Grundwissen Chemie Senefelderschule Treuchtlingen Gymnasialzug

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Organische Chemie: Die Organische Chemie beschäftigt sich mit dem Aufbau, der erstellung und den Eigenschaften von chemischen Verbindungen, deren Teilchen Kohlenstoffatome enthalten. Ausnahmen: Kohlenstoffoxide (z.b. CO 2 ), Kohlensäure ( 2 CO 3 ), Carbonate ( X y CO 3 ) Einteilung der Kohlenwasserstoffe Verbindungen, deren Moleküle nur aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen aufgebaut sind. Kohlenwasserstoffe gesättigte Moleküle ungesättigte Moleküle Alkane Alkene Alkine C C C = C C C ringförmig kettenförmig (Cycloalkane) Alkane Gesättigte Kohlenwasserstoffe mit der allgemeinen Molekülformel C n 2n+2. In den Molekülen liegen nur Einfachbindungen vor. omologe Reihe der Alkane Die Moleküle der Alkane werden in einer homologen Reihe geordnet. Sie unterscheiden sich ab dem Ethan aufsteigend durch eine zusätzliche C 2 -Gruppe: Methan Ethan Propan Butan Pentan exan eptan Octan Nonan Decan C 4 3C-C 3 3C-C 2-C 3 3C-(C 2) 2-C 3 3C-(C 2) 3-C 3 usw... Isomere: Moleküle, die die gleiche Summenformel aber unterschiedlichen räumlichen Bau besitzen. Isomere Konformationsisomere Konstitutionsisomere - gleiche Valenzstrichformel - verschiedene Valenzstrichformel - unterschiedliche räumliche Anordnung - unterschiedlicher Name - unterschiedliche Struktur Beispiel: 1,2-Dibromethan Beispiel: C 4 10 n-butan i-butan gestaffelt ekliptisch 1

Nomenklatur der Alkane nach IUPAC-Regeln: Längste unverzweigte Kette von verbundenen Kohlenstoffatomen (auptkette) ermitteln. Stammname des Alkans angeben: 1 2 3 4 5 3 C C 2 C 2 C 2 C 3 => Pentan auptkette durchnummerieren, mit dem Kohlenstoff-Atom beginnend, das einer Verzweigung am nächsten steht. Alkyl-Reste (Seitenketten) benennen, alphabetisch ordnen und dem Stammnamen voranstellen. Von der Seite beginnen, welche die kleinsten Zahlen für die Seitenketten ergibt: 1 2 3 4 5 3 C C C 2 C 2 C 3 => 2- Methylpentan C 3 Anzahl der gleichen Seitenketten werden durch griechische Zahlenworte (di, tri, tetra, penta,... ) vor dem jeweiligen Namen des Alkyl-Restes angegeben. Verzweigungsstellen zwischen aupt- und Seitenkette werden in arabischen Zahlen angegeben: C 2 5 1 2 3 4 5 3 C C C 2 C 2 C 3 => 3-Ethyl-2,3-dimethylpentan C 3 C 3 Molekülstruktur - Physikalische Eigenschaften der Alkane Basiskonzept: Struktur-Eigenschaft Basiskonzept: Stoffebene Teilchenebene Schmelz- und Siedetemperaturen der Alkane Alkanmoleküle sind unpolare Moleküle Zwischen ihnen wirken nur van-der-waals-kräfte. Diese nehmen mit der Kettenlänge zu und sind zwischen linearen Isomeren größer als zwischen verzweigten. Je stärker die zwischenmolekularen Kräfte sind, desto größer sind Schmelz- und Siedetemperaturen der Stoffe. Teilchenebene Stoffebene Löslichkeit / Mischbarkeit Grundwissen 9.Klasse Chemie: Wechselwirkungen zwischen Teilchen Unpolare Moleküle können schlecht zwischen polaren Teilchen (oder Ionen) eingelagert werden, da zwischen diesen stärkere Kräfte (Dipol-Dipol-Wechselwirkungen, Ionenbindungen) wirken. Alkane sind gut löslich in Stoffen aus unpolaren Teilchen (lipophil), schlecht löslich in Stoffen aus polaren Teilchen wie Wasser (hydrophob). Teilchenart Teilchenebene Stoffebene Alkan-Moleküle unpolare Moleküle lipophil / hydrophob z.b. Wasser-Moleküle polare Moleküle lipophob / hydrophil 2

