ERP-LÖSUNGEN IM VERGLEICH

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1 Nr vom 16. Dezember 2013 Einzelpreis Inland: 7,90 ERP-LÖSUNGEN IM VERGLEICH Anbieter erfüllen die Erwartungen ihrer Kunden nur zum Teil. Der große Jahresrückblick Wir hätten 2013 gerne mehr über Themen wie digitale Transformation, Social Enterprise oder Realtime Economy geschrieben. Leider sind uns die Maulwürfe von NSA und GCHQ dazwischengekommen. Sie haben der viel zitierten digitalen Revolution einen Dämpfer versetzt. Lesen Sie mehr dazu in unserem Rückblick ab Seite 16 IDG Business Media GmbH, Zenit Pressevertrieb GmbH, Postfach , Stuttgart

2 51-52/13 Inhalt 3 Titelfoto: Malchev/Fotolia.com ERP-Lösungen im Vergleich 10 SAP, Microsoft und Oracle dominieren den weltweiten ERP- Markt. Doch die Kunden sind nicht immer so zufrieden, wie die Anbieter glauben machen wollen. Der große Jahresrückblick Natürlich geht es um Edward Snowden aber nicht nur war das Jahr, in dem viele etablierte IT-Anbieter kränkelten und Newcomer mit Cloud-, Big-Data- und Mobile-Lösungen durchstarteten. Maulwürfe überall 26 Wir haben unseren Karikaturisten gebeten, seine ganz persönliche Jahresbilanz zu ziehen. Seltsamerweise hat er das Data Center als geeignetes Biotop für Maulwürfe identiiziert. Highlights der Woche Verschlüsselung von Cloud bis Social Vertrauliche Daten sollten verschlüsselt werden auch in Facebook, auf dem Smartphone und in der Cloud. Stolperfallen im Social Web Funkstille, verödete Feeds, illegale Gewinnspiele: Was Unternehmen bei Twitter & Co. alles falsch machen. In dieser Ausgabe Trends & Analysen 5 Threshold: Windows mit Startmenü? Gerüchten zufolge kehren mit der nächsten Windows-Version Desktop und Startmenü zurück. 7 HP baut Converged Systems aus Vorkonigurierte Angebote für Virtualisierung, Big Data und Hosted Desktops kommen auf den Markt. Produkte & Praxis 28 Weihnachten werden Wünsche wahr Wir haben eine Auswahl an Gadgets zusammengestellt, die einen Platz unterm Baum verdienen. 31 CleanPipe gegen Cyber-Angriffe T-Systems und Lancom schließen Security-Pakt, um mittelständische Betriebe abzusichern. IT-Strategien 33 SEPA die Zeit drängt Ab dem 1. Februar ist der Zahlungsverkehr nur noch im SEPA-Verfahren möglich. 34 Was CIOS 2014 beschäftigt Verschiedene Baustellen warten auf IT-Manager. Die wichtigste ist die Digitalisierung des Business. Job & Karriere 40 Arbeit: Lust oder Frust? Viele fühlen sich im Job gestresst, dabei ließen sich Arbeit und Freizeit eigentlich gut kombinieren. 42 Behinderte ITler schmeißen den Laden Akquinet setzt auf Mitarbeiter mit Handicap.

