Die Feuchtung im Offsetdruck

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1 2 Technische Information Bogenoffset Feuchtmittelzusätze Die Feuchtung im Offsetdruck Wichtige Informationen über den Einsatz von Feuchtmittelzusätzen Technische Information hubergroup Seite 1/5

2 Der Offsetdruck Das dominierende Druckverfahren sowohl für Klein- als auch für Großauflagen ist weiterhin der Offsetdruck. Dies ist in der Flexibilität, der Variabilität, der erreichbaren hohen Qualität und der Kostenstruktur begründet. Im Gegensatz zu den anderen Druckverfahren wird im Offsetdruck eine als eben anzusehende Druckform (Druckplatte) verwendet. Die chemisch besonders präparierten Platten sind an den zu druckenden Bildstellen farbannahmefähig und wasserabstoßend (hydrophob) und an den nicht farbführenden Stellen wasserannahmefähig (hydrophil). Für eine punktscharfe Trennung zwischen druckenden und nicht druckenden Partien der Druckform wird neben Offsetdruckfarbe ein Feuchtmittel auf wäßriger Basis benötigt. Sowohl das dazu verwendete Wasser als auch die eingesetzten Feuchtmittelzusätze müssen bestimmten Anforderungen genügen. Das Wasser Die Beschaffenheit eines Wassers wird durch die geologischen Formationen im Gewinnungsgebiet und durch eine eventuelle nachträgliche Behandlung bestimmt. Für den Offsetdruck von Bedeutung sind folgende Parameter: Gesamthärte Unter der Gesamthärte versteht man den Anteil von Calcium- und Magnesiumsalzen, die im Wasser gelöst sind. Als Maß für die Gesamthärte dient der Härtegrad ( d). Der für den Offsetdruck optimale Härtebereich liegt zwischen 8 d und 12 d. Bei Verwendung von Wasser mit hoher Gesamthärte sowie bei Verarbeitung vornehmlich mattgestrichener Bedruckstoffe können Farbwalzen, besonders im Rotwerk, zum Blanklaufen neigen. Ursache dafür sind schwer lösliche Calciumverbindungen, die sich in den Poren der Gummiwalzen ablagern, die Walzen dadurch zunehmend wasserfreundlich werden und den Farbtransport im Farbwerk daher empfindlich stören. Zur Vermeidung des Blanklaufens sind zwei Methoden denkbar: Enthärtung oder Entsalzung des eingesetzten Leitungswassers Einsatz speziell rezeptierter Feuchtmittelzusätze, die die Bildung schwer löslicher Calciumsalze unterbinden. In jedem Fall sind bereits vorhandene Beläge von den Walzen durch Verwendung spezieller Reinigungsmittel - Lime-X 10 T zu entfernen. Grad deutsche Härte sehr weich weich mittelhart ziemlich hart hart sehr hart , , , ppm CaCO 3 5,34 mmol/l CaCO 3 1 Grad deutsche Härte (1 d) = 10 mg CaO pro Liter = 0,178 mmols CaO pro Liter = 1,785 fh (französische Härte) = 1,250 clark (englische Härte) Technische Information hubergroup Seite 2/5

3 Achtung Vor Einsatz im Offsetdruck ist entsalztes oder enthärtetes Wasser mit einem Aufhärtungsmittel - SALINOFIX wieder auf ca d einzustellen. Anteil Hydrogenkarbonat Hydrogenkarbonate sind in allen natürlich vorkommenden Wässern enthalten, reagieren leicht alkalisch und führen daher zum Anstieg des ph-wertes im Feuchtmittel. Bei hohen Anteilen Hydrogenkarbonat im Wasser kann der ph-wert sogar oberhalb des drucktechnisch günstigen Bereichs liegen. Die Puffereinstellung unserer Feuchtmittelzusätze ist deshalb auf den Hydrogenkarbonatgehalt des Wassers abgestimmt. Chlorid, Nitrat, Sulfat Die Wasserinhaltsstoffe Chlorid, Nitrat und Sulfat können Korrosion bestimmter Metalle hervorrufen oder fördern. Die Druckmaschinenhersteller schreiben daher die Einhaltung von Grenzwerten für diese Stoffe im Wasser vor. Werden diese Grenzwerte überschritten, so kann die Installation einer Wasseraufbereitung (Umkehr-Osmose) notwendig werden. Sollte die eingesetzte Wasserqualität nicht bekannt sein oder keine Informationen vom Wasserlieferanten vorliegen, bieten wir eine kostenlose Wasseranalyse als Serviceleistung an. Weiterhin beraten unsere geschulten Techniker über Art und Umfang eventuell notwendiger Wasseraufbereitungsanlagen. Prinzip der Umkehr-Osmose Reinwasser (50 %) mit max. 5 % aller Salze Konzentrat (50 %) mit mind. 95 % aller Salze einschl. Härtebildner sowie Chlorid, Nitrat, Sulfat Membrane Brauchwasser mit diversen Salzen einschl. Härtebildner (Calcium, Magnesium) sowie Chlorid, Nitrat, Sulfat Der Feuchtmittelzusatz Das Feuchtmittel muss auf Maschine, Feuchtwerk, Druckplatte, Bedruckstoff, Druckfarbe und auch auf die Wasserqualität gleichermaßen gut abgestimmt sein. Schon sehr früh wurde in der Praxis die Erkenntnis gewonnen, dass reines Leitungswasser für den Offsetdruck nur sehr eingeschränkt geeignet ist. Um die heutigen Anforderungen an das Feuchtmittel zu erfüllen, werden dem Wasser angepaßte Feuchtmittelzusätze zugeführt. Diese erfüllen folgende allgemeine Aufgaben: Einstellung und Stabilisierung des ph-wertes. Einstellung der. Schutz bestimmter Maschinenteile vor Korrosion. Daneben besteht die Möglichkeit, spezielle Wirkstoffe (z.b. gegen Blanklaufen, zur Unterstützung der Farbtrocknung oder als Alkoholersatz) in den Feuchtmittelzusatz einzubringen. Technische Information hubergroup Seite 3/5

