Fischerprüfung OÖ - Antworten C) Gewässerökologie 1. Welche Bedeutung hat die Wassertemperatur für Wassertiere? Die Wassertemperatur beeinflusst alle biologischen Vorgänge im Wasser. So beeinflusst die Wassertemperatur auch den gelösten Sauerstoffgehalt und so auch die Lebeweise der Wassertiere. (Laichverhalten, Laich- und Fischentwicklung, Nahrungsangebot uvm.) da Fische in der Regel Wechselwarmblüter sind. 2. Woher stammt der im Wasser gelöste Sauerstoff? Durch die Assimilation (Fotosynthese) der Wasserpflanzen wird Sauerstoff frei und ins Wasser abgegeben. Weiter gelangt Sauerstoff auch mechanisch durch Wind, Regen, Wellengang, Strömung, Stürze, Strudel, Gischt und anderer Turbolenzen ins Wasser. 3. Wie gelangt Sauerstoff ins Wasser? Auf mechanische Art durch Wind, Regen, Wellengang, Strömung, Stürze, Strudel, Gischt und anderer Turbolenzen sowie auf chemische Art durch Fotosynthese der Pflanzen. 4. Wovon hängt der Sauerstoffgehalt in einem Gewässer vor allem ab? Von der Wassertemperatur. Je kälter das Wasser, desto mehr Sauerstoff kann das Wasser lösen. 5. Welche Gewässer haben in der Regel einen hohen Sauerstoffgehalt? Kalte, klare Fließgewässer der Forellenregion. 6. Bei welcher Temperatur ist im Wasser mehr Sauerstoff gelöst? Knapp vor dem Gefrierpunkt (0 Celsius) ist der Sauerstoffgehalt am größten. Je kälter das Wasser, desto mehr Sauerstoff kann das Wasser lösen. 7. Worüber gibt der ph-wert Auskunft? Der ph-wert gibt über die Reaktionsfähigkeit (Säure- bzw. Laugegrad) des Wassers Auskunft. Also ob ein Gewässer sauer (ph 0-6), neutral (ph 7), oder alkalisch (ph 8-14)ist. 8. Welche ph-werte sind für die heimischen Fischarten am günstigsten? Wenn der ph-wert zwischen 6,5 und 7,5 liegt. (um den neutralen Bereich)
9. Was geschieht, wenn in ein Gewässer zu viele Fische eingesetzt werden? Das biologische Gleichgewicht bricht zusammen. Einige Arten verschwinden andere wieder dominieren. Folgeerscheinungen: Nahrungsmangel, Fischkrankheiten usw. 10. Was bezeichnet man als tierisches Plankton? Tierisches Plankton (Zooplankton) besteht aus einer Vielzahl von ein und mehrzelligen, mikroskopisch kleinen Lebewesen. (Flohkrebs, Rädertierchen, Rüsselkrebs usw.) 11. Wo kommt tierisches Plankton vor allem vor? In nährstoffreichen nicht zu kalten, stehenden Gewässern. 12. Welche Bedeutung hat Plankton (unter anderem) für das Ökosystem? Es ist ein wesentlicher Bestandteil in einem funktionierten Gewässer (Ökosystem). Es dient Kleinstlebewesen wie Kleinkrebsen, Insektenlarven, Würmern, Schnecken und Kleinstfischen als Nahrung. Diese bilden ihrerseits die Nahrung für die Fische. 13. Was zählt (unter anderem) zum tierischen Plankton? Mehrzelligen, mikroskopisch kleinen Lebewesen Flohkrebs, Rädertierchen, Wimperntiere und Kleinkrebse, Riesenhüpferling usw. 14. Wozu dienen Fischaufstiegshilfen? Dienen den Fischen zur Überwindung eines künstlich geschaffenen Hindernisses (z.b Wehren, Kraftwerke usw.) um in andere Gewässerabschnitte zu gelangen. (z.b. zum Ablaichen) 15. Welche heimische Fischart ernährt sich vorwiegend von Aufwuchsalgen? Nase 16. Welche Wasserinsekten gibt es unter anderem? Eintagsfliegenlarve, Steinfliegenlarve, Köcherfliegenlarve, Gelbrandkäfer(larve), Rückenschwimmer, Wasserläufer, Stechmücken(larve), uvm. 17. Welches kleine Fischnährtier färbt das Fleisch der Forelle rötlich? Der Bachflohkrebs (Planktontier das Karotin enthält) bewirkt die Rotfärbung des Forellenfleisches. 18. Welche Tiere sind als "Fischfresser" besonders bekannt? Fischfressende Vögel wie der Kormoran, Reiher und Gänsesäger. 19. Was ist ein wichtiger Lebensraumbereich für Nährtiere in einem Fließgewässer? Die Uferzonen.