3 4 Trends & Analysen 51-52/13 Was die anderen sagen Seiten-Spiegel Sieben Monate nach Edward Snowden steht die Zukunft der gesamten Online-Welt auf dem Spiel. Nachdem die großen Internet-Companies sich zu Wort gemeldet haben, wächst der Druck hinsichtlich notwendiger Reformen. Er verstärkte sich noch mit der For derung von Dutzenden bekannten Schriftstellern nach digitalen Grundrechten. Diese Woche hat sich der Druck auf President Obama und den Kongress definitiv verstärkt. Auch die britische Regierung um David Cameron muss erkennen, was nicht mehr zu übersehen ist: eine umfassende Neuordnung der Überwachungsaktivitäten der Regierungen ist überfällig. The Guardian Überwachung ist Dieb stahl. Denn diese Daten sind kein öffentliches Eigentum: Sie gehören uns. Aus einer Erklärung von 562 Schriftstellern, die sich gegen Massenüberwachung wehren (siehe Seite 50) NSA, FBI und der britische Geheimdienst GCHQ haben virtuelle Spielwelten wie Second Life und World of Warcraft überwacht. Allein schon der Gedanke, in World of Warcraft würden Terroristen beruflich umherstreifen, ist absurd. Aber immerhin war es höchst wirkungsvoll: Es gab weltweit keinen einzigen Anschlag eines Orks. Es geht schon lange nicht mehr um die Verhinderung von Terrorismus oder auch nur von Straftaten. Es geht um die Kontrolle der Bevölkerung: Niemand soll sich zu sicher sein dürfen, nicht ständig und überall überwacht zu werden. Kolumnist Sascha Lobo auf spiegel.de Der Software-Konzern Microsoft wird auch in Zukunft Standorte in Hamburg, Böblingen und Bad Homburg haben. Die eigentlich geplante Schließung der drei Büros wurde abgesagt, bestätigte Microsoft- Sprecher Thomas Mickeleit. Wir haben ein flexibles Konzept mit Heimarbeit geprüft. Nach Gesprächen mit Mitarbeitern und Betriebsräten hat sich gezeigt, dass wir das nicht vernünftig hinkriegen. spiegel.de CW-Kolumne Das Jahr des Pferdes ist das Jahr des Pferdes, wenn 2014 man nach dem chinesischen Kalender geht. Das Holzpferd, so entnehmen wir einer Astrologie-Website, gilt in China als ungeduldig, immer in Aufbruchstimmung, immer auf der Suche nach Abenteuern. Wir stehen also vor einem aufregenden Jahr, für das die Prognosen nicht schlecht sind. Die wirtschaftlichen Vorzeichen für Deutschland können sich ja auch sehen lassen: Der Export brummt, das Konsumklima stabilisiert sich, die Arbeitslosenzahlen sinken. Daran wird auch die große Koalition vorerst nichts ändern selbst wenn sie sich bemüht. Sicher werden 2014 die Geheimdienste mit ihren unglaublichen Schnüffeleien weiter Schlagzeilen machen, liefert Edward Snowden aus seinem Moskauer Exil doch ohne Unterlass Details. Doch die Menschen gewöhnen sich daran, und die meisten IT-Chefs dürften nach dem ersten Schock sogar ein wenig frohlocken. Dass Geheimdienste unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung auch Firmen ausspähen, wussten sie schon immer. Jetzt aber werden auch die Einzelheiten bekannt. Mehr Aufregung verursachen aus IT- Sicht wohl auch 2014 all die arglosen Kollegen in den Geschäftsbereichen, die wieder ohne Rücksicht auf Sicherheit und Die beliebte ipad-ausgabe der computer woche nutzt in der aktuellen Version alle Möglichkeiten, die das ipad bietet. Sie überzeugt durch hohe Ladegeschwindigkeit und hilft Anwendern, die auf eine neuere ipad-version wechseln wollen, ihre einmal erworbenen Einzelhefte mit geringem Aufwand in optimierter Qualität wiederherzustellen. Hinzu kommen ständig neue Detailverbesserungen in Datenschutz an der zentralen IT vorbei ihr eigenes Ding machen werden. Und natürlich die Vorstände, die höchste Sicherheit fordern, aber am liebsten alles in die Public Cloud verlagern würden, weil sie schnelle Erfolge wollen. Diese Gefahren müssen IT-Macher genauso ernst nehmen wie NSA und GCHQ zusammen. Aufregend wird 2014 auch für die computerwoche, die ihren 40. Geburtstag begehen darf welches Fachmedium kann das schon von sich behaupten? 40 Jahre computerwoche sind gleichbedeutend mit 40 Jahre deutscher IT-Geschichte. Das werden wir feiern! Das ganze Jahr über möchten wir unsere Leser verwöhnen mit einem Relaunch der Print-Ausgabe, vielfältigen Web-Aktivitäten und einer großen Jubiläumsgala. Aber erst einmal wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein schönes neues Jahr! COMPUTERWOCHE auf dem ipad Lesen Sie die neueste Heftausgabe schon am Freitag digital auf Ihrem ipad! Heinrich Vaske Chefredakteur CW Grafik und Usability. Die ipad-ausgabe enthält ferner die von vielen Lesern gewünschte Druck funk tion, mit der sich einzelne Ausgaben der computerwoche problemlos über AirPrint-fähige Druck-Set ups zu Papier bringen lassen. Push-Benachrichtigungen informieren un sere ipad- Leser deren Zustimmung vorausgesetzt über neu eingestellte Ausgaben. So erfahren Sie sofort, wenn die aktuellste computerwoche am digitalen Kiosk verfügbar ist.

