WINTERDIENST IN WIEN

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Transkript:

WINTERDIENST IN WIEN

2 Winterdienst In Ballungsgebieten wie der Bundeshauptstadt Wien stellt die Verkehrsdichte speziell für den Winterdienst eine zeitweilig kaum bewältigbare Herausforderung dar. Ein gut ausgebautes, dem Verkehr angepasstes Verkehrsnetz kann selbst mit einem gut funktionierenden Winterdienst den Verkehrsfluss nicht gewährleisten, wenn sich die VerkehrsteilnehmerInnen ihrer Eigenverantwortung nicht bewusst sind. Winterreifen, eine der Witterung angepasste Fahrweise oder auch die Verwendung geeigneten Schuhwerkes sollten selbstverständlich sein. Besonders im Zeitalter eines gestiegenen und noch weiter steigenden Umweltbewusstseins muss auf der einen Seite die gesamte Palette der im Winterdienst zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses notwendigen Maßnahmen dieses Umweltbewusstsein berücksichtigen, während auf der anderen Seite dem Individualverkehr und damit dem Bedürfnis des Einzelnen nach Freiheit Rechnung zu tragen ist. Allerdings dürfen wirtschaftliche Gesichtspunkte nicht vernachlässigt werden. Dies gilt insbesondere für die auch ohne Winterdienst angespannte finanzielle Situation im kommunalen Bereich. Für alle Maßnahmen, die für den Winterdienst zu treffen sind, hat daher nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen der Grundsatz So viel wie nötig, so wenig wie möglich zu gelten. Jedenfalls geht aber immer die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer vor. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben stellt der Winterdienst für Wien nicht nur aufgrund seiner Größe, sondern auch wegen seiner teilweise sehr unterschiedlichen klimatischen, topographischen und sonstigen Gegebenheiten eine große Herausforderung dar.

Winterdienst 3 Daten, Fakten und Zahlen Gemäß der Geschäftseinteilung für den Magistrat hat die MA 48 den Winterdienst auf allen im Stadtgebiet liegenden Fahrbahnen (ausgenommen Autobahnen, Schnellstraßen, Privatstraßen, 53 Straßen gemäß Bauordnung für Wien) durchzuführen. Dieses Straßennetz hat eine Länge von rund 2.800 km. Die Fläche beträgt mehr als 23 Mio m². An Fahrzeugkapazitäten kann der Winterdienst in Summe auf rund 450 Fahrzeuge zurückgreifen. Diese gliedern sich in 92 vom Fuhrpark der MA 48 selbst betriebene Großstreufahrzeuge und mehr als 200 Kleinfahrzeuge der Straßenreinigung, sowie auf über 140 private Winterdienstfahrzeuge, auf die bei Bedarf kurzfristig zurückgegriffen werden kann. Im Gegensatz zum Winterdienst auf Autobahnen oder Landstraßen ist der Winterdienst in einer Großstadt noch in vielen Bereichen reine Handarbeit. Mehr als 26.000 Kreuzungsübergänge, 3.100 Haltestellen und 527 Behindertenparkplätze werden überwiegend manuell geräumt und gestreut. Die Straßenreinigung kann auf 670 MitarbeiterInnen für manuelle Winterdienstarbeiten zurückgreifen. Bei Bedarf können diese von bis zu 400 tageweise beschäftigten Aushilfsbediensteten unterstützt werden. Große Schneemengen führen wegen des sehr beschränkten Platzangebots speziell in den dicht verbauten Stadtgebieten auch zu einer großen Herausforderung. Mit oft mehr als 300 Lastkraftwagen muss dieser kurzfristig auf einer der genehmigten Ableerstellen entlang der Donau bzw. des Donaukanals entsorgt werden. In Wien-Auhof steht für verunreinigten Schnee eine große Abtaufläche mit Kanalanschluss zu Verfügung. Weil dieser Einsatz sehr aufwendig ist, kann der Schnee jedoch nur von Gefahrenstellen und verkehrswichtigen Knotenpunkten entfernt werden. Eine Schneeabfuhr zum Schaffen von zusätzlichen Parkplätzen ist nicht möglich. Wichtig ist eine gute Infrastruktur Der international anerkannte Qualitätsstandard des Winterdienstes von Wien ist nur wegen der guten vorhandene Infrastruktur aufrecht zu halten. Benötigte Ressourcen sind versorgungssicher und kurzfristig verfügbar. Es gibt 18 Winterdienstlagerplätze, wo die Winterdienstfahrzeuge rund um die Uhr Streumittel fassen können. Durch die dezentrale Anordnung dieser Plätze werden lange Leerfahrten vermieden. Um eine Versorgungssicherheit betreffend der Streumittel gewährleisten zu können, stehen vier Salzlagerhallen zur Verfügung. So ist Wien seit 2006 in der glücklichen Lage, den durchschnittlichen Jahresverbrauch an abstumpfenden (Streusplitt) und auftauenden (Natriumchlorid Salz und Kaliumkarbonat) Streumitteln bereits vor der Winterdienstsaison auf Lager zu haben. Eine dezentrale Anordnung der Personalunterkünfte stellt sicher, dass die Mitarbeiter-

