BLUTBILD. Zur Sicherheit lesen, was es Neues gibt! Ende der Toleranz - Übergangsfrist abgelaufen. HPV Infektion und Zervix-Karzinom

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1 Ausgabe 7 September 2007 BLUTBILD Zur Sicherheit lesen, was es Neues gibt! Inhalt Gefahr erkannt - Risikomanagement Ende der Toleranz - Übergangsfrist abgelaufen Initiative Safety First! 1 Interview Neue Aufgabengebiete für die Pflege - ein Trend? Irene Maier, Universitätsklinikum Essen 3 Life & Science: Wissen fürs Leben HPV-Infektion und Zervix-Karzinom Dr. Thomas Mayer, Hamburg 4 News & Events Workshop auf der Pflegemesse in Leipzig 5 Aus der Wissenschaft EDTA Antikoagulantien für die Hämatologie BD European Divisions, Oxford 6 Wie für Sie gemacht So schnell wie Plasma, so rein wie Serum 7 Schon gewusst? Einfluss der Körperlage auf Laborbefunde 7 Das kriegen Sie mit Sicherheit raus! Rätsel 8 Tipps & Tricks Desinfektion bei Blutentnahmen 8 Ende der Toleranz - Übergangsfrist abgelaufen Seit 1. August 2007 kontrollieren Aufsichtsbehörden die Umsetzung der TRBA 250 zum Schutz vor Nadelstichverletzungen Nadelstichverletzungen sind ein ernstes Gesundheitsrisiko für Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Besonders gefährlich sind dabei Infektionen mit dem Hepatitis-B-Virus, dem Hepatitis-C-Virus oder dem HI-Virus. Deswegen ist der Arbeitgeber verpflichtet, Mitarbeiter vor diesen Verletzungen zu schützen. Welche Schutzmaßnahmen vorgeschrieben sind, steht in der "Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA) 250". Diese wurde vergangenes Jahr verschärft, jetzt ist die Übergangsfrist zur Umsetzung der neuen Vorgaben abgelaufen. Versicherer und Gewerbeaufsichtsämter haben Kontrollen angekündigt. "Mitarbeiterschutz liegt in der Verantwortung der Arbeitgeber", betont Theodor Blättler vom Rheinischen Gemeindeunfallversicherungsverband. Welche Maßnahmen der Arbeitgeber zum Schutz vor Nadelstichverletzungen ergreifen kann und muss, ist in der TRBA 250 ausgeführt. Darin wird die Verwendung Sicherer Instrumente für bestimmte Bereiche verbindlich vorgeschrieben. Sichere Instrumente müssen ohne Wenn und Aber in allen Arbeitsbereichen mit erhöhter Infektionsgefährdung wie Rettungsdienst, Notaufnahme und bei der Behandlung fremdgefährdender Patienten eingesetzt werden. Darüber hinaus müssen verletzungssichere Instrumente immer dann zum Einsatz kommen, wenn Körperflüssigkeit in "infektionsrelevanter Menge" übertragen werden HPV Infektion und Zervix-Karzinom Der Gebärmutterhalskrebs (Zervix-Karzinom) stellt nach dem Brustkrebs weltweit die zweithäufigste neoplastische Erkrankung bei Frauen dar. In Deutschland treten jährlich etwa 6500 Neuerkrankungen auf. Die kausale Bedeutung der Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) in der Entstehung des Zervix-Karzinoms ist heute unumstritten Lesen Sie weiter auf Seite 4 EDTA Antikoagulantien für die Hämatologie Es hat sich herausgestellt, dass K3EDTA das weniger geeignete EDTA Salz für die Antikoagulation ist, da es mit steigender EDTA Konzentration die am stärksten ausgeprägte Schrumpfung von roten Blutkörperchen bewirkt, und somit die größte Änderung der Werte für das mittlere Blutkörperchenvolumen (MCV)... Lesen Sie weiter auf Seite 6

2 Gefahr erkannt: Risikomanagement Fortsetzung Ende der Toleranz - Übergangsfrist abgelaufen kann. Dies kann schon bei kleinsten und sogar unbemerkten Verletzungen geschehen. Es reicht nicht, bloß Venenverweilkatheter auszutauschen - Studien belegen, dass bis zu zwei Drittel aller Nadelstichverletzungen bei Injektionen und Blutentnahmen passieren. Herkömmliche Instrumente dürfen nur weiter verwendet werden, wenn in einer Gefährdungsbeurteilung dargelegt ist, dass die Mitarbeiter durch andere Maßnahmen gleichwertig geschützt sind bzw. kein Infektionsrisiko besteht. Dieser Teil der Gefährdungsbeurteilung