Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft für Kooperative Wirtschaft. Ludwig-Erhard Forschungsgesellschaft für Kooperative Wirtschaft

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1 Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft für Kooperative Wirtschaft Ludwig-Erhard Forschungsgesellschaft für Kooperative Wirtschaft

2 Augenmaß, Fairness und Werteorientierung: Für diese Begriffe stehen die Genossenschaften, seit es sie gibt ein Modell, das bereits in der Vergangenheit sehr erfolgreich war und ein Garant sein kann für Nachhaltigkeit und Zukunft. Dr. Günther Beckstein, Rechtsanwalt, Bayerischer Ministerpräsident a.d. Genossenschaften und Kooperative Wirtschaft Genossenschaften sind Unternehmen, die durch die Identität ihrer Mitglieder als Eigentümer und Nutzer der Unternehmensleistungen gekennzeichnet sind. Damit unterscheiden sie sich fundamental von traditionellen, gewinnmaximierenden Unternehmen. Sie sind ein Beispiel kooperativen Wirtschaftens, das auch in anderer Form, beispielsweise durch Unternehmenskooperationen, strategische Allianzen und Joint Ventures realisiert werden kann. Ziel solcher Kooperationen ist es, die einzelwirtschaftlichen Ziele besser zu erreichen als bei einem autonomen Vorgehen. Bei Genossenschaften steht der unmittelbare und mittelbare Mitgliedernutzen als Unternehmensziel im Vordergrund. Seit ihrer Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich Genossenschaften zu einem erfolgreichen und stabilen Wirtschafts- und Wertschöpfungssektor entwickelt, der besonders durch sein regionales Geschäftsmodell geprägt ist. Auch in anderen Ländern ist die Genossenschaftsidee höchst erfolgreich. Beispiele sind Mikrofinanzinstitutionen und Vermarktungskooperativen in Entwicklungsländern. Die Vereinten Nationen haben dies zum Anlass genommen, das Jahr 2012 als Inter nationales Jahr der Genossenschaf ten aus zurufen. Hierdurch wurde die öffentliche Wahrnehmung dieser Form des Wirtschaftens gestärkt und der internationale Erfahrungs austausch verbessert.

3 Forschen. Fördern. Verbinden. Wirtschaftswissenschaftliche Forschung braucht Ziele und sollte letztlich dazu beitragen, der Gesellschaft einen Nutzen zu stiften. Sie sollte zur Lösung drängender Probleme beitragen. Aus diesem Grund ist eine gegenseitige Befruchtung von Wissenschaft und Praxis von besonderer Bedeutung. Ermöglicht wird dieser Austausch auch durch ein finanzielles Engagement der Praxis und eine entsprechende Förderung von Forschungsprojekten zu praxisrelevanten Fragestellungen wie es die Ludwig- Erhard-Forschungsgesellschaft für Kooperative Wirtschaft realisiert. Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt, Vorsitzender des Beirats

4 Die Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft für Kooperative Wirtschaft Die Forschungsgesellschaft wurde im Jahr 2012 mit der Konstituierung eines wissenschaftlichen Beirats gegründet. Sie fungiert als Drittmittelgeber, um den Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an genossenschaftswissenschaftliche und kooperationsökonomische Fragestellungen heranzuführen und die Bearbeitung entsprechender Forschungsprojekte zu unterstützen und vorhandenes Know-how für diese Themen nutzbar zu machen. des Genossenschaftsverbands Bayern e.v. Organisatorisch angesiedelt ist sie am Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg, das seit über 60 Jahren Forschung auf diesem Gebiet betreibt. Die Vorstandsmitglieder des Instituts gehören dem wissenschaftlichen Beirat der Forschungsgesellschaft an, der jährlich über die Förderung neuer Forschungsprojekte entscheidet. Die Finanzierung erfolgt über Beiträge genossenschaftlicher Unternehmen und