4 Winterdienst Innen der Straßenreinigung nur kurze Wege zu deren Streuflächen zurücklegen müssen. Wer hat was zu tun Innerhalb von Wien erledigt die MA 48 den Winterdienst vor allem als interner Dienstleister für andere Magistratsdienststellen. Die grundsätzliche Verpflichtung eines Winterdienstes findet sich in einer Vielzahl gesetzlicher Vorschriften. Regelungen finden sich unter anderem im Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch ( 1295, 1319a), der Straßenverkehrsordnung ( 93), dem Bundesstraßengesetz, der Bauordnung für Wien, oder auch in Verordnungen wie jener, die den Einsatz von Streumitteln regelt (Winterdienstverordnung 2003). Das dominante Auftreten der Bediensteten der MA 48 erweckt bei der Bevölkerung oft den Eindruck, dass wir für den gesamten Winterdienst zuständig sind. Dem ist nicht so. Auf Gehsteigen, Privatstraßen oder privaten Liegenschaften liegt die Verpflichtung zum Winterdienst bei den jeweiligen AnrainerInnen bzw. LiegenschaftseigentümerInnen. Organisation des Winterdienstes Innerhalb der MA 48 liegt die organisatorische Verantwortung für den Winterdienst beim Leiter der Straßenreinigung. Während der Wintermonate ist jeden Tag ein eigener Winterdiensteinsatzleiter für den operativen Winterdiensteinsatz verantwortlich. Dieser kann auf einen Mitarbeiterstab zurückgreifen, welcher sich aus einem Funkeinsatzleiter, einem Journaldienstmitarbeiter und einem hauptsächlich mit Melde- und Dokumentationsaufgaben beschäftigten Mitarbeiter zusammensetzt. Die Anlaufstelle für die Bevölkerung, das Schneetelefon, kann mit bis zu 3 MitarbeiterInnen besetzt werden. In den Außenstellen sind 13 Kehrbezirksleiter und 70 Oberaufseher für die Umsetzung der operativen Aufgaben verantwortlich. Entsprechend der Prioritäten und der vorhandenen Ressourcen werden sowohl für jedes Winterdienstfahrzeug, als auch jede/n StraßenarbeiterIn individuelle Pläne erstellt. Ein Einhalten dieser Pläne und Vorgaben sichert den lückenlosen Winterdienst der MA 48. Alle Tätigkeiten werden für den Fall von Rechtsstreitigkeiten schriftlich und elektronisch dokumentiert. Wetterbeobachtungen erfolgen nicht nur mittels Informationen der MeteorologInnen und vollautomatischer Glättewarnanlagen, sondern auch durch Beobachtungen vor Ort. Für diese Aufgabe können bis zu drei Funkwagenfahrer eingesetzt werden. Die Hauptfahrbahnen können in Wien rund um die Uhr betreut werden. Für das untergeordnete Straßennetz kann eine Betreuungszeit von 6.00 bis 18.00 als Faustregel herangezogen werden. Bei entsprechender Witterung werden die Straßen mit geringer Verkehrsbedeutung ab 3.00 Uhr bis nach 20.00 winterlich betreut. Neben dem Pflügen und Streuen des rund 2.800 km langen Straßennetzes und der

