Tipps zur Haltung junger Katzen

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1 Tipps zur Haltung junger Katzen 1

2 Liebe Katzenfreunde, wir freuen uns mit Ihnen über Ihr neues Familienmitglied und geben Ihnen gerne ein paar Tipps aus Sicht des Tierarztes zur Haltung und Pflege junger Katzen. In dieser Broschüre haben wir einige Hinweise zu folgenden Themen zusammen gefasst: Krankheiten und Impfmöglichkeiten Parasitenkontrolle: - Entwurmung - Flohprophylaxe Kennzeichnung durch Chip Fütterung Wir wünschen Ihnen viel Spass und Freude mit Ihrem neuen Freund. Sollte trotz allem einmal etwas nicht rund laufen: rufen Sie uns an. Sie erreichen uns rund um die Uhr oder erhalten die Telefonnummer des nächstgelegenen Notfalltierarztes Uehlinger Tierärzte-Team Beringen und Thayngen 2

3 Tollwut Das Tollwutvirus verursacht bei Mensch und Tier Krankheiten des zentralen Nervensystems. Erkrankte Tiere sterben meist qualvoll. Nach 20 Jahren intensiver Bekämpfungsmassnahmen wurde die Schweiz 1999 als tollwutfrei anerkannt. Auf eine generelle Impfung aller Katzen kann somit in der momentanen Situation verzichtet werden. (Für den Grenzübertritt ist eine aktuelle Tollwutimpfung nach wie vor obligatorisch. Dazu gibt es noch weitere Vorschriften für den Grenzübertritt, insbesondere für Tiere aus Nicht-EU-Ländern. Informieren Sie sich frühzeitig über die geltenden Anforderungen.) 3

4 Katzenseuche Diese, durch ein Parvovirus verursachte Krankheit tritt dank Impfung nur selten auf. Das Krankheitsbild reicht von plötzlichen Todesfällen bis zu langwierigen fieberhaften Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall. Da das Parvovirus in der Umwelt sehr widerstandsfähig ist und lange überleben kann, kann es auch durch den Menschen, beispielsweise an den Schuhen, in die Wohnung gebracht werden. Deshalb sollten ausnahmslos alle Katzen gegen Katzenseuche geimpft werden! Katzenschnupfen Häufigste Infektionskrankheit bei Jungtieren. Der Schnupfen wird durch Viren, später auch durch Bakterien verursacht und kann zu schweren Erkrankungen der oberen Atemwege führen. Viele erkrankte Katzen behalten die Viren auch nach der Genesung lebenslang und jede Stress-Situation kann einen neuen Krankheitsschub auslösen. Schwere Erkrankungen führen zu Veränderungen in den Nasen- und Nasennebenhöhlen und damit zu lebenslangem, chronischem Katzen-schnupfen. Die Viren werden direkt von Katze zu Katze, sogar von der Mutter auf die ungeborenen Jungen übertragen. Alle Katzen mit Kontakt zu Artgenossen sollten deshalb geimpft werden. 4

5 Leukose Die Leukose ist die bedeutendste Infektionskrankheit der Katze. Sie wird durch das Leukämievirus der Katze (FeLV) hervorgerufen. Die Krankheit kann sich sehr unterschiedlich darstellen. Häufig zeigen erkrankte Katzen Lustlosigkeit, Abmagerung und Durchfall. Das Virus verursacht Blutarmut und beeinträchtigt das Immunsystem des Tieres, was andere, ansonsten harmlose Krankheiten begünstigt. Eine häufige Form der Leukose stellen Tumore (Krebs) in den verschiedensten Organen dar. Bei einmal erkrankten Katzen ist eine Behandlung nicht möglich und die Krankheit führt in jedem Fall zum Tod. Das Virus wird über den Speichel gesunder oder kranker Katzen ausgeschieden. Andere Katzen stecken sich bei Kontakt mit diesem, zum Beispiel am Fressnapf, beim Putzen oder bei einem Biss an. Auch die Übertragung von der Mutter auf die ungeborenen Jungen ist möglich. Nach einer Ansteckung kann eine Katze monate- oder sogar jahrelang Träger des Virus sein. Diese Katzen sind zwar gesund, können aber bereits andere anstecken. Im Durchschnitt sterben die infizierten Katzen 2-3 Jahre nach der Ansteckung. Durch einen einfachen Bluttest lässt sich feststellen, ob eine Katze bereits Träger des Leukosevirus ist. Ist dies nicht der Fall, kann eine Impfung vor einer möglichen Ansteckung schützen. Alle Katzen mit Kontakt zu Artgenossen, das heisst alle Katzen mit Freilauf und Katzen, die in ein Tierheim gehen, sollten auf Leukoseviren gestestet und gegen Leukose geimpft werden. 5

