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Motivation Unternehmen Stärkung Liquidität Erhöhung Eigenkapital Mitarbeiterbindung/Motivation Höhere Akzeptanz von Sanierungsmaßnahmen Mitarbeiter Finanzielle Beteiligung am Aufschwung Besser als reiner Gehaltsverzicht Aufbau von Altersversorgung 3

A. Formen der Mitarbeiterbeteiligung Erfolgsbeteiligungen Kapitalbeteiligungen Schuldrechtliche Erfolgsbeteiligungen (performance cash) Fremdkapital Mischformen Eigenkapital virtuelle Aktien (phantom stocks) virtuelle Aktienoptionsprogramme (stock appreciation rights) Mitarbeiterdarlehen stille Beteiligungen Genussrechte Wandel/Optionsanleihen Belegschaftsaktien GmbH-Anteile 4

B. Kapitalbeteiligung I. Fremdkapital 1. Mitarbeiterdarlehen Partiarisches Darlehen möglich Zins gewinnabhängig Nachteile: Steuerbelastung aus Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile) Sicherheiten ungünstiges Chance-/Risiko-Profil 5

Für wen eignet sich das Mitarbeiterdarlehen? In der Regel bei kleineren Unternehmen mit hoher Identifikation der MAB; im Zweifel v. a. Führungskräfte, normale MAB benötigen in der Regel die Liquidität. 6

B. Kapitalbeteiligung II. Eigenkapitalbeteiligung 1. Direkte Beteiligung Belegschaftsaktien/Geschäftsanteile a) Vorteile Hohe Identifikation als Gesellschafter Langfristige Bindung an Unternehmen Beteiligung am Wertzuwachs Dadurch ggf. geringere Vergütung möglich Gehaltsverzicht gegen Anteile b) Nachteile: Umfassende Auskunfts- und Einsichtsrechte eines Gesellschafters ( 51a GmbHG)/Aktionärs Stimm- und Kontrollrecht als Gesellschafter Geschäftsanteile müssen erworben werden (durch Kapitalerhöhung oder Anteilskauf) o Cashabfluss bei Mitarbeiter wg. Versteuerung geldwerter Vorteil o Unternehmenswert determiniert steuerliche Belastung Regelung zur Rückgabe der Beteiligung bei Ausscheiden aus der Geschäftsführung bzw. Beendigung des Arbeitsverhältnisses erforderlich 7

B. Kapitalbeteiligung II. Eigenkapitalbeteiligung 1. Direkte Beteiligung Belegschaftsaktien/Geschäftsanteile c) Steuer Versteuerung geldwerter Vorteil bei Einräumung Beteiligung Geldwerter Vorteil = anteiliger Unternehmenswert./. Kaufpreis Finanzverwaltung berechnet Unternehmenswert auf Basis Bewertungsgesetz Alternative: Gutachten über Unternehmenswert Exkurs: Vereinfachtes Ertragswertverfahren Unternehmenswert = Ø bereinigtes EBT letzte 3 Geschäftsjahre x Faktor (derzeit ca. 18,2) 2. Variante indirekte Beteiligung Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft zwischengeschaltet Begrenzung der Mitsprache-/Auskunftsrechte Ggf. Verbleib Mehrheit in MAB-Beteiligungsges. bei Altgesellschaftern 3. Variante stimmrechtslose Anteile Angabe von stimmrechtslosen Geschäftsanteilen oder Aktien 8

Muster-Rechnung Vereinfachtes Ertragswertverfahren Ausgangswert Gewinn gemäß 4 Abs. 1 und 3 EStG Hinzurechnungen: Bspw. Investitionsabzugsbeträge, Sonderabschreibungen, Abschreibungen auf den Firmenwert, einmalige Veräußerungsverluste, außerordentliche Aufwendungen, Ertragsteueraufwand Abrechnungen: Bspw. einmalige Veräußerungsgewinne, außerordentliche Erträge, Erträge aus der Erstattung von Ertragsteuern, angemessener Unternehmerlohn Abzugsposten: pauschaler Ertragssteueraufwand in Höhe von 30% Entspricht etwa dem EBT 9

Für wen eignet sich die direkte Beteiligung? A. Kleinere Gesellschaften direkte Beteiligung für einzelne MAB (v.a. Führungskräfte) B. Große Gesellschaften als Belegschaftsaktien für alle 10

