Geschäftsbericht Landeszentrum für Datenverarbeitung (LZfD)

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1 Geschäftsbericht 2014 Landeszentrum für Datenverarbeitung (LZfD) Baden-Württemberg Oberfinanzdirektion Karlsruhe

2 Herausgeber Oberfinanzdirektion Karlsruhe Landeszentrum für Datenverarbeitung Moltkestr Karlsruhe Telefon 0721/ Redaktion Deborah Hoffstadt Fotonachweis Alle Bilder von Mitarbeitern des LZfD Baden-Württemberg 2015 Landeszentrum für Datenverarbeitung Alle Rechte beim Herausgeber

3 Grußwort Oberfinanzpräsidentin Andrea Heck Oberfinanzdirektion Karlsruhe Schwerpunkte 2014: Zukunftsfähigkeit und Sicherheit Sehr geehrte Leserinnen und Leser, das Technikprogramm der Landesregierung über 6,2 Mio. hat es möglich gemacht, die EDV- Unterstützung weiter auszubauen. Das Ergebnis ist mehr Flexibilität beim Arbeiten und eine höhere Attraktivität der Steuerverwaltung. Die mobilen UMTS-Zugänge für die Konzernbetriebsprüfer erlauben ihnen, die Arbeit im Außendienst flexibler und effizienter zu gestalten. Die Prüferinnen und Prüfer verfügen jetzt vor Ort in den Betrieben über zusätzliche Recherche- und Informationsmöglichkeiten. Die anderen Beschäftigten der Prüfungsdienste erhalten ihre UMTS-Zugänge schrittweise in Wir haben 150 Telearbeitsplätze eingerichtet und erproben sie pilothaft. Das bedeutet mehr Flexibilität bezüglich des Arbeitsortes und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Arbeitsbereiche des Finanzamts können jetzt auch von zu Hause aus arbeiten. Telearbeitsplätze erhöhen die Attraktivität der Steuerverwaltung als Arbeitgeber und unterstützen uns bei der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften. Das Projekt MigAlt modernisiert die technische Basis und die Verfahren für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Finanzämtern. Mit einer einheitlichen IT-Landschaft wird das Landeszentrum für Datenverarbeitung (LZfD) auch die Landesverfahren künftig ausschließlich zentral vorhalten, anstatt wie bisher dezentral in den Finanzämtern. Das erhöht zum einen die Wirtschaftlichkeit, zum anderen den Umfang der Telearbeit. An dieser tiefgreifenden Veränderung arbeiten in diesem und im nächsten Jahr nahezu alle Bereiche des LZfD intensiv. Unsere Ausfallvorsorge sichert die Arbeitsfähigkeit der Finanzämter und damit einen möglichst störungsfreien Eingang der Steuern auch im Katastrophenfall. In diesem Fall nimmt das Ausweichrechenzentrum den Betrieb für die Steuerverwaltung auf. 1

4 Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LZfD haben im Jahr 2014 noch viele weitere wichtige Aufgaben und Themen, wie z. B. die Umstellung der Arbeitsplätze der Oberfinanzdirektion Karlsruhe und des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft auf Windows 7 sowie den Ersatz der bisherigen Bildschirme durch große 24 -Monitore in den Finanzämtern bewerkstelligt. Für ihren enormen Einsatz und ihr großes Engagement spreche ich allen Beschäftigten meinen ausdrücklichen Dank aus. Auch die kommenden Aufgaben und zu erreichenden Zielsetzungen erfordern Ausdauer und Tatkraft. Hierfür wünsche ich allen viel Erfolg. Mit freundlichen Grüßen 2

5 Grußwort Finanzpräsident Matthias Eder Leiter des Landeszentrums für Datenverarbeitung bei der Oberfinanzdirektion Karlsruhe Modernisierung, Virtualisierung, Zentralisierung Projekte 2014 Sehr geehrte Leserinnen und Leser, um die vielfältigen Anforderungen die an das LZfD als IT-Dienstleister gestellt werden zu erfüllen, ist es erforderlich technologisch und organisatorisch immer auf der Höhe der Zeit oder noch besser etwas voraus zu sein. Dafür sind gut ausgebildete IT-Mitarbeiter notwendig. Deswegen investierte das LZfD auch im Jahr 2014 erhebliche Beträge in die Weiterbildung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nur dadurch war es möglich, neben dem sogenannten laufenden Betrieb viele anspruchsvolle Projekte realisieren zu können. Eine solche Herausforderung war z.b. der Aufbau eines zweiten Standortes, so dass im LZfD nunmehr ein Rechenzentrum auf 2 physische Standorte verteilt ist. Hierbei werden sämtliche Komponenten, die für den Rechenzentrumsbetrieb erforderlich sind, an beiden Standorten aktiv parallel genutzt. Das moderne, hoch verfügbare Rechenzentrum erledigt nun auch im Rahmen des Projektes SPersBad Dienstleistungen im Besoldungs- und Versorgungsbereich für das Saarland. Um den heutigen Ansprüchen an Schnelligkeit und Leistungsfähigkeit gerecht werden zu können, muss auch die eingesetzte Speicher- und Servertechnologie ständig mit der Zeit gehen. Hierzu erfahren Sie Näheres im Beitrag auf Seite 34. Aber auch die Ausbildung junger Kräfte mit neuen Ideen ist sehr wichtig. Daher wird neben der IT- Qualifizierung von Steuerspezialisten ein weiterer Schwerpunkt auf die Ausbildung im dualen Studiengang für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik gelegt. Neben dem nötigen Fachwissen ist auch eine moderne und gute Arbeitsumgebung notwendig. Hierfür ist am Standort Karlsruhe ein großer Schritt erfolgt. Viele auf das Stadtgebiet verteilte Arbeitsbereiche konnten im Areal der Grenadierkaserne in modernen, an den speziellen Anforderungen ausgerichteten Arbeitsplätzen konzentriert untergebracht werden. 3

