Schwangerschaft / Mutterschaft

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Transkript:

Kanton Zürich Bildungsdirektion Volksschulamt Lehrpersonal, Personal Schwangerschaft / Mutterschaft 242-70 IN 16. Juni 2016

2/6 Inhalt 1. Grundsätzliches 3 1.1. 16 Kalenderwochen Mutterschaftsurlaub 3 1.2. Unbezahlter Urlaub 3 1.2.1. Auswirkungen Lohnsistierung auf das Versicherungsverhältnis (BVK) 3 1.2.2. Auswirkungen auf die Unfallversicherung 3 1.3. Beendigung des Arbeitsverhältnisses 4 1.3.1. Kündigungsschutz 4 1.4. Änderung des Pensums 4 1.5. Vorzeitige Wiederaufnahme der Tätigkeit 5 1.6. Krankheit und Unfall 5 2. Vikariate 5 3. Ablauf 6 4. Kontaktdaten 6

3/6 1. Grundsätzliches 1.1. 16 Kalenderwochen Mutterschaftsurlaub Die Lehrerin hat Anspruch auf einen bezahlten Mutterschaftsurlaub von insgesamt 16 Kalenderwochen, der frühestens zwei Wochen vor dem ärztlich bestimmten Geburtstermin beginnt. Fallen die letzten zwei Wochen vor dem ärztlich bestimmten Geburtstermin in die Schulferien, wird diese Zeit an den Mutterschaftsurlaub angerechnet. 1.2. Unbezahlter Urlaub Für einen unbezahlten Urlaub vor oder nach der Geburt ist vorgängig ein Antrag an die Schulpflege einzureichen. Ein unbezahlter Urlaub nach Ablauf des Mutterschaftsurlaubes kann nur bewilligt werden, wenn die Lehrerin den kantonalen Schuldienst nach dem Urlaub wieder aufnimmt. Die Kompetenz, unbezahlte Urlaube zu gewähren, liegt bei der Schulpflege. Für jeden unbezahlten Urlaub wird der Lohn gemäss 18 der Lehrpersonalverordnung (LPVO; LS 412.311) sistiert. 1.2.1. Auswirkungen Lohnsistierung auf das Versicherungsverhältnis (BVK) Dauert die Lohnsistierung des unbezahlten Urlaubes über einen Monat bis zu einem Jahr, werden Versicherungsschutz und Beitragspflicht eingestellt. Die Versicherung gegen die Risiken Tod und Invalidität entfällt mit Urlaubsbeginn. Die Lehrerin hat die Möglichkeit, den Versicherungsschutz gegen die Risiken Tod und Invalidität auf eigene Rechnung von Urlaubsbeginn bis zum Ende der Lohnsistierung weiterzuführen. Als versicherter Lohn gilt derjenige vor der Beurlaubung. Die Prämie beträgt 3 % (bzw. 2 % bei unter 24-Jährigen) des versicherten Lohnes. Die Lehrerin kann bei der BVK die Weiterführung der Risikoversicherung vor Urlaubsbeginn beantragen. Das Antragsformular wird der Lehrerin zusammen mit der Urlaubsverfügung zugestellt. Die BVK stellt ihr frühestens einen Monat vor Urlaubsbeginn Rechnung für die Prämie. Die Rechnung muss vor Beginn des unbezahlten Urlaubes bezahlt werden, sonst besteht kein Versicherungsschutz gegen die Risiken Tod und Invalidität. 1.2.2. Auswirkungen auf die Unfallversicherung Gemäss Krankenversicherungsgesetz (KVG) müssen sich alle in der Schweiz wohnhaften Personen ab 1. Januar 1996 für Krankenpflege versichern. Die Krankenversicherung gewährt Leistungen bei Krankheit, Unfall (sofern dafür keine Unfallversicherung aufkommt) und Mutterschaft. Wenn Versicherte nachweisen, dass sie gemäss Bundesgesetz über die Unfallversicherung obligatorisch für Unfall durch den Arbeitgeber vollständig gedeckt sind, können sie bei ihrer Krankenkasse eine diesbezügliche Sistierung verlangen. Wir weisen Sie darauf hin, dass die Deckung für Nichtberufsunfall (Versicherungsschutz) bei einem unbezahlten Urlaub 30 Tage nach Anspruch auf Lohn erlischt.

