Datenblatt Territoriales System

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BAYERISCHE VORALPEN Datenblatt Territoriales System 1. Territoriales System Kennzahlen Name: Bayerische Voralpen (Europäische Metropolregion München & Allgäu) Städtisches Zentrum: München Land: Deutschland Bundesland/ Region: Bayern 14.06.2013 Leibniz Universität Hannover Prof. Jörg Schröder, Dipl.-Ing. Univ. Kerstin Hartig, Dipl.-Ing. Univ. Urs Kumberger, Dipl.-Ing. Univ. Nathalie Hörth Karte 1: Satellitenbild Copyright: Leibniz Universität Hannover, Lehrstuhl für regionales Bauen und Siedlungsplanung, auf Grundlage von ArcGis Copyright 1995 2013 Esri, All rights reserved rot = EMM Europäische Metropolregion München / blau = ALL Allgäu GmbH

2. Territoriales System Referenzdaten EMM Europäische Metropolregion München Einwohner: 5.600.000 Fläche (km 2 ): 23.806 km 2 Dichte: 235 people/km 2 Anzahl der Gemeinden: 31 Gesprochene Sprachen: Deutsch Landnutzung (% im TS, anhand der Daten von CORINE Land Cover level 2) Städtisch geprägte Flächen (1.1): 4,55 Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen (1.2): 0,69 Abbauflächen, Deponien, Baustellen (1.3): 0,16 Grünflächen (1.4): 0,12 Ackerflächen (2.1): 32,32 Dauerkulturen (2.2): 0,37 Grünland (2.3): 20,07 Heterogene landwirtschaftliche Flächen (2.4): 9,99 Wälder (3.1): 27,02 Strauch- und Krautvegetationen (3.2): 1,81 Offene Flächen ohne/mit geringer Vegetation (3.3): 0,53 Feuchtflächen im Landesinneren (4.1): 0,76 Feuchtflächen an der Küste (4.2): n/a Wasserflächen im Landesinneren (5.1): 1,62 (Anhang:.shp file des territorialen Systems und der Grenzen der Pilotgebiete) 3. Territoriales System Referenzdaten ALL Allgäu GmbH Einwohner: 644.571 Fläche (km 2 ): 4.649 km 2 Dichte: 139 people/km 2 Anzahl der Gemeinden: 7 Gesprochene Sprachen: Deutsch Landnutzung (% im TS, anhand der Daten von CORINE Land Cover level 2) Städtisch geprägte Flächen (1.1): 2,84 Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen (1.2): 0,27 Abbauflächen, Deponien, Baustellen (1.3): 0,09 Grünflächen (1.4): 0,01 Ackerflächen (2.1): 2,89 Dauerkulturen (2.2): 0,27 Grünland (2.3): 48,37 Heterogene landwirtschaftliche Flächen (2.4): 8,05 Wälder (3.1): 22,38 Strauch- und Krautvegetationen (3.2): 4,92 Offene Flächen ohne/mit geringer Vegetation (3.3): 1,29 Feuchtflächen im Landesinneren (4.1): 0,33 Feuchtflächen an der Küste (4.2): n/a Wasserflächen im Landesinneren (5.1): 8,28 (Anhang:.shp file des territorialen Systems und der Grenzen der Pilotgebiete) * Anmerkung der Landkreis Ostallgäu mit der kreisfreien Stadt Kaufbeuren ist ebenfalls Mitglied in der EMM Allgäu = Pilotgebiet 4. Territoriales System Referenzdaten ALL + EMM Einwohner: 6.068.847 Fläche (km 2 ): 27.060 km 2 Dichte: 224 people/km 2 Anzahl der Gemeinden: 36 Gesprochene Sprachen: Deutsch Landnutzung (% im TS, anhand der Daten von CORINE Land Cover level 2) Städtisch geprägte Flächen (1.1): 4,63 Industrie-, Gewerbe- und Verkehrsflächen (1.2): 0,68 Abbauflächen, Deponien, Baustellen (1.3): 0,16 Grünflächen (1.4): 0,11 Ackerflächen (2.1): 30,01 Dauerkulturen (2.2): 0,40 Grünland (2.3): 19,29 Heterogene landwirtschaftliche Flächen (2.4): 10,16

Wälder (3.1): 27,42 Strauch- und Krautvegetationen (3.2): 2,55 Offene Flächen ohne/mit geringer Vegetation (3.3): 0,71 Feuchtflächen im Landesinneren (4.1): 0,72 Feuchtflächen an der Küste (4.2): n/a Wasserflächen im Landesinneren (5.1): 3,15 (Anhang:.shp file des territorialen Systems und der Grenzen der Pilotgebiete) Summe EMM und ALL (Ostallgäu mit Kaufbeuren ein Mal abgezogen) Karte 2: Landnutzung EMM + Allgäu GmbH EMM Europäische Metropolregion München Allgäu GmbH EuroGeographics für die administrativen Grenzen

