Flott auf den Acker flott vom Acker

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Transkript:

Transporttechnik Flott auf den Acker flott vom Acker Richtig eingesetzt erhöhen Überladewagen nicht nur die Schlagkraft bei der Getreideernte, sondern verbessern die Effizienz im Pflanzenbau durch die Erledigung auch anderer Transportaufgaben. Claas 20 bis 30 Prozent Mehrleistung kann der Einsatz eines Überladewagens bringen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein gut organisiertes Logistikmanagement und die Synchronisation der Mähdrescher. Moderne, leistungsstarke Erntetechnik, Drillmaschinen oder Düngerstreuer können ihr Potenzial nur dann richtig entfalten, wenn die Transportkette danach bzw. davor entsprechend funktioniert. Besonders Mähdrescher sollen während der Ernte so wenig wie möglich stehen, um abzubunkern. Am besten gar nicht. Immer öfter sorgen daher Überladewagen für einen zügigen und bodenschonenden Transport des Erntegutes zum Feldrand, während die teure Dreschtechnik weiter rollt. Doch auch der Überladewagen muss sein Geld verdienen. Wenn sich das Zeitfenster für die optimale Ernte öffnet, zählt für Dr. Lars Fliege, Geschäftsführer der Agrargesellschaft Pfiffelbach, vor allem eins: Unsere Mähdrescherfahrer müssen Vollgas geben. Um die optimale Logistikkette dahinter kümmern sich andere. Der Agrarbetrieb am Rande des Thüringer Beckens bewirtschaftet insgesamt 5.100 ha, hält 950 Kühe sowie 1.650 Sauen, betreibt eine Biogasanlage und verfügt über eigene Vermarktungskapazitäten. Bedeutendster Betriebszweig ist die Pflanzenproduktion auf 4.950 ha Ackerland. Zur Landtechnikflotte des Unternehmens für die Feldarbeit gehören seit kurzem auch zwei neue Überladewagen von Hawe mit einem Ladevolumen von je 38 m³. Wir arbeiten eigentlich schon seit den 90ern mit dieser Technik, haben uns jetzt aber zwei größere Fahrzeuge angeschafft, damit die befüllten Überladewagen einen Lkw am Feldrand komplett beladen können und nicht wie vorher zweimal anfahren müssen, begründet der Betriebschef die Investition. Beide Spezialhänger transportieren im Frühjahr Dünger ans Feld und sind dann bei der Getreideernte als flotte Massenkuriere für die beiden Erntetruppen auf den Feldern unterwegs. Im Herbst fährt dann ein Überladewagen Saatgut, während der andere einen Aufbau erhält und so für mehr Tempo bei der Kartoffelkampagne sorgt.

Perfektes Zusammenspiel ist Voraussetzung Zu den Ernteverbänden im Kornfeld gehören jeweils zwei bzw. drei leistungsstarke Claas-Mähdrescher vom Typ Lexion mit 12 m Schneidwerksbreite, Raupenfahrwerk und einem Korntankvolumen von 12.000 Litern. Das Zusammenspiel verlangt von jedem Fahrer ein hohes Maß an Konzentration und viel Erfahrung. Die Mähdrescher müssen möglichst dicht beieinander bleiben. Und wenn der Traktor mit dem Überladewagen erst zum Abbunkern anfährt, wenn die Rundumleuchte bereits blinkt, verpufft der Effekt, meint der Geschäftsführer. Beim Dreier-Verband sei das im Weizen, den der Betrieb auf 1.500 ha anbaut, für den Überladewagen allerdings nicht zu schaffen. Bei einem Ertrag von 8 bis 9 t/ha käme da einfach zu viel Masse in kurzer Zeit zusammen. Aber man kann ja nicht die ganze Transportkette nach dem Weizen ausrichten, so Fliege. Damit die Mähdrescher bei der Weizenernte trotzdem keine Kunstpausen einlegen müssen, kommen hier zusätzlich große Muldenkipper mit Breitreifen zum Einsatz. Bei der Ernte des Rapses auf 800 ha, der 250 ha großen Erbsenfläche als auch bei der Sommergerste, die der Agrarbetrieb auf 1.000 ha anbaut, würden die Überladewagengespanne den Transport zum Feldrand gut bewältigen. Neben der höheren Schlagkraft und der Bodenschonung