Chemische Eigenschaften der Alkane Alkane sind brennbar, bei der vollständigen Verbrennung entstehen Wasser und Kohlenstoffdioxid. Bevorzugter Reaktionstyp: Radikalische Substitution (Austauschreaktion) mit alogen-atomen: - omolytische Spaltung des alogenmoleküls durch Licht und Bildung von zwei alogenradikalen - Ein alogenradikal reagiert mit einem Wasserstoffatom des Alkanmoleküls zu Wasserstoffhalogenid - Das zweite alogenradikal reagiert mit dem Alkylradikal zu einem alogenalkan-molekül. Radikal Reaktives Teilchen, welches ein ungepaartes Elektron besitzen: Alkene Ungesättigte Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer Doppelbindung. Die allgemeine Molekülformel von Alkenen mit einer Doppelbindung lautet: C n 2n Alkine Ungesättigte Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer Dreifachbindung. Die allgemeine Molekülformel von Alkinen mit einer Dreifachbindung lautet: C n 2n-2 Nomenklatur der Alkene / Alkine Alkene sind durch die Endung -en, Alkine durch die Endung -in gekennzeichnet. Die Lage der Mehrfachbindung wird durch eine arabische Zahl vor der Endung verdeutlicht. Die Anzahl der Mehrfachbindungen durch griechische Zahlenworte vor der Endung angegeben. Bei der Nummerierung der auptkette wird mit dem Kohlenstoff-Atom begonnen, das näher an der ersten Mehrfachbindung liegt. Beispiel: 3-Propyl-1,4-hexadien Chemische Eigenschaften der Alkene / Alkine Alkene und Alkine sind reaktionsfähiger als Alkane. Alle Alkene und Alkine sind brennbar. Alkene und Alkine reagieren nach dem Mechanismus der Elektrophilen Addition mit alogenen (alogenwasserstoff, Wasser, Wasserstoff). Stoffe aus ungesättigten Molekülen lassen sich durch Reaktion mit Kaliumpermanganat-Lösung nachweisen. aunfärbung einer violetten Kaliumpermanganat-Lösung durch Bildung von aunstein (MnO 2 ) in einer basischen Lösung (Baeyerprobe): Grundwissen 9.Klasse Chemie: Redox-Reaktionen Red : MnO 4 - + 3 e - + 2 2 O MnO 2 + 4 O - 2 Ox : 2 C=C 2 + 2 O - O-C 2 -C 2 -O + 2 e - 3 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------- Redox: 3 2 C=C 2 +2 MnO 4 - + 4 2 O 2 MnO 2 + 3 O-C 2 -C 2 -O + 2 O - Ethan-1,2-diol Viele Alken-Moleküle können in einer Polymerisationsreaktion zu Makromolekülen reagieren. 3

Alkohole / Alkanole Die funktionelle Gruppe der Alkohole ist die ydroxyl-gruppe (O-Gruppe). Die allgemeinen Molekülformel für Alkohole mit einer ydroxyl-gruppe lautet: C n 2n+1 O omologe Reihe und Nomenklatur der Alkohole Die ersten Glieder der homologen Reihe der Alkohole sind: Methanol, Ethanol, Propanol,... Dem Namen des entsprechenden Alkans wird die Endung -ol angehängt. Konstitutionsisomerie der Alkohole Die ydroxyl-gruppe kann in der homologen Reihe ab Propanol an unterschiedliche Kohlenstoffatome gebunden sein. Die Stellung der ydroxyl-gruppe wird durch eine arabische Ziffer vor der Endung -ol angegeben. Beispiel: Propan-1-ol Einteilung der Alkohole Alkoholmoleküle primäres Alkoholmolekül sekundäres Alkoholmolekül tertiäres Alkoholmolekül ydroxyl-gruppe an einem Kohlenstoff-Atom mit...... zwei Wasserstoff-Atomen einem Wasserstoff-Atom...keinem Wasserstoff-Atom Diole, Triole, Polyole Diole enthalten zwei, Triole drei und Polyole mehrere ydroxyl-gruppen im Molekül, wobei meist jeweils nur eine ydroxyl-gruppe an einem Kohlenstoff-Atom gebunden ist (Erlenmeyer-Regel). Physikalische Eigenschaften der Alkohole Alkohol-Moleküle besitzen einen unpolaren Kohlenwasserstoff-Rest und eine polare ydroxyl-gruppe, sie sind somit amphiphil. _ Beispiel: Propan-1-ol C C C O Ausbildung von Wasserstoffbrückenbindungen zu anderen Molekülen Ausbildung von v.d.w.-kräfte zu anderen Molekülen Siede- und Schmelztemperaturen der Alkohole liegen entsprechend höher als die vergleichbarer Alkane, da mehr Energie erforderlich ist um die zusätzlichen Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Molekülen zu überwinden. Je größer der unpolare Kohlenwasserstoff-Rest ist ( Ethanol Propan-1-ol Butan-1-ol), desto weniger polar ist das entsprechende Alkohol-Molekül. Je unpolarer die Alkohol-Moleküle, desto schlechter lässt sich der entsprechende Alkohol mit Wasser mischen und umso besser mischbar ist dieser mit Stoffen aus unpolaren Teilchen. Chemische Eigenschaften der Alkohole Alle Alkohole sind brennbar, bei der vollständigen Verbrennung entstehen Wasser und Kohlenstoffdioxid. Alkohol-Moleküle lassen sich durch entsprechende Oxidationsmittel (Kupfer(II)oxid, Permanganat-Ionen, Dichromat-Ionen) oxidieren. Oxidation Oxidation Primäre Alkohole Aldehyde Sekundäre Alkohole Ketone Tertäre Alkohol-Moleküle lassen sich nicht oxidieren. Bei Einwirkung stärkerer Oxidationsmittel wird die Molekülstruktur aufgebrochen. 4

