Block Lebensmitte III/ Extremitäten

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1 Block Lebensmitte III/ Extremitäten Dauer: 5. bis 6. Woche des Wintersemesters 2006/07 Montag, bis Freitag, Einführung: Montag, , :00 Uhr, SR 5, 4. Ebene, TÄF, CCM Abschlussgespräch: Donnerstag, , 12:30 14:00 Uhr, SR 5, 4. Ebene, TÄF, CCM Verantwortlich von der Fakultät: PD Dr. Romana Lenzen-Großimlinghaus, Evangelisches Krankenhaus für Geriatrie, Potsdam Tel: (0331) ; romana.lenzenxevkp.de Verantwortlich von der AG Reformstudiengang Medizin: Andrea Antolić, Tel , Fax: , andrea.antolicxcharite.de Studentische Mitarbeiterin: Katja Hefke, katja.hefkexcharite.de Homepage des Reformstudiengang Medizin: Blackboard:

2 Einführung Liebe Studierende des 9. Semesters, der zweiwöchige Block Extremitäten findet im 9. Semester des Reformstudienganges Medizin als Teilbereich des übergeordneten Bereiches Lebensmitte III statt. Da Sie jetzt schon über gute Grundlagen der Medizin verfügen, beschäftigt sich dieser Block fächerübergreifend und detailliert mit der Anatomie, der Pathologie, der Pathophysiologie, der Klinik, der multimodalen Diagnostik und Therapie - unter Einbeziehung von Pharmakologie, Traumatologie, Rehabilitation und Anästhesie des Bewegungs- und Stützapparates. Innerhalb der zwei Wochen werden in vier POL-Sitzungen vier verschiedene Fälle aus dem Bereich der Erkrankungen der Wirbelsäule, der Extremitäten, des Gefäßsystems und zur Palliativmedizin bearbeitet. Der POL-Prozess wird durch jeweils ein Seminar begleitet, in dem ein wesentliches Thema des vorliegenden POL-Falles durch zwei beteiligte Fächer im Detail erläutert wird, z. B. Schmerztherapie aus der Sicht der Palliativmediziner und der Anästhesisten (Schmerztherapeuten). Innerhalb des Blocks werden zwei Praktika angeboten, die jeweils zweimal stattfinden: 1. Anatomische Grundlagen und Bildgebung im Bereich des Skelettsystems. 2.Anatomie und Pathologie der Gefäße. Des Weiteren gibt es im Block Extremitäten zwei Übungen zu den Themen Frakturruhigstellung durch Gips und Versorgung von chronischen Wunden. Die Blockverantwortliche und die an der Konzeption und am Aufbau des Blocks beteiligten KollegInnen hoffen, dass sich hier ein Teilgebiet der Medizin, welches im Regelstudiengang in dieser Vielfältigkeit und Komplexität bisher nicht dargestellt wurde, mit viel Praxisbezug öffnet und besseren Einblick gibt in ein - auch sozioökonomisch brisantes - Feld. Die Dozenten des Blocks Extremitäten wünschen viel Erfolg und Freude an den dargestellten Inhalten. Romana Lenzen-Großimlinghaus

