FWI 2013 Business Analytics Workshop Ingolstadt 16. Oktober 2013 Ingolstadt Forschungsförderung der Katholischen Universität Eichstätt Ingolstadt Daniel Romić 1
Agenda A. Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten: Herausforderungen und Lösungsansätze B. Institutionelle Strukturen von Forschungskooperationen 1. Regional 2. National 3. Europäische Union 2
Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungen Projekt Regionale Innovationsstrategien (RIS), 2008 Im Rahmen des RIS Projekts wurden zum Thema der Forschungs und Entwicklungskooperationen zwischen KMU und wissenschaftlichen Einrichtungen mehrere empirische Befragungen sowie ein gemeinsamer Workshop mit Vertretern beider Gruppen durchgeführt. Untersuchungsergebnisse: F&E Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten für beide Partner einen hohen Stellenwert einnehmen. Beide Seiten beurteilen gemeinsame Forschungsprojekte für die Erreichung ihrer Ziele als attraktives Instrument mit guten Erfolgsaussichten. Die Mehrzahl der befragten Unternehmen und Institute haben bereits bei mindestens einer F&E Kooperation mitgewirkt. Die Zufriedenheit bei den durchgeführten Projekten war sehr hoch. 3
Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungen Quelle: RIS Studie, Hamburg Harburg, 2007 4
Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungen Vor und Nachteile von Forschungskooperationen + Know how und Kompetenzgewinn, + Nutzung von Synergieeffekten, + Nutzung von Größen und Spezialisierungsvorteilen (economies of scope), + Synergieeffekte, + Kostenreduzierung, + Risikoteilung, Unterschiedliche Strategien und Interessen, ungewünschter Abfluss von Know How, opportunistisches Verhalten, 5
Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungen Warum kooperieren? Perspektive des Unternehmens. Globalisierungsprozesse und zunehmende Wissenschaftsbindung neuer Technologien erhöht die Komplexität in der Technologieund Produktentwicklung auf allen Ebenen Eigene Ressourcen reichen oftmals nicht aus um diese Komplexität zu beherrschen. Hierdurch ergeben sich Veränderungen der Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft: Unternehmen suchen den Zugang zur längerfristigen strategischen Forschung Längerfristige Vorlauf und marktorientierte Forschung gewinnt heute immer mehr an Bedeutung. Hochschulen und Forschungseinrichtungen werden vor diesem Hintergrund zunehmend attraktivere Forschungspartner. 6
Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungen Warum kooperieren? Perspektive der Forschungsinstitute. Das Aufgabenspektrum der Hochschulen ist deutlich gestiegen, ohne dass es zu einer adäquaten Steigerung der zugewiesenen Finanzmittel gekommen ist. Im Rahmen der steigenden Hochschulautonomie wurden New Public Management Prinzipien auf die Hochschulen übertragen und die Selbststeuerung verstärkt. Eröffnung neuer Gestaltungsspielräume, welche die Hochschulen zu aktiv handelnde strategische Akteure umgestalten. 7
Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungen Kooperationshemmnisse: Perspektive der KMU Hoher Koordinationsaufwand während gemeinsamer Projekte mit Hochschulen Kontaktaufnahme mit geeigneten Partnern vor Projektbeginn schwierig Ungenügend finanzielle und personelle Ausstattung Kommunikationsschwierigkeiten im Kontakt mit Hochschulen (u. a. unzureichende Informationen über das Leistungsangebot der Hochschulinstitute) 8
Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungen Quelle: RIS Studie, Hamburg Harburg, 2007 9
Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungen Mögliche Lösungsansätze zum Zustandekommen von Kooperationen Im Vorfeld von Kooperationen sollen neue Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens gesucht werden. Gemeinsame Abschluss oder Studienarbeiten, Doktorarbeiten oder auch Einbindung der Unternehmen in Hochschulseminare erlauben es den Teilnehmern festzustellen, inwieweit sie menschlich, personell und ausstattungsmäßig zusammenpassen. Best Practices und Beispiele sehr erfolgreicher Kooperationen sollen stärker bekannt gemacht werden: Informationsveranstaltungen, Workshops, Publikationen, Multiplikatoren, Kontaktbörsen, 10
Institutionelle Strukturen von Forschungskooperationen Zunehmende Freiheit und Autonomiegerade öffentlicher Forschungseinrichtungen und die Flexibilisierung institutioneller Strukturen als wichtige Rahmenbedingung für die Herausbildung und Etablierung neuer Formen strategischer Forschungspartnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Neben den anwendungsorientierten Forschungsorganisationen (z.b. FhG) entstehen zunehmend auch Anreize in Hochschulen, Kontakte mit Unternehmen auszubauen. Neue Kooperationsformen (Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen mit Forschungsgruppen einer Hochschule) schließen auch KUM ein (z. B. Software Quality Laboratory der Universität Paderborn im Bereich der Softwaretechnik) http://s lab.uni paderborn.de/ 11
Institutionelle Strukturen von Forschungskooperationen Ansätze zur Förderung von Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Regional: Innovationsgutschein http://www.innovationsgutschein bayern.de/startseite.html 12
Innovationsgutschein Was wird gefördert? Leistungen externer Entwicklungs oder Forschungseinrichtungen. Folgende Tätigkeiten können gefördert werden: Tätigkeiten im Vorfeld der Entwicklung eines innovativen Produkts / Dienstleistung oder einer Verfahrensinnovation, z.b. Technologie und Marktrecherchen Machbarkeitsstudien Werkstoff und Designstudien, Studien zur Fertigungstechnik Studien und Konzepte zu Marktzugang, Distribution und Vertrieb Umsetzungsorientierte Entwicklungs und Forschungstätigkeiten, z.b. Konstruktionsleistungen, Service Engineering Prototypenbau und Design Produkttests zur Qualitätssicherung Umweltverträglichkeit 13
Innovationsgutschein Wer wird gefördert? Kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe der gewerblichen Wirtschaft oder der Freien Berufe, Sitz in Bayern Existenzgründende, die in Bayern gründen werden Kleine Unternehmen: Weniger als 50 Beschäftigte (umgerechnet in Vollzeitäquivalente) Vorjahresumsatz bzw. Vorjahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. (einschließlich aller verbundenen Unternehmen). Es gilt die Definition von kleinen Unternehmen der EU im Sinne von Anhang I der AGVO. Eingetragene Vereine, als gemeinnützig anerkannte juristische Personen oder Religionsgemeinschaften, dürfen an solchen kleinen Unternehmen nicht mit Mehrheit beteiligt sind. 14
Innovationsgutschein Wie wird gefördert? Die Förderung deckt je Innovationsgutschein 50 % der förderfähigen Ausgaben ab, die dem Unternehmen von der/den externen Entwicklungsoder Forschungseinrichtung(en) in Rechnung gestellt werden. Dabei ergeben sich folgende maximale Förderbeträge: Bei 50 % Förderung je Innovationsgutschein 1: bis zu 7.500 Innovationsgutschein 2: bis zu 15.000 Unternehmen, die sich zu einem größeren Vorhaben zusammenschließen, können ihre Innovationsgutscheine bündeln. Es können maximal 4 Innovationsgutscheine gebündelt werden. 15
Institutionelle Strukturen von Forschungskooperationen National (BMBF) KMU innovativ: Vorfahrt für Spitzenforschung im Mittelstand http://www.foerderinfo.bund.de/de/2248.php und Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) http://www.foerderinfo.bund.de/de/2636.php 16