Winterdienst 5 26.000 Kreuzungsübergänge umfasst der Winterdienst der MA 48 auch den vorbeugenden Schneeschutz durch das Errichten von Schneezäunen und das Einschlagen von Schneestangen. In Haltestellenbereichen von Autobuslinien, welche nicht im Auftrag der Wiener Linien tätig sind, erfolgt das Räumen, Streuen und, wenn erforderlich, eine Schneeabfuhr. Ebenso auf Gehsteigen entlang unbebauter landwirtschaftlich genutzter Grundstücke und solcher, die seitens der Straßen- oder Brückenbauabteilung zur winterlichen Betreuung übergeben wurden. In den letzen Jahren verstärkt festzustellen war, dass die RadfahrerInnen selbst bei Schneefall auf diese Art der umweltfreundlichen Fortbewegung nicht verzichten wollen. Baulich von den Gehsteigen getrennte Radwege werden von der MA 48 winterlich betreut. Ziel des Winterdienstes Grundsätzlich ist festzuhalten, dass im Winter nicht alle Straßen gleichzeitig geräumt und gestreut werden können. Weiters können durch den raschen Wechsel des Wetters und somit des Fahrbahnzustandes die Maßnahmen der Winterdienstorganisation jeweils erst nach einem gewissen Zeitraum wirksam werden. Die winterliche Betreuung des Wiener Straßennetzes erfolgt demnach entsprechend der Verkehrsbedeutung und Verkehrsbelastung. Hierfür sind entsprechende Räum- und Streupläne mit folgenden Zielen ausgearbeitet worden: Die Befahrbarkeit der Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen und Straßenzüge entlang der Linienführung öffentlicher Verkehrsmittel soll auch nach stärkeren Schneefällen gewährleistet sein. Die Behinderungen auf öffentlichen Straßen und Gehwegen durch winterliche Straßenverhältnisse sollen möglichst gering gehalten werden. Durch Räumen und Streuen sind die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss unter den gegebenen Witterungseinflüssen in zumutbarem Umfang zu gewährleisten. Durch eine Modernisierung des Fuhrparks und den Einsatz der Feuchtsalztechnologie sollen die ökologischen und ökonomischen Belastungen verringert werden.

6 Winterdienst Mit Sole-Kehrmaschinen, die einen Einsatz auch bei Temperaturen um 0 C möglich machen, wird bei entsprechenden Wetterverhältnissen bereits während der Winterdienstperiode begonnen, nicht mehr wirksames Streumittel einzukehren. Vorraussetzung für die Erreichung der oben genannten Ziele ist, neben einer entsprechenden Organisation, dass sich die VerkehrsteilnehmerInnen den geänderten Straßenverhältnissen im Winter anpassen und ihre Fahrzeuge mit Winterreifen und bei Bedarf mit Schneeketten ausrüsten. Umweltschutz im Winterdienst Die Wiener Bevölkerung reagiert sehr sensibel auf den Einsatz von Auftaumitteln. Fortschritte in der Streutechnologie und geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass der sinnvolle Einsatz von Auftaumittel ökologisch nun als unbedenklicher angesehen wird als jener von Streusplitt. Die MA 48 hat in den vergangenen Jahren mit erheblichem finanziellen Aufwand den Fuhrpark auf die Feuchtsalztechnologie umgestellt. Durch diese Technik ist nur mehr ein Bruchteil der bisher benötigten Auftaumittel bei gleichzeitiger Verbesserung der Tauwirkung erforderlich. Auch ein Teil der privaten Fuhrwerke konnte bereits umgerüstet werden. Bei den Fahrzeugen selbst wurde das Durchschnittsalter drastisch reduziert. Russpartikelfilter und Abgasnorm EURO 4 sind Standard. Nicht nur wegen der Bestimmungen der Winterdienstverordnung 2003, hat die Stadt Wien schon immer auf eine gute Qualität bei den Streumittel geachtet.