3 Seminare Klinisch-theoretische Grundlagen I und II Seminar 1: Konservative und operative Frakturbehandlung sowie Nachsorge. 1. Vorstellung der physikalischen Behandlungsmöglichkeiten nach Radiusfraktur und Fraktur des oberen Sprunggelenkes in Abhängigkeit von der therapieform (konservativ, operativ) 2. Behandlungstechniken werden am Studenten gezeigt 3. Besichtung der Behandlungsabteilung mit Vortsellung weiteren Verfahren Seminar 2: Schulterläsionen Seminar 3: Pathophysiologie und Differentialdiagnose von Gefäßverschlüssen Es sollen im Kurs die diagnostischen und interventionellen Verfahren, welche bei venösen und arteriellen Gefäßverschlüssen derzeit zum Einsatz kommen, vorgestellt und ihre Indikationen, Kontraindikationen, Nebenwirkungen und Komplikationen diskutiert werden. Hierfür wird Bild- und Interventionsmaterial zur praktischen Analyse und Anschauung zur Verfügung stehen. Seminar 4: Schmerztherapie An Vorwissen für die Veranstaltung wird die Kenntnis des WHO-Stufenschemas und dessen Anwendung vorausgesetzt. Anhand von praktischen Fällen sollen gemeinsam Differentialdiagnosen von Rückenschmerzen und mögliche Therapieoptionen in einer palliativmedizinischen Situation erarbeitet werden. Die Prinzipien und Probleme der Ernährung bei Palliativpatienten und deren Behandlungsmöglichkeiten werden anhand von Fällen aus der Praxis erlernt. Übungen zu Diagnostik und Therapie Übung 1: Praxis der Frakturruhigstellung durch Gips Übung 2: Versorgung chronischer Wunden Im Rahmen dieses Praktikums werden die Studierenden zunächst theoretisch in die Ätiologie, Pathogenese und Therapie von chronischen Wunden eingeführt. Hierzu sind Kenntnisse der Pathophysiologie von Gefäßkrankheiten Voraussetzung. Nachdem verschiedene Therapieprinzipien und Wundauflagen demonstriert worden sind, werden die Studierenden Patienten mit chronischen Wunden und der aktuellen Anwendung der Wundprinzipien aktiv kennen lernen. Kittel sollten mitgebracht werden Praktika Praktikum 1: Anatomische Grundlagen und Bildgebung im Bereich des Skelettsystems Praktikum 2: Anatomie und Pathologie (Makroskopie und Mikroskopie) der Gefäße Die histopathologischen Aspekte verschiedener vaskulärer Veränderungen werden vorgestellt und gemeinsam mit den Studierenden an Kurspräparaten am Mikroskop erarbeitet. Behandelt werden die verschiedenen Stadien der Arteriosklerose, die Thrombenbildung sowie entzündliche Gefäßerkrankungen.

4 Die Kenntnis der normalen histologischen Anatomie arterieller und venöser Blutgefäße erleichtert das Verständnis der pathologischen Veränderungen, weitere Vorkenntnisse werden nicht benötigt. Ein Standardlehrbuch der Pathologie (z.b. Böcker/Denk/Heitz, Elsevier Verlag oder Riede/Schäfer, Thieme Verlag) ist für das gesamte Studium begleitend empfehlenswert, alternativ kann auf ein Kurzlehrbuch (z.b. Bühling/Lepenies/Witt, Urban und Schwarzenberg Verlag) zurückgegriffen werden.