4 51-52/13 Trends & Analysen 5 Sieht das neue Windows wieder alt aus? Microsoft arbeitet an den nächsten Windows-Versionen unter dem Codenamen Threshold. Gerüchten zufolge soll es wieder Desktop und Startmenü geben. Microsoft werkelt derzeit an den nächsten Windows-Versionen unter dem Codenamen Threshold. Für die drei Plattformen Xbox One, Windows und Windows Phone sind für das Frühjahr 2015 Updates zu erwarten. Nun berichtet die in Microsoft-Belangen stets gut informierte Zdnet -Autorin Mary Jo Foley, dass es drei Varianten (sogenannte SKUs oder Stock-Keeping Units) von Windows für PCs geben soll. Eine Version für Endkunden werde sich auf Apps und die Kacheloberfläche fokussieren. Die Variante soll sowohl auf ARM- als auf Intel-Plattformen laufen und ihre Updates via Windows Store beziehen. Damit würde sich dieses Windows auch für den Einsatz auf Smartphones und Tablets eignen. Mehr oder minder würde damit wohl Windows RT in dieser Variante aufgehen. Daneben soll es eine eher traditionelle Windows-Variante für PCs geben, die eine herkömmliche Bedienung per Tastatur und Maus unterstützt und eine Desktop-orientierte Oberfläche mitbringt. Auch hier sollen die Updates per Windows Store erfolgen. Zielgruppe sind ebenfalls Endkunden. kündigt sich schon jetzt das Ende an: Seit Ende Oktober 2013 ist es im Handel nicht mehr vorinstalliert auf PCs zu haben. Wie lange Microsofts OEM-Partner es noch liefern werden, ist Gegenstand von Spekulationen die meisten lauten auf Ende Oktober Ungeachtet dessen glauben Analysten, das Anwender so lange wie möglich mit Windows 7 arbeiten werden. Der Extended Support ist bis zum 14. Januar 2020 gewährleistet. Hektik dürfte also wohl nur für Windows-XP-User aufkommen, die aber immer noch rund ein Viertel der weltweiten PC-Nutzer ausmachen. (hv/mje) Weniger Updates für Unternehmen Eine dritte Variante von Windows zielt auf Unternehmenskunden und wird unter Umständen nur als Volumenlizenz erhältlich sein. Dieses Windows eignet sich für den Einsatz auf PCs, Notebooks und Tablets. Es bringt entsprechende Verwaltungsfunktionen mit. Die Business-Anwender sollen seltener Updates fahren müssen als die Endkunden, und die Updates werden wohl nicht über den Windows Store erfolgen. Schon länger kursieren Gerüchte, dass Privat- und Unternehmenskunden unterschiedliche Update-Zyklen erhalten sollen. Windows-Experte Paul Thurrott will zudem in Erfahrung gebracht haben, dass Metro-Apps in Zukunft in einem Fenster auf dem Desktop ausgeführt werden können. Zudem soll das traditionelle Startmenü im künftigen Windows wieder als Option zur Verfügung stehen. Während die Consumer-Welt mit Blick auf Windows 8.2 schon mit den Hufen scharrt, beschäftigen sich Business-Anwender noch mit Windows 7, teilweise sogar mit Windows XP, das ab April 2014 von Microsoft nicht mehr supportet wird. Auch für Windows 7 Entdecken Sie die Perle unter den VPN-Lösungen! Tief im Markt getaucht und trotzdem noch auf der Suche nach einer Ideallösung für die Anbindung Ihrer mobilen Anwender? Entdecken Sie jetzt die Perle unter den VPN-Lösungen! Entdecken Sie NCP! Universelle VPN-Clients sorgen dafür, dass Ihre Anwender sich sicher, schnell und unkompliziert ins Firmennetz einloggen können ob zu Hause am PC oder unterwegs mit dem Notebook, Handy oder Tablet. Das zentrale, automatisierte VPN-Management macht die Administration sagenhaft einfach. So entsteht lupenreine Wirtschaftlichkeit. Next Generation Network Access Technology

