und steuerung Business-Objekt Arbeitsplan Definition: Ein Arbeitsplan beschreibt, welche Vorgänge (Arbeitsschritte) bei der Fertigung eines Materials (Erzeugnisses) ausgeführt werden und in welcher Reihenfolge. Arbeitspläne enthalten Informationen über die Arbeitsplätze, an denen die einzelnen Vorgänge ausgeführt werden, sowie über notwendige Fertigungshilfsmittel (Werkzeuge und Vorrichtungen). Außerdem sind im Arbeitsplan die Vorgabewerte (Planwerte) für die Ausführung der einzelnen Vorgänge hinterlegt. Verwendung: Ein Arbeitsplan dient als Vorlage für den Fertigungsauftrag oder den Serienauftrag. Struktur: Ein Arbeitsplan besteht aus einem Plankopf und aus einer oder mehreren Folgen. Der Plankopf fasst die Kopfdaten zusammen, d.h. Daten, die den Arbeitsplan als Ganzes betreffen. Eine Folge stellt eine Reihe von Vorgängen dar. Vorgänge beschreiben die einzelnen Arbeitsschritte, die während der Fertigung ausgeführt werden (s. Grafik Arbeitsplan). Ein Arbeitsplan wird durch seine Plangruppe und seinen Plangruppenzähler identifiziert. einf2p Blatt 1
und steuerung Plangruppen und Plangruppenzähler Arbeitspläne werden in Plangruppen zusammengefasst. Die Arbeitspläne einer Plangruppe unterscheiden sich durch ihren Plangruppenzähler. Die drei Arbeitspläne der Grafik Plangruppe A werden durch ihre Plangruppe A und ihren jeweiligen Plangruppenzähler 1, 2 bzw. 3 eindeutig identifiziert. Plangruppe Kopfdaten des Arbeitsplans Kopfdaten sind Daten, die für den gesamten Arbeitsplan gelten. Arbeitsplangruppe Plangruppenzähler Verwendung Status der Planung Losgrößenbereiche einf2p Blatt 2
und steuerung Es sind abweichende Planverwendungen möglich; z.b. können die Bereiche Fertigung und Kalkulation auf unterschiedliche Stücklisten zugreifen, die jeweils nur die bereichsrelevanten Daten beinhalten. Arbeitsvorgang Definition: Beschreibt in einem Arbeitsplan eine Tätigkeit, die während eines Fertigungsschritts auszuführen ist. Vorgänge sind das zentrale Objekt des Arbeitsplans. Anhand der Vorgangsdaten ermittelt das System die Termine, Kapazitätsbedarfe und Kosten eines Fertigungsverfahrens. Vorgangsübersicht Es handelt sich um eine Aufstellung aller relevanten Arbeitsvorgänge, die zur Erstellung des betrachteten Erzeugnisses führen. Das SAP-System ordnet die Arbeitsvorgänge in Zehnerschritten automatisch an. Wichtigstes Merkmal des Vorganges ist die Zuordnung zu einem Arbeitsplatz, an dem die notwendigen Arbeiten ausgeführt werden. einf2p Blatt 3
und steuerung Vorgangsdetail: Die Vorgänge eines Arbeitsplans enthalten je nach Bedarf folgende Daten: einen Steuerschlüssel, der u.a. festlegt, ob der jeweilige Fertigungsschritt durch Eigenbearbeitung ausgeführt oder zur Fremdbearbeitung an einen Lieferanten vergeben wird ob zum Verfahrensschritt Termine, Kapazitätsbedarfe und Kosten ermittelt werden ob bei der Auftragsrealisierung eine Rückmeldung erfasst werden muss oder kann eine Lohnart für die Abrechnung des Leistungslohns Fremdbearbeitungsdaten als Grundlage für Bestellabwicklung, Terminierung und Kalkulation fremdbearbeiteter Vorgänge Vorgabewerte, d.h. Planwerte für die in einem Vorgang zu erbringenden Leistungen einf2p Blatt 4