6 Ein großer Meilenstein war der Bezug des modernen, lichtdurchfluteten neu errichteten Druck- und Versandzentrums. Auch das Monitoring, der Netzbetrieb und der zentrale User Help Desk konnten frisch renovierte Räumlichkeiten beziehen. Der folgende Geschäftsbericht wird Ihnen einen Einblick in die Tätigkeiten ausgewählter Bereiche und Projekte des LZfD geben. Bei der Lektüre wünsche ich Ihnen viel Spass und interessante Anregungen. Mit freundlichen Grüßen 4

7 Inhaltsverzeichnis Geschäftsbericht 2014 Grußworte... 1 Aus- und Fortbildung... 6 Auftrags- und Ressourcenmanagement im LZfD... 7 Neubau des Druck- und Versandzentrums im Behördenzentrum an der Moltkestraße... 9 Einführung des Mini-One-Stop-Shops Im Kampf gegen den Steuerbetrug - Ein starker Start für die SES Der Zoll übernimmt die Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer (KraftSt) Einführung von SEPA in der Steuerverwaltung neue Drucker und mehr: "PaperOutputManagement" (POM), - Die Fortschreibung eines Erfolgsmodells Softwareverteilung in der Finanzverwaltung Baden-Württemberg Neue Bildschirme für die Beschäftigten in der Steuerverwaltung Projekt Ausfallvorsorge - Ein Rechenzentrum wird gespiegelt Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg Projekt MigAlt - Auf dem Weg zu einer einheitlichen IT-Landschaft Neue Speicher- und Servertechnologien Die Bildschirmlupe Jahresabschluss Schlussbilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang zur Schlussbilanz Kunden Kunden des Landeszentrums für Datenverarbeitung Autoren Autorenverzeichnis

8 Aus- und Fortbildung "Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück." (Benjamin Britten , brit. Komponist) Der Aus- und Fortbildungsbereich umfasst die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die duale Ausbildung im Bereich Wirtschaftsinformatik. Das LZfD bietet elf Studienplätze verteilt auf drei Jahrgänge zum Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik in der Fachrichtung Software Engineering an. In Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg an den Standorten Karlsruhe, Mannheim und Villingen- Schwenningen erfolgt die Ausbildung mit dem Ziel der späteren Übernahme. Die duale Ausbildung unterstützt das LZfD perspektivisch bei der Suche nach Fachkräften. Die Auszubildenden in einem dualen Studium arbeiten von Beginn an im LZfD mit. Sie können im Ausbildungsverlauf zunehmend eigenverantwortlich Arbeiten ausführen und haben damit die Möglichkeit, schon frühzeitig Verantwortung zu übernehmen. Die Lernbereitschaft, der Erwerb von Schlüsselqualifikationen und die Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden werden dadurch gefördert. Der duale Studiengang zeichnet sich durch den Wechsel zwischen Theorie und Praxis aus. Dabei besuchen die Studierenden abwechselnd Vorlesungen der Hochschule oder arbeiten in den verschiedenen Bereichen des LZfD. In dieser Zeit fertigen die Studierenden zwei Projektarbeiten und eine Bachelorarbeit. Im Jahr 2014 konnte das LZfD alle drei Absolventen übernehmen. Neben der dualen Ausbildung der Studierenden führte das LZfD im Wirtschaftsjahr 167 Qualifizierungsmaßnahmen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch. Im Jahr 2014 lag der Fokus insbeondere auf den Themen Microsoft Office 2010, Windows Server, Oracle SQL-Server, Objektorientierte Programmierung und im Großrechnerbereich auf JBoss Application Server. Die Investitionen in Aus- und Fortbildung, die das LZfD in den letzten drei Jahren vorgenommen hat, zeigt die folgende Grafik: , , , , , , , , Autoren: Anja Sickinger und Lars Schmidt-Haueis 6

