Predigt Thema: Mt 6,10: Dein Reich komme, dein Wille geschehe 1. Dein Reich komme

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1 Predigt Thema: Mt 6,10: Dein Reich komme, dein Wille geschehe Liebe Gemeinde, wie passen Mensch und Gott zusammen? a) Gleich und gleich gesellt sich gern b) Gar nicht c) Gegensätze ziehen sich an d) Liebe verbindet Antwort A können wir vergessen, Mensch und Gott sind nicht gleich. Hinter Antwort B steckt die biblische Sicht, dass die Sünde den Menschen von Gott trennt. Gott ist heilig. Der Mensch ist Sünder. Sünde und Heilig passt nicht zusammen, damit passen Gott und Mensch nicht zusammen. Antwort C ist der Wunsch von Menschen wie Gott zu sein bzw. auch heilig zu sein. Das schafft er aber nicht aus eigener Kraft. Und Gott kann nicht Sündig werden. Sonst wäre er nicht Gott. Die Antwort D enthält das Evangelium: Gott wird aus Liebe zu den Menschen selber Mensch in Jesus Christus. Jesus nimmt die Sünde der Menschen weg und lehrt sie so zu leben, dass sie zu Gott passen. Durch Christus werden wir heilig. Aus diesem Grund dienen alle Worte und Taten Jesu dazu, dass wir verstehen wer Gott ist, wie Gott ist und, dass wir heilig werden. So auch das zentrale Gebet in der Bibel: Das Vaterunser. Man kann ja fragen, warum beten wir das überhaupt? Warum hat uns das Jesus gegeben? Was sollen die Aussagen, bzw. Bitten? Mit jeder Vaterunser Bitte sind unsere ureigensten Eigenschaften; Triebe und Sehnsüchtige verbunden, die wir loswerden müssen, damit wir heilig werden. Und das können wir nur, wenn Gott an uns wirkt. Deswegen lasst uns heute mal schauen, was die Bitten dein Reich komme und dein Wille geschehe, für uns bedeuten. 1. Dein Reich komme Damit ist die menschliche Sehnsucht nach Macht angesprochen. Das Machtstreben steckt in uns und leitet uns, unseren Willen durchzusetzen und anderen aufzudrücken und wenn es sein muss andere klein zu machen. Wir haben den Trieb, uns selber zu verwirklichen, so dass wir glücklich werden. Das ist der normale menschliche Egoismus. Wertneutral. Doch das führt eben oft zu Unterdrückung und Leid anderer. Wir leben aus uns heraus ganz natürlich: Mein Reich komme, das heißt, mein eigener Wille soll sich durchsetzen. Was zählt ist das, was ich will.

2 Dagegen stellt Jesus die Bitte vom Kommen des Reiches Gottes. Wir beten dein Reich komme. Das müssen wir untersuchen. Menschliche Reiche sind oft gewalttätig. Napoleon soll einmal gesagt haben: Alexander der Große, Cäsar, Karl der Große und ich haben Reiche gegründet. Als ich das gelesen habe, das hab ich mir sofort die Frage gestellt, ja und was ist mit Jesus. Hat der nicht auch ein Reich gegründet? Wenn man mal diese Reiche miteinander vergleicht, dann kann man zwei deutliche Unterschiede feststellen. 1. Die Reiche unserer vier Feldherren sind mit Gewalt errichtet worden. Jesu Reich nicht, es ist durch Mission, und durch Predigt verbreitet worden. 2. Die Reiche der vier Herrscher sind räumlich begrenzt. Ja, man muss ihnen zugestehen, dass sie weit über ihre eigenen Ländergrenzen hinaus ein Reich aufgebaut haben, aber wenn man die Landkarte heute anguckt, dann sind das Griechische Reich, das Römische Reich, das Französische Reich und das Deutsche Reich wieder ganz schön auf ihre ureigenen Grenzen zurückgeschmolzen. Jesu Reich dagegen, war niemals auf Ländergrenzen beschränkt. Gut, es hat in Israel angefangen, aber schon Jahre nach seinem Tod war es in vielen Ländern verbreitet und sogar auf anderen Kontinenten zu finden. Und es breitet sich bis heute immer weiter aus. Auch wenn es heute noch Länder gibt, die das Christentum nicht hineinlassen wollen, glaube ich, das ist nur eine Frage der Zeit ist, dass das Christentum in allen Ländern der Welt vertreten sein wird. Wir sehen menschlich errichtete Reiche sind sehr begrenzt und kommen nicht ohne Gewalt aus. Denn den Traum vom Friedensreich, wo es allen gut geht (wie die Kommunisten träumten) werden wir nicht erfüllen können. Das verheißt aber die Bibel. Z.B. Jes 9,5.6: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Und weiter in Jes 11,3-4: Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande. Gottes Reich wird nicht mit Gewalt aufgerichtet, sondern mit Frieden. So heißt es in Sach 4,6: Es soll nicht durch Heer und Macht geschehen, sondern durch meinen Geist. Und genau das führt uns zu Jesus. Denn Jesus selbst sagte: Das alles habe ich euch gesagt, damit ihr Frieden in mir habt (Joh 16,33), und als Auferstandener sprach er als erstes zu seinen Jüngern: Friede mit euch. Joh 20,21. Jesu Reich ist ein