muss unter Beteiligung des Betriebsarztes erstellt und gesondert dokumentiert werden. Die Anforderungen sind jedoch sehr hoch. "Die Gefährdungsbeurteilungen werden in der Mehrheit der Fälle zu dem Ergebnis kommen müssen, dass verletzungssichere Instrumente unumgänglich sind," so Theodor Blättler. Die Nichtbeachtung der TRBA 250 kann im Schadensfall rechtliche Konsequenzen haben. Möglich sind beispielsweise Regressforderungen der Unfallversicherungsträger an den Arbeitgeber. Aber auch schon die Nichtdurchführung der Gefährdungsbeurteilung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Bußgeldern geahndet werden kann. Safety First! ist eine Gemeinschaftsinitiative der Universität Wuppertal Fachgebiet für Arbeitsphysiologie, Arbeitsmedizin und Infektionsschutz, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Abteilung für med. Soziologie, und dt. Koordinierungsstelle für Gesundheitswiss./Public Health, der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten e.v. und der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege e.v. Die Website der Inititative Safety First finden Sie unter Die vollständige Version der TRBA 250 finden Sie auf der Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) CD-Rom Kleiner Stich mit Folgen Umfassende Informationen zum Thema Nadelstichverletzung, Handlungshilfen für die Gefährdungsbeurteilung und weitere Hintergründe zur Rechtslage bietet die aktuelle CD-Rom Kleiner Stich mit Folgen von dem Gemeindeunfallversicherungsverband Westfalen-Lippe, der Landesunfallkasse NRW, dem Rheinischen Gemeindeunfallversicherungsverband und der Bergischen Universität Wuppertal. Die CD-Rom erhalten Sie beim: Rheinischen GUVV Heyestraße Düsseldorf Telefon: Telefax: Mitglieder der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand in NRW erhalten die CD Rom kostenlos. Für Nichtmitglieder beträgt der Preis 3,00 pro Stück einschließlich Versandkosten. 2 Editorial Soviel ist sicher, liebe Leserinnen und Leser, nachdem wir mittlerweile seit über 30 Jahren die Anschnallpflicht in Deutschland haben, Airbags in PKWs inzwischen zur Standardausrüstung gehören, und Beschäftigte auf Baustellen selbstverständlich mit Helm und Sicherheitsschuhen ausgerüstet werden, hat der ABAS (Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) jetzt auch den Arbeitsschutz für Mitarbeiter im Gesundheitswesen deutlich verbessert: Seit dem 1. August 2007 gilt die TRBA 250 Abschnitt ohne Wenn und Aber. Mit dieser Entscheidung wird endlich klar gemacht, dass es sich bei Stich- und Schnittverletzungen durch scharfe Instrumente keineswegs um Bagatellereignisse handelt. Solche Verletzungen sind mit hohen Infektionsrisiken verbunden und können bei betroffenen Mitarbeitern bis zur Berufsunfähigkeit führen. Jetzt werden auch Arbeitgeber in die Pflicht genommen, für sichere Instrumente und Arbeitsverfahren im Sinne eines sicheren Arbeitsplatzes zu sorgen. Inzwischen werden in vielen Kliniken bereits so genannte Sicherheitsbudgets für einen optimierten Mitarbeiterschutz etabliert. Damit muss sich künftig auch in deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen kein Mitarbeiter mehr unnötigen Infektionsrisiken aussetzen. Viel Spaß bei der Lektüre unserer neuen Ausgabe von Blutbild! Andreas Karallus Bereichsdirektor Deutschland, Österreich, Schweiz BD Diagnostics, Preanalytical Systems