4 ph-wert Der ph-wert kennzeichnet die Säurestärke eines Mediums. Innerhalb der dimensionslosen Zahlenreihe der ph-wert-skala ist der Bereich von 0 bis 7 als sauer, der Bereich 7 bis 14 als alkalisch und ph 7 als neutral definiert. Der ph-bereich von 5,0 bis 5,3 hat sich im Laufe der Entwicklung des Offsetdruckverfahrens als drucktechnisch günstig erwiesen. Im Bereich des Zeitungsdrucks werden durch neuere Entwicklungen auch Feuchtmittelzusätze verwendet, die im neutralen ph-bereich gepuffert sind. Zur Messung des ph-wertes stehen zwei Methoden zur Verfügung: ph-meßstäbchen sind in vielfältigen Abstufungen und Ausführungen erhältlich. Die beobachteten Meßfehler in gepufferten Systemen betragen allerdings nicht selten 0,5 ph-einheiten. Daher ist ihr Einsatz nicht zu empfehlen. Elektrische ph-meter mit Glaselektroden hingegen lassen eine sehr genaue Bestimmung des ph-wertes auch in gepufferten Lösungen zu. Voraussetzung ist allerdings eine vorschriftsmäßige Pflege und Justierung der Geräte. Elektrische Leitfähigkeit Als zweite Meßgröße für den Praktiker wird häufig die elektrische Leitfähigkeit genannt. Diese hat jedoch keine drucktechnische Relevanz und kann daher nur zur Überprüfung der korrekten Dosierung des Feuchtmittelzusatzes herangezogen werden. Dabei sind jedoch bestimmte Randbedingungen zu beachen, die in unserer Informationsmappe Elektrische Leitfähigkeit (MB 8) näher beschrieben sind. Ein Maß zur Beurteilung des Benetzungsvermögens einer Flüssigkeit ist die. Sowohl Wasser, das nach der Härtetabelle als weich bezeichnet wird, als auch sehr hartes Wasser, besitzen annähernd die gleiche von 72 mn/m. Ein Feuchtmittel mit dieser hohen kann die Druckplattenoberfläche nur unzureichend benetzen. Daher werden dem Feuchtmittelzusatz Substanzen (Tenside) zugesetzt, die die gezielt herabsetzen. Wasser Feuchtmittel hohe niedrige Technische Information hubergroup Seite 4/5

5 Isopropanol Da auch Isopropanol die Eigenschaft besitzt, die zu reduzieren, kann bei einer geeigneten Kombination aus Tensiden und Alkoholersatzstoffen im Feuchtmittelzusatz der im Feuchtmittel benötigte Isopropanol-Anteil deutlich reduziert werden. Bei entsprechender Ausrüstung der Feuchtwerke (z.b. mit Keramik- oder hydrophilen Gummiwalzen) ist es sogar möglich, ganz auf Isopropanol zu verzichten. Korrosionsschutz Zum Schutz der Druckmaschinen vor Korrosion wird der Einsatz korrosionsinhibierter Feuchtmittelzusätze, die die vom Maschinenhersteller vorgeschriebene Freigabe erhalten haben, dringend empfohlen. In diesem Zusammenhang sei nochmals auf mögliche korrosionsförderliche Wasserinhaltsstoffe hingewiesen, für die entsprechende Grenzwerte definiert wurden. Die Dosierung Zur Standardisierung des Offsetdruckprozesses sollte auch die Zusammensetzung des Feuchtmittels standardisiert sein. Die vorgeschriebene Zusatzmenge ist einzuhalten, da alle enthaltenen Wirkstoffkomponenten auf diese Anwendungskonzentration abgestimmt sind. Sowohl Über- als auch Unterdosierung ist nicht ratsam und kann drucktechnische und langfristig auch Korrosionsprobleme verursachen. Es empfiehlt sich, zur Dosierung des Feuchtmittelzusatzes, des Isopropanols und eventuell notwendiger Aufhärtungsmittel automatische Systeme einzusetzen. Um den Anteil Isopropanol im Feuchtmittel konstant zu halten, sind neben den bekannten Schwimmersytemen neue, wesentlich genauer arbeitende Anlagen mit unterschiedlichen Wirkungsprinzipien erhältlich, die auch im Bereich unter 5 Vol. % Alkohol genaue Werte liefern. Alle Dosier-, Kühl- und Umwalzanlagen, die mit aufbereitetem Wasser oder Feuchtmittel im Kontakt stehen, müssen frei von Kupfer- oder Messingteilen sein und sollten aus Kunststoff oder Edelstahl bestehen. Das Service-Programm Wir bieten ein kostenloses Service-Programm: Analyse des verwendeten Wassers. Empfehlung des optimal abgestimmten Feuchtmittelzusatzes. Beratung und Schulung durch unsere Service- Teams. Kontaktadressen für Beratung und weitere Informationen erhalten Sie unter Die Technische Information entspricht dem gegenwärtigen Stand unserer Erkenntnisse. Sie soll unterrichten und beraten. Eine Haftung für die Richtigkeit kann daraus nicht abgeleitet werden. Änderungen, die dem Fortschritt dienen, bleiben vorbehalten. Technische Information hubergroup Seite 5/5

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