B. Kapitalbeteiligung II. Eigenkapitalbeteiligung 4. Aktienoptionspläne Schaffung von Aktienoptionsplänen Aktienoptionsplan erfordert Hauptversammlungsbeschluss o o o o o o Kreis der Bezugsberechtigten (nur Mitglieder der Geschäftsführung und Arbeitnehmer, nicht Aufsichtsräte) Ausgabebetrag Aufteilung der Bezugsrechte zwischen Bezugsberechtigten Erfolgsziele z. B. Gewinnerhöhung, Steigerung Aktienkurs; Profitabilität Erwerbs- und Ausübungszeiträume per se langfristige Incentivierung Wartezeit für erstmalige Ausübung (mindestens 4 Jahre) Unterlegung des Aktienoptionsplans durch Aktien erforderlich o o o I. d. R. Schaffung bedingten Kapitals (bis zu 50% des Grundkapitals) Ggf. darüber hinaus Schaffung von genehmigtem Kapital (ebenfalls bis zu 50 % des Grundkapitals) Erwerb eigener Aktien 11

B. Kapitalbeteiligung II. Eigenkapitalbeteiligung 4. Aktienoptionspläne Vorteile Liquiditätsschonende Vergütungsform Gehaltsverzicht gegen Optionen möglich Verwässerung der Aktionäre i. d. R. durch positivere Unternehmensentwicklung kompensiert Klare gesetzliche Regelungen im Aktiengesetz Eigenkapitalstärkung Besteuerung erst bei späterer Optionsausübung Nachteile Optionspläne sind aufwendig Unflexible Regelungen im Aktiengesetz Unterlegung des Aktienoptionsplans durch Aktien erforderlich (bedingtes Kapital) HV Beschluss erforderlich zur Schaffung des bedingten/genehmigten Kapitals 12

B. Kapitalbeteiligung II. Eigenkapitalbeteiligung 4. Aktienoptionspläne Steuern Grundsätze: o Geldwerter Vorteil ist die später - (verbilligte) Aktie, nicht die Option o Besteuerung also erst mit Ausübung der Option, nicht schon mit Einräumung der Option Ausnahmen können eingreifen, daher genauere Untersuchung bzw. Gestaltung sinnvoll, z. B.: o Option selbst kann schon der geldwerte Vorteil sein (beispielsweise bei handelbaren Optionen) 13

Für wen eignet sich der Aktienoptionsplan? In der Regel bei großen, idealerweise börsennotierten Unternehmen; bei nicht börsennotierten Unternehmen Vor- und Nachteile wie bei direkter Beteiligung, nur Zeit eintretend. 14

B. Kapitalbeteiligung III. Mischformen; Mezzanines Kapital 1. Stille Beteiligung Beteiligung des Mitarbeiters am Handelsgewerbe durch Einlage Innengesellschaft nach 230 237 HGB Kein Ausweis in Gesellschafterliste Beteiligung am Gewinn (ggf. auch am Verlust) Mitsprache/Einsichtsrechte frei gestaltbar 15

Grundsätzlich: Einlage wird aus versteuertem Einkommen erbracht (Entgeltumwandlung) Gestaltungsvariante: Nominaleinlage bei Gehaltsverzicht Beispiel: EUR 0,01 pro virtuellen Anteil im rechnerischen Nennwert von EUR 1,00 und Verzicht z. B. auf 1/3 des Lohns Problem: Abgrenzung Entgeltumwandlung zu späterer Besteuerung (Bonusmodell). Mit Vertragsgestaltung Risiko minimierbar Bedingungsabhängigkeit von Gewinnauszahlungen Abklärung des Modells durch Lohnsteueranrufungsauskunft sinnvoll 16

B. Kapitalbeteiligung III. Mischformen (Mezzanines Kapital) 1. Stille Beteiligung; Typisch stille Beteiligung (nur Gewinn, keine Verlustbeteiligung, keine Mitspracherechte) steuerlich Fremdkapital Atypisch stille Beteiligung (Verlustbeteiligung, Beteiligung an stillen Reserven/Geschäftswert und Mitspracherechte) steuerlich gewerbliche Einkünfte als Mitunternehmer Stille Beteiligung = wirtschaftlich Eigenkapital, wenn Mindestlaufzeit 5 Jahre Nachrang im Insolvenzfall Kein außerordentliches Kündigungsrecht in Krise, keine Sicherheiten 17

