Factsheet INSM-Integrationsmonitor Die große Zahl an Flüchtlingen ist für Deutschland eine große Herausforderung. Integration gelingt am besten über den Arbeitsmarkt. Arbeit ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben und entlastet das Sozialsystem in Deutschland. Um so mehr braucht es jetzt eine Politik, die Einstiegshürden am Arbeitsmarkt beseitigt und auf Wirtschaftswachstum setzt, damit diese humanitäre Aufgabe bewältigt werden kann. Wichtig ist, die Chancen der Integration realistisch zu betrachten. Denn fest steht: Die Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt ist ein langfristiger Prozess. Der INSM Integrationsmonitor wurde vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt und wird zwei mal pro Jahr erscheinen. Ziel ist es, die Debatte mit Fakten zu bereichern und auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen abzuleiten. Der Monitor zeigt: Wer kommt zu uns und welche Fähigkeiten und Talente bringen die Menschen mit? Wer findet schnell eine Beschäftigung und welche Gruppe braucht Hilfe? Welche Erfahrungen machen Unternehmen mit Flüchtlingen? Denn nur auf der Grundlage solider Daten lassen sich erfolgversprechende Maßnahmen ableiten. Handlungsempfehlungen: Reduzierung der Asylverfahrensdauer auf maximal drei bis sechs Monate durch weitere Aufstockung des Verwaltungspersonals. Die Vorrangprüfung und das Zeitarbeitsverbot sollte dauerhaft und überall in Deutschland aufgehoben werden. Bereitstellung zusätzlicher Sprachkurse für Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive, aber auch für die Gruppe die nicht in diese Kategorie fallen aber aus nicht sicheren Ländern stammen. Flüchtlinge sollten Zugang zu allen Förderleistungen der Berufsausbildung durch die Bundesagentur für Arbeit erhalten, sobald ein Ausbildungsvertrag geschlossen wurde. Gut qualifizierten Flüchtlingen sollte der Zugangsweg zu einem Aufenthaltstitel der Fachkräftezuwanderung erleichtert werden.
Fakt 1: Wer kommt zu uns? Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien Zwei Drittel im erwerbsfähigen Alter Altersstruktur der Asylbewerber Herkunftsregionen der Asylbewerber Rest der Welt: 13,4 % 216** Insgesamt 25,6 % 5, % 51,1 % 17,7 %,6 % Westbalkanländer: 5,5 % Übrige nichteuropäische Asylzugangsländer: 7,1 % Eritrea: 1,9 % Syrien: 42,5 % 26,7 % 5,4 % 5,4 % 17, %,5 % 1 2 3 4 5 6 7 8 9 1 Quelle: Eurostat, 216 Seite 9 Afghanistan: 13,9 % Irak: 15,7 % Jünger als 14 Jahre 14 bis 17 Jahre 18-34 Jahre 35 bis 64 Jahre 65 Jahre und älter **Daten für das erste Quartal Quelle: Eurostat, 216 Seite 1
Fakt 2: Beschäftigungsentwicklung Beschäftigung steigt leicht Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Flüchtlingen aus den 4 Hauptherkunftsländern Einstieg mit Helfertätigkeit Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nach Anforderungsniveau Beschäftigte Gesamtbevölkerung 8. 7. 6. 5. 5.194 53.495 8,6 8,% 4,8 4,9% 3,5 % 13,1 13,% 13, % 4. 57,7 57,8% 3. 2. 46,6 47,5% 1. 15,5 % Mai Juli 215 Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 216a Seite 14 Sep Nov 216 Nov 215 Ohne Azubis Experte Spezialist Fachkraft Helfer Nov 215 Rest zu 1: Keine Angabe Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 216b Seite 16
Fakt 3: Arbeitslosigkeit Arbeitslose 16. 14. 12. 1. 8. 6. 4. 2. 215 Arbeitslosigkeit: fehlende Qualifikation erschwert Beschäftigung Gesamtbevölkerung Mai Juli Sep Arbeitslose Personen nach Qualifizierungsniveau Nov 216 65,7 123.45 99.66 Mai Arbeitslosenquote in Prozent 1 9 8 7 6 5 4 3 2 1 8,7 % 7,2 % 3,4 % 8,7 % Mai 216 7,5 % 41,8 % 48,3 % Mai 216 2,4 % Arbeitslose Flüchtlinge (linke Achse) Niedrigqualifizierte arbeitslose Flüchtlinge (linke Achse) Arbeitslosenquoten in Prozent (rechte Achse) Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 216a; eigene Berechnungen Seite 2, 22 Keine Angabe Akademische Ausbildung Betriebliche / schulische Ausbildung Ohne (formale) Ausbildung Quelle: Bundesagentur für Arbeit, 216b Seite 21 Fakt 4: Unternehmenserfahrungen Hürden für die Einstellung von Flüchtlingen aus Unternehmersicht Unzureichende Deutschkenntnisse 66,5 % Unzureichende fachliche Kompetenzen 47,6 % Unzureichende Informationen über das Qualifikationsniveau Unsicherheit bezüglich der möglichen Beschäftigungsdauer Bürokratischer Aufwand bei der Einstellung 25,3 % 33,2 % 36,7 % Quelle: IW-Personalpanel 216 Seite 34
Vor allem große Unternehmen beschäftigen Flüchtlinge Beschäftigung von Flüchtlingen nach Mitarbeiterzahl 4,7 % 13, 6,8 % 13, 2,3 % 2,2 % 13,2 % 57,8 14,4 % Sind in Ihrem Unternehmen Flüchtlinge beschäftigt? (Mit Azubis) Ja Derzeit nicht, aber in den letzten zwei Jahren 6,1 % 5,8 % Rest zu 1: Nein und Weiß nicht; Fallzahl: 54 Quelle: IW-Personalpanel 216 Gesamt 1 bis 49 5 bis 249 25 und mehr Seite 29 Fakt 5: Zusammenhang Spracherwerb und Erwerbstätigkeit Spracherwerb erhöht Jobchancen Zwischen der Wahrscheinlichkeit auf Erwerbstätigkeit und den Sprachkenntnissen ist ein klarer Zusammenhang erkennbar Sehr gute Sprachkenntnisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit auf Erwerbstätigkeit um 8,5% Schlechte Sprachkenntnisse verringern die Beschäftigungswahrscheinlichkeit um 18,3% Quelle: SOEP-IAB-Migrationsstichprobe (Brücker et al. 214) Seite 41 Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft GmbH Georgenstraße 22 1117 Berlin T 3 27877-171 Stand: Juni 216