9 Auftrags- und Ressourcenmanagement im LZfD Fünf Jahre Produktivbetrieb - Zeit für eine Zwischenbilanz Seit März 2010 benutzt das LZfD ein Auftrags- und Ressourcenmanagementsystem (AUREM), das sich somit im fünften Jahr seiner Anwendung befindet. Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft (MFW) hatte für die Einführung eines solchen Steuerungsinstrumentes, das die Transparenz und Effizienz der Arbeit des LZfD erhöht, einen entsprechenden Projektauftrag erteilt. Das AUREM soll alle anfallenden Aufgaben sowie sämtliche Personal- und Sachressourcen des LZfD erfassen und notwendige Steuerungsinformationen liefern. AUREM bildet DV-unterstützt alle Aufgabenstellungen des LZfD in Form von Einzel- und Rahmenaufträgen ab. Die jeweiligen Auftragsverantwortlichen betreuen die Aufträge LZfD-intern. Ein Multiprojektmanagementtool (AUREM-Tool) dient hierbei als Werkzeug. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter buchen die Zeitaufwände als Ist-Werte auf die ihnen zugewiesenen Aufgaben (Rahmen- oder Einzelaufträge), die das Monitoring dann den vom jeweiligen Auftragsverantwortlichen geplanten Sollwerten gegenüberstellt. Kennzahlenberichte und Einzelauswertungen stellen unterschiedliche Entscheidungshilfen für alle Führungsebenen bereit. Bei Bedarf steuert das LZfD dann nach. Die IuK 1 -Leitstelle (IuK-LS) des MFW ist Auftraggeber und als vorgesetzte Stelle immer umfassend über den Einsatz der Personal- und Sachressourcen informiert. Auftragsarten Das LZfD bildet in Rahmenaufträgen seinen laufenden Betrieb ab. Es gibt jeweils pro Thema einen "Rahmenauftragssteckbrief", in dem die Arbeiten, der Umfang und das notwendige Budget beschrieben sind. Die zuständigen Auftragsverantwortlichen erstellen diese Entwürfe der Steckbriefe und die Personalressourcen- und Sachmittelpläne jährlich. Nach Prüfung der Planentwürfe in Verhandlungen mit dem MFW, legt dieses die endgültigen Werte fest und beauftragt das LZfD. Einzelaufträge sind mehr oder weniger große Projekte. Sie haben ein Budget sowie einen definierten Anfang und Ende. Ein Einzelauftrag kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Das LZfD und das MFW bearbeiten das entsprechende Thema als Beratungs-, Analyse-, und Realisierungsauftrag. Jedem Auftrag geht grundsätzlich eine Angebotsaufforderung durch das MFW voraus. Die Arbeitsmenge, den Finanzbedarf und die Erledigungstermine stellt der Auftragsverantwortliche in einem Angebot zusammen. Nimmt das MFW das Angebot an, erteilt es einen Durchführungsauftrag und das LZfD beginnt mit der Arbeit. 1 IuK steht für Informations- und Kommunikationstechnik 7

10 Berichtswesen Die Auftragsverantwortlichen für die Einzel- und Rahmenaufträge fertigen Sonderstatusberichte an, wenn z.b. die Ressourcen nicht ausreichen oder sie den Termin nicht einhalten können. In diesem hält der Auftragsverantwortliche das Problem und einen möglichen Lösungsvorschlag fest. Der Auftraggeber MFW trifft auf dieser Grundlage eine Entscheidung über das weitere Vorgehen. Das AUREM-Tool verwaltet alle beauftragten Stunden und auch die Kapazität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dadurch erkennt das LZfD Über- oder Unterlasten in den verschiedenen Arbeitsbereichen. Durch eine spezielle Benutzung des Tools kann das LZfD auch erkennen, ob Arbeit ansteht, für die zur Zeit keine Personalressourcen verfügbar sind. Das LZfD kann dann intern umpriorisieren. Fazit Das eingeführte AUREM erfüllt die gestellten Anforderungen. AUREM wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt und vervollständigt, so dass ein umfassendes Abbild der Arbeitsmengen und der Personalressourcensituation im LZfD möglich ist. Es ist auch ein Baustein der Personalentwicklungsplanung. Beim Kontakt mit anderen Behörden und anderen Bundesländern zeigte sich, dass das Thema Steuerungsinstrument auch dort auf Interesse stößt. Gerne hat das LZfD die Wünsche nach einer Präsentation des AUREM-Systems erfüllt. Autoren: Patrik Fleig und Deborah Hoffstadt 8

11 Neubau des Druck- und Versandzentrums im Behördenzentrum an der Moltkestraße Der Neubau des Druck- und Versandzentrums stellt einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Zusammenführung der fünf Standorte des LZfD in Karlsruhe dar. 29 Jahre sorgte das Druck- und Versandzentrum des LZfD vom Karlsruher Westen aus dafür, dass Drucksachen wie etwa Steuerbescheide ihren Weg zu den Bürgerinnen und Bürgern finden. Seit November 2014 befindet sich das neu gebaute Druck- und Versandzentrum des LZfD nun im Behördenzentrum in der Moltkestraße und damit in direkter Nähe zum Hauptgebäude der OFD und des LZfD. Vom ersten Spatenstich bis zur Inbetriebnahme des neuen, rund 880 m² großen Druck- und Versandzentrums im November 2014 vergingen rund eineinhalb Jahre. Druckbereich Kuvertierbereich Das neue Druck- und Versandzentrum in der Moltkestraße (Innenansicht) Das neue Druck- und Versandzentrum ist nach den Anforderungen des LZfD in Abstimmung mit der Vermögens- und Bauverwaltung des Landes Baden-Württemberg entstanden. Damit war es möglich, die arbeitstechnisch bestmögliche Nutzung der Fläche zu gewährleisten und das Gebäude optimal an die Anforderungen anzupassen. So befindet sich in der Mitte des Gebäudes eine Schleuse, die den Druckbereich vom Kuvertierbereich trennt. An der Schleuse findet die Anlieferung der Papierrollen für das Papierlager sowie die Abholung der ausgehenden Post statt. 9

