RWA Rauch- und Wärmeabzug Basisinformationen, Vorschriften, Konzept Trox Hesco (Schweiz) AG Edgar Meier
- Zweck - Arten von Rauch und Wärmeabzügen - Gesetzliche Vorschriften - Bemessung - Zusammenfassung
Zweck Personenschutz Flucht der Gebäudeinsassen Schutz der Feuerwehrleute Sachwertschutz Verhinderung des Einsturz Übermäßige Beschädigung, Dämpfe Aufgabe Freihaltung der Fluchtwege Verhindern des Feuersprungs Verqualmung und Wärmestau
Rauchentwicklung und Temperaturverlauf Beispiel: 10 kg Schaumstoff = ca. 25.000 m 3 Rauch- / Brandgasvolumen Ziel: Rauchfreihaltung von Fluchtund Rettungswegen, damit Menschen, die sich in brennenden Gebäuden aufhalten, diese noch verlassen können, und den Rettungskräften die Bergung und den Löschangriff ermöglichen zu können.
Arten von RWA Systemen Das RWA System besteht grundsätzlich aus 2 Elementen: -Abluft (natürlich oder mechanisch) -Zuluft (natürlich oder mechanisch) Folgende Kombinationen von Ab- / Zuluft sind möglich: -Abluft und Zuluft natürlich -Abluft mechanisch / Zuluft natürlich -Abluft mechanisch / Zuluft mechanisch
Beispiel natürliche RWA
Beispiel maschinelle RWA
Von nachstehenden Organisationen sind in der Schweiz Normen und Richtlinien erhältlich: VKF: Brandschutzrichtlinie, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen CEN: pren 1366-8 / -9 / -10 pren 12101-7 / -8, pren 13501-3 / -4 DIN: 18232-6 SWKI: Richtlinie in Arbeit
Richtlinien: RWA ist in der Schweiz vorgeschrieben für: Treppenhäuser Industrie-, Gewerbe- und Lagerräume >200m2 Parkhäuser und Einstellräume für Motorfahrzeuge Theaterbühnen Beherbergungsbetriebe wie Krankenhäuser Räume mit grosser Personenbelegung, Verkaufsgeschäfte Besondere Nutzung RWA für bestimmte Gebäudearten: Hochäuser Hochregallager Atriumsbauten
Normenwerke: Es gibt verschiedene Normenwerke (DIN 18232, EN 12101) zur Bestimmung der für eine Entrauchung notwendigen Flächen resp. Abluftmengen. An dieser Stelle Fokus auf DIN Norm 18232: Festlegung der massgebenden Bemessungsgruppe aufgrund von Annahmen zur Brandentwicklungsdauer und zur Borandausbreitungs- Geschwindigkeit. In Abhängigkeit von Bemessungsgruppe und Raumhöhe wird die notwenige Rauchabzugsfläche mit Hilfe von Tabellen bestimmt. Analoges Vorgehen für natürliche und mechanische Entrauchung
Die DIN Norm basiert auf Modellrechnungen mit einem Zweizonenmodel: Simulationen 2-D: Vorteile: - Rasche Ergebnisse (kurze Rechenzeiten) - Gutes Instrument für die Erarbeitung eines grundsätzlichen Konzepts - Optimales Instrument für eine Vordimensionierung Nachteile: - Keine Angaben über Strömungsverhältnisse - Keine Berücksichtigung der Temperaturverteilung - Lokale Unstetigkeiten werden nicht abgebildet
Simulationen 3-D: Vorteile: - Angaben über Strömungsverhältnisse - Berücksichtigung der Temperaturverteilung - Lokale Unstetigkeiten werden abgebildet Nachteile: - Lange Rechenzeit - Ungeeignet für Vordimensionierung - Aufwendiges und anspruchvolles Auswerten der Resultate
Schiffbauhalle Zürich Die Schiffbauhalle in Zürich während dem Umbau in einen Theater / Restaurant-Komplex Rauchvisualisierung für einen Brand an der Bar im Restaurant "La Salle" (Bild: P. Rosemann) Quelle: AFC Air Flow Consulting, Zürich
Resultate und Schlussfolgerungen: Wenn der Nachweis über die Funktionalität der Entrauchung durch die Simulation auf Basis des Wunsch-Layoutes nicht erbracht werden kann, sind Optimierungen durchzuführen, bis die Anforderungen an die Schutzziele erfüllt werden.
Zusammenfassung Je nach Objekt (Komplexität) wird die verlangte Leistungsfähigkeit der RWA wie folgt bestimmt: Mit Hilfe der Richtlinien in Abhängigkeit der Grundfläche und der Nutzung der betrachteten Fläche (Prozent der Grundfläche). Mit Hilfe von Normen in Abhängigkeit der Höhe und der Brandleistung der betrachteten Fläche (absolute Werte). Ein definiertes Schutzziel (Sichtweiten, Höhe raucharme Schicht) muss erreicht werden. Mit Hilfe von Simulationen (2-D, 3-D) in Abhängigkeit der Geometrie des Raumes und der Brandleistung (absolute Werte). Ein definiertes Schutzziel muss erreicht werden.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!