5. Kriterien für die Auswahl des Territorialen Systems 5.1 Europäische Metropolregion München (EMM) + Allgäu GmbH Der Fokus des deutschen Beitrags zum Projekt RURBANCE liegt auf zwei Gebieten, die zusammen das Territoriale System bilden: Europäische Metropolregion München und Allgäu GmbH Die Metropolregion München ist eine der jüngsten Metropolregionen, gleichzeitig jedoch eine der ältesten regionalen Kooperationen. Entstanden ist sie 2009 aus einem Zusammenschluss der Greater Munich Area e.v. und der Initiative Europäische Metropolregion München. Sie besteht aus 24 südbayerischen Bezirken, mehr als 20 Kreisstädten und Gemeinden und den sechs kreisfreien Städten Augsburg, Ingolstadt, Kaufbeuren, Landshut, München und Rosenheim. Die Metropolregion München (EMM) ist eine der wirtschaftlich führenden Regionen Europas. Die Allgäu GmbH wurde im Jahr 2011 gegründet. Sie entstand aus dem Zusammenschluss der Allgäu Initiative GbR und der Allgäu Marketing GmbH. Ihr Hauptanliegen ist die Vereinfachung von Entwicklungsprozessen und die Koordination von überlappenden Kompetenzbereichen. Die Allgäu GmbH liegt zwischen den Metropolregionen München, Zürich und Stuttgart. Sie besteht aus vier Landkreisen und drei kreisfreien Städten. Es ist eine ländlich geprägte Region mit einigen Kleinstädten, mit etwa 650.000 Einwohnern. Die Allgäu GmbH befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Metropolregion München. Der Landkreis Ostallgäu, sowie die Stadt Kaufbeuren gehören hierbei beiden Einheiten an. Diese beiden Regionen bilden das Territoriale System, in dem das Pilot Gebiet ein Teilstück ist. Beide Systeme sind klar begrenzt, wodurch detaillierte Daten- und Informationen bezogen werden können. Außerdem sind ihre bereits gesammelten Erfahrungswerte ein idealer Anknüpfungspunkt für RURBANCE. 5.2 Gesamtkontext Bayerische Voralpen Weiterhin können diese beiden administrativen Regionen das Territoriale System nicht losgelöst betrachtet werden, sondern müssen im Gesamtkontext des Voralpenraums in Süddeutschland gesehen werden. Das Gebiet vom Chiemsee im Osten, dem Bodensee im Westen und den Alpen im Süden formt den Territorialen Kontext, womit eine neue territoriale Leseart und eine Vision für den Süden Deutschlands entwickelt wird. Der Territoriale Kontext ist nicht durch eine administrative Grenze definiert, sondern beinhaltet südliche Teile der beiden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. In Bayern bilden die Regionen Oberbayern und Schwaben das Territoriale System. In Baden-Württemberg beinhaltet es den Regierungsbezirk Tübingen. Weiterhin liegt eine Vielzahl wichtiger Städte in unserem Territorialen System, wobei München die größte und wichtigste Stadt in Bayern bildet. Weitere maßgebende Städte im Territorialen System Bayern sind Memmingen, Kempten, Kaufbeuren, Bad

Tölz und Rosenheim. Wichtige Städte in Baden-Württemberg sind Lindau, Ravensburg und Friedrichshafen. Der gewählte Bereich liegt im deutschen Naturraum des Alpenvorlandes. Dieser Naturraum ist unterteilt in das Nördliche Alpenvorland und das Südliche Alpenvorland. Der Territoriale Kontext beinhaltet zwei Untereinheiten des Südlichen Alpenvorlandes: das Subalpine Jungmoränenland und die Nagelfluhhöhen und Senken zwischen Bodensee und Wertach. Es enthält außerdem die südlichen Teile der zwei Unterregionen des Nördlichen Alpenvorlandes: die Isar-Inn-Schotterplatten und die Iller-Lech-Platte. Eine Vielzahl an Schlüsselfaktoren führt dazu, dass der Territoriale Kontext als eine Bioregion zu lesen ist: der Voralpenraum wird durch die Flüsse Isar, Iller, Lech und Inn definiert. Diese Flüsse laufen durch die hügelige Landschaft des Territoriums in Süd-Nord-Richtung. Weiterhin ist das Bild des Naturraums durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Die Vielzahl an Seen, die über das gesamte Gebiet verteilt sind, bilden eine landschaftlich außerordentliche Qualität für die Region. Außerdem muss der Naturraum des gewählten Gebietes als eine zusammenhängende Landschaft gelesen werden. Selbst wenn der Ursprung der natürlichen Gegebenheiten in verschiedenen Teilen leichte Unterscheidungen aufweist, so sind sie doch immer nah verbunden mit den natürlichen Gegebenheiten der Alpen. Auf Grund dieser natürlichen Faktoren hat das Gebiet über die Jahrzehnte eine spezifische Kultur und Identität entwickelt. Obwohl es natürliche kulturelle Unterschiede in den verschiedenen Teilen des gesamten Voralpenraumes gibt, ist es sinnvoll diesen als einen kulturellen Lebensraum zu lesen. Besondere Beispiele traditioneller, spezifischer Baukultur mit einem ähnlichen Ursprung findet man in der gesamten Region. Dies macht das Territorium zu einer einzigartigen Region in Deutschland. Weiterhin kann es auch in Bezug auf seine Identität als eine Gesamtregion gelesen werden. Der gesamte Voralpenraum verfügt über verschiedene kleinere Regionen und Territorien mit einzigartiger Identität. Alle verbindet jedoch, dass sie im Süden durch die Alpen gerahmt werden, was die gemeinsame Kultur geformt hat. Weiterhin wird im kollektiven Bewusstsein in Deutschland der Alpenvoraum als ein zusammenhängender Raum wahrgenommen, abgesehen von administrativen und natürlichen Unterschieden in der Region. Es ist mehr oder weniger das Ende Deutschlands, das von den Alpen gerahmt und definiert wird. Daher beschreibt es das südliche Gegenstück zur nördlichen Ecke Deutschlands, die von Ostsee und Nordsee umgrenzt ist. Auf Grund der genannten Aspekte, liegt ein großes Potenzial darin, den gesamten deutschen Alpenvorraum als Territorialen Kontext und das Allgäu als Unterregion in diesem Bereich im intensiven Austausch mit der Metropolregion München, für die territorialen Untersuchungen für RURBANCE zu betrachten, auch wenn es sich nicht um einen einzigen Regierungsbezirk handelt und es nicht genau dem Naturraum des deutschen Alpenvorlandes entspricht.