5 Ludwig Erhard Ludwig Erhard studierte Betriebswirtschaftslehre an der damaligen Handelshochschule Nürnberg und war nach Fertigstellung seiner Promotion 1925 an der Universität Frankfurt Assistent und Lehrbeauftragter der Handelshochschule. Er zählte zu den Mitbegründern der GfK AG. Zwischen Ludwig Erhard, dem ersten deutschen Wirtschaftsminister nach dem II. Weltkrieg, und genossenschaftlichem bzw. kooperativem Wirtschaften gibt es eine Reihe von Verbindungen. Eine Verbindung zum Genossenschaftswesen ergibt sich durch seinen Doktorvater Franz Oppenheimer, der einer der führenden Theoretiker des Genossenschaftswesens in Deutschland war. Hervorzuheben ist auch die Rolle der Genossenschaften bei der Sicherung des Wettbewerbs und der Schaffung von Marktzugang. Diese Aspekte zählen zu den Kernelementen der Sozialen Marktwirtschaft Erhardscher Prägung. Liberalem Gedankengut folgend, ergibt sich eine weitgehende Übereinstimmung zwischen den genossenschaftlichen Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung und den konstituierenden Werten einer Sozialen Marktwirtschaft, die neben dem Wettbewerbsaspekt auf subsidiärer Solidarität und weitgehender Selbstorganisation beruht. Die Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft greift diese Aspekte auf und überträgt sie auf die genossenschaftliche Forschung. Ludwig Erhards Vorstellungen von Selbsthilfe und Selbstverantwortung als konstituierende Elemente einer Sozialen Marktwirtschaft sind heute noch so aktuell wie zu Zeiten der Einführung dieser Wirtschaftsordnung. Genossenschaften setzen diese Prinzipien vorbildhaft um. Evi Kurz, 1. Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreis Fürth e.v.

6 Forschung auf dem Gebiet der Kooperativen Wirtschaft knüpft an bestehende Forschungstraditionen an und ergänzt das Forschungsprofil der Friedrich-Alexander-Universität in hervorragender Weise. Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Die Förderer aus Wirtschaft und Wissenschaft Die finanzielle Grundlage der Ludwig- Erhard-Forschungsgesellschaft wurde von Unternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe, der DATEV eg und dem Genossenschaftsverband Bayern e.v. gelegt. Der Etat der Forschungsgesellschaft macht es möglich, jährlich fünf bis sechs Projekte zu fördern. Die beteiligten Wissenschaftler als Kooperationspartner steuern durch ihre Forschungsprojekte den ideellen Teil der Förderung bei. Die Bewilligung beantragter Forschungsvorhaben obliegt einem wissenschaftlichen Beirat, der sich aus Vertretern der genossenschaftlichen Praxis und der Wissenschaft zusammensetzt. Projektergebnisse werden einmal jährlich auf einer Tagung vorgestellt, die zusammen mit dem Forschungsinstitut für Genossenschaftswesen an der Universität Erlangen-Nürnberg organisiert wird.

7 Die Mitglieder des Beirats Beiratsmitglieder der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Beiratsmitglieder aus der genossenschaftlichen Praxis Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt Vorsitzender des Beirats Prof. Dr. Robert Freitag Prof. Dr. Wolfgang Harbrecht Prof. Dr. Klaus Henselmann Prof. Dr. Ingo Klein Prof. Dr. Manfred Neumann Prof. Dr. Volker H. Peemöller Prof. Dr. Johannes Rincke Prof. Dr. Hendrik Scholz Prof. Dr. Matthias Wrede Prof. Dr. h.c. Stephan Götzl Stellvertretender Beiratsvorsitzender (Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern e.v.) Dr. Konrad Baumüller (Vorstandssprecher VR-Bank Erlangen- Höchstadt-Herzogenaurach eg) Alexander Boldyreff (Vorstandsvorsitzender der Teambank AG) Gerhard Hinterberger (Vorstandsmitglied der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG) Heinz-Jürgen Kallerhoff (Vorstandsmitglied der R+V Versicherung AG) Prof. Dieter Kempf (Vorstandsvorsitzender der DATEV eg) Hans Joachim Reinke (Vorstandsvorsitzender Union Asset Management Holding AG) Manfred Salber (Vorstandsmitglied der DG HYP AG) Dr. Stefan Schwab (Vorstandsvorsitzender der DZ PRIVATBANK S.A.) Dr. Bruno Weber (Vorstandsmitglied der ABZ eg)

