Populationsentwicklung

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Pr[X t+1 = k] = Pr[X t+1 = k X t = i] Pr[X t = i], also. (q t+1 ) k = p ik (q t ) i, bzw. in Matrixschreibweise. q t+1 = q t P.

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Transkript:

Populationsentwicklung Lewis (942) und Leslie (945) entwickelten ein Modell, mit dem die Entwicklung einer Population unter Einbeziehung der Altersstruktur untersucht werden kann. Die Population wird z.b. in 4 Altersgruppen (A i ) unterteilt und eine Anfangsverteilung festgelegt. Pro Zeitspanne (z.b. Jahr) wechselt ein Anteil (s i survival rate) jeder Altersgruppe mit Ausnahme von A 3 in die nächstältere. Jede Altersgruppe bringt einen Anteil (f i fertility rate) neuer Individuen (ganzzahlig) hervor. f 3 f f 2 A 0 s A A 2 A 3 s 2 s 3 Mit der Übergangsmatrix L = 0 f f 2 f 3 s 0 0 0 0 s 2 0 0 0 0 s 3 0 und der Anfangsverteilung x = x 0 x x 2 x 3 wird das Modell vollständig erfasst. Der Vektor L x enthält die Anzahlen je Altersgruppe nach einer Zeitspanne, nach zwei Zeitspannen sind es L(L x), nach dreien L(L(L x)) = L 3 x, usw.

Populationsentwicklung optional Um Weiteres einfach zu erläutern, betrachten wir nun ein etwas geändertes Modell mit lediglich zwei Altersgruppen ( ) f0 f und der Übergangsmatrix L = und der Anfangsverteilung x = s 0 x 0. x Die langfristigen Entwicklungen können ermittelt werden, indem der Vektor der Anfangsverteilung als Linearkombination der Eigenvektoren e und e 2 der Matrix L dargestellt wird. Sei also x = c e + c 2 e 2, dann gilt: L x = L(c e + c 2 e 2 ) = c L e + c 2 L e 2 = c λ e + c 2 λ 2 e 2 mit den Eigenwerten λ, λ 2 L(L x) = L(c λ e + c 2 λ 2 e 2 ) = c λ 2 e + c 2 λ 2 2 e 2 L n x = c λ n e + c 2 λ n 2 e 2 ( ) n = λ n (c λ2 e + c 2 e 2 ) λ L n x λ n c e falls λ 2 < λ Der größte Eigenwert bestimmt langfristig die Entwicklung. 2

Insektenpopulation a 5 A 0 A 2 A 2 0 5 Die Population einer Insektenart entwickelt sich in drei Stufen. Untersuchen Sie ohne GTR, für welches a es eine stabile Verteilung gibt. 3

Insektenpopulation a 5 A 0 A 2 A 2 0 5 Die Population einer Insektenart entwickelt sich in drei Stufen. Untersuchen Sie ohne GTR, für welches a es eine stabile Verteilung gibt. Die Übergangsmatrix lautet: 0 a 5 L = 0 0 0 2 0 5 0 Die Bedingung L x = x führt zum Gleichungssystem: ay + 5z = x 0 x = y 2 5 y = z Für x 0 folgt (durch Einsetzen) a = 8. 4

Populationsentwicklung, Caswell 200 Zur Vorhersage der Größe und Altersstruktur einer Tierpopulation (z. B. Seeschildkröten) betrachten wir folgendes Populationsmodell. Dabei berücksichtigen wir nur die weiblichen Tiere, teilen deren Leben in vier Stadien ein, Alter in Jahren (Eier und Neugeschlüpfte (< ), Jungtiere ( 2), Erstbrüter (22), Reife Brüter (23 54)) und nehmen vereinfachend an, dass die jährliche Anzahl Eier und die jährlichen Übergangswahrscheinlichkeiten innerhalb jedes Stadiums konstant sind. Die Übergangsmatrix L = p e e 2 e 3 q p 2 0 0 0 q 2 p 3 0 0 0 q 3 p 4 erfassen das Modell. und die Anfangsverteilung x = x 0 x x 2 x 3 Wie unterscheidet sich diese Matrix von der bisher verwendeten Leslie-Matrix? Deuten Sie die Einträge. Wie entwickelt sich die Zahl der erwachsenen Seeschildkröten innerhalb der nächsten 20 Jahre? Sollten eher Schutzmaßnahmen für Neugeschlüpfte oder für Jungtiere ergriffen werden, um diese Entwicklung zu beeinflussen? 5

