Wareneinkauf und Warenverkauf



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Wareneinkauf und Warenverkauf Für den Wareneinkauf und Warenverkauf werden drei Konti benötigt: Warenvorrat (Aktivkonto, wird zu Einstandspreisen geführt) Warenaufwand (Der Verbrauch von Waren wird zu Einstandspreisen gebucht) Warenertrag (Der Ertrag durch Warenverkäufe wird zu Verkaufspreisen gebucht) Der Einstandspreis wird wie folgt ermittelt: Bruttoeinkaufspreis Preisminderungen (Rabatt, Skonto) = Nettoeinkaufspreis Nettoeinkaufspreis + Bezugskosten (Transportkosten) = Einstandspreis Rabatt kann als Mengenrabatt, Mängelrabatt, Wiederverkaufsrabatt oder Sonderrabatt gewährt werden, Skonto wird gewährt, wenn man vor der Zeit bezahlt. Methode 1 Anfangsbestand: Warenvorrat Bilanz (Einstandspreis) Krediteinkauf: Warenvorrat Kreditoren (Einstandspreis) Nachträglicher Rabatt des Lieferanten: Kreditoren Warenvorrat Kreditverkauf: Debitoren Warenertrag (Verkaufspreis) Warenaufwand Warenvorrat (Einstandspreis) Bankzahlung an Liefer- Anten unter Abzug von 2 % Skonto Kreditoren Bank Kreditoren Warenvorrat Bankzahlung des Kunden unter Abzug von 2 % Skonto: Bank Debitoren Warenertrag Debitoren Schlussbestand: Bilanz Warenvorrat (Einstandspreis) Saldo Warenaufw: Erfolgsrechnung Warenaufwand Saldo Warenertr: Warenertrag Erfolgsrechnung Methode 2 Anfangsbestand: Warenvorrat Bilanz (Einstandspreis) Krediteinkauf: Warenaufwand Kreditoren (Einstandspreis) Nachträglicher Rabatt des Lieferanten: Kreditoren Warenaufwand Kreditverkauf: Debitoren Warenertrag (Verkaufspreis) Bankzahlung an Liefer- Anten unter Abzug von 2 % Skonto Kreditoren Bank Kreditoren Warenaufwand Bankzahlung des Kunden unter Abzug von 2 % Skonto: Bank Debitoren Warenertrag Debitoren Korrekturbuchung: Warenaufwand Warenvorrat (Einstandspreis) Schlussbestand: Bilanz Warenvorrat (Einstandspreis) Saldo Warenaufw: Erfolgsrechnung Warenaufwand Saldo Warenertr: Warenertrag Erfolgsrechnung

Mehrwertsteuer Der von einer Unternehmung geschaffte Mehrwert wird besteuert. Der normale Steuersatz ist 7,6 %. Der reduzierte Satz ist 2,4 %, er kommt bei Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs zur Anwendung. Für Beherbergungsleistungen (Übernachtung und Frühstück) kommt ein ermässigter Satz von 3,6 % zur Anwendung. Von der Steuer ausgenommen werden Umsätze, die die Deckung der Grundbedürfnisse beinhalten. Die Umsatzsteuer wird auf dem Verkaufswert erhoben. Die Vorsteuer wird auf dem Einkaufswert erhoben. Verbuchung nach der Nettomethode Kleidereinkauf: Kaufpreis 30 000.- Kleidervorrat - Kreditoren 30 000.- + MWST 7.6 % 2 280.- Debitor Vorsteuer - Kreditoren 2 280.- Rechnung: 32 280.- Kleiderverkauf: Verkaufspreis 70 000.- Kasse - Warenertrag 70 000.- + MWST 7.6 % 5 320.- Kasse - Kreditor Umsatzsteuer 5 320.- Rechnung 75 320.- Vorratsabnahme 30000.- WarenA - Kleidervorrat 30 000.- MWST Abrechnung Umsatzsteuerschuld 5320.- - Vorsteuerguthaben 2280.- = abzuliefernde MWST 3060.- Kreditor Umsatzsteuer - Debitor Vorsteuer 2 280.- Postüberweisung der MWST Netto 3060.- Kreditor Umsatzsteuer - Post 3 060.- Verbuchung nach der Bruttomethode Kleidereinkauf: Kaufpreis 30 000.- + MWST 7.6 % 2 280.- Rechnung: 32 280.- Kleidervorrat - Kreditoren 32 280.- Kleiderverkauf: Verkaufspreis 70 000.- + MWST 7.6 % 5 320.- Rechnung 75 320.- Kasse - Warenertrag 75 320.- Vorratsabnahme 30000.- Warenaufwand - Kleidervorrat 30 000.- Umsatzsteuer Warenertrag - Kreditor Umsatzsteuer 5 320.- Vorsteuer Debitor Vorsteuer - Kleidervorrat 2 280.-