12 Die dazugehörigen Papierlager befinden sich im Untergeschoss. Dort sind auch die für den Betrieb des Gebäudes notwendigen technischen Einrichtungen, wie Klimaanlage, Abfallpapierabsaugung und Abfallpapierpresse untergebracht. Für ein optimales Verarbeiten der großen Papierrollen ist es erforderlich, daß alle Arbeitsbereiche im Druck- und Versandzentrum voll klimatisiert sind. Das neue Druck- und Versandzentrum in der Moltkestraße (Aussenansicht) Nach Fertigstellung des Neubaus zog das Druck- und Versandzentrum an einem Wochenende im November 2014 in das neue Gebäude und konnte die Produktion bereits am selben Wochenende wieder aufnehmen. In die ehemaligen Räume des DVZ zog eine andere Einheit des LZfD ein. Hierdurch konnte eine angemietete Liegenschaft bereits geräumt werden. Autor: Klaus Teschke 10

13 Einführung des Mini-One-Stop-Shops oder warum WhatsApp 2 und andere Apps 3 künftig mehr kosten könnten Bereits seit Beginn des Internetzeitalters sorgt die Umsatzsteuer im Zusammenhang mit Onlinegeschäften für Diskussionen. Die Vielfältigkeit der Geschäftsmöglichkeiten sowie die breite räumliche Streuung der Kundinnen und Kunden führt zu zahlreichen Fragen und Problemstellungen. Daher arbeitet die EU stetig daran, die Umsatzsteuer auch bei grenzüberschreitenden Leistungen gerecht zu verteilen und sicherzustellen, dass die Unternehmen den richtigen Umsatzsteuerbetrag im richtigen Land zahlen. Ab 1. Januar2015 wird daher im Rahmen des Mehrwertsteuer-Pakets der EU die Umsatzsteuer bei Telekommunikationsleistungen sowie Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und auf elektronischem Wege erbrachten Dienstleistungen in dem Land fällig, in dem die Endverbraucherinnen und Endverbraucher ansässig sind und somit in dem Land, in dem der Verbrauch stattfindet. Hiervon betroffen sind beispielsweise Umsätze der Smartphonenutzerinnen und Smartphonenutzer bei der Nutzung kostenpflichtiger Apps wie zum Beispiel WhatsApp oder Umsätze, die beim Erwerb von Software, Musik, Filmen oder der Nutzung von Onlineauktionen generiert werden. Endverbraucherinnen und Endverbraucher zahlen dafür künftig deutsche Umsatzsteuer in Höhe von 19% des Nettoentgelts, während bislang beispielhaft 14 % luxemburgische Umsatzsteuer bezahlt wurde. Durch diese höhere Besteuerung könnten solche Dienstleistungen demnächst mehr kosten. Die betroffenen Unternehmen müssen sich grundsätzlich in jedem einzelnen EU-Mitgliedstaat, in welchem die privaten Endverbraucherinnen und Endverbraucher ansässig sind, umsatzsteuerlich registrieren lassen und dort ihren Erklärungspflichten nachkommen. Zur Vereinfachung wurde der Mini-One-Stop-Shop geschaffen. Dieses neue Verfahren, abgekürzt MOSS, ist ein neues Besteuerungsverfahren, das es den Unternehmen ermöglicht, die oben genannten Umsätze weiterhin in ihren Ansässigkeitsstaaten in Form sogenannter Registrierungserklärungen zu erklären und zu bezahlen. Eine zentrale Behörde, in Deutschland ist das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zuständig, übermittelt die Umsätze und die eingenommenen Gelder an die EU-Staaten, in denen die Umsatzsteuer zu bezahlen ist. Es war eine große Herausforderung, den Übertragungsweg der Daten in XML 4 -Form von der zentralen Behörde im EU-Ausland zum BZSt bis hin zur Umformatierung und Versendung an die 2 WhatsApp ist eine spezielle App, also ein Computerprogramm, das vor allem auf Mobilgeräten zum Einsatz kommt. Es handelt sich hierbei um einen internetbasierten Nachrichtendienst zum Austausch von Text-, Bild-, Video- und Tondateien, dem die weitgehende Ablösung von SMS zugeschrieben wird. 3 Der Begriff App leitet sich vom englischen Begriff application software ab hierbei handelt es sich um Anwendungssoftware, also Computerprogramme. Im deutschen Sprachgebrauch wird App oft mit Anwendungssoftware für Mobilgeräte also Programme oder Anwendungen für beispielsweise Smartphones oder Tablet-Computer gleichgesetzt. 4 XML steht für Extensible Markup Language und bezeichnet einen Standard zur Erstellung maschinen- und menschenlesbarer Dokumente. 11

