Bachelor HES - SO 2014 >15. Fachbereich Gesundheit

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1 2014 >15 Fachbereich Gesundheit Bachelor HES - SO Ergotherapie / Ernährung und Diätetik / Hebamme Medizinische Radiologie-Technik / Osteopathie Pflege / Physiotherapie / Psychomotorik

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3 Willkommen an der HES-SO Sie ziehen ein Studium an der HES-SO Fachhochschule Westschweiz in Betracht. Ich bin überzeugt, dass Sie damit die richtige Wahl treffen würden, denn die HES-SO mit ihren 27 Hochschulen und Studierenden wird Ihnen ein stimulierendes Umfeld für Ihre Ausbildung und die Entwicklung Ihrer Kompetenzen bieten. Die meisten unserer Studiengänge befähigen zu einem direkten Berufseinstieg. Unsere Absolventen und Absolventinnen sind aufgrund der praktischen Ausrichtung ihres Studiums auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Falls Sie Ihre Kenntnisse noch vertiefen und Forschungserfahrung sammeln möchten, haben Sie auch die Möglichkeit, nach dem Bachelorabschluss einen konsekutiven Masterstudiengang zu absolvieren. Ich hoffe, dass Sie von der grossen Vielfalt der Hochschulen, Bereiche und Studiengänge der HES-SO profitieren werden. Auf unserer Website und den sozialen Netzwerken finden Sie interessante Informationen zu unseren Tätigkeiten und den Angeboten für unsere Studierenden. Die HES-SO ist auch jedes Jahr als Innovationspartner am Paléo Festival in Nyon beteiligt eine andere Art, unser Studienangebot kennenzulernen. Ich würde mich freuen, Sie demnächst zu unseren Studierenden zu zählen und wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Ausbildung sowie Ihre berufliche Zukunft. 3

4 Vorstellung der Berufe des Fachbereichs Gesundheit Der Fachbereich Gesundheit der HES-SO bietet eine breitgefächerte Auswahl an Berufsmöglichkeiten und perspektiven. In der Westschweiz entscheiden sich jedes Jahr etwa Studierende für einen der sieben angebotenen Studiengänge: Ergotherapie Ernährung und Diätetik Hebamme Medizinische Radiologie-Technik Osteopathie Pflege Physiotherapie Psychomotorik Die Ausbildungen des Fachbereichs Gesundheit an der HES-SO bereiten auf Berufe vor, die sich in einem ständigen Wandel befinden. Sie vermitteln den Studierenden die erforderlichen Fach-, Sozial- und Beziehungskompetenzen für die Ausübung ihrer Tätigkeit im Angestelltenverhältnis oder in einer Privatpraxis. Die Erhaltung der Gesundheit, die Prävention ihrer Beeinträchtigung und die Genesung stehen im Mittelpunkt der «sozialen Berufe» des Bereichs Gesundheit. Diese Aufgaben werden gegenüber Personen, Familien, Patientengruppen oder Gemeinschaften wahrgenommen. Die Studierenden erwerben die Fähigkeit, sich an eine veränderliche und komplexe Umgebung anzupassen, ihr Handeln zu beurteilen, die Potenziale von Personen zu berücksichtigen, ihre eigene Verwicklung in Situationen zu beherrschen und ihren Stress zu bewältigen. Sie bereiten sich auf die Berufsausübung in interdisziplinären Teams vor, in denen auch andere medizinische Fachpersonen sowie Angehörige von Sozial- und Bildungsberufen mitwirken (Ärzte/Ärztinnen, Fachmänner und Fachfrauen Gesundheit, Sozialpädagogen und -pädagoginnen, Sozialarbeiter/innen, Lehrer/innen usw.). Um Akteure des Gesundheitssystems zu werden, entwickeln sie ein gutes Verständnis für die Problemstellungen und ausschlaggebenden Elemente ihres Handelns in politischer, wirtschaftlicher, sozialer oder ethischer Hinsicht. Alle Studiengänge des Fachbereichs Gesundheit sind als alternierende Ausbildungen zwischen Theorie und Berufspraxis konzipiert. Die von Praxisausbildnern und -ausbildnerinnen begleiteten Studierenden werden dadurch sehr früh mit Patienten und Patientinnen in Kontakt gebracht und mit komplexen Situationen konfrontiert. 4

5 Ausbildungsmodalitäten Bachelor of Science im Fachbereich Gesundheit der HES-SO: ECTS-Credits Typ Vollzeitstudium für alle Studiengänge, berufsbegleitendes Studium für den Studiengang Pflege Dauer 3 Jahre Vollzeitstudium, 4 Jahre berufsbegleitendes Studium Sprache Französisch, Deutsch, zweisprachig für die Studiengänge Physiotherapie und Pflege Kalender Die Bachelorstudiengänge beginnen jedes Jahr in der 38. Kalenderwoche (Mitte September). Berufsaussichten Im Gesundheitssektor steigt der Bedarf an Fachkräften ständig und die Berufsmöglichkeiten sind zahlreich und vielfältig. Die Berufe, auf welche die sieben Studiengänge vorbereiten, können im Spital- oder Bildungsbereich, in der ambulanten oder häuslichen Pflege sowie als freiberufliche Tätigkeit in der Schweiz oder im Ausland (z. B. bei Einsätzen für internationale Organisationen) ausgeübt werden. Die Ergänzung eines Bachelordiploms durch einen Master of Science in Pflegewissenschaft bietet neue Berufsperspektiven in den Bereichen Praxis, Bildung, Forschung und Management. 1 ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System). Ein ECTS-Credit entspricht einem Arbeitsaufwand der Studierenden von 25 bis 30 Stunden. 5