L = 0 0 27 79 0,68 0,69 0 0 0 0,0005 0 0 0 0 0,80 0,8 Anfangsverteilung x = 2 0 5 3 0 5 600 800 6

Langfristige Entwicklung und Zeilensummen In vielen Fällen reicht für eine Prognose ein einfaches Kriterium aus. Aufg. Zeige anhand einer 2 2-Übergangsmatrix ohne negative Elemente Folgendes: Sind alle Zeilensummen a) kleiner als Eins, zerfällt ( v n 0) der Prozess, b) größer als Eins, expandiert der Prozess. Gehe zunächst von einem Startvektor mit gleichen Komponenten aus. Betrachte dann die weitere Entwicklung des jeweils größten, bzw. kleinsten Elements. Es liegt die Vermutung nahe, dass der Prozess konvergiert, falls alle Zeilensummen gleich Eins sind. Dies kann wie die Konvergenz stochastischer Matrizen bewiesen werden. Hierbei muss vorausgesetzt werden, dass eine Potenz der Übergangsmatrix nur positive Elemente enthält, d.h. von jedem Zustand muss jeder andere Zustand erreichbar sein. Falls die Zeilensummen nicht einheitlich sind, hilft das Folgende weiter: Langfristige Entwicklung und Eigenwerte Wir gehen davon aus, dass der Startvektor v 0 eine Linearkombination der Eigenvektoren ist. Offensichtlich gelten die Zusammenhänge: Der Prozess a) zerfällt, falls alle Eigenwerte kleiner als Eins sind, b) konvergiert, falls ein Eigenwert Eins ist, die übrigen kleinergleich Eins, c) expandiert, falls ein Eigenwert größer als Eins ist. 7

Käferpopulation d E a L L 2 K b c Das Diagramm beschreibt ein Entwicklungsmodell einer aus Eiern, Larven (zwei verschiedene Stadien) und Käfern bestehenden Population, z. B. bei jährlicher Änderung. Die Übergangsmatrix lautet: A = 0 0 0 d a 0 0 0 0 b 0 0 0 0 c 0, z.b. A = 0 0 0 200 0,5 0 0 0. 0 0, 0 0 0 0 0,2 0 Die Anfangsverteilung sei: v = 2000 900. 80 00 Untersuche die weitere Entwicklung. 8

Käferpopulation Es gilt: A 4 = usw. abcd 0 0 0 0 abcd 0 0 0 0 abcd 0 0 0 0 abcd = abcd 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0, A 8 = (abcd) 2 E, Was bedeuten a) abcd = 2 b) abcd = A nennt man dann zyklisch. Eine Potenz von A ist gleich der Einheitsmatrix. c) abcd = 0,5? 9

Käferpopulation, typische Entwicklungen a) 500 y 000 500 00 5 0 5 x b) y 000 500 00 5 0 5 x 0

Käferpopulation, typische Entwicklungen c) y 000 500 00 5 0 5 x

Käferpopulation Ein Käferweibchen (einer bestimmten Art) legt 25 Eier und stirbt bald danach. Nach einem Jahr haben sich ein Viertel der Eier zu Larven entwickelt. Nach einem weiteren Jahr werden ein Fünftel der Larven zu Käfern, die ein Jahr später wieder Eier legen. Die Startpopulation besteht aus 000 Eiern, 50 Larven und 00 Käferweibchen. a) Stellen Sie die Entwicklung des weiblichen Käferbestandes für die folgenden 9 Jahre grafisch dar. b) Ermitteln Sie eine Funktion, die die langfristige Entwicklung des weiblichen Käferbestandes aussagekräftig beschreibt. c) Könnten durch äußere Einflüsse die Übergangsraten zwischen den einzelnen Stadien so beeinflusst werden, dass es zu einer periodischen Populationsentwicklung kommt? 2

Käferpopulation 25 Eier Larven Käfer 4 5 Übergangsmatrix L = 0 0 25 0 0 4 0 5 0 200 80 y 60 40 20 00 80 60 40 20 2 3 4 5 6 7 8 9 x x f(x) = 00,25 3 Der Faktor,25 = 25 4 5 (siehe Exponentialfunktionen, Klasse 9) beschreibt das exponentielle 3-Jahres-Käfer-Wachstum und kann direkt dem Diagramm entnommen werden. Der Exponent x 3 berücksichtigt den 3-Jahres-Zyklus. 3