B. Kapitalbeteiligung III. Mischformen (Mezzanines Kapital) 1. Stille Beteiligung Bei Insolvenz: Rückzahlungsanspruch nach 236 HGB (einfache Insolvenzforderung) Bei Verlustbeteiligung nur Rückzahlungsanspruch über Beteiligung am Verlust hinaus Atypisch stille Beteiligung meist mit Rangrücktritt versehen Totalausfall Keine Passivierung der stillen Beteiligung bei Rangrücktritt (Insolvenzstatus) 18

B. Kapitalbeteiligung III. Mischformen (Mezzanines Kapital) 2. Genussrechte/Genussscheine Schuldrechtlicher Anspruch auf bestimmte Ergebnisbeteiligung Keine Einlagepflicht Weiter Gestaltungsspielraum (Laufzeit, Tilgung, Verzinsung, Gewinnbeteiligung, Bedingungen) Eigenkapitalähnliche Ausgestaltung möglich 19

B. Kapitalbeteiligung III. Mischformen (Mezzanines Kapital) 2. Genussrechte/Genussscheine Genussrechte = Eigenkapital (Handelsrecht): Steuer: - Vergütung erfolgsabhängig - Verlustbeteiligung - längerfristige Laufzeit - Abgrenzung von Besteuerung als Entgeltumwandlung oder Bonus - Ggf. Lohnsteueranrufungsauskunft einholen Insolvenz: Befriedigung von Genussrechten nachrangig Totalausfall 20

B. Kapitalbeteiligung III. Mischformen (Mezzanines Kapital) 3. Wandelanleihe Darlehen mit Wandelrecht Mitarbeiter und/oder Gesellschaft kann anstatt Rückzahlung Beteiligung wählen Wandlungsrecht kann an Bedingungen geknüpft werden (freie Gestaltbarkeit) Ggf. gewandelte Wandelanleihe über Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft zu halten Steuer: - Darlehensanteil wird wie Mitarbeiterdarlehen behandelt - Wandelrecht wird erst bei Ausübung besteuert 21

Für wen eignen sich Mischformen der MAB- Programme? Stille Beteiligung: Für alle Gesellschaften im klassischen mittelständischen Bereich (auch größere Gesellschaften mit entsprechendem Verwaltungsaufwand) Gewinnrechte: v. a. bei Führungskräften im Mittelstand Wandelanleihe: v. a. bei Führungskräften im Mittelstand 22

C. Erfolgsbeteiligungen I. Schuldrechtliche Erfolgsbeteiligungen Beteiligung Mitarbeiter am Unternehmenserfolg Parameter: Gewinn, Aktienkurs, Rendite Turnaround Bonus Problem: Entgeltumwandlung ist steuerpflichtiger Lohnfluss Ziel: Verlegung des Anfalls und der Auszahlungen auf späteren Zeitpunkt (keine Stundung!) 23

C. Erfolgsbeteiligungen II. Virtuelle Beteiligungsmodelle Phantom Stocks Der Mitarbeiter wird so gestellt, als hätte er Aktien; Vergütung nur bei einem Exit oder bei Gewinnausschüttungen. Virtuelles Aktienoptionsprogramm Dem Mitarbeiter wird Recht eingeräumt, zu späterem Zeitpunkt (virtuell) Aktien zu kaufen und (virtuell) zu verkaufen. Gestaltungsvariante: Virtuelles Beteiligungsmodell bei gleichzeitigem Gehaltsverzicht 24

C. Erfolgsbeteiligungen Virtuelle Beteiligungsmodelle Vor- und Nachteile 1. Nachteile Komplexität Keine gesellschaftsrechtliche Beteiligung, nur schuldrechtliche Vereinbarung Ggf. geringere Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen 2. Vorteile Kein Cashabfluss bei Einräumung der virtuellen Beteiligung Beteiligung am Wertzuwachs durch Beteiligung am Veräußerungserlös beim Exit Keine Besteuerung zum Zeitpunkt der Einräumung, sondern erst bei Zufluss des anteiligen Exiterlöses Keine Übertragung von Geschäftsanteilen zur Beteiligung am Exiterlös erforderlich Flexible Bindungswirkung durch Vesting- und/oder Verfallsregelungen möglich Kein Risiko eines Wertverlustes der Beteiligung 25

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