6 ERGOTHERAPIE Die Ergotherapie ist ein Beruf, der im Grenzbereich zwischen Gesundheit und Sozialwesen angesiedelt ist. Ergotherapeuten und -therapeutinnen haben die Hauptaufgabe, Personen, Familien, Gruppen oder Bevölkerungsteile bei der Ausführung von Alltagstätigkeiten zu unterstützen, die diese vornehmen wollen oder müssen, wenn die Tätigkeiten durch die Folgen einer Krankheit, eines Unfalls, von Entwicklungsstörungen oder des Alterns beeinträchtigt sind. Die Ergotherapie interessiert sich auch für das physische, soziale und kulturelle Umfeld, das die Situationen der Behinderung bedingt und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben einschränkt. Die Leistungen der Ergotherapie sind ausgerichtet auf absichtliche und bewusste Tätigkeiten der Nutzer/innen, die Beratung hinsichtlich einer Neuorganisation der Lebensgewohnheiten sowie die Veränderung und Organisierung des Umfelds, in dem die jeweiligen Personen leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Der Studiengang Ergotherapie bietet eine Ausbildung, die es ermöglicht, in allen Bereichen der Ergotherapie zu arbeiten, d. h. mit Kindern, Erwachsenen und Senioren, die in ihrer physischen, geistigen oder psychischen Gesundheit eingeschränkt sind und an verschiedenen Behinderungen leiden. Nach der Ausbildung können die diplomierten Ergotherapeuten und -therapeutinnen im Spitalbereich, in der Rehabilitation, in der Spitex, in Alters-, Pflege- und Krankenheimen, im Erziehungswesen oder in Privatpraxen arbeiten. Der Studienplan entspricht den Standards des Weltverbands der Ergotherapeuten (WFOT) sowie den Empfehlungen des Europäischen Verbands der Ergotherapeuten (COTEC), wodurch eine ausgezeichnete internationale Mobilität der Studienabgänger/innen sichergestellt ist. Er sieht ab dem zweiten Studienjahr Praxisausbildungsmöglichkeiten vor und bietet während der theoretischen und praktischen Ausbildungsphasen Mobilitätsmöglichkeiten in der Schweiz, in Europa und in Kanada. In der Ausbildung werden nicht nur den internationalen Anforderungen der Ergotherapie entsprechende theoretische und wissenschaftliche Kenntnisse vermittelt, sondern ebenfalls die erforderlichen Kompetenzen, um diesen Beruf in der Schweiz ausüben zu können. 6

7 Überblick über den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Ergotherapie Die Ausbildung ist auf den Erwerb einer ausgeprägten beruflichen Identität ausgerichtet und wird von Themenschwerpunkten definiert: theoretische und methodologische Grundlagen der Ergotherapie und der Occupational Science (Betätigungswissenschaft); das gesundheitliche, soziale, gesetzliche, kulturelle, institutionelle und wirtschaftliche Umfeld, in dem die Nutzer/innen den Ergotherapeuten und therapeutinnen begegnen; die Entwicklung des Menschen von der Kindheit bis zum hohen Lebensalter und während der verschiedenen Lebens- und Arbeitsabschnitte; die biomedizinischen Wissenschaften in den Bereichen der körperlichen, geistigen und psychischen Gesundheit; die Kommunikationsfähigkeit, die es ermöglicht, Beziehungen zu Nutzern und Nutzerinnen zu pflegen, zusammenzuarbeiten und Pflegeleistungen zu dokumentieren; die Hauptbereiche der Ergotherapie: Tätigkeiten des Alltagslebens, Arbeit und Ausbildung, Freizeit und Spiele; die Situation der Behinderung, die Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens; die Modelle, Methoden und professionellen Techniken, die auf Bevölkerungsgruppen abzielen, die ergotherapeutisch behandelt werden; die Methodik, die das Verständnis von wissenschaftlichen Daten und Forschungsarbeiten ermöglicht; das Management der beruflichen Tätigkeit in Ergotherapiediensten sowie die Entwicklung und Förderung des Berufs. Die Unterrichtsformen sind vielfältig: Vorlesungen oder Vorträge; Selbststudium: Lektüre, Dokumentenrecherche, Ausarbeitung von Texten; Vorführungen, Übungen und Simulation von Szenarien; Diskussionen, Debatten, Referate mit Erstellung von Kommunikationsmedien; Gruppenarbeit; Supervision; experimentelles Lernen in der Praxisausbildung; Praxisanalysen in Verbindung mit der während der Praxisausbildung gewonnenen Erfahrung; E-Learning. 7

8 ERNÄHRUNG UND DIÄTETIK Essen: Nichts ist lebensnotwendiger, nichts ist intimer. (Fischler C., 1993) Ernährungsberater/innen sind Spezialisten für Fragen der Ernährung und Diätetik, der menschlichen und der klinischen Ernährung, der Sporternährung oder des Ernährungsverhaltens. Sie beraten kranke oder gesunde Personen, wobei sie ein evidenzbasiertes Fachwissen und therapeutische Gesprächstechniken einsetzen, die auf Standards bewährter Verfahrensweisen basieren. Die Berufstätigkeit der Ernährungsberater/innen liegt an der Schnittstelle der biomedizinischen Wissenschaften und der Geisteswissenschaften, der Lebensmitteltechnologie und der Kochkunst. Da zudem die Ernährung in enger Verbindung zum psychologischen, kulturellen und sozioökonomischen Umfeld steht, beziehen die Ernährungsberater/innen diese vielfältigen Dimensionen in ihre Praxis mit ein. Ernährungsberater/innen sind im Bereich der Prävention, im Spitalbereich, in Alters-, Pflege- und Krankenheimen, in ambulanten Pflegediensten und Spitex, freiberuflich, in der Nahrungsmittel- oder Pharmaindustrie, in Restaurants oder Kantinen tätig und arbeiten mit verschiedenen Fachleuten zusammen. 8

