Wechselwirkungsprinzip



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Transkript:

Beispiellösung für eine Didaktikklausur Staatsexamen Physik (Unterrichtsfach) / Fachdidaktik (Einzelprüfungsnummer 44018/44019/44021/34010) Prüfungstermin Herbst 2010, Thema Nr. 1 Wechselwirkungsprinzip Teilaufgabe 1: Beschreiben Sie Fehlvorstellungen und Lernschwierigkeiten von Schülerinnen und Schülern beim dritten Newtonschen Axiom und erläutern Sie, wie Sie mit diesen im Unterricht umgehen. Lösungsvorschlag Teilaufgabe 1: Das dritte Newtonsche Axiom besagt, dass Kräfte immer paarweise auftreten. Diese Kräfte greifen an verschiedenen Körpern an. Sie sind betragsmäßig gleich groß, jedoch entgegengesetzt gerichtet: F AB F B A (A, B sind Körper, die gegenseitig Kräfte aufeinander ausüben). Das 3. Newtonsche Axiom wird auch mit actio gleich reactio bezeichnet. Besser ist es jedoch von Kraft gleich Gegenkraft zu sprechen. Eine Fehlvorstellung beim 3. Newtonschen Axiom ist, dass die Schüler denken, dass nur aktive Körper eine Kraft ausüben und passive Körper nur Widerstand leisten. Die Schüler denken das, weil ja die aktiven Körper ein Ziel haben, eine Richtung haben, in die sie wollen. Passive Körper (wie die Straße oder Tisch) liegen nur so da ohne jedes Ziel. Das heißt die Schüler denken, dass das Auto beim Anfahren als aktiver Körper eine Kraft ausübt und sich somit selbst beschleunigt. Richtig ist jedoch, dass das Auto eine Kraft auf die Straße (welche nach hinten gerichtet ist) ausübt und die Straße eine Kraft auf das Auto ausübt, die nach vorne gerichtet ist und das Auto in Bewegung setzt. Im Unterricht könnte man hier Experimente machen, die das verdeutlichen:

Das Bild zeigt einen ferngesteuerten Truck, der auf einer Platte steht, die wiederum auf Stativstangen auf den Tisch liegt. Beim Anfahren des Trucks wird ersichtlich, dass der Truck die Straße, also die Platte nach hinten schiebt und somit sich nach vorne bewegen kann. Der Lehrer könnte danach auch noch auf ein Gedankenexperiment eingehen. Ein Auto soll auf Eis anfahren. Das Auto bleibt auf der Stelle stehen, da es keine Kraft vom Eis auf das Auto gibt, die das Auto nach vorne bringt. Eine weitere Lernschwierigkeit beim dritten Newtonschen Axiom besteht darin, dass die Schüler denken, dass die Kräfte am gleichen Körper angreifen. Hier ist der Unterschied zwischen dem 3. Newtonschen Axiom, also Kraft gleich Gegenkraft, und dem Kräftegleichgewicht Kraft gleich Kompensationskraft nicht klar. Das Kräftegleichgewicht ist ein Phänomen der Statik. Statik: Masse in der Mitte bleibt in Ruhe, da Kräftegleichgewicht. Man sollte den Schülern klarmachen, dass ein Unterschied besteht zwischen Kräftegleichgewicht und dem 3. Newtonschen Axiom. 1 2 F 21 F 12 Zwei Schüler mit ungefähr gleicher Masse halten das Seil fest und stehen auf Skateboard. Egal, ob nur der linke oder nur der rechte Schüler oder beide Schüler gleichzeitig ziehen, die beiden Skateboards mit den Schülern treffen sich in der Mitte (der, der nicht aktiv zieht, muss aber das Seil festhalten). Schüler 1 übt also eine Kraft auf Schüler 2 aus, der wiederum eine Kraft auf Schüler 1 ausübt. Die Kräfte greifen an verschiedenen Körpern an, sind gleich groß und entgegengesetzt. Das könnte man durch zusätzlich eingebaute Kraftmesser am Seil bei Schüler 1 und Schüler 2 erkennen. Eine weitere Lernschwierigkeit besteht darin, dass die Schüler denken, dass für eine Beschleunigung eines Körpers eine Kraft nötig sei, um die Trägheit bzw. die Gegenkraft vom Körper zu überwinden (Überwindungsvorstellung). Richtig ist, dass eine noch so kleine Kraft zur Beschleunigung führt. Auf einer reibungsfreien Fläche (Luftkissenbahn) ist das leicht ersichtlich. Die Schüler sehen hier die im Alltag immer wirkende Reibungskraft. Diese Kraft wird dann fälschlicherweise als reactio interpretiert. Der Begriff reactio ruft bei den meis-