spricht aus Sicht der Pfiffelbacher Landwirte auch die Pufferfunktion für den Einsatz von Überladewagen. Beim Abtransport der Ernte muss ja alles Hand in Hand gehen. Wenn es dann irgendwo klemmt, weil ein Laster eine Panne hat oder vor der Lagerhalle eine Schlange steht, hat man schon mal eine halbe Stunde Spielraum, ohne dass die Mähdrescher stehen bleiben müssen, sagt Fliege. Für den Chef der Agrargesellschaft ist die Rechnung klar: Mit den beiden Überladewagen ersparen wir uns die Anschaffung eines weiteren Mähdreschers für etwa 400.000 Euro. Mit diesen Einschätzungen liegt der Agrarbetrieb durchaus im Trend. Simulationssoftware verdeutlicht Potenziale Hauptargument ist für mich allerdings der Bodenschutz und damit letztlich die nachhaltige Ertragssicherung, sagt Winfried Fechner vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Dennoch spielen bei der Investitionsplanung natürlich auch zeitnahe wirtschaftliche Erwägungen eine wichtige Rolle. Schließlich muss der Überladewagen seine Kosten selbst erwirtschaften, damit sich das Ganze rechnet. Fechner hat deshalb die Potenziale von Überladewagen mit einer speziell dafür entwickelten Simulationssoftware unter die Lupe genommen. Als Beispiel dienten mehrere 28 ha große Testfelder mit unterschiedlichen Zuschnitten und einem Ertrag von 75 bis 90 dt/ha. Auf der angenommenen Fläche waren mehrere virtuelle Mähdrescher mit einem 7,50 m breiten Schneidwerk, einem Bunkervolumen von 10,5 m³ und einer Druschgeschwindigkeit von 5,4 km/h im Ernteeinsatz. Die Simulation zeigte, dass durch den Wegfall der Abbunkerung am Feldrand Leistungssteigerungen von 10 bis 25 Prozent möglich sind. Mit wachsender Leistungsfähigkeit der Mähdrescher verstärke sich dieser Effekt. Bei höherem Durchsatz wiege jede Minute Wartezeit eben auch mehr. Hinzu komme, dass die Bunkervolumen nicht unbegrenzt erweiterbar sind, weil die Mähdrescher sonst zu schwer werden. Mit einer Durchsatzleistung des Erntekomplexes ab 50 t/h könne sich ein Überladewagen bezahlt machen. Einmal angeschafft setzen die Betriebe den Überladewagen auch beim Drillen und Düngen ein, um mit der vorhandenen Technik mehr Fläche zu bewältigen. Das rentiert sich insbesondere bei großen Geräten. Es macht schon einen zeitlichen Unterschied, ob eine 10-m-Drille mit einer Förderschnecke von 15 oder 50 cm Durchmesser beladen wird. So ergeben sich weitere Möglichkeiten, Zeit und Geld zu sparen und damit eine schnellere Amortisation zu erreichen. Ein interessantes Betätigungsfeld eröffnet sich für Überladewagen zudem bei der Logistik für Biogasanlagen. Hier ist allerdings auf eine entsprechend widerstandsfähige Lackierung zu achten. Umlademenge muss leicht geregelt werden können Die für die Getreideernte konzipierte maximale Umladeleistung ist für das Befüllen von Drille und Düngerstreuer allerdings des Guten zuviel. Bei der Investitionsplanung sollte man daher darauf achten, wie sich die Umlademenge bedienfreundlich regeln lässt. Die Hersteller bieten verschiedene Systeme an: Drehzahländerung der Zuführ- und/oder Überladeschnecke, verstellbare Klappen, über die die Aufnahmemenge der Schnecken dosiert werden kann oder auch eine Kombination aus beiden Varianten. Zu den Zusatzausrüstungen gehören außerdem Behälteraufsätze, hydraulisch verstellbare Saatgut- und Düngerrutschen bzw. -schnecken für Maschinen mit großer Arbeitsbreite, elektronische Wiegeeinrichtungen, Kameras zur Überwachung des Füllstandes, von unten bedienbare Abdeckplanen oder Abstellstützen mit Winde, wenn aus dem Fahrzeug kurzzeitig eine Ladestation werden soll. Es macht also Sinn, rechtzeitig den Dienstplan für den Neuen in der Technikabteilung festzulegen.