4/6 Dies muss gemäss KVG (Art. 10 Abs. 1) der Krankenkasse umgehend gemeldet werden, damit sie die Sistierung aufheben kann. Kommt eine Lehrerin dieser Meldepflicht nicht nach, kann die Krankenkasse für die Zeit seit der Beendigung der Unfalldeckung bis zu dem Zeitpunkt, da sie davon Kenntnis erhält, den Prämienanteil für Unfalldeckung samt Verzugszinsen fordern (KVG Art. 10 Abs. 2). Die Lehrerin hat die Möglichkeit, den Versicherungsschutz mit einer Abredeversicherung monatsweise bis zu sechs Monaten zu verlängern. Die Prämie beträgt monatlich Fr. 40.--. Unter der Telefonnummer 043 259 22 70 oder per Mail unter personal@vsa.zh.ch kann das entsprechende Schreiben mit Einzahlungsschein bestellt werden. 1.3. Beendigung des Arbeitsverhältnisses Die Lehrerin kann auf das Ende des Mutterschaftsurlaubes kündigen. In diesem Fall ist es nicht möglich, den Mutterschaftsurlaub mit unbezahltem Urlaub zu verlängern. 1.3.1. Kündigungsschutz Während der Schwangerschaft und in den 16 Wochen nach der Geburt darf einer Lehrerin nicht gekündigt werden. Sofern die Schulpflege nachweist, dass keine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses vorgesehen war, besteht der Anspruch auf Urlaub bei befristeten Arbeitsverhältnissen nur bis zum vereinbarten Austrittsdatum. 1.4. Änderung des Pensums Für eine Änderung des Pensums nach Ablauf des Mutterschaftsurlaubes ist vorgängig ein Antrag an die Schulpflege einzureichen. Es liegt in der Kompetenz der Schulpflege, dem Antrag auf Änderung des Pensums zuzustimmen bzw. diesen abzulehnen. Lehnt sie den Antrag ab, muss die Lehrerin den Unterricht mit unverändertem Pensum wieder aufnehmen oder die Anstellung auf das Ende des Mutterschaftsurlaubes kündigen. Während der Schwangerschaft und dem anschliessenden Mutterschaftsurlaub darf das Pensum einer Lehrerin nicht geändert werden. Dies gilt auch für die Planung des neuen Schuljahres. Nimmt die Lehrerin ihre Unterrichtstätigkeit mit einem geänderten Pensum auf, erfolgt die Änderung des Pensums auf den ersten Tag nach dem Ende des bezahlten Mutterschaftsurlaubes bzw. nach dem letzten unbezahlten Urlaubstag. Dieser Tag kann auch auf ein Wochenende, einen Feiertag oder in die Schulferien fallen. Hinweis: Der Gesetzgeber fordert, dass das Pensum in der Regel mindestens 10 Wochenlektionen beträgt ( 6 Abs. 1 Lehrpersonalgesetz (LPG; LS 412.31).