ten Schülern die Vorstellung hervor, dass es sich hier um einen Widerstand handle, der entgegen der Kraft wirkt, die zur Fortbewegung zuständig ist. Deswegen empfiehlt es sicht nicht die Begriffe actio gleich reactio sondern Kraft gleich Gegenkraft zu verwenden. Hier sollte betont werden, dass es sich um zwei gleichberechtigte Kräfte handelt. Dass die Gegenkraft ja eben keinen Widerstand darstellt, zeigt das Beispiel des auffahrenden Autos. Eine weitere Lernschwierigkeit zum Begriff Kraft im Allgemeinen ist, dass die Schüler denken, dass nur sich bewegende Körper Kraft haben (Impetus-Vorstellung). Man spürt diese Kraft, wenn man mit ihnen zusammenstößt. Sie nehmen diese Kraft beim In-Bewegung setzen auf und geben sie dann nach und nach ab. Stößt der Körper mit einem anderen Körper zusammen, so kann er die Kraft auf ihn übertragen. Diese Vorstellung entspricht in etwa dem physikalischen Begriff Impuls oder Energie. Als Gegenmaßnahme könnte man wieder den Versuch mit den Stativstangen und dem Truck vorführen und besprechen. Man sollte schon bevor man das Wechselwirkungsprinzip bespricht, den Begriff Kraft dynamisch und nicht traditionell statisch einführen. Hierzu müsste die Geschwindigkeit schon als gerichtete Größe bekannt sein, wozu diese an allgemeinen zweidimensionalen Bewegungen eingeführt werden v sollte. Die Kraft kann dann über F t m v oder F m eingeführt werden, wobei v t der Zusatzgeschwindigkeit entspricht (eine Elementarisierung für die Beschleunigung). Studien von Wiesner, Hopf, Wilhelm et al. haben hier gezeigt, dass dies zu einem besseren Verständnis des Kraftbegriffs führt. Teilaufgabe 2: Beschreiben Sie drei Alltagsbeispiele, bei denen das dritte Newtonsche Axiom eine Rolle spielt, sowie zwei Experimente, die man im Unterricht vorführen kann. Lösungsvorschlag Teilaufgabe 2: Ein Alltagsbeispiel, bei dem das dritte Newtonsche Axiom eine Rolle spielt, ist das anfahrenden Auto oder der Sprinter am Startblock. Das Auto übt eine Kraft auf die Straße aus, welche nach hinten gerichtet ist, die Straße übt eine gleichgroße, aber entgegengesetzt gerichtet Kraft auf das Auto aus. Das Auto will also sozusagen die Straße nach hinten schieben. Dies ist vor allem gut ersichtlich, wenn ein Auto im Kies anfährt. Dadurch, dass die Reifen die Straße nach hinten wegschieben will, fliegen bei Kies nur die Kiessteine nach hinten weg.