3 Neue Aufgabengebiete für die Pflege - ein Trend? Interview mit Irene Maier, Vorstandsmitglied des Verbandes der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika in Deutschland e.v. (VPU) zum Thema Übernahme ärztlicher Tätigkeiten "Immer häufiger wird diskutiert, einzelne ausgewählte Tätigkeiten in den Verantwortungsbereich der Pflege zu überstellen. Kann man hier von einem generellen Trend sprechen und vor welchem Hintergrund wird diese mögliche Übertragung diskutiert?" Es wird immer deutlicher, dass die Aufgaben in der Patientenversorgung neu zu definieren sind. Einerseits, um das Potential der inzwischen hoch qualifizierten Gesundheitsfachberufe im Sinne einer effizienten, qualitativen aber auch wirtschaftlich ausgerichteten Struktur zu nutzen; andererseits um eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung, insbesondere in ländlichen Regionen, sicherzustellen. "Wie kann eine Delegation von ärztlichen Tätigkeiten auf die Pflege in der Praxis aussehen? Welche Arbeiten und welche Personenkreise wären betroffen und welche verschiedenen Organisationsmodelle sind hier möglich?" Es ist notwendig, den Rahmen für die Delegation in den Einrichtungen dazu herzustellen. Das heißt Festlegung der Tätigkeiten, Prüfung der versicherungsrechtlichen Grundlagen, Qualifizierungsnachweis der Mitarbeiter. Der neu aufgelegte Leitfaden des VPU (Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika) "Übernahme ärztlicher Tätigkeiten" liefert dazu ausführliche Umsetzungshinweise. Eine Aufzählung der möglichen Tätigkeiten lässt sich hier nicht leisten. Beispielhaft zu nennen sind Blutabnahmen, i.v. Injektionen, Verbandwechsel, Infusionsgaben. Unterschiedliche Personenkreise können unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Dazu zählen Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, fachweitergebildete Mitarbeiter und Arzthelferinnen. "Eine einfache Festlegung, wer welche Tätigkeit durchführt, ist in diesem verantwortungsvollen Bereich sicher nicht so ohne weiteres möglich. Welche rechtlichen Aspekte sind hierbei zu berücksichtigen?" Ich darf an dieser Stelle erneut den Leitfaden des VPU zitieren: Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, die durch die Übernahme ärztlicher Tätigkeiten den Arzt entlasten, übernehmen damit das entsprechende Haftungsrisiko. In gleicher Weise haftet der delegierende Arzt für den Patienten ebenfalls auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, wenn nachgewiesen wird, dass er es bei der Auswahl und Überwachung seiner Erfüllungsgehilfen, wie die Tätigkeiten der Pflegenden juristisch genannt wird, es an der erforderlichen Sorgfalt hat fehlen lassen. "Um dem geänderten Anforderungsprofil gerecht zu werden, müsste sicher auch der Bereich Ausbildung angepasst werden. Wie könnte dieser Bereich aussehen, welche Schulungen müssten integriert werden, und wer trägt hier die Verantwortung?" Es macht auf jeden Fall Sinn, in die Ausbildungscurricula die schon erwähnten Tätigkeiten aufzunehmen, um den sonst später notwendigen Schulungsinhalt zu vermeiden. Hier sind die Bundesländer gefordert, ihre Curricula den Entwicklungen anzupassen. "Kann man generell von einer Bereicherung der pflegerischen Tätigkeit sprechen und ist eine aufgeschlossene und positive Reaktion auf eine solche Ausweitung des Aufgabenbereiches zu erwarten?" Eine Bereicherung in der pflegerischen Aufgabe ergibt sich aus meiner Sicht nicht durch die Übertragung, da die Pflege mit ihrem eigenen Aufgabenfeld einen wesentlichen Beitrag in dem Versorgungsprozess für die Patienten leistet. Allerdings zeigt es sich, dass sich durch die Übertragung effizientere Arbeitsabläufe realisieren lassen. Das kann zur Reduzierung von Wartezeiten für Patienten und Pflegende führen. Durch verbesserte Arbeitsabläufe lässt sich die Zufriedenheit aller Beteiligten erhöhen. Nicht vernachlässigt werden darf dabei, dass die Pflegenden von noch vielen vorhandenen Nebentätigkeiten entlastet werden müssen, um überhaupt die zeitlichen Möglichkeiten zu haben, andere Tätigkeiten zu übernehmen. Irene Maier Pflegedirektorin Universitätsklinikum Essen Hufelandstr Essen 3