KMU innovativ: Vorfahrt für Spitzenforschung im Mittelstand Was wird gefördert? KMU der Spitzenforschung Technologiefelder, die für Wachstum und Wohlstand in Deutschland besonders wichtig sind. Biotechnologie Nanotechnologie Informations und Kommunikationstechnologien Produktionstechnologie Technologien für Ressourcen und Energieeffizienz Photonik/ Optische Technologien Zivile Sicherheitsforschung Medizintechnik 17
KMU innovativ: Vorfahrt für Spitzenforschung im Mittelstand Grundlage für die Förderung Bedeutung des Forschungsziels: gesellschaftlicher Bedarf und Produktrelevanz Wissenschaftlich technische Qualität des Lösungsansatzes Innovationshöhe des wissenschaftlich technischen Konzepts Technologisches und wirtschaftliches Potenzial Qualifikation der Partner Qualität des Projektmanagements und ggf. der Verbundstruktur Qualität und Umsetzbarkeit des Verwertungsplans, Kommerzialisierungsperspektive, Marktpotenzial Beitrag des Projekts zur zukünftigen Positionierung des Unternehmens am Markt Abschätzung der mit den wissenschaftlich technischen Innovationen verbundenen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Chancen und Risiken 18
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand ZIM Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) http://www.zim bmwi.de Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist ein bundesweites, technologie und branchenoffenes Förderprogramm für mittelständische Unternehmen und für wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen, die mit diesen zusammenarbeiten. 19
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand ZIM Wer wird gefördert? ZIM Einzelprojekte: Gefördert werden einzelbetriebliche FuE Projekte in: kleinen und mittleren Unternehmen gemäß KMU Definition Weitere mittelständische Unternehmen, die einschließlich verbundener oder Partnerunternehmen nicht mehr als 500 Beschäftigte haben 20
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand ZIM ZIM Kooperationsprojekte Gefördert werden FuE Kooperationsprojekte von Unternehmen oder Unternehmen und Forschungseinrichtungen in: kleinen und mittleren Unternehmen gemäß KMU Definition weiteren mittelständischen Unternehmen, die einschließlich verbundener oder Partnerunternehmen nicht mehr als 500 Beschäftigte haben. Öffentlichen und privaten nicht gewinnorientierten Forschungseinrichtungen 21
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand ZIM Fördervoraussetzungen Es werden neue Produkte, Verfahren oder technische Dienstleistungen entwickelt, die mit ihren Funktionen, Parametern oder Merkmalen die bisherigen Produkte, Verfahren oder technischen Dienstleistungen deutlich übertreffen Das Produkt orientiert sich am internationalen Stand der Technik und erhöht das technologische Leistungsniveau und die Innovationskompetenz des Unternehmens. Das Projekt ist ohne Förderung nicht oder nur mit deutlichem Zeitverzug realisierbar 22
Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand ZIM Projektkostenarten Zuwendungsfähige Projektkosten bei allen Projekten: Personaleinzelkosten Kosten für projektbezogene Aufträge an Dritte (max. 25 % der Personaleinzelkosten bzw. 25 % der Gesamtkosten bei Netzwerkmanagement) übrige Kosten (pauschaler Zuschlag bezogen auf die Personaleinzelkosten) bei Unternehmen bis 100 % bei Forschungseinrichtungen bis 75 % 23
Europäische Ebene Ansätze zur Förderung von Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft EUROSTARS und FP7 (Horizont 2020) 24
EUROSTARS EUROSTARS http://eurostars.dlr.de/ Das Eurostars ist ein gemeinsames Förderprogramm von EUREKA und der Europäischen Kommission. Ziel von Eurostars ist es, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) verstärkt für eine europäische Zusammenarbeit in Forschungs und Entwicklungsprojekten zu motivieren. 25