3 Friedensreich. Ein Liebesreich. Keiner wird gezwungen, sondern in Liebe hineingebeten. Doch, liebe Gemeinde, jetzt muss ich einen kleinen Exkurs machen. Denn es gibt ja die seine Stelle, die sich nach einem Gewaltaufruf anhört und sie immer wieder von Gegnern zitiert wird. In Mt 10,34 sagt Jesus: Ich bin nicht gekommen Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Das müssen wir hier klären, damit sie das so weitersagen können. Damit ist nicht gemeint, dass Jesus mit Gewalt und Kriegszügen sein Reich aufbauen will. Denn wenn er das wirklich gemeint hätte, dann war er ein ganz schön schlechter Feldherr. Sein ganzes Leben widerspricht dem Gewalteinsatz. Jesus hat niemals eine Waffe angefasst und selbst bei seiner Festnahme oder Verurteilung hat er auf Gewalt verzichtet und seine Jünger zurückgepfiffen, die sollen die Schwerter wieder einstecken. Nein es kann dabei nicht um Gewalteinsatz gehen. Mit dieser Aussage ist gemeint, dass der Glaube an Jesus Trennungen bringen wird. Ein Mensch der glaubt und ein Mensch der nicht glaubt werden sich entzweien, so heißt es wörtlich. Der Nichtglaubende wird nicht verstehen, warum der Glaubende auf einmal sein Leben anders lebt. Und der Glaubende wird den Nichtglaubenden mit Predigten nerven und vielleicht zurechtweisen, warum er gegen Gottes Willen lebt. Das wird sie entzweien. Da kommen Konfis zum Glauben und die Eltern denken, sie sind jetzt fanatisch geworden. Da bemühen sich Eltern jahrelang um eine christliche Prägung und die Kinder wollen mit Kirche nichts (mehr) zu tun haben. Leider kommt es nicht selten vor, dass Ehepaare nicht gemeinsam den Gottesdienst besuchen. Ein Segen für diejenigen die es können. Dass Jesus das Schwert bringt, bedeutet: Durch den Glauben können Trennungen und Entzweiungen geschehen. Die Bitte dein Reich komme bezieht sich auf die Ausbreitung des Glaubens hier auf der Erde bei jedem einzelnen Menschen. Das ist das unsichtbare Reich Gottes. Und es bezieht sich auf die Sehnsucht, nach dem sichtbaren Friedensreich. Wenn Jesus einmal wiederkommt und sein Reich in Liebe und Frieden aufrichtet. Das ist eine zentrale Stelle, eine zentrale Bitte, denn das Zentrum der Bibel ist die Ausbreitung des Reiches Gottes und damit die Ausbreitung des Glaubens. Jesus selbst hat gesagt: Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen, und siehe das Reich Gottes ist mitten unter euch. Das Reich Gottes ist dort, wo Jesus Christus ist. Dort, wo seine Botschaft verkündigt wird. Dort, wo Menschen anfangen ihm zu