14 zentral zuständigen Finanzämter in Deutschland zu realisieren. Die Zusammenarbeit vieler Gremien und Behörden war notwendig. Auch im LZfD laufen bereits seit geraumer Zeit Vorbereitungen zum Start des Verfahrens MOSS. Seit Anfang Februar 2015 empfängt das LZfD Registrierungserklärungen. In Baden-Württemberg ist die Außenstelle Kehl des Finanzamts Offenburg zentral für die französischen Unternehmen, die entsprechende Umsätze in Deutschland tätigen, zuständig. Bereits im Dezember 2014 waren die Verfahrenskoordinatorin im LZfD sowie ihr Vertreter in Kehl vor Ort, um die Bearbeiterinnen und Bearbeiter für den Registrierungsteil zu schulen. Eine weitere Schulung für den Erklärungsteil ist ebenfalls vorgesehen. Um den Start von MOSS möglich zu machen, waren und sind zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LZfD aus den verschiedensten Bereichen im Einsatz. Viel Abstimmung und Aufwand war wegen der Neuartigkeit sowie Komplexität des Verfahrens erforderlich. Neue Komponenten wie GeCo-Proton 5, GeCo-EV 6, ElfeDaten-BDE 7 oder der MOSS-Fachdienst waren einzusetzen. Die gute Zusammenarbeit mit dem TestCenter KONSENS 8 erwies sich hierbei als sehr hilfreich. Im Lauf des Jahres 2015 steht die Umsetzung der Verarbeitung des Erklärungseingangs und der Zahlungen an. Mit MOSS wurde ein weitgehend automatisiertes Verfahren geschaffen. Während die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Finanzämter bei der Bearbeitung der Registrierungserklärungen noch die Entscheidung über die Teilnahmeerlaubnis zu treffen haben, wird der Großteil der Erklärungen vollautomatisch verarbeitet werden. Beim Eingang der Erklärungen ab April 2015 gilt es, diese Daten zu verarbeiten, Beträge zum Soll zu stellen, die Zahlungen zu verbuchen sowie das Mahnverfahren und die Archivierung umzusetzen. Das Mahnverfahren weist eine Besonderheit auf, da die erste Mahnung durch die zuständige Steuerbehörde im EU-Ausland erfolgt. Auch hierfür werden wieder weitere, teilweise neue Programme benötigt. Wenn sich das Mini-One-Stop-Shop-Verfahren bewährt, könnte es zu einer Ausdehnung auf weitere Bereiche kommen. Dies bleibt jedoch vorerst Zukunftsmusik. Momentan gilt es, das Verfahren MOSS im Jahr 2015 erfolgreich an den Start zu bringen. Autoren: Melanie Fessler und Thomas Rupp 5 GeCo-Proton steht für Prozess- und Transaktionscontroller in GeCo. Das Projekt GeCo hat das Ziel, ein funktionierendes Zusammenspiel sowohl der KONSENS-Verfahren untereinander, als auch übergangsweise mit bestehenden Verfahren zu ermöglichen. 6 GeCo-EV steht für Eingangsverarbeitung in GeCo. 7 Mit ElfeDaten-BDE wird die Datenbank bezeichnet, welche die Registrierungsinformationen zu ELFE-MOSS enthält. ELFE-MOSS steht für Einheitliche länderübergreifende Festsetzung zum Mini-One-Stop-Shop-Verfahren. 8 KONSENS steht für Koordinierte neue Softwareentwicklung in der Steuerverwaltung. 12