und steuerung Benutzerfelder mit beliebigen kundendefinierten Daten Prüfvorgaben für die zum Vorgang auszuführende Qualitätsprüfung Vorgegeben ist die Möglichkeit der Eingabe der Bearbeitungszeiten für Rüsten, Maschinen- und Personalzeit. Sie sind jeweils einer Leistungsart zugeordnet. Untergeordnete Arbeitsplanobjekte Folgende Objekte können einem Vorgang untergeordnet werden (s. die folgende Grafik) Untervorgänge, mit denen ein Vorgang detailliert werden kann Materialkomponenten, die während der Ausführung des Vorgangs in das gefertigte Material Eingang finden Fertigungshilfsmittel, die zur Ausführung des Vorgangs benötigt werden Prüfmerkmale, mit denen Sie fertigungsbegleitende Prüfungen veranlassen Ereignispunkte, mit denen Sie veranlassen, dass bei Vorgangsausführung bestimmte Funktionen ausgelöst werden einf2p Blatt 5
und steuerung Zuordnung von zu fertigenden Materialien zum Arbeitsplan Bevor ein Material mit einem Arbeitsplan gefertigt werden kann, muss es ihm zugeordnet werden. Arbeitsplan und zugeordnetes Material können in unterschiedlichen Werken angelegt sein. Zuordnung von Materialkomponenten zu Vorgängen Wenn einem Arbeitsplan eine Stückliste zugeordnet ist, können deren Komponenten den Vorgängen des Arbeitsplans zugeordnet werden. Die dem Arbeitsplan zugeordnete Stückliste ist im Allgemeinen die Materialstückliste eines Materials, das dem Arbeitsplan zugeordnet ist (s. Grafik Zuordnung von Materialkomponenten). Auch Standardarbeitsplänen bzw. Standardlinienplänen kann eine Stückliste zugeordnet werden. Zuordnung von zu fertigendem Material und Materialkomponenten Im folgenden Bild ist die MatKomponentenübersicht aus dem Aufgabenbeispiel erläutert. Aus der Vorgangsübersicht heraus wird die Komponentenzuordnung ausgewählt. Auf diesem Wege gelangen Sie zu der Materialkomponentenübersicht. einf2p Blatt 6
und steuerung Die zugeordneten Komponenten sind nichts anderes als die Materialien aus der Stückliste. Aus dieser Übersicht geht hervor, zu welchem Arbeitsgang das Material vorliegen muss. Finden Sie je Komponentenzeile in der Spalte Vorgang keinen Eintrag, dann ist die Komponente auch keinem Vorgang zugeordnet. Das System geht in diesem Fall davon aus, dass die Komponenten bereits zu Beginn der Fertigung (also zum Zeitpunkt des ersten Vorgangs) vorliegen muss. Die Funktionalität der Komponentenzuordnung zu den Arbeitsvorgängen ist ein schönes Beispiel der Integration innerhalb des SAP-Systems: auf diese Weise wird die Verbindung zwischen Arbeitsplan und Stückliste geschaffen. Für den Arbeitsvorgang ist die Verbindung zum sogen. Arbeitsplatz von Bedeutung. Arbeitsplatz An einem Arbeitsplatz werden Vorgänge ausgeführt. Im R/3-System sind Arbeitsplätze Business-Objekte, die z.b. die folgenden realen Arbeitsplätze abbilden können: Maschinen, Maschinengruppen Fertigungsstraßen Montagearbeitsplätze Personen, Personengruppen einf2p Blatt 7
und steuerung Arbeitsplätze gehören neben den Stücklisten und den Arbeitsplänen zu den wesentlichen Stammdaten des s- und steuerungssystems im R/3. Arbeitsplätze werden in den Vorgängen der Pläne und Werkaufträge verwendet. Zu den Plänen gehören Arbeitspläne, Instandhaltungspläne, Prüfpläne und Standardnetze. Werkaufträge werden angelegt für die Fertigung, die Qualitätssicherung, die Instandhaltung und für das Projektsystem in Form eines Netzplans. Die Daten im Arbeitsplatz werden u.a. verwendet für die Terminierung Hierfür werden im Arbeitsplatz u.a. Einsatzzeiten und Formeln zur Berechnung der Vorgangsdauer