EUROSTARS Fördermittel Eurostars ist eine Maßnahme nach Art. 185 des Vertrags von Lissabon. Die Förderung der Projektteilnehmer erfolgt aus nationalen Mitteln, die durch einen Beitrag der Europäischen Kommission aufgestockt werden. Gesamtlaufzeit von Eurostars (2008 2013) mit einem Volumen von 300 Mio. Euro Die Europäische Kommission stockt diese Mittel zusätzlich mit 100 Mio. Euro auf. Aufgrund des hohen Zuspruchs für Eurostars in Deutschland hat das BMBF inzwischen das anfangs geplante Budget um rund 20 Mio. Euro erhöht. 26
EUROSTARS Förderung in Deutschland Die Förderquote beträgt für KMU bis zu 50%, für sonstige Unternehmen bis zu 25% der projektbezogenen Kosten. Für Hochschulen, Forschungs und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen können die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben bzw. Kosten individuell bis zu 100 % gefördert werden, sofern ein KMU in DE im Verbundprojekt beteiligt ist. Das KMU in DE muss einen eigenständigen und wesentlichen Beitrag zum Projektziel erbringen. Andernfalls beträgt die Förderquote maximal 70%. Deutsche Partner eines Projektes erhalten zusammen eine Förderung von maximal 1 Mio.. 27
7. Forschungsrahmenprogramm der EU FP7 FP7 http://www.forschungsrahmenprogramm.de bald (Horizont 2020) Ab 2014 wird Horizont 2020, das neue Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, sich an das 7. EU Forschungsrahmenprogramm (FRP) anschließen. Horizont 2020 wird alle forschungs und innovationsrelevanten Förderprogramme der Europäischen Kommission zusammenführen. Nähere Informationen zum Horizont 2020 ab Dezember 2013. 28
7. Forschungsrahmenprogramm der EU FP7 Spezielle KMU Maßnahme im Rahmen des FP7: Forschung für KMU (Ähnliche Maßnahme auch für Horizont 2020 erwartet) 29
7. Forschungsrahmenprogramm der EU FP7 Die Grundphilosophie von Forschung für KMU Die EU trägt das finanzielle Risiko für KMU, wenn diese: mit anderen KMU grenzüberschreitend zusammen arbeiten sich mit Hilfe externer Forschungsdienstleister eine Technologiebasis erschließen lassen für zukünftige Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen 30
7. Forschungsrahmenprogramm der EU FP7 Förderfähig sind projektbezogene Vollkosten: Personalaufwand, Material, Maschinenstunden, Abschreibungen, plus Gemeinkosten (nachgewiesen oder pauschal 60%). Rechnungen für die F&E-Dienstleistungen (ohne MwSt). Förderquote: Forschungsaktivitäten: 75% EU (25% Eigenleistung) Demonstrationsaktivitäten: 50% EU (50% Eigenleistung) Administration, Schulung etc: 100% EU Produktionsmittel, Nullserie, Markteinführung: nicht förderbar D.h.: KMU erhalten EU Mittel um damit einen Forschungsauftrag an die F&E Dienstleister zu bezahlen. Die KMU erhalten die Verwertungsrechte am Ergebnis. Die Kosten eigener Arbeiten tragen die KMU selbst. 31
7. Forschungsrahmenprogramm der EU FP7 Rechenbeispiel Förderquote Externer Forschungsauftrag 1.000.000 + F&E Eigenleistung aller KMU zusammen 330.000 = Gesamt Forschungskosten 1.330.000 max. 75% Zuschuss der EU = 1.000.000 Projektpauschale (10%) 100.000 max. 100% Zuschuss der EU = 100.000 Gesamtkosten 1.430.000 EU Förderung 1.100.000, Eigenleistung bei 5 KMU je 66.000 32
FWI 2013 Business Analytics Workshop 2013 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 33
Literatur Kooperationen zwischen KMU und Hochschulinstituten Herausforderungen und Lösungsansätze; Prof. Dr. Cornelius Herstatt et.al., Hamburg, 2007 Kooperation zwischen KMU und Wissenschaft: Probleme und Lösungsansätze, 13.09.2013, Prof. Knut Koschatzky 34
Kontakt Für Informationen über mögliche Kooperationen oder Förderungsmöglichkeiten. Daniel Romić, M.A., Dipl. Volksw. Geschäftsführer der Graduiertenakademie Fachreferent für Forschungsförderung Tel: 08421 931278 daniel.romic@ku.de Zimmer 111 (Gebäude "Ehemalige Orangerie") Elke Riedl Sekretariat Forschungsförderung und Graduiertenakademie Tel: 08421 931751 Elke.Riedl@ku.de 35