6 FIP (Feline Infektiöse Peritonits) An der infektiösen Bauchfellentzündung erkranken vor allem jüngere Katzen in Zuchten oder anderen grösseren Populationen (Bauernhof, viele Katzen in einem Quartier). Auch diese Erkrankung führt, meist nach längerer fieberhaften Krankheit, zum Tode. Da eine Krankheit nur ausbricht, wenn das Virus im Katzenkörper mutiert, ist eine Diagnose der Krankheit schwierig und kann nicht durch einen einfachen Virus- oder Antikörpernachweis erstellt werden. Die Impfung schützt die Katze nicht in jedem Fall vor einer FIP- Erkrankung, kann aber in speziellen Fällen sinnvoll sein. FIV (Felines Immunschwäche Virus) Dieses Virus kann durch einen Biss, beispielsweise beim Deckakt, übertragen werden und ist bei heimischen Katzen nur wenig verbreitet. Träger sind vor allem ältere, nichtkastrierte Kater. Eine Impfung ist bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Allgemeine Hinweise zu den Impfungen Zur Ausbildung eines optimalen Impfschutzes sollte die Katze bei jeder Impfung gesund sein. Bei Jungkatzen wird eine sogenannte Grundimmunisierung durchgeführt, die bei den meisten Impfungen in zwei Injektionen im Abstand von zwei bis drei Wochen besteht. Zur Erhaltung des Impfschutzes muss die Impfung jährlich wiederholt werden (Booster). 6

7 Entwurmung Ihre Katze wir sich immer wieder mit Würmern anstecken und dann nach 1-2 Monaten selbst ansteckende Wurmeier ausscheiden. Viele Studien belegen, dass selbst reine Wohnungskatzen immer wieder Würmer haben. Spul- und Hakenwürmer werden direkt mit ausgeschiedenen, mikroskopisch kleinen Wurmeiern übertragen. Bei Bandwürmern werden ganze Eipakete ausgeschieden. Diese sind für andere Katzen aber erst über einen Zwischenwirt (z.b. Flöhe oder Mäuse) ansteckend. Je nach Situation empfehlen wir, Katzen 3-6 mal jährlich zu entwurmen. Freigänger und Katzen in Haushalten mit Kindern sollen häufiger entwurmt werden als reine Wohnungskatzen und Katzen mit weniger engem Kontakt zu Menschen. Junge Katzen bis 8 Monate sollten häufiger (monatlich) entwurmt werden. Dies erledigen wir gewöhnlich, wenn Sie die Katze zur Impfung bringen Erwachsene Katzen können Sie mit Tabletten oder Spot-on- Präparaten (zum Auftragen), die bei uns erhältlich sind, selbständig nach Bedarf entwurmen. Flöhe Flöhe sind lästig und können in Einzelfällen für ein Tier oder gar für den ganzen Haushalt zu einem echten Problem werden. Da nur erwachsene Flöhe auf Katzen und Hunden leben, 90% der Population aber als Eier, Larven und Puppen in der Wohnung sind, muss eine Bekämpfung korrekt, intensiv und mit den richtigen Mitteln erfolgen. Lassen Sie sich in einem solchen Fall von uns beraten. Zur Vermeidung eines Flohbefalls können Sie prophylaktisch monatlich mit einem spot-on-präparat (zum Auftragen) behandeln. Andere Parasiten Andere Parasiten wie Ohrmilben, Herbstgrasmilben usw. sind entweder typische Jungtiererkrankungen oder treten sehr selten auf. Bringen Sie bei einem Verdacht Ihre Katze zur Untersuchung in unsere Praxis. Chip Wie bei Hunden obligatorisch, können auch Katzen mit einem kleinen, unter die Haut eingepflanzten Transponder gekennzeichnet und ihrem Halter zugeordnet werden. 7

8 Die Implantation des Chip ist vergleichbar mit einer Impfung. Der Transponder wird mit einem Lesegerät abgelesen und liegt ansonsten ruhig unter der Haut, ohne Strahlen oder ähnliches auszusenden. Mittlerweilen sind elektronische Katzentüren erhältlich, die Katzen am Chip erkennen und sich nur bei "zutrittsberechtigten" Katzen öffnen. Halsbänder, die manchmal zu schwerwiegenden Verletzungen führen können, und Magnete oder Sender für Katzentüren, die Katzen gerne verlieren, sind somit nicht mehr nötig. 8

9 Fütterung Katzenfutter sind heute in grosser Auswahl erhältlich und decken den Ernährungsbedarf einer Katze ab. Aus hygienischen und ökologischen Gründen empfehlen wir Ihnen die Fütterung mit Trockenfutter. Mit einem hochwertigen Allein-Futter und Wasser bekommt Ihre Katze alles was sie braucht. Häufige Futterwechsel, Milch und vor allem Fütterung "vom Tisch" sind oft Ursache von Problemen. Fettleibigkeit durch Überfütterung stellt das häufigste Fütterungsproblem unserer Katzen dar. Unser Futtersortiment hält für jedes Bedürfnis das passende, hochwertige Futter bereit. Wir beraten sie gerne. 9

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