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Medienmitteilung

Transkript:

www.sac-cas.ch Zahlen und Auswertungen Die vorliegenden Zahlen und Grafiken basieren auf den Einsatzdaten der Bergrettungsorganisationen REGA, ARS, der kantonalen Walliser Bergrettungsorganisation KWRO und weiterer Institutionen. Die Zusammenstellungen und Auswertungen dieses Berichtes stützen sich auf Angaben und Mitarbeit folgender Personen und Institutionen: Elisabeth Müller und Andres Bardill, Alpine Rettung Schweiz; Daniel Breitenmoser und Mario Tissi, REGA; Pierre-Alain Magnin, KWRO; Giannina Bianchi und Monique Walter, bfu; Frank Techel, slf, Jürg Gartmann und Marco Salis, Bergrettung Graubünden; Bruno Durrer, Bergrettung Air Glaciers Lauterbrunnen und Gesellschaft für Gebirgsmedizin; Urs Schäfer, Rettungsstation Lauterbrunnen; Paul Broger, Kapo Appenzell I. Rh.; Medienstelle Kapo Freiburg, Corinna Schön, Institut für Rechtsmedizin, Universität Bern. Ein eher schneearmer Winter mit einem ungünstigen Schneedeckenaufbau und damit verbunden heiklen Lawinensituationen, ein schöner Sommer mit hohen Temperaturen und ein aussergewöhnlich mildes und schneearmes Jahresende haben das Bergjahr geprägt. Dies widerspiegelt sich in der Bergnotfallstatistik: Insgesamt mussten in den Schweizer Alpen und im Jura 2750 Berggänger die Bergrettung in Anspruch nehmen, 294 Personen mehr als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der Todesfälle ist mit 213 (Vorjahr 162) deutlich höher. Dies vor allem wegen Sturz oder Absturz, Lawinenunfällen sowie Erkrankungen, letztere meist als Folge eines Herz-Kreislauf Problems. Beim Bergsport im engeren Sinne [1] kamen bei 129 Unfällen 142 Personen ums Leben, 48 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Begriff Bergnotfall umfasst alle Vorkommnisse, bei denen Berggänger die Hilfe der Bergrettungsdienste beanspruchen. Dies betrifft auch Erkrankungen und Evakuationen von unverletzten Personen. Bergunfälle als Untermenge der Notfälle sind Ereignisse, die der allgemeinen Definition eines Unfalls entsprechen. [1] Als Bergsteigen im engeren Sinne werden in dieser Statistik vor allem die Ereignisse beim klassischen Bergsport verstanden, zu deren Ausübung kein Transportgerät verwendet wird. Deshalb sind bei den hier ausgewiesenen Zahlen insbesondere die Todesfälle beim Delta- und Gleitschirmfliegen, beim Speed-Flying, beim Base-Jumping und bei der Benutzung von Mountainbikes gesondert erfasst. So sind die Zahlen des klassischen Bergsports auch über mehrere Jahre vergleichbar. Als Blockierung werden alle Notfälle bezeichnet, bei denen Berggänger infolge Erschöpfung, Überforderung, Materialverlust oder anderen Missgeschicken nicht mehr in der Lage sind, ihre Tour aus eigener Kraft weiterzuführen oder abzubrechen. In der Regel sind die Betroffenen unverletzt. Ein ausführlicher Bericht mit Fallbeispielen wird in der Juni Ausgabe der Zeitschrift Die Alpen publiziert. Monbijoustrasse 61 Postfach CH-3000 Bern 23 +41 31 370 18 18 info@sac-cas.ch