9 Ernährungsberater/innen üben ihren Beruf auch im Bildungssektor aus in Schulen, Fachhochschulen oder Universitäten, in der Forschung, im Bereich des Managements und des Projektmanagements sowie in öffentlichen Verwaltungen, bei Versicherungen, Patientenorganisationen oder Berufsverbänden. Kommunikations- und Kontaktfreudigkeit sind für die Ausübung des Berufs Ernährungsberater/in von wesentlicher Bedeutung. Durch ihren Beitrag zur Ernährungsforschung und ihre gezielten Eingriffe tragen Ernährungsberater/ innen dazu bei, die wissenschaftlichen Kenntnisse weiterzuentwickeln, um das Ernährungsverhalten zu verbessern und den Gesundheitszustand, die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Menschen aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen. Diese Aufgaben der Ernährungsberater/innen erfolgen im Rahmen der Vermittlung zwischen der Entfaltung des Einzelnen und einer nachhaltigen und optimalen Verwaltung der Nahrungsmittelressourcen. Überblick über den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Ernährung und Diätetik Der Bachelorstudiengang Ernährung und Diätetik vermittelt den Studierenden allgemeine und fachliche Kenntnisse in folgenden Disziplinen und Themenbereichen: Pathologien, Diätetik und klinische Ernährung Menschliche Ernährung, Physiologie und Stoffwechsel Sporternährung Psychologie und Ernährungsverhalten Ernährungsunsicherheit Gesundheitsförderung und Krankheitsverhütung durch die Ernährung Epidemiologie Nahrungsmittelwissenschaft, Nahrungsmitteltechnologie und Toxikologie Soziologie und Geschichte der Ernährung Restaurants und Kantinen, Kochkurse Kommunikation, Medien Therapeutische und pädagogische Erziehung Interprofessionalität Ethik, Qualitätssicherung Forschungsmethodik, Statistiken, Projektmanagement, Bachelorarbeit 9

10 HEBAMME Die Hebamme bzw. der Entbindungshelfer ist eine medizinische Fachperson, die sich auf die Begleitung der Frau und ihre medizinische Betreuung während der gesamten Schwangerschaft konzentriert. Die Berufspraxis von Hebammen und Entbindungshelfern ist durch ein hohes Mass an Eigenständigkeit und Verantwortung gekennzeichnet. Sie begleiten die Frauen, Partner, Neugeborenen und Familien unter Berücksichtigung der kulturellen Identitäten und Unterschiede in eigenständiger und ganzheitlicher Weise. Sie gehen auf die physischen, psychischen, sozialen, geistigen und emotionalen Bedürfnisse der Frauen in allen Situationen und unter allen Umständen ein. Hebammen und Entbindungshelfer verfügen über spezifische Kompetenzen und handeln als Bezugspersonen in ihrem Fachgebiet. Hebammen und Entbindungshelfer führen unter ihrer eigenen Verantwortung die Betreuung der Schwangerschaft, die Entbindungen und die Nachgeburtsbetreuung gemäss den Vorschriften und gesetzlichen Rahmenbedingungen durch, um die Sicherheit der Frauen und der Neugeborenen zu gewährleisten. In Situationen, die den Eingriff von medizinischen Fachpersonen erfordern, stellen sie die Zusammenarbeit mit Gynäkologen und Gynäkologinnen, Kinderärzten und ärztinnen oder anderen Fachkräften des Bereichs Gesundheit und Soziales sicher. 10

11 Hebammen und Entbindungshelfer können ihre Berufstätigkeit im Spitalbereich, im Geburtshaus, in der eigenen Praxis, in der Gemeinschaftspraxis oder in der häuslichen Pflege ausüben. Sie können auch Unterricht erteilen, Forschung betreiben oder Führungsaufgaben im Sozial- und Gesundheitssystem wahrnehmen. Überblick über den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Hebamme Der Studiengang Hebamme bietet zwei unterschiedliche Programme, die zu denselben Abschlusskompetenzen und zu demselben Titel führen: Erstausbildung Zweitausbildung (Voraussetzung: Bachelor in Pflege oder gleichwertiger Abschluss) Die Ausbildung wurde auf der Basis von anerkannten Referenzrahmen zusammengestellt, welche die Komplexität des Bereichs der Berufsausübung von Hebammen und Entbindungshelfern berücksichtigen: globale Standards für die Erstausbildung von Pflegefachleuten sowie Hebammen und Entbindungshelfern und Massnahmen der WHO zur Stärkung von Pflege- und Hebammenwesen; nationales Kompetenzprofil Hebamme; epidemiologische Daten zur Gesundheit von Frauen und Familien, die eine Orientierung der Pflege ermöglichen; personenzentrierter Ansatz, der jede Frau mit ihren Besonderheiten und ihren eigenen Bedürfnissen berücksichtigt; evidenzbasierte Geburtshilfe, die einen aktualisierten, wissenschaftlichen klinischen Ansatz garantiert, der auf die Entscheidungen der Frauen und die Ressourcen des Umfelds Rücksicht nimmt; Einbeziehung der Praxis der klinischen Untersuchung (Clinical Assessment); notwendige ethische Rahmenbedingungen für eine aufgeschlossene Urteilsbildung, die auf die Rechte der Frauen, der Kinder und der Familien Rücksicht nimmt; europäische Vorschriften zur Anerkennung des Diploms Hebamme (Praxisausbildungsperioden in alternierender Ausbildung, die 50 % des Programms ausmachen). 11