Aldehyde / Ketone Die funktionelle Gruppe ist die Carbonylgruppe: Das Carbonyl-Kohlenstoffatom ist an ein Sauerstoffatom mit einer Doppelbindung gebunden. Enthält ein Molekül eine Carbonylgruppe, bezeichnet man es auch als Carbonylverbindung Aldehyde Ketone O O R C R C R Aldehydgruppe Ketongruppe omologe Reihe und Nomenklatur der Aldehyde (Alkanale) und Ketone (Alkanone) Die ersten Glieder der homologen Reihe der Aldehyde sind: Methanal, Ethanal, Propanal,... Dem Namen des entsprechenden Alkans wird die Endung -al angehängt. Die ersten Glieder der homologen Reihe der Alkanone sind: Propanon, Butanon, Pentanon,... Dem Namen des entsprechenden Alkans wird die Endung -on angehängt. Die Stellung der Carbonylgruppe wird durch eine arabische Ziffer vor der Endung -on angegeben (z.b. Pentan-2-on). Physikalische Eigenschaften der Aldehyde / Ketone Aldehyd-Moleküle besitzen einen unpolaren Kohlenwasserstoff-Rest, Keton-Moleküle zwei KW-Reste. Die Alkyl-Reste bilden v.d.w.-kräfte zu anderen undpolaren Molekülen. Die polare Carbonyl-Gruppe bildet Dipol- Dipol-Wechselwirkungen zu anderen polaren Molekülen (Wasserstoffbrücken-Bindungen nur zu Wassermolekülen). Siede- und Schmelztemperaturen der Alkanale und Alkanone liegen entsprechend höher als die vergleichbarer Alkane. Sie liegen niedriger als die entsprechender Alkohole. Je größer der unpolare Kohlenwasserstoff-Rest ist, desto weniger polar ist das entsprechende Aldehyd- bzw. Keton- Molekül. Je unpolarer die Carbonyl-Moleküle, desto schlechter lassen sich die entsprechenden Stoffe mit Wasser mischen und umso besser mischbar sind diese mit Stoffen aus unpolaren Teilchen. Chemische Eigenschaften der Aldehyde / Ketone Alle Aldehyde / Ketone sind brennbar, bei der vollständigen Verbrennung entstehen Kohlenstoffdioxid und Wasser. Aldehyd-Moleküle wirken reduzierend, sie lassen sich durch entsprechende Oxidationsmittel zu Carbonsäure- Molekülen oxidieren: Oxidation Ketone wirken nicht reduzierend, sie lassen Aldehyde Carbonsäuren sich nicht ohne Bindungsbruch oxidieren. Typische Nachweisreaktionen für Aldehyde beruhen auf der reduzierenden Wirkung der Moleküle: Fehlingprobe: Reduktion von Kupfer(II)-Ionen zu Kupfer-Atomen Silberspiegelprobe: Reduktion von Silber(I)-Ionen zu Silber-Atomen Nucleophile Addition: Addition eines nucleophilen Teilchens (z.b. Wasser-, Ammoniak-, Alkoholmoleküle) an das positivierte Carbonyl-Kohlenstoffatom und anschließende intramolekulare Protonenwanderung. O δ- δ+ R C X R Elektrophil Nucleophil 5