Winterdienst 7 Bei Streusplitt werden Dolomit und Basalt verwendet, als Auftaumittel Salz und Kaliumkarbonat. Um die Staubbelastung im Winter möglichst zu reduzieren, wurden die meisten Kehrmaschinen und Kehrgeräte für einen Soleeinsatz umgerüstet. Aufgewirbelter Staub wird beim maschinellen Kehren nun nicht mehr mit Wasser, sondern mit Sole gebunden. Ein Einsatz dieser Fahrzeuge ist somit auch im Winter bei geringen Minusgraden möglich. Nach dem Winter sind cirka 86.000 Wassereinlaufschächte zu reinigen und der Splitt ist von der Fahrbahn zu entfernen. Eingekehrter Splitt wird nicht einfach deponiert, sondern in einer Aufbereitungsanlage gereinigt, wodurch rund die Hälfte des Streusplitts neuerlich verwendet werden kann. Ein Drittel wird von der Baustoffindustrie verwendet und nur ein geringer Anteil muss deponiert werden. Den Zyklus des Winterdienstes schließen jährlich Aktionen zum Frühjahrsputz. In Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen, der Bevölkerung und der Stadtpolitik wird Wien jedes Jahr im Frühjahr auf Hochglanz gebracht. Die GärtnerInnen des Stadtgartenamtes pflanzen die Frühjahrsblumen. Wien blüht im wahrsten Sinn des Wortes auf und zeigt sich von der schönsten Seite. Für den Winterdienst der MA 48 bedeutet dies den Beginn der Vorbereitungsarbeiten für den kommenden Winterdienst. Denn der nächste Winter kommt bestimmt. Übersicht Winterdienst Saison 2003/2004 Saison 2004/2005 Saison 2005/2006 Saison 2006/2007 Schneehöhe (cm) 118 108 86 13 Tage mit Schneefall, Schneeregen 24 42 44 9 Tage mit Eisregen 0 1 0 0 abgeführte Schneemenge (m3) 41.830 141.765 33.948 0 aufgebrachter Streusplitt inkl. Wiener Linien (t) 28.174 21.015 20.120 1.633 aufgebrachte Sole (l) 0 nicht erfasst nicht erfasst 557.622 aufgebrachtes Salz (t) 13.959 12.106 16.267 2.743 aufgebrachtes Kalziumchlorid (t) 70 0 0 0 aufgebrachtes Kaliumkarbonat (t) 196 192 242 71 Einsatztage der Fahrzeuge der MA 48 127 109 127 64 Einsatztage von privaten Fuhrwerken 17 18 14 3 StreuarbeiterInnen (Manntage) 42.312 30.200 34.292 1.755 Kehrmaschineneinsatz (h) 25.808 31.144 23.545 30.162

www.abfall.wien.at Ing. Franz Bischof Einsiedlergasse 2 1050 Wien Tel.: + 43 1 58817 / 48061 Fax: + 43 1 58817 / 99 / 480045 E-Mail: franz.bischof@wien.gv.at Ing. Andreas Tesar Einsiedlergasse 2 1050 Wien Tel.: + 43 1 58817 / 48327 Fax: + 43 1 58817 / 99 / 480045 E-Mail: andreas.tesar@wien.gv.at Ing. Manfred Skerlan Einsiedlergasse 2 1050 Wien Tel.: + 43 1 58817 / 48296 Fax: + 43 1 58817 / 99 / 480045 E-Mail: manfred.skerlan@wien.gv.at Qualitätsmanagementsystem nach EN ISO 9001:2000 Umweltmanagementsystem nach EN ISO 14001:2004 Arbeitssicherheitsmanagementsystem nach OHSAS 18001:1999 REG.NO. AT-000514 Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Stadt Wien - MA 48-Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark. Stand: Juni 2007 Für den Inhalt verantwortlich: Peter Frybert, Einsiedlergasse 2, 1050 Wien. Gedruckt auf ökologischem Papier aus der Mustermappe von ÖkoKauf Wien. Fotos: MA 48