12 MEDIZINISCHE RADIOLOGIE-TECHNIK Die Ausbildung des Studiengangs Medizinische Radiologie-Technik, an der Schnittstelle zwischen Gesundheit, zwischenmenschlichen Beziehungen und den neuen Technologien in medizinischer Bildgebung, bietet ein breites Spektrum an sehr attraktiven und vielfältigen Tätigkeiten. In der Schweiz sind Fachmänner und Fachfrauen für medizinisch-technische Radiologie (MTRA) ab dem Erwerb ihres Diploms dazu befugt, in öffentlichen oder privaten Einrichtungen und in den drei Hauptberufsfeldern der medizinischen Bildgebung zu arbeiten: Radiodiagnostik Radioonkologie Nuklearmedizin Enge Zusammenarbeit mit Ärzte- und Pflegeteams Unabhängig vom jeweiligen Tätigkeitsfeld bearbeiten MTRA Anfragen für Untersuchungen und Behandlungen von verschiedenen Ärzte- und Pflegeteams. Die Analyse dieser Anfragen und die in Echtzeit bei den Patienten und Patientinnen gesammelten Informationen bilden die Grundlage für das Clinical Reasoning und die Organisation der Arbeit der MTRA. Angesichts der technologischen Entwicklungen in der medizinischen Bildgebung, der klinischen Anforderungen, der Komplexität der Pflege sowie der erwarteten Qualität der Leistungen können MTRA heute nicht mehr alleine arbeiten. Die Fähigkeit zur berufsübergreifenden Zusammenarbeit wird deshalb zu einer Grundvoraussetzung für die Ausübung dieses Berufs. Hohes Bildungsniveau und ein allgemeines Profil MTRA tragen im Alltag und in eigenständiger Weise die Verantwortung für die Betreuung der Patienten und Patientinnen in klinischen Situationen unterschiedlicher Komplexität (Notfälle, Operationssaal, Geriatrie, Schwangerschaft, Traumatologie, Situationen am Lebensende usw.). Hierzu sind ein hohes Bildungsniveau und verschiedene Kompetenzen erforderlich: Sozial-, Individual- und Methodenkompetenz, um die Erfassung, Messung und Analyse der Daten sicherzustellen, die während radiologischen Untersuchungen oder Behandlungen gesammelt oder erzeugt wurden. Gefragt sind auch spezifische Kompetenzen für die Steuerung von miteinander verbundenen Geräten der medizinischen Bildgebung und die Durchführung von Untersuchungen. Im Berufsalltag übernehmen die MTRA verschiedene Rollen, um die Qualität der Betreuung der Patienten und Patientinnen sowie die Kontinuität der Pflege zu gewährleisten. 12

13 13 Organisation des Studiums Die Organisation des Studienplans basiert auf verschiedenen Prinzipien. Die theoretische Ausbildung an der Schule alterniert mit Praxisausbildungsperioden am Arbeitsplatz. Die gesamten theoretischen Module werden an den Hochschulen von Lausanne und von Genf (HESAV HEdS-GE) unterrichtet. Die Praxisausbildungsmodule werden in den verschiedenen Westschweizer Gesundheitsnetzen absolviert und decken die drei Tätigkeitsfelder des Berufs der MRTA ab. Für jedes bestandene Modul werden gemäss den Vorschriften des «European Credit Transfer and Accumulation System» (ECTS) ECTS-Credits vergeben. Dieses System ermöglicht die Anerkennung sowie die horizontale und vertikale Durchlässigkeit betreffend Bildungsleistungen von Studierenden im Rahmen der schweizerischen und europäischen Bildungssysteme. Der Studiengang bereitet die MRTA-Studierenden auf die Arbeit im Gesundheitsbereich vor, der in erster Linie zu den «Humanberufen». zählt. Er stellt die Studierenden in den Mittelpunkt der Ausbildung und bietet ihnen die Möglichkeit, ihre Eigenständigkeit, ihr Verantwortungsbewusstsein, ihre Denk- und Arbeitsweisen, ihren Einsatz und ihr positives Engagement zu entwickeln. Die Ausbildung beruht auf Prinzipien der Erwachsenenbildung und der reflektierten Praxis und vermittelt den Studierenden die im Rahmenstudienplan definierten Werte. Überblick über den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Medizinischer Radiologie-Technik Das Ausbildungsprogramm ist auf der Basis von 7 Rollen, einer Reihe von klinischen Situationen, die als repräsentativ für die heutige Praxis gelten, und 5 Ausbildungsschwerpunkten aufgebaut. Ihre Gliederung und Kombination während der gesamten Ausbildung ermöglicht es den Studierenden, die angestrebten Kompetenzen zu entwickeln. Rollen Klinische Situationen Schwerpunkte Experte/Expertin Kommunikator/in Diagnostische Radiologie Professioneller Eingriff Teamworker/in Interventionelle Radiologie Strahlenschutz und Bildgebung Manager/in Funktionelle Radiologie Biomedizinische Wissenschaften Health Advocate Therapeutische Radiologie Geistes- und Sozialwissenschaften Lernende/r und Lehrende/r Präventive Radiologie Professionalisierung und Bachelorarbeit Professionsangehörige/r

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16 OSTEOPATHIE Die Osteopathie ist ein Gesundheitsberuf, dessen Behandlungsmethoden auf manuellen Techniken beruhen und zugleich präventiv und heilend wirken. Die Osteopathie geht vom Konzept aus, dass der Organismus ein Ganzes ist und die Gesundheit vom funktionellen Gleichgewicht aller Strukturen abhängt, die den menschlichen Körper ausmachen. Sie um-fasst deshalb alle Diagnoseverfahren und therapeutischen Manipulationen, die der Erfassung, Behebung und Prävention von osteopathischen Läsionen dienen, das heisst von Veränderungen des Zustandes der (anatomischen) Struktur, die bei Anwendung einer geeigneten Behandlung reversibel sind. Osteopathinnen und Osteopathen wenden einen manuellen Ansatz zur Behandlung von Funktionsstörungen oder somatischen Beschwerden an, wobei das Studium der Symptome und des Krankheitsbildes ebenso wie die eigene Einschätzung der Osteopathin bzw. Osteopathen auf ganzheitliche Weise miteinander verbunden werden. Das Ziel der osteopathischen Behandlung wird nicht nur über Manipulationen oder die Ausrichtung des muskuloskelettalen Systems erreicht, die auf einer genauen Kenntnis der Anatomie und Biomechanik beruhen und präzise, klare Handgriffe erfordern. Ebenso wichtig ist die Beziehungsdimension, das heisst die Fähigkeit, den Patientinnen und Patienten zuzuhören und ihre Lebensgewohnheiten und ihren Allgemeinzustand mit einzubeziehen. Überblick über den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Osteopathie Der Bachelor-Studiengang in Osteopathie baut auf zwei Ausbildungsachsen auf. Die erste Achse ist auf die Entwicklung osteopathischer Kenntnisse konzentriert und vermittelt Wissen über Konzepte und Wissenschaften der Osteopathie. Dies ermöglicht den Studierenden den Erwerb der erforderlichen Kompetenzen, um die fachspezifischen Techniken ausgehend von einem ganzheitlichen Gesundheitsverständnis anzuwenden. Die zweite Achse ist auf das Grundlagenwissen im Bereich der medizinischen und der Biowissenschaften ausgerichtet und ermöglicht es den Studierenden, sich die erforderlichen Kompetenzen für das Erstellen von Differentialdiagnosen und die Durchführung körperlicher Untersuchungen (Clinical Assessment) anzueignen. Zum theoretischen Unterricht gehören die Grundlagenfächer der Philosophie der Osteopathie und ihrer Konzepte, aber auch das damit verbundene Grundlagenwissen aus der Biowissenschaft. Der Bachelor-Studiengang vermittelt die theoretischen Grundlagen und die erforderlichen Kompetenzen, um die Studierenden auf die klinische Osteopathie-Ausbildung auf Master-Stufe vorzubereiten. 16