4 vertrauen. Dort, wo Menschen nach dem Willen Gottes für ihr Leben fragen. Dort, wo Menschen, nach dem Wort Gottes leben. Wenn wir beten, dein Reich komme, dann wollen wir, dass Jesu Reich sich weiterausbreitet. Das geschieht immer dort, wo ein Mensch zu Glauben beginnt. Wo er auf Gottes Verheißungen setzt und sein Leben darauf baut. Wenn wir beten: Dein Reich komme, dann meint es, Herr dein Reich komme auch zu mir. Verändere mich so wie du mich haben willst. Führe du mich und leite meine Gedanken. Das führt uns zu der nächsten Bitte. 2. Dein Wille geschehe. Diese Bitte richtet sich gegen unseren Dickkopf. Wie bei der vorigen Bitte, geht es auch hier um unseren Willen, im Verhältnis zu Gottes Willen. Dein Wille geschehe ist eine herrliche Bitte. Denn viele Menschen beten eher ihr Mantra runter: Mein Wille geschehe. Ich setze meinen Willen durch. Gott hat uns einen freien Willen gegeben, so zu leben wie wir es wollen. Und das dürfen wir und das respektiert Gott. Aber nicht alles ist gut, was wir wollen und tun. Und da Jesus das wusste, hat er uns diese Bitte gegeben. Die Bitte: dein Wille geschehe, ist natürlich für alle, die sich nach Gottes Wort ausrichten, die wirklich nach dem Willen Gottes fragen. Diese Bitte ist unerlässlich für jeden Christen, um sein Leben so zu leben, dass es immer gottgemäßer wird. Doch diese Bitte wird zur großen Herausforderung für Willensstarke Typen. Jeder Mensch hat eine Eigenschaft einen Charakterzug, die seine Sünde ist, man kann auch von Wurzelsünde sprechen. Die er immer wieder bekämpfen muss, weil sie ihn stark prägt und er ihn abhält Gottes Willen vollkommen zu tun. Dieses Päckchen ist bei dominanten Menschen der eigene Wille. Was auf der einen Seite ein Geschenk ist, einen eigenen Willen zu haben, den eigenen Willen zu kennen, nicht unschlüssig zu sein und leicht zu beeinflussen, sondern ein Ziel für sein Leben zu haben, eine klare Ethik zu haben für sein Handeln. Das ist für solch einen Christen auf der anderen Seite eine Last, die man schwer los wird. Es ist die Last nicht immer seinen Willen durchzusetzen, nicht immer auf seinen Willen zu bestsehen, nicht seinen Willen als Gottes Willen zu verstehen oder gar auszugeben. Liebe Freunde, ich weiß wovon ich rede. Ich war schon früh von Gott wortwörtlich begeistert und wollte ganz viel für ihn tun und habe großen Einsatz aufgebracht (und auch vieles gut gemacht und erreicht). Aber meine Worte haben mich entlarvt. Denn ich weiß noch genau, wie ich zu meinem Seelsorger ganz selbstbewusst sagte: Gott und ich, wir schaffen das. Merken Sie, ein wunderbarer Glaubenssatz. Ein Hingabesatz, ein Willensstarker Satz, der das Engagement für Gott deutlich macht. Doch ich musste einsehen und verstehen, dass

5 der Satz für mich falsch war. Ein schüchterner, zaghafter oder ängstlicher Mensch, der kann den Satz wunderbar sagen. Für den ist das eine Herausforderung, für den ist es wichtig, dass Gott an seiner Seite ist und er mit Gott zusammen einiges schaffen kann. So wie der Psalmist 18,30 schreibt: Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen. Das macht Mut fürs Leben. Doch für mich war der Satz falsch. Denn als mein Seelsorger mir sagte: Gott will durch deine Schwächen wirken, merkte ich nach und nach, dass Gottes Wille viel stärker in mir wirken muss als mein Wille. Und ich fing an zu reden, so wie ich es eigentlich auch erfahren habe: Gott schafft etwas in mir. Oder Gott schafft etwas mit mir. Verstehen Sie, das ist für dominante Typen nicht einfach, Gottes Willen wirklich über sich zu stellen, weil ihr Wille das Zentrum der Persönlichkeit ausmacht. Doch genau an das Zentrum will Gott heran. Genau in dieses Zentrum will Gott. Und es ist nun egal, was das bei ihnen ist, Gott will ihr Zentrum sein. Und die Verheißung, wenn sie das Zulassen, ist Segen Gottes. Er wird seine Kinder segnen, beschenken und bewahren. Weil Gottes Wille Liebe ist. Gott liebt uns. Gottes Wille ist, dass wir Gott lieben und dass wir den Nächsten lieben. Das steht im Doppelgebot der Liebe Mk 12, 30. Liebe Konfis deswegen ist das hier so wichtig und ihr müsst das lernen. Wenn ihr das verstanden habt, dann habt ihr schon ganz viel von Gott, Jesus und der Bibel verstanden. Gott will, dass sein Wille bei uns geschieht. Wer das auch will, der bete bewusst: dein Wille geschehe. Martin Luther hat gesagt: Gottes Wille geschieht schon, auch ohne unser Gebet, aber wir beten in dieser Bitte, dass Gottes Wille auch bei mir geschehe. Und genau darauf kommt es an. Gebet: Herr, lass dein Reich zu uns kommen, richte du dein Friedens- und Liebesreich hier bei uns in Burgaltendorf auf. Und Herr lass deinen Willen bei uns persönlich geschehen. Stärke unseren Glauben lass uns Gehorsam gegenüber deinem Willen sein und segne uns mit deiner Güte. Amen

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