hinterlegt. Kalkulation Hierfür werden im Arbeitsplatz u.a. Formeln zur Berechnung der Vorgangskosten hinterlegt; außerdem wird der Arbeitsplatz einer Kostenstelle zugeordnet. Kapazitätsplanung Hierfür werden im Arbeitsplatz u.a. das Kapazitätsangebot und Formeln zur Berechnung des Kapazitätsbedarfs eines Vorgangs hinterlegt. Vereinfachung der Vorgangspflege Hierfür werden im Arbeitsplatz verschiedene Vorschlagswerte für den Vorgang hinterlegt. Die folgende Abbildung zeigt schematisch die Verwendung der Arbeitsplatzdaten. einf2p Blatt 8
und steuerung Ein Arbeitsplatz wird für ein Werk angelegt und durch einen Schlüssel identifiziert. Die zu pflegenden Daten sind thematisch in Bildern und Bildgruppen zusammengefasst. Es gibt u.a. Bilder bzw. Bildgruppen zu Grunddaten Verknüpfungen (zur Kostenstelle, zum Personalsystem (HR)) Kapazitäten Terminierung Vorschlagswerte Hierarchie Technologie Grunddaten Zu den Grunddaten gehört die Beschreibung des Arbeitsplatzes, Maßeinheiten, Zuordnungen zu Kostenstellen und Personalressourcen. Vorschlagswerte: Steuerschlüssel: legt fest, welche betriebswirtschaftlichen Vorgänge für das zugehörige Objekt eines Plans oder Auftrages ausgeführt werden soll (z.b. Terminierung oder Kalkulation) Vorlagenschlüssel: dient der Zuordnung von häufig verwendeten Vorgangsbeschreibungen zu Verfahren (z.b. Drehen oder Fräsen) Eignung: Beschreibung, welche Qualifikation zur Ausführung des Vorgangs erforderlich ist Lohnart und Lohngruppen: z.b. Akkordlohn oder Prämienlohn, Facharbeiter oder Meister Leistungsart: verschiedene Arten von Leistungen, die von einer Kostenstelle erbracht werden können, werden in Leistungsarten eingeteilt. Über die Leistungsarten können die Kosten für diese Leistungen berechnet werden. Die Leistungsart ist ein SAP-spezifischer Begriff. Sie stellt eine Verbindung zwischen den Modulen PP (Production Planing) und CO (Controlling) dar Kapazitäten Kapazität ist das Vermögen, eine bestimmte Leistung zu erbringen. Die Kapazitätsdaten enthalten die verfügbaren Kapazitäten, Anzahl der Maschinen und Arbeitskräfte, Länge der Schichten, tägliche Arbeitszeit, Personal- und Maschinennutzungsgrad, Formeln zur Berechnung des Kapazitätsangebots etc.. Einem Arbeitsplatz können unterschiedliche Kapazitäten zugeordnet werden, z.b. verschiedene Maschinen- und Personalkapazitäten mit unterschiedlichen Qualifikationen. Kostenstellen Die Kostenstelle ist die organisatorische Einheit, in der Kosten entstehen. Der Arbeitsplatz verweist auf genau eine Kostenstelle. Pro Kostenstelle wird u.a. geplant: welche Leistungen von der Kostenstelle erbracht werden mit welchen Kosten ein Produkt belastet wird, wenn es Leistungen der Kostenstelle in Anspruch nimmt einf2p Blatt 9
und steuerung Terminierung mit Hilfe des Arbeitsplans (auftragsneutral) Für den Arbeitsplan stehen folgende Terminierungsarten zur Verfügung: Vorwärtsterminierung: Bei dieser Terminierungsart terminiert das System vorwärts ausgehend vom eingegebenen Eckstarttermin. Rückwärtsterminierung: Bei dieser Terminierungsart terminiert das System rückwärts ausgehend vom eingegebenen Eckendtermin. Tagesdatumterminierung: Bei dieser Terminierungsart nimmt das System das Tagesdatum als Eckstarttermin und terminiert vorwärts. Nicht terminieren: Bei dieser Terminierungsart erfolgt keine Terminierung der einzelnen Vorgänge. Das