4 Life & Science: Wissen fürs Leben HPV-Infektion und Zervix-Karzinom Der Gebärmutterhalskrebs (Zervix- Karzinom) stellt nach dem Brustkrebs weltweit die zweithäufigste neoplastische Erkrankung bei Frauen dar. In Deutschland treten jährlich etwa 6500 Neuerkrankungen auf. Die kausale Bedeutung der Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) in der Entstehung des Zervix-Karzinoms ist heute unumstritten. Virale DNA ist in >99% der Zervix-Karzinome nachweisbar (1,2). Darüber hinaus sind eine Reihe weiterer epithelialer Tumore mit HPV assoziiert. So ist HPV DNA auch in ca. 80% der Analkarzinome, 50% der Vulva-, Vaginal- und Peniskarzinome, 20-30% der oropharyngealen Karzimome und 50-70% der nichtmelanozytären Hautkarzinome (kutane Plattenepithelkarzinome und Basalzellkarzinome) nachweisbar. Die pathogene Bedeutung der HPV- Infektion ist aber in erster Linie für das Zervix-Karzinom gezeigt worden. Neben epidemiologischen Studien wird die Rolle von HPV in der Karzinogenese vor allem durch molekulare Analysen belegt. Die onkogenen Eigenschaften anogenitaler HPV werden hauptsächlich durch die Proteine E6 und E7 vermittelt, die durch die Degradation bzw. Inaktivierung von p53 und prb die Kontrolle des Zellzyklus beeinträchtigen (3). Etwa 100 verschiedene HPV-Typen sind bislang charakterisiert worden, von denen über 40 Infektionen im Anogenitalbereich verursachen (4). Diese anogenitalen HPV-Typen besitzen jedoch sehr unterschiedliche onkogene Eigenschaften. Als HPV- Typen mit einem hohen onkogenen Potential (high-risk HPV-Typen mit erhöhtem Risiko maligner Progression dysplastischer Epithelläsionen) sind HPV 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82 charakterisiert worden (2). Dabei ist HPV 16 mit 50% am häufigsten in Zervix- Karzinomen nachweisbar, gefolgt von HPV 18, 31 und 45. Die HPV-Typen 6, 4 11, 42, 43 und 44 werden als low risk HPV bezeichnet und finden sich häufig bei benignen Epithelläsionen (z.b. Condylomata acuminata). Nur ein kleiner Teil der high risk HPV- Infektionen führt nachfolgend zu dysplastischen und neoplastischen Läsionen. Die Infektionsprävalenz ist bei jungen Frauen am höchsten. Sie liegt in der Altersgruppe Jahre z. T. über 20% und fällt mit zunehmendem Alter ab (auf <5% bei Frauen über 30 Jahre). Der Großteil der Infektionen in jungem Alter heilt spontan aus. Wenn keine immunologische Eliminierung erfolgt, kann sich eine persistierende Virusinfektion etablieren, die im Verlauf dysplastische und neoplastische Veränderungen verursachen kann (Abb. 1). HR-HPV Infektion Abbildung Jahre Spontane Ausheilung 80 % Normale Zervix 20 % Produktive Infektion Regression CIN 1 CIN 2 Persistierende Infektion Bei Frauen mit normaler Zytologie wurde für HPV-positive ein im Vergleich zu HPV-negativen 12,7-fach höheres Risiko für das Auftreten von Dysplasien (high grade squamous intraepithelial lesions - HSIL) nach 5 Jahren beschrieben (5). Das Progressionsrisiko ist u. a. abhängig vom HPV-Typ und von der Viruskonzentration (viral load). Das höchste Risiko für CIN3 und Zervixkarzinome besteht bei Infektionen mit den HPV-Typen 16 und 18 (6). Die Progression prämaligner Epithelläsionen ist zudem mit bestimmten cytogenetischen und molekularen Veränderungen assoziiert (siehe Abb. 1), die in Zukunft als Progressionsmarker eine diagnostische Bedeutung erlangen könnten. Infolge der engen Assoziation von HPV mit der Zervix-Karzinogenese ist die Virusinfektion auch Ansatzpunkt für präventive Maßnahmen, die sowohl die Vorsorgeuntersuchungen (Screening) als auch die Primärprävention durch Vakzinierung beinhalten. Im Rahmen der Krebsvorsorge wird die HPV-Untersuchung/Typisierung zur prognostischen Abklärung unklarer zytologischer Befunde (ASCUS/PapIIw, PapIII) und niedriggradig dysplastischer zervikaler Läsionen (PapIIID) empfohlen (7). In mehreren Studien ist gezeigt worden, dass der Nachweis zervikaler Dysplasien und Neoplasien durch HPV-Analysen mit einer höheren Sensitivität erfolgt als durch zytologische Untersuchungen, bei einer allerdings etwas niedrigeren Spezifität (8). Der HPV-Test wird deshalb auch zum primären Screening eingesetzt (zusätzlich oder alternativ zur Zytologie) (9). Seit Ende 2006 ist in Deutschland eine HPV-Impfung (Gardasil) verfügbar. Die Zulassung eines Jahre Genetische Instabilität CIN % 3-5 % HPV Typ Viral load E6/E7 p16 Survivin Virus-Integration genet. Veränderungen (3p, 6, 10p loss) Invasives Karzinom Telomerase DNA-Polymerase MCM-2 TOP2A DNA-Methylierungsmuster genet. Veränderungen (3q, 1q, 20q gains)

