allergien haben in den vergangenen fünfzig Jahren sprunghaft zugenommen. Vor allem in den Industrienationen sind sie zur Volkskrankheit geworden. Je höher das Bruttosozialprodukt, desto mehr Menschen quälen sich mit Heuschnupfen, Hautekzemen oder Asthmaanfällen herum. Das gilt auch für Deutschland. Umfragen zufolge wurde bei jedem dritten Einwohner schon einmal eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen wie Gräserpollen, Katzenspeichel oder dem Kot der Hausstaubmilbe diagnostiziert. ÖKO-TEST Spezial Heuschnupfen und Allergien 2014 7
Schniefen, Kratzen, Keuchen Foto: ajkkafe/istock/ Thinkstock Foto: Digital Vision/Photodisc/ Thinkstock Vielfältige Symptome: Die einen laufen Wochen und Monate mit Fließnasen und tränenden Augen herum. Andere Allergiker müssen sich ständig kratzen, weil es auf der Haut juckt. Den Nachwuchs trifft es besonders hart. Die Daten der KIGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts belegen, dass Allergien bei Kindern und Jugendlichen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen zählen. Fast jeder fünfte Heranwachsende leidet inzwischen unter den gefürchteten Symptomen. Die einen finden nachts vor lauter Juckreiz keinen Schlaf, andere laufen Wochen oder Monate mit Fließnase und tränenden Augen herum, werden von ständigem Reizhusten oder plötzlicher Atemnot geplagt. Was das für die Betroffenen bedeutet, wird häufig unterschätzt: Viele Allergiker fühlen sich bei Krankheitsschüben dauernd müde und schlapp, können sich schlechter konzentrieren und auch ihre Freizeit nicht mehr richtig genießen. Eine Querschnittsstudie in England ergab, dass Schüler mit einem unbehandelten Heuschnupfen zur Pollensaison ein 40 Körpereigene Polizei im Abwehrkampf die allergische Reaktion. Prozent höheres Risiko hatten, bei ihrer Abschlussprüfung um eine Note schlechter abzuschneiden als gewohnt. Bei jenen Jugendlichen, die mit älteren, müde machenden Antihistaminika behandelt wurden, war die Gefahr in der Schule abzusacken, sogar um 70 Prozent erhöht. Generell werden Allergien als chronische Entzündungen an den Grenzflächen zwischen dem menschlichen Organismus und der Umwelt verstanden verursacht durch ein fehlgesteuertes Immunsystem. Aber wie entsteht eine Allergie? Was passiert, wenn die körperlichen Abwehrkräfte plötzlich verrückt spielen und nicht mehr zwischen schädlichen und unschädlichen Stoffen unterscheiden können? Um das zu verstehen, muss man erst einmal wissen, wie dieser Mechanismus beim gesunden Menschen funktioniert. Wir alle kommen über Berührungen, Nahrungsaufnahme, Einatmen oder auch Insektenstiche ständig mit einer Vielzahl von Fremdstoffen in Kontakt. Auf der Haut und den Schleimhäuten wachen bestimmte Zellen, um die Eindringlinge einzufangen, sie an sich zu binden und dann speziellen weißen Blutkörperchen zu präsentieren. Wenn diese Abwehrzellen eine Substanz als gefährlich identifizieren, beginnt das Immunsystem mit der Verteidigung. Das passiert zum Beispiel bei krank machenden Bakterien, Viren oder Giften. Dagegen sind Pollen und andere Allergene wie Schimmelpilzsporen, Milbenkot oder bestimmte Eiweiße in Lebensmitteln eigentlich keine feindlichen Stoffe. Haben die Abwehrzellen das erkannt, winken sie normalerweise gelangweilt ab. Bei einem Allergiker ist dieser Mechanismus jedoch gestört. Die körpereigene Polizei identifiziert das harmlose Allergen als vermeintlich gefährlichen Angreifer und organisiert nun den Verteidigungskampf. 8 ÖKO-TEST Spezial Heuschnupfen und Allergien 2014