5 6 Trends & Analysen 51-52/13 Cisco arbeitet an sicherer Cloud Seit den NSA-Vorfällen stehen Cloud-Anbieter aus den USA unter General verdacht. Mit einem Hybrid-Cloud-Ansatz will Cisco das Vertrauen zurückgewinnen. Cisco hat sich bisher eher als Lieferant von Infrastruktur für Cloud-Umgebungen hervorgetan. Jetzt arbeitet das Unternehmen, das mit der Web-Conferencing-Lösung Webex auch einen populären Cloud-Service im Angebot hat, an einem neuen Cloud- Architekturdesign, das Schnüffeleien von Geheimdiensten ausschließen soll. Wie das Wall Street Journal schreibt, kombiniert die von CEO John Chambers geführte Company einen eigenen Cloudbasierten Collaboration-Service mit der sicheren Server-Infrastruktur beim Kunden, wo die Auch für Cisco-CEO John Chambers wird der US-Geheimdienstskandal zur Belastung. sensiblen Daten bleiben könnten, ohne dass Cisco Zugriff habe. Der Anbieter verbinde seine Cloud-Services über APIs mit der Hardware des Kunden und könne so Dienste anbieten, ohne dass sensible Daten an Cisco geliefert werden müssten. Das sei anders als bei heutigen Lösungen wie Webex, die komplett in der Cloud laufen. Die unter dem Codenamen Cisco Fusion entwickelte Hybrid-Cloud-Lösung sei auf internationale Kunden zugeschnitten, die aus Sorge vor den Geheimdiensten keine Cloud- Lösung akzeptierten. Benötige Cisco beispielsweise Identitätsdaten, um eine Web-Konferenz zwischen einer deutschen Bank und einem amerikanischen Kunden zu initiieren, seien diese künftig komplett verschlüsselt, und der Kunde halte den Schlüssel unter Kontrolle. Das ist unser Ansatz, um einige der Sorgen zu entkräften, die Kunden bezüglich des Speicherorts haben, sagte Rowan Trollope, der für Ciscos Collaboration Technology Group zuständige General Manager. Er fügte hinzu, die Enthüllungen rund um die Aktivitäten der NSA hätten der IT-Industrie geschadet. Eine Vielzahl amerikanischer Unternehmen, darunter auch Cisco, ständen unter dem Verdacht, den Geheimdiensten zuzuarbeiten. (hv) DevOps-Ansatz gehört die Zukunft Eine von IBM initiierte Studie zeigt, dass Softwareprojekte erfolgreicher verlaufen, wenn Entwicklung und Betrieb dauerhaft zusammenarbeiten. Dass Softwareentwicklung für Unternehmen geschäftskritisch ist, scheint ausgemacht: 86 Prozent der Topent scheider in Unternehmen stimmen dieser Aussage zu, wie eine aktuelle Studie des IBM Institute of Business Value zeigt. Besorgnis erregend ist eine andere Zahl: Nur ein Viertel der Befragten meint, die Entwicklungsprojekte würden effektiv betrieben. Unternehmen, bei denen Entwicklung und Betrieb über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg eng zusammenarbeiten, erstellen der Studie zufolge ihre Software wesentlich effizienter als ihre Konkurrenten. So beurteilen 64 Prozent der erfolgreichen Unternehmen ihre Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Entwicklung als effektiv Basisinformationen zum Thema DevOps finden Sie unter nur acht Prozent der weniger erfolgreichen behaupten dies von sich. Die durchgehende Zusammenarbeit von Entwicklung und Betrieb wird als DevOps (Development and Operations) bezeichnet. Der integrierte Ansatz zur Bereitstellung von Software will Kultur, Prozesse und Tools eines Unternehmens berücksichtigen und deckt dazu den gesamten Lebenszyklus von der Planung und Erstellung bis zur Bereitstellung und Rückmeldung ab. Kontinuierliche Softwarebereitstellung soll es ermöglichen, Marktchancen schneller wahrzunehmen und Kundenanforderungen besser gerecht zu werden. Steigenden Anforderungen bei der Softwareentwicklung und wachsenden Bedarf an enger Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten konstatiert IBM vor allem im Mobile-Bereich. Die Industrie müsse sich an die Entwicklungszyklen der Endgeräte anpassen, was zu einem erhöhten Zeitdruck bei der Softwareentwicklung führe. (tc) Foto: Cisco