20. Was ist ein Altarm? Der Altarm eines Flusses, ist der Teil, der durch natürliche (Sand- oder Kiesbank) oder künstliche (Absperrdamm) Einwirkung an einem Ende vom Hauptstrom abgeschnitten wurde. Altarme entstehen häufig aus Nebenarmen. Da sie nicht mehr durchströmt sind, neigen sie zur Versumpfung oder gar Verlandung, haben aber bei Hochwasser eine gewisse Auffangfunktion. 21. Was geschieht bei der Selbstreinigung eines Gewässers? biologische Prozesse bewirken den Abbau von organischen Substanzen. Organische Verunreinigungen werden durch spezifische Bakterien mit Hilfe von Sauerstoff wieder zu anorganischen Substanzen abgebaut. Diesen Vorgang nennt man Selbstreinigung des Wassers. 22. Welche Bedeutung hat die Ufervegetation für ein Gewässer? Sie dient der Ufersicherung, Beschattung und Bildung von Unterständen. Die Wurzeln der Überwasserpflanzen tragen durch ihre Filterwirkung wesentlich zur Selbstreinigung bei. Schadstoffe werden gebunden und durch Mikroorganismen, wie Pilze und Bakterien, abgebaut. Uferzonen dienen Klein- und Jungfischen als Schutz. (Kinderstuben) 23. Welche Bereiche sind in einem Fließgewässer unersetzlich? Die oberen Regionen der Fließgewässer sind unentbehrliche Kinderstuben. Das Wasser ist noch immer kalt, es ist noch ausreichend Sauerstoff vorhanden, das Nahrungsangebot ist reichlich, es sind also ideale Lebensbedingungen gegeben. 24. Welche Fischregionen gibt es in Fließgewässern? Forellenregion, Äschenregion, Barbenregion, Brachsenregion 25. Welche Fischart ist ein wichtiger Begleitfisch in der Forellenregion? Koppe 26. Welche Fischart ist für die obere Bachregion (Oberlauf) typisch? Bachforellen, Bachsaiblinge, Koppen 27. In welcher Fließwasserregion kommen in der Regel die meisten Fischarten vor? Brachsenregion 28. Welche Fischart ist in der Barbenregion zusammen mit dem Leitfisch markant? Zander, 29. Wodurch kommt es in Seen zu einer Temperaturschichtung? Durch die Anomalie des Wassers kommt es bei steigenden bzw. sinkenden Temperaturen zur Frühjahrs- bzw. Herbstvollzirkulation. Eine stabile Schichtung bleibt am Boden des Sees bestehen, wobei sich im Sommer als auch im Winter eine 4 C Wasserschicht ablagert.
30. Was ist unter der Vollzirkulation eines Sees zu verstehen? Durch die Anomalie des Wassers kommt es bei steigenden bzw. sinkenden Temperaturen zur Frühjahrs- bzw. Herbstvollzirkulation. Im Herbst kommt es zu einer Umschichtung. Wenn das Wasser an der Oberfläche gefriert bildet sich am Gewässerboden (See) zu einer stabilen Schichtung (4 C). Im Frühjahr wenn die Temperaturen steigen kommt es zu einer Umschichtung des Gewässers. 31. Warum ist die lichtdurchflutete Zone eines Sees sehr wichtig? Weil die Sauerstoffproduktion durch Algen und Wasserpflanzen intensiviert wird. 32. In welcher Schicht im See ist vergleichsweise besonders viel Sauerstoff vorhanden? In der Unterschicht (am Boden 4 Celsius) 33. Welcher Bereich eines Sees ist für viele Fischarten von besonderer Bedeutung? Die Uferzonen. Dort finden sie Schutz vor Raumfischen und anderen fischfressenden Tieren, aber auch als Kinderstube und Laichplätze sind die Uferzonen von besonderer Wichtigkeit. 34. Welche Bedeutung haben Überwasserpflanzen für ein Gewässer? Die Wurzeln der Überwasserpflanzen tragen durch ihre Filterwirkung wesentlich zur Selbstreinigung bei. Schadstoffe werden gebunden und durch Mikroorganismen, wie Pilze und Bakterien, abgebaut. Die Ufervegetation dient auch der Befestigung der Uferzonen und dient Klein- und Jungfischen als Schutz. 