Einspareffekte entstehen nicht automatisch Ob und in welchem Umfang sich die möglichen Einspareffekte eines Überladewagens realisieren lassen, hängt jedoch von einer ganzen Reihe Faktoren ab. Deshalb ist es ratsam, zunächst die örtlichen Gegebenheiten unter diesem Gesichtspunkt zu analysieren. Das reicht von Größe und Form der Schläge über Schneidwerkbreite, Bunkervolumen, Abtankleistung und Ertrag bis zur Qualifikation der Mitarbeiter, die in der gesamten Logistikkette mitwirken. Wichtig sind eine gute Transportorganisation und die Synchronisation der Mähdrescher, was in der Praxis nicht selten durch unterschiedliche Mähdreschertypen erschwert wird. Dazu ein Beispiel: Ein Mähdrescher mit 7,5 m Schneidwerkbreite und einem Bunkervolumen von 10 m³ hat bei einer Dreschgeschwindigkeit von 5,5 km/h und einem Ertrag von 80 dt/ha etwa 13,5 Minuten Pufferzeit. Der Traktorfahrer mit dem Überladewagen muss also in 10 Minuten möglichst drei Mähdrescher zum Abbunkern anfahren und zum Feldrand zurückkehren. Dann blieben noch 3,5 min. zum Überladen auf die Lkw. Dafür braucht man natürlich auch einen entsprechend beschleunigungsstarken Traktor, denn bei so einem Gespann kommen schnell 35 Tonnen zusammen. Allerdings sollte man bei den Umlaufzeitvorgaben des Überladewagens mindestens 15 Sekunden Kurzpause pro Runde dazu geben. Dahinter steckt ein psychologisches Phänomen, das sich bei Messungen gezeigt hat. In dem Test bediente ein Überladewagen vier Mähdrescher und geriet damit eigentlich über seine berechnete Leistungsgrenze. Trotzdem schien es, als ob der Erntekomplex das Pensum bewältigen könne. Der Grund: Die Mähdrescherfahrer passen unbewusst ihre Geschwindigkeit dem Abtankrhythmus des Überladewagens an, um nicht warten zu müssen. Das sieht dann so aus, als ob es funktioniert, aber in Wirklichkeit wird die mögliche Effizienzsteigerung nicht voll ausgenutzt. Gibt man also etwas Luft in die Umlaufzeit, ist gesichert, dass die Mähdrescher ihre Leistung ausschöpfen, sagt Fechner. Anhaltspunkte für die Leistungskriterien Was das Ladevolumen anbelangt, so sollte die Aufnahmekapazität des Spezialhängers mindestens der Gesamtmenge aller Mähdrescherbunker des Ernteverbandes entsprechen. Dazu kommt noch das so genannte virtuelle Bunkervolumen, denn während der Fahrt, als auch während des Abbunkerns und Überladens wird ja weiter gedroschen. Bei der Umladeleistung wiederum gilt die Faustformel: Ein Überladewagen sollte innerhalb von 3 bis 4 Minuten komplett abgebunkert sein. Wie kann man nun an die Kosten-Nutzen-Rechnung herangehen? Auch dafür eine Beispielrechnung: Ein Überladewagen mit Traktor und Fahrer schlägt etwa mit 50 bis 80 Euro/h zu Buche. Bei 10 Stunden Dreschzeit sind das dann beispielsweise 600 Euro pro Tag. Die muss der Überladewagen einfahren. Das heißt, grob gerechnet muss der Ernteverband durch den Einsatz des Spezialhängers am Tag 5 ha mehr schaffen. Denn bei Beauftragung eines Lohnunternehmens würde das Abernten dieser 5 ha bei einer Kalkulationsgrundlage von etwa 125 Euro/ha insgesamt 625 Euro kosten. Hinzu kommen natürlich die finanziellen Vorteile, die sich aus