17 Nach Abschluss des Bachelor-Studiengangs verfügen Osteopathinnen und Osteopathen: über das notwendige Wissen, um Situationen, mit denen sie konfrontiert werden, zu verstehen, wobei sie dieses Wissen auf Erkenntnisse aus der Forschung und aus aktuellen wissenschaftlichen Publikationen im Bereich Osteopathie abstützen und diese in ihr Handeln integrieren; über die Fähigkeit, sich insbesondere gestützt auf eine ethische Reflexion, ein klar strukturiertes Clinical Reasoning, relevante wissenschaftliche Referenzen und die Praxisanalyse ein professionelles Urteil zu bilden; über die Fähigkeit, zu kommunizieren und ihre Kommunikation der Zielsetzung und dem Zielpublikum anzupassen (Patientinnen und Patienten sowie andere Fachpersonen im Gesundheitsbereich, die im Rahmen einer interprofessionellen Praxis involviert sind); über eine Selbstlernfähigkeit, die es ihnen ermöglicht, ihre eigene Praxis zu beurteilen, Fragen im Zusammenhang mit den angetroffenen Problematiken zu formulieren und die Ressourcen zu finden, um darauf zu reagieren. Absolventinnen und Absolventen des Bachelor-Studiengangs können mit simulierten Patientinnen und Patienten umgehen und dabei unter der direkten Aufsicht einer diplomierten Osteopathin bzw. eines diplomierten Osteopathen die theoretische, praktische und klinische Behandlung sicherstellen. Gemäss den geltenden Vorschriften in der Schweiz müssen Osteopathinnen und Osteopathen, die ihre Tätigkeit selbständig ausüben wollen, ihre Ausbildung durch ein Master-Studium in Osteopathie ergänzen und eine zweijährige vollzeitliche Assistenzzeit bei einer Osteopathin oder einem Osteopathen mit dem interkantonalen Diplom der GDK absolvieren. Der konsekutive Master-Studiengang wird an der HES-SO gegenwärtig vorbereitet. Der Bachelor of Science in Osteopathie, der von der HES-SO an der Hochschule für Gesundheit in Freiburg angeboten wird, ist eine zweisprachige Ausbildung in Deutsch und Französisch. 17

18 PFLEGE Pflegefachmänner und -frauen mit Bachelorabschluss setzen ihre Kompetenzen, ihr Wissen und ihre berufliche Einstellung dafür ein, um eine unterstützende, begleitende, vorbeugende, therapeutische, erzieherische, entlastende oder Palliative Pflege zu erteilen, die auf die Person, die Familie oder die Gemeinschaft ausgerichtet sind. Sie sind in der Lage, ein Pflegeproblem schnell zu erfassen und es auf effiziente Weise zu lösen, wobei sie die massgeblichen Prioritäten setzen, sich auf beweiskräftige Daten stützen und sich an die Berufsethik halten. Hierzu nehmen sie eine vollständige und an die jeweilige Situation angepasste Beurteilung vor; sie setzen dabei die eigene Sensibilität, Urteilskraft, analytisches Denkvermögen und wissenschaftliche Referenzen ein. Pflegefachmänner und -frauen arbeiten in Partnerschaft mit der kranken oder gesunden Person, ihrer Familie und ihren Angehörigen, in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Pflege- und Ärzteteams. Sie delegieren die unterstützende und Entlastungspflege an professionelle Hilfskräfte und überwachen ihre Ausführung. Pflegefachmänner und -frauen erwerben spezifische Kenntnisse und halten diese auf dem aktuellen Stand, sie entwickeln ihre Kompetenzen und Befähigungen während ihrer gesamten Berufslaufbahn weiter. Es geht vor allem darum, die eigenen Grenzen anzuerkennen und bei Eingriffen die benötigten fachlichen Ansprechpartner zu befragen. Pflegefachmänner und -frauen mit Bachelorabschluss leisten eine professionelle Pflege, wie sie von Spichiger et al. (2006) definiert wird: Professionelle Pflege fördert und erhält Gesundheit, beugt gesundheitlichen Schäden vor und unterstützt Menschen in der Behandlung und im Umgang mit Auswirkungen von Krankheiten und deren Therapien. Dies mit dem Ziel, für betreute Menschen die bestmöglichen Behandlungs- und Betreuungsergebnisse sowie die bestmögliche Lebensqualität in allen Phasen des Lebens bis zum Tod zu erreichen. 18