6. Charakterisierung des Territorialen Systems in Bezug auf: Anfälligkeit / Verwundbarkeit (engl. vulnerability) 6.1 Definition vulnerability : Anfälligkeit / Verwundbarkeit eines Systems Das exakte Verständnis und die Analyse der Verwundbarkeit (engl. vulnerability) und der Robustheit (engl. resilience, vgl. 3.) des Territorialen Systems ist eines der erwarteten Arbeitsergebnisse der methodischen Herangehensweise des Projektes RURBANCE. Als Überblick über die Situation soll eine Vorausschau in Bezug auf Verwundbarkeit und Robustheit im Territorialen System dienen. (Bau-)kulturelle, soziale, ökologische Traditionen, die das Territorium über Jahrzehnte wenn nicht sogar jahrhunderte lang stabilisiert und in funktionierenden Kreisläufen gehalten haben, werden in letzter Zeit durch verschiedenste Veränderungen aus dem Gleichgewicht gebracht. Dies macht ein ehemals funktionierendes Territoriales System verwundbar. Es entstehen Schwachstellen, welche die einst selbstverständlichen Kreisläufe unterbrechen. RURBANCE versucht wieder an diesen Traditionen anzuknüpfen und Neuerungen logisch einzubinden, zu vernetzen und das System dahingehend umzustrukturieren, dass es seine ursprüngliche Robustheit / Widerstandsfähigkeit wieder erhält. 6.1.1 Ökologische und soziale Veränderungen Die ökologischen und sozialen Systeme, sowie ihre Überlagerungen, vor allem in den periphären Gebieten, bedürfen unbedingt einer Umstrukturierung verschiedene Initiativen, die in den letzten Jahren eingeführt wurden, laufen separat, sind widersprüchlich und nicht integriert: z.b. Energieleitplanung, landwirtschaftliche Strukturpläne, Flächennutzungspläne, Stadtplanung, Wasserwirtschaft (z.b. für die Isar), wirtschaftliche Poistionierung und Planung des Tourismusangebotes. 6.1.2 Demographischer und struktureller Wandel Das gewählte Territoriale System durchläuft einen demographischen Wandel und strukturelle Veränderungen, z.b. im Landwirtschaftssektor. Die zukünftige Strategie für den Tourismus, die wirtschaftliche Positionierung und Vernetzung und der Klimaschutz verlangen nach einheitlichen, Sektoren übergreifenden Entscheidungsprozessen keine leichte Aufgabe mit den politischen Strukturen der regionalen Organe, basierend auf der Autarkie der einzelnen Gemeinden. Spezifische Fragestellungen für die Region sind außerdem die Wanderung der Grenzen zwischen Grünland und Ackerbau, die Zukunft der Landwirtschaft in den Alpen und der Einfluss der Produktion von erneuerbaren Energien auf die Landwirtschaft und die regionalen Begebenheiten. 6.1.3 Politische Steuerung und Koordination Die Fragmentierung territorialer politischer Entscheidungsträger im Territorialen System ist nicht nur in verwaltungsspezifischen, sondern auch in sektorbezogenen Anliegen ein Thema. Daher ist das Aufzeigen von gemeinsamen Zielen und Abläufen in der territorialen Entwicklung das Hauptanliegen für Nachhaltigkeit und territorialen Zusammenhalt. 6.1.4 Landschaft und Territorium Die aktuellen Veränderungen im Territorialen System werfen viele, die Landwirtschaft betreffende, Fragen auf. Extensiver Flächenverbrauch auf Grund von Zersiedelung und intensive Anforderungen an die natürlichen Resourcen und die Landschaft im Allgemeinen, sind weitreichende Probleme.

Das Bedürfnis, diese bestehenden Qualitäten der Landschaft und Kultur zu schützen und zu stärken, sowie Veränderung und Wachstum, verlangen eine Neuausrichtung der territorialen Strategien, um die regionale wirtschaftliche und soziale Positionierung zu schützen und zu optimieren. Die Gefahr, hierbei zu sehr an Bildern und Strukturen vergangener Zeiten festzuhalten ist sehr hoch, wie in allen alpinen Regionen. Gleichzeitig kann man sich für eine Weiterentwicklung die Identität und das Know-How einer starken Tradition zu Nutze machen. Heutzutage hat außerdem das Ungleichgewicht zwischen industrieller Landwirtschaft und dem vielfältigen Agrarsektor Auswirkungen auf die alpinen Regionen. Aktuelle Diskussionen legen vermehrt Wert auf regionale Produkte, Schaffen von Mehrwerten durch effektive Integration von Produktketten, Kommunikation und Markenbildung, die mit einer nachhaltigen Zielsetzung und aktuellen Lebensstilen und Ansichten der Gesellschaft verknüpft sind. Aus diesem Grund arbeitet RURBANCE an einem neuen Aufbau und Konfiguration von rural urbanen Bildern, Materialien und persönlichen Beziehungen. Auf Grund der teilweise schwierigen Topographie, in Bezug auf Erreichbarkeit und Anbindung, und der hohen Wertigkeit von Land haben die Voralpengebiete große Schwierigkeiten in der Neuansiedlung und Positionierung von Industrie- und Gewerbeeinrichtungen. Gleichzeitig bedürfen die Industriegebiete (und die gesamte Verstädterung), die entlang der Haupt-Infrastrukturachse der Autobahn A8 (München-Stuttgart) gewachsen sind, einer Integration in eine übergreifende Vision, in Hinblick auf Bodennutzung, Mobilität und Identitätsbildung. Die allgemeine Bodenknappheit für Industriegebiete kann durch die Konversion von ehemaligen Bundeswehrinfrastruktur- und Industrieflächen ausgeglichen werden dies wirft jedoch eine Reihe von gesetzlichen, prozesshaften und vermarktungsbezogenen Fragen auf. Letztlich muss auch das Thema der Naturgefahren als negativer Aspekt, herbeigeführt durch die landschaftlichen Bedingungen, angesprochen werden. Wie in vielen anderen Alpenregionen können diese sowohl Probleme für die Entwicklung einer Region, als auch für das tägliche Leben der Bewohner darstellen. Daher werden neue Lebenskonzepte für Regionen mit extremen natürlichen Standortbedingungen benötigt. 6.1.5 Mobilität Im Bezug auf die Mobilität finden sich weitverbreitete Probleme im Bayerischen Alpenvorland. Die Anzahl der täglichen Pendler, die ihr Privatfahrzeug, anstatt des öffentlichen Nahverkehrs nutzen, stellt noch immer einen kritischen Aspekt dar. Es mangelt dem Angebot des öffentlichen Nahverkehrs an Intensität, Verbindungen und insbesondere an übergreifenden Vernetzungen. Die Situation des öffentlichen Verkehrs insbesondere bei Bahnverbindungen führt ebenfalls zu einem Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Gemeinden und Städten. Einige Zentren sind gut angebunden, wohingegen andere den Nachteil haben, nicht direkt an das Mobilitätssystem angebunden zu sein. Das Allgäu als Gesamtregion liegt in einer strategischen Position zwischen den Metropolregionen München und Zürich, diese sind jedoch noch nicht ausreichend an das Europäische Hochgeschwindigkeits Zugnetz (TEN) angebunden, was somit auch das Allgäu betrifft. Dieses Problem wird allerdings in den kommenden Jahren gelöst werden. Auf regionaler Ebene wie auch in der EMM müssen die Zugverbindungen noch immer in das lokale öffentliche Verkehrssystem