5 zweiten Impfstoffes (Cervarix) wird im Jahr 2007 erwartet. Beide Vakzine basieren auf sog. Virus-like particles (VLP). Dabei handelt es sich um DNA-freie, nichtinfektiöse Virione, die sich spontan aus dem Hauptkapsidprotein der Viren (L1) bilden. Während Cervarix HPV 16 und 18 VLPs enthält, sind bei Gardasil zusätzlich auch die Condylomata acuminata-assoziierten HPV-Typen 6 und 11 berücksichtigt. Beide Vakzine zeichnen sich durch eine hohe Wirksamkeit aus und sind nebenwirkungsarm (10,11). AUF DIE SCHNELLE Bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs - nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen - spielt die Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus sind einige andere Krebserkrankungen, von denen auch Männer betroffen sein können, mit dem Virus assoziiert. Dabei unterscheiden sich verschiedene HPV-Typen darin, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie Krebs auslösen. Grundsätzlich führt nur ein kleiner Teil der Infektionen zur Bildung von Krebs. Die Wahrscheinlichkeit, eine HPV-Infektion durchzumachen, ist für junge Frauen am höchsten, wobei der Großteil der Infektionen spontan ausheilt. Die Diagnostik der HPV Infektion ist ein wichtiger Ansatzpunkt in der Prävention des Zervixkarzinoms. Seit kurzem steht auch eine Impfung gegen HPV zur Verfügung. Die vollständige Immunisierung erfordert jeweils drei intramuskuläre Applikationen des Impfstoffs und resultiert in der Bildung neutralisierender Antikörper im Sinne einer prophylaktischen Vakzinierung. Dementsprechend ist die Impfung am sinnvollsten, wenn noch keine genitale HPV- Infektion vorgelegen hat (bei Jugendlichen vor dem ersten Sexualkontakt). Die STIKO (RKI) empfiehlt dementsprchend die Impfung aller Mädchen im Alter von Jahren. Da die Immunisierung nicht alle high risk HPV erfasst, werden dadurch die Vorsorgeuntersuchungen nicht ersetzt. Literatur: 1. Walboomers JM, Jacobs MV, Manos MM et al. Human papillomavirus is a necessary cause of invasive cervical cancer worldwide. J Pathol 1999; 189: Munoz N, Bosch FX, de Sanjose S et al. Epidemiologic classification of human papillomavirus types associated with cervical cancer. New Engl J Med 2003; 348: Zur Hausen H. Papillomaviruses causing cancer: Evasion from host cell control in early events in carcinogenesis. J Natl Cancer Inst 2000; 92: De Villiers EM, Fauquet C, Broker TR, Bernard HU, zur Hausen H. Classification of papillomaviruses. Virology 2004; 324: Liaw KL, Glass AG, Manos MM et al. Detection of human papillomavirus DNA in cytologically normal women and subsequent cervical squamous intraepithelial lesions. J Natl. Cancer Inst 1999; 91: Khan MJ, Castle PE, Lörincz AT et al. The elevated 10-year risk of cervical precancer and cancer in women with human papillomavirus (HPV) type 16 or 18 and the possible utility of type-specific HPV testing in clinical practice. J Natl Cancer Inst 2005; 97: Weissenbacher ER, Schneider A, Girardi F et al. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion des weiblichen Genitale. AWMF-Leitlinie Nr. 015/027, Cusick J, Clavel C, Petry U et al. Overview of the European and North American studies on HPV testing in primary cervical cancer screening. Int J Cancer 2006; 119: Wright TC, Schiffman M, Solomon D et al. Interim guidance for the use of human papillomavirus DNA testing as an adjunct to cervical cytology for screening. Obstet Gynecol 2004; 103: Villa LL, Costa RL, Petta CA et al. Prophylactic quadrivalent human papillomavirus (types 6, 11, 16 and, 18) L1 virus-like particles vaccine in young women: a randomized double-blind placebo-controlled multicenter phase II efficacy trial. Lancet Oncol 2005; 6: Harper D, France EL, Wheeler C et al. Efficacy of a bivalent L1 virus-like particle vaccine in prevention of infection with human papillomavirus Types 16 and 18 in young women: a randomized controlled trial. Lancet 2004; 364: PD Dr. Thomas Meyer Labor Lademannbogen Lademannbogen Hamburg News & Events Workshop to go September 2007: Pflegemesse in Leipzig (Messegelände) November 2007: Gesundheitspflegekongress in Hamburg (Elysee-Hotel) Auf diesen beiden Kongressen bietet der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe jeweils einen Workshop zum Thema "Schulungskonzept venöse Blutentnahme - Vermeidung von Nadelstichverletzungen" unter der Leitung von Johanna Knüppel mit folgendem Inhalt an: Präanalytik: Blutentnahme zwischen Patient und Labor Die Blutentnahme-Technik / Sicherheit bei der Blutentnahme Übungen an einem Probearm Leipzig: Dienstag, 11. Sept. 10:45-13:15 Uhr (Seminar Nr S112) und Mittwoch, 12. Sept. von Uhr (Seminar Nr. S226) Weitere Informationen bzw. Anmeldung unter Hamburg: Freitag, 2. November 2007 von Uhr (Workshop WS 6) Weitere Informationen bzw. Anmeldung unter www. heilberufe-kongresse.de 5

6 Aus der Wissenschaft EDTA Antikoagulantien für die Hämatologie Die klinische Effizienz von K2EDTA und K3EDTA Gemäß dem "International Council for Standardization in Hematology" (ICSH) und dem "Clinical Laboratory and Standards Institute" (ehemals NCCLS), ist K2EDTA das bevorzugte Antikoagulans für Messungen in der Hämatologie. (1,2) Aus Sicherheitsgründen geht der Trend gegenwärtig zu unzerbrechlichen Röhrchen aus Kunststoff. Für diese Röhrchen ist das sprühgetrocknete K2EDTA das optimale Antikoagulans, da es sich darin am besten lagern lässt und in dieser Umgebung optimal reagiert. (3) Bei einer Probenentnahme in K2EDTA und K3EDTA Röhrchen stimmen die Ergebnisse bezüglich Genauigkeit, Stabilität und klinischem Nutzen sowohl beim Blutbild als auch bei der Differentialzählung der weißen Blutkörperchen überein, wenn die Probenentnahme und -handhabung entsprechend den Anweisungen der Hersteller durchgeführt wurden. (3,4,5) Unabhängig von Form und Typ des verwendeten EDTA Salzes sollten alle Röhrchen mehrmals (8-10 mal) geschwenkt werden, um ein vollständiges Durchmischen und somit eine einwandfreie Antikoagulation zu gewährleisten. (2) Es hat sich herausgestellt, dass K3EDTA das weniger geeignete EDTA Salz für die Antikoagulation ist, da es mit steigender EDTA Konzentration die am stärksten ausgeprägte Schrumpfung von roten Blutkörperchen bewirkt, und somit die größte Änderung der Werte für das mittlere Blutkörperchenvolumen (MCV). (1,4) K3EDTA ist als Flüssigkeit in Glasröhrchen dispensiert, was eine Verminderung aller direkt gemessenen Parameter um 1-2% bewirkt, da die Proben verdünnt werden. Werte in K2EDTA antikoaguliertem Blut sind durchwegs 1-2% höher als Werte in K3EDTA. (1,2) Die Kalibrierung von Durchflusszytometern für die Zellzählung hängt von dem verwendeten Antikoagulans ab. Damit die Geräte untereinander vergleichbar sind, ist es wichtig, das gleiche Antikoagulans zu benutzen. (1) Die Firma Coulter (jetzt Beckman Coulter) hat verschiedene Studien unterstützt, die zu dem Schluss kommen, dass beim Blutbild und der Differentialzählung der weißen Blutkörperchen mit K2EDTA und K3EDTA Röhrchen ausgezeichnete Übereinstimmungen an Coulter Hämatologie- Geräten gefunden werden. (1,5) Die sogenannten Flagging Rates sind beim Durchflusszytometer identisch für K3EDTA Glasröhrchen und K2EDTA Kunststoffröhrchen. (6) Literatur: 