15 Im Kampf gegen den Steuerbetrug - Ein starker Start für die SES Das KONSENS-DAME-Team des LZfD unterstützt die zentrale Sondereinheit für Steueraufsicht (SES) des Landes Baden-Württemberg bei der Gewinnung und Auswertung von steuerlichen Daten. Seit dem 1. Februar 2014 gibt es die SES. Eine von Baden-Württemberg ins Leben gerufene Sondereinheit, die als Teil der Steuerfahndung tätig ist, um noch effizienter gegen Steuerbetrug vorgehen zu können. 9 Das LZfD unterstützt die SES mit Hardware, Software und Know-How. Für Zwecke der Datengewinnung und Auswertung arbeitet die Programmiergruppe KONSENS 10 -DAME 11 und DataWarehouse des LZfD eng mit dem IT-Experten der SES zusammen. Darüber hinaus kümmert sich die Anwendungsentwicklung des LZfD in Zusammenarbeit mit demrechenzentrum auch um die zentrale Ausstattung der SES und stellt dieser etwa Datenbankserver zur Verfügung. Der Servicebereich des LZfD sorgt zudem für eine Ausstattung mit leistungsfähigen Arbeitsplatz- PCs, Notebooks, UMTS 12 -Zugängen sowie Office-Produkten. Die Programmiergruppe KONSENS- DAME bereitet die über den Länderaustausch der SES zugeleiteten steuerlichen Daten zusammen mit der SES für Auswertungszwecke auf. Hierbei können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Programmiergruppe aus einem Schatz von 15 Jahren Erfahrung im Bereich Datengewinnung und -auswertung schöpfen und diese an die SES weitergeben. Die steuerlichen Daten werden der SES über das Tool KONSENS DAME Datenbereitstellung Innenrevision zur Verfügung gestellt. Das Tool ist bundesweit im Einsatz. Die Stammdaten stehen mit dem KONSENS-DAME Release 2.5 zum 31.März2015 in der neuen Version des Tools zur Verfügung. In Vorbereitung auf die künftige Aufgabe besuchte das DAME-Team bereits Ende 2013 die Sondereinheit Risikoprüfung (SER) in Sachsen. Im Anschluss an dieses Treffen erstellten SES und DAME-Team ein erstes Grobkonzept über die weitere Zusammenarbeit. Im Juni 2014 folgte ein Besuch bei der Task Force der Steueraufsicht in Niedersachsen, der weitere Einblicke in die Arbeitsweisen der Sondereinheiten gewährte. Im Juli 2014 fand eine Auftaktbesprechung beim Ministerium für Finanzen und Wirtschaft statt. Konkrete Vorgehensweisen wurden anhand des Konzepts des LZfD festgelegt. Auf den Fachtagen der SES in München stellten die Entwickler des DAME-Teams aus Stuttgart und Nürnberg die bereits vorhandenen und ausgelieferten DAME- Produkte vor und gaben einen Ausblick auf die zukünftig möglichen Auswertungen. Auf Grund des allgemeinen Interesses an DAME gingen die Mitglieder des DAME-Teams aus Baden-Württemberg 9 Die Hauptaufgabe der SES besteht darin, bislang nicht geregelte oder erkannte Fallkonstellationen und Branchen mit erhöhtem Steuerausfallrisikio zu identifizieren und diesbezüglich überregionale Vorfeldermittlungen zu führen. Auf Basis ihrer Ermittlungen erstellt die SES unter anderem qualifiziertes Kontrollmaterial und unterstützt die Finanzämter dadurch bei ihrer Arbeit. 10 KONSENS steht für Koordinierte neue Softwareentwicklung in der Steuerverwaltung. 11 DAME steht für Data Warehouse, Auswertung und Business Intelligence Methoden. 12 UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System und bezeichnet einen Mobilfunkstandard. 13

16 auf den Technologietagen in Nürnberg auch auf tiefergehende, spezielle DAME-Themen wie Ladeprozesse, Datenaufbereitung und Datenverknüpfung ein. Sie gaben länderübergreifend Hilfestellungen in der Nutzung von DAME für die Zwecke der Sondereinheiten. Viele Sondereinheiten wollen in Zukunft verstärkt auf die Nutzung der Basisdatenbank in DAME setzen. Die DAME-Basisdatenbank wird von Entwicklern des LZfD in Baden-Württemberg programmiert. Das DAME-Team organisiert die Beschaffung, den Aufbau und den Betrieb der zentralen Hard- und Software federführend mit dem Serverbetrieb und dem KONSENS-Betriebsteam. Die technische Administration der Datenbank erfolgt im Datenbankbereich. In mehreren Workshops wurde die Architektur verbessert. Ziel war vor allem eine Optimierung der Netzauslastung zu erreichen. Denn einerseits soll die SES ein gutes technisches Arbeitsumfeld erhalten, anderseits soll der Normalbetrieb des Finanzamts Karlsruhe-Durlach, dem die SES organisatorisch angehört, uneingeschränkt bewahrt bleiben und nicht durch plötzlichen Datenverkehr ausgebremst werden. Die SES erhält eine eigene Datenbank sowie regelmäßige Kopien der Datenbestände der DAME- Datenbank für ihre Auswertungen. Die Datenbank der SES wird im Rechenzentrum des LZfD in einer Oracle-Datenbank auf einem Linux 13 -System technisch administriert. Zur Sicherstellung der Ausfallvorsorge spiegelt das LZfD die Datenbestände der SES an einen Ausfallstandort. Eine erste Einführung des IT-Experten der SES in die Strukturen von DAME ist erfolgt. Weitere Schulungen anhand konkreter Prüffelder sind vorgesehen. Ziel ist es, die prüffeldbezogene Datengewinnung und auswertung anfangs möglichst eng zu begleiten. In einem fließenden Übergang wird ein immer selbständigeres Arbeiten mit der DAME-Datenbank gewährleistet. Als nächste Schritte werden ein Benutzerkonzept und ein Datenflussdiagramm erstellt. Im Benutzerkonzept wird festgelegt, welche Benutzerinnen und Benutzer, welche Zugriffsrechte auf welche Daten haben und wie dies kontrolliert und protokolliert wird. Das Datenflussdiagramm hilft bei der Abschätzung, welche Datenmengen wann und wo Laufzeit und Netzlast verursachen, damit die SES und das LZfD eine geeignete Architektur aufbauen können. Durch das Zusammenspiel all dieser Maßnahmen profitiert die SES als jüngstes Mitglied im Bund der Sondereinheiten Steueraufsicht von den teilweise langjährigen Erfahrungen der anderen Sondereinheiten und des DAME-Teams. Somit kann die SES einen starken Start hinlegen. Autoren: Elke Martin und Thomas Rupp 13 Der Begriff Linux bezeichnet Unix-ähnliche Mehrbenutzer-Betriebssysteme. 14