35. Welche Bedeutung haben Schwimmblattpflanzen für ein Gewässer? Für Fische bieten Schwimmblattfische einen gewissen Schutz vor Feinden aus der Luft. Schwimmblattpflanzen geben jedoch keinen Sauerstoff an das Gewässer ab. Bei zu starkem Wuchs kann es hier zur Verhinderung des für andere Pflanzen zur Assimilation notwendigen Lichteinfalls kommen. 36. Welche Bedeutung haben Unterwasserpflanzen für ein Gewässer? Sie haben für die Fische die meiste Bedeutung. Sie bilden die Zone der Unterseeischen Wiesen und dienen den Fischen als Nahrung, der Fischbrut als Schutz und den sogenannten Krautlaichern als Eiablagen. Sie tragen auch einen großen Teil zur Sauerstoffproduktion bei. 37. Welche Pflanzen tragen insbesondere im Sommer zur Verbesserung des Sauerstoffgehaltes im Wasser bei? Die Unterwasserpflanzen. 38. In welcher Zone in einem See halten sich die meisten Fischarten auf? In der Uferzone
39. Welche Auswirkung hat eine starke Abwasserbelastung auf Fische? Durch eine steigende Abwasserbelastung kommt es in den Gewässern zu einer Reduzierung des Sauerstoffgehaltes. In Folge reduziert sich der Bestand an Nährtieren und somit auch der Fische. Bei gravierenden Belastungen kann es zum Fischsterben kommen. 40. Wie viele Gewässergüteklassen gibt es in Oberösterreich? 4 Güteklassen 41. Wodurch ist (unter anderem) der Bestand an Wassertieren in unseren Gewässern besonders gefährdet? Durch Gewässerverbauungen (Regulierungen). Gewässerverunreinigungen können den Bestand an Wassertieren auch erheblich dezimieren. 42. Welche Nachteile haben Staumauern und Wehranlagen für die Fischfauna? Sie sind für Fische ein unüberwindbares Hindernis und somit können Fische nicht mehr Flussaufwärts zu den geeigneten Laichplätzen schwimmen. 43. Welche Nachteile haben Gewässerverbauungen für die Fischfauna? Durch Regulierungen von Gewässer verlieren viele Fischarten passende Laichplätze. Wehren und Kraftwerke verhindern das Weiterkommen Flussaufwärts zu den Laichplätzen. 44. Welche Probleme schafft die Freizeitnutzung an den Gewässern für die Fischfauna? Durch die intensive Nutzung der Gewässer finden Fische keine Ruhezonen und Rückzugmöglichkeiten mehr. Es erfolgt eine Störung des Lebensraumes der Fische. In der Folge kommt es auf diese Weise auch zum Verlust von Laichplätzen. Weiters tragen Sonnenschutzmittel auch zur Verunreinigung des Gewässers bei. 45. Warum sind Besatzmaßnahmen notwendig? Durch gezielte Besatzmaßnahmen gelingt es vom Aussterben bedrohte Fischarten wieder neu anzusiedeln. Auch Kormorane und andere fischfressende Tiere tragen vermehrt zum Schrumpfen der Fischbestände bei. Durch Besatzmaßnahmen kann hier gezielt Abhilfe geschafft werden. 46. In welche Güteklassen werden unsere Gewässer eingeteilt? Güteklasse I: Kaum belastetes Wasser Güteklasse II: Gering belastetes Wasser Güteklasse III: Stark verunreinigtes Wasser Güteklasse IV: Außergewöhnlich stark verunreinigtes Wasser