19 Überblick über den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Pflege Die Ausbildung stützt sich auf folgende Punkte: Ein nationales Kompetenzprofil für die Pflege, das in 7 Rollen untergliedert ist: Experte/Expertin in Pflege Kommunikator/in Teamworker/in Manager/in Health Advocate Lernende/r und Lehrende/r Professionsangehörige/r Ausbildungsschwerpunkte: Inhalte, die aus wissenschaftlich fundiertem Wissen hervorgegangen sind (fachspezifisches und beitragendes Wissen): Pflegewissenschaften, Gesundheitswissenschaften, Geisteswissenschaften, Forschung (Prozesse und Methoden). Fachliche Inhalte: Methoden, Vorgehensweisen und Werkzeuge des Berufs, klinische Fähigkeiten. Praxisausbildungsperioden: 6 Praxisausbildungsperioden. Eine Bachelorarbeit, die zur Einbeziehung der Forschungsergebnisse in die eigene Berufspraxis beiträgt. 19

20 PHYSIOTHERAPIE Die Physiotherapie ist ein Gesundheitsberuf mit Schwerpunkt auf der Bewegung und den Körperfunktionen des Menschen (Weltverband der Physiotherapie, 1999). In einem nutzerzentrierten Ansatz versuchen die Physiotherapeuten und -therapeutinnen, die Mobilität und die funktionellen Kapazitäten von Personen jedes Alters oder von Gruppen von Personen zu verbessern, aufrechtzuerhalten und/oder wiederherzustellen, wenn diese von Schmerzen, Traumata, Krankheiten, Alterung oder Umweltfaktoren beeinträchtigt worden sind. Im Rahmen der klinischen Praxis wirken Physiotherapeuten und -therapeutinnen an der physischen Rehabilitation von Personen mit, die unter akuten, subakuten oder chronischen Störungen leiden, indem sie ihnen helfen, die Mobilität und Autonomie in ihrem Alltagsleben wiederzugewinnen. Auf der Basis einer physiotherapeutischen Bewertung und des Clinical Reasoning erstellen Physiotherapeuten und -therapeutinnen eine physiotherapeutische Diagnose, Prognose sowie einen physiotherapeutischen Behandlungsplan, die die medizinische Diagnose, die Besonderheiten und Werte der Personen, die besten Forschungsergebnisse und die klinische Erfahrung berücksichtigen. Sie schlagen Eingriffe vor, die auf die Personen und die Entwicklung der Situation abgestimmt sind, begründen sie, führen die Eingriffe durch und passen sie an. Den Physiotherapeuten und -therapeutinnen stehen verschiedene Ansätze und spezifische Techniken zur Verfügung. Gleichzeitig informieren und beraten sie die Nutzer und Nutzerinnen. Physiotherapeuten und -therapeutinnen wirken aktiv im Rahmen der Prävention und der Gesundheitsförderung mit, indem sie Einzelpersonen oder Gruppen für einen angemessenen, gesunden Lebensstil sensibilisieren und sie ermutigen, ihr Wissen und ihr Verhalten bezüglich Bewegung und körperlicher Betätigung zu verbessern. Somit üben Physiotherapeuten und -therapeutinnen ihre Tätigkeiten in immer vielfältigeren Umgebungen aus: im klinischen Bereich: in öffentlichen oder privaten Spitälern und Kliniken, Physiotherapie- Praxen, in Heimen oder zuhause bei den Nutzern und Nutzerinnen; im Bereich der Prävention und der Gesundheitsförderung: in Schulen, Sport- oder Fitnesszentren, Gesundheitszentren; im Bereich des Managements und des Projektmanagements: in Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, öffentlichen Verwaltungen oder Dienstleistungsunternehmen (Versicherungen, Berufsverbände...); im Bereich des Bildungswesens: an Fachhochschulen, Universitäten oder im Rahmen der Weiterbildung und von Nachdiplomkursen; im Rahmen der Forschung: an Hochschulen oder an Universitäten (Universitätskliniken...), auf dem Gebiet der Physiotherapie selbst oder im Rahmen von anderen Disziplinen (Ingenieurwesen, Geistes- und Sozialwissenschaften,...). 20

21 Überblick über den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Physiotherapie Der Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Physiotherapie bildet Generalisten und Generalistinnen aus, die: über Kenntnisse und Kompetenzen verfügen, die es ihnen ermöglichen, die Situationen, mit denen sie konfrontiert werden, zu verstehen; ihre Kenntnisse und Kompetenzen dazu einsetzen, um in den drei traditionellen Bereichen der Berufsausübung (Physiotherapie des Bewegungsapparats, Physiotherapie in der Neurologie, Herz-Kreislauf-Physiotherapie und Atemphysiotherapie) unter Berücksichtigung der Besonderheiten der Person und des Umfelds Eingriffe zu beurteilen, vorzuschlagen, durchzuführen und anzupassen; über die Fähigkeit zur professionellen Urteilsbildung verfügen, vor allem auf der Basis eines strukturierten Clinical Reasoning, der Anwendung von relevanten wissenschaftlichen Referenzen und der Analyse ihrer Praxis; in der Lage sind zu kommunizieren, wobei sie sich an das Ziel und die jeweilige Zielgruppe anpassen (betreute Personen, andere medizinische Fachpersonen im Rahmen einer interprofessionellen Praxis); über Fähigkeiten des eigenständigen Lernens verfügen, die es ihnen ermöglichen, ihre Berufspraxis zu bewerten, Fragen in Verbindung mit den Problemstellungen, mit denen sie konfrontiert werden, zu formulieren, und Ressourcen für die entsprechenden Antworten zu finden. Die Ausbildung stützt sich auf: ein Kompetenzprofil des Physiotherapeuten / der Physiotherapeutin, das in 7 Rollen aufgegliedert ist: Experte/Expertin in Physiotherapie Kommunikator/in Teamworker/in Manager/in Health Advocate Lernende/r und Lehrende/r Professionsangehörige/r Inhalte, die aus wissenschaftlich fundiertem Wissen hervorgegangen sind (fachspezifisches und beitragendes Wissen), und Fachwissen Praxisausbildungsperioden in alternierender Ausbildung eine Bachelorarbeit. 21