17 Der Zoll übernimmt die Verwaltung der Kraftfahrzeugsteuer (KraftSt) Das LZfD übergibt dem Bund zum Stichtag ca. 9 Millionen KraftSt- Fälle Die Länder hatten die KraftSt seit dem 01.Juli2009 im Auftrag des Bundes kommissarisch verwaltet, um dem Bund ausreichend Vorbereitungszeit für die Übernahme der Kraftfahrzeugsteuer zu gewähren. Spätestens zum 01.Juli 2014 sollte dann auch die Verwaltung der Steuerart auf den Bund übergehen. Zur Planung und Durchführung dieser Aufgabe richtete das Bundesministerium für Finanzen im Jahre 2011 ein Bund-Länder-übergreifendes Projekt ein. In über zweijähriger intensiver Zusammenarbeit wurde eine gestaffelte Übergabe im ersten Halbjahr 2014 vorbereitet. Anfang April 2014 hat das LZfD termingerecht die KraftSt-Daten des Landes Baden-Württemberg an den Zoll übergeben. Sämtliche Bestände und Archive wurden komplett abgegeben. In einer groß angelegten Wochenendaktion vom 04.April2014 bis 06.April2014 führten Bedienstete der Produktionssteuerung des LZfD in enger Zusammenarbeit mit der Anwendungsentwicklung den Umzug der Daten durch. Es handelte sich um circa 9 Millionen KraftSt-Fälle. Die Lieferung der Daten an den Zoll erfolgte am 09.April2014. Damit hat das LZfD die Abgabe der KraftSt-Daten erfolgreich erledigt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LZfD haben die Bundesverwaltung intensiv unterstützt und so den Bearbeitern und Bearbeiterinnen den Einstieg in die neue Materie erleichtert. Eine nicht unerhebliche Zahl an Steuerbürgerinnen und Steuerbürgern leisteten und leisten ihre Zahlungen weiterhin an die jetzt nicht mehr zuständige Steuerverwaltung; diese Zahlungen wurden programmgesteuert bundeseinheitlich noch bis zum 01. März 2015 an den Zoll weitergeleitet. Seitdem überweisen die Finanzkassen solche Fehlzahlungen an die Steuerbürgerinnen und Steuerbürger zurück. Während der ersten Zeit hatten die Hauptzollämter noch häufig Fragen vor allem bezüglich älterer Sachverhalte; diese konnten seitens der Anwendungsentwicklung des LZfD geklärt werden: Es stellte sich heraus, dass die Zollverwaltung zunächst nicht auf die inzwischen dort vorhandenen Datenbestände vollumfänglich zugreifen konnte. Nachdrucke von Alt- Bescheiden, die auch für die Finanzämter nicht mehr abfragbar sind, wurden und werden laufend von der Anwendungsentwicklung des LZfD für Auskunftszwecke nacherstellt. 15

18 Daneben hat das LZfD auch programmtechnische Nacharbeiten vollzogen, das heißt, die Kfz- Programme gelöscht und sichergestellt, dass diese Steuerverarbeitungsprogramme auch von anderen Verfahren nicht mehr aufgerufen werden können. Auch die Jobsteuerungen 14 waren auf die Verarbeitung ohne KraftSt-Fälle umzustellen. Eine Abfragemöglichkeit der baden-württembergischen Finanzämter auf die aktuellen Kraftfahrzeugdaten beim Zoll ist noch nicht eingerichtet. Ob eine Realisierung dieses für Finanzämter und LZfD wichtigen Anliegens zeitnah erfolgen kann, ist noch offen. Die Migration verlief äußerst erfolgreich. Auch die geschilderten Nacharbeiten werden zukünftig einen immer geringer werdenden Umfang einnehmen. Autoren: Marion Stotz und Ursula Gräfin Adelmann 14 Mittels einer Jobsteuerung legt der Großrechnerbereich fest, wann und in welcher Form Programme am Großrechner verarbeitet werden. 16