eingebunden werden. Weiterhin sind die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Transportsystemen (mit dem Auto, Fahrrad, zu Fuß) noch nicht optimiert. 7. Charakterisierung des Territorialen Systems in Bezug auf: Robustheit / Widerstandsfähigkeit (engl. resilience) 7.1 Definition resilience : Robustheit / Widerstandsfähigkeit eines Systems Die natürlichen Gegebenheiten der Voralpen und die autonome Rolle der Verwaltungsbezirke bilden einen guten Ausgangspunkt, um neue Entscheidungsprozesse für die territoriale Aufstellung und Vision zu entwickeln. Die Baukultur und -praxis in der Region sind ein wichtiges kulturelles Erbe. Diese spezifische Kultur und Tradition ist ein Anknüpfungspunkt für zukünftige Projekte, die helfen sollen, Qualität und Bedeutung für die Region zu implementieren. Sie bilden den widerstandsfähigen historisch-traditionellen Hintergrund, auf dem neue zukunftsorientierte Konzepte aufgebaut werden können (resilience). Vor allem der Aufbau und die Zukunftsvision der spezifischen Voralpen- und Alpenregionen als kombiniertes System von natürlichen, gebauten und infrastrukturellen Profilen wird momentan diskutiert, z.b. erneuerbare Energien im Zusammenhang mit touristischen Bildern, multidimensionale Landwirtschaft im Vergleich zu industrieller Landwirtschaft, grüne Infrastrukturen, städtebauliche Entwicklung zwischen Wachstum und Schrumpfung. 7.2 Kooperationen Für die Fallstudie in der Region Allgäu kann der Erfahrungsschatz aus dem Münchener Grüngürtel eine Kooperation der Landeshauptstadt München und den umliegenden Gemeinden von großem Nutzen sein. Desweiteren wird das Fallbeispiel Allgäu als Referenz für ähnliche periphere Regionen in der EMM genutzt werden, mit dem Ziel, einer lokalen Vision für die Region in Partnerschaft mit dem Metropolzentrum (rural-urbane Partnerschaften). 7.3 Vorhandene Gegebenheiten für Robustheit im Territorialen System 7.3.1 Lage Das gewählte Territoriale System liegt in einer strategisch guten Position, als Teil der "blauen Banane", und an der Kreuzung der TEN Achsen 1 und 17. Außerdem ist der Münchner Flughafen einer der bedeutendsten Knotenpunkte in Europa. 7.3.2 Landschaft Die Region bietet eine wundervolle Landschaft mit vielen Qualitäten für Freizeit, Sport, Tourismus und eine starke Identität. Das Alpenvorland ist eine der attraktivsten Landschaften Deutschlands. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Tradition der regionalen Produkte in der Lebensmittelproduktion. Dies stellt einen hervorragenden Anknüpfungspunkt für einen innovativen Ansatz für den Wandel im Landwirtschaftssektor dar. 7.3.3 Diversität Generell hat sich die territoriale Entwicklung in den letzten 20 Jahren in EMM und Allgäu geändert zwischen wachsenden urbanen Regionen, steigender touristischer Bedeutung und schrumpfenden Randgebieten. Es zeigt verschiedenste Phänomene räumlicher Trends, sogar im nahen Blick auf Gemeinden. Die Facetten und Netzwerke, die sich in diesem Prozess entwickelt haben, können als