Elektrophil Elektronen-liebendes Teilchen Das elektronenarme Teilchen wird als Elektrophil bezeichnet. Elektrophile Reaktionspartner sind positiv geladen (Kationen) oder besitzen eine stark positive Teilladung. Nucleophil Kern-liebendes Teilchen (Anionen, polare oder polarisierte Teilchen) greifen mit ihrer negativen Ladung bzw. Teilladung das Reaktionspartner-Teilchen am Ort geringer Elektronendichte an. Carbonsäuren Funktionelle Gruppe: Carboxylgruppe / Carbonsäuregruppe Carboxylkohlenstoff-Atom ist an ein Sauerstoff-Atom mit einer Doppelbindung und eine ydroxyl-gruppe gebunden. O Carbonyl-Gruppe Carboxyl-Gruppe / Carbonsäure-Gruppe R C O ydroxyl-gruppe omologe Reihe und Nomenklatur der Carbonsäuren: Erste Glieder der homologen Reihe der Alkansäuren (Rest R: Alkylrest): Methansäure, Ethansäure, Propansäure,.... Dem Namen des entsprechenden Alkans wird die Endung -säure angehängt. Physikalische Eigenschaften von Carbonsäuren Alkansäure-Moleküle besitzen einen unpolaren Kohlenwasserstoff-Rest, der v.d.w.-kräfte zu anderen unpolaren Molekülen ausbilden kann und eine polare Carboxyl-Gruppe, die Dipol-Dipol-Wechselwirkungen und Wasserstoffbrücken-Bindungen zu anderen polaren Molekülen ausbilden kann. Siede- und Schmelztemperaturen der Alkansäuren liegen entsprechend höher als die vergleichbarer Alkane. Je größer der unpolare Kohlenwasserstoffrest ist, desto weniger polar ist das entsprechende Alkansäuremolekül. Je unpolarer die Carboxyl-Moleküle, desto schlechter lassen sich die entsprechenden Stoffe mit Wasser mischen. Zwischen den Carboxyl-Gruppen von Carbonsäure-Moleküle bilden sich -ückenbindungen aus, sodass Doppelmoleküle entstehen, die nach außen unpolar sind. Alle Alkansäuren lösen sich gut in Lösungsmitteln aus unpolaren Teilchen. Chemische Eigenschaften der Carbonsäuren Carbonsäuren verbrennen bei der vollständigen Verbrennung zu Kohlenstoffdioxid und Wasser. Carbonsäure-Moleküle sind Säure-Teilchen: Grundwissen 9.Klasse Chemie: Protolyse Die Carboxylgruppe von Carbonsäure-Molekülen kann ein Proton abspalten. Mit Wasser-Molekülen bilden sich Oxoniumionen und Carboxylat-Ionen (Carbonsäure-Anionen). O O + 2O - + 3O + R C O R C O Säurestärke: Je stärker polarisiert die O -Bindung der Carboxyl-Gruppe ist, desto leichter kann das Proton abgespalten werden und desto stärker ist die Säure. Protolysegleichgewicht: Bei wässrigen Lösungen schwacher Säuren liegen nicht deprotonierte Säure-Moleküle und Säure-Anionen in einem bestimmten Verhältnis nebeneinander vor. 6

Ester / Estergleichgewicht Alkoholmoleküle reagieren mit Carbonsäure-Molekülen in Gegenwart einer starken Säure als Katalysator zu Ester- Molekülen und Wasser-Molekülen Es stellt sich ein chemisches Gleichgewicht ein, d.h. Edukte und Produkte liegen nebeneinander vor. Die Esterbildung (Veresterung) ist eine Kondensationsreaktion, die Esterspaltung (Verseifung) eine ydrolyse. O O Veresterung C C O + O C C C O C + 2 O ydrolyse Ethansäure Methanol Ethansäuremethylester Mechanismus der Esterbildung: Addition des Nucleophils (Alkoholmolekül) an das positivierte Carbonyl- Kohlenstoffatom, intramolekulare Protonenwanderung, Abspaltung des Wassermoleküls. Fette Fettmoleküle sind Verbindungen (Triester) aus einem Propan-1,2,3-triol-Molekül (Glycerin) und drei gleichen oder ungleichen Fettsäure-Molekülen. Fettsäure-Moleküle Carbonsäure-Moleküle mit meist langem Alkylrest (R) und gerader Anzahl von Kohlenstoffatomen z.b. Butan- (Butter-), exadecan- (Palmitin-), Octadecan- (Stearin-), Octadec-9-ensäure (Ölsäure). Ungesättigte FS-Moleküle Z-Stellung der Wasserstoffatome an der Doppelbindung Molekülknick Fettsäureanionen (Seifenanionen) sind amphiphil und damit grenzflächenaktiv Micellenbildung, Emulgiervermögen, Waschwirkung. Eigenschaften der Fette Aufgrund der langen Fettsäure-Reste in den Molekülen sind Fette wasserunlöslich und damit hydrophob / lipophil. Die Dichte der Fette ist geringer als die von Wasser. Je ungesättigter (mehr Doppelbindungen!) die Fettsäure-Reste in den Molekülen, desto niedriger liegt der Schmelztemperaturbereich des entsprechenden Fettes. Bedeutung der Fette Grundwissen 10.Klasse Biologie: Ernährung und Verdauung Nährstoff Speicherstoff, ermöglicht die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Nachwachsende Rohstoffe und Energiequellen. 7

