FORTBILDUNGSPROGRAMM alpin Saison 08/09 Im Zuge der Umsetzung des Lehrplans Praxis und der Anknüpfung an die Fortbildungsprogramme der letzten Jahre, wollen wir dieses Jahr eine Einheit im Bereich Methodik einfügen, die auf das Bewegungen Beobachten und Beurteilen von der Saison 2007/08 aufbauen wird. Wir setzen uns dabei detaillierter mit den Begriffen der Zielfindung in dem alltäglichen Unterricht, der dazu benötigten wichtigen Inhalte und den notwendigen Methoden auseinander. Da dies ein sehr umfangreicher Bereich ist wollen wir in diesem Jahr die Grundlagen setzen und die nächsten Jahre darauf aufbauen. Wir beschäftigen uns im ersten Schritt damit, Begrifflichkeiten, die im Lehrplan beschrieben sind, greifbarer zu machen. Hier suchen wir gemeinsam nach Lösungen und Umsetzungsmöglichkeiten für den Skiunterricht. Unter dem Motto Lehrplan leicht gemacht sollte jeder Teilnehmer für sich Anwendung und Abgrenzung verschiedener Lehrmethoden für seinen den Unterricht mitnehmen z. B. das differentielle Lernen. Für die kommenden Saisonen wollen wir uns in unserem Ski-Unterricht immer wieder eine Lern- und Lehrmethode herausgreifen und sie uns bewusst machen, so dass wir sie für den Skiunterricht einsetzen können. Ziel in den nächsten 2 Jahren sollte es sein eine Systematik zu entwickeln, die dem Skilehrer und Übungsleiter helfen kann, die Methoden je nach Könnensstufe zu differenzieren. Dabei soll ein verstärkt individuell ausgerichteter Unterricht entstehen, der zielorientierter zum geplanten Lernergebnis führt. Hier werden die Teilnehmer auch dieses Jahr schon einige Unterschiede in der Unterrichtsmethode der Landesausbilder feststellen können. Intensives Training mit 2 Teilnehmern, die ein spezielles Problem haben während der Rest der Gruppe eine Aufgabe erhält und zum Trainieren gehen darf, ist nur ein Beispiel. Die zweite Einheit muss die Weiterführung der Bewegung auf dem Ski sein. Der Begriff des Variablen Skilaufs beinhaltet vor allem eine angemessene Körperschwerpunktsbewegung in jeder Situation, um eine angepasste Belastung der Ski zu erreichen. Von einer Bewegung vor, in die Kurve (2 Takt), wollen wir zu einer Bewegung direkt in die Kurve (1 Takt) hinarbeiten, um noch früher die Kontrolle über die neue Kante zu erreichen. Es gilt also die Vorwärtsbewegung des Schwerpunktes zum Kurvenwechsel mit der Einwärtsbewegung von Bein und Hüfte zu kombinieren. Daraus resultiert eine qualitativ hochwertigere Kurvensteuerung. Der zweite technische Teil ist das sich Weiterbewegen in der Kurvensteuerung. Herbei werden wir auf den in der jeweiligen Situation herrschenden Untergrund eingehen und beinorientiert zum Kurvenmittelpunkt arbeiten. Wichtig für den perfekten Wechsel der Kurven ist ebenso die Kurvensteuerung und die hiermit verbundenen Kurvenkräfte. Sie können idealer Weise für die Überleitung in die neue Kurve genutzt werden. So haben wir zwei gleichwertige Bausteine, die wir in der Fortbildung kombinieren und somit zu einem optimalen Ergebnis führen. Hierbei - S. 1/5 -
werden wir wenn möglich mit Video-Aufnahmen arbeiten, um eine bessere Visualisierung für die Teilnehmer zu gewährleisten. Das Programm gliedert in der Übersicht wie folgt: 1 Tag Ziel (Technik): Kombinierte Zeitgleiche Bewegung in die neue Kurve a) Fühlen statt Denken Einfahren b) Bewegungskomplex Vor-Bewegungen c) Bewegungskomplex Einwärtsbewegungen d) Kombination, Gleichschaltung des Beginns von b) und c) Ziel (Methodik): Zieldefinitionen üben und in die Situation setzen 1. Erlernen einer Bewegung (Kurvenwechsel). 2. Variable Verfügbarkeit trainieren. Abendprogramm Übersicht Methodik und Technik der letzten 2 Jahre und der kommenden Jahre. Zielfindungsprozesse üben und Inhalte für das Training definieren. 2 Tag Ziel (Technik): Spannungsaufbau im Kurvenverlauf e) Überleitung in eine hochwertige Steuerphase mit frühem Druckaufbau gegen die Innenkante des Außenskis, beinorientiert f) Durchbiegung der Ski g) Weiterbewegen in die Kurve h) Praktische Zielfindung für den Skiunterricht - S. 2/5 -
