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7 26 Jahre DTB-Cheftrainer, Berater der ITF, Autr zahlreicher Tennistechnikbücher. Experte für Bimechanik, Technik und Taktik. schenbrn@tennismagazin.de Kein Spieler auf der Welt beherrscht die einhändige Rückhand s gut wie Rger Federer. Er trifft den Ball mit fast ausgestrecktem Arm weit vr dem Körper. Sein Körperschwerpunkt ist tief und bringt ihn s in eine ideale Balance. Federers grßes Plus bei der Rückhand: Er variiert perfekt zwischen Tpspin und Slice. Die meisten Prfis nutzen den unterschnittenen Rückhandball nur in der Bedrängnis. Federer setzt ihn häufig bewusst ein, um den Rhythmus des Gegners zu stören. Danach schaltet er wieder blitzschnell auf Tpspin um. = z - tr a ;_ I a = F ö 9/2012 www.tennismagazin.de 63
2 U; = ö 7 BESSER SPIELEN TECHNIK & TAKTIK Die Vrhand des Schweizers ist eine der besten im Welttennis. Zwei entscheidende Faktren beherzigt Federer bei diesem Schlag: Afrnticn wie bei der Rückhand trifft er den Ball mit fast ausgestrecktem Arm welt vr dem Körper und kann ihn dadurch extrem stark beschleunigen. Und: lm Mment des Treffpunkts ruhen Federers Augen im Sweetspt. Die meisten Spieler - sgar viele Prfis - drehen den Kpf in dieser Phase bereits nach vrn. Sie treffen den Ball dadurch unsauberer und prduzieren mehr Fehler. z 64 www.tennismagazin.de 9/2012
Federers Spiel wirkt wesentlich weniger kraftvll als das seiner Kntrahenten. Der Grund: Der Schweizer prügelt die Bälle nicht nur vn der Grundlinie ins Feld, sndern agiert zwischendurch lmmer wieder mit viel Tuch. Kaum ein Prfi spielt mit s vielen Variatinen, kaum einer streut s häufig Stpps ein. Federers Vrteil: Sein enrm ausgeprägtes Ballgefühl eröffnet ihm viele spielerische Möglichkeiten - dadurch ist er für die Gegner schwer auszurechnen. Ein grßer Unterschied vn Federer zu Rafael Nadal und Nvak Djkvic liegt in der Unabhängigkeit des Schweizers. Er ist nicht auf einen festen Cach fixiert, der ihn dirigiert und bewacht. Er braucht niemanden, der ihm sagt, was er zu tun hat der wie er sein Training aufbauen sllte. Federer schaut während der Matches nur selten in seine Bx - auf taktische Anweisungen ist er nicht angewiesen. Er ist kmplett unabhängig. Je erfahrener ein Spieler ist, dest mehr Lösungsansätze kennt er für verschiedene Situatinen. Es gibt zwei Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln: bei Turnieren und in Trainingsmatches. Die Tpspieler, als auch Federer, bestreiten in ihrer Karriere wesentlich mehr Partien als Durchschnittsprfis - well sie in der Regel länger im Turnier bleiben. Ein Tipp für Sie: Spielen Sie jede Wche mindestens ein Match. Keine Ünung im Training kann ein Match simulieren! Rger Federer ist einer der schnellsten Spieler auf der Tur. Allerdings nicht nur aufgrund seiner guten Beinarbeit, sndern auch, weil er die Bälle des Gegners hervrragend antizipieren kann. Dadurch kann sich der Schweizer immer einen Tick früher in die entsprechende Richtung bewegen und gewinnt wichtige Zeit. Seine stark ausgeprägte Antizi patinsfäh igkeit ist ei ne angebrene Gabe - das Erahnen des Ballabsprungs lässt sich dennch trainieren: lhr Cach spielt lhnen Bälle zu, er verteilt sie dabei im ganzen Feld (siehe Grafik rechts). lhre Aufgabe: Sie spielen jeden Ball als Halbvlley, müssen als früh erahnen, w die Bälle landen. Dafür müssen Sie sich extrem flink bewegen! Praxistipp: lhr Cach sllte sich in einer der Ecken des Halbfeldes psitinieren - drt, w man den Halbflugball häufig platziert. Sie spielen alle Bälle zu ihm zurück. Etwa drei bis fünf Durchgänge ä zehn Schläge. I T 9/2072 www.tennismagazin.de
BESSER SPIELEN TECHNIK & TAKTIK Tennis spielt sich zu einem grßen Teil auf rund 15 Zentimetern ab. Das ist in etwa der Abstand zwischen den Ohren - gemeint ist als der Kpf. Wer mental stark ist, kann technische und physische Schwächen kmpensieren. Federer lst neben Djkvic und Nadal mental der stärkste Spieler auf der Tur. Er ist stets überzeugt, dass er ein Match nch drehen kann - auch wenn es aussichtsls scheint. Der Schweizer verfügt nicht über den härtesten Aufschlag auf der Tur - trtzdem ist sein Service eines der besten der Welt. Federer schlägt extrem präzise auf. Vr allem beim zweiten Aufschlag nimmt er ein hhes Risik in Kauf und serviert. { häufig an die Linien. Sein größtes ", Plus: Federer überrascht die Gegner mit seinen Aufschlägen, weil er zwischen verschiedenen Spin-Arten und Geschwindigkeiten variiert. Seine Bewegung ist mtrisch perfekt. www.ten n lsmagazin.d e
Auch wenn der Vlley zunehmend an Bedeutung verliert: Rger Federer gehört zu den wenigen Spielern, die alle technischen Finessen elnes klassischen Flugballs beherrschen. Aufgrund seiner starken Antizipatinsfähigkeit kann er das Netz gut abdecken. Seine Stärke: Er geht zwar nicht ft ans Netz, aber wenn er den Weg nach vrn sucht, gewinnt er zu etwa 80 Przent den Punkt. ",# Der Return gehört zu den wichtigsten Schlägen im Tennis - swhl bei Prfis, als auch bei Amateuren. Auch beim Return prfitiert Rger Federer vn seiner Fähigkeit, die Bälle des Gegners zu antizipieren. Wenn ihm der Kntrahent vn der rechten Seite auf die Rückhand serviert, sieht man beim Schweizer häufig den crss geschlagenen Return. Entweder platziert er den Ball hinten in die Ecke der etwas kürzer an die Seitenlinie (siehe Grafik links). Auf der Vrhandseite wählt er ebenfalls häufig die Variante crsscurt. Einen Lngline- Return spielt der Schweizer selten - bwhl diese Alternative natürlich auch sinnvll sein kann. Um die klassischen Federer- Returns zu trainieren markieren Sie sich Zielfelder wie in der Grafik links. lhr Partner serviert lhnen abwechseld aufdie Vrhand und aufdie Rückhand. Praxistipp: Zählen Sie die Treffer in die Zielfelder. Sbald Sie zehnmal getrffen haben, wechseln Sie die Seiten. A1