Aminocarbonsäure / Aminosäuren 20 natürlich vorkommende proteinogene Aminosäuren An einem Kohlenstoffatom sind eine Carbonsäure-, eine Aminogruppe, ein Wasserstoffatom und ein organischer Rest (R) gebunden. 2-Aminoethansäure (Glycin): R = 2-Aminopropansäure (Alanin): R = C 3 Aminogruppe 2 N C COO Carbonsäure-(Carboxyl-)gruppe R Als Feststoff und in wässrigen Lösung mit entsprechendem p-wert liegen die AS-Teilchen in Form von + Zwitterionen mit Carboxylatgruppe ( COOˉ ) und Ammoniumgruppe ( N 3 ) vor. Peptidbindung Säureamidbindung, die durch eine Kondensationsreaktion der Carboxylgruppe des einen AS-Moleküls mit der Aminogruppe des anderen AS-Moleküls entsteht. Verknüpfung von AS-Molekülen zu Dipeptid-, Tripeptid-, Polypetid- oder Proteinmolekülen. Proteinmoleküle Grundwissen 10.Klasse Biologie: Ernährung und Verdauung Makromoleküle aus mehr als 100 AS-Monomeren. Anzahl, Art und Reichenfolge der durch Peptidbindungen verknüpften AS-Moleküle bestimmt die räumliche Struktur der Proteinmoleküle und damit Funktion und Eigenschaft der Proteine. Die räumliche Struktur wird durch inter- und intramolekulare Wechselwirkungen und Bindungen stabilisiert. Durch hohe Temperatur, saure Lösungen und Schwermetalllösungen wird die räumliche Struktur zerstört, d.h. das Proteinmolekül denaturiert. Bedeutung der Proteine Nährstoff, Baustoff, Wirkstoff (Enzym) Kohlenstoffhydrate Monosaccharide (Einfachzucker): z.b. Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) Disaccharide (Zweifachzucker): z.b. Maltose (Malzzucker), Saccharose (aushaltszucker) Polysaccharide (Vielfachzucker): Makromoleküle z.b. aus Glucosemonomeren: Stärke, Cellulose Glucosemolekül Molekülformel: C 6 12 O 6 Kettenform: 2,3,4,5,6-Pentahydroxyhexanal (Fischer-Projektions-Formel) 1 O C C O O C C O C O 6 C 2O Eselsbrücke: ta-tü-ta-ta = Stellung der ydroxylgruppen in der Fischer-Projektions-Formel 6 5 4 1 3 2 Ringschluss durch nucleophile Addition der ydroxylgruppe des C5-Atoms an die Aldehydgruppe. 8

Stärkemolekül Grundwissen 10.Klasse Biologie: Ernährung und Verdauung Makromolekül aus bis zu 1 Million Glucosemonomeren mit elixstruktur. Verknüpfung durch Kondensationsreaktion der O-Gruppe des C1-Atoms des einen und der O-Gruppe des C4- Atoms des anderen Glucosemoleküls. Eigenschaften der Kohlenstoffhydrate Mono- und Disaccharide schmecken süß, sind gut wasserlöslich und zersetzen sich beim Erhitzen aufgrund der zahlreichen ydroxylgruppen in den Molekülen. Bedeutung der Kohlenstoffhydrate Glucose, Fructose, Maltose, Saccharose, Stärke Nährstoffe (Energielieferanten) Cellulose: Zellwandmaterial der Pflanzen, verdauungsfördernder Ballaststoff des Menschen Chitin: Bau- und Gerüstsubstanz bei Pilzen und Insekten Stärke, Cellulose nachwachsende Rohstoffe gez. Kränzlein gez. ertlein 9