1. International Council for Standardization in Haematology: Expert Panel on Cytometry. Recommendations of the International Council for Standardization in Haematology for Ethylenediaminetetraacetic Acid Anticoagulation of Blood for Blood Cell Counting and Sizing. Am J Clin Path. 1993; 100: NCCLS Evacuated Tubes and Additives for Blood Specimen Collection - Fifth Edition; Approved Standard. H1-A5. December Brunson D, Smith D, Bak A, Sheridan B, Muncer DL. Comparing hematology anticoagulants: K2EDTA and K3EDTA. Laboratory Hematology 1995; 1: ; International Society for Laboratory Hematology 4. Goossens W, Van Duppen V & Verwilghen RL. K2- or K3EDTA: the anticoagulant of choice in routine haematology? Clin Lab Haemat 1991; 13, Phillips J, Coiner J, Smith E, Becker D, Leong J. Performance of K2-EDTA vs. K3-EDTA collected blood specimens on various hematology analyzers. Laboratory Hematology 1998; 4: Van Cott EM, Lewandrowski KB, Patel S, Grzybek DY, Patel HS, Fletcher SR, Kratz A. Comparison of Glass K3EDTA versus Plastic K2EDTA Blood- Drawing Tubes for Complete Blood Counts, Reticulocyte Counts, and White Blood Cell Differentials. Laboratory Hematology 2003; 9: BD European Divisions The Danby Building, Edmund Halley Road Oxford Science Park Oxford, OX4 4DQ, GB

7 Wie für Sie gemacht So schnell wie Plasma, so klar wie Serum BD Vacutainer Rapid Serum Tubes Serum wird als Probe in vielen Krankenhäusern bevorzugt, weil es eine besonders "saubere" Probe ohne Zellbestandteile und ohne Fibrinogen ist. Dadurch ist die Haltbarkeit vieler Analyte höher als in Plasma. Darüber hinaus gibt es eine Anzahl von Assays, die nur für Serum validiert wurden bzw. die mit Plasma nicht durchgeführt werden können. Dennoch birgt die Verwendung von Serum besondere Probleme, da die Gerinnung eine gewisse Zeitspanne in Anspruch nimmt und vor der Zentrifugation abgeschlossen sein muss. Dies fällt besonders ins Gewicht, wenn der Transport effizient organisiert ist und die Probe innerhalb von Minuten im Labor ankommt. Wer möchte eine Notfallprobe wegen der Gerinnungszeit im Labor erst noch stehen lassen, wo doch jede Minute zählt? Schwierig ist das Probenmaterial Serum auch bei Patienten, die unter Antikoagulanzien-Therapie stehen. Hier kommt es trotz Einhaltung der empfohlenen Gerinnungszeiten das eine oder andere Mal zu Nachgerinnungen, was die Abarbeitung der Proben im Labor erheblich verkompliziert. Das BD Vacutainer Rapid Serum Tube, kurz RST genannt, kann in diesen Fällen Abhilfe schaffen. Dieses Röhrchen enthält einen Gerinnungsaktivator, der dazu führt, dass innerhalb von kürzester Zeit glasklares, fibrinfreies Serum zur Verfügung steht. Die durchschnittliche Gerinnungszeit beträgt bei Normalpatienten 29 Sekunden, bei heparinisierten Patienten 2-5 Minuten. Durch die integrierte Gelbarriere wird die Abarbeitung der Probe vereinfacht. So ermöglicht das RST Röhrchen die Ausgabe von Resultaten in kürzester Zeit, zum Vorteil des Patienten. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Gerne besprechen wir mit Ihnen eine Evaluation in Ihrem Hause. Sie erreichen uns unter Tel oder ANZEIGE Schon gewusst? Einfluss der Körperlage auf Laborbefunde Die Körperlage bei der Blutentnahme hat entscheidenden Einfluss auf die Laboratoriumsbefunde. Liegt der Patient, befindet sich mehr Flüssigkeit im Blut bzw. die Flüssigkeit ist gleichmäßiger verteilt (das Herz muss die Flüssigkeit nicht die Beine hinauf pumpen ). Dadurch liegen Eiweiß- und Fettbestandteile in geringerer Konzentration vor als bei einem sitzenden Patienten. Bei Patienten mit Ödemen ist der Effekt noch stärker ausgeprägt. Beim Übergang von stehender oder gehender Position in sitzende oder liegende Position ist mit einer Übergangszeit von zehn bis fünfzehn Minuten zu rechnen, um eine stabile Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten entsprechend der eingenommenen Position zu erwarten. Faustregel: Ambulanten Patienten wird im Sitzen Blut abgenommen, stationären Patienten im Liegen. IMPRESSUM: Herausgeber: Becton Dickinson GmbH BD Diagnostics, Preanalytical Systems Tullastr. 