8 Die fördernden Unternehmen GVB e.v. Der GVB ist Dienstleister und Interessenvertreter für ca genossenschaftliche Unternehmen im Freistaat. Dem gesetzlichen Auftrag folgend, bietet er Prüfungs- und Beratungsdienstleistungen für alle Genossenschaften außerhalb des Wohnungssektors an. DATEV eg Die DATEV eg in Nürnberg ist das Softwarehaus und der IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sowie deren Mandanten. Gegründet im Jahr 1966 zählt die Genossenschaft heute zu den größten Informationsdienstleistern und Softwarehäusern in Europa. Teambank AG Die Teambank ist der Experte für Konsumentenkredite innerhalb der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Das Unternehmen bietet seine Finanzdienstleistungen in Zusammenarbeit mit den Kreditgenossenschaften vor Ort als auch über eigene easycredit-shops sowie über das Internet an. Union Asset Management Holding AG Das Unternehmen ist der Anbieter von Investmentfonds der genossenschaftlichen Finanzgruppe und bietet eine Vielzahl von Produkten für private und institutionelle Anleger an. Publikumsfonds werden über die genossenschaftlichen Kreditinstitute und über die Bausparkasse Schwäbisch Hall vertrieben. DZ PRIVATBANK S. A. Die DZ PRIVATBANK mit Sitz in Luxemburg ist eine Tochter der DZ BANK AG. Sie bietet Private Banking, Vermögensverwaltung und Finanzierungslösungen für private und geschäftliche Kunden an. Auch unterstützt sie Fondsanbieter bei und nach der Gründung. Bausparkasse Schwäbisch Hall AG Das Unternehmen ist die größte private Bausparkasse in Deutschland. Hauptprodukt sind Bausparverträge und andere Finanzierungslösungen für Immobilienkunden. Die Bausparkasse kooperiert eng mit den genossenschaftlichen Kreditinstituten. Der eingetragenen Genossenschaft gelingt es wie keiner anderen Unternehmensform, wirtschaftliche und soziale Ziele miteinander zu verbinden. Überall auf der Welt leisten Genossenschaften einen nachhaltigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung. Prof. Dr. h.c. Stephan Götzl, stellvertretender Vorsitzender des Beirats der Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft

9 Deutsche Genossenschafts- Hypothekenbank AG Kerngeschäftsfeld der DG HYP ist die gewerbliche Immobilienfinanzierung. Als bedeutende Pfandbriefbank refinanziert sich das Unternehmen durch Emissionen dieser als besonders sicher geltenden Anleihen. R+V Versicherung AG Der Versicherungskonzern ist einer der größten deutschen Versicherer und Teil der genossenschaftlichen Finanzgruppe. R+V bietet eine sehr breite Palette von Versicherungen an.

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11 Überblick über die Förderprojekte 2013/2014 Connecting the Cooperative - Die Bedeutung sozialer Medien für Kommunikation, Zusammenarbeit und Organisationskultur bei Genossenschaften Untersucht wird, wie durch soziale Netzwerke die Identifikation von Experten, die Kooperation lokal getrennter Akteure und die Entwicklung innovativer Lösungen in Genossenschaften unterstützt werden kann. (Leitung: Prof. Dr. Kathrin Möslein) Die Genossenschaft als Kooperationsinstanz im Entscheidungsexperiment Die Vorteile von Genossenschaften als Ressourcenpool und Kooperationsinstanz für Einzelakteure sollen in Entscheidungsexperimenten auf spieltheoretischer Basis getestet werden. Überprüft wird, ob und wie sich die Kooperationsrate erhöhen lässt. (Leitung: Prof. Dr. Martin Abraham) Entwicklung eines standardisierten Frühwarnsystems zur nachhaltigen Sicherung des Erfolgs von Kreditgenossenschaften Identifikation von relevanten internen und externen Einflussfaktoren für den Erfolg von Kreditgenossenschaften sowie die präventive Ableitung eines standardisierten Frühwarnsystems, um eine nachteilige Entwicklung frühzeitig abzuwenden. (Leitung: Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt) Honorarberatung versus Provisionsberatung Das Projekt soll die These erhärten: Es mag und wird immer Beratungsfehler geben. Der größte Fehler von allen ist aber, keine Beratung in Anspruch zu nehmen. (Leitung: Prof. Dr. Alexander Brem) Mitgliedschaft als Alleinstellungsmerkmal und Instrument der Kunden bindung am Beispiel genossenschaftlicher Banken Ziel ist herauszufinden, welche Nutzenkomponenten aus Sicht von Mitgliedern eine Mitgliedschaft bei genossenschaftlichen Banken besitzt, wie zufrieden sie mit den Leistungen sind und wie wichtig diese für die Mitglieder sind. (Leitung: Prof. Dr. Andreas Fürst) Personalpolitik in genossenschaftlichen Unternehmen Anhand von Daten des IAB-Betriebspanels wird untersucht, ob genossenschaftliche Unter nehmen im Vergleich zu anderen Unternehmen mehr personalpolitische Aktivitäten zeigen, die commitmentförderlich sind. (Leitung: Prof. Dr. Klaus Moser / Prof. Dr. Lutz Bellmann) Die Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft ermöglicht hochrangige Forschung im Bereich der Kooperativen Wirtschaft auf international wettbewerbsfähigem Niveau. Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt, Vorsitzender des Beirats der Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft

12 Ludwig-Erhard Forschungsgesellschaft für Kooperative Wirtschaft Ludwig-Erhard-Forschungsgesellschaft für Kooperative Wirtschaft Findelgasse 7/9, Nürnberg Telefon 0911/ Telefax 0911/

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