5 Lernziele Block Lebensmitte III Extremitäten Lernhilfen Lernziele sind hilfreich, um Lernprozesse näher beschreiben und überprüfen zu können. Sie haben im Reformstudiengang die Funktion, das Studium inhaltlich sinnvoll und für alle Beteiligten nachvollziehbar zu gestalten. Sie sind die Grundlage für die Inhalte sowie die Methoden der jeweiligen Semesterabschlussprüfungen.. Lernziele Extremitäten Kognitive Lernziele (Reihenfolge keinerlei Wichtung) Die Studierenden sollen: 1. Grundzüge der Frakturklassifikation (offen/geschlossen, AO-Klassifikation) benennen können. 2. Grundlagen und Störungen der Knochenbruchheilung kennen. 3. konservative und operative Therapieverfahren zur Frakturversorgung und ihre Indikationen beschreiben können. 4. klassische Komplikationen bei Extremitätenverletzungen (Gefäß-, Nervenverletzungen [typische Lähmungserscheinungen peripherer Nerven, Engpasssyndrome, Unterschied im Ausfall eines Spinalnerven und eines Nerven distal des Plexus], Algodystrophie, Kompartmentsyndrom) benennen und ihre Bedeutung für die Patienten und das ärztliche Handeln erläutern können. 5. Verfahren der physikalischen Medizin zur Rehabilitation des Patienten nach akuten oder chronischen Läsionen des muskuloskelettalen Systems kennen und die Indikationen und Kontraindikationen erklären können. (u. a. primäre/sekundäre Frakturprophylaxe, gesetzliche Grundlagen der Rehabilitation und Heilmittelabgabe). 6. den anatomischen Bau der Wirbelsäule und ihre Bewegungsmöglichkeiten sowie übersichtsmäßig die funktionelle Bedeutung der autochtonen Rückenmuskulatur erläutern 7. die wesentlichen Erkrankungen der Wirbelsäule (Fehlstellungen, Infektion, Degeneration inkl. Bandscheibenläsionen) und ihre klassischen Komplikationen (Nervenläsionen, Abszess-Bildung, Querschnittssyndrom) kennen 8. die pathogenetischen Unterschiede zwischen radikulärem und pseudoradikulärem Rückenschmerz und die entsprechenden klinischen und bildgebenden Untersuchungsverfahren kennen. 9. medikamentöse und physikalische Therapie der Rückenschmerzen unter gleichzeitiger Berücksichtigung der rehabilitativen Maßnahmen erläutern können. 10. die pathogenetischen Abläufe (verschiedene Grundkrankheiten und Risikofaktoren) und die histologische Darstellung der verschiedenen Manifestationsformen der pavk benennen und abgrenzen können. 11. die Virchow sche Trias sowie typische pathogenetische Ursachen zur Thromben-entstehung benennen (z. B. Exsikkose, Paraneoplasie, Gefäßkatheterismus) und die Unterschiede zwischen Abscheidungsund Gerinnungsthrombus sowie ihre Entstehung erklären können. 12. multimodale Therapie der pavk (pharmakologisch, physikalisch, chirurgisch) unter besonderer Berücksichtigung der Rheologie und der Schmerzen aufzeigen können. 13. die Therapieprinzipien der tiefen Beinvenenthrombose (pharmakologisch, physikalisch, chirurgisch) benennen können. 14. die funktionelle Anatomie des Extremitätenskeletts mit den dazugehörigen Weichteilstrukturen diskutieren können. 15. Wesentliche Prinzipien der Palliativmedizin kennen (Gesamtkonzept, Schmerzen, Ernährung, Pflege)

6 Anwendungsbezogene Lernziele (Reihenfolge keinerlei Wichtung) Extremitäten und Wirbelsäulen-Erkrankungen Die Studierenden sollen 1. die Funktionsuntersuchung der Extremitäten und der Wirbelsäule durchführen können. 2. bei einem Patienten mit Rückenschmerzen die Anamnese durchführen, eine Verdachtsdiagnose erstellen und ein einfaches Schmerztherapiekonzept entwerfen können 3. die funktionelle Anatomie des Extremitätenskeletts und der zugehörigen Weichteilstrukturen im konventionellen Röntgenbild sowie im computertomografischen (MRT/ CT) oder sonografischen Schnittbild anhand realen Bildmaterials verbal beschreiben können. 4. typische Frakturen der Extremitäten anhand von Röntgenbildern erkennen können. 5. die Anatomie der WS und typische Wirbelsäulenerkrankungen an Hand bildmorphologischer Kriterien erkennen können. 6. eine Fraktur durch Schienung ruhig stellen können sowie die weitere Überwachung der Schienung (Dauer der Ruhigstellung, Ausmaß der Schienen, Kontrolle der Schienen [Gips]) und typische Komplikationen benennen können. Durchblutungsstörungen im arteriellen und venösen System Die Studierenden sollen 7. den Verlauf und die Versorgungsgebiete der Arterien und Venen der Extremitäten einschließlich ihrer Anastomosen beschreiben und am Präparat demonstrieren können. 8. die mikroskopische Anatomie und Pathologie der verschiedenen Blutgefäße mit Schwerpunkt auf arteriosklerotischen und venös-thrombotischen Veränderungen erklären können. 9. Anamnese und klinischen Befund eines Patienten mit pavk erheben können 10. die konservative Therapie von chronischen Wunden am Beispiel der pavk erklären können. Palliativmedizin Die Studierenden sollen 11. das Stufenschema zur Schmerztherapie der WHO kennen und wesentliche Vertreter der einzelnen Analgetikagruppen mit Wirkung und Nebenwirkung benennen können. 12. Prinzipien der Ernährung von Palliativpatienten erklären können (Problemfelder: Kachexie, Inappetenz, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall)

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