6 8 News 51-52/13 Deutsche misstrauen der Integrität von Diensten im Internet Wie schätzen Sie die Sicherheit Ihrer persönlichen Daten im Internet ein? % Wie stark vertrauen Internet-Nutzer Staat und Behörden in Bezug auf ihre persönlichen Daten im Netz? Quelle: Bitkom ; Angaben in Prozent; n = / /2013 Sehr sicher/sicher Eher unsicher/völlig unsicher Weiß nicht Weniger stark Überhaupt nicht Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Bitkom zeigt, wie nachhaltig das Vertrauen der Deutschen bezüglich der Sicherheit ihrer Daten und der Integrität von Diensten im Internet gelitten hat. Danach halten 79 Prozent der Internet Nutzer in Deutschland ihre persönlichen Daten im Internet generell für eher unsicher oder völlig unsicher. Bei einer Bitkom Umfrage im Jahr 2011 waren es erst 55 Prozent. Die Bürger haben auch eine klare Vorstellung davon, wer die Verantwortlichen für das Misstrauen sind: Ihr Vertrauen, wenn es um den Umgang von Staat und Wirtschaft mit ihren persönlichen Daten geht, hat erheblich gelitten. Daher fordert der Bitkom, dass IT Unternehmen die Erlaubnis erhalten sollten, es zu veröffentlichen, wenn sie Daten an Ermittlungsbehörden weiterleiten müssen. Ein Ende der Verschwiegenheitspflicht schaffe mehr Transparenz. Außerdem müsse es Verhandlungen über ein No Spy Abkommen und eine internationale Übereinkunft für die Herausgabe von Kundendaten geben. (jm) Jung von Matt provoziert Shitstorm Die Agentur wollte auf Facebook witzig sein. Das ging schief. Eigentlich sollte es ein Gemeinplatz sein: Wer sich heutzutage in sozialen Netzen äußert, muss mit einer Reaktion der Crowd rechnen. Das ist ja der Sinn solcher Plattformen: der Austausch von Ansichten über Gott und die Welt. Dafür, dass die Spielregeln für Twitter, Facebook und Konsorten immer noch nicht von jedem verstanden werden, hat sicher jeder schon Beispiele erlebt. Dass aber auch renommierte Werbeagenturen wie Jung von Matt immer noch Aussetzer haben, wenn sie sich in der Öffentlichkeit des Webs bewegen, ist erstaunlich. Ist es doch ihr Brot und Butter Geschäft, das Sentiment breiter Bevölkerungsschichten anzusprechen und wirkungsvoll auf die auch unterbewussten Emotionslagen der Konsumenten zu zielen. Inspiration für Damen? Auf ihrer Facebook Seite veröffentlichten die Kreativköpfe am vergangenen Montag ein Foto, das in nicht einmal so anzüglicher Weise das Dekolleté einer gesichtlosen Dame zeigte. So weit, so hinnehmbar. Die Bombe platzte durch den begleitenden Text des Facebook Postings: Wir freuen uns jetzt schon auf die Weihnachtsfeier am Freitag. An dieser Stelle verzichten wir aus gegebenem Anlass auf ein Foto. Klamotteninspiration für die Damen?! Nun gilt im Internet, dass, wer provoziert, für den Shitstorm nicht sorgen muss. Der kam. Sexistische Kackscheiße für alle?!, fragte ein User. Für eine Kreativagentur ziemlich unkreativer, plumper Scheiß, kommentierte eine Nutzerin. Wow. Ernst haft, Jung von Matt? Hoffe, dass als nächstes die Nachricht kommt, dass diese Seite gehackt wurde und irgendein Vollidiot dieses Bild gepostet hat, hoffte eine weitere Userin vergebens. Am nächsten Tag löschte JvM das Posting. Verstanden! Mit dem Bild sind wir klar übers Ziel hinausgeschossen. Wir entschuldigen uns für den Fehlgriff und nehmen den Post von der Seite. Fazit: Immer noch scheinen auch intelligente Menschen im Umgang mit sozialen Netzen nicht sattelfest zu sein. Dabei sind Facebook, Flickr, Youtube etc. wirklich nicht mehr neu. (jm) Foto: M. Schuppich/Fotolia.com

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