10 Prinzipien des ökonomischen Denkens (Mankiew)

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1 1 - wipo doc 10 Prinzipien des ökonomischen Denkens (Mankiew) Drei Gruppen: a) wie Menschen entscheiden b) wie Menschen zusammenwirken c) wie die Wirtschaft insgesamt funktioniert Gruppe a) Individualentscheidungen (Mikro) 1. Prinzip: Menschen entscheiden in Alternativen 2. Prinzip: Die Kosten einer Option sind der Nutzen der nichtgewählten Option (Opportunitätskosten) 3. Prinzip: Rationale Entscheider denken marginal 4. Prinzip: Menschen reagieren auf Anreize

2 2 - wipo doc Gruppe b) Zusammenwirken (Mikro) 5. Prinzip: Handel kann jeden Beteiligten besserstellen 6. Prinzip: Märkte sind oft sinnvoll, um Pläne zu koordinieren 7. Prinzip: Regierungseingriffe KÖNNEN Marktergebnisse verbessern außerdem: Strategische Interaktion! Gruppe c) Makro 8. Prinzip: Der Lebensstandard eines Landes hängt von seinen Produktionsmöglichkeiten ab 9. Prinzip: Geldmengenerhöhung führt zu Inflation (rationale Erwartungen) 10. Prinzip: Kurzfristig gibt es einen trade-off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit

3 3 - wipo doc Wirtschaftspolitische Problemlösung (Kap 1 im Issing) Drei konstitutive Elemente eines Entscheidungsproblems: 1. Situation 2. Ziele 3. Instrumente => Ordnungs-, Struktur- und Prozeßpolitik Ordnungspolitik: Welches Lenkungssystem Strukturpolitik: Zusammensetzung der Volkswirtschaft Prozeßpolitik: Kurzfristige Schwankungen und vier Phasen der Wirtschaftspolitik: 4. Planung 5. Entscheidung 6. Durchführung 7. Kontrolle

4 4 - wipo doc Wirtschaftspolitische Akteure... Regierungen, Parlamente, Kommunen, Rechtsprechung Kammern, Verbände, Gewerkschaften EU IWF, Weltbank, WTO Wissenschaft, Medien ihre Motive... Ideologien (Parteiprogramme, Rahmen, strategische Ziele) Interessen (Gemeinwohl, Gruppeninteressen, Politiker als Unternehmer) Sachzwänge (Technik, Natur, Ressourcen, Vorgaben höherer Instanzen, aber auch Maßnahmen: Interventionsspirale)...und ihre Ziele abstrakt (nicht operationalisierbar) Gemeinwohl Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden/Sicherheit konkret (operationalisierbar) Arbeitslosigkeit, Wachstum, Umweltschutz, Stabilität, Strukturpolitik, Außenhandel...

5 5 - wipo doc Zielformulierung qualitativ: deklaratorisch: X, Y, Z! oder skaliert: X > Y > Z quantitativ: Grenzen: X>X 1, Y<Y 2... flexibel: max W(X, Y, Z) fixiert: X=0, Y=43,7%... Vor allem quantitative Ziele sind empirisch gehaltvoll (Kontrollphase!) und operationalisierbar => Warum sollten Politiker das wollen? Beziehungen zwischen Zielen und Instrumenten Neutralität/Indifferenz Komplementarität/Harmonie Konkurrenz/Konflikt => Satz der Wirtschaftspolitik ( Haavelmoo-Theorem ): Zahl der unabhg. Instrumente Zahl der unabhg. Ziele!

6 6 - wipo doc Instrumente der Wirtschaftspolitik Ziele: was wollen / sollen die Wirtschaftspolitiker Instrumente: was KÖNNEN sie? => welche Instrumente sind verfügbar => wie wirken sie tatsächlich? => welche Anreize haben die Wirtschaftspolitiker, sie einzusetzen? Werkzeuge formale Klassifikation: Bestimmtheit Ansatzpunkt Intensität des Mittels materiale Klassifikation: Objekt des Gestaltungswillens rechtliche Grundlage

7 7 - wipo doc Typische Werkzeuge der Wirtschaftspolitik Steuern, Subventionen Gesetze, Verordnungen direkte Eingriffe (Investitionen, Arbeitsvermittlung) Wirkungsanalyse => quantitatives Ziel erforderlich => Theorie => Effizienz- und Verteilungswirkung => komparative Analyse Drei Arten von theoretischer Fundierung: historische Erfahrungen (Induktionsschluß) Ökonomische Modelle (Deduktion) => Preistheorie, Spieltheorie: Gleichgewicht Ökonometrische Modelle (Fortschreibung) => Multi-Equation, Simulation

8 Ist Theorie grau, Praxis dagegen grün? Oder: Was hat die Wissenschaft dem Stammtisch und dem hohlen Bauch voraus? => Erklärungen, Verallgemeinerungen => kontraintuitive Ergebnisse (z.b. Coase-Theorem, Fall im Vakuum) => Objektivität, intersubjektive Gültigkeit => Systematik + Offenheit 8 - wipo doc Einstein: Die gesamte Wissenschaft ist nichts anderes als eine Verfeinerung unseres Alltagsdenkens...Der gesunde Menschenverstand (ist) nur eine dicke Schicht aus Vorurteilen...mit der unsere frühe Erziehung unser Denken überzogen hat. Weisskopf: Viele wissenschaftliche Modelle sind wie österreichische Fahrpläne... zwar sind sie falsch, aber das Interessante ist doch, sich darüber klar zu werden, wie und warum sie falsch sind.

9 9 - wipo doc Theorie: Menge von abstrakten, allgemeinen Aussagen über Weltausschnitt (in der Ökonomie: über menschliches Verhalten unter Knappheit) Beispiel: Haushaltstheorie, Unternehmenstheorie, Marktgleichgewicht Positive Theorie: was IST / was WIRD sein? (Deskription, Prognose) Normative Theorie: was SOLL sein? (Präskription) => scharfe Trennung zwischen den beiden Kategorien! Überprüfbarkeit => Koinzidenz von Realität (Empirie) und Theorie Wertfreiheit => Beschreibung ohne Wertung (geht das?) oder unter Offenlegung

10 Modell: Konkretisierte, auf bestimmten Sachverhalt zugeschnittene Theorie. Beispiel: Der Markt für Gebrauchtwagen 10 - wipo doc Empirie: Vergleich zwischen den Aussagen eines theoriegestützten Modells (Prognose) mit der realen Welt (Daten) => Qualitätskriterium für Verwerfung der Prognose nötig. Erkenntnisfortschritt (nach Popper, Albert, Lakatos Kritischer Rationalismus): gelungene Falsifikation eines Modells / einer Theorie => auch als Gesellschaftstheorie interpretierbar! Weg der Erkenntnis: 1. Theorie über (Verhaltens-)Phänomene 2. Modell für konkretes Phänomen 3. Prognosen 4. Empirische Prüfung => Verwerfung? => neues Modell oder sogar neue Theorie

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