5/6 1.5. Vorzeitige Wiederaufnahme der Tätigkeit Acht Wochen nach der Geburt hat die Lehrerin ein Arbeitsverbot. Möchte sie anschliessend wieder unterrichten, stellt sie einen Antrag auf Verkürzung des bezahlten Mutterschaftsurlaubes. Eine doppelte Auszahlung ist nicht möglich. 1.6. Krankheit und Unfall Muss die Lehrerin ihre Tätigkeit wegen schwangerschaftsbedingter Beschwerden früher niederlegen, werden die letzten zwei Wochen der Abwesenheit vor der Geburt an den sechzehnwöchigen Mutterschaftsurlaub angerechnet. Somit beginnt der Mutterschaftsurlaub zwei Wochen vor dem tatsächlichen Geburtstermin. Der Mutterschaftsurlaub wird für die Berechnung der Lohnfortzahlungsdauer bei Krankheit oder Unfall nicht angerechnet. Krankheit oder Unfall während des Mutterschaftsurlaubs führen weder zu einer Verlängerung des Mutterschaftsurlaubes, noch schieben sie diesen auf. Der Mutterschaftsurlaub ist nicht mit den Ferien vergleichbar, da es sich um einen Sonderfall bezahlter arbeitsfreier Zeit für einen privaten Zweck handelt, so dass das Krankheits- oder Unfallrisiko während dieser Zeit grundsätzlich bei der Lehrerin liegt. 2. Vikariate Als Stellvertretung ist zwingend ein Vikariat einzurichten. Die Stelle darf erst nach der Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Lehrerin durch eine festangestellte Lehrperson besetzt werden. Die Vikariatskosten gehen zu Lasten Staat / Gemeinde. Die Stellvertretung wird durch die Lehrerin, die Schulpflege oder das VSA gesucht. Es werden in der Regel nicht mehr als zwei Vikarinnen / Vikare abgeordnet. Fällt eine Vikarin / ein Vikar aus und ist eine dritte Stellvertretung nötig, muss vorgängig mit dem Sektor Personal Kontakt aufgenommen werden. Vikarinnen / Vikare müssen über eine abgeschlossene EDK-anerkannte Volksschullehrerausbildung verfügen.

6/6 3. Ablauf Die Lehrerin teilt ihre Schwangerschaft entweder der Schulpflege oder dem VSA mit. Die Formulare Voranzeige der Geburt (Lehrerin) und Anzeige der Geburt (Lehrerin) werden darauf zusammen mit dieser Information entweder von der Schulpflege oder dem VSA an die Lehrerin gesendet. Die Lehrerin füllt das Formular Voranzeige der Geburt (Lehrerin) aus und reicht es zusammen mit dem vom Arzt bestätigten errechneten Geburtstermin und allfälligen Anträgen an die GSP ein. Die Schulpflege leitet das Formular Voranzeige der Geburt (Lehrerin) im Original unterschrieben und mit dem Arztzeugnis des errechneten Geburtstermins an das VSA weiter. Urlaubsbewilligungen werden dem VSA nicht zugesandt, sondern im Personaldossier der Lehrerin abgelegt. Das VSA kontrolliert die Angaben auf dem Formular anhand des errechneten Geburtstermins. Allfällige Unstimmigkeiten werden der Schulpflege zur Abklärung mit der Lehrerin mitgeteilt. Wenn die Lehrerin zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin die Unterrichtstätigkeit niederlegt und die tatsächliche Geburt mehr als zwei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin liegt, muss die Lehrerin für diese Zeit ein Arztzeugnis vorlegen. Ansonsten wird für die zusätzlichen Tage vor dem Beginn des Mutterschaftsurlaubes (zwei Wochen vor tatsächlicher Geburt) ein unbezahlter Urlaub verfügt. Nach der Geburt reicht die Lehrerin umgehend das Formular Anzeige der Geburt (Lehrerin) zusammen mit der Kopie des Geburtsscheines und allfälligen Arztzeugnissen der Schulpflege ein. Die Schulpflege unterschreibt das Formular und leitet es zusammen mit der Kopie des Geburtsscheines und Kopien allfälliger Arztzeugnisse an das VSA weiter. Das VSA verfügt den Mutterschaftsurlaub und sendet das Formular Anmeldung für eine Mutterschaftsentschädigung an die Lehrerin. 4. Kontaktdaten Sektor Personal Mutterschaftsurlaub und Stellvertretung Tel. 043 259 22 70 E-Mail: personal@vsa.zh.ch BVK Informationen zur Risikoversicherung Tel. 058 470 45 45 www.bvk.ch