wahre Stärken angesehen werden. Nichtsdestotrotz ist eine übergreifende Strategie und einheitlichere Territoriale Vision unabdingbar für eine nachhaltige Entwicklung auf lange Sicht. 7.3.4 Wissenschaft Die Region verfügt über eine Vielzahl an Forschungs- und Entwicklungsstrategien. Die existierende Hochschule für Angewandte Wissenschaften kann als wichtige Wissensquelle für die Region betrachtet werden. 7.3.5 Identität Das Territoriale System verfügt bereits über eine starke Identität. Dies kann die Entwicklung einer Territorialen Vision für die Region unterstützen. Das Bewusstsein für diese Qualitäten kann helfen, die nötigen strategischen Entscheidungen voranzutreiben. 7.3.6 Demographie Die Region der EMM wird, mit Blick auf die kommenden Jahre, Wohnmöglichkeiten für viele neue Einwohner schaffen müssen. Die derzeit prognostizierte demographische Entwicklung geht davon aus, dass die Stadt München weiter wachsen wird und zwischen 2011 und 2030 über 214.000 neue Einwohner hinzukommen werden. Wie die EMM hat auch das Allgäu eine generell positive demographische Prognose. Die Herausforderung wird jedoch sein, das territoriale Ungleichgewicht aufzuwiegen, vor allem im schrumpfenden Kontext der alpinen Regionen. Nichtsdestotrotz können EMM und Allgäu auf gut entwickelte Wirtschaftsräume und -prozesse bauen. 8. Gründe für die Auswahl des Pilotgebiets und kurze Beschreibung 8.1 Definition Pilotgebiet: Gesamtgebiet der Allgäu GmbH Als Pilotgebiet, in der die Pilot Aktivitäten stattfinden, wurde das Gesamtgebiet der Allgäu GmbH festgelegt. Die Allgäu GmbH, als Agentur, zur Verbesserung von Tourismus, Markenbildung und Positionierung der Region wurde 2011 als eine Fusion aus bereits existierenden Agenturen, gegründet. Die Agentur versucht die verschiedenen Kooperation, die sich zwischen individuellen staatlichen Institutionen und öffentlichen und privaten Organisationen ergeben haben, zu verknüpfen. Die Allgäu Region liegt im südwestlichen Alpenvorland Bayerns und mit einem kleinen Teil im Südosten Baden- Württembergs. Es ist außerdem teilweise in der Metropolregion München beinhaltet (Ostallgäu mit Kaufbeuren). Die Region wirkt an verschiedenen laufenden kleinräumigen Entwicklungskonzepten mit ruralurbanen Kooperationsthemen innerhalb verschiedener Gesetzgebungen, initiiert von diversen Initiatoren, mit. 8.2. Klassifizierung der Allgäu Region 8.2.1 Namensgebung Name ALLGÄU: Altdeutsch alb = Berg, Bergwiese; Mittelhochdeutsch göu = Landschaft, Region

8.2.2 Wirtschaftliches Umfeld 8.2.2.1 Zugehörigkeit Die Allgäu Region gehört teilweise zur Metropolregion München (Ostallgäu) und liegt zwischen den drei Metropolregionen München, Stuttgart und Zürich (CH). 8.2.2.2 Wirtschaftliche Fakten Die Hauptwirtschaftssektoren der Allgäu Region sind Maschinentechnik und der Automobilsektor, Lebensmittel und Verpackungstechnologien, Tourismus und Freizeitindustrie, sowie Umwelt- und Energietechnologien, der Gesundheitssektor und Landwirtschaft mit den regionalen Produkten. Die Wirtschaftsstruktur des Allgäu ist durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägt, die Seite an Seite mit international aufgestellten Unternehmen arbeiten. Diese sind: AGCO (Fendt) (Hersteller von landwirtschaftlichen Maschinen) Alpina Burkard Bovensiepen GmbH + Co. KG (Fahrzeughersteller) Arla Foods (viertgrößte Milchgenossenschaft) Berger Group (internationaler Produzent von Fräs-, Schleif- und Drehteilen) Bosch (weltweit größter Automobilzulieferer und Verpackungsmaschinenhersteller) Dr. Werner Röhrs KG (Federtechnologien) Ehrmann AG (eine der größten Milchverarbeitungsindustrien Deutschlands) Gildemeister (DECKEL MAHO Pfonten GmbH) (Werkzeugmaschinenhersteller) Hawe Hydraulik (hydraulische Komponenten und Systeme) Lechwerke AG (regionales Energieversorgungsunternehme) Nestlé Germany (weltweit führende Nahrungsmittelproduktionsgruppe) Rösle GmbH & Co. KG (führender Hersteller nicht elektrischer Küchenwerkzeuge) and Grömo GmbH & Co. KG (europaweit führender Hersteller von Dachentwässerungssystemen) Vion Hilden GmbH (internationale Nahrungsmittelproduktionsgruppe) Voith Turbo (weltweit Führender Hersteller hydrodynamische Getriebe) Die aktuelle Arbeitslosenquote im Allgäu beträgt 3,5%. Die Wirtschaftskraft (BIP) der Region Allgäu belief im Jahre 2009 etwa 18.000 Mio Euro. 8.2.2.3 Bildung Die Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kempten, University of Applied Science, wurde 1978 gegründet. Derzeit sind etwa 5.000 Studenten eingeschrieben, 120 Professoren und 360 weitere wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitglieder sind angestellt. Die Fakultäten der Ingenieurswissenschaften, Betriebswirtschaft, Tourismusmanagement, Soziales & Gesundheit, Informatik & Multimedia, der Hochschule Kempten bieten ein reichhaltiges Angebot an zukunftsweisenden Studiengängen. 8.3.1 Geographische Lage 8.3.1.1 Einwohner Insgesamt wohnen 650.000 Einwohner (2011) in der Region Allgäu, der Großteil davon in den städtischen Regionen, wie z.b. Kempten, Memmingen, Kaufbeuren und Mindelheim.

