Cleavages Stein Rokkan 24. November 2008
Ablauf der Präsentation 1. Stein Rokkan (Biographie, Werk) 2. Makromodell /Cleavages 3. Die territoriale Strukturierung Europas 4. Parteiensysteme und Spaltungsstrukturen 5. Diskussionsfragen 22. November 2008 2
Stein Rokkan * Vågan, 4. Juli 1921 Bergen, 22. Juli 1979 1939-48 Philologie-Studium, Oslo 1948-50 UNESCO-Projekt, Paris 1951 Zurück nach Norwegen Gründet Int. Social Science Journal Prof. für Soziologie, Bergen Spezialgebiet: Vergleichende Politik 22. November 2008 3
Stein Rokkans Werke Erklärt die Vielfältigkeit der europäischen Gesellschaften aus ihrer Geschichte Entscheidende Erklärungsfaktoren: Staatenbildung, Nationenbildung und Demokratisierung bilden Viele Einzelarbeiten (teils graue Literatur ) Peter Flora rekonstruiert diese verstreuten Befunde zu einem Werk 22. November 2008 4
Ablauf der Präsentation 1. Stein Rokkan (Biographie, Werk) 2. Makromodell /Cleavages 3. Die territoriale Strukturierung Europas 4. Parteiensysteme und Spaltungsstrukturen 5. Diskussionsfragen 22. November 2008 5
Makromodell der politischen Entwicklung Europas Eine historisch-soziologische Erklärung der Modernisierung Europas Idee, dass sich die Struktur der gesellschaftlichen Konflikte, die den Entwicklungsverlauf eines Landes prägen, während sog. kritischer Phasen der Geschichte entwickelt haben. Das Modell umfasst die ganze Geschichte der Staatenbildung, Nationenbildung und Massenpolitik in Westeuropa; es stellt den Versuch dar, die zentralen Variablen in dem langen und komplexen Prozess zu identifizieren, der zudem gegenwärtigen territorialen, wirtschaftlichen und politischen Konstellationen geführt hat (Rokkan, 1976) Ausgangspunkt: 16. Jahrhundert Aufstieg des Kapitalismus, Westfälischer Friede (1648) 22. November 2008 6
Was sind gesellschaftlichen Konflikte? Gesellschaftliche Konflikte lassen sich festhalten an der Existenz eines sozialstrukturell verankerten Konflikts, der von sozial klar identifizier- und abgrenzbaren Gruppen getragen wird der sinnhaften Deutung dieses Konflikts durch soziale Gruppen, die ideologisch oder in ihren Werten relativ homogen sind der organisatorischen und politischen Repräsentation des Konflikts auf der Ebene von Parteien und/oder Verbänden bzw. Interessengruppen Cleavage-Definition von Franz Urban Pappi (1977) Cleavages sind dauerhafte politische Konflikte, die in der Sozialstruktur verankert sind und im Parteiensystem ihren Ausdruck finden 22. November 2008 7
Cleavages als historisch-soziologische Erklärung Alle kritischen Spaltungen sind Ausdruck von Protestbewegungen und Mobilisierungen gegen die etablierte, dominierende nationale Elite und ihre kulturellen Standards. Politisch wirksam werden gesellschaftlich verankerte Cleavages im Zuge der politischen Mobilisierung breiter Bevölkerungsschichten, v.a. im Zuge der Wahlrechtsausweitung. Zentrale Mobilisierungsinstanz: politische Parteien Conflicts and their translation into party systems (Mair, 1999) Parteien übersetzen Gegensätze in der sozialen und kulturellen Struktur in Forderungen und Handlungsbedarf 22. November 2008 8
Für die Spaltungsstruktur eines politischen Systems bedeutsam ist 1. Entstehungszeitpunkt von Spaltungen früher entstandene Spaltungen prägen die Form und Bedeutung späterer Spaltungen wesentlich mit 2. Hierarchie von Spaltungen Welche Cleavages sind zentral, welche weniger wichtig? 3. Überlagerung oder wechselseitige Verstärkung von Spaltungen? Überlagerung: konfliktdämpfende Wirkung Bsp CH: Sprachgrenzen Konfessionelle Grenzen Wechselseitige Verstärkung: polarisierende Wirkung Bsp Irland in UK: Sprache + Klasse + Konfession 22. November 2008 9
Die Folge von Cleavages Spaltungen im wirtschaftlichen System im politischen System im kulturellen System Möglichkeit unterschiedlicher Grenzlinien der einzelnen Systeme und ihrer Spaltungslinien Möglichkeit unterschiedlicher Entwicklungsdynamiken einzelner Spaltungslinien Zentral: Kombination von Spaltungslinien, die ein eigentümliches System bilden 22. November 2008 10
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Karte Europas Paradoxon: stärkste und stabilste Systeme am Rande > Peripherie Kernland fragmentiert (Dt, Italien) Drei Formen der Peripherisierung Eroberung (militärisch-administrativ) Wirtschaftliche Abhängigkeit Kulturelle Unterdrückung Eroberungs- und Besatzungswellen > komplizierte Sozialstruktur > Vereinfachung: 2 Achsen quer durch Europa 22. November 2008 12
Zwei dominante Spaltungsstrukturen im europäischen Raum West-Ost-Achse : Wirtschaft Westen: hohe Urbanisierung, starke Städte Osten: geringe Urbanisierung, schwache Städte Zentrum: Städtegürtel > Staatenbildung Nord-Süd-Achse : Kirchlich-religiös Norden: protestantisch, Staatskirchen, homogene Religiosität Süden: katholisch, überterritorial orientierte Kirchen, homogene Religiosität Zentrum: religiös gemischte und heterogene Gebiete > Nationenbildung 22. November 2008 13
Topologisch-typologisches Modell West-Ost-Dimension Seegestützt Städtegürtel Landgestützt Nord-Süd-Dimension katholisch mix protestant. 22. November 2008 14
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Dimensionen und Typen von Spaltungen Zentrum Elitenkonflikte G A Aufmerksamkeit G Zielerreichnug I Integration L Strukturerhaltung Wirtschaft A I Kultur Ressourcen Ideologie L Peripherie Opposition Flora, 1981 22. November 2008 16
Zweidimensionaler Raum soziopolitischer Spaltungen xxx Xxx xxx 22. November 2008 17
Spaltungen und kritische Perioden * * Flora, 1981 22. November 2008 18
Konzeptueller Rahmen: Die Konflikte Zentrum Klassenspaltung Arbeit-Besitz Konfessionelle S. Staat-Kirche Wirtschaft Kultur Spaltung Stadt-Land Ethn.-linguist. Spaltung Peripherie 22. November 2008 19
Spaltungen und kritische Perioden * * Flora, 1981 22. November 2008 20
Spaltungen und kritische Perioden * Erklären wichtigste Unterschiede des heutigen Parteiensystems Überall, ergo Vereinheitlichend Ladner, 2004 22. November 2008 21
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Diskussionsfragen xxx Entwicklung Arbeitet mit Momentaufnahmen und untersucht nicht zeitlichen prozess der Transformation Prozesse, die Spaltungen verursachen werden als gegeben betrachtet und nicht weiter erklärt xxx 22. November 2008 23
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Konzeptueller Rahmen Ladner, 2000 22. November 2008 25