19 Einführung von SEPA in der Steuerverwaltung Das erste Jahr mit SEPA Bereits 2002, bei der Einführung des Euro, war die Schaffung eines einheitlichen EURO- Zahlungsverkehrsraums (Single Euro Payments Area) beschlossen worden. Als verbindlichen Endtermin für die Einführung von SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften hatte die EU den 01.Februar 2014 festgelegt. Wie geplant setzte die Steuerverwaltung Baden-Württemberg das SEPA-Lastschrifteinzugsverfahren zum 03. Februar 2014 ein. Der Einsatz des SEPA- Lastschrifteinzugsverfahrens war die vorläufig letzte und entscheidende Aktion in einer Reihe von mehreren SEPA-Maßnahmen wie die Umstellung der Steuerkonten, die Einführung der SEPA- Überweisung und die Mitteilungsschreiben an die Steuerbürgerinnen und Steuerbürger. Um den Vorgaben der SEPA- Regelwerke zu genügen, musste das Einzugsverfahren von Grund auf geändert und eine auch für andere Verfahren zugängliche Mandatsreferenznummerndatei 15 neu aufgebaut werden. Da Baden-Württemberg das Bundesland mit der höchsten Teilnahmequote beim Lastschrifteinzugsverfahren ist, legte das LZfD größten Wert auf Funktionstests. Damit konnte sichergestellt werden, dass die Landesoberkasse die Landeseinnahmen in Höhe von 763 Millionen am 03.Februar2014 auch mit dem neuen Verfahren vollständig, vollautomatisch und pünktlich zum Fälligkeitstermin als SEPA-Lastschrifteinzug verbuchen konnte. Einzelne Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern, die sich zum Beispiel auf die Unübersichtlichkeit der Kontoauszüge, die gebührenpflichtigen Folgelastschriften auch Mehrfachabbuchungen (von Gebühren) genannt, die Adressierung der Abbuchungsmitteilungen und ähnliches bezogen, blieben nicht aus. Da die Beschäftigten des LZfD nach Kräften für bürgerfreundliche und gut zu handhabende Lösungen einstehen, realisierten sie in enger Zusammenarbeit mit den Bediensteten der Anwendungsentwicklung des im KONSENS 16 - Verbund für die SEPA- Programmierarbeiten zuständigen Landes Sachsen-Anhalt Verfahrensvereinfachungen und, soweit dies im Rahmen der sehr stringenten SEPA-Regelungen möglich war, Verfahrensverbesserungen, die im Laufe des Jahres 2014 dann Wirkung zeigten: So vollzogen Beschäftigte des LZfD zunächst die mittlerweile beschlossene Aufhebung der unterschiedlichen Einreichungsfristen für Erst- und Folgelastschriften nach. Zusammen mit einem Schemawechsel für die abzuliefernden XML 17 -Dateien setzte die Anwendungsentwicklung des LZfD die nun gültige einheitliche Einreichungsfrist von einem Tag programmtechnisch um. Trotzdem findet die Prüfung auf ERST- und FOLGE-Lastschrift 15 Die Mandatsreferenz ist ein vom Zahlungsempfänger vergebenes Kennzeichen, das in Kombination mit der Gläubiger-Identifikationsnummer die eindeutige Identifikation des Mandats ermöglicht. 16 KONSENS steht für Koordinierte neue Softwareentwicklung in der Steuerverwaltung. 17 XML steht für Extensible Markup Language und bezeichnet einen Standard zur Erstellung maschinen- und menschenlesbarer Dokumente. 17

20 weiterhin statt, da die Banken eine zweite FIRST-Lastschrift unter derselben Mandatsnummer nach wie vor mit Fehlercode zurückweisen. Das Auftreten gebührenpflichtiger Folgelastschriften konnte seitens der Anwendungsentwicklung dadurch deutlich verringert werden, dass durch eine andere Programmierung und deren Umsetzung bestimmte Angaben auf den Bankkontoauszügen der Bürgerinnen und Bürger nun nicht mehr so oft wiederholt werden und dadurch der begrenzte Umfang des zugelassenenen Datensatzes besser ausgenutzt werden kann. Vor allem die Finanzämter profitieren von der Verringerung der gedruckten Abbuchungsmitteilungen, die durch die veranlassten Änderungen im Adressierungsbereich erreicht werden konnte. Zur Jahresmitte wurde dann der eigentliche Zweck von SEPA realisiert: Die Finanzverwaltung konnte jetzt auch Einzüge von ausländischen Bankverbindungen vornehmen. Als nächster Schritt steht Anfang 2015 die Umsetzung von IBAN 18 -only bei den inländischen Bankverbindungen an. Hierfür sind nicht nur die Dialogprogramme der Finanzämter anzupassen, sondern es müssen auch in allen Grossrechnerverfahren die Gültigkeitsprüfungen für den BIC 19 programmtechnisch wieder entfernt werden. Anschließend müssen die Bestände bereinigt, die BICs gelöscht und im gleichen Zuge ihre erneute Eingabe verhindert werden. Weitere Änderungen in den SEPA-Regularien werden folgen. Damit steht fest, dass uns SEPA auch 2015 begleiten wird. Autoren: Marion Stotz und Ursula Gräfin Adelmann 18 Die International Bank Account Number, kurz IBAN, ist eine international standardisierte Nummer, welche jedes Girokonto in einem der an diesem System teilnehmenden Länder eindeutig bezeichnet und definiert. 19 Beim BIC (Bank Identifier Code) handelt es sich um eine von der SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) festgelegte international gültige Bankleitzahl. 18

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