Die Fläche beträgt in etwa 4.700 km 2, mit einer Dichte von 139 Einwohnern/km 2. Die demographische Struktur setzt sich aus den folgenden drei Altersklassen zusammen: a. Bis 18 Jahre: 18%, b. Von 18 bis 65 Jahre: 61% c. über 65 Jahre: 21% 8.3.1.2 Lage Das Allgäu liegt zum Großteil im südwestlichen Alpenvorland Bayerns und teilweise in der Südöstlichen Region Baden-Württembergs. Die Region erstreckt sich vom Alpenvorland bis in die Alpen hinein. Die großen Flüsse, die das Allgäu durchqueren, sind Lech und Iller. Im Süden liegt eine Vielzahl alpiner Seen, der Größte ist hierbei der Forggensee (16 km²). Im Süden des Bereichs liegen einige der höchsten Berge des Allgäu, mit dem Hochpunkt der Hochfrottspitze (2649 m). 8.3.2 Verkehrsinfrastruktur 8.3.2.1 Flughäfen Der schnellste Weg das Allgäu zu erreichen ist per Luft. Dies ist seit 2004 möglich, seit der Allgäu Airport, in Memmingen, gegründet wurde. Der frühere Militärflugplatz erhielt die Fluglizenz für zivile Luftfahrt vom Luftamt Südbayern. Weiterhin finden sich zwei internationale Flughäfen (Stuttgart und München) und ein nationaler Flughafen (Friedrichshafen/Bodensee-Airport) im unmittelbaren Umland. Der Bodensee-Airport Friedrichshafen liegt im Drei-Länder-Eck Deutschland, Österreich und Schweiz mit einer Distanz von 85 km zu Memmingen. Der Abstand von München nach Memmingen liegt bei etwa 120 km von Stuttgart nach Memmingen bei etwa 150 km. 8.3.2.2 Autobahnen Das Allgäu ist außerdem mit einem guten Anschluss an die Autobahn, sowie an das Zugnetz, ausgestattet. Die Autobahn A7 verbindet Flensburg und Füssen, die A96 verbindet München und Lindau und die Bundesstraßen B19 Waltenhofen-Immenstadt-Allgäu Airport in Memmingen, B308 zwischen Lindau und Österreich, als Teil der Deutschen Alpenstraße und die B12 als Verbindung zwischen Lindau, München, Passau und Philippsreut an der tschechischen Grenze. 8.3.2.3 Bahnverbindung Die Bayerische Allgäubahn ist eine Bahnlinie in Bayern, die von München über Buchloe, Kaufbeuren und Kempten nach Lindau führt. Der südliche Teil der Linie verläuft durch die Region Allgäu. Der Teil zwischen Buchloe und Lindau wurde als Teil der Ludwig-Süd-Nord-Bahn, einer der ältesten Linien in Deutschland, gebaut. Vom Airport Allgäu, in Memmingen, beträgt die Distanz zur Station, die in der Memminger Innenstadt liegt, 4 km. Diese bildet einen Kreuzungspunkt für die zwei Langstreckenverbindungen

Dortmund-Ulm-Memmingen-Oberstdorf und München-Augsburg-Memmingen-Lindau/Bregenz- Zürich. 8.3.2.4 Öffentliches Nahverkehrsnetz Das öffentliche Nahverkehrsnetz in der Region ist in verschiedene einzelne Verkehrsnetze unterteilt. VVM (Verkehrsverbund Mittelschwaben), BoDo (Verkehrsverbund Bodenseeregion) DING (Donau- Iller-Nahverkehrsverbund), OVG (Ostallgäuer Verkehrsgemeinschaft) in Kooperation mit dem KBV Kempten GmbH (Verkehrsgemeinschaft Kempten), Verkehrsverbund Mittelschwaben (Unterallgäu- Günzburg) und dem Verkehrsverbund Vorarlberg. Die fragmentierte Verkehrsstruktur der Region Allgäu erschwert weite Reisen im öffentlichen Nahverkehr. Einige Gebiete sind gut erschlossen, wie zum Beispiel das Ostallgäu und das Gebiet rund um Kempten, mit kurzen Intervallen, einem schnellen Wechsel zwischen Verkehrsmitteln, direkten Verbindungen von Bus und Bahn. Andere Gebiete wiederum vor allem abgelegene Regionen sind sehr schlecht angebunden und Einwohner sind auf das private Automobil angewiesen. Um die Benutzerfreundlichkeit für Touristen zu verbessern, wurden Touristen-Karten-Systeme für den öffentlichen Verkehr eingeführt, wie zum Beispiel das Euregio Ticket für die Region Westallgäu- Bodensee und die Allgäu-Walser-Karte. 8.3.2.5 Schifffahrt a. Forggensee Der Forggensee ist, mit einer Länge von 12 km von Norden nach Süden und einer Dimension von 3km von Osten nach Westen, der fünftgrößte See in Bayern. Die Boote der Forggensee Schiffahrt bieten im Sommer einen regelmäßigen Service an Rundfahrten mit zwei verschieden langen Routen an. Diese bieten einen Panoramablick auf das königliche Schloss Neuschwanstein und Hohenschwangau, sowie die historische Bergstadt Füssen und die umliegenden Alpenspitzen. b. Bodensee Der Bodensee ist einer der größten Seen Europas mit einer Fläche von 64 km (Ost-West) und 14 km (Nord-Süd) und verbindet die drei Länder Deutschland, Österreich und Schweiz mit der größten Europäischen Binnenschifffahrtsflotte. Die Schifffahrtssysteme werden von verschiedenen deutschen, österreichischen und schweizer Schifffahrtsgesellschaften geführt. Zusätzliche zur Fahrgastschifffahrt gibt es außerdem eine Fähren-Verbindung von Friedrichshafen (D) im Norden des Bodensees nach Romanshorn (CH) im Süden. Diese Verbindung wird von der deutschen Schifffahrtsgesellschaft BSB und der Schweizer Schifffahrtsgesellschaft SBS geführt.