Auch der Sprinter am Startblock übt mit seinen Beinen eine Kraft auf den Startblock aus die nach hinten gerichtet ist. Diese bewirkt eine gleich große entgegen gesetzte Kraft des Startblocks auf den Läufer, die ihn nach vorne bringt. Weiterhin spielt das 3. Newtonsche Axiom beim Sportschießen eine Rolle. Das Gewehr sollte zwischen Schulter und Schlüsselbein angelegt werden, damit der Schütze den Rückstoß gut abfangen kann. Auch hier gilt das Wechselwirkungsprinzip, denn neben der Kraft auf die Kugel, die diese beschleunigt, gibt es eine Kraft auf das Gewehr und damit auf den Schützen. Außerdem hat das 3. Newtonsche Axiom im Alltag beim Rudern zum Einsatz. Dadurch, dass man mit den beiden Paddeln das Wasser nach hinten befördert, übt das Wasser eine gleich große entgegen gesetzte Kraft auf das Ruderboot aus, die nach vorne gerichtet ist. Ein Experiment, welches man im Unterricht zum Wechselwirkungsprinzip vorführen kann, ist: Eisenstab Magnet Man hängt einen Eisenstab und einen Stabmagneten an zwei Schnüren auf. Wird der Stabmagnet und der Eisenstab nahe genug zueinander aufgehängt, so ziehen sie sich gegenseitig an. Das heißt, sowohl der Eisenstab, als auch der Magnet übt eine Kraft auf den jeweils anderen Körper aus.

Ein weiteres Experiment stellt das Skateboard-Experiment dar. Dazu werden zwei gleiche Skateboards und zwei ungefähr gleich schwere Schüler und ein Seil benötigt. L R? F LR Die Schüler halten das Seil (siehe Skizze). Als erstes soll Schüler R ziehen und Schüler L das Seil festhalten. Es wird die Stelle am Boden markiert bei der sich die beiden Schüler treffen. Danach soll Schüler L ziehen und R festhalten. Es wird erneut die Stelle am Boden markiert. Wenn nun beide gleichzeitig ziehen und man nun auch die Stelle am Boden markiert, stellt man fest, dass es immer die gleiche Stelle ist. Baut man einen zusätzlichen Kraftmesser am Übergang Seil zu Schüler L und am Übergang Seil zu Schüler R, so erkennt man deutlich, dass egal ob L oder R zieht, diese jeweils eine gleich große Kraft beim jeweils andern Schüler hervorruft, da die Kraftmesser die gleichen Beträge anzeigen. Teilaufgabe3: Skizzieren Sie eine Unterrichtseinheit zum Thema Wechselwirkungsprinzip. Gehen Sie auf notwendige Lernvoraussetzungen ein, formulieren Sie Lernziele und beschreiben Sie die eingesetzten Medien. Lösungsvorschlag Teilaufgabe 3: Lernvoraussetzungen: - Die Schüler kennen den Begriff Kraft und wissen, dass dies eine vektorielle Größe ist (Kraft hat Betrag und Richtung). - Die Schüler wissen, dass die Wirkung einer Kraft durch den Angriffspunkt beeinflusst wird. - Die Schüler wissen, dass die Einheit der Kraft Newton ist. - Die Schüler wissen, wann zwei Kräfte gleich sind (Gleichheit von Kräften) und kennen bereits das Gleichgewicht von Kräften (Kraft = Kompensationskraft). Lernziele: Grobziel: Die Schüler sollen das Wechselwirkungsprinzip (= drittes Newtonsches Axiom) kennen lernen Feinziele: - Die Schüler sollen experimentelle Fähigkeiten erlangen, positive Erfahrungen mit physikalischen Versuchen sammeln, Teamarbeit erlernen. - Die Schüler sollen erkennen, dass zwei Körper Kräfte aufeinander ausüben.