Seite 2/8 Abbildung 1: Notfälle nach Tätigkeit Gleitschirm / Delta 173 143 157 Andere Bergsportarten Mountainbike 205 194 196 162 176 155 Klettern (Fels) 122 113 117 Variantenabfahrten 172 161 222 Skitouren 321 314 348 Hochtouren 402 348 362 Bergwandern 07 996 1193 0 200 400 600 800 00 1200 Anzahl Personen Abbildung 2: Notfallsituationen nach Ursachen Nicht definiert/ Anderes Blitzschlag Verirren Blockierung Steinschlag/ Eisschlag Spalteneinbruch Lawinen Erkrankung Sturz/Absturz 233 201 176 2 9 261 226 203 47 30 40 43 43 34 5 60 123 306 242 294 485 502 512 1268 1150 1162 0 200 400 600 800 00 1200 1400 Anzahl Personen

Seite 3/8 Abbildung 3: Notfälle nach medizinischem Index Tod mit oder ohne Wiederbelebung Wiederherstellen vitaler Funktionen Akute Lebensgefahr Potentielle Lebensgefahr Hospitalisation nötig Ambulante ärztl. Behandlung Keine ärztl. Behandlung notwendig Unverletzt / Gesund 213 161 150 11 16 65 42 77 290 231 267 376 314 347 154 168 113 844 788 816 797 736 773 0 0 200 300 400 500 600 700 800 900 Anzahl Personen Abbildung 4: Gerettete oder geborgene Personen nach Rettungsorganisation (Anzahl Personen / Prozent) ARS; 798; 29% REGA; 72; 39% KWRO; 729; 27% Andere; 5; <1% Erläuterungen: Diese Grafik zeigt alle geretteten oder geborgenen Personen bei Bergnotfällen gemäss den Definitionen der schweiz. Bergnotfallstatistik AGL/SAC; 137; 5% AGL; 9; < 1% Aufschlüsselung der Organisationen: REGA: Daten ohne ARS Beteiligung ARS: Alpine Rettung Schweiz (inkl.rega Beteiligung) KWRO: Walliser Bergrettungsorganisationen AGL: Air Glaciers Lauterbrunnen

Anzahl Personen 40 93 84 69 59 Anzahl Personen 118 6 2 131 167 132 149 111 132 126 2 124 183 208 171 148 166 191 166 236 223 253 246 260 366 357 399 579 578 576 608 Seite 4/8 Abbildung 5: Notfälle: zeitlicher Verlauf 700 600 500 400 300 200 0 0 Abbildung 6: Tödliche Bergunfälle: zeitlicher Verlauf 30 28 29 25 20 17 19 20 18 15 5 4 7 8 5 9 6 8 12 11 7 5 5 4 4 11 9 7 9 7 7 6 6 5 2 1 0

Seite 5/8 Abbildung 7: Tödliche Bergunfälle: Aufteilung nach Regionen (Anzahl Personen / Prozent) Walliser Alpen; 41; 29% Berner Alpen; 19; 13% Zentralschweiz (inkl. Glarner Alpen); 16; 11% Bündner Alpen (ohne Misox); 30; 21% Jura / voralpine Hügelzonen; 3; 2% Waadtländer- und Freiburger Alpen; 9; 6% Ostschweiz (Alpstein - Churfirsten); 12; 9% Tessiner Alpen (inkl. Misox); 12; 9% Abbildung 8: Tödliche Bergunfälle: Aufteilung nach Kantonsgebiet (Anzahl Personen / Prozent) VS; 41; 29% GR; 29; 20% BE; 19; 13% UR; 3; 2% FL; 1; 1% BL; 1; 1% SZ; 8; 6% TI; 12; 8% Auslandabdachung Grenzberge; 3; 2% VD; 4; 3% FR; 4; 3% SG; ; 7% GL; 2; 1% AI / AR; 3; 2% OW / NW; 2; 1%

Seite 6/8 Abbildung 9: Nationalität der ausländischen Opfer (Anzahl Personen / Prozent) Frankreich; 11; 18% Italien; 11; 18% Deutschland; 18; 30% England; 4; 7% Österreich; 3; 5% Slowakei; 1; 2% Portugal; 1; 2% Israel; 1; 2% Spanien; 1; 2% USA; 1; 2% Kanada; 1; 2% Niederlande; 2; 3% Belgien; 2; 3% Japan; 2; 3% Polen; 1; 1%