der höheren Schlagkraft ergeben, zum Beispiel durch Einsparung von Trocknungskosten oder eine bessere Kornqualität, weil mehr Getreide zum optimalen Erntezeitpunkt eingefahren werden kann. Software zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit Weil bei der Entscheidung für einen Überladewagen in der richtigen Größe so viele unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen sind, hat unser Institut in Zusammenarbeit mit der Annaburger Nutzfahrzeug GmbH eine Software zur Einsatzempfehlung und Wirtschaftlichkeitsberechnung entwickelt, informiert Fechner. Sie biete nach Eingabe der Daten zu den örtlichen Gegebenheiten Anhaltspunkte zur Auswahl des Ladewagens und zu einer möglichen Leistungssteigerung im Pflanzenbau des Betriebes. Annaburger bietet dazu Umladewagen in vier Leistungsklassen an. Interessante Entwicklungen und Neuerungen gibt es aber auch bei anderen Herstellern. So verfügt der Titan 34 UW von Horsch serienmäßig über eine Teleskopachse, die jeden Reifen um 30 cm nach außen bewegt. Dadurch wird die Standsicherheit erhöht und der Bodendruck vermindert, da die Reifen des Umladewagens nicht in der Schlepperspur laufen. Neu im Sortiment beim Hersteller MA Güstrower ist der Überladewagen GTU 36 mit einem Fassungsvermögen von bis zu 40 m³ und einer Überladeleistung von 15 m³/min. Die Reinigungsklappe über die komplette Behälterlänge erleichtert das Reinigen der Maschine zum Beispiel beim Wechsel von Getreide auf Dünger und umgekehrt. Eine hydraulisch schaltbare Kupplung ermöglicht beim Bergmann Überladewagen GTW 21/25 das Ausschalten der Zuführschnecke, damit die Überladeschnecke auf Wunsch ganz entleert werden kann. Auf 20 Jahre Erfahrung bei der Entwicklung und Fertigung von Überladewagen kann das Unternehmen Hawe verweisen. Die Spezialanhänger in vier Größenklassen dürfen auch beladen auf öffentlichen Straßen genutzt werden.

Powered by TCPDF (www.tcpdf.org) Es geht auch ohne Schnecke Es geht übrigens auch ohne Förderschnecken. Die Johann Demmler KG hat einen Abschiebewagen mit Überladesystem entwickelt und zum Patent angemeldet. Bei der innovativen Kombilösung TSMÜ wird die gesamte Abschiebemulde mit einer eigenen Bordhydraulik auf eine Überladehöhe bis 4,50 m angehoben und dann das Erntegut mit der verschiebbaren Frontwand in den Lkw geladen. Der Überladevorgang lässt sich per Funk mit einem Bediengerät auch außerhalb der Schlepperkabine kontrollieren und steuern. Fazit In den Werbeprospekten der Hersteller von Überladewagen wird in punkto Einspareffekte und Erhöhung der Druschleistung viel versprochen. Da ist sicher manches schöngerechnet. Aber immerhin: 20 bis 30 Prozent Mehrleistung sind durch den Einsatz solcher riesigen Kornbadewannen für den Transport zum Feldrand nach den Berechnungen der Wissenschaftler vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften in Halle durchaus drin. Bei günstigen Bedingungen auch mehr. Dafür muss aber nicht nur der Überladewagen im zeitlich begrenzten Erntefenster straff arbeiten, sondern die gesamte Erntelogistik vom Mähdrescher bis ins Lager muss reibungslos funktionieren. Im zeitlich knapp beme