Kristallhöhle Kobelwald Entdeckt im Jahre 1682. 1702 von Johann Jakob Scheuchzer erstmals in der Literatur erwähnt. Gesamtlänge der Höhle beträgt 665 m, davon sind 128 Meter ausgebaut und touristisch zugänglich (seit 1935). Die Höhle enthält eines der grössten Minerallager der Schweiz (Calcit). Literatur: - Die Kristallhöhle Kobelwald (2004); Autoren: Peter Kürsteiner, Hans Stünzi, Marco Filippini; Verlag: Verkehrsverein Kobelwald, 9463 Oberriet; ISBN 3-9521425-0-6; Preis: 20 Franken. - Mineralien im Alpstein (2007); Autoren: Peter Kürsteiner, Michael Soom; Appenzeller Verlag Herisau, Preis 58 Franken
Gesteine des Alpstein Die im Alpstein vorkommenden Sedimentgesteine wurden während einem Zeitraum von rund 100 Millionen Jahren abgelagert im Zeitraum vom Erdmittelalter (Jura, Kreide) bis in die Erdneuzeit (Tertiär). Die Gesteinsschichten weisen eine Gesamtmächtigkeit von bis zu 600 Metern auf. Die Sedimente wurden in einem subtropischen bis tropischen Klima abgelagert, in der Hauptsache durch Organismen gebildeter Kalkstein. Die Verwitterung von Gesteinen des Festlandes führte zu Einschwemmung von Sand und damit zu sandigen Kalken, die Einschwemmung von Tonmineralien zu mergeligen Ablagerungen. Für die Alpsteinsedimente ist eine zyklische Kalk - Mergel - Kalk Ablagerung typisch, eine Folge eines wechselnden Klimas. Niederschläge führen zu stärkerer Verwitterung/Abtrag und mehr Transport von Materialien (Sand/Ton) ins Meer. Stratigraphische Profile Stratigraphische Einheiten
Bildung des Alpstein (des Säntisgebirge) Die Bildung der im Alpstein sichtbaren Gesteine erfolgte im nördlichen Schelfbereich der damals zwischen der eurasischen und afrikanischen Kontinentalplatte liegenden Tethys ("Ur-Mittelmeer"). Während der Gebirgsbildung wurden die Sedimentablagerungen gegen Norden verschoben, verfaltet und ursprünglich in verschiedenen Bereichen des Meeres abgelagerte Sedimente übereinandergeschoben (Deckenbildung). Die Benennung der verschiedenen Sedimentdecken erfolgt nach dem heutigen Ort des Vorkommens (Penninikum, Ostalpin, Helvetikum) und nicht nach dem ursprünglichen Ablagerungsraum. Tektonische Einheiten ursprünglicher Ablagerungsraum
Phasen der Gebirgsbildung Quelle: Script Minerva Schulen Basel, Geologie und Tektonik der Schweiz
Bildung des Alpstein Zu Beginn destertiär wurde der helvetische Schelf angehoben und fiel dadurch trocken > Schichtlücke. Im mittleren Eozän wurde der grösste Teil des helvetischen Schelf wieder durch Meer bedeckt. Es erfolgte die Ablagerung der Kalke der Einsiedeln- und Bürgen-Formation. Von ihrer ursprünglichen Unterlage abgelöste Gesteinsverbände wurden durch Einwirkung tektonischer Kräfte auf andere Gesteine überschoben (Deckenbildung). Durch weiteren Zusammenschub der Kontinentalplatten wurde das Deckengebirge allmählich aus dem Meer erhoben. Die einsetzende Erosion führte zur Bildung ausgedehnter Schuttfächer. Im Verlaufe der Erosion wurden tiefer liegende Bereiche der Decken freigelegt. Zum Teil sind nur noch kleine Fragmente erhalten geblieben (Klippen).
Fossilien des Alpsteins In den Sedimentablagerungen des Alpsteins finden sich Reste der ursprünglich im Meer lebenden Organismen (Fossilien). Die Zusammensetzung der Fossilien-Gemeinschaft unterscheidet ist abhängig vom ursprünglichen Ablagerungsraum (Fazies). In sandigen, eher küstennah abgelagerten Schichten finden sich vor allem Muscheln, in Flachwasserbereichen Korallen und spezielle Muscheln (Rudisten), in Schelfbereichen Ammoniten, in den pelagischen Ablagerungen (Tiefsee, offenes Meer) vor allen Kleinorganismen (Foraminiferen).