Käferpopulation L 3 = usw. 0 0 c a 0 0 0 b 0 3 = abc 0 0 0 abc 0 0 0 abc = abc 0 0 0 0 0 0, L6 = (abc) 2 E, 4

Populationsentwicklung Bei einer Säugetierart können die jährlichen Änderungen in einer aus drei Alterstufen A, A 2 und A 3 bestehenden Population durch die folgende Übergangsmatrix beschrieben werden: M = 0 0 c a 0 0 0 b 0 a, b Überlebensraten, c Vermehrungsrate, c > 0 0 < a, b a) Bestimmen Sie a, b und c so, dass sich die Population mit der Startverteilung von 000 Tieren in A, 500 Tieren in A 2 und 00 Tieren in A 3 nach zwei Jahren reproduziert. b) Gibt es Werte a, b und c, so dass sich eine beliebige Startverteilung nach jeweils drei Jahren um 20% vergrößert? 5

a) Bedingung: 000 000 500 = M 2 500 00 00 M 2 = 0 bc 0 0 0 ac ab 0 0 = 000 = 500bc 500 = 00ac 00 = 000ab = a = 2, b = 5, c = 0 b) Bedingung: abc =,2 6

Insektenpopulation Die Entwicklung einer Insektenpopulation verlaufe in vier Stufen: Eier, Larven, Larven2 und Insekten. Eine Entwicklungsstufe dauert eine Woche und es gilt: - 50% der Eier werden zu Larven - 20% der Larven werden zu Larven2-25% der Larven2 werden zu Insekten - Jedes Insekt legt 50 Eier a) Zeichnen Sie das entsprechende Übergangsdiagramm und geben Sie die Leslie-Matrix an, die diesen Prozess beschreibt. b) Gegeben sei eine Population, die jeweils 000 Eier, 000 Larven, 000 Larven2 und 000 Insekten enthält. Wie hat sich diese Population nach zwei Wochen verändert? c) Beurteilen Sie, wie sich die Zahl der Insekten langfristig entwickelt. d) Wie viele Eier müsste ein Insekt legen, damit die Insektenpopulation auf lange Sicht begrenzt bleibt und nicht ausstirbt? e) Nehmen Sie an, 50% aller in einer aktuellen Woche lebenden Insekten würden eine weitere Woche leben und auch in dieser wieder 50 Eier legen. Wie verändern sich das Übergangsdiagramm, die Leslie-Matrix und die Antwort auf die Fragestellung unter b)? 7

Insektenpopulation Die Entwicklung einer Insektenpopulation verlaufe in vier Stufen: Eier, Larven, Larven2 und Insekten. Eine Entwicklungsstufe dauert eine Woche und es gilt: a = 50%, b = 20%, c = 25% Eier Larven Larven2 Insekten a b c a) Zeichnen Sie das entsprechende Übergangsdiagramm und geben Sie die Leslie-Matrix an, die diesen Prozess beschreibt. 50 0 0 0 d a 0 0 0 A = 0 b 0 0 0 0 c 0 b) Gegeben sei eine Population, die jeweils 000 Eier, 000 Larven, 000 Larven2 und 000 Insekten enthält. Wie hat sich diese Population nach zwei Wochen verändert? 000 2500 000 25000 v 0 =, v 2 = 000 00 000 50 c) Beurteilen Sie, wie sich die Zahl der Insekten langfristig entwickelt. A 4 = 2 5 4 50 E =,25 E Die Zahl der Insekten wird demnach langfristig wachsen. d) Wie viele Eier müsste ein Insekt legen, damit die Insektenpopulation auf lange Sicht begrenzt bleibt und nicht ausstirbt? 2 5 4 x =, x = 40 e) Nehmen Sie an, 50% aller in einer aktuellen Woche lebenden Insekten würden eine weitere Woche leben und auch in dieser wieder 50 Eier legen. Wie verändern sich das Übergangsdiagramm, die Leslie-Matrix und die Antwort auf die Fragestellung unter b)? 8

0,5 Eier Larven Larven2 Insekten a b c 50 37500 25000 v 2 = 00 425 9