22 PSYCHOMOTORIK Die Psychomotorik ist nicht auf die Motorik als solche gerichtet, sondern auf das, was die Motorik darstellt, d. h. die Persönlichkeit in Aktion. (Julian de Ajuriaguerra, 1968) Psychomotoriktherapeuten und -therapeutinnen sind somit Spezialisten und Spezialistinnen des Körpers in Bewegung und in Beziehung, wobei der Körper als Verankerungspunkt der sensomotorischen, emotionalen und affektiven, kognitiven und sozialen Erfahrungen des Menschen betrachtet wird. Sie bringen sich körperlich und emotional in ihre Eingriffe ein, in einer therapeutischen, erzieherischen, präventiven Situation, einer Situation der Gesundheitsförderung, einer Beratungsund Beobachtungssituation, und sie interagieren mit Personen oder Gruppen durch den Körper, die Bewegung, den Raum, den Rhythmus und die Gegenstände. Der Studiengang Psychomotorik wird in der Westschweiz nur von der HES-SO angeboten. Diese vielseitige Ausbildung ermöglicht es den Absolventen und Absolventinnen, bei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Eingriffe vorzunehmen (von frühester Jugend bis zum fortgeschrittenen Alter, im Rahmen von Einrichtungen für Kleinkinder, im Spitalbereich [Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie, Psychogeriatrie], insbesondere im Bereich der Erziehung, der gewöhnlichen Pädagogik oder der Sonderpädagogik, oder auch in der Privatpraxis). Zulassung zum Bachelor of Science HES-SO in Psychomotorik Da die Ausbildung in Psychomotorik von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren geregelt wird, gelten für diesen Studiengang spezifische Zulassungsbedingungen, d. h. Bewerber/innen müssen über eine gymnasiale Maturität verfügen. Nähere Informationen unter unter dem Menüpunkt «Formation de base» (siehe Übersicht Seite 24-25). 22

23 23 Überblick über den Studiengang Bachelor of Science HES-SO in Psychomotorik Die Arbeit in der Psychomotorik basiert auf einer theoretischen, methodologischen und persönlichen Ausbildung, die sich auf die experimentelle Erfahrung der psychomotorischen Prozesse sowie auf eine alternierende Ausbildung zwischen der Universität Genf und dem Ort der Berufsausübung stützt. Die Lehrmodule sind auf vier Schwerpunkte verteilt und werden durch regelmässige Praxisausbildungsperioden ergänzt. Diese Schwerpunkte entsprechen folgenden interdisziplinären Themenbereichen: Eingriffe in der Psychomotorik, worunter Lehrveranstaltungen und Ausbildungsmassnahmen betreffend den Aufbau methodologischer Orientierungspunkte der Berufsausübung zusammengefasst sind (Herausforderungen im Rahmen der Sitzungen und des psychomotorischen Eingriffs, die Beziehung in der Psychomotorik, Modalitäten des Austauschs; Arbeit des Spielens; Arbeit des Beobachtens usw.). Individuen, Kulturen und Gesellschaften, worunter Lehrveranstaltungen und Ausbildungsmassnahmen betreffend die Rahmenbedingungen und Umfelder des Berufs, die beruflichen Rollen und Massnahmen sowie die sozialen, erzieherischen und gesundheitlichen Umfelder zusammengefasst sind (soziohistorische Dimensionen und Organisation des Berufs und seiner Anwendungsgebiete; Theorien und Vorstellungen zum Thema Psychomotorik; Lebensabschnitte und Lebenszyklen, berufliche Verantwortung; Interprofessionalität und Zusammenarbeit usw.). Epistemologische Grundlagen, worunter die Lehrveranstaltungen und Ausbildungsmassnahmen betreffend die Aspekte der Bewegungswissenschaften und der Geisteswissenschaften zusammengefasst sind, die der Kenntnis und dem Verständnis der psychomotorischen Funktionsweise und ihrer Störungen in einer Entwicklungsperspektive zugrunde liegen, sowie der Wechselbeziehungen zwischen Körper und Psyche beim Aufbau der Identität der Person. Ausbildungsprozess und berufliches Projekt, worunter die Lehrveranstaltungen und Ausbildungsmassnahmen betreffend die Themen der Ausbildung, der Entwicklung und der Forschung zusammengefasst sind (Forschungseinstellung und Professionalität; Forschungsmethoden; Bachelorarbeit usw.). Die den Studierenden angebotenen pädagogischen Modalitäten sind vielfältig (Vorlesungen, Seminare, Diskussionen, Selbststudium, Erfahrungsunterricht, Workshops, Teilnahme an einer Veranstaltung oder Produktion in diesem Rahmen usw.) und beziehen die Studierenden auf kognitiver ebenso wie auf emotionaler und körperlicher Ebene ein. Die Ausbildung stützt sich auf einen pädagogischen Prozess, der die Studierenden fordert und es ihnen ermöglicht, mit ihren Kollegen und Kolleginnen zu interagieren. Sie verpflichtet die Studierenden zum Erforschen und Nachdenken, damit sie sich die entsprechenden Kenntnisse aneignen, die erwarteten Kompetenzen entwickeln und diese bei Leistungskontrollen wiedergeben können.