System ermittelt über die Vorgriffs- und Sicherheitszeit den terminierten Start und das terminierte Ende und schreibt diese Termine in alle Vorgänge. Die Terminierung erfolgt ausgehend von den Eckterminen (Eckstarttermin und Eckendtermin) Terminierungsrelevante Daten finden Sie in folgenden Stammdateien: Arbeitsplan: Arbeitsplatz: Normale und minimale Wartezeit Prozessbedingte Liegezeit Normale und minimale Transportzeit Anzahl der Splittungen Vorgabewerte Normale und minimale Wartezeit Formeln für die Berechnung der einzelnen Zeitabschnitte der Durchführungszeit (Rüsten, Bearbeiten, Abrüsten) Materialstamm: Pufferzeiten aus dem Horizontschlüssel (Dispositionssicht) Vorgangsabschnitte Die Durchlaufzeit eines Vorgangs gliedert sich in folgende Zeitabschnitte (die sog. Vorgangsabschnitte): Wartezeit Rüstzeit Bearbeitungszeit Abrüstzeit Liegezeit einf2p Blatt 10
und steuerung Zusätzlich zu den Vorgangsabschnitten kann eine Transportzeit definiert werden. Die Transportzeit ist die Zeit, die benötigt wird, um ein Material von einem Arbeitsplatz zum nächsten zu transportieren. Sie liegt immer zwischen zwei Vorgängen und wird dem vorhergehenden Vorgang zugeordnet. Aus den Vorgangsabschnitten und der Transportzeit ergeben sich die Durchführungszeit, die Durchlaufzeit und die Übergangszeit eines Vorgangs. Die folgende Abbildung zeigt, wie sich Durchführungszeit, Durchlaufzeit und Übergangszeit eines Vorgangs zusammensetzen. Auftragspuffer (oder auch Pufferzeiten) Da sich Störungen im Prozeßablauf nie ganz vermeiden lassen, berücksichtigt das System bei der Terminierung bestimmte zeitliche Puffer: die Vorgriffszeit und die Sicherheitszeit Die Vorgriffszeit ist ein Anfangspuffer. Sie erfüllt im Auftrag zwei Funktionen: Sie kann eventuelle Verspätungen bei der Bereitstellung des Einsatzmaterials abfangen Sie bietet die Möglichkeit, bei Kapazitätsengpässen an den beteiligten Arbeitsplätzen die Fertigungstermine in Richtung Gegenwart zu verschieben. Somit dient die Vorgriffszeit auch als Auftragspuffer für den Kapazitätsabgleich Die Sicherheitszeit ist ein Endpuffer. Sie dient im Auftrag dazu, unvorhergesehene Störungen im Fertigungsprozeß abzufangen. Die Vorgriffs- und Sicherheitszeit werden pro Material über einen Horizontschlüssel definiert. Dieser Horizontschlüssel wird bei der Eröffnung eines Auftrags automatisch aus dem Materialstamm übernommen. Die Zeiten können jedoch im Auftrag geändert werden. einf2p Blatt 11
und steuerung Das System berechnet den terminierten Start (TS), indem es zum Eckstarttermin (ES) die Vorgriffszeit hinzufügt und das terminierte Ende (TE), indem es vom Eckendtermin (EE) die Sicherheitszeit abzieht (s. Abb.) Das System zieht die im Freigabehorizont definierte Anzahl von Tagen vom terminierten Start des Auftrags ab und ermittelt so den Freigabetermin des Auftrags. einf2p Blatt 12
und steuerung Gantt-Diagramm Bei der Vorgangsanalyse steht Ihnen für die Auswertung zusätzlich ein Gantt-Diagramm zur Verfügung. Rufen Sie sich die Legende dazu auf, die die Farben erläutert. (Rüsten spät heißt: spätestes Ende der Rüstzeit / Rüsten früh heißt frühester Beginn der Rüstzeit). Die Differenzzeit im jeweiligen Vorgangsabschnitt zeigt die betreffende Wartezeit, die evt. reduziert werden könnte. Die Situation wird durch den zweiten Balken im Diagramm angezeigt. einf2p Blatt 13