MWST Abrechnung Umsatzsteuerschuld 5320.- - Vorsteuerguthaben 2280.- = abzuliefernde MWST 3060.- Kreditor Umsatzsteuer - Debitor Vorsteuer 2 280.- Postüberweisung der MWST Netto 3060.- Kreditor Umsatzsteuer - Post 3 060.-

Kalkulation im Handel Die Kalkulation verfolgt zwei Ziele, die Bestimmung des Einstandspreises, der Selbstkosten und des Nettoerlöses und die Ermittlung der Zuschlagssätze zur Preisfindung bei neuen Warenangeboten, für die kein Marktpreis besteht. Es gibt zwei Kalkulationsarten, die Gesamtkalkulation (Erfasst gesamte Kosten für alle Artikel eines Betriebes, daraus werden die Zuschlagssätze für die Einzelkalkulation abgeleitet) und die Einzelkalkulation, sie erfasst nur die Kosten für einen bestimmten Artikel. Gesamtkalkulation Reingewinn Bruttogewinn Gemeinkosten Selbstkosten Nettoerlös Nettoerlös - Warenaufwand = Bruttogewinn - Gemeinaufwand = Reingewinn Einstands wert Einstands wert Gemeinkostenzuschlag = Gemeinkosten * 100 --------------------------- Einstandswert Reingewinnzuschlag = Reingewinn * 100 --------------------------- Selbstkosten Bruttogewinnzuschlag = Bruttogewinn * 100 -------------------------- Einstandswert Bruttogewinnmarge = Bruttogewinn * 100 -------------------------- Nettoerlös Im Einkauf: Bruttokreditsankaufspreis (Katalogpreis) - Rabatt = Nettokreditankaufspreis (Rechnung, Faktura) - Skonto = Nettobarankaufspreis (Zahlung) + Bezugskosten = Einstand Was hat die Ware gekostet?

Im Verkauf: Bruttokreditverkaufspreis - Rabatt = Nettokreditverkaufspreis - Skonto = Nettobarverkaufspreis - Verkaufssonderkosten (Erlösminderungen) = Nettoerlös Was hat die Ware wieder eingebracht? Einzelkalkulation Einstandspreis (100%) + Gemeinkosten = Selbstkosten (100%) + Reingewinn = Nettoerlös (98%) + Skonto = Rechnungsbetrag (90%) + Spezialrabatt = Bruttoverkaufspreis ohne MWST (100%) + MWST = Bruttoverkaufspreis mit MWST

Nutzschwelle Es gibt fixe Kosten (wie z.b. Mietkosten), die immer gleich bleiben und variable Kosten, die mit der Höhe des Umsatzes steigen oder fallen. Ermittlung der Nutzschwelle (Break-even-point) Dies ist der Punkt, an dem weder Gewinn, noch Verlust erzielt wird, man berechnet ihn wie folgt: Verkaufspreis (Nettoerlös) - Variable Kosten (Einstandspreis) = Deckungsbeitrag Fixkosten / Deckungsbeitrag pro Stück = Anzahl Stück die es benötigt um weder Gewinn, noch Verlust zu erzielen Beim Erreichen der Nutzschwelle, sind folgende drei Bedingungen erfüllt: Erfolg = Fr. 0.- Deckungsbeitrag = Fixkosten Nettoerlös = Totalkosten