47. Kann man vom Vorkommen bestimmter lnsektenlarven auf die Gewässergüte schließen? Ja, denn die biologische Beurteilung beruht darauf, dass mit der Abnahme des Sauerstoffgehaltes bestimmte Tiere und Pflanzen, sogenannte Leitorganismen nicht mehr lebensfähig sind. Das Vorhandensein oder auch das Fehlen solcher Organismen, ermöglicht daher die Einstufung eines Gewässers in einzelne Güteklassen. 48. Welche Insektenlarven leben in röhrenförmigen Behausungen aus Steinchen oder Pflanzenteilen? Die Köcherfliegenlarve. 49. Welche Muschelart kommt nur in der Urgesteinsregion (Granit) vor? Die Flussperlmuschel. 50. Die Larve (Glochidie) der Flussperlmuschel lebt zunächst wo? In den Kiemen der heimischen Bachforelle. 51. Wie viel Nahrung nimmt ein Fischotter (Fischmarder) täglich zu sich? Täglicher Nahrungsbedarf: ca. 1 kg 52. Wie viel Nahrung braucht ein Kormoran täglich? Ein Kormoran benötigt ca. 0,5 kg Fische täglich. 53. Wie viel Nahrung vertilgt ein Gänsesäger pro Jahr? täglich ca.0,3 Kg = ca. 110 Kg / Jahr. 54. Wie viel Nahrung braucht ein Graureiher (Fischreiher)? täglich ca.0,3 Kg = ca. 110 Kg / Jahr. 55. Welcher Fisch nimmt seine Nahrung weitgehend vom Boden auf? Die Barbe. 56. Welche Ansprüche stellt die Bachforelle an ihren Lebensraum? Die Lebensräume der Bachforelle sind kühle, sauerstoffreiche, fließende und stehende Gewässer vom Hochgebirge bis ins Flachland. Bei ausreichendem Sauerstoffgehalt verträgt dieser Fisch auch Temperaturen bis 20 C. 57. Welche Fischarten sind vorwiegend in der Forellenregion anzutreffen? Forellen, Saiblinge, Koppen, Pfrillen und Bartgrundeln 58. Welche Fischarten leben hauptsächlich in der Brachsenregion? Karpenartige (Cypriniformes) wie Brachsen, Karpfen, Schleien, Rotaugen, Rotfedern, aber auch Räuber wie der Wels und der Flußbarsch. 59. Wo sind Zingel und Streber heimisch? Hauptsächlich in der Donau und einigen Nebenflüssen.
60. Bei welcher Temperatur ist Wasser am dichtesten und daher am schwersten? Bei 4 Celsius (Anomalie des Wassers) 61. Wodurch entstehen in einem Gewässer unter anderem Sauerstoffzehrungen? Durch Eisbedeckung oder durch die Einleitung fäulnisfähiger Abwässer. 62. Wann ist der ph-wert neutral? Bei einem ph-wert von 7 63. Aus welchen Teilen besteht natürliches Wasser? Natürliches Wasser enthält in Form von Schwebstoffen mineralische bzw. organische Bestandteile, vor allem aber in gelöster Form verschieden Gase, wie z.b Sauerstoff und diverse feste Stoffe wie Nährsalze. 64. Welche Bedeutung hat das Eis auf der Wasseroberfläche? Eis dient als Isolationsschicht im Winter und verhindert somit das Eindringen des Frostes und die totale Vereisung. So bleibt das Wasser in Bodennähe immer ca. 4 C warm und ermöglicht den Fischen das Überleben. 65. Wovon ernähren sich Flohkrebse? Pflanzliches Plankton 66. Sind Wasserinsekten eine gute Nahrung für Fische? Ja, sie bilden eine wichtige, natürliche Nahrung. 67. Bei welcher Güteklasse ist zeitweise kein Sauerstoff mehr vorhanden? Bei Güteklasse IV (Außergewöhnlich stark verunreinigtes Wasser) 68. Welche Organismen bewirken vorwiegend die Selbstreinigung eines Gewässers? Spezifische Bakterien und Mikroorganismen bewirken, dass mit Hilfe von Sauerstoff organische Verunreinigungen wieder zu anorganischen Substanzen abgebaut werden, sodass verunreinigtes Wasser nach einer gewissen Zeit wieder sauber wird. 69. Warum werden in vielen Gewässern Fische eingesetzt? Um den Artbestand, der durch div. Umwelteinflüsse oder durch fischfressende Tiere dezimiert wird, aufrecht erhalten zu können. 70. Worüber gibt uns das Säurebindungsvermögen (SBV) Auskunft? Das Vermögen des Wassers, eine bestimmte Säuremenge binden zu können ohne selbst sauer zu werden, nennt man SBV. Es stellt ein Maß für die Fähigkeit des Wassers dar, den Veränderungen des ph- Wertes entgegenzuwirken. Der SBV-Wert gibt auch Auskunft über die Menge des im Wasser als Kalziumbikarbonat gelösten Kalkes. Je höher der SBV-Wert desto besser (Fischereitechnisch)