- Die Schüler sollen erkennen, dass diese beiden Kräfte gleich groß sind. - Die Schüler sollen erkennen, dass das hier gefunden Prinzip (Wechselwirkungsprinzip) nicht dem Kräftegleichgewicht entspricht. - Die Schüler sollen das 3. Newtonsche Axiom auf Alltagstauglichkeit anwenden können. Ablauf: Einstieg: Die Schüler sollen in Gruppenarbeit ein Spülmittelboot bauen und genau beobachten, was passiert. Die Schüler sollen in Arbeitsgruppen dieses Boot basteln und dann einer großen mit Wasser befüllten Wanne einen kleinen Tropfen Spülmittel in die Einkerbung geben. Jede Gruppe soll ihre Beobachtungen dokumentieren. Im Anschluss muss eine Gruppe ihre Beobachtungen der Klasse vorstellen. Wichtige Erkenntnisse oder Fragen notiert der Lehrer an der rechten äußeren Tafel (Schüler und Notiztafel). Die Schüler stellen fest, dass sich das Boot durch den Tropfen Spülmittel nach vorne bewegt. Erarbeitung: Versuch 1: (Siehe Aufgabe 2) Eisenstab Magnet Magnet und Eisenstab wird an Schnüren aufgehängt. Sie ziehen sich gegenseitig an. Sie erkennen, dass zwei Körper aufeinander Kräfte ausüben.

Versuch 2: großer Klotz Kraftmesser Kraftmesser kleiner Klotz Ein großer und ein kleiner Holzklotz werden mit zwei Kraftmessern verbunden und auf rauer Unterlage auseinander gestellt. Beide Kraftmesser zeigen denselben Wert an, obwohl der eine Klotz größer ist als der andere. Sie erkennen also, dass die beiden Kräfte gleich groß sind und entgegengesetzt gerichtet und greifen an verschiedenen Körpern an. Versuch 3: Skateboardversuch (siehe Aufgabe 2) L R? F LR Die Schüler erleben Physik und können sich aufgrund der emotionalen Erlebnisse noch lange daran erinnern. Versuch 4: Auf einem Skateboard stehen wirft ein Schüler einen schweren Ball (aus dem Sportunterricht) nach hinten. Das Skateboard mit dem Schüler bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung. Sicherung: Die Erkenntnisse und Beobachtungen aus den Versuchen werden auf einem Arbeitsblatt ausgefüllt. Der Lehrer am Overhead-Projektor hat das Arbeitsblatt auf Folie. Im Lehrer-Schüler- Gespräch werden die Lücken auf dem Arbeitsblatt ausgefüllt. Am Ende steht das dritte Newtonsche Axiom: Kräfte treten immer paarweise auf. Körper A übt eine Kraft auf Körper B aus.

Dieser wiederum bewirkt eine Kraft von Körper B auf Körper A. Die Kräfte sind betragsmäßig gleich groß und entgegengesetzt gerichtet und greifen an verschiedenen Körpern an: F AB F B A Vertiefung: Versuch mit Truck und Stativstangen (Aufgabe 1). Die Schüler sollen erkennen, dass das Wechselwirkungsprinzip auch im Alltag viele Anwendungen hat. An diesem Versuch ist leicht ersichtlich, dass der Truck die Straße nach hinten schiebt und dadurch der Truck sich nach vorne bewegt. Es werden weitere Beispiele aus dem Alltag angesprochen (Schießen, Rudern, Sprinter am Startblock) (siehe Aufgabe 2). Das kann auch dazu führen, dass die Schüler über ihre Lernschwierigkeiten bzw. Fehlvorstellungen (passive Körper wie Straße leisten nur Widerstand) nachdenken. Der Lehrer kann hierzu auch Reflexion und Metakognition anregen. Am Ende der Stunde erhalten die Schüler die Aufgabe, das Spülmittelboot vom Stundenanfang mit dem gelernten Wissen zu erklären. Als Hausaufgabe erhalten die Schüler die Aufgabe, sich im Internet über Raketen und ihre Funktionsweise Informationen zu beschaffen, die dann am Anfang der nächsten Unterrichtseinheit präsentiert werden.