8.3.3 Politischer Kontext Die Region Allgäu liegt im Süden Deutschlands, im Bundesland Bayern, sowie teilweise im Baden- Württembergischen Teil Schwabens. Regierungsstrukturen a. Verwaltungsbezirk (NUTS 3: DE27E): Oberallgäu Städte (LAU 2): Immenstadt, Sonthofen Gemeinden (LAU 2): Altusried, Bad Hindelang, Balderschwang, Betzigau, Blaichach, Bolsterlang, Buchenberg, Burgberg, Durach, Dietmannsried, Fischen, Haldenwang, Jungholz, Lauben, Missen- Wilhams, Obermaiselstein, Oberstaufen, Oberstdorf, Ofterschwang, Oy-Mittelberg, Rettenberg, Sulzberg, Waltenhofen, Weitnau, Wertach, Wiggensbach, Wildpoldsried b. Kreisfreie Stadt (NUTS 3: DE273): Kempten c. Verwaltungsbezirk (NUTS 3: DE27B): Ostallgäu Städte (LAU 2): Buchloe, Füssen, Bad Faulenbach, Hopfen am see, Weißensee, Marktoberdorf Gemeinden (LAU 2): Aitrang, Baisweil, Bidingen, Biessenhofen, Eggenthal, Eisenberg, Friesenried, Germaringen, Görisried, Günzach, Halblech, Hopferau, Irsee, Jengen, Kaltenthal, Kraftisried, Lamerdingen, Lechbruck am See, Lengenwang, Mauerstetten, Nesselwang, Obergünzburg, Oberostendorf, Osterzell, Pforzen, Pfronten, Prem, Rettenbach a. Auerberg, Rieden am Forggensee, Rieden, Ronsberg, Roßhaupten, Rückholz, Ruderatshofen, Schwangau, Hohenschwangau, Seeg, Stötten a. Auerberg, Stöttwang, Unterthingau, Untrasried, Waal, Wald, Wetsendorf d. Kreisfreie Stadt (NUTS 3: DE272): Kaufbeuren e. Verwaltungsbezirk (NUTS 3: DE27C): Unterallgäu Städte (LAU 2): Bad Wörishofen, Mindelheim Gemeinden (LAU 2): Amberg, Apfeltrach, Babenhausen, Bad Grönenbach, Benningen, Böhen, Boos, Breitenbrunn, Buxheim, Dirlewang, Egg a.d. Günz, Eppishausen, Erkheim, Ettringen, Fellheim, Hawangen, Heimertingen, Holgünz, Kammlach, Kettershausen, Kirchhaslach, Kirchheim i. Schw., Kronburg, Lachen, Lauben, Lautrach, Legau, Rettenbach, Wald, Memmingerberg, Niederrieden, Oberrieden, Oberschönegg, Ottobeuren, Pfaffenhausen, Pleß, Rammingen, Salgen, Sontheim, Stetten, Trunkelsberg, Türkheim, Tussenhausen, Ungerhausen, Unteregg, Westerheim, Wiedergeltingen, Winterrieden, Wolfertsschwenden, Woringen f. Kreisfreie Stadt (NUTS 3: DE274): Memmingen g. Verwaltungsbezirk (NUTS 3: DE27A): Lindau (Bodensee)

Städte (LAU 2): Lindau, Lindenberg im Allgäu Gemeinden (LAU 2): Argental, Bodolz, Gestratz, Grünenbach, Heimenkirch, Hergatz, Hergensweiler, Maierhöfen, Nonnenhorn, Oberreute, Opfenbach, Röthenbach (Allgäu), Scheidegg, Sigmarszell, Stiefenhofen, Wasserburg (Bodensee), Weiler-Simmerberg, Weißensberg 8.3.4 Stärken/Schwächen (Merkmale) 8.3.4.1 Kulturlandschaft und Siedlungsstrukturen Eine der herausragenden Charakteristiken der Baukultur im Allgäu ist die Vielfalt an gut erhaltenen historischen Stadtkernen. Diese bedeutsamen Beispiele alter Bautradition stellen eine große Qualität für das Allgäu dar. Das Allgäu wird außerdem mit Problemen in der städtebaulichen Entwicklung konfrontiert. Scheinbar ungeplantes Wachstum mit der Tendenz zur Zersiedelung ist ein großes Problem. Neue Entwicklungen nehmen oftmals keine Rücksicht auf bestehende Traditionen, Qualitäten und Potenziale und werden ohne Bezug auf die Umgebung geplant. Das Allgäu besticht durch seine einzigartige Landschaft und ist daher ein beliebter Urlaubs- und Kurort- im Winter, wie auch im Sommer. Die alpine Region des Allgäu steigt bis auf 2.000 Meter Höhe und ist für Wintersport gefragt. Die oben genannten Probleme, wie Zersiedelung, stellen außerdem ein Problem für die bestehende Kulturlandschaft dar. 8.3.4.2 Kulturelle Schauplätze Das Allgäu ist für seine große Zahl an Burgen und Schlössern bekannt, die große Touristenmagnete darstellen und eine bedeutende Rolle als kulturelles Erbe des Allgäu spielen. Das weltbekannte Schloss Neuschwanstein liegt im östlichen Teil des Allgäus. 8.3.4.3 Regionale Produkte Die Region Allgäu ist deutschlandweit für ihre Landwirtschaft und ihre regionalen Produkte bekannt, allen voran Milchprodukte. Auch wenn es bereits einige Initiativen gibt, die sich auf lokale Produkte verschiedenster Art spezialisieren, gibt es noch großes Potenzial diesen Sektor weiterzuentwickeln. 8.3.4.4 Klimatische Bedingungen Das Allgäu ist die Region in Bayern mit den meisten Sonnenstunden im Jahr. Auch wenn dies ein Vorteil für die touristische Vermarktung darstellt, so steht das Allgäu trotzdem vor den gleichen Herausforderungen, bezüglich des Klimawandels, wie andere Regionen auch. In der Region tauchen außerdem spezielle klimatische Probleme auf Grund der Nähe zu den Alpen auf.