Ziel (Methodik): Wie erreiche ich sinnvoll Ziele? Unterschiede der methodischen Reihe und des differenziellen Lernens aufteilen. Das Programm im Detail: 1 Tag Ziel (Technik): Kombinierte zeitgleiche Bewegung in die neue Kurve Fühlen statt Denken das Einfahren ist bewusst über die Gefühlsebene zu führen, um den Teilnehmer einen anderen Einstieg in den Tag zu bieten. o Training einer fließenden, rhythmischen, dynamischen Kurve Vorgabe von Radien ( kleine, mittlere und v.a. wechselnde Radien) Partneraufgaben stellen (zu zweit, dritt, nebeneinander, Spur...) Vorgabe von unterschiedlichem Gelände ( flach, steil) Vorgabe von unterschiedlichem Schnee Gefühlsaufgaben stellen o Training der Grundposition Fahren mit einem Stock, ohne Stöcke Koordinative Aufgabenstellungen ( Bewegen aus den Beinen ) Bewegungskomplex Vor-Bewegungen o Erlernen von der Bewegung nach vorne im Kurvenwechsel. Wiederholung! Bewegungskomplex Einwärtsbewegungen o Erlernen von der Bewegung wie bewege ich mich in die Kurve. Wiederholung! Kombination, Gleichschaltung des Beginns von b) und c) Schwerpunkt! - S. 3/5 -
o Kombination vor-rein als nahezu gleichzeitig ablaufende Bewegung. Die Situation berücksichtigen. Schlittschuhschritt Bewegungskonzentration erst auf Sprung- und Kniegelenk. Nahe der Falllinie bewusst nur auf dem kommenden Außenbein. Mittleres > Langsames Tempo. Langsam weiter aus der Falllinie fahren. Gleiches nur auf das innere Bein konzentrieren (mehr über das Driften arbeiten). o Variable Verfügbarkeit von der Bewegungskombination trainieren. Wechsel der Radien Sich nur leicht lösen im Wechsel Sich nicht am Ende der Kurve zu weit nach hinten fallen lassen Kein Mitfahren des Oberkörpers Wechsel von hartem in weichen Schnee Ziel (Methodik): Zieldefinitionen üben und in die Situation setzen. Obige Technikziele bewusst mit den Teilnehmern auf die Zielsetzung hin besprechen. An den eigenen Gedanken Teil haben lassen. Nach Erreichen der Ziele kurze Reflexion durch Teilnehmer/ Ausbilder. Hierbei sollten folgende Punkte in der Methodik klar sein: 1. Wie erreiche ich mein Ziel? 2. Welche inhaltlichen Schwerpunkte habe ich mir gesetzt? 3. Methodenauswahl diskutieren 4. Erlernen einer Bewegung 5. DORFKRUG, die variable Verfügbarkeit schulen. Abendprogramm: Hier findet eine kurze Aufteilung in technische- und methodische Entwicklung statt, die wir in den letzten Jahren durchlaufen haben - in Form eines Kurzreferates. Danach folgt ein Workshop in dem ein Zielfindungstraining stattfindet. Gleichzeitig werden wir gemeinsam versuchen die Inhalte zu den Zielen anhand der Bewegungsmerkmale zu definieren. Wenn Videofahrten stattgefunden haben sollen sie den Teilnehmern abends zur Verfügung gestellt werden. 2 Tag Ziel (Technik): Spannungsaufbau im Kurvenverlauf Überleitung in eine hochwertige Steuerphase mit frühem Druckaufbau gegen die Innenkante Außenskis, beinorientiert. - S. 4/5 -
o Erarbeiten des Beinorientierten Skifahrens in einfachen vorherrschenden Situationen. Sprunggelenk und Kniegelenk sind die Basis Hüftgelenk wird je nach Unterlage von hart (weit einwärts bewegt), bis weich (wenig einwärts bewegt). Hände an die Hüfte als Sensor Mehrmaliges Aufkanten Stöcke in Vorhalte (Achsenparallelität) Außenbeinorientiert Gefühlsebene ansprechen. Durchbiegung der Ski o Temposteigerung o Versuchen max. Kurvenlage aus den Beinen zu erzielen (Technikfrei!) o Weiterbewegen in die Kurve ist keine Bewegung mehr sinnvoll nächste Kurve o Vorherrschende Situationen voll ausschöpfen. Ziel (Methodik): Wie erreiche ich sinnvoll Ziele? Ziele Beschreiben Inhalte priorisieren Methoden festlegen. Methodische Übungsreihe Differenzielles Lernen. Reflexion der Ziele Habe ich mein Ziel erreicht? Wenn nein, wie kann ich mit der gleichen Vorgehensweise mein Ziel doch erreichen? Ziel (Umsetzung des Abendsprogramms): Beispielhaft oder intensiveres Umsetzen der abends ausgearbeiteten Situation mit den Teilnehmern. Auf die Wünsche der Teilnehmer eingehen. - S. 5/5 -