24 III FH Sek. II Jahre Zulassung zu den Studiengängen des Fachbereichs Gesundheit der HES-SO (ausgenommen Studiengang Psychomotorik) III II I Berufsmaturität S2 EFZ Gesundheit BACHELOR HES-SO Fachmaturität Gesundheit FMS-Ausweis Diplom HF «Gesundheit» gemäss KFH Berufsmaturität S2 Berufsmaturität gesundheitliche und soziale Richtung EFZ Gesundheit Zulassung zum Bachelor of Science HES-SO in Psychomotorik III II BACHELOR in Psychomotorik I Zusatzmodule Berufsmaturität Sonstige EFZ Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis Fachmann/Fachfrau Gesundheit, Dentalassistent/in, Tiermedizinische/r Praxisassistent/in, Pharma-Assistent/in, Podologe/Podologin, Orthopädieschuhmacher/in, Drogist/in, Augenoptiker/in, Orthopädist/in, Zahntechniker/in Fachmaturität Gesundheit Fachmaturität Wahlfach Gesundheit Zusatzmodule Andere Fachmaturität als Gesundheit FMS-Ausweis Diplom HF Berufsmaturität Fachmaturität Zusatzmodule Zusatzmodule Gymnasiale Maturität BACHELOR HES-SO Zusatzmodule Ausländischer Abschluss der höheren Schulbildung gemäss Swiss ENIC Zusatzmodule je nach vorherigem Bildungsweg Hochschuldiplom Schweiz oder Ausland, als gleichwertig anerkannt Zusatzmodule je nach vorherigem Bildungsweg Zulassung sur Dossier gemäss Empfehlung der KFH Berufsmaturität, alle Wahlfächer Fachmaturität, andere Wahlfächer als Gesundheit Die Zusatzmodule ermöglichen es Bewerbern und Bewerberinnen ohne vorherige spezifische Ausbildung im jeweiligen Fachbereich, die notwendigen Fachkenntnisse und -kompetenzen für die Zulassung zu einem Bachelorstudiengang des Bereichs Gesundheit zu erwerben (siehe die Adressen der Schulen, Seite 26-27) Zulassung sur Dossier Für Personen, die mind. 25 Jahre alt sind und über ein Allgemeinbildungsniveau verfügen, das mit den erforderlichen Abschlüssen gleichwertig ist (Verfahren ASD-SASSA: BACHELOR in Psychomotorik Schweizerische Maturitätsprüfung oder Erwachsenengymnasium Ergänzungsprüfung Passerelle DUBS Jahre Gymnasiale Maturität Ausländischer Abschluss der höheren Schulbildung gemäss Swiss ENIC Hochschuldiplom Schweiz oder Ausland, als gleichwertig anerkannt Fachmaturität Gesundheit oder sonstige Diplom HF Gesundheit FMS-Ausweis EFZ Berufsmaturität, inkl. BM Gesundheit-Soziales Zulassung sur Dossier FM Fachmaturität BM Berufsmaturität, alle Wahlfächer Schweizerische Maturitätsprüfung Prüfungen, die vom schweizerischen Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation ausgerichtet werden. Zwei Prüfungstermine jährlich. Hochschuldiplom Abschlüsse einer schweizerischen Hochschule (FH, PH und Universität) sowie ausländische Abschlüsse, die als gleichwertig anerkannt wurden. Ergänzungsprüfung Passerelle (DUBS) Ergänzungsprüfung, die vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation im Rahmen der Termine zur Schweizerischen Maturitätsprüfung ausgerichtet wird. 24 Ausländischer Abschluss Die Gleichwertigkeiten ausländischer Abschlüsse der höheren Schulbildung werden auf der Grundlage des von Swiss ENIC erstellten Verzeichnisses ermittelt. zulassung-in-der-schweiz/einzelne-laender.html?l=0 Zulassung sur Dossier Eine Zulassung sur Dossier ist möglich für Personen, die: a. mind. 30 Jahre alt sind, b. eine dreijährige Ausbildung auf Sekundarstufe II erfolgreich absolviert haben und c. nach dieser Ausbildung eine berufliche Tätigkeit ausgeübt haben, deren kumulierter Umfang mind. 300% entspricht. Dieses Volumen kann auf mehrere berufliche Tätigkeiten während einer Höchstdauer von 7 Jahren aufgeteilt werden. Für das Verfahren ist der Ausbildungsstandort verantwortlich. Weitere Informationen: 25

25 Hochschulen des Fachbereichs Gesundheit BERN-JURA-NEUCHÂTEL Haute Ecole Arc Santé HE-Arc Santé Rue de la Jeunesse 1 CH-2800 Delémont Pflege FREIBURG Haute école de santé Fribourg Hochschule für Gesundheit Freiburg Route des Cliniques 15 CH-1700 Freiburg Osteopathie Pflege (Studiengang auf Französisch und auf Deutsch) Lausanne WALLIS HES-SO Valais-Wallis Hochschule für Gesundheit Chemin de l Agasse 5 Case postale 2133 CH-1950 Sion Pflege Physiotherapie (zweisprachige Studiengänge) Neuchâtel Delémont Freiburg Genève Sion 26

26 GENÈVE Haute école de travail social Genève HETS-GE Rue Prévost-Martin 28, Case postale 80 CH-1211 Genève Psychomotorik Haute Ecole de Santé Genève HEdS Avenue de Champel 47 CH-1206 Genève Ernährung und Diätetik Hebamme Medizinische Radiologie-Technik Pflege Physiotherapie Institut et Haute Ecole de la Santé La Source HEdS-La Source Avenue Vinet 30 CH-1004 Lausanne Pflege Haute école de travail social et de la santé EESP Lausanne Chemin des Abeilles 14 CH-1010 Lausanne Ergotherapie VAUD HESAV-Haute Ecole de Santé Vaud Avenue de Beaumont 21 CH-1011 Lausanne Hebamme Medizinische Radiologie-Technik Pflege Physiotherapie Impressum Publikation HES-SO, Delémont Oktober 2014 Rédaktion : Communication HES-SO Layout : Anne Hogge Duc Umschlag : Structo SNC Druck : Pressor SA, Delémont Bildnachweis : Charly Rappo S. 1 HES-SO - Thierry Parel S. 2 stockwerk - Fotolia.com S. 6 Marilyn Barbone - Fotolia.com S. 8 Faucilhon - Fotolia.com S. 10 CEMCAV - HESAV S. 14, 15 Adam Gregor - Fotolia.com S. 17 La Source S. 19 Philippe Getaz S. 22 Photographee.eu - Fotolia.com S

27

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