Seite 7/8 Tödliche Bergunfälle: Zahlen Identität 2011 2012 Anzahl Opfer 151 95 8 96 142 Männer 123 72 85 76 114 Frauen 28 23 23 20 28 Schweizer 78 49 64 59 82 Ausländer 73 46 44 37 60 SAC-Mitglieder 17 9 16 12 12 Altersstufen: bis Jahre 0 0 0 1 0 bis 20 Jahre 7 5 4 5 bis 30 Jahre 13 18 17 12 12 bis 40 Jahre 22 18 16 15 17 bis 50 Jahre 32 21 16 19 22 bis 60 Jahre 34 15 27 19 33 bis 70 Jahre 22 9 14 13 34 über 70 Jahre 16 6 13 13 19 unbekannt 2 1 0 0 0 Tödliche Bergunfälle: Zahlen Tätigkeit 2011 2012 Bergwandern 64 32 39 39 64 Hochtouren 33 21 27 17 24 Klettern 3 5 2 3 3 Skitouren 21 16 19 17 26 Variantenabfahrten 8 11 8 9 11 Anderes 22 13 11 14 (*) Organisierte Touren 21 7 9 14 Private Touren 81 62 58 47 79 Alleingänger 49 26 41 35 53 (*) Schneeschuhläufer = 5, Jäger = 4, Strahler = 3, Pilzsucher = 1, Eisklettern = 1 Person Tödliche Bergunfälle: Zahlen Gelände 2011 2012 Weg / Pfad 27 14 23 13 33 (*) Gras / Geröll 25 15 21 24 19 Felsen 37 18 20 12 30 Schnee / Firn / Eis 57 37 40 36 52 Gletscher 5 5 2 6 6 Anderes Gelände 0 6 2 5 2 (**) Hochalpen 67 55 59 31 55 Voralpen 82 37 45 61 83 Jura / voralpine Hügelzone 2 3 4 4 4 (*) Wanderweg = 3, Bergweg = 24, alpine Route = 2, nicht markierter Pfad = 4 (**) Wald = 2

Seite 8/8 Tödliche Bergunfälle: Zahlen Ursachen 2011 2012 Sturz 1 57 73 65 98 Spalteneinbruch 2 3 0 3 1 Wechtenabbruch 0 4 0 3 1 Steinschlag 6 4 3 1 3 Eisschlag 1 0 0 0 1 Blitzschlag 0 0 1 0 Lawine 27 16 25 16 33 Blockierung / Erschöpfung / 5 3 2 3 2 Verirren Andere Ursache 0 8 4 5 3 (*) (*) Tiereinwirkung = 1, Erdrücken = 1, Materialversagen = 1 Tödliche Bergunfälle: langjährige Reihen Hochtouren Klettern Skitouren Bergwandern Anderes Gesamt 1984 23 5 33 50 7 118 1985 71 15 39 56 14 195 1986 46 12 29 58 9 154 1987 42 11 13 52 128 1988 47 7 23 57 9 143 1989 44 9 17 66 12 148 1990 58 9 28 52 5 152 1991 42 32 47 18 149 1992 41 2 17 59 5 124 1993 47 5 36 46 8 142 1994 40 5 21 48 12 126 1995 24 3 20 32 9 88 1996 38 2 11 31 16 98 1997 45 6 16 32 24 123 1998 38 6 16 31 15 6 1999 33 5 15 27 35 115 2000 23 1 12 38 19 93 2001 47 2 20 34 30 133 2002 29 4 23 28 18 2 2003 36 5 17 43 24 125 2004 37 4 14 39 14 8 2005 23 7 17 33 16 96 2006 22 4 12 38 28 4 2007 34 4 17 44 24 123 2008 27 6 8 39 24 4 2009 26 4 12 42 28 112 20 17 7 27 54 19 124 2011 33 3 21 64 30 151 2012 21 5 16 32 21 95 27 2 19 39 21 8 17 3 17 39 20 96 27 3 26 64 22 142 Mittelwert 35 6 20 44 18 123