8-12, Heidelberg Verantwortlicher Redakteur: Andreas Karallus,Tullastr. 8-12, Heidelberg Wissenschaftlicher Beirat: Initiative DIAPRO Druck: Druckerei Stolinski GmbH Kahlbachring 5, Malsch Fachkreisinformation: Dieser Newsletter der Becton Dickinson GmbH (BD Diagnostics, Preanalytical Systems) ist ausschließlich für Heilberufe und sonstige Fachkreise bestimmt. Haftung: Herausgeber und Redaktion prüfen die Veröffentlichungen sorgfältig; dennoch kann keine Haftung für deren Richtigkeit übernommen werden. Eine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte wird nicht übernommen. Durch Einsendung eines Leserbriefs (auch elektronisch) räumen Sie dem Herausgeber das Recht ein, diesen ggf. aus redaktionellen Gründen umzuarbeiten und ihn im Rahmen dieses Newsletters (auch elektronisch) unter Nennung Ihres Namens und Ihres Wohnortes zu veröffentlichen. Urheberrechte: Alle in diesem Newsletter veröffentlichten Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt und die Rechte insoweit vorbehalten. Jede weitere Verwertung außerhalb der engen Schranken des Urheberrechtsgesetzes ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung des Herausgebers gestattet. BD, BD Logo und alle anderen BD Marken sind Eigentum von Becton, Dickinson and Company. (c) 2007 BD. Alle anderen Marken gehören dem jeweiligen Eigentümer. 7

8 Das kriegen Sie mit Sicherheit raus! Rätsel Sudoku So funktioniert s: Das Diagramm ist mit den Zahlen 1 bis 9 aufzufüllen. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile und jeder Spalte und jedem 3 x 3 Feld nur einmal vorkommen. Viel Spaß dabei! Die Zahlen in den gelb markierten Feldern der Reihe nach gelesen ergibt die Lösungszahl. Die gesuchte Zahl schicken Sie uns entweder per Postkarte an u.g. Adresse oder per Mail an Einsendeschluss ist der 1. November Zu gewinnen gibt es diesmal zwei Wecker von BD mit Analogund Digitalanzeige für zwei Zeitzonen. Oder zur doppelten Sicherheit. Die Lösung des letzten Rätsels lautet: Tiefseetaucher. Als Gewinner einer CD Rom Blutentnahme Schulungsprogramm wurden ermittelt: Dr. Michael Max, Bad Waldsee Rolf Kansy, Waiblingen Susanne Straß, Saarbrücken Dr. Ute Wullenweber, Bad Kreuznach Gerhard Schubert, Chemnitz Tobias Schmauss, Weiden Sabine Palme, Kempten Dorothea Morf, 4143 Dornach, Schweiz Christian Rose, Bad Bevensen Karola Sommer, Döbritz Herzlichen Glückwunsch! Nur Angehörige der Heilberufe und sonstiger Fachkreise dürfen an diesem Preisausschreiben teilnehmen. Mit der Teilnahme erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Name und Wohnort im Falle eines Gewinns in der nächsten Ausgabe des Blutbildes - auch elektronisch - veröffentlicht wird. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Mitarbeiter von BD sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Tipps & Tricks... zur venösen Blutentnahme Lassen Sie nach der Desinfektion die Punktionsstelle gut trocknen! Wenn punktiert wird, obwohl die Punktionsstelle noch feucht ist, kann Desinfektionsmittel in das Blutentnahmeröhrchen gelangen. Dadurch können Messwerte verfälscht und Hämolyse hervorgerufen werden. Ausserdem ist die Punktion für den Patienten dadurch oft schmerzhafter. Berühren Sie die Punktionsstelle nicht mehr nach der Desinfektion, sonst ist sie nicht mehr steril. Sagen Sie uns Ihre Meinung! Wir sind gespannt auf Ihre Anregungen und Kritik. Sie möchten BLUTBILD regelmäßig erhalten? Ihre persönliche Ausgabe können Sie kostenlos anfordern bei: BD Diagnostics, Preanalytical Systems Redaktion BLUTBILD Tullastr Heidelberg Tel

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