Traumapädagogische Arbeit nach Frau Jirina Prekop Festhaltetherapie
Impulse aus der Festhaltetherapie nach Prekop für die Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen
Pestalozzi: empfahl das Fest-in-den-Arm-Nehmen als erzieherisches Beruhigungsmittel
Robert Zaslow: beobachtet, wie sich autistische Kinder beruhigen, nachdem sie vom Erzieher fest in den Arm genommen wurden seine Idee: ist bei Autisten das frühkindliche Bonding mit der Mutter nicht zustande gekommen? ab etwa 1965: Forced-Holding-Therapy
John Allan: - arbeitet mit Zaslow zusammen - entwickelt später das sanftere Holding - die autistischen Kinder werden bevorzugt von der Mutter gehalten
Martha Welch: erlebt 1976, wie eine erwachsene Mutter spontan von ihrer Mutter gehalten wird, emotionale Befreiung daraufhin beginnt der 5-jährige autistische Sohn zu sprechen Mother-Child-Holding
Niko Tinbergen: sammelt in den 70-igern die therapeutischen Erfahrungen mit Autisten insbesondere als wirksame Methode das Holding erzählt davon u.a. 1981 auf einem Kongress in Lindau
Jirina Prekop: - erster Kontakt mit dem Festhalten 1981 - Schlüsselerkenntnis durch eine eigene Erfahrung mit ihrem Mann - in der Folge: Festhalten als Therapie für autistische Kinder
Anfang der 90-iger Jahre: Festhalten heißt, einen Menschen in seelischer Not so lange beharrlich und liebend zu halten, bis es ihm besser geht Festhalten wird zunehmend verstanden als Bindungs- und Familientherapie
Mitte der 90-iger Jahre: - Haltender als Akteur (nicht mehr nur reagierend) - Empathie als wesentliches Lösungsmittel - Festhalten als Mittel, mit dem eine gestörte Bindung zwischen 2 Familienmitgliedern, die sprachlich nicht zu bewältigen ist, konfrontiert und ausgesöhnt wird
zunehmende Differenzierung KIT nach Fritz Jansen: Körperbezogenes Interaktionstraining zur Beseitigung einer Körperkontaktblockierung Festhaltetherapie nach Prekop als bindungsbezogene Familientherapie Philipp Neßling u.a. vom Pädagogischen Halten zur Haltgebenden Pädagogik
ab etwa 2000: Traumaheilung nach Peter Levine: - Trauma ist zuerst ein physiologisches und erst in zweiter Linie ein psychologisches Ereignis - Trauma entsteht, wenn etwas zu viel zu schnell zu plötzlich für unser ANS geschieht
Das besik -Konzept der Traumapädagogik: Beziehung Sicherheit Körpererleben
Pädagogik der Beziehung: Ich will Beziehung zum Kind. Ich gebe dem Kind, was es braucht. Ich gehe mit dem Kind persönlich und direkt um. Ich gehe von mir aus in Kontakt. Ich fühle mich in das Kind ein. Ich zeige meine Gefühle. Ich achte die Familie des Kindes - auch in ihren Grenzen.
Pädagogik der Sicherheit: Ich nehme meinen Platz ein. Ich bin zuständig und verantwortlich. Ich sorge für Regeln. Ich äußere mich eindeutig. Ich bin verlässlich. Ich bleibe an dem, was mir wichtig ist. Ich achte und unterstütze die Fähigkeiten des Kindes zur Selbstregulation. Ich unterscheide, wo das Kind nicht will und wo es nicht kann.
Pädagogik des Körpererlebens: Ich führe das Kind in die Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers auch durch bestätigenden Kontakt. Ich vermittle dem Kind Erfahrungen von Geborgenheit. Ich begleite den Aufbau sozialer Kompetenz auch durch gestaltete Körperübungen. Ich traue mich, das Kind anzufassen. Ich helfe dem Kind, seine Emotionen wahrzunehmen als Anzeiger wichtiger Grundbedürfnisse.
Fortbildungen: Traumapädagogik nach dem besik -Konzept Dresdner Institut für systemisches Arbeiten - www.disa-dresden.de Berater/Therapeut für besik -Halten jipz - Institut für Familienbildung - www.jipz.de