8.3.4.5 Bevölkerung und Identität Ein besonderes Merkmal des Allgäu ist die Lage zwischen den Metropolregionen München, Stuttgart und Zürich (CH) und dem sogenannten Schwabenbund im Norden. Aus diesem Grund fühlen sich die Einwohner des Allgäus zu verschiedenen Regionen und Nachbarschaften zugehörig und es werden verschiedenste Dialekte in den unterschiedlichen Gebieten der Region gesprochen. Weiterhin findet man starke lokale Identitäten im Allgäu. Die verschiedenen Dialekte heben diese Unterschiede hervor. Es gibt offensichtliche Unterschiede in Sprichwörtern zwischen den Regionen Bodensee und Ammerberg. Die sogenannte Wiib-Weib-Grenze trennt die allemanischen Dialekte, gesprochen im westlichen Teil des Allgäus (inklusive der Umgebungen um Wangen und Isny) und dem Oberallgäu im Süden Immenstadts, vom Schwäbischen Dialekt in den restlichen Regionen des Allgäus. Einerseits können diese unterschiedlichen Identitäten als großes Potenzial gesehen werden. Sie represäntieren eine lange Tradition, die es zu erhalten gilt und die als einzigartige Umgebung mit sehr spezifischen Qualitäten für zukünftige Entwicklungen gesehen werden kann. Andererseits können diese starken lokalen Identitäten auch Probleme bergen, da oftmals neue und innovative Ideen nicht realisiert werden, da unbekannte Ideen von außerhalb oftmals nicht angenommen werden. Außerdem birgt die zukünftige demographische Entwicklung eine neue Herausforderung. Die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung im Allgäu beläuft sich auf -5 0% bis zum Jahre 2025, mit dem Trend zu Schrumpfungen (in periphären Gebieten) und Rekonzentration (in den Städten) auf lokaler Ebene. Dieses ungleiche Wachstum innerhalb verschiedener Regionen des Allgäus benötigt neue Entwicklungsstrategien. 9. Arten und Schwerpunkte rural-urbaner Kooperationen 9.1 Themen/ thematische Felder Die verschiedenen Arten von Kooperation können in institutionelle und öffentliche/private Kooperationen unterschieden warden, beide in den Feldern (rural-urbaner Kooperationsthemen) wie Tourismus, Landwirtschaft, lokale Produkte, Bildung, demographischer Wandel, Migration, Energie, soziale Belange, Vermarktung, Konversion, etc. 9.2 Politische Entscheidungsebenen Die Ebenen, auf denen politische Entscheidungen getroffen werden, reichen von Gemeindeebene, Landkreisebene, Planungsbehörde, Allgäu GmbH bis hin zur Landesregierung.

9.3 Initiatoren Die unterschiedlichen laufenden Prozesse werden von verschiedenen Initiatoren und einigen Förderprogrammen unterschiedlicher Verwaltungsebenen gesteuert. Diese sind zum Beispiel LEADER, EuRegio, Interreg, Agenda 21, Wirtschaftsförderung, Strategieplan für Energieplanung, etc. 10. Pilot Aktivitäten 10.1 Allgemeine Methodik Für die Analyse der politischen Entscheidungsträger in WP4 wird eine wertende Matrix laufender Entwicklungsprojekte und strategien im Allgäu ausgearbeitet. Das Ziel ist die Ausweisung thematischer Stränge für die eine verbesserte Zusammenarbeit in der gesamten Region versprechend ist; im Hinblick auf mögliche Auswirkung und Konstellation von Beteiligten. Für diese thematischen Stränge wird der Hintergrund bezüglich politischer Entscheidungsebenen analysiert, um ein Referenzszenario zu formulieren. Politische Entscheidungsmodelle, nach dem Ansatz von RURBANCE, und die Formulierung einer Territorialen Vision für rural-urbane Kooperationen werden entwickelt und umgesetzt werden. Entscheidungsträger und Beteiligte eines oder mehrerer lokaler Entwicklungsprojekte und -strategien werden auf dem Weg zur Umsetzung von RURBANCE unterstützt. 10.2 Schritte im Hinblick auf regionale Umsetzung - räumliche Verortung laufender Entwicklungsprojekte und -strategien (Hauptgebiete: Tourismus, Landwirtschaft, regionale Lebensmittel, Migration, Bildung, demographischer Wandel, Energie, soziale Belange, Vermarktung, Konversion, etc.) - innerhalb dieser Verortung liegt der Fokus auf folgenden drei Parametern: politische Entscheidungsebene, Themen und Initiatoren / Beteiligte. - eine wertende Matrix wird entwickelt um die Überschneidungen zwischen den Parametern zu zeigen. Basierend auf dieser Matrix werden thematische Stränge für eine verbesserte Zusammenarbeit und politische Entscheidungsebene im Allgäu in Kooperation mit der EMM ausgewiesen. - Analyse der politischen Entschiedungsebene für Referenzszenarien in den thematischen Strängen - Entwicklung und Umsetzung der politischen Entscheidungsmodelle - Territoriale Vision rural-urbaner Zusammenarbeit - Umsetzung auf lokaler Ebene (Pilot Aktivität 8.1) - ein weiteres Ziel des Transfers ist es, die Methodik, die für das Allgäu als Pilotgebiet gewählt wurde, auf andere Regionen innerhalb der EMM und unseren gesamten territorialen Kontext umzusetzen (Leuchtturmprojekt). 10.3 Definition der Pilot Aktivitäten Diese Methodik wird aus zwei Gründen vorgeschlagen: Da die Allgäu GmbH erst seit zwei Jahren als Regionalentwicklungsagentur arbeitet, ist die tatsächliche Wahrnehmung und Unterstützung innerhalb der Region für allgemeine und übergreifende Strategien vor allem Mitwirken in

Entscheidungsprozessen bisher noch nicht in politischen Entscheidungsprozessen ablesbar. Gleichzeitig befindet sich die Rolle des Allgäus in Bezug zu der EMM, der Metropolregion Stuttgart, der Metropolregion Zürich und der Bodensee Region in einem Prozess der Neuausrichtung und Entwicklung. Daher ist eine NUTS-3 scharfe Definition der Pilot Aktivität zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich. Alle NUTS-3 Codes des Allgäus sind in der Liste der Pilot Aktivitäten aufgeführt. Landraum Forschung Leibniz Universität Hannover, Universitätsprofessur Regionales Bauen und Siedlungsplanung, Herrenhäuserstr. 8, D-30419 Hannover Gabelsbergerstr. 32, D-80333 München RURBANCE wird gefördert im Alpenraumprogramm der Europäischen Union RURBANCE is funded by the Alpine Space Programme of the European Union